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Ellen leise.
(Fortsetzung felgt).
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Marburg
Freitag. 17. Januar 1908.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
mt» tat Beilagen: ..jit-r-ri scher Atq-iger«, „r»«dwirtsch»stliche K-Uage" m>d „Mustrirrte« $etmteg»H«tt*
Geldmarkt trage; er hielt als ein am meisten Ersost versprechendes Mittel zur Abhilfe eine industrielle Selbstteschränkung. Uuterstaatssckretär Twele stellt, fest, daß die AuArkurssetzung der Taler von vielen ®ctten begrüßt worden sei. Die Neuausprägung der Silbermünzen sei durchaus nottvendig gewesen und m Verbindung damit die Einziehung der Talerstucke Der niedrige Kursstand der Reichsanleihen htnge mit ben ungenügenden Mitteln des Reiches zusammen. Der Unterstaatssekretär hoffte schließlich, daß em, Verständigung zur Beseitigung der ungünstigen gw nanzlage noch gelingen werde. Abg. Südekum (Soz.) macht dem linken Flügel des Blocks zum Vorwürfe, « leide geradezu an einer Bewilligungsmame. Huf eine Bemerkung des sozialdemokratischen Abgeordneten binfichtlich der Enquete erwiderte Unterstaats- sekretär Twele, über die Veranstaltung der Enquete seien die verbündeten Negierungen durchaus emig. Abg. «aal, (wirtsch. Vgg.) trat für e-ne große« Kahlkraft deS Silbers em und versprach sich beße« Zustände erst von einem Brechen mit der Goldwährung. Abg. Gothein (frf. Vgg.) erkannte an. daß die Diskontschraube unbequem geworden ser, «wer eme Ueberspannung des Kredits sei schon wiederholt dagewesen. Darauf wurde ein Schlußantrag angenommen. Es folgte die polnische Jntervellatton über die preußische Enteignungsvorlage. Namens des Reichskanzlers lehnte Staatssekretär Dr. Nieberdtn, die Beantwortung der Anfrage ab, da die 5« » rührten Maßnahmen nach dem Einführungsgesetz zum B. G B. und der Reichsvcrfassung zurZuftan- digkeit der Einzelstaaten gehören. ^Dle Regierungsvertreter verließen darauf den Saal. Das ^aus be- schlotz mit den Stimmen des Zentrum-, der Polen, d-r »reikinniaen und Sozialdemokraten die Besprechung^dL JnUellation. Abg. Sevda (Pole) suchte nachzuweisen, daß die preußische Entelguungsvorlnge mit der preußischen Verfassung und mtt der Reich»» verfaffung nicht vereinbar sei. Dahm äußerte sich « einer kurzen Erklärung auch Abg. Graf Hompesch lKtr) Hingegen lehnten die Abq. o. Gersdons (kons.) und tzrhr. v. Gamp lRv.) tine Beteiligung an der Interpellation ab, da sie eine Einmiichung deS Reichstags in die innerpolitischen Angelegenheit^ Preußens bedeute. In längerer humorvollen Rede trat Abg. Sieg (nl.) den Nachweis an, daß die preußische EnteignungSvorlage Mr Kräftigung des Deutschtums im Osten notwendig sei. und mil der Reichsverfassung sehr wohl vereinbar sei» trat Vertagung auf Donnerstag 1 Uhr em. Schluß %6 Uhr.
TeuischeS Reich.
— De» neue preußische Gesandte beim Vatikan v. Mühlberg wurde heute vom Papst in feierlicher Audienz empfangen. In seiner Ansprache betonte der Gesandte den Wert, den seine Regierung auf gute Beziehungen zur römischen Kurie lege, und drückte die Hoffnung aus, daß es ihm gelingen werde, diese Beziehungen zu erhalten und zu fördern. Nach einer längeren Unterhaltung des Papstes mit dem Gesandten endete die Audienz.
— Abgeordneten-Zubilare. Berlin, 15. Jan. Gestern fand ein Fraktionsdiner der Reichspartei im Festsaale des Abgeordnetenbauses ft-'tt. Von den Ministern waren als Gäste anwesend die Herren Freiherr von Rheinbaben, Delbrück, Breitenbach, von Arnim, von Moltke und der Statssekretär von Titpitz. Der Senior der Partei, Abgeordneter Konsul Stengel, feierte die Herren Douglas und Lückhoff im Hinblick darauf, daß sie jetzt 25 Jahre der Partei als aktive Politiker angehören.
