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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellages

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und Feiertag«. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 JH (ohne Bestellgeld), oet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <X frei in8 Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, II« Dezember

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46. Jahrg.

1911.

Erstes Blatt.

Das Marokkoabkommen in der französischen Kammer.

- Parts, 14. Dez. Bei Beginn der Nachmit- isgssitzung der Kammer, in der der Gesetzentwurf betreffend die Ratifizierung des deutsch-französi- schen-Abkommens zur Beratung steht, waren die Galerien und Tribünen von einem eleganten Publikum, darunter viele Diplomaten, dicht be- ,«tzt. Im Saale waren zunächst 250 und bald mehr als 400 Abgeordnete anwesend. Graf de Mun begründete seinen Antrag, die Ratifizie­rung bis nach Schluß der französisch-spanischen Verhandlungen aufzuschieben. Er kritisierte das deutsch-französische Abkommen in überaus schar­fer Weise. Die Erklärungen Eaillaux' und Ki- derlens ließen noch tiefergehende Umgestaltun­gen Afrikas voraussehen. Die Regierung werde darüber Erklärungen abgeben müssen. Man habe gesagt, derPanther" sei nach Agadir gegangen, um die Regierung zu nötigen, die unterbrochene Unterredung wieder aufzunehmen. Die Regie­rung müsse sagen, seit wann man sich besprochen habe. Der Redner möchte die Ausdehnung des Protektorats über Marokko wissen und bat die Regierung um Auskunft, ob dem Abkommen von 1909 eine geheime Klausel angefügt sei, die Frankreich schon das Protektorat zugesichert habe. Frankreich habe große mit dem Blute seiner Sol­daten errungene Gebiete an einen Rivalen abge­treten, ohne daß es irgend ein Mißgeschick oder durch einen unglücklichen Krieg dazu gezwungen gewesen wäre, einen Rivalen, welcher dieses Ge­biet als Grundlage für eine machtvolle koloniale Aktion benutzen wolle. Man wird sagen, daß dies Gefühlssache sei, aber das Gefühl ist der Schutz der nationalen Arbeit. (Stürmischer Bei­fall.) Dieser Verzicht verstümmelt das afrika­nische Kolonialrecht Frankreichs, welches trotz des Genies eines Brazza geträumt und Frank­reichs Heroismus errichtet habe. Aber dies ist picht alles. Durch den ermöglichten Zugang zum Obangi und Kongo wird die Lage Frankreichs gegenüber Belgisch - Kongo einschneidend ge­ändert. Die Kammer müsse erfahren, wann und wie der Gedanke an eine Abtretung des Kongo aufgetaucht sei. Seit 40 Jahren, schloß de Mun, war die Lage nicht bedrohlicher als heute; die Geschichte blickt auf sie herab. Erinnern Sie sich einer furchtbaren Verantwortung der Volksver­tretung, welche anstatt die volle Wahrheit zu fordern, sich dem Willen einer verblendeten Re­gierung fügt. (Langhaltender Beifall.)

