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Marburg
Dienstag, 19. Dezember
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Erstes Blatt.
Rundschau..
Die Engländer sind im Lauf« der letzten Jahre mehrmals.^ von Furcht vor deutscher Spionage in einer Weife ergriffen worden, dah sie mit ihren Aengsten, "In denen sie die abenteuerlichsten Gespenster und Gesichter sahen, bei uns zu Lande unbändige Heiterkeit errregt haben. Ihre Furcht wird erklärlich, wenn man bedenkt, was sie selbst in dieser Beziehung geleistet haben: was sie selbst taten, trauten sie eben auch uns zu. Der ungeahnt« Umfang der englischen, in Deutschland betriebenen Spionage ist uns durch zwei Ereignisie der letzten Woche so deutlich wie empfindlich klar gemacht worden. In Leipzig hat das Reichsgericht das Urteil über fünf Spione, die bis auf einen von deutschen Eltern stammten, gesprochen. Zuchthausstrafen von 12, 7, 3, 3 und 2 Jahren sind den Verbrechern an ihrem Vaterland« zudiktiert worden. Das harte, aber gerechte Urteil ist im Reich« nicht nur allenthalben mit Befriedigung ausgenommen, sondern vielfach sind Stimmen laut geworden, die für den Vaterlandsverrat energisch noch strengere Gesetze fordern, ein Verlangen, das nicht unberechtigt erscheint, wenn man bedenkt, welche unabsehbaren Folgen für das Reich wie für Tausende deutscher Krieger solche Verbrechen haben können, wenn man bedentt, daß sie im Kriegsfälle Tausenden das Leben kosten können. Die Vorgänge in Wilhelmshaven, wo ein ehemaliger Marine-Unteroffizier, der nach seinem Abgang« vom Militär Schutzmann geworden war, als Spion entlarvt, und festgenommen wurde, beweisen die Notwendigkeit allerstrengster Maßnahmen gegen die Gefahr. die unserem Vaterlande von solchen Subjekten droht, die aus gemeiner Geldgier zum Verräter werden. Der Umfang der Spionage, und des Verrates an Geheimnissen der Landesverteidigung, wie er in Wilhelmshaven hat gedeihen können, haben geradezu Bestürzung erregt. Hosten wir, daß es der eingeleiteten Untersuchung gelingt, den Herd der Verbrecherorganisation, um die es sich hier offenbar handelt, bloßzulegen und insbesondere den leider dem Gefängnis wieder entsprungenen Führer der Bande, den „Schutz"-mann Elauß, zu fasten und ihn der wohlverdienten Straf« zuzuführen.
Auf dem Gebiete der äußeren Politik ist vieler interessanter Ereigniste zu gedenken. In Paris haben di« Kammeroerhandlungen über den deutsch-französischen Marokkovertrag begonnen. Für Herrn be Seines wird der Erfolg sein, daß er sich ins Privatleben zurückzieht. In London wird weiter über die Beziehungen zwischen Deutschland und England debattiert, doch geschieht nichts, sie zu bestem. Um Zweifel in der Richtung nicht aufkommen zu lasten, hat das Oberhaus soeben die Seeprisenbill abgelehnt. Das englische Königspaar weilt indesten in Indien, wo es den Gefahren einer Kaiserkrönung in der neuen Hauptstadt Delhi ausgesetzt ist. Großes Heil ist Spanien widerfahren: die Battenbergerin hat dem Königshause wieder eine Prinzestin geschenkt. Wohin»Sozialdemokratie und Anarchie ein Land treiben, zeigt das Bombenattentat in Belgien. In einem Varietee wurde eine Höllenmaschine zur Explosion gebracht, weil dort patriotische Kinemato- graphenvorführungen statstanden. 60 Personen fielen dem Attentate zum Opfer, 9 von ihnen wurden tödlich verletzt.