— Deutsche Vertreter auf der Internationalen Telegraphenkonferenz. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Für die am 20. April in Lissabon zusammsntretende Internationale Telegraphenkonferenz find als deutsche Vertreter in Ausficht genommen: der Unterstaatrsekretär tm Reichspostamt Sydow, der Geheime Oberpostrat Köhler und der Königlich bayerische Oberpostrat Probst. In ihrer Begleitung wird Oberpostpraktikant Barckhausen befinden.
— Eisenbahnfrachttarif. Wie der Minister bet öffentlichen Arbeiten dem Abgeordnetenhause mitgeteilt hat, ist aus Anlaß des vom Landeseisenbahnrate befürworteten Antrages, den Rohstofftarif für Steinkohlen einschließlich Briketts und Koks für ein Jahr allgemein ein- zuführen, angeordnet worden, daß mit Giltigkeit vom 1. Januar 1908 ab bis einschließlich des 31. Dezember 1909 und widerruflich auch für die weitere Zeit die Frachtsätze des Rohstoff-
Während Mutter und Tochter fo ihrs Pläne weiter besprachen, lieferte Ellen die Kleine oben ab. ,,
J,Dct Spaziergang scheint Ihnen nicht gut getan zu haben, Mrs. Moore," sagte die Kinderfrau freundlich. „Sie sehen so blaß aus. Fühlen Sie sich nicht wohl oder hat Mrs, Dora Sie ermüdet?" ,
„Rein," entgegnete Ellen, „es war nur |o warm draußen."
„Uebrigens muß ich Ihnen noch eins sagen, fuhr die Kinderfrau nach einer Pause fort. „Sie reden mir immer zu, ruhig zu bleiben und Frieden zu halten, aber mit Lady Forbes kann ich es bald nicht mehr aushalten. Sie lontnr: immer her, fragt nach Dingen, die sie gar nichts angehen und will mir Vorschriften machen. Dies brauche ich mir nicht gefallen zu lassen.
„Geduld!" mahnte Ellen. wird schon alle» zurechtkommen."
„Ja, das sagen Sie immer, Mrs. MootL aber es kommt doch manchmal anders. Ick, kann nun einmal nicht alles schweigend ansehen. Jeder im Hause weiß doch genau, weshalb Lady Forbes ihre Tochter hergebracht hat." •
Es waren nur die im Zorn gesprochenen Worte einer gewöhnlichen Frau, aber sie schmerz ten Ellen tief. Die mögliche Heirat ihres Mannes als etwas Natürliches besprechen zu hören, während sie noch lebte, das ging fast Über ihre Kräfte. , ____ _ ,
.Man sieht doch, daß Mylord Miß Burton liebt," fuhr die Kinderfrau fort, „et wird auch schlichlich keine andere nehmen als sie."
„Glauben Eie wirklich, daß er sich wieder verheiraten wird?" warf Ellen ein.
»Ich hoffe es um seinetwillen. Er kam doch nicht so weiterleben. Und wenn er nich selbst Schritte tut, wird Ml Forbes ihn zwingen."
Wahlrechtsagitation und Verfassung.
Wenn sich jetzt, abweichend von der Ausnahme, welche die Erklärung des Ministerpräsidenten in der Wahlrechtsfrage bei den links- liberalen Parteien des Abgeordnetenhauses zu- Nächst gefunden hatte, in der freisinnigen Presse namentlich Süddeutschlands starker Unmut über tzie Erklärung geltend macht, so wird man nicht umhin können, in dieser Stellungnahme einen gewissen Mangel an konstitutionellem Empfinden zu erkennen: denn hinter bet Erklärung des Ministerpräsidenten, daß die Regierung die Einführung des Reichstagswahlrechts in Preußen ablehne, steht direkt ungefähr eine Zweidrittel-Mehrheit des Abgeordnetenhauses. Wie« viele Mitglieder der Minderheit außerdem in Wirklichkeit garnicht so begierig auf eine solche Aenderung der preußischen Wahlverfasiung find, wie man dies nach den Aeußerungen in der Presse glauben sollte, mag dahin gestellt sein. Dieselbe starke Mehrheit steht dem Minister« iräsidenten aber auch in Bezug auf die Stuf« qffung zur Seite, daß in Preußen dem Mittel- tunbe ein entscheidender Einfluß auf bie Mähen zu bewahren unb bas Wahlrecht nach bem wirklichen Gewicht bet Stimme bes Wählers abzustufen sei. Aber auch in Bezug auf bie jetzt vornehmlich in bet süddeutschen Presse in ben «orbergrunb gestellte Frage, ob bas Wahlrecht in Preußen