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46. Jahr,.

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1911

Erstes Blatt

Der Krieg um Tripolis.

Die beiden kriegführenden Parteien über­bieten sich weiterhin, sich gegenwärtig die größ­ten Verluste bei den in den letzten Tagen stattge­habten Kämpfen anzudichten. Derartige Bericht­erstattung entbehrt nicht des komischen Beige­schmackes. So hat das Kriegsministerium eine Depesche Enver Beys erhalten, wonach die Ita­liener bei den seit 14 Tagen auf ihre Stellungen in Derna unternommenen Angriffen gegen 200 Tote hatten. Die Türken und Araber erbeuteten ' Waffen, Munition und Ausrüstungsgegenstände und hatten nur 7 Tote und einen Verwundeten. Diese Meldung Enver Beys, der doch wirklich auf Glaubwürdigkeit Anspruch machen kann, wird schleunigst von der Agenzia Stefani demen­tiert. Ueber die letzten Kämpfe wird von italie­nischer Seite weiter berichtet: Die Zahl der ita­lienischerseits seit dem 26. d. M. außer Gefecht gesetzten Mannschaften beläuft sich auf 120 Mann, von denen 16 gefallen und einige schwer verwundet find. Es ist schwer, die Verluste des Feindes in dem Zusammentreffen am 26. Nov. genau zu beziffern. Die Zahl der in der Oase gefundenen Leichen übersteigt hundert, aber un­ter den Trümmern der niedergelegten Häuser müfien sich noch vielmehr befinden. Nach der Tribuna" wurden viele Araberleichen in der Oase gefunden, ein Beweis, daß der Feind auch in den kleinen Kämpfen der letzten Tage ernst­liche Verluste hatte. Mehrere Beduinen wur­den mit Ketten an Palmenbäume gefesielt auf­gefunden (?). Offenbar fürchteten die Türken, sie könnten desertieren (!!). In der ganzen Oase wurden versteckte Waffen- und Munitionsvor­räte entdeckt. Die Kaserne von Henni wurde durch Geschosie des PanzerschiffesCarl Alberto" fast vollständig zerstört. DerMesiagero" be­richtet, daß die Türken wiederholt auf eine S a- nitätsabteilung feuerten, deren Standpunkt durch Fahnen des Roten Kreuzes kenntlich gemacht war. Die italienischen Verluste sind bedeutend geringer, als zuerst mit Rücksicht auf die Dauer und Heftigkeit des Kampfes an­genommen wurde. Die Zahl von verwundet aufgelesenen Arabern übertrifft die Zahl der italienischen Verwundeten um das Doppelte.

Von türkischer Seite wird berichtet: Die Kämpfe bei Tripolis dauern an. Die Italiener sind in der Stadt eingeschloffen; ihr Versuch, Henni zu rückzuerobern, ist gescheitert. Die Ita­liener zogen sich mit einem Verlust von mehreren Toten und 80 Gefangenen, darunter 4 Offiziere, zurück.

Die Italiener beabsichtigten bekanntlich, den Kriegsschauplatz auch auf die europäischen und kleinafiatischen Gewäffer auszudehnen. Wie er­wartet werden konnte bat Italien nun den Vor­stellungen Rußlands, Englands und Frankreichs nachgegeben und von der in Aussicht gestellten Blockade der Dardanellen abgesehen. Das tür­kische BlattIkdam" erfährt: Der russische Bot­schafter überreichte gestern dem Großwefir dze Antwort Italiens, aus der hervorgehe, Italien wolle auf die ganze Aktion gegen die Darda­nellen verzichten. Der Botschafter erklärte freundschaftlich, die Türkei sollte die Verhand­lungen zur Lösung der Tripolissrage einleiten. Daß allerdings die Türken vorläufig noch nicht daran denken, Tripolis den Italienern zu über­lasten, besagt folgende bezeichnende Meldung:

K o n st a n t i n o p e l, 28. ov. Da außer einigen Punkten an der Küste vonTripolis, die von den Italienern besetzt sind, das ganze Wila- jet Tripolis unter tatsächlicher Verwaltung der Türkei steht, beschloß die Pforte, bis die Italie­ner die Stadt Tripolis zu verlaffen gezwungen würden, den Sitz des Wilajets nach Sian oder einem anderen Punkt zu verlegen und die Mächte aufzufordern, auch den Sitz der Kon­sulate provisorisch zu verlegen. Der Beschluß soll demnächst durchgeführt werden.

