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1911
Tie „Lberbeflische Leitung" erichcrnt täglich nut «urnatz.ne Ser ».nn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 9.25 * (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen ~ — - ------- ' ' ' * (Für unver.
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Marburg
Sonntag, 10. Dezember -
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage"
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Erstes Blatt.
Die heutige Nummer umsaßt
16 Seiten. -
Rußland und die Türkei.
Die Dardanellensrage.
-Petersburg, 8. Dez. Die „Nowojo Wremja" schreibt: (Es ist augenblicklich unangebracht, die Dardanellenfrage aufzuwerfen, da die Kompensa- l-nsforderungen der übrigen Mächte Schwierige -ren bereiten könnten. Das Blatt erkennt in die- : Angelegenheit die Untätigkeit der russischen »ytomatie an, welche die Frage neuerdings nicht «sgeworfen habe.
Konstantinopel, 8. Dez. „Jkdam" erfährt, der Ministerrat habe dahin entschieden, daß der Zeitpunkt für di« Oeffnung der Dardanellen noch nicht gekommen sei. Es werde in diesem Sinne die Antwort an di« russische Regierung gegeben werden.
Konstantinopel, 8. Dez. „Ieni Eazetta" erklärt mit Bezug auf die Dementis der Nachrichten bezüglich der russischen Note, die Form des Schrittes ändere nichts an dem Inhalt und der Wichtigkeit der diplomatischen Ak ion Rußlands. Das Blatt teilt über den Schritt Rußlands mit: Am Tag nach der Rückkehr der türkischen Kommission aus Livadia sprach der russische Botschafter in einer Unterredung mit dem Eroßwesir und dem Minister des Aeuhern von der Dardanellenfrage und erfiäite, die Durchfahrt russischer Kriegsschiffe durch die Meerengen würde an und für sich der Türkei keinen Schaden zufügen, sondern ihr im Gegen eil nützlich sein. Die Pforte antwortete, sie könne die Frage nicht erörtern. Man müsse di« anderen, gleichfalls interessierten Mächte befragen. Selbst wenn di« Mächte einwiüig- ten, könnte die Pforte nur auf der Aufrechterhaltung des status quo bestehen. Man glaubte, daß die Angelegenheit fich auf dielen Schritt beschränken werde, als der russische Botschafter am 2. Dezember den Schritt in ernster, kategorischer Weise Namens der Regierung erneuerte, indem ex freie Durchfahrt durch die Meerengen verlangte. Offenbar hatte Rußland die Mächtä sondiert und sich einiger Unterstützung versichert.
Paris, 8. Dez. Der russische Minister des Aeußern Ssasonow erklärte dem hiesigen Vertreter der Petersburger Telegraphen-Agentur Bei seiner Reise habe er nicht speziell di« Dardanellensrage oder die persische Angelegenheit im Auge gehabt. Die Presie habe unrecht, der Dardanellenfrage eine übermäßige Bedeutung beizumesien, und was das an Persien gerichtete Ultimatum anlange, so hatte dasselbe den Zweck, in würdiger Meise auf ein von Rußland als unzulässig erachtetes Vorgehen einer Kruppe persischer Politiker zu antworten, die weder Sinn für die wirklichen Verhältnisie, nach politischen Takt besitzen. Rußland strebe keneiswegs eine Vergrößerung seines Eebie s an, welche es nicht brauch«. Die Meldungen der Blätter, wonach Rußland die Dardanellenfrage diplomatisch aufrollen wolle oder von der Türkei gefordert habe, seien ein« Fabel. Es ist fein offizieller Schrtt erfolgt, sondern es haben lediglich einfache Besprechungen des Botschafters Tscharykow stat gefunden, welche durch die Befürchtung veranlaßt worden waren, daß die Türkei durch die Legung unterseeischer Minen den rusiischen Handel stören könnte.
Konstantinopel, 8. Dez. Die russische Aktion tn Persien, welche die Pforte stark beunruhig", bildete den Gegenstand ernster Beratungen in den letzten Sitzungen des Ministerrates. Die Pforte hat durch Zirkular die türkischen Botschafter beauftragt, die Aufmerksamkeit der Mächte auf die Ereignisse in Persien zu lenken. Wie verlautet, wird in dem Zirkular erklärt, daß weitere rustische Aktionen in Persien eine Lage schaffen würden, deren Folgen unberechenbar seien. Die Botschafter sollen die Mächte ersuchen, diesbezüglich bei Rußland ein« zuschreiten.________________
Die Revolution in Edina.
