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Erbarmen.

Der Winter draußen, mtb drinnen die Not;

Kein Heller im Hass, keine Kohle, kein Brot, Kein helfendes Herze im Eroßftadtgewlihl, Dazu noch das Siechtum auf ärmlichem Pfühl. Herr Gott, gibts denn gar kein Erbarm«»?

Drei Kindlein Hungern und zittern vor Frost: ..Nur einmal seid still noch und wartet getrost; Vielleicht, daß ich irgendwo Arbeit noch fand, Daun hatte der Jammer auf einmal ein End.

Es mutz sich doch jemand erbarmen!"

Der Vater fpttchts und schreitet hinaus. Froststarrend kommt er am Abend nach Haus; Verzweiflung verdüstert das Angesicht: Vergeblich war alles, sie wollen mich nicht. Keine Arbeit gibts, kein Erbarmen!"

Die Mutter sich keuchend vom Lager erhebt: Mir wird wohl aus Schnee bald das Bahrtuch gewebt;

Ich sträube mich nicht; doch der Kinder Rot, Viel bittrer schmeckt sie als Siechtum und Tod. Geh betteln um Brot, um Erbarmen!"

Da packt» ihn wie wilder Berzweiflungswahn; Dufheult er:Ich seh» nicht mehr länger mit an. Noch bin ich ein Mann und kein elender Wicht, Und geh ich zu Grunde, ich bettele nicht.

3. et Henker mag sich erbarmen!"

Fort stürnrt er; laut weinen fie hinter ihm her. Doch ist er schon weit und hört sie nicht mehr. Aus schimmernden Sälen bricht prickelnder

Schall;

Da tanzt nur« einen Wohltätigkeitsball, And alle» trieft vonErbarmen".--

Die Wälder durchirrt ein verlorener Mann; Verhungernd bricht er zusammen im Tann. Ein letztes Röcheln vorüber die Slot. Mitleidig naht ihm der eisig« leb.

Der hat mit ihm »och Erbarmen.--

Heinrich Winter.

* Wettervorhersage für Jeser» mann. Allgemeinverständliche Anleitung von Prof. Dr. H. I. Klein. Mit 2 Tafeln und 27 Textabbildungen. Geh. 1,50 Jl, gebd. 2,30 «*. Verlag von Strecker u. Schröder in Nicht zu allgemeinen Prognose» will hier "i*t bekannte Meteorologe anleiten, fordern zur lo­kalen, auf Erfahrungen begründeten Wetter­vorhersage. Wettervoraussagen für den fol­genden Tag wie solche jetzt durch den öffent­lichen Wetterdienst verbreitet werden haben für den Landwirt, Zager, Förster, Schiffer usw. wenig Wert, dagegen im besonderen die örtliche

gesessen hatten, nach Berlin gezogen wurde, au» denen der König die Administration g&idrale des Aceises et Pdages bildete. Alle erdenk­lichen Nahrung»- und Eenutzmittel wurden mit hohen Steuern belegt, und die Beemt-n »-rangen sogar in die Häuser «in, di« BewLhnsc Jl« auf den nackten Leid au, steuerxftiwttge Ge­genstände zu durchsuchen. Besonder- -ydie es Friedrich aus den Kaffee .ögeseh^n. Di« Kaffee­ordnung vom 21. Januar 17&. netto- das Kaffeebrennen durch Privabr äc. hohe? Ltrafe. Nur Bevorzugte,.ttich Ov-ä-,_ ^jfizere, Geistliche, Mitglieder totx^egien und einige zum Hofe gehörigefyrlrE&i dur'ten sich die Bohne« selber wenn fie Brenn­

