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16. Jahrg.

1911.

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"

Erstes Blatt.

Die Persische Frage.

Man schreibt uns:

Daß ' es mit Persien einmal so kommen würde, wie es Hetzt geschehen ist, hat man bereits seit einer langen Reih« von Jahren in der öffentlichen Meinung Europas als wahrscheinlich bezeichnet. Bei einem Lande wie Persien, wo dem Volke und den »deren Schichten wie auch dem Königshaus« so gut wie alle Eigenschaften abgehen, die zur Schaffung und Erhaltung eines starken Staates notwendig sind, bringt es die Logik der Dinge mit sich, daß ein Stärkerer oder deren mehrere in einem solchen Lande -kein handelndes Subjett mehr sehen, sondern lediglich ein Objekt ihrer Ausdehnungsbestrebungen. Wie gesagt, das hat wohl im Grunde niemand be­zweifelt, und es ist deshalb nicht ganz erklärlich, wenn heute in einem Teil« der deutschen Presse laute Klagegesänge über das Schicksal Persiens ertönen. Eine Benachteiligung des Deutschen Reiches liegt in dem rusiischen Vordringen nach Persien hinein nicht. Wir haben durch das Potsdamer Abkommen mit Rußland uns gesichert, und gerade der Wortlaut die­ses Abkommens ließ gleich mit Sicherheit darauf schließen, daß die deutsche Regierung vorausgesehen hat, wie die Dinge laufen würden. Die deutschen Interessen in Persien sind bekanntlich zurzeit nicht groß. Es ist im Laufe der letzten Jahre auf An­regung oder mit Unterstützung der deutschen Re­gierung der Versuch mit einer Anzahl von Unter­nehmungen deutscher Häuser gemacht worden. Alle blieben ohne Erfolg und das ständig wiederkehrend« Urteil war: es sei dort absolut nichts zu machen. Das mag nun wenn, ja, wenn einmal die persische .Bahnbauten vollendet sind, bester werden.....Für

diesen Fall aber haben wir fe tut Potsdamer Ver­trage Vorsorge getroffen. Daß Rußland später Persien, und zwar in seinem nördlichen Teile, durch seinen Handel ausfüllen wird, ist ausgeschlossen, und was den englischen Handel betrifft, der vom Per^-- schen Golfe hinaus geht, so werden wir nach der geographischen Lage der Dinge auch dies« Konkurrenz nicht zu scheuen brauchen. Freilich, die Bahnen müssen erst gebaut fein.

Es kann wohl schwerlich einem Zweifel unter­liegen, daß, nachdem jetzt Rußland den nördlichen Teil Persiens zu verschlucken begonnen hat, England dasselbe mit dem südlichen tun wird. Was die mittlere, sogenannte neutral« Zone Persiens betrifft, so dürfte England hier seine Stellung am Persischen Golfe unter allen Umständen geltend machen, während Rußland anderseits wohl versuchen wird, von Norden möglichst tief in jene mittlere Zone einzu­dringen. Wie schnell ober wie langsam diese Ent­wickelung geht, läßt sich nicht sagen, für sicher muß man aber halten, daß die Belastungsprobe des russisch-englischen Abkommens vom Jahre 1907 eine immer größere werden muß. Jetzt ist sie schon so groß, daß zahlreiche englische Politiker sagen: die großbritannische Regierung treibe eijte Politik in Persien und hinsichtlich Persiens, die den groß- britannischen Interessen tatsächlich zuwiderlaufe. Rußland habe jenes Abkommen längst verletzt und arbeite ständig auf Kosten Englands in Persien weiter. Die großbritannische Regierung blicke aber bei allem, was sie tue und laste, wie hvpnotistert auf Deutschland und fürchte nur, daß das Einverständnis mit Rußland Persiens wegen in die Brüche gehen könne.

Wir können die Entwicklung dieser Dinge mit einiger Ruhe abwarten, müssen aber mit aller Auf­merksamkeit- beobachten, wie die beiden alten Gegner und jetzt künstlichen Freunde sich langsam näher auf den Leib rücken.

