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Erstes Blatt

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Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth). Markt 21. Telephon 55.

Cbtrbtfftjtht Rettung" erfchelkl täglich mtt üiiunat; ut cn «. NN- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch

in den letzten Jahren understrecht in den letzten Tagen so oft daran er­innert worden, daß England an seinen Freundschaft en fe st halten wolle, daß wir es nun wirtlich glau­be n. Ja, noch mehr, wir richten uns darauf, die englisch-französische Freundschaft weiterhin al» ein Bündnis gegen Deutschland ausspielen zu sehen, von Berufenen und Unberufenen. Wir schließen den marokkanischen Zwischenfall von 1911 mit der Frage: Welche Mache, abgesehen von den täglichen Nadelstichen, wird der deutsch­feindliche Klüngel nun zunächst ins Werk setzen? Er wird nicht müßig bleiben, da ihm die Hetze Heuer so glänzend gelungen ist. Von Frankreich ist auf die Dauer keine Besierung zu erwarten. Es gibt dort zuviel Leute, auf die der sonst recht zweifelhafte Spruch zutrifft, Patriotismus sei die letzte Zuflucht eines Schurken, und Patriotis­mus bedeutet hierbei den Kampf gegen Deutsch­land.«

Das sind harte Worte, die das offiziöse Blatt hier findet, man muß ihnen aber zustimmen und es hat recht wenn es schließt:Es ist schon viel gewonnen, daß es den Hetzern diesmal nicht ge­lungen ist, eine Lage ohne Ausweg zu schaffen. Zum sorglosen Schlaf kann man indes bei ihrer Beharrlichkeit niemand raten."

46. Jahrg.

1911.

übrigen brauchen wir nur daran zu erinnern, daß vom Zentrum all die Gesetze, die den katholi­schen Geistlichen in Zivil- wie in Kriminalsachen den Laien gleichstellen, mit genehmigt wurden. Daraus geht doch die Stellung de» Zentrum» klar und deutlich hervor."

Der Fall Kraatz. Berlin, 30. Rov. Der Eemeindekirchenrat der Lutsengemeinde hat nach Abweisung der Klage wegen Eottesdienststörung gegen die Offiziere, die ihre Soldaten während der Rede Kraatz' über Jatho au» der Kirche hinausführten, die letzte Instanz, das Reichs­militärgericht, angerufen. Der Eemeindekirchen­rat hofft, daß dieses Gericht das Urteil der Vor- instanz umstoßen werde.

Die Direktoren Höherer Schulen und der Extemporale-Erlaß. Anläßlich des bekannten Extem- porale-Erlasies waren die Direktoren der höhere« Lehranstalten der Provinz Brandenburg vom Provinzialschulkollegium zu einer Versammlung be­rufen, um die aus dem Erlaß resultierende Neuge­staltung des Unterrichts zu erörtern. Aeber den Verlauf dieser Zusammenkunft werden folgende Mit­teilungen gemacht: In der geräumigen Aula des Wilhelm-Gymnasiums in der Bellevuestraße, ver- sammeln sich die Leiter und Leiterinnen der branden- burgischen höheren Lehranstalten, fast 150 an Zahl. Vom Kultusminsterium ist der Geh. Oberregierungs­rat Reinhardt erschienen. Das Provinzialschul- kollegtum ist mit seinem Präsidenten Dr. Mayer an der Spitze fast vollzählig erschienen. Um 10 Uhr wird die Sitzung eröffnet und Geheimrat Eenz, der Nestor des Provinzialschulkollegiums, nimmt zu einer eingehenden Darlegung der Entstehung und Absicht des ministeriellen Erlaßes das Wort. Di« Herren Direk:oren reden zum Teil eine recht deut­liche Sprache in ihrer Kritik, die neben sachlichen Bedenken besonders gegen die Art der Veröffent­lichung, gegen die Form des Erlaßes, gegen die Ausschaltung der Direktoren bei der Vorberatung gerichtet ist, und die Herren am grünen Tisch haben genug zu hin, alle Einwürfe zurückzuweisen und immer wieder den richtigen Grundgedanken des Er­laßes hervorzuheben. Als nach ftinfstündigem Rede- kämpfe die Sitzung geschloßen wird, kann man einen erheblichen Umschwung der allgemeinen Stimmung zugunsten des Erlaßes feststellen und damit die Er­reichung des Hauptziels, das die Schulverwaltung bei der Einberufung der Versammlung im Auge hatte.

