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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"

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1911

TieOverhes, lsche Leitung" eychernt täglich nut »ufr. k nt Ocz L-nn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 9.25 * lohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen Zojebitwn (Markt 21) 2.00 '* frei ins Haus. (Für unver» langt zugefandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.«Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Dienstag. 5. Dezember

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Erstes Blatt.

Conrad von Hötzendorf.

Aus Oesterreich wird eine politische Sen­sation gemeldet, die auch für Deutschland als Dreibundmacht von großem Interesse sein dürfte. Der Eeneralstabschef Conrad v. Hoetzen- dorf hat seine Stellung aufgegeben. Er wird ersetzt durch den Feldmarschalleutnant Schemna. Als Grund der Demission gibt man die unüber­brückbaren Gegensätze zwischen Hötzendorf und dem Minister des Aeutzern in den Anschauungen über die auswärtige Politik an. Besonders wird betont, daß die Gründe rein sachlich und durchaus nicht persönlich sind.

Es ist allgemein bekannt, daß Hoetzendorf der Vertraute des Thronfolgers Franz Ferdinand gewesen ist, mit dessen Zustimmung und 'In dessen Auftrag er unermüdlich tätig war, die Armee zu einem wirklichen Machtfaktor in Oesterreich zu machen und sie unbekümmert um das Mißtrauen des Auslandes in volle Kriegs­bereitschaft zu sehen. Dieses Mißtrauen aber erschien dem Diplomaten Graf Aehrenthal für seine Operationen sehr störend. Vorläufig hat Graf Aehrenthal, der das Vertrauen des Kai­sers besitzt, gesiegt, aber der Thronfolger hat ganz deutlich gezeigt, daß er mit Hoetzendorf sympthisiert. Aus seinem Militärkabinett ist ein Schreiben ausgegangen, in dem es heißt:

Es ist schon lange ein öffentliches Geheimnis, daß zwischen dem Grafen Aehrenthal und dem Chef des Eeneralstabes Meinungsverschiedenheiten be­stehen. Sie find in der Natur der beiderseitigen Ressorts begründet. Der Minister des Aeußern be­nötigt die Armee, um im Bedarfsfall« seine Politik mit Gewalt durchzusetzen. Der Chef des General­stabes kann andererseits seinem Amte nicht gerecht werden, wenn er nicht die Erscheinungen der äußeren Politik aufmerksam verfolgt und seine ArHnahmen der politischen Konstellation anpaßt. 5k den letzten Jahren haben die Gegensätze zwischen dem Grafen Aehrenthal und dem Baron v. Hoetzendorff derart zugenommen, daß das Verhältnis unhaltbar wurde. Da ein Wechsel in der Person des Ministers des Aeußern dem Kaiser mit Rücksicht auf die allgemeine Lage nicht am Platze schien, mußt« der Chef des Generalstabes zurücktreten. Diese Tatsache ist unge­mein bedauerlich. Wer das Verhältnis zwischen dem 'berufenen Oberkommandierenden der Armee und v. Hoetzendorff kennt, wird begreifen, wie schwer der Erzherzog-Thronfolger den Eeneralstabschef scheiden sieht. Als gehorsamer Soldat mußt« sich aber auch der Thronfolger der allerhöchsten En scheidung fügen. Baron v. Hoetzendorff scheidet aber nicht in Ungnade. Im Gegenteil. Der Kaiser besttmmte ihn zum Armeeinspekteur."

Der Thronfolger hat außerdem Freiherrn von Hoetzendorf in einer Aufsehen erregenden Audienz empfangen und ihn seines Vertrauens versichert und dieReichspost" erzählt, daß auch der Kaiser in dieser Wertschätzung mit dem Thronfolger übereinstimme; die Krisis sei noch keineswegs beendet.

