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Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwerfitäts Inhaber Dr. L. Hltzrroth, Marburg, Markt21.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain s

am» Beilagen:jitknirifchrr A«k«iger".jaudwirtschoWch» S-iiagr« m» »Alluftrirrt«

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M 5 Dienstag. 7. Januar 1908.

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deutsches vieich.

Das Staatsministerium trat am Samstag Unter dem Vorsitz des Präsidenten Fürsten von Bülow zu einer Sitzung zusammen.

! Abschiedsaudienz des preußischen Ge­

sandten am Vatikan. R o m, 5. Jan. Der Papst hat heute den bisherigen preußischen Gesandten an: Vatikan, Freiherrn v. Rotenhan, der sein Abberufungsschreiben überreichte, in Audienz , empfangen. Der Papst unterhielt sich lange mit dem Gesandten und sprach ihm seine lebhafte

Anerkennung aus.

Der neue preußische Wasserrechtsgeseh« : entwarf, der gegenwärtig einer Begutachtung , durch die Provinzialinstanzen unterzogen wird, i will, wie schon gemeldet wurde, die Institution : der Wasserbüchcr einführen. Sie sollen angelegt : werden 1. für Ströme, d. h. die natürlichen Wasserläufe, soweit sie dem öffentlichen Schiffs- ; verkehr dienen, einschließlich ihrer dem Schisfs- . verkehr nicht dienenden Nebenarme, 2. für * Schiffahrtskanäle, 3. für Hochw asserf Hisse, also i diejenigen nicht zu 1. und 2. gehörenden natür- ; lichsn und künstlichen Wafferläufe, deren Unter- > Haltung wegen der bei ihnen erfahrungsgemäß bestehenden Hochwassergefahr besonders schwierig und kostspielig ist und 4. für Flüsse und Kanäle, deren Unterhaltung aus Gründen eines öffent­lichen oder gemeinwirtschaftlichen Nutzens ge­boten ist. Für alle übrigen Wasserläufe soll die klnlegung fakultati zugelassen werden können. Im Entwürfe selbst ist über die Ausführung dieser Bestimmungen, namentlich über die Ein­richtung und die Führung der Wasserbuche! nichts angeordnet. Es ist aber eine ministerielle Uussührungsanweisung in Aussicht genommen.

Die Stadt Hamburg kann im Jahre 1908 auf ein 1100-jähriges Bestehen zurück­blicken; denn im Jahre 808 legte Kaiser Karl der Große zum Schutze vor den Einfällen der slawischen Völker und der Normanen zwischen Elbe, Ville und Alster die Hammaburg an. Das Jubiläum Hamburgs wird wahrscheinlich an jtinem noch näher zu bestimmenden Tage offiziell gefeiert werden.

Belohnte Tapferkeit. Der Sergeant Köh­ler vom Trainbattaillon in Münster i. W. ist Mit dem Militärehrenzeichen 1. Klasse für her­vorragende Tapferkeit in Südwestafrika ausge­zeichnet worden. Köhler war in dem Gefechte bei Nukais der 9. Batterie zvmeteilt worden. Diese geriet in ein heftiges Gewehrfeuer aus etwa 500 Meter Entfernung, so daß die Batterie starke Verluste hatte und Köhler schließlich das

«Nachdruck verboten.)

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tFort,etzung.)

Der Vorsitzende, Oekonomierat Direktor Dr. Hesse, entbot zunächst den Anwesenden herzlich« Glückwünsche zum neuen Jahr und brachte bona den 60 Jahre alten Mitgliedern des Vereins eie begeistert aufgenommenes Hoch aus. Als neue Mitglieder wurden ausgenommen bte Herren Schlund-Oberwalgern, Ruth-Ellnhausen, Cloor- Moischt, Nau-Hassenhausen, Stehling-Ebsdor^ Schmidt-Ebsdorf und Groß-Goßfelden.

Es wurde dann ein Schreiben des Vorsitzen­den der Casseler Landwirtschaftskammer, Herr« v. Stockhausen, zur Verlesung gebracht, in wel» chem dieser namens des Vorstandes der Land« Wirtschaftskammer dem landwirtschaftlichen Ver­ein für die dem Vertreter der landwirtschaft­lichen Versuchsstation anläßlich des Jubiläum» der Anstalt überwiesene Ehrengabe herzlichra Dank aussprach.