künftig öffentlich ober geheim zu gestalten sei, kann sich bie Staatsregierung aus eine, wenn auch nicht ganz so starke Mehrheit des Abgeordnetenhauses stützen. Nach den Erklärungen des nationalliberalen Redners bei der Wahlrechtsdebatte ist die nationalliberale Fraktion in dieser Frage völlig gespalten. Da den konservativen Fraktionen, bte durchweg gegen den Uebergang zur geheimen Stimmab- aabe sind, nur wenige Stimmen zur Mehrhett fehlen, so bilden sie mit dem Zuzuge aus dem nationalliberalen Lager eine durchaus sichere Mehrheit für die öffentliche Stimmabgabe. Dre Erklärung, die bet Ministerpräsident namens der preußischen Staatsregierung abgegeben hat, deckt sich daher in allen ihren Teilen mit bet Auffassung bet Mehrheit der preußtsihen Landesvertretung, unb bie Staatsregierung würbe, wenn sie ben Wünschen bet Linken weiter entgegengekommen wäre, mit bet Mehrheit ber Preußischen Landesvertretung in direkten Widerspruch geraten sein. Die eigentliche konstitutionelle Theorie verlangt aber bekanntlich, daß bie Regierung in voller Uebereinkunfi mit der Mehrheit bet Volksvertretung geführt werbe. Wenn bie linksliberale Presse jetzt bie Staatsregierung wegen ihres Verhaltens in bet Wahlrechtsfrage angreist, so verlangt sie bähet von ihr birekt, baß sie gegen bie Grundlage bes Konstitutionalismus handle.
Die Sehnsucht der Freunde des Reichstags- Wahlrechts, die Frage vom Reiche aus zu entscheiden, die immer wieder auftaucht, wenn man das Bedürfnis fühlt, durch Agitation preußische Fragen zu deutschen zu machen, dürfte andererseits einen so schweren Eingriff in die Selb-
ztz (Nachdruck verdoien.j,
Unter der Maske.
Roman von Lady Eeorgina Robertson,
<8ort)etzung.)
Ellen lehnte sich gegen diese Worte auf. Wenn Mathilde Arturs Bewerbungen annahm - nun, sie ahnte ja nicht, daß seine Frau lebte; "aber sie war treu unb gut, sie würbe bas Kind nie zurücksetzen und vergessen.
„Ich glaube, Sie irren,“ bemerkte sie, „Miß -Burton hat Dora sehr lieb."
Ein schrilles Auflachen von Lady Forbes mahnte sie, vorsichtig zu [ein.
, Es freut mich, daß bas Ihre Ansicht ist," sagte bie Dame seht kühl. „Komm', Monika, wir wollen unseren Spaziergang allein machen, ha Miß Burton beschäftigt ist."
Kaum hatten fie sich einige Schritte entfernt, als Monika austief: „Ich baffe diese Petsonk Sie ist sicher ein bezahltes Werkzeug von Ma- thilbe Burton; immer nimmt sie ihre Partei unb will niemals Rede stehen, wo fie sich aufhält."
„Wenn ich annehmen müßte, daß Lord Ches« leigh ernstlich an feine Verwandte denkt," versetzte Lady Forbes, „so würde ich heute noch abteifen."
। „Ich kann und will es nicht glauben," entgegnete Monika; „warum sollte et sie mir vorziehen? Ich bin doch auch keine Vogelscheuche. Nein, Mama, ich glaube es nicht."
: .34 täte es ja auch lieber nicht; eine so gute Partie machst Du so leicht nicht wieder. Aber wenn Lord Chesleigh Dir keinen Antrag "macht, kannst Du ihn auch nicht heiraten, Kun, wir wollen noch warte» und sehen, was die nächsten Tage bringen.*
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
11. Sitzung vom 15. Januar, 11 Uhr.
Am Ministertisch: Frhr. v. Rheinbaben, Beseler. Breitenbach, Holle, v. Moltke.
Die erste Lesung deS Etats wird fortgesetzt.
Abg. Dr. Pachnickr (Frs. Vgg.) :Mit semee et- Häruna zur Wahlrechtsfrage hat der Ministerprasi- dent den Reichskanzler dementiert, der zur Sicherung des Reichstagswahlrechts die Isolierzelle emgesuhrt bat. Der Freisinn wird an der Bekämpfung des jetzigen Wahlrechts festhalteu. Die Lage der Reuhs- aen erheischt direkte Reichssteuern. Das Schul.
altunasgeseh läfot noch manche Reform -u» wichtiger als sein Wortlaut ist feine Ausführung. Die OrtSschulinspektion ist vielleicht überflüssig ^wenn tot lauter Kreisschulinspektoren im Hauptamt haben.