Koloniales

Der Stand der Eisenbahnen in den Schutzge­bieten. Berlin, 25. Nov. Dem Reichstage sind die Aufzeichnungen über den Fortschritt und den gegenwärtigen Stand des Eisenbahnbaues in den Schutzgebieten zugegangen. Im Berichtsjahr 1910 wurden vollendet: Die Kameruner Nord­bahn oder Manengabahn mit 160 Kilometern; die Togo-Hinterlandbahn Jdme-Atakpame gleich­falls 160 Kilometer Gesamtlänge. Beide sind am 1. April 1911 dem Verkehr übergeben wor­den. In Kamerun schritt der Weiterbau der Strecke Duaa-Edea der Mittellandbahn Duala- Wittmango weiter fort, ebenso in Ostafrika de: Weiterbau der Usambarabahn nach Moschi der Mittellandbahn nach Tabora. Auf der Usam­barabahn ist der vorläufige Betrieb bis Moschi am 4. Oktober eröffnet und damit das einst­weilige Endziel des Baues erheblich früher er­reicht worden, als der Bauvertrag vorschreibt. In Südwestafrika weist der Bahnbau gute Fort­schritte auf. Der Umbau der 188 Kilometer langen Staatsbahnstrecke Karibib-Windhuk ist im Berichtsjahr soweit gefördert worden, daß der Kapspurbetrieb am 22. August auf der ganzen Umbaustrecke eröffnet werden konnte. Der Neu­bau des Nord- und Südabschnittes der Linie Windhuk-Keetmannshoop ist im Berichtsjahre soweit gediehen, daß auf den beiden Abschnitten die ersten Teilstrecken dem vorläufigen Betrieb übergeben werden konnten. Was die Erträg- niße anlangt, so seht die Aufzeichnung den Be- triebsüberschuß der gesamten Bahnstrecken aus 4 852 868 Ä fest. Im Jahre 1911 wurden dem­nach vollendet und für den Verkehr eröffnet: In Ostafrika 347, in Kamerun 53, in Togo 25, in Südwestafrika 311, zusammen 736 Kilometer ge­gen 356 Kilometer im Vorjahre. Dieser Zuwachs der Betriebslänge, so schließt die Aufzeichnung, ist der größte, der bisher in einem Jahre erreicht wurde.

