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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

«ud den Beilage«: Literarischer Anzeiger",Landwirtschaftliche Beilage" undIllustrierte« Kanntagsdlatt".

Man abonniert auf die tägllch erscheinendeOberhessisch« OfW-Die JnsertionSgebübr beträgt für die 7gehaltene Zeile

--re . Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklame« 30 Pfennig. atvtfiw*

J12. 4 Kirchha^» und Wetter sowie beiunsererExpedition -Markt21. __ inAQ Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UnwersltStsbuchbruckerei. vZayrg.

Der Bezugspreis betragt durch die Post 2,25 Mk. (ohne SvNNtaa 5. JüNUar 1908. Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt21. Lekpho» 55. Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk. _________a ____________ _______________________________

Zweites Blatt.

Rückblick und Ausblick.

' Anter schweren Wahlkämpfen hat das Jahr 1907 begonnen. Der nationale Sinn, die natio­nale Tatkraft der Wählerschaft hatten angerufen Merdckn müssen, um im Reichstage eine zuver­lässige Mehrheit zu schaffen. Der Reichskanzler hatte durch seinen Silvesterbrief mit erfreu­licher Entschiedenheit in den Wahlkampf na­mentlich gegen die Sozialdemokratie eingegris- fen. Die Bevölkerung zeigte sich einiger und entschlossener als je, auch gegen den inneren Feind die nationalen Güter zu wahren. Die Wolken, die bei Beginn des Jahres den Horizont verdüsterten, zerstreuten stch: die Schwarzseher waren im Unrecht geblieben.

Mit Mißtrauen wurde dem Zusammentritt des neuen Reichstages entgegengesehen. Der Gedanke einerkonservativ-liberalen Paarung" wurde verspottet. Auf der konservativen Seite war man beunruhigt, weil die Linke mit schier unbegrenzten Ansprüchen an die noch in ihren Zielen völlig im Dunkel liegende Blockpolitik hervortrat. Diese Unruhe wurde auch nicht be­seitigt, als der neue Reichstag seinen ersten kur­zen Sessionsabschnitt hinter sich hatte. Wohl hatte der Reichsanzler die Konzessionen, die er dem Liberalismus innerhalb des sogenannten Blocks zu gewähren zugesagt, festgelegt, wohl hatte er als Grundlinien für die Blockpolitik die völlige Selbständigkeit der Parteien inner­halb des Blocks, ihr gegenseitiges Nachgeben in kleineren Dingen und bei großen nationalen Aufgaben gemeinsame positive Arbeit hinge­stellt. Aber auf der linken Seite der neuen Reichstagsmehrheit gingen die Ansprüche über diese Konzessionen hinaus; man glaubte dort dazu berechtigt zu sein, die Führung der Block­politik in die Hand zu nehmen.

Für den Herbst war die Erfüllung der Zu­sagen des Fürsten Bülow an die Liberalen in Aussicht gestellt worden. Schwierige Belastungs­proben des Blocks wurden erwartet. Wird die Mehrheit zusammenhalten? Das war die Frage, die fast während des ganzen Jahres immer wie­der aufgeworfen wurde. Die Belastungsproben hat der Block bis jetzt bestanden; aber nicht viel fehlte an seinem Zerfall. Trotz seines großen Optimismus schien der leitende Staatsmann an der Möglichkeit, die aus so heterogenenElementen bestehende Mehrheit behufs Unterstützung seiner Blockpolitik zusammenzuhalten, verzweifeln zu müssen. Seinem geschickten Eingreifen aber ge­lang es dennoch, den Bruch zu verhindern und den Block zu festigen.

ßg lNachVruck verboten.)

Unter der Maske.

, Roman von Lady Georgina Robertson.

/ (Fortsetzung.)

/ Am Sonntag kam Mrs. Bonder früh herauf, ym sich zu erkundigen, ob Ellen mit ihr zur Kirche gehen wolle und ob sie ihr einen Platz anweisen solle. Eine freudige Hoffnung durch­zuckte die Verlassene. Lord Chesleigh würde sicher den Hauptgottesdienst besuchen und sie fand dann Gelegenheit, ihn längere Zeit zu sehen. Sie nahm das Anerbieten ihrer Wirtin so dankbar an, daß diese erstaunt über die un­gewohnte Lebhaftigkeit aufsah.