Die Revolution ht China.

Peking, 28. Nov. Der kaiserliche General Fengkuotschang telegraphiert, seine Truppen nahmen gestern Nachmittag ganz Hanyang ein, Wutschang kapituliert« heute. Di« Regierung ist bemüht, di«

Vereinbarungen über Afrika nicht in den Weg treten will. Es wäre der erste Beweis von wirk­licher Freundschaft, wenn England diese Worte dahin gedeutet wisten wollte, daß es uns keine Schwierigkeiten machen will bei unserer Aus­einandersetzung über den belgischen Kongostaat, der Erwerbung von Spanisch-Guinea oder der Ausführung des Delagoa-Bertrages, laut wel­chem wir Portugiesisch-Westafrika und Portu­giesisch-Ostafrika bis zum Sambesi erhalten sollen. Das wäre einmal ein Beweis, von besten festem Boden aus wir zu einer ehrlichen Ueber- einkunft mit England kommen könnten. Der allgemeine Eindruck der Rede ist, wie wir bereits gestern sagten, der, daß er an den bestehenden Verhaltnisten nichts ändert, was man ja freilich auch nicht erwarten konnte. Der Eindruck aber, daß England uns gegenüber mit anderem Maße mißt und daß es sich andererseits die Rolle des Weltlenkers eingelebt hat, bleibt bestehen, ja ist auch nach Greys Ausführungen über die Ma­rokkoverhandlungen noch um ein bedeutendes verstärkt worden. Wir haben alle Grund, die Rede recht kühl aufzu.nehmen, wie sie gemeint ist. Ueberhaupt soll man sich ja hüten von Völker­freundschaften und Feindschaften zu viel zu hal­ten. Tine ehrliche Achtung der Intereffen des andern, das ist alles. Höften wir, daß es darin mit England bester wird, als es war.

Di« englisch« Prest«

ist, wi« derStandard" überzeugt, daß die Rede in Deutschland kühl ausgenommen würde und im übrigen konstatiert man, daß das englische Volk mit den Ausführungen einverstanden sein kann, Begeisterung hat die Red« nirgends geweckt. Auch nicht in Frankreich, wo man den friedlichen Ton und den Hinweis auf die Entente cordiale besonders hervorhebt. Die deuftche Preste, selbst die freisinnigen Organe, erkennen an, daß durch die ganze Rede das Mißtrauen gegen Deutschland und die Zuneigung zu Frankreich hindurchzieht. Der linksliberaleBörsenkurier" schreibt:Aller in allem find die Ausführungen des englischen Staatssekretärs nicht geeignet, allzu große Hoffnungen auf eine wirkliche Beffe- rung unserer Beziehungen zu England duftet« men zu lasten. Man muß schon zufrieden sein, daß er sich von der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich befriedigt zeigt und einerseits die vorhandene Spannung lindern und abschwächen zu wollen erklärt."

Mitteilung willkommen, daß ein großer Versuch ge­macht werden solle, um «in neue« Kapitel in den englisch-deutschen Beziehungen zu beginnen.

Die Debatte wurde vertagt. Die Regierung versprach auf Verlangen einen anderen Tag für ihre Fortsetzung zu gewähren.

Die Debatte im englischen Unterhause.

Nach den Ausführungen Greys wird in die De­batte eingetreten.

