mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den BeUagen: „Nach Feierabend", «Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage"
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Tic „Cbtrbrfftfdit Zciiung" ernenn täglich mH «uetiat itt sei 4,nn> und Feiertag«. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 8.25 JL (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <Ä frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.«Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Donnerstag, 21. Dezember
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46. Jahrg.
1911.
Erstes Blatt.
England meldet sich.
Die Türkei hat es jetzt durch einen feinen Echachzugr^verftanden, sich die Sympathien und die event«ellL.llnterstützung Englands zu sichern. Es hat nämlich das Gebiet-am Golf von Salum bis zur Bombabucht einstweilig (?) an Aegypten und damit an England abgetreten. Infolge dieser „einstweiligen Abtretung" sandte die ägyptische Negierung eine Streitmacht zur Besetzung und setzte den diplomatischen Vertreter Italiens davon in Kenntnis. Dadurch ist alles tripolitanische Land bis zum 23. Längengrad den italienischen Gelüsten entrückt worden. Es ist wohl klar, daß die Türkei das Gebiet nicht ohne eine gewisse Gegenleistung abgetreten hat.
Man kann gespannt sein, in welcher Weise sich England revanchieren wird. Der Eindruck, den die Meldung in Italien gemacht hat, ist noch nicht bekannt. Es ist jedoch nicht daran zu zweifeln, daß die unmittelbare Wirkung der Ausbruch eines heftigen Haffes gegen England sein wird. Denn hinter Aegypten steht England, das Besitz von Solum nimmt bis 300 Kilometer von der ägyptischen Grenze entfernt in das Gebiet der Kyrenaika hinein, wo Italien jetzt seine Flagge gehißt hat. Die Tatsache wirkt um so überraschender, als sie in einem Augenblick ankommt, wo die italienischen Zeitungen voll des Lobes für Lord Kitchener sind, weil er angeblich an der ägyptischen Grenze scharfe Jagd auf Waffenschmuggler mache. Das beweise die Loyalität Englands gegen Italien. Die auf einen demnächstigen Eintritt Italiens in die Triple-Entente gehofft haben, haben eine neue schmerzliche Enttäuschung erlitten. Wenn gesagt wurde, daß die Besetzung Solums nur zeit- we...g sei, so erinnert man daran, daß auch die Besetzung Aegyptens nur zeitweilig sein sollte.
Man muß es den Engländern jedenfalls lassen, daß sie es ausgezeichnet verstehen, die Welt zu nasführen und die Oeffentlichkeit über ihr Treiben im Dunkeln zu lassen. Immer erst, wenn sie ihrer Sache sicher sind und wenig mehr dagegen zu machen ist, greifen sie zu und entdecken den überraschten Mächten ihre Absichten. Diese Absichten zielen immer darauf hin, überall, wo es etwas zu verteilen gibt, ein Stück abzuerhalten. Wehe nur der Macht, die es wagt, auch eigene Interessen zu haben. Dann werden sofort „englische Interessen berührt" und es wird unverhiillt mit dem Kriege gedroht. Das friedfertige Albion!
lieber die Ereignisse in Tripolis liegen noch folgende Meldungen vor:
Tripolis, 18. Dez. Nach der „Agenzia Stofani" unternahmen am 16. Dezember die Torpedoboote „Irede" und „Eassiopea" eine Er- kundnnasfahrt längs der Küste in der Nähe der französischen Grenze zwischen Ali Sai und Na- caber. Eine Gruppe von Arabern gab zahlreiche Schüsse auf sie ab, die einen Matrosen töteten und einen zweiten verwundeten. Die Feinde wurden mit schweren Verlusten durch das Ar- tu.eriefeuet zerstreut. — In der Oase nahe bei Henni wurde die Hülle des am 16. Dez. vom Unwetter entführten Drachenballons aufgefunden. Das Wetter ist immer noch schlecht. Das Meer ist bewegt. — Marconi ist nach Beendigung seiner erfolgreichen Versuche und nach der Auswahl des Platzes für die funkentelegraphische Station nach Italien zurückgekehrt.