Wefter hat die Zentrale für Spiritusver­wertung mitgeteilt, daß sie bezüglich der in vo­riger Versammlung vorgeführten Spiritus­lampe allen Wünschen entgegenkommen wird.

Der Vorsitzende teilte dann mit, daß der Vor­stand beschlossen habe, mit der nächsten Ver­sammlung int Februar auch wieder den Saat- mar kt zu verbinden. Das Arrangement des­selben würden wieder die Herren Holly, Mat­thäi und Adolph übernehmen. Er knüpfte da­ran den Wunsch, den Saatmarkt mit allen Kräften zu unterstützen und vor allen Dingen auch Kartoffeln auszustellen.

Herr Earteninspektor Huber-Oberzwehren hielt nunmehr feinen angekündigten Vortrag über das Thema:Wie vermögen wir den hei, mischen Obstbedarf durch heimische Ware zn decken?" Er wies anfangs seiner Ausführui» gen auf die Tatsache hin, daß der Obstbedarf von Jahr zu Jahr in Deutschland steig». Nicht nur der Verbrauch von rohem Obst, sondern rach der­jenige, der zur Verarbeitung nötig wttd, ist int Wachsen. Ursache ist der Umstand, daß man immer mehr davon überzeugt wird, daß das Obst ein nahrhaftes und gesundes Na)iungs- mittel bedeutet. Deshalb ist es Erfordernd, den Obstbau in Deutschland so zu heben, daß bte Einfuhr aus dem Auslande vermindert wi^ und dieses Geld der deutschen Landwirtschaft > gute kommt. Ein gutes Mittel, die Vermchrur^ der Ernte herbeizuführen, ist bte Vermehrt»», der Anpflanzungen unb bte gute Behandlung und Pflege der Obstbäume. Durch die ZähluuH der Obstbäume hat man einen Anhalt gem-wu nen, wie es mit dem deutschen Obstbau euent't^ aussieht. Es hat sich ergeben, daß unter de« Obstbäumen sich viele befinden, die diesen Na­men nicht verdienen. Die Obstatten müßen k gewählt werden, daß man auch Abnehmer ba^t findet. Gerade der Kreis Marburg gibt ia dieser Hinsicht ein drastisches Beispiel. Unter den über 300 000 Bäumen befinden sich nämlich nur 92 000 Aepfel-, dagegen 175 0^0 Zwetschen- bäume. Beim Kreis Hünfeld sind es sogar noch

Landwirtschaftlicher Kreisverein.

)( Marburg, 4. Jan.

Trotz bft schneidenden Kälte hatten sich zu der heute int Restaurant Schultz abgehaltenen Neujahrsversammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins sehr zahlreich die Mitglieder aus allen Teilen unseres Kreises eingefunden.

Unter der Maske.

*fc Roman von Lady Georgina Robertson«

Einige Tage später stand Sc**;} Chesleigh in Mrs. Bonders kleinem Garten. Die Vögel schienen ihr lieblicher zu singen, die Sonne Heller zu scheinen; denn die Nachricht, die Jo­hanna Bonder gesandt hatte, war übrr Er­warten günstig. Frau Bird, die Wirtschafterin, wollte mit ihr über die Arbeiterin sprechen und wenn sie gute Empfehlungen angeben konnte, würde sie ihr dieselbe übertragen.

Ellens einziger Gedanke war, daß sie das Haus ihres Gatten betreten und ihr Kind sehen sollte; er erfüllte sie so vollständig, daß alles andere zurücktrat. Erst, als sie ruhiger wurde, trat es ihr vor die Seele, wie groß die Kluft war, die sie selbst ausgerichte hatte. Mochte sie ihre Lieben täglich sehen, täglich mit ihnen ver­kehren, sie war doch völlig von ihnen getrennt.

Dann fiel ihr ein, daß ihre Hände nie wirk­liche Arbeit gekannt hatten; würden sie sich jetzt dafür eignen? Die Liebe mußte ihr Kraft ver­leihen. Sie war ja immer geschickt gewesen und im schlimmsten Falle, wenn man sie nicht gebrauchen konnte, so war sie doch wenigstens erst einntttt ein paar Tage am Ziele ihrer Sehnsucht.