Der Krieg um T ipolis.

Nom, 28. Dez. Di eAgenzia Stefani" mel- I det aus Benghast vom 27. Dez.: Aus zuverlässi­ger Quelle stammende Nachrichten geben die Verluste des Feindes während der Weihnachts­tage auf über 500 Verwundete an, unter denen sich auch einige Führer befänden. Ein Geschütz sei unbrauchbar gemacht worden; einige Stämme verließen das türkische Lager.

Tripolis, 27. Dez. Ein Araber, der aus Accara in der Nähe von Birtobras zurückkehrte, erklärte, die Araber hätten beschlossen, die ita- I lienische Fahne aufzuziehen, sobald die Ita- I lt enet sich der Ortschaft näherten. Tatsächlich I gaben die Araber, sobald sie die Italiener be- I merkten, Zeichen, daß sie sich unterwerfen woll- 1 ten. Als die Türken dies erfuhren, seien sie mit I anderen Arabern in das Dorf eingedrungen, I hätten mehrere Männer, Frauen und Kinder I getötet und die Ueberlebenden zerstreut. I

Konstantinopel, 28. Dez. DerSabah" I l»Mge hat die französische Regierung auf die I *>« der Pforte wegen der Besetzung Djanets un- |

1 ternommenen Schritte erwidert, Frankreich habe I die Oase durch Gendarmerie besetzen müssen, um I dem Räuberunwesen in der Nähe der tunesischen I Grenze vorzubeugen, da die ^iirkilchen Truppen, I die sich in der Umgebung der Oo.se befanden, sich I in nördlicher Richtung entfernt hätten.

Deutsches Reich-

I Reujahrsempsang beim Kaistr. Wie alljähr- I lich am Neujahrstage und Katsersgeburtstage, so I versammeln sich am bevorstehenden 1. Januar die I 23 kommandierenden und die ihnen gleichstehenden I Generale und Admirale in Berlin. An diesem Tage I findet im Rittersaale des Schlosses ein Empfang der I General« statt: nach Beendigung desselben begeben I sie sich zurGroßen Parole" in das Zeughaus. Bei I diesem Empfange findet eine Besprechung über die letztjährigen Kaisermanöver, über besondere Vor­kommnisse in Heer und Flotte und über bevorstehende Neuerungen und Aenderungen statt. . Die früher üblich gewesene Ansprache an den Kaiser durch den rangältesten General ist seit dem Tode des General­feldmarschalls Grafen von Moltk« in Fortfall ge­kommen. Am 2. Januar sind die Generale Gäste des Kaisers im Elisabethsaale. Seit der letzten Ver­sammlung am 27. Januar 1911 erscheinen neu in ihre Stellung berufen die kommandierenden Generale Sixt von Arnim (4. Korps), von Strantz (5. Korps), von Pritzelwitz (fi. Korps), ferner die Inspekteure der Feldartillerie, General der Artillerie Lauter, der Präsident des Reichsmilitärgerichts, General der Infanterie Graf Kirchbach und der Chef des Admiralstabes, Vizeadmiral von Heeringen. Von den gleichfalls befohlenen 24 Kommandeuren der­jenigen deutschen Regimenter, deren Ehef der Kaiser ist, haben einige diese Stellung gleichfalls neu er­halten., Zum ersten Male erscheint der Kommandeur bes. Grogherzoglich Mecklenburgischen Füsilier­regiments Nr. 99, dessen Ehef der Kaiser feit dem diesjährigen Kaisermanöver ist.

Verliehen. Berlin, 28. Dez. DerKreuz- ! zeitung" zufolge fand im Landwirtschaftsministe­rium für den scheidenden Oberlandstallmeister Graf Lehndorff eine Abschiedsfeier statt, bei der der Minister v. Schorlemer dem Scheidenden den Roten Adlerorden erster Klasse mit Brillanten überreichte.