Konstantinopel, 19. Dez. Entgegen dem Dementi, daß die italienischen Truppen in Tripolis Explosivstoffe nicht verwendeten, läßt das Kriegsministerium erklären, daß es Dun- dun-Eeschosse besitze, die die Marke der italienischen Staatsfabrik tragen.
Konstantinopel, 19. Dez. Nach Schluß eines Ministerrats ermächtigte der Minister des Aeußern die „Jeni Gazetta", die auf den Erklärungen des Großwefirs in der vorgestrigen Kammerfitzung beruhenden Gerüchte, daß die Pforte in Friedensunterhandlungen eingetreten sei oder eintreten werde, kategorisch zu Semei:- steten.
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Jaurös über das Marokkoabkommen.
Paris, 19. Dez. Die heutige Kammersitzung nahm einen überaus stürmischen Verlauf. Der gemäßigte Republikaner Benoist erörterte zunächst in einer langen Red« die französisch-spanischen und die französisch-englischen Marokkoverträg«. Sodann ergriff Jaures unter großer Aufmerksamkeit das Wort: Er kritisierte die gestrige Rede Caillaux und meinte u. a.: Der Ministerpräsident irre sich, wenn er glaube, daß Frankreich in der marokkanischen Staatsbank immer die Mehrheit haben werde. Die Deutschen würden sich in Marokko entsprechend ihrem gewohnten Vorgehen festsetzen, haben sie doch schon eine Gewerbeschule gegründet. Eine machtvolle deutsche Kolonie werde sich in Südamerika niebet« lassen. Der große Fehler der marokkanischen Politik Frankreichs sei der gewesen, Deutschland ausschalten zu wollen. Deuffchland mit seiner ungeheuren wirtschaftlichen Entwicklung und seiner Bevölkerungszu- nähme sei genötigt, immer neue Absatzgebiete zu suchen. Ls sei d« tragische Geschick Deutschland», daß es immer zu spät gekommen sei. Die Hansa sei zu Grunde gegangen, als der Seehandel und bet Kolonialerwerb der Portugisen, Spanier und Franzosen aufblühte. Deutschland war zerrissen, als ringsum mächtig einheitliche Staaten entstanden. Und erst spät habe auch das deuffche Volk Besitzungen erworben. Seit 40 Jahren hab« es in Europa keinen Krieg gegeben, und da müsse er sagen, daß die deutsche Diplomatie im Grunde genommen wesentllch Mäßigung bewahrt hat. (Widerspruch Rufe: Agadir!). Keiner der großen Lenker Deuffch- lands, weder Bismarck noch die drei großen Kaiser, haben geflissentlich Krieg gewollt. (Lauter Widerspruch, Rufe: 1884, 1866, 1875). Jaures fuhr fort: Durch die im Jahre 1904 und 1905 unterzeichneten Marokkoverträge hat die französische Diplomatie die deutsche Empfindlichkeit verletzt und durch die Ratifizierung des Abkommens vom 4. November dieses Jahres erkennen st« die Notwendigkeit an, Deutschland zu entschädigen (Lärm). Jaures sagte dann weiter, Frankreich müsse sich die Zusttmmung der Mächte zu dem Abkommen vom 4. November teuer erkaufen. Italien sei mit Tripolis abgefunden worden. Oesterreich-llngarn wolle nur seine Zusttmmung geben, falls es in Frankreich eine Anleihe aufnehmen könne. — Minister des Aeußern de Selves und Ministerpräsident Eaillaux erklären diese Sätze kategorisch als unrichtig. — Sodann kommt es zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen Jaures und Deschanel, welcher ihm vorgeworfen hatte, daß im Jahre 1902 zu Beginn der marokkanischen Politik Jaures geschwiegen habe. Jaures erwiderte im scharfen Ton: In der Polittk muß man auf alles gefaßt sein, aber daß Herr Deschanel mir eine Lektion politischen Mutes geben wird, darauf war ich nicht gefaßt (Großer Lärm). Jaures fährt fort: In den Augen der Sozialisten sollte die französisch-englische Entente das Vorspiel zu einer französisch-deutschen Entente sein. Wenn man der „Entente Cordiale" eine Spitze gegen Deutschland