Die Empfehlung, die Mrs. Bird verlangte, konnte nur Miß Rowley ihr geben und sie suchte diese auf mit der Bitte um eine kurze Unterredung. Miß Rowley fühlte sich immer gehoben, wenn jemand ihren Rat forderte pnd sie hörte Ellens einfache Geschichte mit In­teresse an. Diese sagte ihr, sie stände allein in der Welt, habe Mann unb Kind verloren unb

Ausland.

** Vom Deutschtum in Ungarn. Die deutsche Protokollsprache neben der bisher ausschließlich im Gebrauch stehenden ma­gyarischen für die Verhandlungen der Gemeinde­vertretung hat die südungarische Gemeinde Lieb­ling durch einmütigen Beschluß eingeführt. Wieder ein erfreuliches Zeichen für den stetigen Fortschritt der deutschen Bewegung unter den Banater Schwaben!

** Der neue König von Schweden. Stock­holm, 5. Jan. König Gustav erklärte einem Mitarbeiter des , Aftca Bladet", der Beschluß, sich nicht krönen zu laßen sei seiner eigenen Initiative entsprungen. Er halte die Krönung, die irn Grundgesetz nicht vorgeschriebcn sei, für überflüssig, und nicht dem Zeitgeiste entsprechend. Die großen damit verbundenen Kosten hätten einen entscheidenden Einfluß auf seine Ent­schließung gehabt. Der König teilte ferner mit, daß auf seinen persönlichen Wunsch eine weit­gehende Vereinfachung des Zeremoniells bei der

Ach, ich bin so müde!" rief Mrs. Bfd a-c und sank auf einen Stuhl.Den gar,»en Tag will Lady Forbes was von mit. Wenn doch diese Besuche erst wieder abreisen wo llen."

Bleiben die Damen noch lang«?* frag-» Ellen.

Sie werden gewiß so lange wie möglich bleiben, am liebsten wohl für immer. Tenn würde ich aber kündigen. Nur um Mylord den Eindruck zu geben, als drehten sich ihre Gedanken ausschließlich um unser kleines Fräu­lein, hat Lady Forbes ihm gesagt, die Kinder« stube läge nach Osten und wäre ungesund. Ich glaube, sie weiß kaum, was Osten unb Westen ist."

Ellen sah besorgt auf.

Ist die Kleine so zart?" fragte sie.

Bewahre, sie ist sehr kräftig und ich würde wohl die erste sein die es herausf^nde, wenn ihr etwas schaden könnte."

Die ganze Sache ist die," fuhr die Wirt­schafterin fort, daß Miß Forbes weiß, wie Mylord an dem Kinde hängt, durch ihre Sorge für dasselbe will sie sich bei ihm beliebt machen."

Ich möchte die Kleine wohl einmal sehen,* bemerkte Ellen und ihre Stimme zitterte.

Sie ist reizend," entgegnete Mrs. Bird. ,Jn diesen Flügel des Schloßes kommt sie uit, aber ich will schon dafür feigen, daß Sie sie M sehen bekommen."

Wieder war Ellen allein. Und doch schlug ibr Herz freudig. Sie war ihrem Kinde -nah«, sie sollte cs sehen. So wie ihr Leben sich nua einmal gestaltet hatte, wünschte sie nicht» Besseres, als immer in dieser Stellung hier z» bleiben. *

\h (Fortsetz'.!:-) folgt.) j

wollte sich in einem kleinen Orte ein einfaches Heim gründen. Brookton gefiele ihr und sie würde bleiben, wenn sie Verdienst fände. Ob Miß Rowley glaubte, daß sie als Näherin Ar­beit bekommen würde?

Ja, das würde sie gewiß, war die Antwort, eine solche fehlte in ganz Brookton und Frau Amtsrichter Briscoe habe erst neulich gesagt, welch' ein Segen es fein würde, wenn eine tüch­tige Näherin sich hier niederließ.

Darauf erzählte Ellen, daß sie bte Aussicht hätte, jetzt gleich Arbeit im Schlosse zu bekom­men und bat, ob sie sich auf Miß Rowley be­ziehen dürfe, ba ei.w Empfehlung von ihr ge­wiß zwanzig andere aufwiegen würde. Mit dieser Bemerkung gewann sie das Herz ihrer Gönnerin vollkommen und diese versprach ihre Fürsprache, wenn Miß Bird sich erkundigen sollte.