gewesen sei, sich f ü r aufrichtige freundschaftliche Beziehungen mit Deutschland ausgesprochen. Interessant sei es, wie andere Mitglieder de» Hause» sich ausgesprochen haben, die an keine Rücksicht gebunden waren, so z. B. die Rede de» irischen Führers Dillon, der dieMache", die ge­gen Deutschland gerichtet sei, kennzeichnete: Hieran schloß der Abgeordnete eine Kritik der Handlungen Frankreichs in Marokko und der hierzu gegebenen Zustimmung Englands. Und er knüpfte daran die Mahnung, nunmehr, wo die Krisis vorüber sei, möge man ihren Ursachen ernstlich auf den Grund gehen. Bei der sonst üb­lichen Behandlung Deutschlands kam Herr Dillon auf die Benutzung der Preße zu sprechen und nach derKöln. Ztg." führte er aus:Der Staats­sekretär hat i mVerlauf seine: Rede geäußert: Am 21. Juli wurde ich besorgt wegen Nachrich­ten, die am Tage vorher veröffentlicht worden waren." Nun hat der deutsche Staatssekretär in seiner Darlegung für die Budgetkommission des Reichstags Gewicht auf die Tatsache gelegt, daß Deutschland und Frankreich sich verständigt hat­ten, bei all ihren Unterhandlungen das Geheim­nis genau und streng zu wahren; Deutschland hat dieses Geheimnis ehrlich gehalten; nicht ein­mal feinen Verbündeten teilte es feine Unter­handlungen mit. Frankreich seinerseits hat das Geheimnis nicht beobachtet, sondern Mitteilun­gen durchsickern laßen- Der Staatssekretär sprach vonNachrichten'die am Tage vorher veröffent­licht worden waren." Beide Regierungen waren zum strengsten Geheimnis gebunden, es mußte daher ein unanständiger Bru chdes Geheimnisses vorgekommen fein. Die einzige Bekanntmachung der Nachricht fand sich in der Times, von ihren Berliner und Pariser Berichterstattern. Am 21. Juli gebrauchte diese Zeitung tatsächlich diesel­be» Worte wie der Staatssekretär, als er an demselben Tage dem Hause erklärte,die Forde­rungen Deutschlands seien solcher Art, daß keine französische Regierung sie auch nur einen Augen­blick erwägen könne", und weiter,daß keine bri­tische Regierung sie erwägen oder Frankreich er­lauben könne, sie anzunehmen." DieTimes" war der Kanal dieser Nachricht, die keine Zei­tung hätte veröffentlichen dürfen angesichts der schweren Fragen, die in der Wagschale schwebten. DieTimes" gilt jedoch, und der Redner be­dauert sagen zu müßen, daß dies zum guten Teil begründet scheine, als ein vom Auswärtigen Amt unterrichtetes Blatt, und die Beziehungen zwischen beiden Stellen gelten als außerordent­lich eng."

Das Blatt, dem wir diese Zeilen entnehmen, schreibt dazu sehr drastisch:Herr Dillon hat nicht alles gesagt. Wer dieTimes« nennt, muß auch denMatin" oder denTemps" nennen. Früher legte man den Pariser Blättern keine allzu große Bedeutung bei. Ihre Beschimpfungen Deutschlands und der Deutschen wurden hierzu­lande zwar für alle Fälle vermerkt, aber weiter nicht abgewogen: aus einem Hafersack kann man kein Weizenmehl holen, sagte man sich hier. Jetzt ist es anders geworden. Was die Pariser Gamins aushecken, findet in England willige Aufnahme, und sei es auch noch so albern. Wie ein gut Teil des europäischen Liberalismus vor zwei Jahren von dem Schwindel erfaßt wurde, der um Fran­cisco Ferrer herum getrieben wurde, so haben sich in England die Gemüter einer kindlichen Leichtgläubigkeit überlaßen, welche die Pariser Macher mit einer Plumpheit und Derbheit aus­nutzen, als hätten sie mit den Noastbeefeßern des 18. Jahrundert zu tun."

Weite Kreise seien von Deutschenhaß und Flottenwahn ergriffen und selbst Eren sei nicht gefeit davor. Er müße sich nach dem Wunsche seiner französischen Freunde richten und dieser Wunsch seinur nicht zu freundlich gegen Deutsch­land". Grey habe nun u. a. gesagt:1. Es gibt Gebiete in Afrika, die an britische Besitzungen anstoßen, namentlich an das Vereinigte Süd­afrika; wenn dort Vefitzwechsel stattfänden, könnte England sie nicht zugunsten anderer dul­den; 2. wenn umfangreiche Eebietswechsel statt- sänden, würde sich zweifellos Anlaß zu Erenzbe- richtigungen bieten, die britisches Land berühren würden. Escobar und Liguori hätten das nicht schöner und wirksamer sagen können, zumal als ultimo ratio jene neue französisch-englische Ee- schäftsregel vomDrang der Umstände" vorhan­den sein wird. EshatsichalsoindenBe- ziehungen der drei Mächte nach dem Marokkohandel nichts verändert: zweistehensichgegenein«. Wir sind

Deutsches Reich-

Lom Bundesrat. Berlin, 1. Dez. Der Bundesrat überwies die Entwürfe der Kaiser­lichen Verordnungen betreffend 1. den Geschäfts­gang und das Verfahren des Reichsverstcherungs- amtes, 2. die Gebühren der Rechtsanwälte im Verfahren vor Sicherheitsbehörden den zuständi­gen Ausschüßen. Der Vorlage betreffend die Aenderung der Anlage b zur Eisenbahnverkehrs­ordnung wurde zugestimmt.