Von Mrs. Bonders Platz aus konnte man hie Familiendenkmäler sehen und Ellens Augen ruhten unverwandt auf der weißen Tafel, die ' ihren Namen trug.

Sie saß unbeweglich, bi» ihre Hoffnung stch erfüllte und ihr Gatte mit dem Kinde eintrat. Sein Kirchstuhl war dem, in welchem sie saß, gegenüber und sie konnte nach Herzenslust beide anschauen. Es fiel ihr auf, wie verändert Artur war, er sah älter aus, und ein tiefer Schmerz und Kummer prägte sich in seinen Zügen aus. Sollte ihr Verlust ihn beküm­mern, fehlte sie ihm? Sie sah seine Blicke oft an der Marmortafel hängen und empfand, daß er dann ihrer gedachte.

Es war ein wunderbares Zusammentreffen, daß gerade an jenem Sonntage der Geistliche über die Ehe sprach und die Pflichten, welche die Gatten gegeneinander hätten. Sie sollten eins sein, die Frau die Gehilfin des Mannes, nicht nur dazu da, um seinem Hause vorzustehen, seine Kinder zu erziehen, sondern ihm zur Seite iu stehen in den höchsten Zwecken des Lebens, in pent Kampfe gegen das Böse, dem Streben nach Vollkommenheit.

' Er war eine klare, einfache Predigt, die Pllen mit Staunen anhörte. Sie sah ein, wie Manche» ste »ersehen hatte. Sie hatte nur an

Bis jetzt ist der Beweis gelungen, daß es bei gutem Willen und bei Entgegenkommen der Parteien auf dem Fuße voller Gegenseitigkeit möglich ist, mit einer konservativ-liberalen Mehrheit auszukommen. Der weitere Verlauf der Reichstagsverhandlungen aber, der die Ent­scheidung über verschiedene wichtige und noch strittige Fragen bringen soll, wird erst zeigen müffen, ob der Block tatsächlich so aktions- und leistungsfähig ist, wie man es im Interesse der nationalen Wohlfahrt wünschen muß. Ohne Sorgen wird man in dieser Hinsicht der Fortsetz­ung der Reichstagsverhandlungen im neuen Jahre nicht entgegensehen können. Als die poli­tische Erux des neuen Jahres muß die Frage der Reform der Reichsfinanzen angesehen werden, die vielfach geradezu als dieR e i ch s f o r g e" bezeichnet wird. Das Eigenartige dieses Pro­blems ist nicht etwa der Umstand, daß kein Geld, kein Reichtum im Volke wäre, daß alles schon zu sehr mit Steuern überlastet wäre und neue Steuerquellen sich nicht aufdecken ließen. Die Schwierigkeit der Lösung der Frage liegt viel­mehr in der großen Zahl der mitbestimmenden Faktoren begründet, deren Anschauungen und Interessen vielfach ganz und gar auseinander- gehen. Und dennoch soll und muß die Reform zustande kommen, über deren unbedingte Not­wendigkeit sich ja Bundesrat und Reichstag völ­lig klar sind. Nur über die Mittel und Wege ist man noch nicht einig, wie man damit glücklich zum Ziele gelangen soll. Wo aber ein Wille vorhanden ist, da wird stch auch schließlich ein Weg aus dem Jrrsal der Meinungen bieten, so­daß es der diplomatischen Kunst des Reichskanz­lers doch gelingen dürste, die nötige Mehrheit im Reichstage für die Annahme der Vorlage zu gewinnen.

Eine andere Frage, deren Lösung das alte Jahr uns schuldig blieb, ist die unerquickliche Krisis im deutschen Flottenverein, die anfangs ein Wiederaufleben partikularistischer Regungen in Bayern befürchten ließ. Diese Sorge hat sich jedoch erfreulicherweise als unzutreffend erwie­sen; denn wie ein nationales Berliner Blatt mitteilt, wird in der bekannten Streitfrage über die Art der Flottenagitation die Ansicht des bayrischen Flottenvereins von dem branden­burgischen Hauptverein geteilt, während die Haltung des Präsidiums von den württembergi- schen, hessischen und pfälzischen Flottenvereinen gebilligt wird. Wenn es also lediglich die Art der norddeutschen Propaganda gewesen ist, die in München Anstoß erregt hat, so kann auf eine baldige Verständigung gehofft werden. Bei etwas mehr Matz in der Art der Betätigung des idealen Strebens auf der einen Seite und bei minderer Hervorkehrung konventioneller Rück-

die irdische Liebe gedacht, den menschlichen Zug des Herzens zum Herzen. Die innere, geistige Gemeinschaft, das Ertragen von Dingen, die schwer, fast unerträglich scheinen, das war ihr nie nahe getreten. Sie beobachtete ihren Gatten von Zeit zu Zeit und las in seinen Zügen Be­dauern und Reue. Auch er mrtzte wünschen, daß sein Leben sich anders gestaltet hätte.