scheine lösten, die vorn eicu|enamt gegen einen Groschen pro Stück «umstellt wurden. Diese Be­vorzugten mutzten aber den ungebrannten Kaffee aus den Königlichen Niederlagen, und zwar min­destens 20 Pfund im Jahre um den Preis von 9 Groschen das Pfund kaufen. Die misera contribuens plebs hingegen war gezwungen, seinen Kaffee fertig gebrannt in den staatlichen Depots zu kaufen, wo er in Blechbüchsen mit 24 Loth Inhalt für einen Taler die Büchse er- hältlich war. Die Folge davon war ein ganz ungeheuerer Kaffeeschmuggel und zwar in unge­brannten Bohnen, da die gebrannten zu schnell ihr Aroma verliere». Selbstverständlich brann- ten nun di« preußischen Hausfrauen ihren Kaffee selber in größter Heimlichkeit, fie wurden aber auf da» höchste aufgebracht, al» der alte Fritz

tu notwendigen Vorbereitungen Pir die e der deutschen Aerzte nach Budapest und dortige Unterkunft übernimmt.

Berrmjchtrs.

Der König der Hoteldiede, Georges Mano- Inscu alias Fürst Lahovarp ist in Mailand vtötzlich gestorben. Mit ihm ist eine Persönlich, reit dahingegangen, die in der modernen Ver- Lrecherkriminalistik einen ersten Platz einge­nommen hat. Seine Juwelendiebstähle und Hochstapeleien wirren weltbekannt. Manolescu hat ein Alter von nur 37 Jahren erreicht. Er j>urde in Bloescu in Rumänien als Sohn eines Rittmeisters geboren. 1885 brannte er aus der Marineschule in Galat durch. Alsblinder Passagier" fuhr er mit einem Schiff nach Kon­stantinopel, begann dort seine ersten Schwin­deleien, wurde aber durch die rumänische Ge­sandtschaft nach seiner Heimat abgeschoben. Zu Hause hielt es fljn nicht lange. Er ging nach Athen, wo er einen Selbstmoüiversuch verübte. Das Jahr 1888 findet Manolescu in Paris, wo rr sich angeb ich technischen Studien widmet, in der Tat aber mit großem Fleitze sich Juwelen- diebstählen größten Stils hingibt, die er aus­führlich in feinen Memoiren erzählt. Von dem Ertrage der Diebstähle lebte Manolescu als Grandseigneur. Aber bald wurde er bifachen Diebstahles wegen zu mehreren Jahren Zucht­haus verurteilt. Rach Verbüßung der Strafe Äbte er bald in Paris, bald in Nizza, und was rr heute gestohlen hatte, verlor er anderen Ta­ge» im Spiel. Bald darauf führte fein ALen- leurerhang den Fürsten Lahovary nach Amerika, wo er seine Hoteldiebstähle mit Erfolg sortsetzte. Leber Japan und Honolulu ging er nach Eng­land, wo er mit großem Raffinement pathologi­schen Dämmerzustand simulierte und infolge- Acfien nicht verurteilt wurde. In Deutschland «Heiratet« er sich unter falschem Namen mit einer Gräfin. Die Ehe wurde aber bald ge- ; schieden. Ende 1900 erschien Manolescu zuerst tn Berlin, wo er am 24. Dezember im Hotel s Bristol einen großen Hoteldiebstahl beging. Er «mrde am 14. Januar 1901 tn Genua verhaftet < und in da» Moabiter Untersuchungsgefüngnts gebracht. In der Berliner Charitee simulierte Manolescu nochmals mit Erfolg Geisteskrank­heit. Das Gericht sprach ihn frei, internierte ihn aber als gemeingefährlichen Geisteskranken in Herzbergs. Anderthalb Jahre faß er dort, bis ihm feine bekannte Flucht aus der Anstalt glückte. Mit Unterstützung einer Aristokratin ge­lang es ihm, über Dresden nach Wien zu, f.«ehen, wo ec aber aufs neue wegen eines alten Hoteldftbstahls verurteilt wurde. Jetzt ver- mchte es Manolescu mit ehrlicher Arbeit: er »mg nach Alaska, um Gold zu graben. Er »rach aber den rechten Arm und war infolge­dessen genötigt, zurückzukehrcn. In Paris schrieb «t seine Memoiren. In Italien verheiratete sich Georges Manolescu, der feine Verbrecherlauf- bahn endgültig verlassen hatte, mit der Pariser Millionärin Paulin« Pollet und nahm seinen Wohnsitz in Mailand. Er lebte in glücklichster Ehe und williger Zurückgezogenheit und wid­mete sich literarischen Arbeiten. Der rechte Arm mutzte ihm abgenommen werden und den Fol­gen einer erneuten Operation scheint er jetzt «liegen zu sein. Manolescu war ein Phänomen 1 ms der Nachtseite des menschlichen Lebens. Eine interessante kriminalpsychologische Studie über denFürsten Lahovary" hat erst jüngst der be- taunte Dresdner Staatsanwalt Dr. Wulfsen veröffentlicht.