Ehe Ellen den Weg nach Ashbrooke antrat, blickte sie noch einmal tn den Spiegel, um sich zu vergewissern, daß täfle Gefahr vorlag, erkannt zu werden. Nein, es war unmöglich. Niemand würde die schöne, blonde Lady Chesleigh in ihr erkennen, sie konnte ruhig riskieren, selbst ihrem Gatten gegenüber zu treten und mit ihm zu sprechen.

Wenige Stunden später stand sie in der Stube von Mrs. Bird, die sie sehr eingehend musterte. Ihr ganzes Wesen, ihre Höflichkeit gefielen der Wirtschafterin, aber ihr Aeußeres sprach gegen sie. Sie sah so ausländisch aus unb Ausländer waren Mrs. Bird unsympathisch. Trotzdem wollte sie einen Versuch machen, ba sie in Verlegenheit war. .

Sind Sie Witwe?" fragte sie unb Ellen antwortete:

Dann wäre es mir lieb, wenn Sie ganz im Schloß bleiben könnten, bas Hin- unb Hergehen nach Brookton nimmt so viel Zeit weg*

Geschütz allein bedienen, selbst di» Munition herbäholen und selbst richten unb laden mußte.

Die 21. Generalversammlung des Evan­gelischen Bundes findet vom 47. Oktober 1908 in Braunschweig statt. Die Vorbereitungen haben schon begonnen.

Verdiente Strafe. Königsberg (Pr.), 5. Jan. Die Strafkammer verurteilte gestern den Redakteur der hiesigenVolkszeitung", Markwald, Verfasser eines Artikels über das Memeler Nationaldenkmal, des sogenannten Schandsäulen-Artikels, wegen Majessätsbeleidig- ung und Beleidigung des Denkmalskomitees zu einem Jahr drei Monaten Gefäng­nis und sofortiger Verhaftung. Gegen Stellung einer Kaution wurde der Angeklagte jedoch vor­läufig auf freiem Fuß« belassen. Der Mitange­klagte frühere Redakteur Marchienini, bet feit 21. September verantwortlich zeichnete, wurde freigesprochen.

Tsingtauer Siegesallee. Ein alter Kolo­nist, der am 14. November den zehnjährigen Geburtstag der Kolonie Tsingtau mitfeiern konnte, hat auf feinem Grundstück einedeutsch- chinesische Siegesallee" errichtet. Dort stehen neun verzierte Säulen, die auf Vronzetafeln die Namen der bisherigen Gouverneure des Schutz­gebietes, sowie ihrer Stellvertreter und die Jahreszahl ihrer Amtsdauer, wie auch die Na­men ihrer hauptsächlichsten Mitarbeiter tragen. Neun weitere Säulen führen dieselben Angaben von den chinesischen Gouverneuren der Provinz Schantung. DieDeutsche Kolonialzeitung" bemerkt dazu, noch erfreulicher als diese humor­volle Denkmälerstiftung sei, daß Herr Franz Xaver Mauerer in der Ankündigung lagt:Die Errichtung ist meinem aufrichtigen Danibarkeits' gesühl als deutscher Kolonist entsprungen." Sein Gedanke war, den Sieg der deutschen Kultur in Schantung zu versinnbildlichen, die segen­spendend Deutschland unb China für alle Zeiten in Frendschaft verbindet.

Ich werde alles so einrichten, wie Sie es wünschen."

Das ist recht," entgegnete Mrs. Bird. Ich man gern mit höflichen Menschen zu tun haben. Fahren Sie so fort, bann werden wir gut zu­sammen auskommen. Ich werde Ihnen bas Näh­zimmer anweisen, dorthin bekommen Sie auch Ihre Mahlzeiten und Sie können in einem bet Fremdenzimmer schlafen."

Danke," sagte Ellen läse.

Wenn Sie nichts weiter vorhaben heute, können Sie gleich hier bleiben. Es ist eine Partie Tischwäsche zu zeichnen unb mit fehlt jetzt, wo so viel Besuch im Hause ist, bie Zeit, darauf zu achten."