Der Minister des Aeußeren erklärte, daß keine Verbindung zwischen dem deutsch-französischen Ab­kommen und den spanisch-französischen Verhand­lungen bestehe. Er sagte, er werde, sobald die Kammer den Antrag de Muns zurückgewiesen hatte^Aufklärung über die Verhandlungen mit .LLütsch^Ud geben. Als er darauf die Tribüne ^^lssM^wollte, wurde er gezwungen weiter zu sprecheiL Deutschland habe die Expedition nach Fez alz einen Bruch der Algecirasakte betrachtet vnd-den Wunsch ausgesprochen, über Marokko zu verhandeln. De Selves erinnerte sodann an die Entsendung bes,Panther" und sagte, daß die Regierung in höherem Interesse die Entsendung eines Kriegsschiffes nach Agadir-verschoben habe. Eine Konferenz habe Deutschland abgelehnt. Wegen der Entsendung desPanther" habe die französische Regierung ihr Bedauern ausgespro­chen. An den Verhandlungen hätte England teilnehmen müssen, wenn Spanien daran teil- genommen hätte. Zur Bedingung habe Frank­reich gemacht, erstens, unsere Freunde und Ver­bündeten müßten auf dem Laufenden gehalten werden; zweitens, die Signatarmächte der Alge­cirasakte müßten damit befaßt werden; drittens, Deutschland dürfte keinen Besitz in Marokko for­dern. Deutschland ließ wissen, daß seine öffent­liche Meinung Kompensationen fordere, wenn es unser Protektorat über Marokko annehmen würde. Deutschland sagte: Ihr habt mit Eng­land, Italien, Spanien verhandelt; was wollt Ihr mit uns machen? (Zurufe.) Der deutsche Botschafter sagte mir, daß man am Kongo eine Kompensation finden könne. Dasselbe sagt der Staatssekretär von Kiderlen zu unserm Botschaf­ter Jules Cambon. (de Mun: Hatte man vor­her davon gesprochen?) Es wurde sich andauernd über die Langsamkeit der Verhandlungen ge- Lußert. Diese Langsamkett bewies den Wider­

stand, den wir beständig den deutschen Ansprü­chen entgegengesetzt haben. Herr von Kiderlen erklärte Cambon gegenüber, daß Deutschland be­reit sei, in einen Tausch in Togo und Kamerun einzuwilligen, aber es fordere den Eabon und den Kongo zwischen dem Ozean und dem Gange. (Zwischenrufe.) Wir erklärten, daß wir die Ver­handlungen auf dieser Grundlage nicht fortsetzen könnten. In diesem Augenblick gab es eine Zeit der Spannung, die Sie in Erinnerung haben. Man hat gesagt, daß uns unsere Freunde zum Streite trieben. Das ist ein vollständiger Irrtum. Wir haben auf die Forderungen Deutschlands mit Nein geantwortet. Als Deutschland seine Forderungen reduziert hatte, verlangte die Re­gierung, daß von territorialen Abtretungen erst nach der Regelung der marokkanischen Frage ge­sprochen würde.

Minister be Selves wurde namentlich auf Seiten der Rechten wiederholt durch höhnische Zwischenrufe unterbrrochen und hatte sichtlich mit einer ziemlich unfreundlichen Stimmung eines Teiles des Hauses zu kämpfen. Als er bezüglich der Verhandlungen mit Spanien sagte, Frankreich werde nichts tun, was feine Würde verletzen könnte, denn ein großes Land wie Frankreich dürfe seine Kraft nicht miß­brauchen, erhob sich ein langanhaltender Lärm auf der Rechten und auf der äußersten Linken. Erst als er zum Schluß auf die Erklärungen Sir Edward Greys und den Besuch Sassonows hinwies, die Be­weise für die unerschütterliche Stellung Frankreichs seien, wurde lebhafter Beifall laut. Mit großer Auf­merksamkeit wurde der Kolonialminister Lebrun an- gehört, der eingehend das Kongoabkommen vertei­digte und bemerkte, daß Frankreich ein Gebiet ab­trete, welches es bisher am wenigstens kolonisiert habe und das am wenigsten das Gepräge seiner Ar­beit trage. Diese Abtretung werde keine unheilbaren Folgen für das Kolorttalreich Frankreich in Zenttal- afttka tragen. Nach einer Rede Jaures, der die Hoffnung ausfprach, daß Spanien nach wie vor der Freund Frantteichs bleiben werde und nach einer Erklärung des Ministerpräsidenten Eaillaux, daß bei den schwebenden Verhandlungen Frankreich die gleiche Herzlichkeit Spanien gegenüber betätigen werde, wurde der Vertagnngsantrag de Mun mit 448 gegen 98 Stimmen abgelehnt.