Der Arbeitsplan de» Reichstages. Berlin, 1. Dez. Der Vorstand des Reichstags fetzte den Arbeitsplan für die nächsten Tage folgenderma­ßen fest: Vorausgesetzt, daß die Privatbeamten­versicherungsvorlage morgen erledigt wird, wür­den auf die Tagesordnung am Montag die dritte Lesung von Rechnungssachen gesetzt werden. Die Marokkosache würde am Dienstag zur Verhand­lung kommen, der Schluß des Reichstages am Mittwoch spätestens zu erwarten sein.

Teuerungszulage. Berlin, 1. Dez. Der Magistrat beschloß, allen verheirateten in städti­schen Diensten stehenden Personen, deren Ver­dienst zweitausend M. nicht übersteigt, eine ein­malige Teuerungszulage von 40 M zu gewähren. Es kommen 12 500 Personen in Betracht, sodaß etwa eine halbe Million M erforderlich find. Der Stadtverordnetenversammlung geht unverzüglich die entsprechende Vorlage zu.

Der Kreuzer »Berlin« in Casablanca. Easablanca, 1. Dez. Die Kommandanten des KreuzersBerlin" und des Kanonenbootes Eber" statteten General Moinier und dem spa­nischen Kommandanten einen Besuch ab. Gene­ral Moinier erwiderte den Besuch im deutschen Konsulat.

Unser neuer Kolonialbesitz. Berlin, 30. Nov. Wie wir hören, dürfte in etwa acht Tagen der Gouverneur von Kamerun, Dr. Gleim, in Berlin eintreffen, um an den Beratungen über die Angliederung des neuen Kolonialbesitzes an Kamerun persönlich teilzunehmen. Dabei dürf­ten auch die Maßnahmen erwogen werden, die für die wirtschaftliche Erschließung des neuen Gebietes erforderlich sind. Nach den Mitteilun­gen, die der stellvertretende Leiter des Kolonial­amtes, Dr. Eolf, und der Reichsschatzsekretär Wermuth im Hausbaltsausschuß abgegeben ha­ben, soll für das erste Jahr ein Betrag von 2y2 Millionen JC für die neuen Gebiete zur Ver­fügung gestellt werden.

Aussperrung. Berlin, 1. Dez. Infolge des ablehnenden Beschlußes der Former von gestern wurden heute in der Berliner Metallindustrie 60 00070 000 Mann ausgefperrt.

Zu dem neuen Motu proprio de» Papste» schreibt dieCentrums-Parlaments-Correspon- denz":Das Zentrum hat zu dem päpstlichen Er­laß keine Stellung genommen, es hatte gar keine Veranlassung dazu, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil Deutschland davon nicht betroffen wird. Es war nicht so voreilig wie die Rattonal- liberalen in Sachsen, die kaum etwas von dem Erlaß eines päpstlichen Motuproprios hörten und gleich die Regierung interpellierte». Im

Ausland.

*» »Unser Freund Italien«. Wien, 30. Roo. DieDanzersche Armee-Ztg." veröffentlicht unter der Ueberschrist »Unser Freund Italien" fol­

ger Duldung Persiens Souveränität ein Ende machen zu laßen, während das übrige Europa in andere Probleme verwickelt fei.

Zu der neu geschaffenen Lage liegen bis jetzt folgende Meldungen vor:

London, 1. Dez. Das Reuterbureau mel­det, daß das russische Ultimatum die Forderung einer sofortigen Regelung sämtlicher zwischen den, Mächten schwebenden Fragen enthalte. Die persische Regierung habe die guten Dienste der britischen Regierung erbeten zu dem Zwecke, daß die Zeit für die Antwort auf das Ultimatum verlängert werde oder wenigstens Rußland ver­anlaßt werde, sein weiteres Vorgehen für ein paar Tage einzustellen, sodaß das persische Ka­binett die Frage in Erwägung ziehen könne.

