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(Nachdruck verboten.)

erklärt sich auch jedenfalls das eigenartige Vor­gehen türkischer Behörden gegen unsere Kolo­nisten in Palästina, die den Engländern als Angehörige des mächtigen deutschen Reiches in türkischen Landen sehr unerwünscht erscheinen. Wie groß der Anteil ist, den Deutschland an der wirtschaftlichen Erschließung des osmanischen Reiches hat, geht aus einer Aeußerung des fran­zösischen Politikers Viktor B6rard hervor, der nach Mitteilung der Alldeutschen Blätter sich hinsichtlich der Bagdadbahnfrage folgendermaßen vernehmen läßt:Die beste Lösung der Frage der Bagdadbahn wäre jene, die kurz gespro­chen den Tigris dem englischen, den Euphrat dagegen dem deutschen Einfluß unterstellen würde, während auf dem Chatt el Arab von der Vereinigung der beiden Ströme bis Bassorah die beiden Völker gleiche Rechte besitzen sollten und von Bassorah bi» zur Küste wieder der eng­lische Einfluß beginnen würde. Bei dieser Art Teilung würden sowohl die Interessen der bei­den beteiligten Völker, wie auch die des Sultans am besten gewahrt." Ob es wirklich so kommen wird, dürfte vorerst allerdings stark zu bezwei­feln sein, da gegenüber englischen Wünschen die deutsche Diplomatie sich in Hinblick auf die ma­ritime Ueberlegenheit Englands selten selbstbe­wußt und stark erwiesen hat. Allein auch in dieser Angelegenheit könnte allmählich eine Wendung zum Besseren eintreten.

In dieser Hoffnung werden wir bestärkt, wenn wir uns die Fortschritte vergegenwär­tigen, die von uns immerhin seit den Tagen Caprivis in der auswärtigen Politik gemacht worden find. Denkt man daran zurück, wie düster sich noch zu Beginn des alten Jahres die inter­nationale Lage zeigte, so wird man das Ver­trauen haben, daß es der Reichsregierung auch im neuen Jahre gelingen wird, die deutschen Interessen im Auslande zu wahren und das An­sehen des Reiches auch jenseits der Meere zu er­höhen.

An der Jahreswende.

Zu keinem Tage und zu keiner Stunde des Jahres kommt die dem Menschenherzen innewoh­nende Hoffnungsfreudigkett allgemeiner und unmittelbarer zum Ausdruck als in der Nacht »on Sylvester zum Neujahrstage. All' das, was wir im alten Jahre nicht erfüllt sehen konnten, das erwarten wir vom neuen, und dieser kind- ^liche Glaube ist so mächtig in uns armen Men­schen, daß wir von tiefster Rührung ergriffen werden, wenn die Kirchenglocken uns mit ihren zwölf Schlägen bedeuten, daß wieder einmal ein Zeitabschnitt, den wir Erdgeborenen als Jahr bezeichnen, ins Meer der Vergangenheit hinab­gesunken ist. Selbst über das Gesicht verbissener Schwarzseher huscht etwas wie Freude, wenn der RufProsit Neujahr" an ihr Ohr klingt. Viel­leicht, daß auch auf ihr Dasein im neuen Jahre ein schwacher Schein des Glückes fallen möchte!

Der Gedanke an dasGlück", jenen idealen Begriff, der für jeden besondere Bedeutung hat, pflegt seit ungezählten Jahrhunderten das menschliche Denken in einen Zauberbann zu zwingen, der für einen Augenblick über Kummer und Sorgen hinwegtäuscht..

Auch auf politischem Gebiete spüren wir zu­weilen die Wirkung eines ähnlichen beseeligen- den Glaubens an eine bessere Zukunft. Die ur­alte Sehnsucht der Menschen nach Frieden, die Hoffnung auf ein freundschaftliches Nebenein- anderwohnen der Nationen auf dem Erdball Hat bekanntlich zu.ernstgemeinten Bestrebungen geführt, dieses Aeal zu verwirklichen und einen Weltfrieden herbeigeführen. Allein die Be­schlüsse auf der internationalen Friedenskon­ferenz im Haag haben zur Genüge bewiesen, daß auf diplomatischem Wege wohl eine Milderung der Kriegführung mit all' ihren Schrecken und eine vermehrte Möglichkeit der Beilegung be­ginnender Verwickelung erreicht werden kann, daß aber an eine Ausschaltung der politi­schen Gegensätze, die unter bestimmten Voraus­setzungen doch immer wieder zu kriegerischen Zu­sammenstößen führen werden, in unserem Zeit­alter sicherlich nicht zu denken ist.