Das Hauptintereste an der Politik des europäischen Auslandes konzentriert sich wieder auf den italienisch-türkischen Krieg. Gut steht es um die Sache der Italiener gerade nicht, und in dem Lande, das anfänglich von einer Begeisterung wiederhallte, die in der Ferne allzu stürmisch anmutete, werden bereits arg murrende Stimmen laut. In ihrem Ungemach werden die Italiener gegen uns Deutsche immer ungerechter, und wahrend wir für ihre Landsleute in der Türket durchsetzen, daß die von der türkischen Regierung allgemein beschlossene Ausweisung dahin eingeschränkt wird, daß ihnen nur 8dr Aufenthalt an befestigten Plätzen verboten bleibt, greifen sie uns daheim immer schärfer an und beginnen, unsere Exportindustrie zu boykottieren. Erfreulich sind solche Erscheinungen nicht: aber sie werden — hoffentlich — bald verschwinden Das Geheimnis der Dardanellen ist ein Geheimnis geblieben. Ob zwischen der Türkei und Rußland in dieser Frag« «in Uebereinkommen getroffen worden ist, ist unklar. Scheinbar aber haben die Rusten mehr erreicht, als sie jetzt schon zuzugeben für gut halten. Die Zukunft wird auch in dieses Dunkel Licht bringen.
Das Marokkoabkommen in der französischen Kammer.
Paris, 16. Dez. Die heutige Kammer- fitzung trug ein ruhiges Gepräge. Der geeinigte Sozialist Sembat trat für das Abkommen ein, wies auf die Vorgeschichte der Verhandlungen hin, insbesondere auf die N'Eogo Shanga-An-
gelegenheit und meinte, man müsse zugeben, dah man auf deutscher Seite durch das diesbezügliche Verhalten Frankreichs verletzt sein könne. Das Wertvolle an dem Abkommen sei die Schiedsgerichtsklausel. Den zahlreichen Schwierigkeiten, die zweifellos sowohl aus dem Marokko- wie aus dem Kongo-Abkommen drohen, könne man nur dann vorbeugen, wenn der Vertrag im Geiste der Verständigung mit Deutschland durchgeführt würde. Das Interesse Frankreichs, sagte Sembat unter großem Beifall seiner Parteigenosten, zum Schluß, liege nicht bloß in einer Politik des Friedens, sondern in einer Politik der Entente und Annäherung an Deutschland. Hierauf trat der Obmann des Kammerausschustes Deschanel sehr eindringlich für das Abkommen ein. Er erwirkte lebhaften Beifall mit einer schwungvollen Verherrlichung Brazzas und besten Gefährten und schloß mit den Worten: „Seien wir einig und stark, um den Frieden in Ehren, den Frieden Europas zu verteidigen!" Der Konservative Denys Cochi» kritisierte das Abkommen sehr scharf. Er hielt die energische Haltung der englischen Regierung dem Ministerium Eaillaut als Muster vor und erklärte, er könne nicht zugeben, daß Frankreich in Marokko so arge Fehler gemacht habe, daß es dieselben mit der Älbtretung des Kongo bezahlen mußte. Der Marsch nach Fez sei durchaus gerechtfertigt gewesen. Wenn die Deutschen sagen, wir verlangen unseren Platz an der Sonne, so können wir darauf nur entgegnen, daß sie bereits genug Platz einnehmen, denn Deutschland besitze ein großes Kolonialreich und seine Kaufleute seien überall zu finden, dank ihrer Beharrlichkeit und Schlauheit. Er habe es bisher für semitische Charaktereigenschaften gehalten, sehe aber, daß dies teutonische Charaktereigenschaften feien. (Heiterkeit.) Ein Abkommen, von welchem der deutsche Reichskanzler im Reichstage gesagt habe, wir geben in Marokko nichts auf und wir erwerben ein beträchtliches französisches Gebiet — und es ist das erste Mal, daß Deutschland ein solches Abkommen mit Frankreich abschließt — ein solches Abkommen sei für Frankreich nicht günstig und er werde deshalb dagegen stimmen.
Ein ruffhcWürtiWr Konflikt weqen Persien?