^Jch kann gleich bleiben, ich habe nichts zu versäumen," antwortete Ellen.

Mrs. Bird führte sie in ein freundliches Zim­mer mit dem Blick über den Blumengarten. Stöße von Wäsche lagen auf dem Tisch, bereit, verarbeitet zu werden.

Die Wirtschafterin sagte ihr Bescheid, bat sie zu klingeln, wenn sie etwas bedürfte und ver­ließ sie dann. Zum ersten Male war Ellen in dem Hause ihres Gatten und sie verglich die Gegenwart mit dem, was hätte sein können. Sie hätte dieses selbe Haus als glückliche Frau betreten, hier die Herrin fein können, wenn Artur sie nur lieb gehabt hätte!

Aber sie durste diesen Gedanken nicht Raum geben und sie machte sich mit großem Eifer an ihre Arbeit. Zuerst wurde es sehr schwer, doch war sie sich der Notwendigkeit bewußt, Mrs. Bird Zufriärrnhät zu erringen, daran hing ihre ganze Zukunft. Sie nahm sich nicht Seit, aus dem Fenster zu sehen, oder ihren Gedanken nachzuhängen. Sie arbeitete emsig weiter und als die Wirtschafterin nach einigen Stunden wiederkam, lag schon ein ganzer Hausen Wäsche hübsch gezeichnet fertig.

Reichstagseröffnung ausgearbeitet werde. Der König erklärte schließlich, daß er persönlich nichts besseres wünschen könne, als ein einfaches und sparsames Leben zu führen. Daß dieses Prinzip sich nicht durchführen laße, beruhe auf der präsentativen Stellung des Regenten. Weder dem Lande noch dem Volke könnte damit gedient fein, wenn der König bei offiziellen Angelegen­heiten die internationalen Sitten und Gebräuche außer Acht laße.

** Französischer Einfluß in Abessinien. Der französische diplomatische Agent in Aegypten, Dr. Klobukowski, wurde vor einiger Zeit nach Addis-Abeba entsandt, um dem Negus Mnelik über das Wesen des zwischen Frankreich, Eng­land und Italien hinsichtlich der Interessen dieser Mächte in Abessinien geschlossenen Heber« einkommens Aufklärungen zu erteilen. Nach einer Pariser Meldung hat der abessinische Herr­scher keinerlei Einwendungen gegen das Hebet» einkommen erhoben und haben sich in dem hier­über gepflogenen Meinungsaustausch überhaupt keine Gegensätze ergeben. Die Eesellsch:ft, welche wahrscheinlich schon in nächster Zeit an bte Stelle bet bisherigen Gesellschaft für die Vollendung des Baues bet Eisenbahn Dschi­butiAddis-Abeba und deren Betrieb bilden dürfte, werde französisch sein. Die fron« g fische Regierung werde, wie bisher, auch wei- rhin jeden Versuch ablehnen, der die Jnter- nationalifierung des bereits fertiggestellten Teils dieser Eisenbahn, der sich von Dschibuti bis Harrar erstreckt, zum Ziele haben würde.

** Japaner und Amerikaner. DerBerk. Lokalaim." meldet aus Newyork: In Vancouver ist die Lage sehr ernst. Hunderte von Japanern eilen aus der Hmgegenb nach Vancouver, um ihren Landsleuten für den Fall neuer Untuben beizustehen. 1200 Japaner sind unterwegs von Honolulu. Zusammenstöße werden befürchtet.

** Das persische Parlament und der Schah. Teheran, 5. Jan. Der Präsident des Par­laments, der fein Amt niederlegen wollte, nach­dem der Gouverneur im Parlament mit d:m Tode bedroht worden war, falls er bie Leute nicht bestrafen würde, die auf das Tor des Par­laments geschossen und an den Morden auf dem Artillerieplatze teilgenommen haben, gab nach längerem Zureden seine Absicht auf. Ein Teil der Schuldigen wurde mit Stockschlägen bestraft. Erst heute zerstreuten sich die Verteidiger des Parlamentes vollständig. Obgläch bie Beding­ungen einer Verständigung zwischen dem Par­lament und dem Schah unterzeichnet sind, deutet sich doch jede der beiden Parteien zu ihren Gunsten. Es werden bereits neue Forderungen und Vorwürfe laut.