i In dieser Auffassung werden wir bestärkt, wenn wir die letzten Vorgänge auf dem Welt- Heater kritisch betrachten und den beschwich­tigenden Erklärungen aus Paris und London weniger Vertrauen schenken. Immer klarer tritt 'es zu Tage, daß unsere lieben Nachbarn im Westen trotz aller friedlichen Versicherungen nunmehr ernstlich ans Werk gehen, den letzten selbständigen Staat in Nordafrtka, das Sultanat

Erscheint wSchentlich sieben mal.

Druck und Berlag' Joh. Äug. Noch, UmverMtSÄuchbruckerck 43. JllhkA.

Marbirrg, Markt SM. Telephon 55.

Marburg

Mittwoch. 1. Januar 1908.

1 mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

" «ud d-u Beilagen: ..Literarischer Anzeiger". ..Kaudwirtschafttrche Beilage" und Illustriert-- KormLagsl,latt".

munteres, lebhaftes Mädchen, Mrs. Sills sprach von ihr als einer ernsthaften, gesetzten Person.

Nur die Herren des Städtchens waren nicht gut auf Miß Rowley zu sprechen und mehr als einer von ihnen wünschte oft im Stillen, die mittelalterlichen Foltern für Lästerzungen fän­den noch ihre Verwendung.

Es war doch gewiß höchst unnötig, daß Miß Rowley gleich berichtete, Dr. Sills habe sehr vergnügt ausgesehen, als er vom Hauptmann Clark kam, dessen Frühstückswein einen Ruf hatte. Und weshalb brauchte sie den Herrn Amtsrichter Briscoe, der tatsächlich das Urbild von Häuslichkeit und Solidität war, immer nur den Don Juan zu nennen, seitdem sie bemerkt hatte, daß er ihrer Butterfrau einmal beim Anfnehmen ihres Korbes geholfen hatte.

Kein schüchterner Jüngling, kein noch so spröder Backfisch konnte irgend welche Bekannt­schaft gemacht haben, ohne daß es Miß Rowleys scharfe Augen bemerkt hätten. Wenn jemand, der ihre Zunge fürchtete, einen Umweg machte, so war es klar, daß er kein gutes Gewissen hatte oder hochmütig war.

Und nach diesem gefährlichen Orte richtete Lady Chesleigh ihre Schritte, um eine kleine Erftischung zu sich zu nehmen.

, Miß Rowley war ausnehmend lievenswür- big. Sie brachte ihrem neuen Gaste selbst die ge­wünschten Biskuittörtchen, veranlagte ihn, ein Glas Limonade zu trinken und rückte den be­quemsten Stuhl zurecht. Dann schien ihr die Zeit gekommen, um Fragen über dasWoher" undWohin" zu stellen. Jeder Klatsch lag Ellen fern und sie fiel Miß Rowleys Neugier gleich zum Opfer.

..Sie sind fremd hier," begann dir Dame, das bemerkte ich gleich. Werden Sie längere Zeit in Brookton bleiben?"

Einige Wochen," entgegnete Ellen zaghaft.

Und habe» Sie schon eine Wohnung ge-

Unter der Maske.

V Roman von Lady Georgina Robertson.

t' (Sortierung.)

Brookton war ein freundliches, kleines Landstädtchen mit einer alten Kirche, an deren Mauern Efeu sich emporrantte. Grüne Hügel umgaben den Ort und ein Fluß belebte die hegend.

> Durch die Hauptstraße, die mit Linden be­standen war, ging Lady Chesleigh. Ihr Herz ischlug hörbar, sie war nicht imstande, einen ^uhigen Gedanken zu fassen, nur das eine emp­fand sie klar, daß sie in der Nähe der Ihrigen iwar. Jeden Augenblick konnte der Wagen aus Äshbrooke vorbeifahren, vielleicht trennten sie snur wenige Minuten von dem Anblick ihres 'Kindes.