Es rührte Ellen tief, daß Lord Cheslergh nach dem Gottesdienste, als alle die Kirche ver- laen hatten, mit dem Kinde vor die Marmor­tafel trat, die den Namen der Mutter trug. Sie kehrte in tiefen Gedanken in ihr einsames Zimmer zurück; zum ersten Male trat ihr die Empfindung nahe, al» ob sie auch recht gehan­delt hätte. Wäre cs nicht doch bester gewesen, ihren Kummer weiter zu tragen und zu ver­suchen, alles zum Besten zu wenden? Jetzt frei­lich war es zu spät.

An demselben Sonntage kam Johanna Bon­der, um ihre Mutter zu besuchen. Sie fatzte eine Zuneigung zu der Freviden, ging mit ihr durch den Garten und bat Mrs. Bonder, Ellen auftufordern, mit ihnen Tee zu trinken. Diese schloß sich nur zu gerne an; ihr war jedes Wort, welches das junge Mädchen von seinem Leben im Schloff« erzählte, interessant. Es sprach von Lord Chesleigh als dem gütigsten Herrn und wie alle Leute an ihm hingen.

Nach einer Weile sagte Ellen:Es ist doch ein kleines Kind im Schlöffe, bitte, erzählen Sie mir von ihm. Ich habe Kinder so sehr lieb."

Armes Ding," dachte Mrs. Bonder,sie hat gewiß ihr eigenes Kind verloren."

Johanna war dazu bereit, das ganze Haus liebte ja die kleine Dora. Und sie erzählte so viele und niedliche Züge au» drm 2e6en der Kleinen, daß das Herz der armen Mutter fast brach. Alle konnten sich an dem Kinde erfreuen, nur sie war ausgeschlossen.

Als Johanna sah, welch' aufmerksame Zu­hörerin sie batte, wurde sie zutraulicher.

Mein Dienst gefällt mir sehr gut," sagtest«, «aber ich würde ihn doch aufgeben, wenn Miß

sichtnahme auf der andern wird sich gewiß die mittlere Linie finden lasten, auf welcher eine Einigung erfolgen tonn. Das wäre wünschens­wert vor allem um deswillen, damit nicht be­geisterte Freunde der nationalen Bestrebungen von ehrlicher Mitarbeit abgeschttckt werden und dem Auslande nicht wieder Gelegenheit gegeben wird, über den deutschen Michel zu spotten.

Eine besonders üble, das deutsche Ansehen schwer schädigende Erscheinung im Jahre 1907 war der Schmutz, der durch sensationslüsterne Eeschästsjournalistik über weite Kreise unseres Landes ausgegoffen worden ist. Das unerhörte Auftreten Hardens und seines Anwalts vor dem Schöffengericht mußte als ein Schlag ins Gesicht des deutschen Volkes empfunden werden, der unbedingt eine Sühne, wie sie das gestern ge­fällte Urteil ausspricht, erforderte. Wer die Be­richte über den jetzt beendeten Prozeß verfolgt hat, dem wird die ganze nichtsnutzige Tendenz des Angeklagten, sein gänzlicher Mangel an glaubwürdigem Material, die Hohlheit seiner Drohungen klargeworden sein. Damit dürfte das Treiben Hardens hinlänglich gekennzeichnet und lahmgelegt sein.

Auch auf wirtschaftlichem Gebiete hatten stch im Laufe des zu Ende gehenden Jahres Wolken zusammengezogen. Von Amerika her war ein Ungewitter auch über die alte Welt gekommen, das mancherlei Schaden angerichtet hat. Aber nicht mit Pessimismus, der die Tatkraft lähmt, sondern mit Zuversicht, die den Willen stählt, wollen wir uns der hoffentlich bald vorüber­gehenden Unterbrechung unseres wirtschaftlichen Aufschwunges gegenüberstellen. Das deutsche Wirtschaftsleben ist glücklicherweise durch die be­währte Zoll- und Wirtschaftspolitik genug ge­kräftigt, um derarttge zeitweilige Stürme ohne ernstliche Gefahr Überstehen zu können.

