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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und de« K erlagen: „Dtrrarrschrr Anzeiger-, „Landwirtschaftliche Keilage" und „Illnstriertra Somrtagsblatt-.
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Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Kirchhain und Wetter sowie bet unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgelds, bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Dlittwoch, 15. Sanitär 1908.
Die JusertiauSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30" Pfennig. — Druck und Verlag: Ioh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr.E.Hitzeroth, Marburg, Markt21. — Telephon55.
43. Jahrg.
Erstes Blatt.
squb tardim?
Man schreibt aus Berlin:
Die gestrigen Straßenkundgebungen in Berlin haben gezeigt, daß die sozialdemokratischen Hetzer erreicht haben, was sie erreichen wollten. Einige Tausend der Teilnehmer an den mittags abgehaltenen Wahlrechtsversammlungen sind, wie es im Jargon des „Vorwärts" heißt, auf die Straße gezogen. Man sah Trupps von halbwüchsigen, unreifen Burschen, die, noch umnebelt von dem Phrasengeklingel der Versammlungsredner, johlend und schreiend durch die Straßen zogen und ihrer Lust am Randalieren und Demonstrieren ein Ziel suchten. Wo aber waren die Führer? WowarendieHerrenBe- bel, Singer, Stadthagen usw.? Diese Herren, die in den letzten Tagen alle ihre Kräfte angespannt hatten, um eine „spontane" Wahlrechtskundgebung zu stände zu bringen? Sie waren wohlweislich zu Hause geblieben, und es ist nicht ihr Verdien st, wenn die Zusammenstöße, zu denen es hier und da gekommen ist, ohne ernstere Folgen geblieben find. Das in jeder Beziehung angemessene, im zegebenen Augenblick energische Verhalten der vchutzmannschaft hat größeres Unglück verhütet. Für das aber, was geschehen ist und vas leicht hätte geschehen können, tragen die sozialdemokratischen Agitatoren die voll Verantwor- t n g. Sie waren natürlich, wie gewöhnlich „weit vom Schuß" und haben wahrscheinlich, irgendwo in sicherem Port sitzend, die Resultate der von ihnen in der Presse und in Versammlungen betriebenen Hetze beobachtet. Insofern erinnert der vorgestrige Sonntag an die Vorgänge in Petersburg, wo das gleichfalls von sozialistischen Agitaoren verführte und betörte Volk sich zu Demonstrationen zusammenrottete «nd mit blutigen Köpfen heimgeschickt wurde. Auch damals hatten die Führer, die eigentlichen Urheber der Kundgebung es vorgezogen, die Probe auf ihre Hetzarbeit — andere machen zu lassen. In Berlin ist, wie gesagt, der Versuch, die Ordnung und Ruhe zu stören und der öffentlichen Meinung den Willen der sozialdemokratischen Führer aufzuzwingen, an der Besonnen- Hett und Tatkraft der Polizeiorgane gescheitert. Das würde ernüchternd und abschreckend wirken, wenn nicht die Hetze im Sinne der sozialdemokratischen Propaganda ungestört und ununterbrochen weiter betrieben würde. So aber ist damit zu rechnen, daß derartige Versuche sich wiederholen und vielleicht noch größeren Umfang
41 (Nachdruck verboten.),
Unter der Maske.
Poman von Lady Georgina Robertson,
(Fortsetzung.)
„Art. r wenn Du das noch einmal tust, reise ich ab," sagte Mathilde, indem sie ihm ihre Hand entzog, „Du vergißt immer wieder, daß ich Dein East bin."
„Ich denke nur daran, daß Du meine ein- tzige Liede bist," rief er aus und seine Worte fielen wie glühendes Blei auf das Herz seines Weibes.
I Mathilde lehnte sich in ihren Stuhl zurück.
