* mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage"
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1911.
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lauten Greys Erklärung gegenüber wie eine leere Phrase. Greys Erklärung bedeutet eine Drohung. SBenn Deutschland sich nicht recken und strecken könne, ohne auf den Widerstand Englands zu stoßen, so sei das im Grunde nichts anderes als die Androhung, die Vergewaltigung solle fortdauern. Eine Rede mit einer derartigen Ankündigung müsse einen ungünstigen Eindruck machen, nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Sie habe einen ehernen Klang und klinge wie die Kriegserklärung der Zukunft.
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bern von Frankreich ausging, und daß es Frankreich gewesen ist, das durch den Vormarsch nach Fez der Algecirasakte den ersten gefährlichen Stoß versetzt hat. Diese Vorgangsweise Frankreich« hat, rote auch englische Blätter festgestellt haben, Herrn Grey in seiner Ruhe nicht gestört, woraus wohl mit einiger Berechtigung gefolgert werden kann, daß der aggressive Charakter einer Politik von Seiten des Herrn Grey ganz verschieden beurteilt wird, je nachdem diese Politik die Frankreich« oder die Deutschlands ist. Das scheint uns der springende Punkt in der Rede Greys zu sein.
Soweit der Text der mir gewordenen Mitteilung. Ich kann noch hinzufügen, daß man die durch die Rede Greys geschaffene Lage an hiesiger maßgebender Stelle als durchaus ernst, wenn auch nicht hoffnungslos betrachtet und daß man die Hauptschwierigkeiten in der mangelnden Obj ektivi- t ä t Greys gegenüber Deutschland erblickt. Man konstatiert auch hier in der Rede Ereys bedeutsame Lücken, insbesondere stellt man fest, daß die Darstellung Grey« mit Ende Juli abschließt und die späteren Vorgänge mit keiner Silbe erwähnt sind. Als bedeutsam betrachtet man auch die scharfe Abwehr Ereys gegen die frühere englische Politik. Endlich wirft man auch hier die Frage auf, ob sich die englisch-französischen Beziehungen lediglich auf das Marokkoabkommen von 1904 gründen, oder ob es daneben noch eine besondere Eeheimbasis-für die Entente gibt.
Washington, 29. Rov. Die Presse bringt erst heute Bemerkungen zu Sir Edward Ereys Rede. Der Eesamteindruck ist eine gelinde Verlegenheit, doch wird durchgehends ein Sieg Ereys herausdestilliert wegen seiner gemäßigten Redeweise und bei Darbietung von Tatsachen. Deutschland wird noch immer als Störenfried behandelt, aber weniger höhnisch angefallen als im Sommer. Rur der Boston Transcript verhöhnt den Minister eines Kaisers, der eine Abenteurerpolitik liebe und die Verlegenheit einer Diplomatie, die nicht wisse, was sie tun solle, wenn ihre Drohung mit dem deutschen Schwert das Ausland nicht erzittern mache. Man müsse ihre gelegentliche Demütigung erwarten. Die „New Yorker Staatszeitung" fragt' Treibt England zum Kriege mit Deutschland? Sie schreibt: Als Bodensatz der ganzen großen Rede bleibt der britische Anspruch übrig, den Weltschiedsrichter oder Oberkommissar spielen zu wollen. Staatssekretär Grey hat offen und unzweideutig festgestellt, England habe zweimal in der Marokko-Angelegenheit eingegriffen und erklärt, unter den gleichen Verhältnissen werde es ein Gleiches tun. Das muß man in den Vordergrund stellen. Die schönen Worte Asquiths, England wolle keiner andern Nation im Lichte stehen,
(Ro^druc: verboten.)
Agnete Kaa8.
Roman von Am« Beebsflaatb.
Deutsch von Bernhard Man».
Weitere Nachklänge za Greys Rede.