Sonor Law, der Führer der Unioniftifchen Partei, erklärte sich mit den Ausführungen Greys völlig einverstanden. Namentlich im Auslande sei die Idee verbreitet, daß in England eine feindselige Stimmung gegen Deutschland herrsche. Diese Idee sei seiner An­sicht nach völlig unbegründet. Wir hören oft sagen, führte der Redner aus, daß infolge des Gegensatzes der Intereffen ein Krieg zwischen England und Deutschland über kurz oder lang unvermeidlich wird. Ich glaube nicht an diese unvermeidlichen Kriege. Wenn es jemals zu einem Kriege kommen sollte, so wird er nicht das unvermeidliche Ergebnis natür­licher Gesetze sein, sondern wahrscheinlich das Ergeb­nis menschlicher Torheit. Die beste Sicherheit für den Frieden ist, daß jede Ration sich klar macht, daß jede Ration, wie groß ihre inneren Gegensätze sein mögen und welche Partei Imitier an der Regierung sein mag, ihre Rechte bis zum letzten Schilling, bis zum letzten Mann verteidigen wird.

Premierminister Asguith erklärte, er habe den Auseinandersetzungen Sir Edward Greys über die jetzt glücklich beendeten Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland eigentlich nichts hinzu­zufügen. Ich will, sagte der Premierminister, nur bemerken, daß wir, soweit wir an den Verhandlungen beteiltat sind, von Anfang bis Ende nut zwei Ziele im Auge hatten. Das erste war, die britischen Inter­effen zu wahren,- soweit sie in Betracht kamen und kommen konnten das zweite unsere vertragsmäßigen Verpflichtungen gegen die anderen Länder aufrecht« verhalten. (Beifall.)

Abgesehen von den Reden von Asquith und Bonar Law verlief die Debatte ohne großes Intrreffe. Der Abgeordnete Ramsey Maedonald (Arbeiterpartei) erklärte, er sei gewiß, die Erklärung Grene werde die Stimmung in Deutschland beruhigen und im deutschen Volke das Verständnis dafür wecken^daß England sich Deutschland während der marokkanischen Krise nicht in den Weg gestellt habe. Wenn das deutsche Volk das verstanden habe, würde England in der Lage fein, die Verbesserung der Beziehungen von neuem in Angriff zu nehmen. Der allgemeine Ton von fall allen Reden war freundlich für Deutschland. Der Abgeordnete Noel-Buxton (liberal) hieß di«

Ausland.

* Ausnahme der Rückkehr des Kreuzer« Berlin" in Paris. Paris, 28. Nov. Ueber die Abfahrt des KreuzersBerlin" schreibt der Rappel": Ohne daß wir die Uebertreibungen der nationalistischen Preste billigen, gestehen wir, datz es für unsere nationale Eigenliebe ver­letzend gewesen wäre, wenn dieBerlin" wäh­rend der Kammerverhandlungen über das Ab­kommen vor Agadir geblieben wäre. Die Ber­liner Regierung hat dies verstanden und di« Kammer kann nunmehr in die Erörterungen eintreten, ohne daß ihre patriotische Empfind­lichkeit gekränkt würde. DerPetit Parisien" sagt: Im Augenblick, wo Grey die Rednertri­büne betrat, erhielt dieBerlin" Befehl, Agadir zu verlaffen. Dies Zusammentreffen ist bezeich- , nend. Eine Ursache zur Gereiztheit verschwindet und die Genehmigung des deutsch-französischen Abkommens wird um so leichter von Statten gehen. DieRepublique franyaise" schreibt: H fen wir, daß mit dieser Abfahrt eine Wolke verschwindet, die feit vier Monaten so schwer auf Europa gelastet Hal.

sofortig« Einstellung der Feindseligkeiten in Nanking. herbeizuführen, dessen Fall bevorsteh^ Die Nachricht von der Kapitulation Wutschangs rief in amtlichen Kreisen großen Jubel hervor, da man glaubt, daß bk Revolution in wenigen Tagen zur Bedeutungslosig­keit herabfinkt. Obwohl di« Unruhen wahrscheinlich noch monatelang fortdauern werden, sind di« fremden Kaufleute doch sehr erfreut über die Aussicht, daß bk Geschäft« wieder aufleben. Die Wiederherstellung der Ordnung würde die große Gefahr für das Leben bei Fremben im Innern des Landes beseitigen.

Pari«, 28. Nov. Aus Saigon wird gemeldet: Eine aus Eingeborenen bestehende französische Auf- tlärungstruppe wurde von einer bewaffneten Band« bei Kao-Thung angegriffen. Auf franzöfischer Sette gab es drei Tote und sechs Verwundete.