Sie werden nicht all«! Auf diese ewig aste und doch immer wieder neue Erfahrung gründet DH die ungeheuere Praxis des Kurpfuschers H. Cusmeiet in Küllstedt. Trotzdem er schon mehr­fach gerichtlich vorbestraft ist, hat er doch täglich einen dermaßen starken Zuspruch, wie ihn man­cher tüchtige Arzt in einem Jahre nicht hat. Der so stark in Anspruch genommeneHeilkun­dige" hat soeben wieder wegen fahrlässiger Kär- Perverletzung (Eesundheitsschädigung) 6 Wochen Gefängnis erhalten. Er war dis vor 5 Jahren Zigarrenarbeiter und ließ sich durch di« großen materiellen Erfolge feines Bruders in Kirch­gandern verleiten, ebenfallsHeilkünstler" zu roerden. Bereits der Vater, Groß- und Lrgroß- vater haben als Schäfer in Günterode die Kur­pfuscherei betrieben. Meist ohne die Kranken zu sehen, wurde auf Grund von angeblicher Harn­untersuchung die Diagnose gestellt und das Heil­mittel angeordntt. Die Patienten des Küll­stedter Ausmeier, die in großen Scyaten aus den verschiedenen Teilen Umringens und Hessens zu ihm strömen, haben ihn in kurzer Zeit zum reichen Mann gemacht. Gegenwärtig schweben

Sben geschiffblkiindtzen Mann «ine ganz« i von Prozessen. In dem soeben beende­ten hatte Ansmeier einet 62jährigen Frau in Wanfried a. W. Eolodium cantharidatum gegen Gelenkrheumatismus zum Einreibe« und Sali­cylsäure und Aspirin zum Einnehmen verschrie­ben. Die Frau, um die er sich nicht wieder küm­merte, erhielt nadj kurzer Zeit eine dick ge­schwollene entzündete Hand mit eitrigen Blasen; euch freute sich heftiges Fieber ein. Trotz sofor­tiger ärztlicher Eegenmatzregeln behielt die Frau von der Behandlung des Kurpfuschers eine Ber- krümmung und Verwachsung der Gelenke «nb eine Versteifung der Hand zurück.

80 000 Mark für einen Traum. Ein in Toulon lebendes Echepaar Colet wollte auch einmal sein Glück in der Lotterie versuchen. Der Mann kaufte ein Anteillos, setzte jedoch wenig Hoff­nung auf einen Gewinn. Nach Schluß der Zieh­ung fand sich denn auch, daß das Los nur den Einfach gewonnen hatte. Seit der Ziehung waren schon einige Wochen vergangen, da er­zählte die Fra« eines Morgens, ihr habe ge­träumt, daß das Los mit dem Gewinn von 80 000 Mark gezogen sei und es müßte hier ein Irrtum vorliegen. Obwohl sich der Gatte die­sem Traum gegenüber äußerst skeptisch verhielt, begab sich die Frau zu dem Kollekteur und erbat sich gegen Rückzahlung des Betrages ihr Los zurück. Hiermit ging fie zum Hauptkollekteur und beantragte eine eingehende Prüfung der Ziehungsliste. Und ihr Traum hatte fie nicht getäuscht: um 80 000 Mark reicher verließ sie I hocherfreut das Geschäft. Seitdem notiert sie ' gewissenhast ihre Träume, denn sie hofft, es durch diese noch einmal zur Millionärin zu bringen.

