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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain -

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage"

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und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 8.25 <JH (ohne Bestellgeld), bei unseren Leitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in, HauS. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. «. Koch (Inh.:

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Marburg

Freitag, 1. Dezember

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46. Jahrg.

1911.

Erstes Blatt.

Nachklänge zur Rede Greys

Die französische Presie verzeichnet gern die ungünstige Beurteilung der Rede in Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Andererseits ist man auch hier nicht ganz zufrieden. Der Führer der Patriotenliga DeroulSde meint:Europa kann mit der Stellungnahme des englischen Parla­ments zufrieden sein, für Deutschland ist sie ge­radezu schmeichelhaft (?), allein für Frankreich sehr bedrohlich! Grey hat seine gegenwärtigen Bundesgenosien zwar noch nicht im Stiche ge­kästen, aber seine zukünftigen Verbündeten ge­hätschelt."

Die nationalistischePatrie" schreibt: Der allgemeine Ton der Rede Greys ruft den Ein­druck hervor, daß England sich Deutschland zu nähern sucht. Die Engländer sind, bevor sie un­sere Freunde sind, zuvor eher Freunde der Spa­nier und Anwärter auf die deutsche Freundschaft. Die Entente cordiale ist tot.

DemPariser Journal" zufolge hat eine der Regierung nahestehender hervorragender Politi­ker über den hier durch die Rede des Staatssekre­tärs Erey hervorgerufenen Eindruck sich folgen­dermaßen geäußert: Die Rede war sehr freund­schaftlich für Frankreich, ohne aggressiv gegen Deutschland zu sein. Sie wird eine Befestigung des Ministeriums Caillaux zur Folge haben. Delcastö bereite eine Rede vor, um erforder­lichenfalls Aufklärung über die Verträge von 1904 zu geben.

In den englischen Blättern versucht man die Rede soviel als möglich als friedfertig und vom englischen Standpunkte aus unantastbar hinzu­stellen. So schreibt dieDaily Mail":Diese Rede ist verständlich gegenüber Deutschland und freundschaftlich gegenüber Frankreich. Wir hof­fen herzlich, daß sie der Periode der Besorgnis, in die ganz Europa versetzt worden ist, ein Ende gemacht hat."

Daß es noch andere Beurteiler gibt, zeigen folgende Stimmen:

Der liberaleManchester Guardian" meint: Aus allen diesen Kriegsgerüchten geht die eine positive Tatsache hervor, daß unsere Entente mit Frankreich in der einen oder andern Weise zu einer Allianz sich auswachsen muß. Wir unserer­seits (das Blatt) sehen gar kein britisches Inter­este, das diese Umformung erklären und berechti­gen würde."

DieDaily News" schreibt:Die Rede Sir Edward Greys entspricht durchaus nicht ganz dem, was wir zu hören gehofft hatten; auch glauben wir nicht, daß die Liberale Partei sich mit der Lage der Dinge abfinden kann, wie Sir Edward Erey sie geschildert hat. Seine Schilde­rung der Ereignisse vom Juli bis September gibt Anlaß zur Kritik. Es ist klar, daß er die europäischen Mächte in zwei Gruppen geteilt sieht, und daß wir Partei zu nehmen hätten. Das Blatt kann dieser Ansicht nicht beipflichten, die Anlaß zu siebenjähriger Besorgnis und früher nie dagewesenen Ausgaben gegeben hätten. Es findet keine Aussicht auf Besserung, wenn sie nicht in einem kühneren Geiste gesucht werde, als ihn Sir Edward Erey zeige. Es glaubt, daß we­der das Kabinett noch die Partei über seine Po­litik glücklich sei.

Interestant ist die Beurteilung, die die Rede in Oesterreich findet. Sie findet nämlich überall die schärfste Verurteilung von allen Seiten.