Aus Konstantinopel wird über London gemeldet: Das Vordringen russischer Truppen in nordwestliche Persisch Grenzgebiete, die zum Teil von der Türkei beansprucht werden, sowie die wiederholten Appelle der Perser an die ganze mohammedanische Welt, für die Unabhängigkeit Persiens einzutreten, haben bewirkt, daß man in der Türkei eine Demonstration gegen Rußland ins Auge faßt. Ein Freiwilligenkorps von 35 000 Mann soll von der türkischen Grenze aus schon auf dem Marsch nach Teheran sein. Diese Opferwilligkeit ist der Erfolg eines panlslamiti- schen Aufrufes der Rotabeln von Redjed im Wilajet Bagdad, der allem Anscheine nach von der türkischen Regierung gutgeheißen wird. Denn die Türkei fühlt sich durch das Vorgehen Rußlands in ihren eigenen Interessen in Persien bedroht. Seit Jahren erhebt sie Anspruch auf Teile der persischen Provinz Urmia, und zwar auf das Stück, das an der russisch-kaukasischen Grenze gelegen ist und das auch von Rußland beansprucht wird. Der Einmarsch russischer und türkischer Truppen in das Gebiet ist bereits gemeldet worden. Diese Truppen stehen sich jetzt bei Khei so nahe gegenüber, daß die Gefahr eines Zusammenstoßes besteht. Werden die türkischen Truppen von den Rusten angegriffen, so ist man in Konstantinopel bereit, sich mit Persien solidarisch zu erklären und eine noch größere Truppenmacht zur Verteidigung Teherans zu entsenden.
Es handelt sich wohl um eine Freiwilligenaktion. Der Türkei selbst dürften vorläufig durch Italien die Hände gebunden fein. Schwierige Sage britischer Truppen in Persien.
Rach Londoner Blättermeldungen aus Teheran bereitet die Verpflegung der 200 Mann der britisch-indischen Truppe in Schiras infolge des antritifchen Boykotts Schwierigkeiten, die nur auf dem Wege militärischer Requirierung zu beheben sein werden.
Deutsches Reich.
— Die Reichsfinanzen und die auslSndische Presse. Berlin, 16. Dez. Die „Rordd. Allgem. Zig." kommt noch einmal auf die Reichsfinanzreform zu sprechen, wobei sie im Sinne der kürzlich vom Schatzsekretär gemachten Ausführungen ich gegen die ausländische Preste und ihre abenteuerlichen Gerüchte von der Finanznot des Reiches wendet. Rach einer nochmaligen Besprechung der Finanzreform kommt das Blatt auf den Anleihebedarf zu sprechen und sagt: Der Etatsentwurf 1912 hat, wie jetzt als feststehend erachtet werden'darf,, 43,7 Millionen in Aussicht genommen. Von den Anleiheermächtigungen ist 1910 und 1911 kein Gebrauch gemacht worden. Gewiß wird man von einer völligen Lösung der Aufgabe erst bann sprechen können, wenn alle auf den außerordentlichen Etat nicht gehörenden Ausgaben auf den ordentlichen Etat übergegangen sind. Angesichts der mitgeteilten Tatsachen ist es aber nicht zu bestreiten, daß man schneller vorwärts gekommen- ist, als man 1909 gehofft hatte. Die ausländische Preste braucht sich also um Deutschlands finanzielle Lage keinerlei Sorge zu machen.
— Der Ankauf eines neuen Zeppelinluft- schiffes für das Reich. Wie die „Braunschw. Landesztg.« meldet, hat die Reichsregierung be- fchlosten, ein neues Zeppelinluftschiff anzukaufen und mit der Zeppelinwerft in Verhandlungen darüber einzutreten. .