« „Artur," sagte sie, „erinnert der Sonnenschein draußen D ) nicht an unseren Aufenthalt in Italien? Ob wohl noch eine Stunde in meinem Leben kommen wird, in der ich nicht an Ellen denke!"
j Er sprang auf und trat an eins der Fenster. I „Ellen!" tief er aus. „Arme Ellen! Nein, Mathilde, wir werden sie nie vergessen. Auch ich denke täglich an sie in tiefem Schmerz und warmer Liebe."
i „Das Herz der jungen Frau schlug hörbar, sie zitterte am ganzen Körver. Großer Gott, wenn sie wüßten, daß sie lebte, daß sie ihnen nahe mar!
i „In Gedanken durchlebe ich die schrecklichen Minuten täglich von neuem," fuhr Mathilde fort. „Wenn ich nachts erwache, sehr ich sie, wie sie damals vor mir stand und mich küßte." „Laß uns nicht mehr davon sprechen," bat Lord Ehesleigh. „Gott weif), ‘ ß ich dem innen Kinde nie wissentlich wehe getan habe, hq habe getragen, was mir auferlegt war, aber tote unschuldige Liebe ist >as Unheil meines hebens gewesen."
Das Unheil seines Lebens! Jene Liebe, die /llen ihm so aus vollem Herzen entgegengebracht
annehmen werden. Unter derartigen Demonstrationen leidet der Verkehr, leiden Handel und Wandel. Es ließ sich überall beobachten, daß am Sonntag die Berliner Geschäfte, die sonst währen der zweistündigen mittäglichen Geschäftszeit regen Verkehr zu zeigen pflegen, gradezu lahm gelegt waren. Solche Demonstrationen bedeuten aber nicht nur eine Störung und Schädigung der öffentlichen Jnteresien, sie sind aucy völlig zwecklos. Denn auf die Entschließung der Staatsregierung und des zuständigen Parlaments werden sie niemals Einfluß ausüben können. Angesichts dieser Tatsache und im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung solcher Straßenkundgebungen erscheint doch die Frage berechtigt, ob das gemeingefährliche Treiben der sozialdemokratischen Agitatoren länger ge» stattet werden k ann oder ob nicht vielmehr im Jnteresie der Allgemeinheit, namentlich auch im wohlverstandenen Jnteresie derer, die der Verführung ausgesetzt find, verlangt werden muß, daß diesen gewisienlosen Elementen etwas schärfer aus die Finger gesehen und ihnen ihr trauriges Handwerk gelegt miri). Das Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei ließ am Freitag vor dem Abgeordnetenhause ein Flugblatt verteilen, das die Aufschrift trug: „Lernt! Ihr seid gewarnt!" Wenn man sich dieses Wort aneignen will, so hat der vorgestrige Sonntag in Berlin gezeigt, daß überall da, wo man die Gefahr der sozialdemokratischen Agitation nach ihrem vollen Umfang einschätzt, der Wahlspruch lauten muß: $eugc vor!
Deutscher Reichstag.
Der Reichstag setzte heute zunächst, nachdem die llebereinkunft mit Belgien und Italien betr. den Schutz an Werken der Literatur und Kunst und an Photographien gleich in zwei Lesungen erledigt, die Debatte über die »en» derung des § 63 des Handelsgesetzbuches fort. Von verschiedenen Setten, u. a. von den Abgg. Singer (Soz.) und Dr. Mugdan (frs. Vp.), wird gegen den vorgeschlagenen Absatz 2 des 8 63 Einspruch erhoben, der den Abzug der gesetzlich an einen Handlungsgehilfen zu zahlenden Kranken- und Unfallgelder obligatorisch macht. Staatssekretär Dr. Rieberding erklärt darauf: Rur ungern haben die verbündeten Regierungen diese Vorschrift, die dem Beschluß einer früheren Reichstagskommisston zuwiderläust in den Entwurf ausgenommen. Aber zahllose Handlungskammern und kaufmännische Vereine haben sich für den Abzug des Krankengeldes ausgesprochen. Diesen Pasius gegen die Regierung auszubeuten, ist also unzulässig. Gegenüber dem Abg. Schack (wirtsch. Vgg.) bemerkt der Staatssekretär, daß der Versuch, das Gutachten der Handelskammern usw. in dieser Frage zu verdächtigen und herab
hatte, die ihm sein Dasein verschönern sollte, hatte sein Leben vergiftet! — Es war ihr nichts Neues, daß er Mathilde liebte, aber noch nie hatte die unglückliche Frau so gelitten, wie in diesen Minuten.