Der Pelz der Armen. Der beste Schutz gegen die angriffslustige Kälte, so schreibt dieKöln. Ztg.", ist Pelzkleidung; wollene Unterkleidung, die bei windstillem, kaltem Wetter ausgezeich­nete Dienste leistet, schließt wegen ihrer Porosi­tät, die sonst einen Hauptvorteil darstellt, den Wind nicht genügend aus. Wer deshalb einen Pelz besitzt, holt ihn jetzt aus dem Schranke, und wer sich keinen leisten kann, dem empfiehlt ein Londoner Arzt Papier, bekanntlich ein sehr schlechter Wärmeleiter, als Ersatz. Der Gebrauch von Papier, sagt er, ist unter armen Leuten lange nicht so bekannt, wie er verdiente. Einige Lagen Zeitungen ergeben, aneinandergenäht, eine treffliche Bettdecke und mehrfach zusammen- gefaltetes Papier, unter der Weste um den Kör­per geschlagen, gewährt einen guten Schutz gegen den Wind. Wer will da noch di« Nützlichkeit der Zeitungen bestreiten?

Sie hatten so großen Hunger. Die Pflicht­vergessenheit einer Mutter ihren beiden zwei- und fünfjährigen Kindern gegenüber beschäf­tigte die Berliner Strafkammer. Die Angeklagte, eine junge Witwe, hatte die beiden Kinder ein­geschlossen und trat erst am dritten Tage in ihre Wohnung zuruckgekehrt. Die Kinder, von denen eins obendrein krank ist, litten Hunger und machten sich den Nachbarn durch Klopsen und den Ruf bemerkbar:Mutter, mach auf, wir haben so furchtbaren Hunger!" Di« Tür wurde erbrochen und die Kinder, di« sich, wie die Wohn­ung, in einem entsetzlichen Zustande befanden, wurden gelabt. DieMutter" entschuldigte sich vor Gericht damit,sie habe sehen müssen, Geld zu verdienen," verschwieg aber ihren Aufent­halt. Das Urteil gegen sie lautete auf 1 Jahr Gefängnis.

Eine Trauung unter Wasser. Das Londoner Hippodrom hat eine Belohnung von 2000 «M. für das Paar ausgeschrieben, das bereit ist, sich in der Arena des Hippodroms, die unter Wasser gesetzt werden kann, unter Wasser trauen zu lassen. Der Geistliche aritb von dem Hippodrom gestellt, und das Brautpaar muß von zivei Zeu­gen begleitet sein. Die ganze Hochzeitsfeier soll natürlich ein aufregendes Schaustück d erstell en. Das Brautpaar und feine Begleiter werden auf dem Berge zum Altar von einer Wasserflut überrascht, die alsbald bis über ihreKöpfe steigt. Die Zuschauer sollen den Eindruck eines einge­tretenen Unglücks erhalten, bald aber werden sie beruhigt fein, wenn fie, naclchem di« Wasser­flut zum Stillstand gekommen ist, die ganze Hochzeitsgesellschaft unter dem Wasserspiegel erblicken und die Trauung durch einen richtigen Geistlichen sehen. Das Hippodrom verbürgt sich, eine derartige Anordnung zu treffen, daß alle Gefahr vermieden ist und den handelnden Personenauch nicht ein Fadcu am Leibe naß wird". Bisher haben sich schon 41 Brautpaare gemeldet, die bereit sind, sich in der angegebenen Weise trauen zu lassen. Da an jeden: Abend nut einmal die Wasserflut kommt und nur ein Brautpaar getraut wird, so kann dieses Stück also mehrere Wochen lang wiederholl werden.

wurde ein voller Monatssold als Steuer erho­ben. Daneben bestand dann noch eine Steuer auf das Tragen von Hüten, Strümpfen, Pan­toffeln und Stiefeln, und als größtes Kuriosum eine Jungfernsteuer, die zwar nicht auf Grund physiologischer Tatsachen veranlagt wurde, aber vom 20. bis zum 40. Lebensjahre jedes Mäd­chen traf, das trotz guten Willens keinen Mann gefunden hatte.