DieReue Freie Preste" schreibt:Wer die Ausführungen des Staatssekretärs genau liest, kann sich eines Gefühls des Unbehagens nicht er­wehren, trotz des Bekenntnistes zu einer Politik friedlicher Beziehungen mit Deutschland. Wir sehen ganz davon ab, daß in dieser Rede Deutsch­land fortwährend als ein Staat hingestellt wird, der die Freundschaft mit England sucht und braucht und gewistermaßen als Bittsteller um Wohlwollen vor dem englischen Kabinett er scheint. Wichtiger ist, daß Edward Grey in fc- der Rede fortwährend bemüht war. England gleichsam als Schutzmacht von Frankreich und Rußland gegen die aggressive Politik des Deut­schen Reiches hinzustellen. Diese Stelle der Rede tvird in Paris und Petersburg schwerlich dazu beitragen, die dort ohnehin stark verbreitete Meinung, daß die deutsche Politik einen heraus­fordernden Charakter habe, zu schwächen." DasExtrablatt" faßt sein überaus abfälliges Urteil über die Rede in den Schluß zusammen!

Sir Edward Erey hat eigentlich nichts von dem Odium hinweggenommen, das auf ihm lastet, von dem Odium Delcastäs Rolle in England ge- spielt zu haben. Deutschland und seine Freunde können den Eindruck nicht los werden, daß der wahre Grund der Verstimmung zwischen London und Berlin in der Person Greys verkörpert ist." DasReue Wiener Tageblatt" erklärt:Die Rede strotzt von Anfang bis Ende von dem üb­lichen britischen Hochmut. In einem unerträg- llch lehrhaften Tone behandelt Erey Herrn von Kiderlen-Wächter, und auch ohne uns hier auf die Details der Unterredung zwischen dem eng- lifdien Minister des Aeußern und dem deutschen Botschafter in London einzulasten in dieser Unterhaltung ist seitens des englischen Ministers ein der Präponderenz sondergleichen angeschla­gen worden. Schiedsrichter der ganzen Welt und Frankreichs Vormund, das sind die beiden Rollen, die sich England angemaßt hat und eigentlich noch anmaßt, und deshalb drohte ein Weltbrand und wird weiter am politischen Hori­zonte dräuen."

Das ist auch der Ton, auf den die meisten deutschen Zeitungen gestimmt sind, wenn sie es auch weniger hart sagen. Ueberall sieht man in der Bemerkung, daß England einer künftigen Ausdehnungsmöglichkeit Deutschlands nicht im Wege steht, die einzige Aeuße- rung von Wert. Oft wird auch hervorge­hoben, daß die Rede gleichsam eine Bestätigung dafür sei, daß England seine Kriegsbereitschaft im September in der Weise ausgestaltet habe, wie die Enthüllungen von Faber und anderen gezeigt habe. Die Rede habe überhaupt eine Be­stätigung alles besten gebracht, was man der'eng­lischen Politik an Taten uns gegenüber vorge­worfen hat^ DieBerl. Neuesten Nachrichten" schreiben:Auch die gestrigen Erklärungen der englischen Staatsmänner beweisen uns wieder, wie feindselig ihr Land gegen jede Machterwei­terung Deutschlands gestimmt ist. Man über­läßt gutwillig das ganze maghrebinische Reich an Frankreich, aber man steht Albion bedroht, wenn an der asrilanist^en Küste sich irgendwo ein deutsches Kriegsschiff zeigt. Ja, nicht bloß das! Auch in die Frage, wie weit Frankreich in seiner Kongo-Kolonie an Deutschland abtreten dürfe, glaubt man das Recht zu haben, sich einzu- mischen. All dies geht mit voller Deutlichkeit aus den Verhandlungen im britischen Parla­ment hervor, und man wird sich in England nicht wundern dürfen, wenn über soviel Mißgunst und Abneigung ein tiefer Unwille die deutschen Ge­müter erfaßt."