:) Mitten in der Hauptstraße stand ein Haus, .über dessen Türe ein Schild mit der Inschrift: 'Konditorei von Anna Rowley" hing. Im Schaufenster standen zwei Vasen mit frischen .Sträußen zwischen Gläsern mit allen Arten Back- tverk und Süßigkeiten. Drinnen im Laden sah Man das Wasser einer kleinen Fontäne in ein Marmorbasfin plätschern, bequeme Sessel und .Divans lud-m zum Verweilen ein und alles machte einen äußerst sauberen Eindruck.

i Die Damenwelt Brooktons verbrachte hier manche Stunde und die Lästerzungen nannten das hübsche Lokal ein Klatschnest. Jedes Ge­rücht, jede pikante Neuigkeit war auf Mch Rowley zurückzuführen. Sie hatte ihre eigene Art, mit den Menschen zu verkehren. Erzählte sie frommen, alten Damen eine Geschichte, so war dieselbe in der Ausdrucksweise völlig der Stimm­ung angepasst. Dagegen konnte fie sehr witzig ünd sarkastisch berichten, wenn ihre Zuhörerin- »en selbst eine spitze Zunge hatten, während

Marokko zu erobern. Zwar isterobern" ein. starker Ausdruck, der die französischen Diplo-f maten, die offiziell noch immer von derfried­lichen Durchdringung" des scherifischen Reiches sprechen, sehr unangenehm erscheint, jedoch er wird der Wahrheit recht nahe kommen, zumal wenn man bedenkt, daß, nachdem Mr. Drude aus Gesundheitsrücksichten" mit dem Orden der Ehrenlegion geschmückt, den Oberbefehl nieder­gelegt hat, sein Nachfolger über größere Trup­penmengen und jedenfalls auch über weiter­gehende Vollmachten verfügen wird. Wenn sich aber General Damade, derneue Herr", na­türlich sehr gegen seinen eigenen, friedlichen Wunsch zu kriegerischem Vorgehengenötigt" sehen sollte, so wird auch dann nicht vonEr, oberung", sondern nur vonPazifizierung" Ma­rokkos verlauten; denn die freundliche, stets hilfsbereiteMarianne", die erst jüngst durch Vermittelung Pariser Pfandleiher dem notlei­denden Finanzen Abdul Asis' etwas aufgeholfen hat, wird es als ihreselbstverständliche Pflicht" ansehen, dem legitimen Herrscher des letzten Maurenreiches, der erst in diesen Tagen wieder eineAbfuhr" seitens des wahrscheinlich in französischem Solde arbeitenden Nebenbuh­lers Muley Hafid erlitten hat, zum Siege zu verhelfen. Zum Danke für die Wiederbefestig­ung seines wackeligen Thrones wird Sultan Ab­dul Asis freilich einige seiner wichtigsten Herr­scherrechte an diehülfreiche Marianne" ab­treten müssen, sodaß er, vielleicht schneller, als man denkt, zu einer ähnlichen Paradesigur, wie der Bey von Tunis oder der Khedive von Aegypten degradiert werden dürfte. Mit der Oberherrschaft" über Marokko jedoch dürsten die französischen Pläne ihre Grenze noch lange .nicht erreicht haben. Diese gehen weiter auf Her­stellung eines geschlossenen afrikanischen Ko­lonialgebiets, dem man auch die Gründung Kö­nig Leopolds von Belgien, den Kongoftaat, über den z. Z. so eifrig zwischen Brüssel und Pari» hin und her verhandelt wird, hinzufügen möchte. Was wohl John Bull zu diesen weitschauenden Plänen sagen mag, die jedenfalls eine Inter­pretation der englisch-französischen Entente dar­stellen, auf die in London nicht gerechnet worden ist!

Nicht weniger Aufmerksamkeit erregen die Vorgänge in Persien, die zweifellos auf den Interessengegensatz zwischen England und Ruß­land zurückzuführen find. Wie die Krisis im Reiche des Schahs noch enden wird, ist darum vorläufig noch nicht abzusehen. Daß in der Orientpolitik heute mehr, denn je Albion seine Ansprüche geltend macht, wird auch durch verschie­dene andere Anzeichen bestätigt. Besonders un­bequem scheint dabet den Engländern der wirtschaftliche Einfluß zu sein, der von deutscher Seite auf die Türkei ausgeübt wird. Daraus