Seine besondere Bedeutung erhält der Fall dadurch, daß die militärischen Vorbereitungen v. Hoetzendorfs sich im wesentlichen an der ita­lienischen Grenze betätigten. Das problema­tische Verhältnis der beiden Staaten ist ja be­kannt, eben erst hat DanzersArmee-Zeitung", wie auch wir berichteten, Mitteilungen gemacht, die darauf schließen lassen, daß in der bosnischen Krise Italien bereit war, Oesterreich in den Rücken zu fallen; die überklebten Mobil­machungs-Verordnungen von 1909 find in der Tat ein köstliches Stück. Vor kurzem veröffent­lichte die WienerReichspost" die Meldung, daß Italien bereits mit dem französischen Botschafter --. cvr- ___ - T wvyvn -trn Xtlpw

Entente verhandelt habe. Die Meldung soll verbürgt sein. Man würde diesen Nachrichten aber nicht so vickl Wert beilegen, wenn sie nicht mit dem allgemeinen Verhalten Italiens sich völlig deckten. Man denke nur an sein zweifel­haftes Benehmen bei den Algeciras-Verhand- lungen, die Bülow damals geschmackvoll als Extratour bezeichnete, und an die Nonchalance mit der es die Dreibundmächte bei Ausbruch der Tripolisaffäre behandelte. Es kommt noch die italienische Volksstimmung in Trento und Norditalien gegen die Porci tedesci (deutsche Schweine), worunter man durchaus die Oester- rctcher versteht, hinzu. Die Schwierigkeiten auf dem Balkan seien nicht vergessen. Man kau es daher verstehen, daß Oesterreich sich sichert, dazu ist die Armee in der Tat da, daß sie das beste

diplomatische Hilfsmittel ist bei Auseinander­setzungen, die infolge der Interessengegensätze unvermeidlich find. Das hat mit Kriegspariei nichts zu tun. Gerade die militärische Schlag­fertigkeit und Stärke sichert den Frieden; die Schwäche des Gegners reizt nur zu Versuchen, ihn zu demütigen. Die österreichische Krise war zur Zeit nach den vorliegenden Berichten nichts anderes als eine Dreibundkrise, und von diesem Standpunkte haben wir fie neben dem rein österreichischen zu betrachten.

Wie dieZeit" erfahren haben will, wurde von der Demission des Barons Conrad von Hoetzendorf als Erster der italienische Bot­schafter, Herzog von Avarna, verständigt, wel­cher davon wiederum dem deutschen Botschafter, v. Tschirschky, Mitteilung machte, wobei er seiner Genugtuung darüber Ausdruck gegeben haben soll, daß der Chef des Generalstabs auf dem Altar des Dreibundes geopfert fei. Die Mehr­heit der österreichischen und die gesamte un­garische Presse nimmt die Partei des Grafen Aehrenthal.

Das Ende Persiens.

So kann man das, was jetzt mit dem Lande des Cyrus und Kambyses geschieht, bezeichnen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Rußland und England sich verständigt haben, Persien das Schicksal Koreas zu bereiten. Was geht das uns überhaupt an? wird mancher denken.