DieKölnische Zeitung" schreibt in ihrer heutigen Morgennummer:Sir Edward Erey dürfte über die Aufnahme, die seine Rede ge­funden, einigermaßen überrascht sein, denn-Zu­stimmung findet er eigentlich nur bei der Oppo­sition und den Blättern des Deutschland feind­lichen Pressezusammenhangs. Nach seiner Er­örterungen, die uns eine friedliche Lösung der Spannung versprachen, dürfte das Wettrüsten in noch verstärkterem Maße wieder anheben. Den deutschen Erklärungen über die Entsendung des Panthers" nach Agadir brachte England offen­bar ein sehr ungerechtfertigtes Mißtrauen ent­gegen, besten Gründe auch durch die Rede Greys nicht aufgeklärt sind. Dieses Mißtrauen wirb in der Rede nicht in schroffen Worten ausge­drückt, sondern Sir Edward Erey kleidet es ein als die Besorgnis um die Eroßmachtstetzung Englands, gerade als ob Deutschland diese habe beeinträchtigen und verdunkeln wollen. Das trifft in keiner Weise zu. England kann selbst nicht wohl an eine solche Bedrohung geglaubt haben, sondern es hat diese Besorgnis nur vor­geschützt, um einen Vorwand zur Einmischung in die deutsch-französischen Verhandlungen zu be­kommen, denn, wenn es den Briten mit dem Wunsche ernst ist, zwei verhandelnden Parteien eine gütige Einigung zu erleichtern, so müsten sie es doch zunächst den beiden anderen über­lasten, ihre Forderungen und Eegenforderungen ; zu stellen. Die freundlichen Wendungen in der Rede Greys werden in Deutschland gern bemerkt werden, und man wird gern bereit fein, nach die­ser Richtung volle Gegenseitigkeit walten zu las­sen. Aus den Ereyfchen Aeußerungen ist aber zu entnehmen, daß England Schulter an Schul­ter mit Frankreich stehen bleibt, und zwar nicht nur im Sinne einer berechtigten politischen Freundschaft zweier Kulturvölker, sondern auch im Sinne einer diplomatischen Aufstellung gegen das Deutsche Reich."

Die paar friedlichen Worte, die beinahe so aussehen, als habe Erey unsere Friedenssehnsucht beschwichtigen wollen, nimmt niemand in Deutschland ernst, bis hinab zumBerl. Tgbl.". Nur derVorwärts" ist anderer Meinung. Seine hiermit folgende Aeußerung bedarf keines Kommentars.Sir Edward Erey erklärt das schroffe Auftreten der englischen Regierung in der zweiten Hälfte des Juli damit, daß England ohne jede Information von der deutschen Re­gierung geblieben war. Und in der Tat ist es völlig unverständlich, warum Herr v. Kiderlen dasselbe zweideutige Spiel, das er der deutschen öffentlichen Meinung gegenüber trieb, auch der englischen Regierung gegenüber beliebte. Auf der anderen Seite versteht ein diplomatisch un­angekränkelter Verstand freilich nicht, warum sich die englische Regierung diese Aufklärung nicht durch eine offene und direkte Anfrage in Berlin verschafft hat, da nun einmal der deutsche Botschafter in London nicht unterrichtet war. Bedeutsamer aber ist es, daß Sir Edward Erey eine durchaus versöhnliche Rede gehalten hat, die jedem scharfen Wort sorgsam auswich und die Bereitwilligkeit der englischen Regierung deut­lich zu erkennen gab, zu einer Besserung der deutsch - englischen Beziehungen beizutragen. Wenn er hinzufügte, daß auch Deutschland Sorge tragen sollte, keine Besorgnisse int Auslande zu erregen die einzige kritische Bemerkung, die sich auf die törichteAgadir"-Aktion bezieht, so hat er nur ausgesprochen, was der dringende Wunsch des größten Teils des deutschen Volkes ist. An der deutschen Regierung ist es nun, eine Politik einzuschlagen, welche die von den arbei­tenden Masten Deutschlands, Englands und Frankreichs einmütig geforderte Beseitigung der Spannung zwischen den großen Kulturnationen herbeiführt."