— Das Motu proprio. Berlin, 16. Dez. Die „Rordd. Allg. Ztg." schreibt: „Die Erklärung der Kurie, nach der das päpstliche Motuproprio Deutschland nicht berühre, ist von unserer öffentlichen Meinung fast überall mit Befriedigung aufgenommen worden. Rach der formellen Erklärung des Kardinal-Staatssekretärs, nach der schon nach der Interpretation des kanonischen Rechtes das Motuproprio für Deutschland nicht gilt, war es auch nicht mehr nötig, dieser Interpretation mit Rücksicht auf die Verfassung Gesetze zur Seite zu stellen, an die die preußische Regierung gebunden ist." — Rom, 15. Dez. Der „Osservatore Romano« veröffentlicht heute eine Rote, in welcher festgestellt wird, daß das Motuproprio „quantanis diligentia« Deu^chland nicht berührt. Die Rote stimmt mit der gestrigen Mitteilung des Wolfffchen Bureaus über die Schritte bet preußischen Staatsregierung in dieser Angelegenheit völlig überein.
Ausland.
** Das englische Königspaar in Indien. Delhi, 16. Dez. Der König ist unter begeistertem Jubel der Menge nach Neapel, die Königin nach Agra abgereist.
♦* Stimmrechtsfanatiker. London, 16. Dez. Lloyd George und Edward Grey sprachen abends in der Versammlung einer liberalen Frauenvereinigung über das Stimmrecht. Als sie die Versammlung verließen, schleuderte ein männlicher Anhänger des F^auen-Stimmrechts eine Messingbüchse auf die Minister und traf Lloyd George ins Gesicht. Die Büchse zerschnitt ihm die Lippe und verletzte das linke Auge, das Lloyd George fast einbüßte. Ein der Tat verdächtiger Mann wurde am Abend verhaftet.
* * Marokko. Paris, 17. Dez. Aus Fez wird gemeldet: Zwischen einem aus 300 Reitern bestehenden Berberhaufen, der einen Beutezug In bas Hanri-Eebiet unternommen hatte, und zwei von französischen Instruktionsoffizieren befehligten scherifischen Mahallas fanb etwa 12 Kilometer von Fez ein Gefecht statt. Die Berber wurden mit beträchtlichen Verlusten in die Flucht geschlagen, die scherifischen Truppen hatten 3 Tote und 10 Verwundete.
* * Die spanisch-französischen Verhandlungen. Paris, 17. Dez. Zu den ftanzösisch-spanischen Verhandlungen wird aus Madrid berichtet: Die spanische Regierung werde, obgleich sie das unbeschränkte Eigentumsrecht bei ihrer Zone vorgezogen hatte, unter gewißen Bürgschaften einen scherifischen Vertreter in diesem Gebiete zulasten, da sie begreife, daß Frankreich in der spanischen Zone kein anderes Regime zugeben könnte, als in der seinen. Wirkliche Schwierigkeiten bereite nur die Frage der südlichen Zone. Spanien wolle sich wohl zu Konzessionen im Hinterlande, aber nicht an der den kanarischen Inseln gegenüberliegenden Küste herbeilasten.
* * Rußland und Amerika. Washington, 16. Dez. Der russische Gesandte Bachmetjew sprach
bei dem Präsidenten Tast vor. Er legte eine« förmlichen Protest gegen die beabsichtigte Abschaffung des Handesvertrages zwischen Rußland , und Amerika von 1832 ein mit der Begründung, daß eine solche Handlung mit der langen Freundschaft der beiden Länder unvereinbar fei. — Präsident Taft hat unmittelbar nach dem Besuch des russischen Botschafters 5 Mitglieder des Kabinetts zu einer Sondersitzung im Weißen Hause eingeladen. Daraus geht hervor, daß der Präsident dem russischen Protest gegen die Aufgabe des Vertrages von 1832 ernste Bedeutung beb mißt.
Marburg und Umgegend.
(Äad:>.i:d aller Criginalartlfcl ist gemäß 8 18 de« llrl)cbcrrcd)t$ nur mit der deutlichen Quellenangabe
.Oberheff. Ztg." aeltattei.l
Marburg. 18. Dez.