Nun, sehr viel; wir haben in Persien beträchtliche Handelsinteressen, und es kann uns nicht gleichgültig lein, wenn uns eineoffene Tür" nach der anderen zugemacht wird. Dann ,aber ist auch dieseAnnektion" außerordentlich zu zeitgemäßen Betrachtungen geeignet. Die Versuche Rußlands und Englands, Persien unter sich zu teilen, find alt, beide Staaten haben be­reits das Land stark gedemütigt, und wenn sie sich jetzt über eine friedliche Teilung verstän­digen, so ist ein Widerstand dagegen unmöglich. Die Verleihung einer Verfassung in der Türkei sowohl wie in Perfien hat nicht gehindert und wird nicht hindern, was das verfassungsfreudige demokratische England mit ihm vorhat, und als man in dem Amerikaner Shuster einen Reorga­nisator großen Stils gefunden zu haben glaubte, da dringen die Mächte, die in der Bolksbeglück- ung der anderen bekanntlich ihr Ideal sehen, darauf, daß dieser Mann schleunigst entfernt wird. Später könnte es vielleicht schwierig sein, das Land in die Taschen zu stecken, das ganze sind ja nur Etappen auf diesem Wege. Herr Grey ist aber tiefbekümmert über die Gefahren, die der persischen Unabhängigkeit drohen und im Unterhaus erklärt er unter lautem Beifall, daß sich eine Lösung gemeinsam mit Rußland finden werde, in demselben Augenblick, wo man sich anschickt, das persische Reich zu teilen. Es ist ja immer dieselbe Geschichte in Aegypten oder in Marokko oder sonstwo: langsam setzt man sich fest, sorgt dafür, daß die entstandenenUn­ruhen" gedämpft werden und bleibt im Lande. Die Souveränität des Herrschers wird öffentlich nicht angetastet; in einem Geheimabkommen kann man dann schon deutlicher werden. Per­sien geht es jetzt auch so ,mit zäher Energie hat man den Plan verfolgt, dessen Ziel jetzt sicher ist, denn an einen ernsthaften Widerstand Per­siens ist doch nicht zu denken. Wir haben aber keine moralischen Betrachtungen darüber anzu­stellen, wie rücksichtslos oder heuchlerisch oder wie man es sonst nennen will, England seine Interessen verficht. Nur das muß man sagen: wenn der Freiheit Persiens sicherlich nicht zum »in Ende cmmcnbt wird. ''"TT- ' - ---» - /

dann ist das für England

liches, wenn aber Deutschland als Entschädigung fiir das, was es in Marotta verliert, eine Ge­bietsabtretung in den Kongo-Sümpfen verlangt, so sieht der englische Minister des Auswärtigen die heiligsten Interessen feines Volkes verletzt und will sich mit aller Gewalt in die Verhand­lungen mischen, in denen Deutschland eine so kolossale Unverschämtheit zeige. Wenn aber gar ein harmloser Kreuzer zum Schutze deutscher Interessen vor Agadir erscheint, dann hält Herr Lloyd George im Auftrag feiner Regierung un­verschämte Reden und die englische Volksseele kommt zum Kochen. Herr Grey stellt sich zum Schluß dann noch vor das Parlament und ver­langt, Deutschland müsse beweisen, daß es keine aggressiven Absichten habe. Uns ist es genug.

und wer aus dem Verhalten Englands nunmehr feine Schlüsse nicht zu ziehen vermag, de« ist nicht zu helfen.

Der Krieg um Tlipolis.

Tripolis, 2. Dez. Am frühen Nachmit­tag verfeuerte derCarlo Alberto" auf eine Ab­teilung von etwa 100 Arabern, die auf dem äußersten linken Flügel gedectt hinter einer Mauer standen, zwei Granaten mit großer Sprengladung. Beide Geschosse trafen so genau, daß Mauer und Araber in einer Staubwolke verschwanden. Gegen 3 Uhr nachmittags feuerte Carlo Alberto" auf ein Zeichen des Drachen- ballonsgegen Fornazi. Nach wenigen wirkungs­vollen Schüssen beobachtete man einen Drachen­ballons-, wie sich zwei türkische Kolonnen in Hast nach dem Innern der Oase zurückzogen.

Paris, 2. Dez. DieAgence Havas" mel­det aus Derna: Ungefähr 1000 Türken und Araber machten auf die Südfront der Italiener einen allgemeinen Angriff, wurden aber d-rrch heftiges Artilleriefeuer zurückgetrieben.

Tripolis, 2. Dez. Als der Bericht­erstatter desTemps", Jean Carrere, gestern nacht nach Hause zurückkehrte, wurde er ver­räterisch angefallen und in der Schulter dicht am Halse durch einen Dolchstich verwundet. Der Täter ist entflohen. Die Ermittelungen ge­stalten sich schwierig, da Carrere keine Personal­beschreibung geben kann. Carrere und der fran­zösische Konsul erhielten bereits Drohbriefe in französischer Sprache, sie benachrichtigten aber bedauerlicherweise die Behörde nicht.