Der Krim um T ipol's

Tripolis, 29. Nov. Aus Veughasi trifft die Nachricht von einer glänzend durchgeführten Opera­tion eines Streifkorps unter General Damico ein. Unter dem Kommando des Generals Damico wurde ein aus drei Waffengattungen zusammengesetztes Streifkorps gebildet, um die Beduinen, die in be­trächtlicher Anzahl sieben Kilometer von den vor­geschobenen italienischen Stellungen sich befanden, zu züchtigen. Es kam zu einem lebhaften längeren Ge­fecht, das mit einer vollständigen Niederlage der Beduinen, die fast alle tot auf dem Platze blieben, endete. Darauf ließ General Damico das Gebiet, wohin sich die Ueberlebenden geflüchtet hatten, be­schießen, bis jeder Widerstand gebrochen war.

Berlin, 29. Nov. Der hiesigen itttlienifcfjen Botschaft ist folgende Mitteilung zugegangen. Aus dem Vorrmarsch. der dem Siege vom 26. d. Mts. folgte, konnten die italienischen Truppen zahlreiche Akte furchtbarer Grausamkeit feststellen, die von tür­kischen und arabischen Truppen begangen worden waren. Nahe bei der Moschee von Henni, wo in der Schlacht vom 26. Oktober ein Lazarettposten des 27. Dersaglierinbataillons aufgestellt war,, wurden 28 schwer verstümmelte Leichen von Soldaten gefunden, die gekreuzigt, erwürgt, aufgespießt oder deren Glie­der aus den Gelenken gelöstt waren. Unter ihnen befand sich auch dre Leichnam eines Stabsarztes. Auf dem benachbarten arabischen Kirchhof, der von der 4. Kompagnie der Bersagliert besetzt worden war, wurden die Leichen von sieben Soldaten gefunden, die lebend eingegraben worden waren, fo daß nur der Kopf aus der Erde hervorragte. Einem Leichnam, der identifiziert wurde, waren die Augen heraus- geristen und an der Stirne angenäht. Durch die krampfhafte Zusammenziehung der Augenlider konnte festgestellt werden, daß der Soldat noch am Leben war, als er diese Grausamkeit erlitt. Ein anderer Leichnam war kastriert. Bei einem weiteren war einem aus der Erde hervorragenden Arm die Hand abgeschnitten. Andere Leichen mieten Svuren anderer schändlicher Mißhandlungen auf. Die Militärbehörde und das Geniekorps haben photographische Auf­nahmen gemacht. Ein Korporal, dem es ien dem Kampfe vom 26. Oktober gelungen war, das Gros der Trupckn zu erreichen, hatte bereits diese Grausam­keiten, die nicht nur von Arabern, sondern auch von regulären türkischen Truppen und Frauen begangen waren, gemeldet. Aber die italienischen Behörden hätten Beweise abwarten wollen. Die Persönlichkeit mehrerer Opfer ist festgestellt worden, doch werden die Namen aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht ver­öffentlicht. In der letzten Nacht wurden auf dem Kirchhofe im Innern der Stadt die eingegrabene Leiche eines Artilleriesten gefunden, der anscheinend in Gegenwart eines Gendarmen ober gar von ihm selbst ermordet worden ist. Der Gendarm ist ver- haftet worden. Man mußFbwarten, was an bet Nachricht von diesen Scheußlichkeiten wirklich wahr ist. Auf viel Glaubwürdigkeit dürfen bekanntlich di« italienischen Meldungen nicht rechnen.

Die Revolution in China.

Hongkong, 29. Nov. Mit Rücksicht auf die Anwesenheit zahlreicher unruhiger chinesischer Ele­mente und wegen wiederholter Angriffe auf die Po­lizei ließ der Gouverneur die Sondervorschristen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Kraft treten.

Tokio, 29. Nov. Nach amtlichen Meldungen be­ginnt die Lage in der Mandschurei ernster zu wer­den. Japanische Truppen find in Niutschwang ein­getroffen. Es wird berichtet, daß Sangsan von beit Aufstänbischen genommen worden ist. Banditen und Pöbel treiben in Fengschang und Futschu ihr Wesen. Der Vizekönig hält alle verfügbaren Truppen in Mulden versammelt. Eine Verstärkung für die Wache der japanischen Gesandtschaft wurde nach Peking abgesandt.