Deui.'cheS Reich.

Die Interpellation über die Höhe des Bankdiskonts, die Graf von Kanitz-Podangin kurz nach dem Wiederzusammentritt des Reichs­tages eingebracht hatte, und die vor den Weih­nachtsferien nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden konnte, weil der Reichskanzler nicht in der Lage war, sie damals schon zu beantworten, wird demnächst zur Verhandlung gelangen. Es ist dem Präsidenten des Reichstages mitgeteilt worden, daß der Reichskanzler vom 13. Januar ab bereit fein werde, die erwähnte Resolution zu beantworten.

Zur Krisis im Flottenverein wird gemel­det, daß 13 pfälzische Ortsgruppen durch Ver­leger Lehmann-München ausdrücklich haben Protest einlegen lasten, daß sie mit dem V«r-

Forbes länger dott bliebe. Si« behandelt alle Dienstboten wie Sklaven, verlangt das Unmög. liche von ihnen, ohne jemand ein freundliches Wort zu gönnen."

Macht Lord Chesleigh stch etwas aus ihr?" warf Mrs. Bonder ein.

Ich weiß nicht recht," war die Antwort. Sie ist klug und fängt es schlau an, seine Neig­ung zu gewinnen."

Glaubst Du, daß er sie heiraten wird?"

Wenn es nach ihr geht, gewiß. Sie sucht sein Herz zu gewinnen, indem sie das Kind an sich zieht. Immer hat sie Süßigkeiten in der Tasche, und die kleine Dora läuft deshalb natür­lich immer zu ihr; dann wendet sie sich zu Lord Chesleigh und sagt schmachtend:Ach, wie die Kleine mich lieb hat." Neulich sollte eine ge­meinschaftliche Ausfahrt gemacht werden; Miß Monika erklärte, sie hätte keine Zett mitzu­fahren und lachte so eigentümlich, aber ich durch­schaute sie doch. Sie holte sich das Kind herunter und fing an, ein Kleid für die Pupve zu nähen. Mylord kam herein und war entzückt.Wie gut Sie sind," sagte er.Sie machen meinen Lieb­ling so glücklich."

Johanna erzählte weiter:Miß Monika sagte, indem sie Mylord ansah:Ich habe das Kind ja so lieb." Du kannst mir glauben, Mutter, Mylord freute stch so, daß er nicht mit ausfuhr, sondern sich die ganze Zett mit Miß Forbes unterhielt?

Ist sie hübsch?" kragte Mrs. Bonder.

Das ist Geschmackssache. So hübsch wie un­sere verstorbene Herrin auf keinen Fall. Wenn ich an Lord Chesleigh» Stelle wäre, ich würde ste bestimmt nicht heiraten."

Ellen sah das Mädchen so entsetzt an, daß diese ihre Erzählung plötzlich abbrach. Sie hatte ihren freien Sonntag genoffen und fräs Inter­esse der Fremden ließ sie sprechen, wie ihr ums Herz war. Ellen bemerkte, daß sie nahe daran war, stch zu verraten und machte sich Vorwürfe darüber. Was ging sie es an? In Arturs Leben hatte sie aufgehört, einen Platz zu haben.

halten des Bayrischen Landesverbandes in keiner Weise einverstanden seien Aus Franken wurde derTägl. Rundschau" mitgeteilt, daß in den Kreisen der Mitglieder keinerlei Beun­ruhigung vorhanden gewesen sei. Diese sei nut nachträglich durch die Zeitungspolemik gegen den Flottenverein hervorgerufen worden.

Die Stuttgarter Eemeinderatswahle«. Stuttgart, 4. Jay. Das endgiltige Ergebnis der EemeinderatÄergänzungswahlen hat erge­ben, daß nicht ein Zentrumsmann, sondern noch ein weiterer Sozialdemokrat, somit insgesamt 4 Sozialdemokraten, 3 Mitglieder der Deutschen Pattei, 1 Konservativer und ein Mitglied der Volkspartei gewählt worden sind.