* Der silberne Sonntag ist allem Anschein nach, wie wir auch richtig annahmen, ein goldener geworden. In den Straßen bewegte sich bis in die späten Abendstunden eine gewaltige Menschenmenge, darunter viele Bewohner der umliegenden größeren und kleineren Ortschaften. Auch die Straßenbahn hatte tüchtig zu tun. Ob tüchtig gekauft wurde, entzieht sich unserer Kenntnis, es ist jedoch anzunehmen, denn in den Geschäften war anscheinend viel zu tun.
* Kriegsmarineausstellung. Der Ortsgruppe Marburg des Deutschen Flottenvereins ist es ge hingen, für die Zeit vom 17. Dez er. bis 1. Jan. 1912 die vom Flottenverein zusammengestellte Kriegsmarineausstellung für Marburg zu gewinnen. Vor geladenem Publikum eröffnete gestern vormittag 11 Uhr Herr Oberrealschul- , direktor Dr. Knabe, der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe, die Ausstellung in der Turnhalle der Nord-Bürgerschule mit dem Wunsche, daß das Unternehmen auch in Marburg die warme Aufnahme finden möge, die es allenthalben gefunden hat. Darauf übernahm Herr Kapitänleutnant d. R. Mumm die Führung durch die Ausstellung. Er gab eine instruktive Erklärung des Wesens und der Bedeutung der einzelnen Kriegsschifftypen an der Hand der zahlreich auf* gestellten Modelle, sprach sich über die verschiedenen Aufgaben, die ihnen im Kriege zufasten, aus und erläuterte eingehend den Wert ihrer I Schutz- und Angriffswaffen, wie Panzerung, Geschütze, Torpedos usw. Redner streifte bann die Notwendigkeit des vom Deutschen Flottenverein geforderten weiteren Ausbaues unserer Panzer- , kreuzerflotte und hob in kurzen Worten hervor, wie unerläßlich für unsere Marine die Kriegsbereitschaft und ein sorgfältiger Aufklärungsund Sicherheitsdienst ist. Am Schluste seines Vortrages führtr Heer Kapitänleutnant Mumm • noch ein Maschinengewehr im Schnellfeuer vor. Hierauf dankte Herr Oberrealschuldirektor Dr. Knabe dem Redner für seine fachmännischen Ausführungen. Weiter wies er darauf hin, daß schon früher einmal die Ausstellung in Marburg । in Aussicht genommen worden wäre, das Pro- ; fett aber damals an der Platzfrage scheiterte. Jetzt aber sei es, dank dem Entgegenkommen der Stadt- und Schulverwaltung, doch noch möglich gewesen die Krieasmarineausstellung, die UNS ein so greifbares Bild unserer Marine bietet, bei uns zu sehen. Auf das Unternehmen selbst < werden wir morgen zurückkommen.
* Kleine Tannenhaine find über Nacht auf dem Marktplatz und auf sonstigen Plätzen der Stadt entstanden und würziger Tannenduft er- füllt die Luft. Jetzt ist es Zeit, sich nach dem Symbol des Weihnachtsfestes, nach einem Weih- i nachtsbaurn, umzusehen. Daß die Bäume erst heute auf der Bildfläche erscheinen, ist auf die polizeiliche Regelung dieses Handels zurückzuführen.
• Das Gemeindeobst im Kreise Marburg. In diesem Jahre nahmen die Gemeinden des Kreises Marburg einschl. bet Stabt Marburg für verkauftes Eemeinbeobst insgesamt 17 495,33 Jt ein, gegen 17 960,85 M in 1910. Trotz bet halb so guten Obsternte ist kaum ein Unterschied in der Einnahme entstanden, ein Beweis dafür, welch hohe Preise in diesem Jahre diejenigen Gemeinden erzielten, die in der Lage waren, überhaupt Obst verkaufen zu können. Auf die Stadt Marburg entfielen 885<4t gegen 1714,70 in 1910. Die höchsten Einnahmen hatte I Bauerbach mit 1713,80 ÖH., gegen 1846,30 «M. im Vorjahr. Die Stadt Wetter stand sich in diesem | Jahre beim Obstverkauf gut, denn die Einnah- '