London, 29. Nov.Daily Mail" meldet aus Peking vom 28. November: Der russische Gesandte Korostowcz wurde plötzlich abberufen und reist am Freitag ab.Daily News" meldet aus Peking: Lantienwai, Brigadechef in der mandschurischen modern ausgebildeten Armee traf aus Mulden im Hauptquartier in Dalny ein und entfaltete dort di« Fahne der Empörung. Er hat taufende von Rekruten angeworben, darunter wahrscheinlich viele alte Soldaten. Die südmandschurischen Eisenbahnen haben den Rebellen freie Fahrt gewährt.

Berlin, 23. Nov. Das Gouvernement des Schutzgebietes Kiautschou ist angewiesen worden, so­fort ein Detachement von 200 Mann nach Tientsin $n entsenden. Diese Truppe bildet zunächst eine mili­tärische Reserve in der Provinz Tschilt, auf die ge­gebenenfalls zurückgegriffen werden kann. Mit Rücksicht aus die Besatzungsstärke des Schutzgebietes erfolgte sofort ein Ersatz der Eouvernementstruppen und zwar durch Mannschaften des Stamm-See­bataillons. Diese werden dem planmäßigen Ab­lösungstransport der Feldbatterie des Schutzgebietes angeschlofien, der am 30. November auf dem Damp­ferGäben" Hamburg verläßt.

Politische Umschau.

Das neue motu proprio.

Der Papst hat ein Motu proprio erlassen, das nach einer deutschen Uebersetzung folgenden Wortlaut hat:

In diesen mißlichen Zeiten, da auf die kirchliche Freiheit so wenig Rücksicht genommen zu werden pflegt, daß fticht nur, einfache Kleriker und Priester, sondern auch Bischöfe, ja selbst Kardinäle der hl. römischen Kirche vor das welt­liche Gericht gezogen werden, verlangt es die Sache duchraus von uns, daß wir diejenigen, die vor so sakrilegischer Tat nicht die Schwere der Verschuldung abschreckt, mit strengen Strafen bei ihrer Pflicht erhalten. Daher verfügen und bestimmen wir durch dieses Motu proprio: Jeder Privatmann, sei er weltlichen oder geist- ichen Standes, männlichen oder weiblichen Ee- chlechtes, der irgendwelche geistliche Personen, ei es in einer Kriminal- oder Zivilsache, ohne Erlaubnis bet kirchlichen Behörde, vor das welt­liche Gericht zieht und zu öffentlichem Erscheinen dort nötigt, verfällt der speziell dem Papste tret« behaltenen Excommunicatio latae sententiae Was aber hiermit verordnet ist, soll, so wollen wir, volle Gültigkeit haben, ohne daß irgend­welche gegenteilige Entscheidungen im Weg« stehen."

DieKreuzzeitung" schreibt dazu:

Es kommt jeden Tag vor, daß Privat­personen unter sich die Anrufung der ordent­lichen Gerichte in ihrem Verhältnis zueinander vertraglich ausschließen. Darum kann es auch fernem Mitglieder der katholischen Kirche diese Mitgliedschaft ist freiwillig verwehrt werden, sich mit seinen Ansprüchen an einen Priester, z. B. in Ehren- und Vermögens­angelegenheiten, ausschließlich an den Bischof z« wenden. Das ist eine innerkirchliche Angelegen­heit. Aber der Papst verpflichtet seine Gläubigen auch ausdrücklich in Kriminalsachen, vor der Anzeige bei der weltlichen Behörde erst die Er­laubnis der kirchlichen Behörde einzuholen. Und darum muß festgestellt werden, daß dies Dekret sich mit der staatlichen Rechtspflege nicht ver­trägt."

Deutsches Reich-

derRordd. Allg. Ztg." Berlin, 29. Nov. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Kaiser beglückwünschte den Reichskanzler zu sei­nem heutigen Geburtstag in gnädigen Worte« und machte ihm eine Vase mit dem kaiserliche» Namenszug zum Geschenk. Wie das Blatt I weiter schreibt, wandte sich das Präsidium de»