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Woas is denn doa»

die alte mit dem Däir der

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solcher von 1 s 6 d füt die englische Gallone er» hoben.

Zum Streik in der Krefelder Seiden-Jn» duftrie. Nach einem in Krefeld eingegangenes Privattelegramm aus Aachen erkannte der Ar» beitgeberverband der deutschen Textilindustrie zu Berlin und Aachen nach genauer Kenntnis» nähme der gegenwärtigen Streiklage in Krefew - die Berechtigung des Standpunktes der hiesigen Unternehmerschaft an und stellte seinem Mit» gliede, dem Arbeitgeberverbande der rheinische» Seidenindustrie, den gesamten Schutz des deut­schen Arbeitgeberverbandes der Textilindustrie voll und ganz zur Verfügung.

Bjiirnsön und die Polensrage. Der nor» wegische Dichter Björnstjerne Björnson hat in einem Briefe an den Polen Kulerski seiner C rüstung über die Preußen Ausdruck gegeben, der von der polnischen Presse ausgebeutet wird und auch in deutsche Blätter leinen Weg gefunden hat. Er schreibt: Ein geschlagenes, unterdrück­tes Volk braucht nicht unterzugehen, so lange es zwei feste Stützpunkte hat: die Religion und den Boden. Aber nimmt man ihm die Mutter­sprache, in der die Religion ihren Anfang nahm, und von der sie genährt worden ist, dann nimmt man ihm auch die Religion. Und bringt man es zustande, ihm zugleich den Boden zu nehmen, dann erst ist das unglückliche Volk dem sicheren Untergange geweiht. Wie ein christliches, kul» turelles ^olf so etwas unternehmen kann, ver­stehe ich nicht. Aber was ich verstehe, ist, daß sich Preußen dadurch die anderen kleineren ger- manischen Völker entfremdet, sich entfernt von jenen Völkern, unter denen es eine Mission der Sammlung hätte. Jetzt rechnet der Erauden- zerGesellige" in einem offenen Brief an Bjor- son geschickt ab, indem er schreibt: Man erkennt Sie, Herr Björnson, in dem Schreiben an den lieben Herrn Kulerski" gar nicht nieder als den doch gar nicht so sentimentalen radikalen Führer der norwegischen Bauernpartei und d:s alle Machtmittel anwendendcn Politikers, der eine von Schweden losgelöste norwegisch-demo­kratische Republik erstrebt und jedenfalls "iel zu der rücksichtslosen Enteignung des greisen Königs Oskar, der schwedischen Königsfamilie und unzähliger Schweden beigetragen hat, dm in dem jetzigen Königreiche Haakons keine An­stellung mehr sind n. In derkalten Revolu­tion" haben Sie und Ihre Eesinnungsgenosien Bedeutendes geleistet:-die Trennung Norwegen, von Schweden ist gelungen und eine Volksab­stimmung die Mehrheit entscheidet auch bei Ihnen in Norwegen! hat die Sonderung ge­billigt. In Preußen würde eine Volksabstim­mung sicherlich ergeben, daß eine Losreißung von Gebietsteilen z. B. durch Polen, die übrigens ihre Unfähigkeit als Nation in der Geschichte bewiesen haben, nicht erwünscht, und daß man ein deutsches Staatswesen haben will, womöglich mit lauter Staatsangehörigen, die wie die Nor­

Ausländische Arbeiter.

Sei dem in den letzten Jahren stark vermehr­ten Andrange ausländischer Arbeiter zur Arbeit in der Landwirtschaft und in den gewerblichen Betrieben in Deutschland haben sich die in Preu­ßen bestehenden fremdenpolizeilichen Vorschrif­ten als nicht ausreichend erwiesen. Die in der Heimatsprache abgefaßten Ausweispapiere der ausländischen Arbeiter sind den hiesigen Behör­den durchgehends schwer verständlich, außerdem führen große Massen von Arbeitern erfahrungs­mäßig gefälschte oder doppelte Zapiere mit sich, wodurch eine ordnungsmäßige Kontrolle wesent­lich erschwert, ja teilweise unmöglich gemacht wird. Begünstigt hierdurch haben unter den ausländischen Arbeitern in letzterer Zeit Unbot­mäßigkeiten, Gewalttätigkeiten und vor allem Kontraktbrüche in bedenklicher Weise zugenom­men, wozu sie vielfach durch gewissenlose, nur ihr eigenes Geschäftsinteresse berücksichtigende Agen­ten verleitet sind.