London, 29. Nov. Der „Daily Telegraph" hebt eine Aeußerung Ereys hervor, daß England der deutschen Expansion in Afrika keinen Widerstand entgegensetzen würde, wenn sie unter den friedlichen Voraussetzungen des Austausches oder Kaufes geschehen kann. Wenn durch eine geschäftsmäßige Transaktion großen Stiles eine Million Quadratmeilen dem Deutschen Reiche hinzugefügt werden könnte, wäre England wohlwollender Zuschauer und könnte die Expansion Deutschlands erleichtern. Das Blatt unterschreibt Vonar Laws Wort, daß keine Partei ober Gruppe in Englanb Deutschland seinen Platz an der Sonne mißgönne und erklärt ferner: Wir sind nicht Schiedsrichter der Welt und maßen uns kein universelles Vetorecht an, und könnten es nicht ausüben. Wir können nicht oft genug wiederholen, daß es ein völliger Irrtum ist, zu glauben, daß England auf jedem Punkte der Erdkarte Deutschland im Wege stehe, wo irgend ein bestimmter Plan zur Expansion von den Mächten formuliert werde. Wir glauben, daß die Bedeutung jenes Teils der Rede Ereys immer mehr anerkannt wird. Hinter allen Problemen steht die Flotlenfrage. Wenn hierüber neue Verbitterung entstände, würde dies natürlich alles schädlich beeinflussen. Das Blatt glaubt, daß die internationale Atmosphäre durch die Rede Ereys «sser und nicht schlimmer geworden ist und meint: Augenblicklich sind noch einige Wolken, aber wir glauben, daß sie vorüberziehen werden und daß der Himel klarer wird.
Der Wiener Mitarbeiter der „Leipz. N. N." berichtet seinem Blatte: „Ich bin von maßgebender Seite autorisiert, Ihnen folgende Auffassung der Rede Ereys zu übermitteln: Es ist zwar an- zuerkennen, daß sich Herr Grey bemüht, die freundlichen Töne gegenüber Deutschland anzuschla'gen, und daß er den Beweis zu erbringen versuchte, daß die vom Hauptmann Faber verbreiteten Eerüchte unbegründet waren. Er hat gleichzeitig festgestellt, daß die englische Politik keine agg fine sei, und daß er hoffe, es werde auch die deutsche Politik sich jeder Aggression enthalten. Herr Grey scheint also der Meinung zu sein, daß die deutsche Marokkopolitik eine aggressive war, und daß er daher in die Zwangslage versetzt worden sei, in der bekannten Weise in der Marokkofrage im letzten Sommer vorzugehen. Herr Grey scheint aber zu vergessen, daß die Entsendung des „Panthers" nach Agadir eine Folge des französischen Vormarsches nach Fez gewesen sei, daß also die A g» tzression nicht von Deutschland, son-
@raf Posadowskys Wahlprogramm.
Am Dienstag hielt Staatsminister Dr. Graf v. Posadowsky-Wehner, der im Kreise Bielefeld- Wiedenbrück als Sammelkandidat der Konservativen, des Zentrums, der Wirtschaftlichen Vereinigung, des B. d. L. und der National- liberalen aufgestellt ist, vor einer von Tausenden besuchten Versammlung seine erste Wahlrede, 11. a. führte er aus:
Daß ihn nicht politischer Ehrgeiz getrieben habe, ein Mandat zu suchen, sondern er sei gekommen, um eine staatliche Pflicht zu erfüllen, nachdem er bereits in einer Reihe von Fällen die Bewerbung abgelehnt habe. Redner verglich dann unsere heutige auswärtige Lage mit der zur Zeit des Fürsten Bismarck und kam dabei zu dem Ergebnis, daß sich unsere Situation im europäischen Konzert gegen damals verschlechtert habe. Dies habe auch Einfluß aus den Marokkohandel gehabt. lieber den
Marokkoabschluß
äußerte sich der Redner fleptisch. Alle internationalen Fragen seien in ihrem tiefsten Grunde eigentlich wirtschaftlicher Natur. Deshalb müssen unsere diplomatischen Vertreter Männer der Volkswirtschaft, des Handels, Verkehrs und der Finanzen sein. Der Kern unserer Landesverteidigung bleibt in einem Lande mit drei trockenen Grenzen immer bas Lanbheer.