Der Staat nahm eben auch damals, wo et fonntc. Besonders arg aber trieben es die städtischen Kommunen, die von jeher eine Vor­liebe für dieAkzise" hatten, der die unglaub­lichsten Dinge tributär gemacht wurden. Im Iahte 1616 kam es in ber friedsamcn Stadt Stettin zu einem wütenden Kriege um das Bier, btto mit einer schweren Steuer belastet psorden wat. Man raufte sich blutig auf bet La^^>ie, stürmte das Rathaus, bis sich Herzog Philipp vllk: Pommern in die städtischen Händel «nmischte, das Oftrdtverordnetenkollegium der ^echzigm'änner" ausestluinderjagte und die Steuerfreiheit des Bieres anocb«ete, worauf et man weiß nicht, in welchem EedanreNZusam- znenhange eine Denkmünze mit der Inschrift wfioli Dee Gloria* prägen ließ.

Großartige Steuerkünstler waren die Be- Herrscher des 1806 mediatisierten Duodezstaates Hürstenberg im Schwabenlande. Sie ließen inen Staatskalender drucken, den jeder (Ein» Söhnet laufen mußten falls et es nicht vorzog, h durch eine Steuer von 18 Taler jährlich da- <

von zu befreien. In der Markgrafschaft Baden- Dutlach, die bis 1771 als selbständiger Staat bestand, hatte der Landesfürst Friedrich Mag­nus angeordnct, daß sämmtliche männlichen er­wachsenen Untertanen entweder persönlich Wach­dienste leisten oder eine Wachtsteuer bezahlen sollten. Er verbessert« sein Steuersystem aber bald dahin, daß er besondere Wächter anstellte, diese von den Steuerträgern bezahlen ließ und obendrein die letzteren doch noch Wache stehen ließ. Auch Herzog Karl Alexander von Würt­temberg, gegen dessen Steuerbedrückunge» sich feine eigenen Stände erhoben, war groß im Er­finden von -Steuern. So verbot er den Hand- werksbutschen seines Landes das Wandern, ließ sich aber, wenn fie Meister werden sollten, von ihnen ein hohes Dispensationsgeld mit der Be­gründung zahlen, daß fie ja die Wanderjahre nicht hätten ausstehen brauchen.

Auch Friedrich der Große hat durch manche unbeliebte Steuer den Berger und Spott seiner Landeskinder rBut%erufen. Als nach Beendig­ung des fiebenjähttgen Krieges feine Minister «"klärten, daß das finanziell erschöpfte Land keine neuen Steuern tragen könne, lud er sich den berühmten Glaube Adrien Heloetius, der es verstand, die Rolle eines hervorragenden Philo­sophen mit derjenigen eines millionenschweren Generalpächter» bet Steuern zu verbinden, nach Potsdam ein. Die Folge davon war, daß ein ganze» Heer des bösesten französischen Gesindels, Menschen, vs» bene« schon viele auf der Galeere

Teure» Porzellan. An d« Sammlung titet Porzellane de» Dr. Klemm in Berlin, deren Versteigerung bei Lepke begann, befanden sich feltene und kostbare Sachen, die hohe Preise brachten. Ei» Attbcrliner Kaffeeservice in Fir- nenform, mit Watteaufiguren in Landschaften, ei» Geschenk Friedrich des Großen an de» Dich­ter und General be la Motte Fsuguch brachte nach demS. T." 5150 Mark. Ein Satz von 5 Meißner grdfoen Base» mit Chinesen in allen möglichen Beschäftigungen erzielle 12050 Mark. Vor 30 Jahren wurde derselbe Satz in Köln für 4500 Mark verkauft. Eine Meißner Tischglocke mit bunten Chinofferie», indianischen Blumen­zweigen und Jnsttten erzielte 3000 Mark, ein Krug mit einer Hafenlandschaft (um 1735) 2840 Mark, die GruppeDer Krieg", Allegorie auf die Anion von Dänemark und Rorwegn, van Johann Kandier (1767) 5020 Mark. Der erste Auktionstag brachte 112 000 Mark Erlös.