Peking, 8. Dez. Ein amtliches Schreiben des deutschen Postmeisters Henn« in Sianfu vom 26. November meldet, daß er von Strolchen angegriffen und am Kopfe verwundet worden sei. Offiziere der Aufftändischen hätten ihn in Sicherheit gebracht. Er habe sich wieder erholt und habe seinen Dienst wieder ausgenommen. Seine Frau, seine Klicker und ein englischer Angestellter seien unverletzt. Der Brief bestätigt die Nachricht vom Tode der Frau Beckmann sowie ihrer zwei Töchter und verschiedener chinesischer Schulmädchen. Di« Beamten der ausländischen Post- anstalten wünschen dringend, Sianfu zu verlassen, aber die Straßen würden durch Briganten unsicher gemacht, obwohl die Stadt ruhig ist.
Schanghai, 8. Dez. An Bord des englischen Dampfers „Kwanghing", der gestern nach Tientsin ht See ging, kamen bei Wusung Revolutionäre, um, trotz des Protestes des Kapitäns, nach Kontrebande tzu suchen. Das britisch« Konsulat hat hierauf Vorstellungen erhoben, trotzdem wird der „Kwanghing" «och immer festaebalten. An Bord befindet fich eilte revolutionär« Wache.
Politische Umschau.
Herr v. Eerlach
sendet uns eine weitere Berichtigung, die diesmal nun nicht uns, sondern die „Franks. Ztg." angeht. Merkwürdigerweise haben wir allerdings von einer Berichtigung in der „Fkf. Ztg." noch nichts gelesen. Da Herr v. Eerlach die Notiz und auch unsere Quelle kennt, so hätte man vermuten sollen ,daß Herr v. Eerlach in der „Franks. Ztg." berichtigt, wenn es ihm um die Klarstellung des wirklichen Sachverhalts in der Oeffentlichkeit zu tun ist. Nun, wir werden noch etwas abwarten, vielleicht kommt es noch. Herr v. Eerlach behauptet in der Berichtigung:
„Ich habe auf einen angeblichen Beschluß der Eesamtpartei, wonach immer der am weitest links stehende Kandidat zu unterstützen sei, nicht hingewiesen, auch gär nicht Hinweisen können, da ein solcher Beschluß nicht besteht. Ich habe im Gegenteil darauf hingewiesen, daß nach, meiner persönlichen Auffassung Unter gewissen Bedingungen die Abstimmung zwischen Sozialdemokratie und Fortschrittlicher Bolkspartei frei zu stellen sei."
Da wir bei unseren Ausführungen auf den Frankfurter Artikel nur nebenbei zu sprechen kamen, so hat der mehr oder weniger stimmende Bericht der „Franks. Ztg." auch keine besondere Bedeutung für uns. Daß die Teilnehmer die Anschauung haben mußten, Herr v. Eerlach habe für eine Stichwahlparole zugunsten des Sozialdemokraten reden wollen, haben wir aus' Herrn v. Eerlcichs eigenen Worten vollkommen klar erwiesen. Es erübrigt sich, sie zu wiederholen. Der Bericht der „Franks. Ztg." war lediglich efiie Bestätigung dafür: und in diesem Sinne halten wir ihn für zweifellos richtig. Ob es wörtlich so stimmt, daß ein Parteibeschluß vorliegt, kann dabei gleichgültig sein. Tatsache ist, daß bte Demokratische Bereinigung überall nach diesem Sinne handelt. Und wenn Herr v. Eerlach Ausnahmen davon konstruiert, indem er Bedingungen aufstellt, von denen er genau weiß, daß sie die Fortschrittliche Bolkspartei nach der politischen Situation nicht erfüllen kann, so ist das doch nur Wortspielerei. An den Tatsachen ändert das durchaus nichts, und mit Berichtigungen über Aenßerlichkeiten wollen wir uns doch nicht herumschlagen. - Als - Tatsache-bleibt bestehen, daß der Demokratische Verein Frankfurt einstimmig beschloßen hat, den Sozialdemokraten zu unterstützen gegen ein sehr weit linksstehendes Mitglied der Fortschrittlichen Bolkspartei, zweitens, daß Herrn. E er r* h. oft, Mitglied des Ausschusses der Demokratischen Vereinigung, bei diesen Verhandlungen zugegen gewesen ist und zu der Frage Ausführungen gemacht hat, die so verstanden worden sind und nach seinen Darlegungen in der „Hess. Landesztg." nur so verstanden werden konnten, daß Herr v. Eerlach in diesem Falle die Unterstützung des Sozialdemokraten für das Natürliche halte. Besonders hinzusetzen wollen wir, daß die Haltung der Demokratischen Bereinigung in Berlin und anderwärts gezeigt hat, daß ihre Tendenzen mit dem Frankfurter Beschluß durchaus übereinstimmen. Uns genügt das, den Wählern auch.