Der Krim nnt T ipolis

Rom, 14. Dez. (Agenzia Stefani.) Mehrere türkische Bewohner von Tripolis, die die Stadt verließen, waren auf Anordnung der italieni­schen Behörden nach Fiume und Triest gebracht worden, um von dort in ihre Heimat zurückkeh- ren zu können. Bisher übernahm der türkische Konsul in Triest die Aufgabe, die Leute in ihre Heimat zu befördern. Kürzlich lehnte der Kon­sul es ab, sich um die aus Tripolis kommenden und der sogar schon nach Triest gebrachten Tür­ken zu kümmern, sodaß diese türkischen Unter­tanen neuerlich nach Italien geschafft werden mußten, um von dort direkt nach Konstantinopel gebracht zu werden.

Konstantinopel, 14. Dez.Sabah" erfährt, der Pforte sei auf diplomatischem Wege der Vorschlag gemacht worden, die Kriegsgefan­genen auszutauschen. Die Zahl der gefangenen Türken beträgt 36, die der Italiener etwa 150.

Politische Umschau.

Unsinnige Behauptungen.

Berlin, 14. Dez. DieRordd. Allg. Ztg." schreibt: DieHumanit^" veröffentlichte Artikel mit Enthüllungen über deutsche Umtriebe gegen Portugal, die trotz ihres karnevalistischen Cha­rakters vomVorwärts" und anderen Blättern getreulich nachgedruckt werden. Darin findet sich beispielsweise die unsinnige Behauptung, der Staatssekretär des Auswärtigen habe vom fran­zösischen Botschafter freie Hand in Angola anstatt Kompensationen am Kongo verlangt. Die An­gabe, daß mit Wissen der deutschen Regierung im Hamburger Hafen zwei Schiffe mit Waffen und Münitton für die portugiesischen Royalisten lagen, deren Abfahrt erst auf Vorstellungen zweier Großmächte verhindert worden sei, stellt dieRordd. Allg. Ztg." dahin richtig, daß zwei von Lissabon signalisierte Portugiesen, angeblich Führer der monarchistischen Gegenbewegung, Mitte Oktober in Hamburg gewesen seien, aber, ohne Waffen- oder dergleichen Einkäufe gemacht zu haben, nach Paris weitergereist seien. Vor­stellungen von dritter Seite seien überhaupt nicht erhoben worden. Ferner auf die Mitteilung der portugiesischen Regierung, in Hamburg seien Ende November mehrere Schiffe für Rechnung der monarchistischen Berschwörnng mit Artillerie­

material und Munition beladen worden, seien unverzüglich Nachforschungen eingeleitet worden, die bisher nicht zu einem Ergebnis geführt ha­ben. Die weiteren Angaben derHumanitS" über die Besetzung portugiesischer Forts und Territorien im Kubango-Eebiet durch Deutsch­land seien dahin richtig zu stellen: in Wirklich­keit liege Libebe auf deutschem Gebiet; in der Nähe dieses Ortes errichteten die Portugiesen, gleichfalls noch auf deutschem Gebiete, ein Fort; der deutsche Eewaltstreich gegen dieses Fort be­schränkte sich darauf, daß kürzlich in Lissabon deutscherseits Vorstellungen erhoben wurden, um die Zurückziehung des Forts auf portugiesisches Gebiet zu erreichen.

München, 14. Dez. Die von der französi­schen ZeitungHumanitS" verbreiteten Mittei­lungen über politische Zusammenkünfte auf dem Schlosse Nymphenburg zu Gunsten der monarchi­schen Bewegung in Portugal sind von Anfang bis zu Ende unwahr. Mehrere der ht den Ar­tikeln genannten Persönlichkeiten sind dem Prin­zen und der Prinzessin Ludwig Ferdinand, die sich grundsätzlich von jeder Politik fernhalten, völlig unbekannt.

Die offiziös zurückgewiesene Meldung läuft darauf hinaus, den Kaiser und den König Al­fons XIII. als Triebfedern der monarchistischen Bewegung in Portugal hinzustellen. DieRordd. Allg. Ztg." hätte nicht nötig gehabt, das müßige Geschwätz, das sicherlich demVorwärts" und seinem Anhang ein kindliches Vergnügen be­reitet, so kräftig zu dementieren.