Bom Prinzregenten. München, 28. Dez. Heber den Gesundheitszustand des Prinzregen­ten wird heute vormittag berichtet: Das Befin­den hat sich noch wenig geändert. Der rechte Fuß bedarf noch sehr der Schonung, da er bei einer Bewegung erhebliche Schmerzen verur­sacht. Das Allgemeinbefinden ist gut.

Jatho ohne Saal. Köln, 28. Dez. Sämt­liche Saalbesitzer in.Köln verweigern für die Jathovoriräge ihre Säle. Die evangelisch-libe­rale Gemeinde ist jetzt an die Stadtverwaltung herangetreten zwecks Mietung eines Saales im Gürzenich. Die Stadtverwaltung lehnte aus prinzipiellen Gründen die Gewährung dieser Bitte ab.

Der Diktator Freisinn. Die Einigung der Nationalliberalen und Freisinnigen im Eraß- herzogtume Hessen ist nun doch gefcheicrrt. Der Freisinn hatte verlangt, die nationalliberale Parteileitung in Berlin wie in Hessen solle er­klären, die Kandidatur Dr. Becker in Alzey- Bingen sei keine nationalliberale. Nachdem die hessische Landespartei diese Erklärung abge­lehnt hatte, forderte der Freisinn, sie solle von den Nationalliberalen im Wahlkreise Alzey- Bingen die Zurückziehung Dr. Beckers verlangen und den fortschrittlichen Kandidaten unter­stützen. Auch dieses Verlangen wurde abgelehnt, da statutengemäß nur die Wahlkreisorganisa- tion für diese Frage zuständig ist. Diese Versuche die Rationalliberalen zu bevormunden sind klassisch.

Streit um die Kongoinseln. DerTemps" hat die Frage angeschnitten, wem die Kongo­inseln nach dem Abkommen zufallen sollen und forderte eine Klärung der Sachlage. Die Ange­legenheit wurde von Organen des Kolonial­konzerns aufgegriffen und als hochwichtig be­handelt. Sie erklären, die Zuteilung der In­seln an Frankreich als Vorbedingung für die Er­ledigung der ganzen Kompensationsfrage. In maßgebenden Kreisen ist man ruhiger und glaubt, daß entweder eine Erenzregulierungs- kommission oder ein Schiedsgericht die Ange­legenheit ohne Schwierigkeit regeln werde.

Aus!and.

Die Revolution in China. Peking, 28. Dez. Die Kaiserinwitwe, Huanschikai und die Mandschu-Prtnzen verbrachten den ganze« Vor­

mittag damit, die von der Friedenskonferenz in Schanghai gemachten Vorschläge zu beraten. Prinz Yulang und Prinz Tsaitao traten dem Plan entgegen, eine zahlreichere und mehr re­präsentative Konferenz als die in Schanghai cinzuberufen. Prinz Ching sprach sich dagegen für desi Plan aus. Der Thron wurde schließlich dahin schlüssig, den Vorschlag anzunehmen. In­folgedessen ließ der Thron dem Kabinett die Weisung zukommen, das notwendige Reglement für die Einberufung einer neuen KotzGrenz auszuarbeitcn und die Delegierten der Frie­denskonferenz in Schanghai davon zu verständi­gen, daß der Thron die Entscheidung dieser neuen repräsentativen Konferenz annehme, welche Regierungsform sie auch beschließen möge. Angesichts der Tätigkeit der Aufständischen in Schanghai fragen die Regierungsbehörden, ob die Aufständischen die lange Verzögerung, die bei der Einberufung der neuen Konferenz un­vermeidlich ist, annehmen werden, obgleich die Haltung des Thrones keinen Zweifel darüber gelassen hat, daß er bereit ist, abzudanken, wenn die Abdankung das einzige Mittel ist, die gegen­wärtige Krisis zu beseitigen.