Sie sah mit großen brennenden Augen auf die beiden vor sich, und hätten sie diesen Blick wahrgenommen, so wäre ihr Geheimnis verraten gewesen. Aber sie dachten nur an sich, jene zwei, die sie so heiß liebte und die sie doch fürs Leben getrennt hatte.
Es war unuwglich, feine Gefühle für Mathilde zu verkennen; er versuchte gar nicht, sie zu verbergen.
„Nun liegt alles hinter uns," begann Lord Ehesleigh nach inet Pause. „Wit haben f'ttä unsere Pflicht gegen Ellen erfüllt; letzt müsien wir nur daran denken, daß wir versucht haben, sie glücklich zu machen."
„Wenn ich das könnte," versetzte Mathilde mit einem tiefen Seufzer.
Ellen konnte das nicht mehr ertragen. Sie schleuderte die Fraise von sich und stürzte aus dem Zimmer. Lord Ehesleigh war zu vertieft, um sie zu bemerken und al, Mathilde sich nach dem Geräusch umsah, war sie schon verschwunden. Sie ging direkt nach dem Kinderztmmer; die Kleine mußte ihre-; verwundeten Herzen Trcst geben.
Sie sah die zarte Gestalt über den Korridor laufen und zog sie in ihre Arme.
„Komm' mit mit nach meinet Stube, Schätzchen," sagte sie und Dora wat gleich bereit.
Hier schob Ellen den Riegel vor, setzte das Kind aus eine ) Stuhl und kniete vor ihm nieder.
„Mein süßes, mein geliebtes Kind," schluchzte sie auf, „habe Du mich lieb, jnein Hetz ist gebrochen." - -
zusetzen, durchaus unberechtigt ist un~ von irrigen Voraussetzungen ausgeht. Auch Abg. Carstens (frs. Vp.) ist der Ansicht, daß oie Vorlage keineswegs unsozial wirken wird, sondern einen großen sozialen Fortschritt bringt, bestehenden Zustand hält auch e* für verbesserungsbedürftig, et will aber einen Mittelweg gehen, indem et vorschlägt, den Absatz 2 fakultativ zu gestalten. — Die Vorlage wird schließlich einer Kommission zur weiteten Behandlung überwiesen.
Der Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung des Gesetzes betreffend Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen bringt die von landwirtschaftlichen und auch von tierärztlichen Ver-> tretungen verlangte Revision des Viehseuchengesetzes von 1880/1894. Es soll das im § 6 des bestehenden Gesetzes auf erkrankte lebende Tiere beschränkte Einfuhrverbot auf verdächtige Tiere, auf Seuchenkadaver und auf sonstige Träger von Ansteckungsstoffen ausgedehnt werden. Ferner werden die Vorschriften für Seuchenbekämpfung im Jnlande erheblich erweitert und die Echutzmaßregeln gegen Seuchengefahr umge* staltet und vermehrt. Da gegenüber der moder, nen Entwicklung des Viehverkehrs die repressiven Maßregeln nicht mehr als genügend angesehen werden, sollen der Seterinäipolüei auch präventive Befugnisse gegeben werden (§ 17a). Schließlich wird den Schutzmaßregeln für den Fall einer besonderen Eeuchengefahr eine schär, fere Fassung gegeben und die gesetzliche Anzeigepflicht mehrfach neu eingeführt. Zentrum und Nationalliberale stellen sich bedingt, tie Konservativen in jedem Punkte auf den Boden der Vorlage. Zur Prüfung der mannigfachen Wünsche, die trotzdem von allen drei Rednern geäußert werden, wird Kommissionsberatung empfohlen. Abg. Siebenbürger (kons.) verlangt unverzüglich eine reichsgesetzliche Regelung der Abdeckerei-Privilegien.
Darauf wird die Verhandlung vertagt. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr. Interpellation Graf Kanitz über den Bankdiskont. Novellen zum Viehseuchengesetz und zur Gewerbeordnung.
BF' - . ■■ ■ - - ^=1
Preußischer Landtag.
Erste Beratung de, Etat, im Abgeordnetenhause.