Deutsches Reich.

Ans dem Bundesrat. Berlin, 14. Dez. In der heutigen Bundesratssitzung wurde den vom Reichstag angenommenen Entwürfen betreffend das Gesetz über die Ausgabe kleiner Aktien in den Konsularbezirken und int Schutzgebiete Kiautschou, betr. das Hausarbeitgesetz, das Ge­setz betreffend Aenderung der §§ 114 a u. s. f. der Gewerbeordnung, das Gesetz betreffend die Auf­hebung des Hilfskassengesetzes und das Verstche- rungsgesetz für Angestellte, das Gesetz betreffend die Handelsbeziehungen zum britischen Reich zu­gestimmt. Eine Reihe Etats für 1912 wurden genehmigt.

Äei« Wechsel in der Regentschaft Braun­schweigs. Braunschweig, 14. Dez. Die Meldung eines Berliner Mittagblattes, der Besuch des Königs von Dänemark, des Erotzherzogs von Mecklenburg und des Herzogregenten von Braunschweig in Berlin hänge mit dem bevor­stehenden Wechsel in der Regentschaft des Her­zogtums Braunschweig zusammen, entbehrt, wie derBraunschweigischen Landeszig." und den Neuesten Nachrichten" nach Erkundigungen an zuständiger Stelle erklärt wird, jeder Begrün­dung.

Der KreuzerBerlin". Kiel, 14. Dez. Der KreuzerBerlin" ist heute mittag 12y2 Uhr hier eingetroffen.

Ausland.

Der Palazzo Farnese als französische Bot- schäft. Paris, 14. Dez. Nach mehrjährigen Ver­handlungen ist zwischen der italienischen und französischen Regierung eine Vereinbarung zu­stande gekommen, wonach Italien den Palazzo Farnese, den Sitz der französischen Botschaft in Rom, an Frankreich verkauft. Die italienische Regierung hat sich jedoch unter gewissen Beding­ungen das Rückkaufsrecht gesichert.

** England und Spanien. Madrid, 14. Dez. Ministerpräsident Canalejas erklätt die Mel­dung, die Befestigungen von Ceuta sollten ge­schleift werden, um dadurch England für die gu­ten Dienste bei den französisch-spanischen Ver­handlungen zu belohnen, für unrichtig. Die Frage sei bereits seit langem zwischen Spanien und England geregelt.

** Ssasonow über di« Lage. Petersburg, 14. Dez. Der Minister des Aeußern Ssasonow er- flärte in einer Unterredung dem Vertreter der Rowoje Wremja", das Marokkoabkommen und die persische Frage bildeten einen Prüfftein für die Festigkeit des Dreibundes und der Triple­entente. Nirgends bestehe der Wunsch, die poli- ttsche Gruppierung zu ändern. Eine etwaige Thronusurpation des Exschahs würde nicht aner­kannt werden. Rußland verzichte nicht auf eine Entschädigung für die Expeditionskosten, es be­rücksichtige iebod) die schwierige Finanzlage Per­

siens. In der Dardanellenfrage führe Rußland: keine offiziellen Verhandlungen, doch könne der Botschafter in Konstantinopel Tscharykow Pri­vatgespräche darüber geführt haben. Die Frage, ob China Schritte von Rußland zu befürchten habe, könne er verneinen, solange die chinesisch« Revolution für Rußland nicht bedrohlich werde..

** Die Dardanellenfrage. Konstantinopel: 14. Dez. Es wird versichert, der russische Bot­schafter Tscharykow habe gestern auf der Pfotte die Erklärung abgegeben, daß er nicht mehr in die Diskussion der Dardanellenfrage eintreten werde. *

** Eine Rückkehr des Exsultans? Konstan- tinopel, 14. Dez. Wie verlautet, ist der Exsultan' Abdul Hamid aus der Via Allantini in Saloniki nach Konstantinopel übergeführt worden. Abdul Hamid ist schwer erkrantt. Wien, 14. Dez. An hiesiger informierter Stelle wird derNeuen Freien Presse" mitgeteilt, daß man keine Bestä­tigung der Nachricht habe, daß Abdul Hamid nach Konstantinopel übergeführt werde und daß die Gerüchte über einen Systemwechsel in der Türkei Unbegründet seien.