Die Reichsfinanzreform
hat eine systematische Schuldentilgung vorgesehen, worin ich ihr wesentliches Verdienst erblicke. Bei größter Sparsamkeit muß für die Folge eine Klassifizierung der Ausgaben nach ihrer Notwendigkeit stattfinden, und endlich muß es Grundsatz der Regierung und des Reichstags fein: Keine erhöhten Ausgaben ohne Deckung durch neue Einnahmen! Nachdem der Redner darauf hingewiesen hatte, daß sich der nächste Reichstag mit der äußerst wichtigen Frage der Erneuerung der Handelsverträge zu befassen habe, besprach er unsere sozialpolitische Gesetzgebung und meinte, daß das Gefühl für ihre segensreiche Wirkung noch tiefer eingedrungen sei als der politische Firnis erkennen lasse. Als weitere Aufgabe der Sozialpoli-
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tik bezeichnete er die Lösung der Wohnungsfrage Graf Posadowsky beschäftigte sich sodann mit der
Sozialdemokratie.
Sie sei nicht lediglich das Werk der staatsfeindlichen Gesinnung einiger Führer. Es ist selbstverständlich, daß eine Regierung mit allen gesetzlichen Mitteln Ruhe und Ordnung im Lande halten und die Freiheit des einzelnen schütze - muß. Von der oft entfalteten Gewaltpolitu kann ich mir indessen eine Ueberroinbung bei Sozialdemokratie nicht versprechen. Allmählich wird die Sozialdemokratie in politisch und wirtschaftlich praktische Bahnen einlenken. Ich wünschte, die sozialdemokratische Reichstagsfraktion würde die Zeremonie der Budgetverweigerung endgültig fallen lassen. Die Sozialdemokratie ist nur geistig und sittlich zu überwinden. Für die Landwirtschaft hat die Regierung getan, was sie konnte, aber sie hatte auch die Verpflichtung, die Industrie in ihrer Leistungsfähigkeit durch unsere Handelsverträge zu schützen. Die deutsche Scholle darf nicht Handelsware werden, sonst verliert sie die Bedeutung, die sie im Staate haben muß. Es ist mir vorgeworfen, ich sei ein Gegner der
Blockpolitik
gewesen. Ich habe als ehrlicher Mann und nut auf Befragen meine Stellung dazu erklärt. Jetzt stehen die damaligen Blockparteien sich feindlich gegenüber, und die politischen Verhältnisse sind schwieriger als je. Unter diesen Umständen ist es unendlich schwer, den Schnittpunkt für eine aktive Politik zu finden. Die moderne Gesetzgebung kann nur durchgeführt werden, wenn der Volkswille hinter dem Monarchen steht. Desto größer wird aber auch die Verantwortung jedes einzelnen Staatsbürgers. Eine Regierung, die rechtzeitig berechtigte Forderungen des Volkes erfüllt, stärkt ihre Autorität. — Graf Posadowsky fand im Verlauf seiner Rede sowie zum Schluß stürmischen, langanhaltenden Beifall.
Deutsches Reiche
— Die Beisetzung Dr. Max Jäneckes. Hannover, 30. Nov. Bei der gestrigen Beisetzung des Vorsitzenden des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, Dr. Max Jänecke, hob Geheimer Kommerzienrat Büxenstein-Berlin besonders die Verdienste des Verstorbenen um die Beilegung der Streitigkeiten bei dem kürzlich abgeschlossene^ nuen Buchdruckertarif hervor. Dr. Bachem-Köln sprach im Namen des Vereins Deutscher Zeitungsverleger.
— Die neue Marokkobebatte im Reichstage. Berlin, 30. Nov. Nach dem Unterhaus wild in den nächsten Tagen noch einmal der Reichstag seine Marokkodebatte haben. Kiderlen-Wächter wird seinem englischen Kollegen Grey antworten. Die Konservativen werden, der „Liberalen
achtet", scherzte Harald. „Haben sie noch keinen Liebesroman gelesen, Margit?"