Sitzung vom 13. Januar 1908.
Bei gut besetzt:m Hause und in Abwesenheit der Staatsminister Freiherr von Rheinbaben, Holle Beseler, von luioltte, von Arnim-Criewen und Breitenbach, mit denen eine wahre Armee von Kommisiaren erschienen war, begann am Montag die erste Beratung des Etats.
Der Präsident des Abgeordnetenhauses, vo» Kröcher, der am 12. Januar die zehnjährige Wiederkehr der Uebernahme des Präsidiums hatte begehen können, empfing die Glückwünsche von Abgeordneten aller Parteien des Hauses.
Der Minister der öffentlichen Arbeiten, vo« Breitenbach, gab eine längere Darlegung des
Die Kleine schlang die Arme i n den Hals der Weinenden und küßte sie.
Die Liebe des Kindes war das einzige, was Ellen in ihrer augenblicklichen Stimmung Trost gewähren konnte. Die kleinen Hände streichelten sie so zärtlich, der rosige Mund bot sich ihr immer wiü>er zum Kusie und das süße Plaudern des holden Wesens machte sie glücklich.
„Sage nur einmal „Mama" bat sie und al» Dora das Wort wiederholte, drückte sie ihr Kind fest ans Herz.
Ellen hörte, wie die Kinderfrau „Miß Dora" rief und schickte sie fort.
Einige Minuten später trat Miß Forbe» ein; sie hatte offenbar erwartet, Data hier zu finden und sah sich enttäuscht um.
„Miß Button wird die Kleine wieder bei sich haben," sagte sie ärgerlich. „Sie verzieht das Kind zu sehr."
Ellen schwieg. Sie bedauerte, daß sie nicht das Recht hatte, Miß Forbes zu erzählen^ tote vergeblich ihre Bemühungen um Lord «.hesleiah wären, — daß er mit keinem Gebauten an sie dächte. Und sie freute stH darüber. Sie hätte es nicht ertragen, dH Monika Forbes je etwas mit ihrem Kinde zu tun gehabt hätte.
Sir sah prüfend in das Gesicht, auf dem dir schlechte Stimmung so deutlich geschrieben stand. Monikas Blick begegnete dem ihren.
„Ich nehme an, Mrs. Moore," bemerkte sie, „daß Sie nicht hörten, was ich sagte."
„Verzeihung, ich habe es doch gehört."
„Und weshalb antworteten Eie nicht?"
„Ich hatte nicht zu antworten. Ich weiß nicht, wo Miß Burton sich augenblicklich aufhält und Miß Dora ist bei ihrer Kinderfrau"
„Das hätten Sie gleich sage,: können, Mrs. Moore. Wenn ich offen sein darf, so finde ich, daß Sie Ihre Stellung verkenncu. Eie nehmen sich eisen eigentümlichen Ton mir gegenüber
Standes der Finanzen bei der Eisenbahnoer« waltung. Er erwähnte unter lebhaften H"rt- tufen des Hauses die beträchtliche Ein« nahmevermind:rung von 10 Millionen Mark durch die Fahrkarten- steuer. Hoffentlich werde durch die vom Staatssekretär bereits angekündigte Revision bei Fahrkartensteuer eine günstigere Wirkung erzielt werden. Die allgemeine Steigerung der Löhne und die beträchtliche Verteuerung *■ :t Materialien haben weiter zu dem schlechten Abschluß bei der Verwaltung des Herrn Minister« der öffentlichen Arbeiten beigetragen.
Abg. Frhr. v. Zed»itz (freit.) kam zunächst auf die Wahlrechtsvemonstrationen am vergangenen Sonntag zurück. Diese würden das ''vH« Haus natürlich in seinen Arbeiten nicht beeilt» flussen, es sei notwendig, daß der Minister -mt» liche Mitteilung über den Sachverhalt mache. Zu dem Etat b: ..ertte der Redner es scheine ihm aber, daß die Unterlagen Les Etats teil» unsicher, teils unrichtig seien. Was das Verhältnis Preußens zum Reiche anlange, so müste man dem Reiche geben, was es braucht, dabei werde es ohne Opfer Preußens nicht angeben.