Haag, 28. Nov. Der Marineminister erhielt «in. Telegramm, nach dem eine Abteilung vom Kreuzer .Lolland" in Schanghai gelandet worden ist, di« sich auf dem Weg nach Peking befindet, um die holländi­schen Intereffen zu schützen.

Berlin, 28. Nov. Di«Nordd. Allg. Ztg." schreibt: DieNowoje Wrernja" meldet au« Wutschang, die dortige Bevölkerung sei gegen di« Deutschen wegen Lieferung von Gewehren sehr auf­gebracht; den Regierungstruppen sei e« mit MLH« gelungen, drei gefangene deutsche Offiziere vor dem Lynchen zu retten. An der Räubergeschichte ist kein wahres Wort. Welchen Nutzen sich dieNowoje Wremja" von der Verbreitung solcher tendenziöser Erfindungen gegen Deutschland für Rußland ver­spricht, bleibt ihr Geheimnis.

Deutsches Reich-

Der Reichstag nahm gestern in zweiter Lesung den Eesetzenwurf betreffend den Ausbau bet deutschen Wasserstraßen und die Er­hebung von Schiffahrtsabgaben an. Ein freisinniger Antrag auf Erweiterung der Befugnisse der Strombeiräte wurde abgelehnt, ebenso ein An­trag der Polen, die Warthe von Abgaben freizulassen. Im übrigen blieb es bei der Fassung der Kommission. Hierauf setzte das Haus die zweite Lesung des Heim- arbeitergesehes fort. Nach längerer Debatte wurde die Weiterberatung auf Morgen Mittag 1 Uhr ver­tagt.

Ein Besuch des englischen Ministers Hal- dane in Berlin. Berlin, 28. Nov. DieB. Z. am Mittag" meldet:Es heißt, der englische Kriegsminister Haldane, derpersona grata" bei Kaiser Wilhelm ist, wolle vor Weihnachten nach Berlin kommen, um hier mit den maßgebenden Persönlichkeiten Fühlung wegen des von uns schon erwähnten Plans eines englisch-deutschen Kolonialabkommens in Afrika zu nehmen. Der frühere englische Kriegsminister, der das Deutsche vollkommen beherrscht, dürfte in diesem Falle vor einer besonders einzuberufenden Ver­sammlung von Parlamentariern und Journa­listen sprechen und ihnen gleichzeitig die bereits von uns neulich erwähnte Einladung zu einer Londoner informatorischen Konferenz über­mitteln.

Eine sozialdemokratische Niederlage. Halle a. S., 25. Nov. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Halle a. S. hat das Bürgertum einen glänzenden Sieg über die Sozialdemokratie errungen. Alle bis­herigen acht Mandate der Altstadt wurden von den Bürgerlichen behauptet, ein neuntes Mandat, das des Genoffen Thiele (des früheren sozialdemokrati­schen Reichstagsabgeordneten für den Wahlkreis Raumburg-Weißenfeis-Zeitz) ist dazu erobert worden. Die Bürgerlichen brachten 7204 Stimmen, di« Sozial­demokraten 5858 Stimmen auf.

SieCbtrljrfuftfie Zeitung" er,chciut täglich mit «uknah ne oer euui« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch ---- . « .. ' bet unseren Leitungsstellen

________,______,.ei in» Hau». (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hiheroth). Markt 21. Telephon 56. ____________