geben wolle, müsse et entschieden protestieren, wie auch gegen die gefährliche Polittk der Eeheimverträge, und er werde einen Antrag einbringen, um in Zukunft derartige Ver- ttäge unmöglich zu machen. Er müsse auch dagegen Einspruch erheben, daß Treue und Glauben in bet internationalen Politik immer mehr verschwinde. Oesterreich-Ungarn habe mit der Annexion den Berliner Vertrag verletzt, Italien habe sich mitten im Frieden ohne den Schatten eines Borwandes auf Tripolis gestürzt. (Stürmischer Beifall auf der äußersten Linken. Viele Deputierte blicken nach den italienischen Botschafterfitzen). Frankreich sei an diesem Zustand« mtt schuld, denn 1900 habe es sich mit Italien darüber verständigt, daß Frankreich Marokko und Italien Tripolis nehmen dürfe. (Großer Lärm.) Jaures fotifahrend: Ja, ich beklage, daß Frankreich seinen Anteil an der Verletzung beschworener Verträge hat. (Großer Lärm. Jaures wird vom Kammerpräsidenten Brissen zur Ordnung gerufen.) Er fährt fort: Diese patriotische Entrüstung hat immer diejenige Partei ausgezeichnet, welche das Vaterland ins Verderben gestürzt hat. (Furchtbarer Tumult: die Radikalen machen Miene, den Saal zu verlassen, kehren aber auf ein Zeichen Caillaux auf ihre Plätze zurück.) Jaurts wiederholt unter andauerndem Lärm, daß er die gegen die Nation begangenen Attentate tief beklage. Hierauf wurde die Sitzung unter großer Bewegung geschlossen.
Die Revolution in China.
Peking, 18. Dez. Tuanfang, der frühere Generaldirektor der Hukuang-Eisenbahn, soll von seinen Truppen bei Tschou ermordet worden sein.
Schanghai, 19. Dez. Die Friedens-Konferenz zwischen Tangschaeyi und den Repu- blikanern begann heute. Bevor über irgend welche Bedingungen für die Beilegung der Streitigkeiten verhandelt wurde, wurden Telegramme an Puanschikai und Liynanheng gerichtet, in denen darauf gedrungen wird, daß |
allen militärischen Befehlshabern der beiden Parteien die strengsten Weisungen gegeben werden, den Waffenstillstand zu beachten.
London, 19. Dez. Eine japanische Gesellschaft verkaufte an die Revolutionäre in China 37 000 eroberte russische Gewehre und 8000 Patronen.
Paris, 19. Dez. Einer Meldung des „New-dork Herald" aus Peking zufolge werden die Vertreter der Großmächte den ersten gemeinsamen Schritt unternehmen, um bei den Verhandlungen zwischen den Abgesandten der kaiserlichen Negierung und denen der Revolutionäre, bte bekanntlich in Schanghai stattfinden, zu vermitteln.
Deutsches Reich.
— Der vierte Prinz. Wie wir schon gestern mitteilten, ist unserm Kronprinzenpaare Dienstag früh 1 Uhr ein Prinz geboren worden. Es ist dies nun der vierte Sohn. Seine drei Brüder sind: Prinz Wilhelm, geb. am 4. Juli 1906, Prinz Louis Ferdinand, geb. am 9. Nov. 1907 und Prinz Hubertus, geb. am 30. Sept. 1909. Ihr Geburtsort ist das Marmorpalais bei Potsdam, während der jüngste Sohn des Kronprinzen im kronprinzlichen Palais in Berlin zur Welt gekommen ist. — Danzig, 19. Dez. Der Kronprinz hat wegen starker Erkältung seine Abreise nach Berlin noch nicht angetreten. — Berlin, 19. Dez. Der Kaiser traf heute mittag im Automobil vom Neuen Palais aus hier ein, machte einen Besuch im kronprinzlichen Palais und begab sich dann nach dem Königl. Schlosse. — Das Palais des Kronprinzen war am Vormittag von einer immer größer werdenden Zahl von Neugierigen umlagert. Bereits um %9 Uhr fuhr die Kaiserin vor und weilte bisher ununterbrochen dort. Im Palais waren bereits in den ersten Vornnttagstunden zahlreiche Telegramme eingegangen. In Potsdam gab heute morgen eine Batterie des 4. Gardeartillerieregiments im Lustgarten Salutschüsse ab.