Tripolis, 2. Steg. Zuara ist von dem PanzerLiguria" mit großer Heftigkeit bom­bardiert werden. Auch Tagiura, das Zentrum der feindlichen Stellung, soll bombardiert wer­den. Auf die Entdeckung des llebeltäters, der den Anschlag auf Jean Carrere verübte, wurde ein Preis von 10 000 Piastern ausgesetzt. Wie aus Homs gemeldet wird, wurden gestern drei Kompagnien auf einem Erkundungszuge heftig beschossen. Mit Hilfe zweier weiterer Kom­pagnien und einiger Batterien wurde der Feind zurückgeworfen und bis in die Ruinen von Lebdah verfolgt. Die Italiener hatten zwei Tote und zehn Verwundete, der Feind beträcht­liche Verluste.

Konstantinopel, 3. Dez. Wie ver­lautet, hat die Pforte gegen die völkerrechts­widrige Beschießung der nicht befesttigten Plätze Motta und Schech Said bei den Mächten Protest eingelegt.

Konstantinopel, 2. Dez.Jeune Turc" will wissen, der Eroßwefir werde morgen im Ministerrate vorschlagen, die Entfernung der in türkischen Häfen sich aufhaltenden Italiener an­zuordnen.

Berlin, 2. Dez. Das Anerbieten des deutschen Zentralkomitees vom Roten Kreuz zur Hilfeleistung im italienisch-türkischen Krieg hat die türkische Regierung mit wärmstem Dank an­genommen. Die Hilfsaktion wird demnächst ein­gleitet werden. Das italienische Rote Kreuz lehnte bekanntlich unter Hinweis auf die vater­ländische Opferwilligkeit in Italien auswärtige Hilfe dankend ab.

Deutsches Neich-

Der Schwarze Adlerorden für den König von Siam. DerReichsanzeiger" meldet: Dem König Vajiravudh von Siam ist der Schwarze Adlerordent verliehen worden.

Keine Schenkungssteuer. Berlin, 2. Dez. Der Bundesrat erklärte sich derBerliner Kor- Xllfol*« in i»i nein B-l^sussk vom 19. Oktober damit einverstanden, daß, wenn Kirchen oder juristische Personen, die ausschließ­lich kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Zwecke verfolgen, Zuwendungen zu diesen Zwecken aus Vermögen machen, das ihnen nach­weislich letztwillig oder schenkweise zugewendet wurde, von weiteren Zuwendungen eine Schen­kungsabgabe nicht erhoben werde.

Die ,,Rordd. Allg. Ztg." und Sir Greys Rede. Berlin, 3. Dez. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt in ihrer Wochenrundschau:Der britische Staatssekretär Sir E. Grey hat am vergangenen Montag in längeren Darlegungen vor dem Unterhause die Haltung Englands in der marok­kanischen Frage während des verflossenen Som­mers auseinandergesetzt. Er hatte sich die Auf­

gabe gestellt, zu begründen, wie die englische Politik dazu gelangt ist, in die Anfang Juli in London abgegebenen amtlichen deutschen Erklä­rungen über unsere Absichten in Marokko Zwei­fel zu setzen. Auf die dabei zur Sprach« gekom­menen Einzelheiten möchten wir für jetzt nichr eingehen, weil es angebracht erscheint, abzu- warten, ob nicht bei der zweiten Besprechung des Marokko-Kongo-Abkommens int Reichstage etwa noch ergänzende Mitteilungen von deutscher Seite erfolgen.

Die kleine Strafgesetznovelle ist gescheitert. Wie berichtet wird, ist von den Konservativen und der Wirtschaftlichen Vereinigung lebhafter Widerspruch gegen die Ausschaltung der Ver­schärfung der Beleidigungsstrafe erhoben wor­den; auch konnte eine Einigung über die Echächtfrage nicht erzielt werden. Unter diesen Umständen muß allerdings das Schicksal der Vorlage leider wieder als ziemlich zweifelhaft gelten.