„Nein, was sollte ich mit dem Unsinn. Da habe ich Besseres zu tun."
Wieder allgemeine Heiterkeit.
Agnete fragte: „Lesen sie denn gar nicht, Frl. Margit?"
„Ja, Naturgeschichte und Kochbücher. Und dann schwärme ich für richtige spannende Berbrecher- romane, mit wenigstens einem Mord aus jeder Seite!"
„So spricht eine gesunde Natur, die von Nerven keine Ahnung hat", sagte Harald. „Ihr Wohl, Fräulein Margit. Möchten alle jungen Mädchen so froh und frisch sein!"
Er setzte das volle Glas an den Mund und leerte es auf einen Zug. Agnete versuchte zu lächeln, sie fühlte aber selbst, daß es ihr nicht richtig gelang. Es lag etwas Bedrückendes auf ihrem Herzen. Sie fragte sich mit Erschrecken, ob das Eifersucht sei. Sollte sie mit diesem Zerrbild der Liebe belastet sein?--Sie hatte vielleicht Grund, auf Lotte
Tholander eifersüchtig zu sein, aber nicht auf diese süße, kleine Margit. Liebte Harald dies unsckmldige, gutherzige Wesen, so war es vielleicht ein Glück für ihn selbst.---
„Agnete," — Harald blickte plötzlich zu ihr hinüber. „Du scheinst keinen Appetit zu haben. Ver- giß nicht, daß uns eine lange Fahrt bevorsteht."
Er legte ein Stück Fleisch auf ihren Teller. Sie suchte es vergebens zu verhindern.
„Habe die Güte, das zu essen, was ich dir vorgelegt habe," sagte er bestimmt. And Agnete ge- horchte und fühlte sich plötzlich wieder glücklich!
Margit gegenüber zeigte sie sich doppelt freunb» lich. Es war, als wollte sie es ihr abbitten, daß sie t» Gedanke» böse auf sie gewesen war. Und es war nicht schwer, die kleine Pastorstochter zu gewinne».
(ftortfefeung.)
„Seift haben Sie alle meine Freunde gesehen," Jegte Margit lächelnd, als sie draußen vor der Stall- ist ftaiwen.
„Sie haben wohl auch noch andere — ich meine geeibeintge.“
„Ja, die Hühner und Tauben."
„Nein, ich meine natürlich — Menschen."
Margit zuckte die Achseln.
„Ach ja — einige wohl von ihnen habe ich zu Freunden. Arn liebsten sind mir aber die Tiere. Auf
eigentümlich sie war mit der Mischung von Lebensfreude und Trotz, jugendlicher Herzenswärme und altkluger Bitterkeit. Wahrscheinlich wäre sie eine glückliche Natur geworden, hätte nicht das traurige Geschick der Eltern seinen Schatten daraus geworfen.
Strahlend frisch war sie jedenfalls. Agnete fühlte sich an ihrer Seite alt und müde. Es schien ihr, als sei ein ungeheurer Unterschied zwischen ihren dreiundzwanzig und Margits sechzehn Jahren. Die glücklichen sechzehn Jahre! Ja, in diesem Alter liegt noch Morgenröte über dem Leben, und selbst wenn man etwas mit Lebensverachtung kokettiert, so glaubt man doch fest und ganz an das Glück.--
Bald waren alle um den Mittagstisch versammelt. Die Speisen waren schmackhaft, und der Pastor war stolz auf seine Tochter. Margit erklärte, daß sie jede häusliche Arbeit, auch die gröbste, gern verrichte, nur sollte man sie mit Stickereien und dergleichen verschonen. Das sei das schlimmste, was sie kenne. Am liebsten möchte sie einen Kursus in einer Kochschule durchmachen oder —
„Nun, was sonst?" fragte Harald Sparte, während er einen neckischen Blick nach ihr warf.
„Ober in einer Fahrschule."