«tn Bufch-Antograph. DerFranks. Ztg." stellt ein Leser die nachfolgenden unbekannten Verse von Wilhelm Busch zur Verfügung. Ein kleiner Junge hatte dem Dichter in Knittelversen geschrieben, wie viel Vergnügen er an JÖLeqc und Moritz" gehabt habe. Busch antwottete humor­voll, aber doch auch pädagogisch:

Max mtb Moritz machten beide, Als sie lebten, keinem Freude: Bildlich siehst Du jetzt die Possen, Die in Wirklichkeit verdrossen, Mit behaglichem Gettcher, Well Du selbst vor ihnen sicher. Aber das bedenke stets: Wie men» treibt, mein Kind, so gehts.

Wilhelm Dusch.

Mechtshausen a. Harz 1905."

Wettergestaktung einige Stunden ober «twck einen halben Tag mit Zuverlässigkeit voraus zH wiffen. Hier setzt das Merkchen ein und gibt für lokale Wetterprophezeiung Rat und An­leitung. Wertvoll ist das Buch um so mehr, als es manches bisher Unbekannte enthält. Seinen reichlichen Jnhatt zeigt der nachstehende Aus­zug: Instrumente zur Wetterprognose Dis Wolken Der Wind Die Wetterkarte Das allgemeine Windgesetz Verschiedene Formen der Js<charen und der Bewegung der Druckge­biete Gesetzmäßigkeiten in i.r Wiederkehr bestimmter Witterungstypen Gewitter Beispiele an Tagesprognosen auf Grund der Wetterkarte und Kritik derselben usw.

*- Der Winterkrinkhciten großes Heer, sowie die tunlichste Verhütung dieser Krankheiten mit all ihren unliebsamen Erscheinungen und Fol­gen, erörtert, gerade jetzt zur recht.» 3eit2 im neuesten (10.) Hefte der illustrierten Zeitichrist Sür Alle Welt" (Deutsches Vettagshaus Song n. Co., . Berlin W. 57 Preis des Vier­zehntagsheftes 40 Pf.) der als Arzt wie als medizinischer Schriftsteller geschätzte Dr. med. Lewinski in einem gemeinverständliqen Artikel.

** ffiintertaf,: in der Schweiz i it :hrem dem Eis- und Schneesport gewidmeten Jebni schildert ein flotter, aufs genaueste unterrichteter Aussatz von Edmund Edel, der zugleich ein Bild des elegant-n Lebens vor uns entrollt, wte es dis Winterkurorte der Schweiz, allen voran St. Moritz kennen. Wenn der Mittag die Harts Kälte der Nacht und des Morgens verdrängt hat, und die Sonne vom azurblauen Himmel herab auf die majestätische, im Kristallglanz er­schimmernd« Schönheit herniederblickt, die ihre weißen, stillen Schwingen über Gips«! und Täler breitet strömt die spottfreudige Herren- und Damenwelt auf die Sportsbahn, wie dis Jockeys beim Zeichen der Glocke das Rennen beginnen. Dem Wintersporte in seinen verschie­denen Spielarten ist das ganze neueste (9. Heft derModernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong. Berlin W. 57 Preis des Vierzchntags- Heftes 60 Pg.), dessen Ausstattung von ver­schwenderischer st^ülle zeugt, geweift.