Wie wir schon gestern meldeten, hat die rus­sische Regierung es abgelehnt, auf eine Verlange- rung der gestellten Frist für Beantwortung des Ultimatums einzugehen. Obgleich Sir Edward Grey durch den englischen Gesandten der persi­schen Regierung dringend angeraten hat, die russischen Forderungen zu erfüllen, hat diese, ge­drängt von der Partei der Jungperser das Ulti­matum abgelehnt. Die Petersburger Telegr.- Agentur berichtet darüber:

Petersburg, 1. Dez. Das Ministerium in Teheran teilte heute mittag der russischen Ge­sandtschaft mtt, daß der Medschlis die russischen Forderungen abgelehnt hat. Die r>jir$6e Regie­rung erteilte infolgedessen der in 5Vc' :usam- mengezogenen Truppenabteilung Befehl, nach Teheran vorzu rücken.

Petersburg, 1. Dez. Infolge der Ab­lehnung des russischen Ultimatums durch Persien treten, russische Truppen von Rescht au» den Vor­marsch an.

Dschulfa, 1. Dez. Das dritte kaukasische Schützenbataillon ist hier eingetroffen. Es mar­schiert morgen nach Täbris, um die dortige Ab­teilung abzulösen.

T e h e r a n , 1. Dez. Der Petersburger Tele- graphen-Agentur zufolge ist infolge der Ableh­nung des russischen Ultimatums durch das Medschlis der Minister des Aeußern zurückge- ttefen.

Köln, 1. Dez. DieKöln. Ztg." meldet aus Teheran vom 1. Dezember: Soeben wurde ein Attentatsversuch gegen Ala ed Dauleh gemacht.

Teheran, 1. Dez. Der frühere Gouver­neur von Fars Ala ed Dauleh, der heute früh beim Verlaßen seines Hauses ermordet wurde, stand im Verdacht, mit Sepahdar int geheimen Einverständnis zu fein, um die R ü ck k e h r d e, früherenSchahszu ermöglichen. Der Mord wurde heute vormittag um zehn Uhr durch drei Männer verübt, die mehrere Schüße abgaben.

Marburg

Sonntag, 3. Dezember

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Deutschland und England.

In einem Artikel mit dem UntertitelMiß­trauen geboten" schreibt die »Köln. Ztg." über He deutsch-englischen Beziehungen. Sie weist herauf hin, daß Sir Erey» Rede in England selbst eine scharfe Kritik gefunden habe, was im- Jwt beachtenswerter fei, da nach alter Ueberlie. frning die englische Preße und öffentliche Mei- »«6 sonst sich unbedingt auf die Seite der Re- kteng stell«. Auch Herr Bonar Law habe, fo. Mt w 1|* al» Führer der Unionisten möglich

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus« und .Landwirtschaftliche Beilage«

Rußland und Persien.

Die von Rußland und England von langer Hand vorbereitete Aufteilung Persiens scheint nun vor sich gehen zu wollen. Der Stein ist von Rußland ins Rollen gebracht worden. Zum Mißvergnügen Englands, wie aus einer An­deutung Greys in der englischen Kammer her­vorgeht, wo der Minister darauf hinwies, daß das Vorgehen Rußlands in Persien bei aller Freundschaft zwischen England und dem Zaren­reiche doch von ernster Bedeutung sein könnte. England scheint überrascht. Es hätte wohl gar zu gern jetzt, da die Aufmerksamkeit der anderen Mächte von Persien abgelenkt zu sein schien, im Trüben gefischt. Interessant in dieser Beziehung ist eine Depesche des persischen Eeneralschatzmei- sters Morgan Shuster, eines Amerikaners, um den sich der Zwist Persiens mit Rußland dreht. Er erklärte, daß man feine Abberufung verlangt habe wegen feiner Weigerung. Persien an Ruß- * land zu »erraten und mit Englands scheinheili-

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