Marburg und Umgegend. ' («achtruck aller OttginaiarUkrl ist gemäß § 18 de« !1> heberrecht!» nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. 8*8-* gestattet.»

Marburg, 15. Dez.

Für Reichstagswähler.

Die Wählerlisten liegen nicht im Rathaus, sondern im Kiliansgebäude (Einwohnermelde­amt) zur Einsicht auf.

Bom Wetter. Obgleich der kalendermäßige Winter vor der Türe steht und sonst um diese Zeit die Feldarbeit völlig ruhen muß, sieht man in diesem Jahre die Landwirte infolge der seit­herigen milden Witterung noch tüchtig an der Arbeit. Man sieht Aeckcr düngen, umpflügen, stürzen und eggen. Auch in den Gärten wird jetzt das Versäumte nachgeholt, man gräbt, man pflanzt Bäume und Sträucher. Im Vorherbst war es infolge der herrschenden^Trockenheit nicht möglich, die Ballung von Feld und Garten zu beenden. Dar ^'lde Wetter hat auch den Eras- wuchs noch einmal zur Entwicklung gebracht. So konnte doch bis in die letzten Tage hinein Vieh gehütet, ja sogar hier und da Gras zum Füttern geholt werden. Daß es anderwätts gerade so ist, geht aus folgender Meldung hervor. Seit etwa 8 Tagen ist die Witterung in der Provinz Sach­sen und in den meisten Gegenden Thüringens so mild, daß vielfach die Bäume neu blühen und daß man im Saaletal das Vieh auf die Weide treibt. Die Trockenheit macht sich noch fühlbarer als im Sommer. In vielen Orten herrscht eine Wassersnot, wie sie seit Erdenken nicht bekannt war. In den letzten Tagen kam in Apolda zu der Wassersnot noch ein Wasserrohrbruch, sodaß in der ganzen Stadt kein Wasser zu haben war. Die Fabriken mit Dampfbetrieb mußten ihre Tätig­keit einstellen. Bei uns hier hat es nun zum Glück tüchtig geregnet, aber immer noch nicht genug. Der im letzten Sommer so stark ausgetrocknete Boden kann noch viel Feuchtigkeit vertragen. Aus Amerika kommen ebenfalls Meldungen be- tresfs des milden Winters. So wird aus New- york geschrieben: Ueber Newyork und Umgegend ist eine starke Hitzwelle hingegangen. Das Thermometer zeigte, wie in den schönsten Som­mertagen, eine Temperatur von 60 Grad Fahren­heit. Die Bevölkerung holte wieder ihre Som­merkleidung hervor. Einen gleichen Sommertag im Winter, der eine so hohe Temperatur aufzu­weisen hatte, hat man seit dem Jahre 1873 nicht mehr erlebt. In den Gärten schlagen bereits di« Bäume aus. In Boston stehen die Parkanlagen wie im Frühjahr bereits im ersten Grün. Auf den Berkshire-Hügeln haben die Ahornbäume in­folge der Wärme schon neuen Knospenschmuck. Andererseits sei mitgeteilt, daß Wetterkundige für die nächsten Tage Schnee und Frost ankün- tagen.

Personal-Nachrichten. Ernannt: Der Ab­teilungsarzt Dr. med. Giese am Landeshospital Haina zum Oberarzt, der Abteilungsarzt auf Probe Dr. med. Heer zu Haina endgülttg zum Abteilungsarzt für die Irrenanstalten des Se» zirksverbandes. Etatsmäßig angestellt: Die Pfleger Adam Jäger und Heinrich Schmermund beim Landeshospital Haina.

g. Besichtigung. Gestern besuchte Herr Pro-, fessor August Gaul, welchem die Abführung bes ,