Die Klagen der Arbeitgeber über diese teil­weise geradezu unhaltbar gewordenen Zustände sind immer lebhafter geworden und haben den berufenen Vertretungen der Landwirtschaft, nämlich dem Königlichen Landes-Oekonomie- kollegium und den Landwirtschaftskammern Ver­anlassung gegeben, bei der Königlichen Staats­regierung wegen der Einführung inländischer, in deutscher Sprache abgefaßter Auswrispapiere für die ausländischen Arbeiter r urstellig zu wer­den. Diesem Vorgehen haben sich namhafte in­dustrielle Verbände angeschlossen.

Nachdem diese Anregung dann auch noch im Nbgeordnetenhause gelegentlich der Besprechung der konservativen und freikonservativen Inter­pellation über den Kontraktbruch ausländischer Arbeiter allseitige Zustimmung gefunden hatte, ist nuirmehr von dem Minister des Innern eine entsprechende Anordnung getroffen, um dadurch, wie es in der Verfügung heißt, die Polizei­behörden instand zu setzen, an der Hand der deutschen Legitimationsvapiere die ausländi-

gewollt. Die gute Stube wäre vermietet und zwischen die Weckbretter könnte man doch keine vornehme Leut setzen. Die gnädig Frau möchte doch die Waar nur weiter bei ihr nehmen, dann wäre schon alles gut." Das ist dann natürlich auch geschehen.---

Ganz anders wie die Mutter der kleinen Adele dachte eine Professorsfrau, die Tochter eines sehr hohen kurhessischen Beamten, deren einziger Sohn aber nicht den Geist seines Groß­vaters geerbt hatte. Karl kam wohl mehr auf den Vater heraus, von dem gottlose Mäuler sagten,E dhet 's Bulwer nit erfinne, wann's nit schont erfunne wär."

Aber Karl war ein guter Junge, der gewiß nie an den sozialen Unterschied dachte, der zwischen ihm und seinem besten Freunde Georg, dem Sohne eines kleinen Handwerkers, bestand. Freilich hatte Karl auch allen Grund, den Standesunterschied zwischen sich und dem Freunde zu vergessen; denn dieser war eigentlich sein Lehrer und nahm alles, was Karl nicht be­griff, nach den Eymnafialstunden noch einmal mit ihm durch. Und das nicht allein, nein, er stand ihm auch sonst bei. Kam's einmal zwischen den Jungen vom Grün zu einer Klapperei, so hieb der weit über sein Alter große und kräftige Georg den kleinen schwächlichen Karl immer heraus. Irgend jemand hatte die beiden ein­mal Goliath und David genannt, und den Na­men behielten sie bei den Kindern.

Aber der Goliath-Georg war, wie alle Go­liathe, etwas plump und ungeschlacht in seinem Benehmen. Seinen reichen Anlagen und seiner großen Herzensgüte fehlte die echte äußere Er­gänzung, die guten Manieren. Freilich wo hätte er sie auch herhaben sollen? Lebte er doch in einer Umgebung, die von den ästhetischen Anforderungen der guten Gesellschaft keine Ahnung hatte.

Die Frau Professor, so viel sie auch sonst auf den guten Ton und auf ein feines Beneh­men gab, fragte aber garnichts darnach, wenn Georg die Beine weit von sich streckte, pch auf

Marburg

Sonntag. 5. Januar 1908.

schaffen können, sollen ausgewiesen und in den dazu geeigneten Fällen über die heimatliche Grenze zurückbefördert werden. Die Ausweisung soll nicht stattfinden, wenn kontraktbrüchige Ar­beiter in das aus der Legitimationskarte sich er­gebende frühere Arbeitsverhältnis zurück- tehtön.