Erbprinzessin zusammen gewesen. Ob an diese« Abend über den schwebenden Prozeß gesprochen worden sei, könne er nicht sagen. Am folgende» Tage sei zwischen Harden und der Erbprinzessio» über Hohenau gesprochen worden. Die Erb­prinzessin habe ihr Bedauern, Erstaunen und ihre Ungläubigkeit über dessen angebliche Ver­fehlungen geäußert und ungefähr hinzugefügt, daß solche Dinge wohl bis in die höchsten Kreise hinein vorkämen, wie man wisse, liebet Sinn und Zweck der Artikel habe Harden ihm nichts Erhebliches mitgeteilt. Schweninger ist erstaunt gewesen, als im Mai die Hetze gegen Harden be­gonnen habe, und er habe sich gefragt, wo Har­den beleidigt haben sollte, als er den Artikel nochmals gelesen h'be. Zur Freisprechung habe er ihn telegraphisch beglückwünscht. Frau von Elbe habe er seines Wissens im Jahre 1900 in Lichterfelde kennen gelernt, 1902 und 1903 fei fie öfter gekommen, eingeladen und uneinge­laden. Die Gespräche feien allmählich fehl ver­traulich geworden und hätten sowohl ärztliche Fragen, roi) eheliche Zerwürfnisse, betroffen. Von Trionalvergistung habe er nichts mehr be­merkt. Von einer schweren Erkrankung der Gräfin in den Jahren 1898 und 1899 habe ex aus ihren Erzählungen Kenntnis erhalten. Seiner Ueberzeugung nach habe Frau von Elbe zu viel gedoktert. Als er fie kennen lernte, hielt er ihre Gesundheit im allgemeinen für fest. Die Ursache der von ihr mitgeteilten Er­krankung könne teilweise die eheliche Nichtbefrie« digung gewesen sein, nicht lediglich Trionalve» giftung. In diesem Sinne glaube er sich zu Har­den geäußert zu haben. Im übrigen gebe er z«, «daß seine Erfahrungen über Trionalvergistung | ziemlich gering seien. Er halte sie nicht für hy­sterisch. Ihre Darstellung sei klar, ruhrg, kalt und gehalten gewesen und für eine in einen s» schwierigen Prozeß verwickelte Frau ungewöhn­lich verständig und sicher e.bgegeben worden. Soweit er sich erinnere, habe Frau von Elbe ihm gelegentlich Mitteilungen über das Ehelebe» gemacht. Sie habe erzählt, daß ihr Gatte sie gekniffen habe. Sie könne auch gesagt haben, daß er sie geschlagen habe. Sie habe ihm dre Streitigkeiten mit ihrem Gatten stets in bet Weise dargestellt, daß er daraus schließen mutzte, ihr Gatte trage allein die Schuld an den Strer» tigkeiten. Er wisse genau, daß die Gräfin sich ihm gegenüber über die blauen Stellen beklagte, die von Mißhandlungen ihres Gatten herrühren sollten. Betreffs des Verhältnisses des Grafe« zum Fürsten Eulenburg habe sie gesagt: Der Graf hat den Fürsten mehr lieb wie mich. Ihm übrigen seien ihm Gerüchte über angebliche per­verse geschlechtliche Neigungen im Kreise des Fürsten Eulenburg schon zu Lebzeiten Bismarcks zu Ohren gekommen. Der Name Moltkes sei bei diesen Gerüchten nicht erwähnt worden. Tat- achen in dieser Richtung wisse er nicht. Er per- önlich hatte den Eindruck, daß Moltke ein süß- icher, weibischer Mann sei; ein Eindruck, der eines Wissens in Schlesien und in der Bekannt- chaft von Schweningers Frau geteilt wurde.

einer schlichten geraden Natur die einfachen Tatsachen berichtet wurden.

Langsam ging Ellen weiter, sie kam in stil­lere Straßen, das Eeschäftsleben blieb zurück, die Häuser standen vereinzelt, und endlich stand fie draußen, rings umher Felder und Wiesen, die Vögel sangen, die wilden Blumen blühten zu ihren Füßen. Der Zauber der Heimat kam über fie, fie setzte sich an den Rand eines Klee­feldes und weinte bitterlich. Nie wollte sie England wieder verlassen, in welchem Teil des Landes sie auch weilen mochte, so einsam wie bisher konnte fie sich nicht fühlen.