Zur Aenderung der Fernsprechgebühr«»« ordnung. Der Staatssekretär des Reichspostaints hat, wie verlautet, an Vertreter der Industrie^ des Handels, der Landwirtschaft und des Hand­werks zum 7. Januar Einladungen zu einer Be« sprechung wegen Aenderung der Fernsprech- gebühren-Ordnung ergehen lasten. Den Einge­ladenen ist eine Denkschrift mit den Vorschlägen des Reichs-Postamts und deren Begründung zu- gegangen.

Gegen die Schmutzblätter in Bild und Wort ttchtet sich folgende Zuschrift, die bei Post" zugegangen ist:

Das Jahr 1907 geht seinem Ende entgegen, ein neues beginnt, und da möchten wir an ven gesamten, gebildeten, moralisch denkenden rnd fühlenden Teil unseres Volkes die ernste Mahn­ung richten, dirett oder indirekt dazu beiz«, tragen, das Vaterland zu befreien von unseren sittenlosen, tiefentarteten Witz- und satirische« Blättern, die es durch Bild und Wort von Grund aus vergiften. Wir möchten an die Rc gierungen Deutschlands die ernste Bitte richten, mit allen Mitteln gegen diesen Krebsschaden un­serer Nation vorzugehen. Die Gemeinheit in Bild und Wort wagt stch in so dreister Form ungestraft in die Oeffentlichkeit, daß die hierin liegende Gefahr für die Entwicklung unseres Volktums immer mehr mit schrecke-der Deutlich­keit hervortritt. Das Schlimmste dabei ist, daß die treibende Ursache dieses schweren mora­lischen Vergiftungsprozeffes ganz gemeiner Er­werbssinn ist. Dieser Gefahr müffen die Besten unseres Volkes wie ein Mann dadurch entgegen« treten, daß ste die Verbreitung dieser Blatter nicht unterstützen. Es kaufe also niemand diese Blätter; weiter verlange er ihre Entfernung aus den Lesezimmern, Wirtshäusern und Schau­fenstern, in denen sie ausliegen. Die vornehms Preffe brandmarke ihre bildlichen Darstellungen und ihren gemeinen Witz. der fast ausnahmslos nur auf eine sinnliche Roheit schlimmster Art hinausläust. Sie bekämpfe nicht die pclizei« lichen Maßnahmen und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen sie, sondern unter-, stütze die Vehör'en hierbei durch aufklärends

Sie

und

Sie

Und dies Versprechen erfüllte Ellen» Her-; mit unsäglicher Freud«, aij

Weshalb sehen Sie so erstaunt ans?" fragte Johanna. i

Ich fand es nur sonderbar, daß eine Dame in solchen Sachen die Initiativ« ergreift."

.Mas ergreift ste, Mrs. Moore?"i

Ich meine, ein« Dame sollt« warten, bis der Herr um st« wirbt und ihm nicht entgegen­kommen." , , ,

Kaum hatte Ellen die Wotte geautzett, als ihr Eewiffen schlug. Was hatte sie denn getan? Hatte sie nicht Artur geradezu gebeten, sie zu heiraten? Wie durfte sie über andere richten!

Bringen ste die Äleine zuweilen mit?" fragte sie.

Johanna lachte über die naive Frage.Die vertraut der gnädige Herr weder mir noch jemand anders an," entgegnete ste.Die Leute wundern sich immer, daß er ein so kleines Kind mit zur Kirche nimmt; der Grund ist der, daß er stch auch nicht die paar Stunden von ihr trennen kann. Mutter," wandte ste sich an Mrs. Bonder,ich habe noch einen Auftrag von unserer Wirtschafterin. Sie möchte gerne die Adreffe von einer Nähettn wiffen, es ist aller­hand Hausstandswäsche zu erneuern und auch Verschiedenes für Miß Dora anzufettigen." ;

Ein Gedanke durchfuhr Ellen.

Könnte ich mich melden?" sagte sie schnell. Ich möchte gerne ganz in Brootton bleiben, es gefallt mir hier. Wenn ich nur Beschäftigung fSnhe"

Johanna sah sie zweifelnd an.

Tun Sie mir den Gefallen und legen ein gutes Wort kür mich ein," bat Ellen, will auch gerne vafür erkenntlich werden für Sie und Ihre Mutter nähen, was brauchen. Empfehlen Sie mich im Schloß"

Ich will sehen, was ich tun kann? et# widerte Johanna.Sie sollen Bescheid habe«, wie Mrs. Bird darüber dentt." |