Die Polizeibehörden sind angewiesen, bei Durchführung der Anordnungen zwar mit dem nötigen Nachdrucke vorzugehen, dabei aber alle kleinlichen Maßnahmen zu vermeiden, die zur Erreichung des Zieles nicht geboten find. Mit Rücksicht auf die Neuheit der Einrichtungen sollen insbesondere zunächst in schonender Weise angemessene Fristen für die Beschaffung der Kar­ten an der Arbeitsstätte festgesetzt werden. Ferner sollen die Arbeitgeber über den Zweck der Anordnung belehrt, und auch die Arbeiter, namentlich an den Erenzübergängen, nach Mög­lichkeit über die Bedeutung der Karten und über die Nachteile, welche die Ntchtbeschaffung zur Folge hat, aufgeklärt werden. Ein Zwang zur Kartenbeschaffung soll dagegen an der Grenze und vor dem Eintreffen an der Arbeitsstätte nicht ausgeübt werden.

Wie die Arbeiter durch die Einführung der Jnlandsausweise einerseits zur Aufrechterhalt­ung geordneter Arbeitsverhältnisse einer strengeren Kontrolle unterworfen werden, so sollen die Polizeibehörden ihnen anderseits auch in allen Fällen mit Rat und Tat zur Seite stehen, in denen sie ihre Beschwerden und Wünsche infolge der Unkenntnis der Einrichtun­gen und der Sprache des Landes in einer ihren Interessen entsprechenden Weise zur Geltung zu bringen behindert sind. Hierbei können sich die Polizeibehörden der Mitwirkung und Vermitt­lung der sprachkundigen Beamten der Deutschen Feldarbeiterzentralstelle bedienen. Die Aus­dehnung dieser Vorschriften auf die übrigen ausländischen Arbeiter ist vorbehalten.

Ja, Großmutter," kicherte ich.

Braachst nit zs lache," fuhr da Frau gekränkt fort.Wann merr Kopp nach alle Seire nicke sollt, hält laiwe Gott en Hals gegen«, wai bett Kreisch-

Denisches Kcich.

Stuttgarter Eemeinderatswahl. Stutt­gart, 3. Jan. Bei der gestrigen Eemeinderats­wahl, die zum erstenmale nach der Verhältnis­wahl stattfand, wurden bei starker Wahlbeteili­gung gewählt: drei Nationalliberale, ein Kon­servativer, ein Dolksparteiler und vier Sozial­demokraten.

Eine Erleichterung im Durchfuhrhandel nach Deutsch-Südwestafrika durch die Kapkolonie meldet die D.-Südwestafr. Ztg.: Vom 15. Okto­ber ab ist in der Kapkolonie für die Durchfuhr von Waren über Ramansdrift und Rietfontein nach dem hiesigen Schutzgebiet eine Zollermüßig- ung eingeführt worden. Die Zollermäßigung oder der Durchfuhrzoll beträgt 3 v. H. vom Werte der Waren. Für Spirituosen wird ein Durchfuhrzoll von 3 s und 3 s 6 d, für Weine ein

Die Jnserttonsgebühr beträgt für dir 7gespaltene Zeile

oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. CYrtür/t Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniversitätsbuchdruckerei, Inhaber Dr. C. Hrtzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Aus vergangenen Zeiten.

r Don einer alten Marburgerin.

! Wie traulich und eng gebunden war doch das Leben in Marburg im Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Zwar wußte jeder ganz gen., i, was er wog und bedeutete, hütete "man sich von oben und von unten streng vor einem Ueberschreiten der Standesgrenzen, aber zwischen diesen lag doch eine Art Freiland, auf dem man sich in allerlei herzlichen Bezieh­ungen nahe trat, ohne sich gegenseitig das Ge­ringste zu vergeben.

Dieser Boden freien, wohltuenden An- naherns des Menschen zum Menschen wurde durch die nachbarlichen Familienereignisse, die freudigen und traurigen, durch Begebenheiten im engeren Vaterlande, durch das Weihnachts­fest und den ersten Tag im neuen Jahre gebildet.

Wenn das Christkindchen beschert hatte, dann lief man wohl, von unwiderstehlicher Neugier getrieben, ohne Bedenken in ein hochvornehmes Heim, dessen Schwelle man im Verlauf des Jahres in heiliger Scheu nicht zu überschreiten wagte. So ist es mir erinnerlich, daß ich an irgend einem Weihnachtstage der Einladung eines adeligen Kindes folgte, das sich mir sehr oft näherte und mir damals feine neue schöne Puppe zeigen wollte.