** Die Schändung des Karageorgiewitsch- grabmals. Wien, 28. Dez. Die österreichisch- ungarische Gesandtschaft in Belgrad ist beauf­tragt worden, König Peter und der serbischen Regierung das aufrichttge Bedauern der öster­reichisch-ungarischen Regierung wegen des ver­abscheuungswürdigen Schädelraubes auf dem Friedhof St. Marcus auszusprechen. Auf einem Ablagerungsplatz in der Nähe des Friedhofs von St. Marx fanden Kinder am 26. Dezbr. einen Menschenschädel. Man nahm zunächst an, daß es der aus der Gruft entwendete Schädel des Fürsten Karageorgiewitsch sei. Doch wurde fest- gestellt, daß der gefundene Schädel von einem 40 bis 50 Jahre alten Manne stammt. Der ver­storbene Fürst aber war über 70 Jahre alt.

** Aus der französischen Kammer. Paris, 27. Dez. In der Kammer begründete der Deputierte Bluysen den Antrag, der die Regierung auffor­dert, alle Militär- und Zivil-Beamte, deren Verhalten Gegenstand gerichtlicher Untersuch­ungen in Udschda gewesen, vor den zuständigen Gerichtshof zu laden. Bluysen wollte den Kon- sulargerichtshof in Udschda als zuständig nicht zulassen und anerkennen. In seiner Antwort legte der Minister des Aeußern dar, unter wel­chen Bedingungen dieser Gerichtshof im Jahre 1909 gebildet wurde. Die Frage der Gesetzlich­keit des Gerichtshofes in Udschda schwebe noch vor dem Gericht in Aix. Der Antrag Bluysen, der die Billigung der Regierung fand, wurde so­dann angenommen, worauf sich die Kammer ver­tagte. Der Zollausschuß der französisch. Kam­mer hat beschlossen, für einzelne Sorten von ge­schlachtetem Fleisch Zollerleichterungen und für gesalzenes Schweinefleisch eine vorübergehende Zollermäßigung zu beantragen. Der Zoll auf ausländischen Futtermais soll vorübergehend aufgehoben werden.

** Das Marokkoabkommen. Paris, 28. Dez. Die Senatskommission für das deutsch-franzö­sische Abkommen trat heute nachmittag wieder unter dem Vorsitz von.L6on Bourgeois zusam­men und hörte nochmals den Ministerpräsiden­ten und den Minister des Aeußern über die Ver­handlungen, die dem Marsch nach Fes vorangc- gangen find. Wien, 28. Dez. Die österreichisch- ungarische Regierung ließ in Berlin und Paris ihre endgiltige Zusttmmung zu dem deutsch- französischen Marokkoabkommen schriftlich er­klären. Paris, 28. Dez. In der Eenatskom- mission bemerkte Ribot, die Zustimmung des Sultans Mulay Hafid genüge nicht, um ein Proteftorat in Marokko zu errichten, es bedürfe dazu eines besonderen Vertrages mit dem Sul­tan, der einen Anhang zu dem Abkommen vom 4. November bilden sollte. Ministerpräsident Eaillaux pflichtete dieser Ansicht bei und er­klärte, daß die Regierung darüber berate» werde.

** Eine neue französische Bestechungsaffäre. Paris, 28. Dez. Hier erregt eine Bestechungs­affäre großes Aufsehen. Der Staatsanwalt Terrol de la Valette, der strafweise von Aix-les- Bains nach Tlemeen in Algier versetzt wurde, soll den sozialistischen Abgeordneten Cecaldi er­sucht haben, bei dem Justtzminister um die Rück­gängigmachung dieser Maßregel zu intervenie­ren und diese« Ersuchen tausend Franks unter

Briefumschlag haben folgen lassen. Der Abge­ordnete erstattete Anzeige, und im Ministc/rat wurde die Untersuchung der Angelegenheit be­schlossen. Terrol leugnet und behauptet, er habe seinen Rechtsanwälten, die gleichzeitig Abge­ordnete seien, namhafte Summen als Vorschüsse für seine Privatprozesse übergeben. Ceccaldi habe jedoch nichts erhalten.