»* DieReue Revu e, Halbmonatsschrift für das öffentliche -eben, herausgegeben von Dr. Josef Adolf Bond) und Dr. Fritz Wolfs, 1. Januar-Heft, veröffentlicht Noten zu der bis­her verschollenen Oper Rich. WagnersDis Hochzeit" von Dr. Richard Batttr. General­leutnant von Pelet-Narbonne, die Einführung einer neuen Felduniform. Graf Taisuke Jtagaki in Tokio, die Beziehungen zwischen Japan und Amerika. Ferner Memoiren des östrreichischc i Feldmarschalleutnants von Berger aus dem Kriegsjahr 1859. Ein reuentbedtet Brief von Wilh Imine von Zeuge über ihren Bräutigam Heinrich von Kleist. Josef Adolf Bondy: Ein Ealderon-Experiment. Dr. med. Dammann: Kurpfuscher. Fidus: Ein« intime Anteredung mit Bismarck.

* I» bet ersten Nummer des zweiten Quar­tals (Rr. 14) desD a h e i m" beginnt die Ver­öffentlichung des neuesten Werkes von Rudolf Strotz, eines großangelegten Romans aus der internationalen Großkaufmannswelt, der en Leser von Fottfttzung zu Fottstzung in Spann­ung zu halten weiß:Die schwarze Wolk". Die textlich und illustrativ sehr reich ausgeftattete Nummer ist vorzüglv- geeignet, auch neu ' inzu» tretende Abonnenten über Wesen unb Wirken dieser altbekannten Zeitschttft zu unterrichten. In einem Aufsatz führt der bekannte Kunst» schttststeller Han» Rosenhagen do Werk von Moritz von Schwind vor. Mitten in bas Wirken der Jt3ni o bet Industrie" führt ei .re Artikel» reih« von Dr. Gustav Klitscher, der im Auftrag bei Redaktion die hervorragendsten Männer in rheinischen Industriegebieten besucht hat unb in Nr. 14 feine Eindrücke im Interview mit Stinnes niedergelegt.

^etbebitie» wemernse (Wbrttzstr.tr aj

Sonn. Ufer Predigt.

Vornnttaos 11 Uhr: Sonntna«schula

Aver: dtz 8*!< Uhr: Predigt.

Müwoch Abend b1/« Uhr Bibelstrmde.

Br&oit-Seide »T

Zollfrei! - Muster an Jedermann! Seidentabrikt u atme berg, Zürich.

jy- Gedenket der hungernde» Sögel! 'WL

Letant^vttttch für bi« Redaktion: Dr. phil. Sv Hitzeroth in Marburg.

nunmehr besondere Kaffeeriecher anstellte, betens Ausgabe es wat, in den Straßen umherzu- s^nüfftln, wo etwa eine Hausfrau gerade mit dem verbrecherischen Brennen beschäftigt fei.

.Ran "ächte an lern König dafür durch beißenden Spott. Als Friedrich eines Tages über di« Jägerstraße ritt, gewahrte er am Für­stenhause eine johlende unb lachende Menschen- menge. Der zur Erkundigung vorn König ent­sandte Adjutant meldete mit sichtlicher Serie» gexV.t, daß dort eine böse Karikatur be»- niy;; .'i-axge. Als nun Friedrich selber hinritt, pm/. sich 'mrgestellt, wie et auf einem Sche­ma ritt und zwischen den Knieen an einer ge­waltigen Kaffeemühle drehte.

Es wäre unrecht, anzunehmen, daß Deutsch­land in Steuerkuriositäten anderen Ländern über sei oder gewesen sei. Man hat Schleppe- trägen Sammetjacken, das Tragen von Straußenfedern, die Zahl und Größe der Fenster und noch ganz andere unglaubliche Sachen be­steuert, und in Oesterreich fallen unter die Ver­zehrungssteuer noch heute sogar die Kohlen Allerdings ist dies nur im Sinne einet Ver­brauchssteuer zu verstehen; denn auf das Ver< bauen schwarzer Diamanten sind die menschlichen Magen selbst jenseits der schwarz-gelben Eren» pfähle noch nicht eingerichtet, obwohl man in» dortigen Reichs rat gerade die ungenießbarsteck politischen Gegner mit Haut unb Haaren fresse^ möchte.