Ganz entzückt von dem Wundergebilde, be­trat ich die Stube meiner Großmutter väter­licherseits, einer Vürgersfrau von altem Schrot Und Korn. Ich erzählte ihr, daß die Puppe Unten und oben zwei Zähnchen habe, daß sie Papa" undMama" rufen und sogar den Kopf nach allen Seiten drehen könne, sogar nach hinten, was ich doch selbst nicht fertig brachte. ' Die Großmutter hörte mir freundlich zu, Hann aber sagte sie entschieden in der Marburger Mundart:So, Kend, hu hoste De die Bobbe tzesieh, nu gift De nit wärre hin. Alleweil kann jtett schon emol en Hopsa mache, sonst awwer halt merr sich an die Stange un happt nit driw- »er mnte, Merr läßt den Seite ihren Respekt

den alten geschnitzten Sesseln räkelte ober sonst ein wenig passendes Verhalten an den Tug legte. Sie war sehr artig gegen ihn, präsen­tierte ihm oft eine Tasse Tee, den er leiden» schaftlich gerne trank, und leuchtete ihm sogar selbst die Treppe hinunter. Natürlich wußte die Frau Professor ganz genau, warum sie das tat.

Da feierte eines Tages Karl seinen Eeburis. tag während fein Vater gerade im Bade weilte. Zu 'diesem Feste lud die Mutter dem Sohn einige Bekannten ein, alles Knaben von erstem Rang, jedoch keiner von ihnen besonders begabt. Ob­gleich Karl, wie es nachher hieß, dringend ver­langt hatte, daß auch Georg eingeladen wurde, so hatte ihm doch die Mutter klar zu machen versucht, dies ginge nicht gut an und wurde den Jungen auch nur in Verlegenheit bringen. Die Freundschaft mit ihm sei wieder etwas ganz anderes, als eine gesellschaftliche Verbindung zwischen Eleichstehenden.-- ,

Goliath ließ David die Kränkung nicht entgelten, die er ihm zugefügt hatte so r:el »er. steckten Groll er auch darüber im Herzen trug. Er wußte ja ganz genau, Karl war unschuldig an der Sache und versetzte eines Tages stolz, al« sich dieser immer wieder entschuldigte:Gott, laß es nur sein, Deine Mutter hat eben nur Dummköpf einladen wollen, no, und dazu gehör ich nun einmal nicht." v

Nach wie vor h7.st Georg dem Freunde, dessen Vaterhaus jedoch betrat er nie mehr, wie sich auch die Frau Professor abmühte, ihn wieder heranzuziehen. Jetzt mußte David zum Goliath kommen in die Stube, worin geschafft, gegessen, geschlafen und Stücke aus Homers^"as und Odyssee" von Georg mit einer Begeisterung deklamiert wurden, daß feine Mutter einmal rief:Heer uff, Heer uff! Woas is denn doas feern Kauderwelsch! Merr mähnt, werscht narrig! ,

Kam Karl lach Hause, dann mußten sein« Kleider in die Luft gehängt werden, solch ein, Dust entquoll ihnen, namentlich in Wintertagen. < Die Frau Professor war ost außer pch, doch roeej

bnbbe."

Was sich gehörte, war der alten Fran in Fleisch und Blut übergegangen. Und das war bei einem großen Teil der Marburger der Fall, die sich nicht überhoben und immeruff dem gläche gerechte Boddem bliwwe."--

In einer höheren Beamtenfamilie in der Untergasse erkrankte das einzige Töchterchen so schwer am Typhus, daß man jeden Augenblick sein Ableben.chtete. Bis weit über die Nach­barschaft hinaus bedauerte man das Kind und die schwergeprüften Eltern. Da erfuhr eines Abends eine Bäckersfrau von einer Bäuerin aus einem nahen Dorfe, der dorttge Schäfer bereite einen Tee, der das Fieber dämpfen und eine sofortige Besserung herbeiführen könne. Ohne sich lange zu besinnen, machte sich die hohe Sech­zigerin auf den Weg. Sie hatte über eine Stunde zu gehen, bis sie zum Schäfer kam und war erst kurz vor Mitternacht wieder zurück. Als sie beim Durchwandern der Untergasse zwar die Türe des betreffenden Hauses verschlossen fand, jedoch noch Licht im ersten Steck sah, machte sie sich auf irgend eine Weise bemerklich und gab den Tee dem herunter geeilten Mädchen ab. ---Ob der sofort gebraute Trank, ob die gute Natur des Kindes eine Wendung zum Besseren herbeiführte? Am Morgen war das Fieber bedeutend gefallen und die Kranke wie­der ganz heiter.