Alle lachten; Margit aber machte ein verdrießliches Gesicht und erklärte, daß sie gewiß einen guten Kutscher abgeben würde.
„Hätten Sie nach Ihrer Ausbildung nicht Lust, auf dem Birkenhof als Kutscher ix Dienst zu treten?"
„Das täte ich gern. Ich kann aber nicht. Denn ich darf den 33a‘et nicht verlassen."
„Nein, das darsst du nicht", sagte der Pastor warm. »Ich lasse dich nicht eher von mir, bis du dich verheiratest oder ich aus der $ßelt scheide."
„Ich mich verheiraten?" Margit rümpfte He Nase.
„Hier ist eine junge Dame, die di« Liebe ver-
»Laben Sie trotz Ihrer Jugend mit den Menschen schon schlechte Erfahrungen gemacht?"
Da zeigte sich plötzlich ein Ausdruck von Trotz und Bitterkeit in Margits jungen, frischem Gesicht. In diesem Augenblick sah sie ihrem Vater ähnlich.
„Ich lasse mich nicht täuschen", sagte sie kurz „Ich weiß, wie die Welt ist und verspreche mir nicht» von ihr."
Dann führte sie Agnete in bas Wohnzimmer, bas vor Sauberkeit förmlich glänzte, ober einen kalten und unwohnlichen Einbruck machte, ließ sie vor dem einzigen Album des Hauses Platz nehmen und ging ihrer Wege, um ihre hausmütterlichen Pflichten in der Küche zu erfüllen.
Diese ewigen Albums, die hier draußen auf dem Lande in jedem Hause vorkamen! Der ganze Ersatz für Kunst und Literatur Signete läch-lte, wahrend !ie in dem Buch blätterte, wo die Dorfbewohner in hrem ganzen Staat ausgestellt standen. Inzwischen ! ichweiften ihre Gedanken zu Margit.hinüber. Wie I
Die scheue Bewunderung, die sie von Anfang an für die fremde, schöne, junge Dame gehegt hatte, wurde, ehe der Tag zu Ende ging, zu einer warmen Freundschaft.
Es war gegen Sonnenuntergang, als Harald und Agne'e nach Hause fuhren. Weiße Nebel stiegen aus den Mooren auf, der Tau funkelte im Grase, der Himmel leuchtete rotgolden über den dunklen Baumkronen, und der Nadelwald duftete stark und.würzig.
Sie schwiegen beide, wie Menschen in der Stunde schweigen, wo die Natur zur Ruhe geht. Agnete fühlte sich glücklich, wie sie so, von der schnellen Fahrt des Sßagcns eingewiegt, das Herz voll von der Ruhe des abendlichen Friedens an Hara'ds Seite saß Sie war so dankbar für dieses neue Leben, das für sie begonnen hatte, und das sich io innig an das alte, das Leben ihrer Kindheit, knüpfte. Die dazwischenliegenden Jahre wurden ihr zu einem Traum. Es schien ihr, als sei sie eine ganz andere, als das junge Mädchen, das in London gelebt und geliebt — oder zu lieben geglaubt hatte! — Jetzt war sie wieder das Kind, dessen ganze Welt Harald Sparte, dieser sonderbare, eigensinnige Knabe gewesen war, der sie so völlig beherrschte und den sie zum Dank anbetete. Das Land, in dem sie • damals gelebt hatten, stand plötzlich klar vor ihr — die lichtgrünen Frühlingswälder Nordseelands *
brausten über ihrem Kops, und sie erinnerte sich des von SBalbmeifter und Veilchen duftenden Waldbodens. Bild auf Bild tauchte auf.--Da»
blühende Weißdorndickicht auf der Eremitageanhöhe, Dies MSrchenreich, bas in der Welt seinesgleichen nicht hat---und später im Sommer bet rest
lich goldene Glanz der Johannisfeuer. Sie sehnt, sich plötzlich nach Dänemark, wo sie geboren rr*r nick mit Harald ihre kindlichen Spiele g<fg :
(Fortsetzung folgt).
Marburg
Sonnabend, 2. Dezember
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