— Vom Prinzregenten. München, 19. Dez. Wie die Korrespondenz Hoffmann erfährt, hat sich der Prinzregent aus der letzten Jagd beim Reiten eine Muskelzerrung des rechten Oberschenkels zugezogen, die Schmerzen beim Gehen verursacht. Doch ist das Allgemeinbefinden, das sehr gut ist, hierdurch in keiner Weise beeinflußt.
— Die Eröffnung des Landtags. Berlin, 19. Dez. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine königliche Verordnung, die die beiden Häuser des Landtages zum 15. Januar 1912 einberuft.
— Die Wilhelmshavener Spionageaffäre. Berlin, 19. Dez. Das „W. B." verbreitet folgende Meldung: In der deutschen Presse wird die aus einer rheinischen Zeitung stammende Nachricht vielfach nachqedruckt, nach der iik Wilhelmshaven eine Verschwörerbande entdeckt wurde, die beabsichtigte, einer fremden Macht Pläne zu den Hafenschleusen zwecks Sprengung im Kriegsfälle auszuliefern: die deutsche Hochseeflotte hätte sich, um jeder möglichen Gefahr zu begegnen, wochenlang außerhalb des Hafens aufgehalten. Diese Nachrichten sind, wie aus unterrichteter Ouelle mitgeteilt wird, frei erfunden. Richtig ist nur. daß in Wilhelmshaven mehrere Schutzleute und ein Angehöriger der Marine auf Grund sehr starken Verdachtes Spionage betrieben zu haben, verhaftet wurden. Sie versuchten, Abschriften aus einem wichtigen Eeheimbuch an eine ftemde Macht zu liefern. — Es scheint, als ob nach dieser Meldung der Versuch Englands mißlungen ist. Immerhin bleibt es bedauerlich, daß der Schutzmann Clauß entweichen konnte.
Ausland. x
" verurteilter Fremdenlegionär. Oran, 19. Dez. Das Kriegsgericht verurteilte einen Fremdenlegionär, einen spanischen Abenteurer namens Navarre, der kürzlich seinem Obersten einen Dolchstich in den Rücken versetzt hatte und sich als Anarchisten und Antimilitaristen bekannte, zum Tode.
** Aufruhr. Dundee, 19. Dez. Im Zusammenhang mit dem Ausstande der Hafenarbeiter und Fuhrleute kam es heute zu aufrührerischen Vorgängen. Als die Ausständischen die Eisenbahngüterwagen in das Hafenbassin stürzten, kam es zu einem Handgemenge, bei dem die Polizei Mannschaften von jhren Knütteln Gebrauch machten und zwei Ruhestörer verletzten.
Die Ruhestörungen wurden schließlich so bedrohlich, daß die Militärbehörden ersucht wurde», 300 Mann zur Unterstützung der Polizeimannschaften zu senden, die morgen eintreffen.
* * Aus Abessinien. Köln, 18. Dez. Die „Köln. Zig." meldet aus Adis Abeba vom 13. Dez.: Ras-Abate wurde abgesetzt. Er war im Juni aufständisch und sollte sich deswegen verantworten. Nach wiederholter Weigerung, vor dem Thronfolger Lidsch-Ieussu zu erscheinen, wurde er jetzt gemaßregelt. Seine Provinzen erhielt der Kriegsminister Fitauriri.