Die Kleine genas auch bald vollständig, und ihre Eltern machten sich eines Sonntags auf, um der Bäckersfrau einen Dankesbesuch abzu­statten. Die ater geriet außer sich über die un­erwartete Ehre und erklärte in erzwungenem Hochdeutsch,nee, nee, jo was hätte sie garnicht

ßechM WM mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und de« Zeilagen:Atrramscher Anzeiger",Ksndwirtschafittche Beilage" ««dIllustriertes Kormtagsblatt".

scheu Arbeiter einerseits besser zu überwachen und zu gesetzmäßigem Verhalten anzuhalten, anderseits ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, falls fie der obrigkeitlichen Hilfe be­dürfen.

Dlll'b die Perfüogna ist an^-oxdnet, haß yom 1. Februar 1908 ab zunächst für die aus Ruß­land und Oesterreich-Ungarn und deren süd­lichen Hinterländern kommenden Arbeiter Jn- landsausweispapiere Arbeiterlegitimations­karten in besonderen, zu dem Zwecke an der österreichischen und russischen Grenze errichteten Erenzämtern der Deutschen Feldarbeiterzentrale zu Berlin auszufertigen sind.

Die Legitimationskarten werden nach einem einheitlichen Muster auf Grund der Heimats­papiere durch sprachkundige Beamte der Deut­schen Feldarbeiterzentrale in deutscher Sprache ausgefüllt und von den für das betreffende Erenzamt zuständigen Ortspolizeibehörden amt­lich geprüft und ausgefeutigt. Für diejenigen Arbeiter, welche es etwa aus Unkenntnis der neuen Einrichtungen oder aus anderen Gründen unterlassen haben, sich an der Grenze die Karte zu verschaffen, ist die nachträgliche Ausstellung an der Arbeitsstelle vorgesehen. Dabei sind für die Erenzkreise und für diejenigen Arbeiter, welche sich bei dem Inkrafttreten der neuen An­ordnung bereits in Preußen befinden, gewisse Erleichterungen zugestanden.

Da die Arbeiterlegitimationskarten stets einen bestimmten Arbeitgeber angeben, so kann der Arbeiter die Arbeitsstätte nur wechseln, wenn die Ortspolizeibehörde die Karte auf den neuen Arbeitgeber umgeschrieben hat. Entsteht über die Umschreibung Streit, so geht die Sache an den Landrat. Dieser hat, soweit erforderlich und möglich, nach Anhörung von Veitrauens- personen, z. V. von solchen der Deutschen Feld­arbeiterzentrale, der Berufsgenossenschasten, ober, sofern es sich um bem Berggesetz unter­stehende Arbeiter handelt, nach Anhörung der Revierbeamten, schleunigst die Entscheidung darüber zu treffen, ob die Karte umzuschreiben ist oder nicht. Der Landrat ist dabei an eine etwa in der Sache bereits ergangene richterliche oder schiedsrichttiche Entscheidung gebunden, im übrigen trifft er seine Anordnungen vorbehalt­lich derartiger Entscheidungen. Die Verfügung spricht die Erwartung aus, daß sich die Land­räte dieser schwierigen und verantwortungs­vollen Arbeit mit besonderer Sorgfalt unter­ziehen und bei Abgabe der Entscheidungen so­wohl die Rechte der Arbeitgeber als auch die­jenigen der Arbeiter in objektiver und aus­gleichender Weise gegeneinander abwägen und berücksichtigen.

Arbeiter, welche, ohne im Besitz der vorge- fchriebenen Legitimationskarte zu fein, in Ar­beit treten wollen oder in Arbeit getreten sind, und sich eine solche auch nachträglich nicht be- un dhout berrneroe der äägene Reppedazion awwer auch nit wieh. Verschdiest De mäch, Kend?"

Erstes Blatt.

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