Die Rede Greys hat, wie wir bereits gestern kurz erwähnten, etwas besonderes nicht gebracht. Man kann im Gegenteil sagen, daß die Rede trotz aller versöhn­lichen Haltung den Eindruck verstärkt hat, datz wir in England nicht einen Feind aber doch eine Macht sehen müssen, die in erster Linie immer unsere Intereffen beobachtet und zu durchkreuzen sucht. Auch die Rede Greys lätzt die Tatsache be­stehen, daß England sich zweimal in unerhörter Weise in die Verhandlungen eingemischt hat. Obwohl es sein Desinteressement in Marokko erklärt hatte, will es nicht dulden, datz Deutsch­land in Marokko eine Entschädigung erhält. Als es sich um die Frage der Kompensationen am Kongo handelt, rein französisches Gebiet, über das die beiden souveränen Staaten ohne England verhandeln konnten, da erklärt Eng­land, unsere Forderungen seien viel zu hoch und droht, ziemlich unverhüllt, mit einem Kriege. Daß wir darin unfreundliche Akte sehen, braucht England nicht zu wundern, daß wir sie würdigen und nicht vergaffen, deffen kann es gewitz sein. Die Faberschen Enthüllungen, die durch die Rede ausdrücklich nicht widerlegt sind, ergänzen das Bild aufs trefflichste. Grey erklärt, die Rede Lloyd Georges habe nichts verletzendes für uns gehabt, ja er stellt sich erstaunt. Run, an dem Abend des Tages, an dem unser Botschafter die englische Regierung übet unsere geringen Forderungen orientiert hat, führt Lloyd George

R, in der Oeffentlichkeit aus:

Wenn uns eine Lage aufgenötigt werden würde, in der der Friede nur aufrechterhalten werben könnt« durch das Aufgeben der vorteilhaften Stellung, die Großbritannien errungen hat, oder durch di« Duldung einer Behandlung, bei der bk Gebens« intereffen verletzt würden, als ob es kein Gewicht im Rate der Völker hätte, dann müßt« nachdrücklichst be­tont werden, daß der Friede um diesen Preis ein« Erniedrigung bedeuten würde, die für «in großes Land wie das unlerige unerträglich wäre."

Wir setzen die Worte nochmals hierher, um zu zeigen, daß es keiner Legende bedarf, um in diesen Worten in diesem Augenblicke eine Drohung zu erblicken. Es wirkt komisch, wenn L T der Vertreter einer Nation mit so viel Selbstge­fühl das leugnen will. Noch grotesker aber wirkt es, wenn der Minister sich darüber beschwert und die ganzen Mißverständniffe darauf zurückführt, daß unsere Regierung ihn nicht rechtzeitig unter­richtet habe. Man braucht nämlich nur daran zu denken, daß sich dasselbe England zur selben Zeit in Eeheimverträgen mit dieser oder jener Macht verbindet, ohne uns davon etwas mitzuteilen. Man kann sich die hierin suchende Anmaßung nur erklären, wenn man annimmt, daß England sich von vornherein als der Schiedsrichter der Welt fühlt und alle anderen Mächte so betrach­tet, wie das ihm fast ganz ergebene Frankreich. Das ist in der Tat die Haltung von der die Rede Greys ein Abglanz war. Mit Stolz läßt sich Grey herab zu versichern, er wolle mit uns auf dem Fuße der Gleichberechtigung verkehren und wenn wir nun nicht in die bargebotene Rechte ein­schlagen, dann sind wir die Friedensfeinde. Militärkonvention mit Frankreich? Das ist nach Grey doch vollständig Unsinn. So etwas tut man wohl, man sagt es aber nicht. Run, und daß man es tut, zeigt der nicht widersprochene Plan von der Landung der 150 000 Mann und die mancherlei Enthüllung über die Flottenmaß­nahmen. Die strikte Leugnung des Militärab­kommens war ja natürlich, wenn man minde­stens nicht den Anschein erwecken will, als ob man das Deutsche Reich mit aller Gewalt Niederhalten zu wollen. Wir Deutschen werden aber gut tun, uns an die Tatsachen zu halten, auch in bezug auf das, was der Minister für die ^Zukunft in Aussicht stellt. Da werden wir zn- Nächst absehen von allgemeine c?rrafen, dic zwar unseren sämtlichen Friedens ., ten mit und ohne Schnurrbart viel Vergnügen bereiten wer­den, aber einen reellen Wert nicht besitzen. Wie England Übrigens sich ein allgemeines Friedens- Bberetnfommen mit Deutschland denkt, hat Mi­nister Churchill kürzlich ausgesprochen. Er h'*» nicht mehr und nicht weniger gefordert als eine Ueberwachung unseres Flottenbaues durch Eng­land. Also diese Phantasien gehören nicht zu den Vorteilen, die wir wünschen können. Aber Bit Grey hat uns ja versichert, daß et uns bet

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