* * Die Vereinigten Staaten und Rußland. Prtrroburg, 18. Dez. Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika überreichte heute dem Minister des Aeußern eine Note mit der Kündigung des Vertrages von 1832. Gleichzeitig schlägt Amerika vor, sofort in Verhandlungen über den Abschluß eines neuen, den gegenwärtigen Interessen der beiden Staaten mehr entsprechenden Handels- und Sckiiffahrts- vertrages einzutreten. Der alte Vertrag lief bis zum 19. Dezember d. I.
* * Persien. Teheran, 18. Dez. Das Med- schlis verwarf die vom Kabinett vorgeschlagene Lösung der russischen Krisis. Die Russen sollen nun ihren Vormarsch am Donnerstag vorbereiten. Die Hauptstadt bleibt apathisch, nur die Frauen setzen den Boykott gegen die Russen, aktiv fort. Die Laden dürfen morgen wieder geöffnet werden.
Stadtverordneten-Sitzung
vom 19. Dezember.
Unsere Stadtverordneten traten heute zu ihrer letzten diesjährigen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung skanden nur drei Sachen zur Erledigung.
Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Stadtverordneten-Vorsteher Justizrat Dörff- ler davon Mitteilung, daß' der ausscheidende Stadtverordnete Feyerabend den Stadtverordneten als bleibende Erinnerung das letzthin angefertigte und jetzt im Saale über dem Pressetisch aufgehängte Gruppenbild als Andenken ge- |i;enft habe. Hoffentlich werde das Bild recht bald in einem neuen Sitzungssaale Platz finden können. Der Redner verband hiermit Dankes- worte für das Geschenk.
Man erledigte dann die Beschlußfassung über die Gültigkeit der Ergänzungswahlen. Der Etadtverordnetenvorsteher wies darauf hin, daß eigentlich sämtliche Wahlen infolge eines Formfehlers bei der Besetzung des Wahlvorstandes ungültig seien. Nicht der Magistrat — wie dies seit Jahren irrtümlicherweise gehandhabt würde — habe den Vorsitzenden zu bestimmen, sondern der Oberbürgermeister bezw. dessen Stellvertreter. Einspruch gegen die Wahlen sei sonst von keiner Seite erhoben: an den Stadtverordneten liege es, zu beschließen, ob die Wahlen gültig sein so—en oder nicht. Selbstredend wurde die gleit einstimmig beschlossen.
Man besprach dann die" Einsetzung einer Kommission zur Vorberatung der Vorlage des Magistrats betreffend Uebernahme der Straßen- rrinigung auf die Stadt. Gewählt wurden die Stadtv. Engel, Volland, Keppler, Stumpf und Robde.
Der folgende Puntt betraf die Wahl eines Bezirksvorstehers. Der Vorsteher des 1. Bezirks, Stadtv. Schollrneyer, will wegen sich häufender sonstiger Geschäfte das Amt nicht mehr weiterführen. v>s wurde eine zweckmäßigere Einteilung des Bezirks beschlossen und zugleich Sattlermeister Karl Heuser als Bezirksvorsteher in Vorschlag gebracht und auch gewählt.
Stadtv. Eichelberg ergriff dann in eigener Sache das Wort. Er führte folgendes aus: Wie ich höre, ist es in der letzten Stadtverord- nrionf 'jung übel vermerkt worden, daß Bersch mir und meinem Kollegen Dauber zur Vertretung seiner Interessen gegen die Stadt in baupolizeilicher Hinsicht Vollmacht erteilt hat. Es wird Sie interessieren zu erfahren, daß diese Vollmacht zurückgezogen ist. Das Verfahren, sich Vollmacht geben zu lassen, mag hier etwas überraschend sein, in anderen Städten ist dies Vet- fabren schon lange gebräuchlich. Die triftigen Gründe Ihnen auseinanderzusetzen, welche mich zur Annahme der Vollmacht bewogen haben, ersparen Sie mir wohl. Mit Rücksicht auf die gehässigen Bemerkungen eines Eingesandts in bet Presse gegen mich bitte ich, ba bie Sache dutH