Deutsches Reich.
— Bom Kaiser. Wildpark, 8. Dez. Der Kaiser ist heute nachmittag um 3 Uhr 40 Min. aus Oberschlesien auf der Station Wildpark eingetroffen. Zum Empfang hatte sich die Kaiserin eingefunden. Die Majestäten begaben sich in das neue Palais.
— Aus dem „Reichsanzeiger". Berlin, 8. Dez. Der „Reichsanz." veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 7. Dez., wodurch der Reichstag aufgelöst wird, und eine zweite kaiserliche Verordnung vom 8. Dez., wonach die Neuwahlen am 12. Januar 1912 vorzunehmen find.
Ausland.
** Tripolis, 8. Dez. Di« Arbeiten zur Verstärkung von Ain-Zara werden eifrig fortgesetzt. Gestern vormittag wurden 3 Kavalleriepatrouillen zur Erkundigung gegen Süden und Osten ausgeschickt. Sie stellten bis auf 15 Kilometer Entfernung fest, daß sich kein feindlicher Trupp daselbst aufhielt. Ein Flugzeug stellte gestern Abend fest, daß auch die Straße nach Azizia über Bireddin hinaus und die Straße nach Birtobras und Sidiseich bis 8 Kilometer südlich von Sidiseich vom Feinde frei ist. Der Berichterstatter des „Xemps“, der am L Dezember
überfallen und verwundet worden war, ist jetzt fast vollkommen hergestllt. Er wird am Sonnabend oder Sonntag an Bord der „Bosfro" abreisen.
** Aus der belgischen Kammer. Brüfiel, 8. Dez. In der heutigen Sitzung der belgischen Kammer wurde über eine Interpellation der Sozialisten verhandelt, die Bezug Hai auf den Prozeß, den die Prinzestin Luise von Belgien gegen den Nachlaß König Leopolds angestrengt hat. Der Sprecher der sozialistischen Partei erklärte, der Minister Renkin habe im Jahre 1907 auf Anfrage in der belgischen Kammer erklärt, daß die Kongoanleihen der Jahre 1901 und 1904 eine richtige Verwendung gefunden hätten. Später aber habe er zugeben muffen, daß etwa 46 Millionen Franks von diesen Anleihen vom König Leopold in einer weise verwendet wurden, die nicht tn den Intentionen der Kammer gelegen haben. Der Minister gibt zu, daß er sich seinerzeit geirrt habe, er müsse aber erklären, König Leopold habe im Interesse Belgiens gehandelt, dessen Größe ihm am Herzen gelegen habe. Die Angelegenheit sei übrigens im vorigen Jahre schon von ihm richtig gestellt worden. Das von den Sozialisten beantragte Tadelsvotum für den Kolonialminister wurde von der Kammer mit 76 gegen 66 Stimmen abgelehnt.
Die Veröffentlichung der spanischen Infantin Paz. Parts, 8. Dez. Soeben erschien unter dem Titel „Aus meinem Leben" eine Sammlung von Artikeln, welche die spanisch« Infantin Paz in der katholischen Revue erscheinen lieft. Der Reinertrag des dem spanischen Bolke gewidmeten Buches soll frommen Stiftungen zufallen.
•* Di« spanisch - französischen Verhandlungen. Paris, 7. Dez. Wie aus Madrid gemeldet wird, hegt man daselbst bezüglich der französisch-spanischen Verhandlungen eine optimistische Auffassung. Man glaubt, daß sie einen raschen Fortgang nehmen werden. Ministerpräsident Eanalejas hat erklärt, daß er die Cortes am 10. Dezember einberufen will, und daß er hoffe, in einer ihrer ersten Sitzungen das französisch-spanische Abkommen vorlegen zu können.