** Die Lage in Marokko. Paris, 28. Dez. Nach einer Zeitungsmeldung aus Tanger wird demnächst eine scherifische Garnison mit einem französischen Kreuzer nach Agadir geschickt wer­den. Madrid, 28. Dez. Aus Melilla wird ge­meldet: Es fanden schwere Kämpfe statt an denen alle Truppen teilnahmen. Die Scharen der Marokkaner wurden stark gelichtet. Die spanischen Verluste sind unbekannt. Man weiß nur, daß General Ros verwundet wurde. Zahlreiche Blätter, unter andern derJmpar- cittl", wenden sich gegen die auch von General Luque in seinem Interview vertretene Ansicht, die Haltung der Rifleute sei auf die Einmisch­ung französischer, Spanien feindlicher Elemente zurückzuführen. Sie bezeichnen sie als unzulässig und widersinnig. Paris, 28. Dez. Minister­präsident Canalejas erklärte dem Madrider Temps"-Korrespondenten, welcher auf den durch das Interview d es Kriegsministers General Luque hervorgerufenen Eindruck hinwies, der Kriegsminister habe sein Erstaunen über die Auslegung seiner Worte geäußert, da er den Zeitungen nur die aus Melilla eingetroffenen Telegramme übermittelt habe, in denen die Be­fehlshaber der spanischen Truppen lediglich ihr Erstaunen über den unerwarteten Angriff aus- drücken.

Marburg und Umgegend.

(Wart;aller Crtginatarfllel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe -Cterfjefi. Zig " qeftnttd.)

Marburg, 29. Dez.

* 200. Geburtstag Friedrichs des Große». Aus Anlaß des 200. Geburtstages Friedrichs des Großen hat das Kultusministerium an die Pro­vinzialschulkollegien eine Verfügung erlassen, in der es u. a. heißt:Mit allerhöchster Ermächti­gung ordne ich hiermit an, daß in allen Schulen des preußischen Staates des 200jährigen Ge­burtstages König Friedrichs des Großen bei der Feier des Geburtstages des Kaisers in würdiger Weise gedacht werde. Se. Majestät haben aus diesem Anlaß 100 000 Exemplare einer volks­tümlichen Eedenkschrist über den großen König gestiftet, die von dem Generaldirektor der könig­lichen Staatsarchive, Prof. Koser, herausge- geben wird. Diese sollen bei der Schulfeier all Geschenke verteilt werden."

* Warum muß eigentlich Frankfurt ein« Universität haben? Eine ausgezeichnete Zusam­menstellung der persönlichen Daten hervor­ragender Männer tiie'.et da» Zeitgenossen-Lexi- kon:Wer ist's?" herausgegeben von Degencr in Leipzig. Den in dieses Werk aufgenommenen Persönlichkeiten wurden vom Verlag Frage­bogen zugeschickt, deren eigene Ausfüllung zum Abdruck gekommen ist. Dabei liefern viele Ver­fasser durch die Art subjektiver Bemerkungen außerordentlich charakteristische Aufklärungen. UnterAdickes, Oberbürgermeister von Frank­furt" findet man außer den objekttven Angaben über seine Stellung und Arbeiten auch mehrere persönliche Zusätze, z. B.Hat Altona in eine moderne Stadt verwandelt",Verwirklichung moderner Gedanken" und was von besonderem Interesse istMöchte Frankfutt zur Universi­tätsstadt machen." So geschrieben im Jahre 1909, vielleicht auch schon in früheren Ausgaben. Selbstverständlich muß dieler Plan cssge* führt werden, trotz aller entgegenstehenden jach- lichen Bedenken.

* Postalische Mobilmachung zur Reichstags­wahl. lleber die Dienstbereiffchaft am Tage der Reichstagswahl hat das Reichspostamt die Post- anstalten bereits mit Anweisung versehen. Es müssen sämtliche Telegraphenanstalten sowohl am Tage der Wahlen als der Ermittelung des endgültigen Wahlergebnisses mindestens bis 10 Uhr abends dienstbereit bleiben. Dies gilt auch für den Wahltag oder auf den Tag der Ermitte­lung folgenden Tag, solange die Wahttele- gramme noch nicht abgeliefert oder befördert sind. Sofern ein Bedürfnis vorliegl ist auch der Fernsprechdienst auszugestalten.