Abg. v. Arnim (kons.): Heute beherrschen die wirtschaftliche und politische Lage dre Herren tm Palast der Burgstraße; st« ollem habcnauch den Erfolg von dem hohen Bankdiskont gehabt. (Sehr nch- nete Ellen, ohne aufzublicken. Sie vermied eg stets, ihre Cousine anzufehen.
„Es find verschiedene Dinge, über bie Wj mit Ihnen sprechen möchte," fuhr Mathilde fotU „Sie haben durch Ihr ganzes Verhärten Lord Cbesleighs Vertrauen gewonnen unb <t mochte, daß Sie ganz im Hause blieben. Neben ^hret iemaen Stellung würden Sie die Oberaulsicht Über Miß Dora zu übernehmen haben Die Kinderfrau ist zuverlässig, «bet sie genügt doch nicht, wenn das Kind heranwachst.
„Sie find sehr gütig," sagte Ellen.
„Die Bedingungen können Sie^ mtt MH Mrd abmachen. Die Hauptsache ist, baß Siedet Kleinen Ihre ganze Liebe unb Zärtlichkeit schenken Sie hat keine Mutter mehr, das allem muß ihr jedes Herz gewinnen.,,
6 5* habe sie so sehr lieb," rief Ellen aus.
"Das weiß ich, und deshalb spreche ich mit Ihnen. Mir steht sie ja sehr nahe weil ich ihre Mutter so sehr liebte. Sie, Mrs. Moore — verzeihen Sie meine Offenheit — machen einen so feinen, gebildeten Eindruck, ich bin überzeug^ daß Sie einen guten Einfluß auf Dora ausüben werden. Sie wird viel bei Ihnen fein, wollen Sie alles für fie tun, was Sie für Ihr eigenes Kind tun würden?" „
„«ta. gewiß; das verspreche ich Ihnen.
»Ich reise heute noch ab," sicht MalhiLe fort. Mein Besuch hatte den Zweck, nach der Kleinen zu sehen und Lady Marstone von ihr z» berichten. Der Abfchied wird mir leichter, nun ich Sie hier weiß, das Kind ist bet 3$ne» in banle Ihnen für Ihr Vertrauen unb werde es zu rechtfertigen suchen," erwidert
tarifs für bie genannten Brennstoffe und ferner für Steinkohlenasche, Steinkohlenkoksasche und Koksklein (Cinbers) allgemein, mithin auch im Versande von ben Seehafenstationen unb bitt» nenlänbischen Umschlagsplätzen, berechnet werden.
— Die Wahlrechtsdemonstrationen. Berlin, 15. Jan. Dem „Verl. Lokalanz." zufolge be- fchloffen bie sozialdemokratischen Organisationen Groß-Berlins von weiteren Demonstrationen vorläufig Abstand zu nehmen. Die nächste findet wahrscheinlich am 15. Februar statt. Es ist eine lebhafte Agitation in Arbeitslosen-Versamm- langen beabsichtigt. — Dasselbe Blatt erfährt, baß gegen bie eine Hälfte wegen Landfriedens- bruchs Anklage erhoben wird. Die Behörden erwägen, ob der Berliner Aktionsausschuß der sozialdemokratischen Partei als Anstifter zur Verantwortung gezogen werden könne.
— Zu dem hohen Diskontsatz bet Deutschen Reichsbank, der ja nun endlich um 1 Proz. ermäßigt ist, also noch immer 6% Proz. beträgt, während die Bank von Frankreich nur einen Diskontsatz von SH Proz. erhebt, schreibt der Pariser „Econorniste Europeen" vom 10. Jan.: „Die Bank von Frankreich hat nunmehr nicht gezögert, dem Handel unter ben mildesten Bedingungen Ärcbtt zu gewähren. Indem sie so Eanbelt, hielt sie an ihrem Grundsätze fest ben Trägern unseres wirtschaftlichen Lebens durch die Mäßigung des Zinssatzes die vorteilhafte- sten Arbeitsbedingungen zu gewähren. Es besteht kein Zweifel darüber, daß unsere Industrie unb unser Handel dadurch ein Uebergewicht über ihre Konkurrenten im Auslände erlangen, da letztere die Last hoher Zinssätze tragen müssen.