Marburg und Umgegend.
(Rocht.uck aller Originalartlkel ist gemäß § 18 de« Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe »Qberheff. Ztg.' gettatt-t.)
Marburg, 9. Dez.
* Freie Lehrerstelle an der Oberrealschule. Durch die Beförderung des Herrn Mittelschullehrers Wickenhöfer als Rektor, in Gudensberg wird Ostern 1912 an der hiesigen Oberrealschule die Stelle eines seminaristisch gebildeten Lehrers frei. Nach Ausschreibung des Kuratoriums vom 28. Nov. in der „Pädagogischen Vakanzen-Zei- tung" wollen sich Herren, die die Befähigung zum Eesanglehrer besitzen, baldigst unter Einreichung ihrer Zeugnisse bei Herrn Direktor Dr. Knabe melden. Die Besoldung erfolgt nach den jeweiligen staatlich festgesetzten Grundsätzen.
* Marcell Salzer-Abend. In den Stadtsälen hielt gestern Marcell Salzer einen seiner „Lustigen Abende" ab. Der beliebte Rezitator hatte auch gestern wieder eine stattliche Gemeinde um sich versammelt, die sich von ihm willig ins goldene Reich des Humors gleiten ließ. Hebei die Kunst Marcell Salzers ist auch an dieser Stelle schon geschrieben worden, so daß wir uns begnügen können festzustellen, daß er immer noch der alte ist. Stürmischer Beifall lohnte ihm seinen köstlichen Humor, immer wieder schallte brausender Applaus durch den Saal, bis er sich zu einer Zugabe bereit finden ließ. Schnell waren die Stunden verflogen und nur ungern beschloß das Publikum den „Lustigen Abend".
PerfimmlRngen, Konzerte, Twenter, Brranüpungs- 9)n*-j*ten ufm.
* Gastspiel der urkomischen Buchwald». In den Stadtsälen findet am Sonntag, den 10. und Dienstag, den 12. Dezember, abends 8% Uhr, je ein Gastspiel der in Marburg bekannten und beliebten urkomischen Buchwalds statt. Das Programm ist äußerst reichhaltig und verspricht zwei genußreiche, humorvolle Abende. Im übrigen verweisen wir aus das Inserat im 2. Blatte.
* Märchenvortrag. Es sei nochmals aus den morgen Sonntag, den 10. Dezember, nachmittags 5 Uhr, in der Aula der Königlichen Universität stattfindenden Märchenvortrag von Frau Franziska Ellmen- reich, der bekannten Hamburger Tragödin, aufmerksam gemacht. Was da und dort der lieben Jugend durch Märchenvorftellungen an den Theatern in der Weihnachtszeit geboten ist, wird uns in Marburg in diesem Jahr durch den Vor'rag der Frau EUmenreich gegeben werden. Aber auch den Erwachsenen sei der Besuch des Vortrags empfohlen. Wir hoffen, daß fich ein zahlreiches Publikum am Sonntag in dem stimmungsvollen Raum der Universitätsaula einfinden wird, um der Märchenerzählerin und dem Gesang ihrer Begleiterin zu lauschen. Der hiesige Vater- dische Frauenverein, der, wie bekannt, das Arrangement des Bortrags übernommen hat, bestimmt den
I Betrag einer eventuellen Mehreinnahme seiner Sektion II, welch« die Ausbildung von Krankenschwestern führt.
• Bachs Weihnachts-Oratorium, dessen Aufführung durch den hiesigen Konzeriverein. am 19. Dezember, in der Festwoche vorgesehen ist, dürfte zahlreichen Besuch auch von auswärts zu erwarten haben. Die Kartenausgabe hat begonnen. Dank der vortrefflichen Akustik in der Kirche ist jeder Platz gut und durch Abstufung der Preise — Sitzplätze bis zu 1 Jk abwärts — ist Jedermann Gelegenheit geboten, sich an diesem Oratorium zu erfreuen, das eine der melodienreichsten und volkstümlichsten Kompofi- tionen Bachs ist. Es bedarf wohl kaum eines besonderen Hinweises auf die als Solisten gewonnenen Künstler. Der Tenorist George A. Walter gilt heut« als der beste Evangelist für Bachs Oratorien, Maria Philippi ist die Altistin für Kirchenmusik geworden. Diese, wie die übrigen Solisten Frl. Wiltichen «nd Heß van der Wyk sind ja auch hier bereits bekannt. Eine öffentliche.Generalprobe findet Montag, den 18. Dezember, abends 8 Uhr, in der Kirche statt.