Ausland.

** Die diplomatischen Abmachungen über, Persien. Die Beziehungen Rußlands zu Persien werden durch zwei diplomatische Akte bestimmt, nämlich durch die englisch-russische Konvention, < durch die Persien in zwei Einflußsphären geteilt wirb und durch das Abkommen von Potsdam, durch das anerkannt wird, daß Nordpersien in die Einflußsphäre Rußlands gehört. Die wei­terem Schicksale Persiens werden von den gegen­seitigen Handlungen der beiden interessierten Mächte England und Rußland abhängen. Die Aufgabe dürfte sich darauf beschränken, die Wiederherstellung der Ordnung im Lande unterstützen, da England bereits in einer frü­heren Antwort an Rußland seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben hat, daß das Eingreifen ' Rußlands ernsü Verantwortlichkeit und schwere Folgen nach sich ziehen könnte. Das innere Leben Persiens durfte deshalb auch weiterhin außerhalb der Einflußsphäre der Mächte blei­ben. lleber die Folge», welche die Ablehnung des Ultimatums haben wird, kann man jetzt noch nichts sagen. Eine Wiedereinsetzung Nehemed Alis, des bisherigen Exschahs, als Scheinkönig, liegt ebenso im Bereich der Mög­lichkeit wie ein Protektorat Englands und Ruß­lands.

Das englische Königspaar in Intern. Bombay, 2. Dez. Das englische Königspaar ging heute nach­mittag an Land, wo es von dem Vizekunig von Indien und dem Gouverneur von Bombay . empfangen wurde. Es wurde auf einer Rundfahrt durch die Stadt von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Nach Vollendung der Rundfahrt kchrtef der König und die Königin an Bord derMedina" zurück

Portugal. Lissabon, 2. Dez. Der frühere Minister Jose Azevodo wurde bei Villareal in Trazosmontes unter der Beschuldigung, an der Ver­schwörung gegen die Republik teilgenommen zu haben, verhaftet.

* Unstimmigkeiten im spanischen Königshaus«. Paris, 3. Dez. DerTemps" meldet: Die in Paris lebende Infantin Eulalie hat heute Nacht von dem König Alfonso, ihrem Neffen, eine Depesche erhalten, in welcher derselbe sein Befremden über die von der Infantin geplante Veröffentlichung eines Buches ausspricht und ihr den Befehl erteilt, diese Ver­öffentlichung bis nach Erteilung seiner Er­mächtigung aufzuschieben. Die Infantin habe darauf telegraphisch geantwortet, sie sei sehr erstaunt darüber, daß man ein Urteil über ein Buch abgebe, bevor man es kenne. Sie benutzte den Anlaß, um dem König Adieu zu sagen, denn nach diesem der Inquisition würdigen Vorgehen halte fi« sich be- rechttgt, in ihrem Privatleben nach ihrem Gut­dünken zu handeln. Gleichzeitig gab die Infantin hfcn «L»a Güter in zu verkaufen.

* Di«"' spanisch - französischen Verhandlungen. Paris, 3. Dez. Von mehreren Blättern wird be­treffs der bevorstehenden französisch-spanischen Ver­handlungen anscheirnnd offiziös gemeldet, die fran­zösische Regierung habe in ihren dem Foreign Office unterbreiteten Vorschlägen in erster Reihe eine Revision des französisch-spanischen Abkommens von 1904, sowie Bürgschaften für einen freien Zugang nach Tanger verlangt, wo etwa nach dem Muster von Schanghai eine internationale Gemeindevertretung errichtet würde, die behufs Verwaltung der Küsb über eine entsprechende Polizei verfügen würde. Ii der spanischen Zone würde die Souveränität des Sultans dem Namen nach auftecht erhalten bleiben, doch würde Spanien das Recht zur Ueberwachung de», scherifischen Verwaltung erhalten, was notgedrungen das Recht militärischer Besetzung zur Folge hätte Spanien würde demnach in seiner Zone unter 86