— Leipzig, 14. Jan. An bie Witwe bes Professors Hasse ist von bet nationalliberalen Reichstagsfraktion folgende Beileidskundgebung gerichtet worben: „Beim Hinscheiben Ihres hochverehrten Herrn Gemahls spricht Ihnen bie nationalliberale Reichstagsfraktion bie aufrichtigste unb herzlichste Teilnahme aus. Sie wird ihrem langjährigen früheren Mitgliebe dem entschlossenen Kampfer für des Reiches Grüß» unb Einheit, ein dankbares Gedächtnis bewahren. Baffermann. Graf Oriola."
— Aus unseren Kolonien. Gouverneur von Schuckmann meldet unter bem 13. b. M. aus Deutsch-Südwestafrika: Der Bonbel Klrin- Jakobus ist mit elf Mann unb vier Gewehren aus bem Bonbels-Reservat entwichen. Er hat em 3. bs. bie Farrn Außenkehr am unteren Oranje, etwa hundert Kilometer westlich von Warmbad, beraubt unb bas dort stehende Vieh abgetrieben. Die Räuber werden durch Patrouillen verfolgt.
ständigkeit bet einzelnen Bundesstaaten dar- stellen, baß vor allem die Verbündeten Regierungen dagegen Einspruch erheben müßten.
Es liegt in bet Natur der Sache, baß ruhiger benlenbe Politiker ihre Ansicht nicht so provokatorisch äußern als die radikalen Elemente. Wenn bann diese in ihrer Agitation überlaut werden, so erwecken sie in ängstlichen Gemütern oft den Glauben, als ob die von ihnen inszenierte Bewegung eigentlich alle ergriffen hätte, demgegenüber ist es immer ratsam, festzustellen, daß die parlamentarische Vertretung der nicht sozialdemokratischen unbedingten Freunde bes Reichstagswahlrechts für Preußen sich in einet absoluten Bedeutungslosigkeit bet Zahl nach befindet. Das dürfte für einen konstitutionellen Staat von größter Bedeutung sein. Bis jetzt hat sich trotz jahrelanger Agitation eine „Volksbewegung" außerhalb bet Sozialdemokratie nicht inszenieren kaffen. * —. ■ _ . । *_________:
Deutscher Reichste.
Der Reichstag setzte am Mittwoch die Besprechung ber Interpellation Graf Kanitz. betr. den hohen Bank- diskont, fort Abg. Meyer-Kaufbeuren (Ztr.) wandte sich gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Kaempf und bestritt, daß unsere Wirtschaftspolitik eine Mitschuld an der ungünstigen Lage auf dem
Es gelang Ellen schließlich, durch Zureden die Kinderfrau etwas zu besänftigen. Sie fürchtete, daß die Unzufriedenheit bet Leute zu Arturs Ohren bringen unb ihm unangenehm werben könnte. „ „ .
Der lange Sommertag wollte gar kein Ende nehmen. Sie sah Mathilbe, als fie zum Essen hinunter ging. Ein Schimmer unaussprechlichen Glückes lag auf ihrem Antlitz.
„Warum durfte ich nicht sterben I" schluchzte Ellen, als fie iyr Zimmer betrat. „Bin ich den immer oazu verurteilt, zwischen denen, die ich liebe, und ihrem Glücke zu stehen?"
Herbe Bitterkeit erfüllte ihr Hetz. Wer dachte noch an sie, bie geglaut hatte, daß bte Liebe den Tob überdauert! Dort unten wurde getoent und gelacht, unbeschadet deffen, das man sie in einem kühlen Grabe dachte. Alle Menen fie vetgeffen zu haben. Armes, törichtes Menschenhetz!
Und doch täuschte fie fich. Mitten in ihrem Glücke sah Mathilde mit Tränen in ben Augen zu dem Bilde auf und gestand sich, daß sie gern allem entsagen würde, wenn fie dadurch ihre Cousine ins Leben rufen könnte. Und auch Artur gedachte mit Wehmut der Liebe, die ihm entgegengebracht worden war und die et so wenisi zu würdigen gewußt hatte.
Am nächsten Morgen schien die Sonne wieder eben so strahlend in Ellens Zimmer. Diese saß am offenen Fenster, eifrig über ihre Arbeit gebeugt. Sie war selbst erstaunt über die Fortschritte welche sie machte. Früher hatte fie kaum eine Nadel in bie Hand genommen und jetzt nähte fie täglich grobe unb feine Sachen, was gerade vorlag. , ,, ,
„Können Sie mir einige Minuten, schenken Mrs. Moore?" fragte Mathilde eintrdenb. ,, „Ich stehe ganz zu Ihren Diensten," enigeg.
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