• Im Biophon-Theater finden Sonnabend, Sonntag und Montag Vorstellungen statt. Programm: „Ein Meisterstück Sherlok Holmes", „Frau Thallien", „Seelenkampf", „Ein Künstlerstreich", „Der Kalbsbraten", „Rauke versäumt den Zug", „Moritz all Bauernfänger", „(Eine Seehundjagd in Taßmanien".
= Eisselberg, 8. Dez. Vergangene Rächt wurde hier aus einem Garten Wäsche gestohlen.
+ Erotzseelheim, 7. Dez. Herr Bäckermeister Heim. Lesch, Mitglied vom hiesigen Geflügelzuchtverein, erhielt in Mühlhausen in Thüringen auf seine Spezialzucht (Minorka schwarz) unter starker Konkurrenz mit ersten Züchtern Deutschlands Ehrenpreis 2 mal, 1. und 2. Preis. ’
Biedenkopf, 8. Dez. Rach nur kurzem Leiden ist heute der praktische Arzt Albert Hoffmeister im Alter von 52 Jahren gestorben.
Sechshelden, 8. Dez. Der etwa 15jährige Sohn des Landwirts Rink zeigte einigen Altersgenossen einen Revolver. Plötzlich krachte der Schuß und Rink sank in den Kopf getroffen zu Boden. Nach dem Krankenhaus in Dillenburg gebracht, verstarb er dort nach wenigen Stunden.
Wasil beweauna
f Erksdorf, 8. Dez. Donnerstag abend hielt v. Eerlach eine Versammlung in Erksdorf (bei Mendorf) ab, die von stark 150 Personen besucht mar, darunter einigen seiner Anhänger. Nachdem er unter Schweigen der Menge und dem kärglichen Beifall seiner wenigen, wohl auswärtigen, Ee reuen geendet hatte, erhob sich Rupp, der seiner Einladung gefolgt war, um unter brausendem Beifall v. Eerlach zu widerlegen. In der Diskussion sprachen noch Tesch und für Eerlach ein Herr Löbsack unbekannter Parteirichtung. Als Eerlach das Schlutzwor: beendet hatte, quittierte die Versamlung mit nicht endenwollenden Hochrufen auf Rupp. Tief be rübt schlich Eerlach aus seiner Versammlung von bannen. Ellenlang war schon vorher sein Gesicht, als ihm sein Versammlungsleiter erklärte, er sei nicht nur Mitglied, sondern sogar Kreisvorfitzender der deutschsozialen Partei.
Letzte Nachricht-n.
Berlin, 9. Dez. Gestern Abend gegen 10 Uhr wurde auf dem Tempelhofer Felde die Leiche einer etwa 40jährigen Frau gesunden, die allem Anschein nach kurz vorher ermordet worden war. Zuletzt war die Frau gegen 9 Uhr abends in Begleitung des obdachlosen Kutschers Hermann Stoll gesehen worden. Ein Polizeihund nahm sofort die Spur auf, die quer über das Feld führte.
Athen, 8. Dez. Die Regierung hat angeordnet, daß die Schiffe, die aus Kreta kommen, außer von Kenea und Kandia, Rethymnon und Neapolis einer fünftägigen Quarantäne unterworfen werden sollen. Diese Maßregel zielt darauf ab, die Ankunft kretischer Deputierter in Athen zu verhindern, um etwaige Verwickelungen zu vermeiden.
Konstantinopel, 8. Dez. Die Pforte hat bereits die Mitteilung der Antwort einiger Mächte betreffend den russischen Vorschlag in der Dardanellenfrage erhalten. Es wird versichert, daß die Antwort Englands ohne eine formelle Annahme zu fein, doch nicht so ablehnend lautet wie im 1 Jahre 1908.
Täbris, 8. Dez. Die Fidai haben damit begonnen, die Zitadelle von Täbris zu befestigen und Proviantvorräte anzusammeln. Der En» dschumen behauptet, daß Depeschen aus Teheran besagen, der standhafteste Widerstand von Täbris sei notwendig, um die Russen zu zwingen, ihn Forderungen herabzusetzen bezw. völlig zurückjH» riehen. ,