Minister des Innern von Moltte stellte fest, daß die Polizei ?'' .m Demonstrationen ar.r Sonntag an drei Stellen von der Waffe Gebrauch gemacht habe, zwei Schiisie seien gefallen, einer aus dem P: iliku n und einer aus einem Hause in der Ecttraudtenstraße, ein Schutz» monnsrevolver sei nicht in Gebrauch genommen worden, wie überhaupt die Schutzmanistchaft ihre Ruhe und Besonnenheit nicht verloren habe. Die Leitung der Sozialdemokratie aber habe gewissenlos gehandelt, als sie die Masten auf die Straße lockte. D*e Regierung fei fest entschlossen, jeder künftigen Störung der Ruhe und des Verkehr» ';H den äußersten Mitteln entgegen zu treten. , m ,
Kultusminister Holle kündigte in Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten vo« Zedlitz die Einbringung einet Vorlag«, betreffend die Dezentralisation der Schulveru ltung, und ferner einen Gesetzentwurf an, durch de» die Kteisschulinspekt'on in eine hauptarurliche ungewandelt werden soll.
Abg. von Pappenheim (kons.) bezeichnete die Demonstration am Tage vorher al» kindisch. Mit der Dezentralisation der Schulverwaltung seien seine politischen Freunde in geroiffem Sinne einverstanden. In seiner Kritik des Etat« forderte der Redner vor allem eine sachgemäße Vervollkommnung der Betriebsmittel der Eisenbahn und deren Beschaffung aus den laufend-m Mitteln. Er mahnte dringend zur Einsachb-it, auf die in allen Ressorts mit Energie bingeenrft werden müsse. Bei allen Maßnahmen zur 61'n» bessetung der Finanzverhältnisse dürfe man eVt den Föderativcharakter des Reiches nickt »er» geffen. Seine politischen Freunde wv.den bU Einführung direkter Reichssteuetn ablrhnen.
Abg. Dr. Friedberg (natl.) kritisierte in langer Rede die Grundsätze, nach denen der Minister
heraus; Cie misten wohl nicht, daß Sie ein« Dame vor sich haben."
Ellen besann sich. E» wat licht ihr« Cache, Miß Forbes zu zeigen wie völlig fie fi« durchschaute. Sie durste sich keine Feind« machen, die ihre Stellung erschüttern konnte«. Um ihres Kinde» willen mußte sie bescheiden und höflich bleiben. Sie beeilte sich daher, eine freundliche Entschuldigung vorzubnnge» und es gelang ihr schnell, Miß Forbes zu ver« söhnen. .
„Ich habe ja nur bas Jnteresie des ftinb« im Auge/ bemerkte Monika; „nach meinet T« ficht hat Miß Sutton keinen guten Einfluß auf Dora. Die Kleine bedarf einer Wen Leiinng, besonders da ihre Mulhxr auch «in verzogenes, launisches Geschöpf zewestn sein soll! — Wa» war das?"
Mr-, N'crrs Nähkasten war auf dir Srdr
sTfallen. , . _ _ ,
„Nichts," entgegnete Ellen, indem sie sich bückte, um ihre Euchen -aufzuhrben. Eie bit ja so recht in ihrem Urteil über mich, dachte sie. Was war ich denn weiter, als ein verzogenes
Kind! .
„Haben Sie d:. Ahnung, wo Miß Button fein kann?" fragte Monika nach einer Pause
„Nein, ich sehe sie nicht oft. Soll ich ihr, im Falle fie hctkommt, sagen, daß Eie nach ihr gefragt haben?" ,, _
„Um Gottes willen nicht," war die schnelle Antwort. „Es war nur eine müßige Frage. Lord Ehesleigh haben Sie wohl auch nicht
gesehen?"
„Sie vcrgesten, daß ich hier feite» mit Menschen zusammenkomme," erwiderte Ellen, Sie fing an, den Zweck der Fragen z» ''erstehen. Monika wollte offenbar wiste«, e» Mathilde und Loid Ehesleigh während ihr«! Abwesenheit zusammengewesen wäre«. , j (Fortsetzung folgt.), j