Als die Sonne sank, fühlte sie Hunger und Müdigkeit. Es war auch Zeit, sich nach einein Unterkommen für die Nacht umzusehen. So wanderte Ellen wieder in die Stadt zurück, von neugierigen Blicken verfolgt, denn Fremde ver­irrten sich selten nach Brookton.

Miß Rowley regierte in ihrer Weise die Stadt. Sie wußte jedem eine Anstellung zu vermitteln und führte immer eine Liste über die Dienstboten und Hausoffizianten. Dabei war sie eine stattliche hübsche Person, welche ihrem Geschäft mit Eifer vorstand und nie unterließ, ihren Kunden interessante Neuigkeiten vorzu­setzen.

Mrs. Briscoe, die Frau des Amtsrichters, und Mrs. Sills, die Gattin des Arztes, sprachen immer mit Herablassung von ihr, und konnten doch ihre Erzählungen so wenig entbehren, daß fie jeden Tag einen neuen Vorwand fanden, um die-Konditorei zu besuchen.

Die Damen saßen an kleine« Tischchen, vor sich eine Tasse Schokolade oder ein Glas Giyio- nade und Miß Rowley ging von einer zur an­deren und gab als Zutat das, was mehr geschätzt wurde, als die leiblichen Genüsse.

Mrs. Driscse war heiter, Mts. Sills mehr ernsthaft. Mit jener lacht« Miß Rowley, mit dieser seufzte sie. Mrs. Briscoe nannte sie tltl

funden? Ich könnte Ihnen sonst eine «ach- weisen. ,, ,

Ellen war sehr erfreut über das Anerbieten;, dann erinnerte sie sich der Rolle, die sie spielt» und sagte, daß ihre Mittel ihr nur ein kleine» Zimmer erlaubten.

Das war ja gerade, was Miß Rowle, meinte. Sie sah forschend in das Gesicht der Fremden. Das einzig Schöne war der Mund, dessen sein geschwungene Linien auf ein jugend­liches Alter deuteten.

Andere Gäste traten ein und nahmen Miß Rowleys Aufmerksamkeit in ornfpni<fi Ellen beobachtet« sie und faßte b - ~ *, sich bei

ihr nach den Ashbrooke: . ' . n zu er-

kundigen. Aber wie sc ; . as anfangen? Würde ihre Stimme nicht dio Bewegung ver­raten, die bei dem Gedanken an ihren Mann, an ihr Kind sie durchbebte?

Als Miß Rowley wieder zu ihr kam, um ihr noch Backwerk anzubieten, fragte Ellen:Ist Brookton eine große Stadt?"

Nicht groß, aber sehr vorrchm" war dr« Antwort. .....

Wohnen einige von den Adelsfamrlre» hier?" fragte Ellen weiter.

Miß Rowley strahlte. Hier war doch jemand, der sich für ihre Erzählungen interessierte.

Brookton gehört zum großen Teil Lo» Chesleigh," erwiderte fie.Sein Gut Ashbrooke liegt nicht weit von hier."

Ellen war außerstande, ein Wort zu spreche«. Schon die Nennung des Namens, den auch fie trug, brachte fie um ihre Fassung. Miß Rowle, bemerkte ihre Erregung nicht, sondern fuhr fort:Ich habe die Lieferungen für seine, Haushalt und et spricht öfter vor. Leider hat er großen Kummer."

Ellen fühlte, daß fie bleich wurde. Er »>« in Sorge was konnte es sein? Großer QM« wenn das Kind krank wäre! . ~~

(Fortsetzung folgt),

Prozeß Harden.

Berlin, 30. Dez. Die Verhandlung be­ginnt mit der Verlesung der eidlichen Nernehm- und Schweningers und dessen Gattin. Schwe- ninger erklärte, er habe Moltke anfangs der achtziger Jahre, wie er glaube, beim Ober- tribunalrat Halberger kennen gelernt und ihn seitdem sehr selten gesehen. Er habe gegen Moltke in keiner Weise feindliche Eestnnungen. Harden glaube er 1833 in Varzin kennen ge­lernt zu haben. Aus der ersten Begegnung ent­wickelte sich ein sehr freundschaftlicher Verkehr. Seit drei bis vier Jahren dutze er sich mit Har­den. Bei zwei Besuchen sei die Erbprinzessio« von Meiningen zugegen gewesen, die damals in Schweningers Behandlung geweien sei. Harden sei bis 10 llhr abends mit Schweninger und der

Zweites Blatt

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