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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage"
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und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich larch die Post bezogen 3.25 <X (ohne Bestellgelds, oer unseren Leitung-stellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 A frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keine', lei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:
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Marburg
Sonnabend, 25. November
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46. Iahrg.
1911.
Erstes Blatt.
England und wir.
Als Fürst Bülow noch Staatssekretär bet Auswärtigen war, hatte er im Reichstage zum Flottengesetze zu sprechen, das er damit begründete, daß es uns auch auf dem Meere selbstherrlich machen solle. Davon sind wir selbst heute noch weit entfernt. Die jüngste Zeit hat es wieder bewiesen. Und doch haben wir als 65 Millionen-Volk ein Recht darauf. Wir brauchen das Meer wie das Lebewesen die Luft. Was bisher erreicht worden ist, ist der direkte Schutz unserer Küsten, die Sicherung unserer Haupthäfen vor dem Handstreiche einer fremden Flotte. Der Ozean aber ist uns nach wie vor versperrt, wenn England es will, das eifersüchtig das Prinzip aufrecht zu erhalten sucht: Rule Brttannia, rule the waves!
Freiwillig will und wird England auf dieses augematzte Recht nicht verzichten, solange es wähnt, in einer starken deutschen Flotte ein Instrument des Angriffs sehen zu müssen. Haben wir denn mit unserer starken Armee jemals Mißbrauch getrieben? Und so wenig wir uns dieser scharfen Waffe ohne zwingende Not bedient haben, so wenig würden wir ohne zwingende Gründe von einer starken Flotte als Angriffswaffe Gebrauch machen. Eine Macht freilich, die nur Söldner in ihren Dienst stellt, wird viel leichteren Herzens zur „Ultima ratio" greifen.
Diesen Gedanken hat übrigens auch Lord Sel- lwrne einmal ausgesprochen, als er sich über die südafrikanischen Verteidigungspläne äußerte. Trotzdem hat den ehemaligen ^iahkommissar von Südafrika und vertrauten^^Freund König Eduards VII. der Wille zur Macht, oder genauer gesagt, der Wille zur Selbstherrlichkeit Deutschlands zur See. den Herr v. Heydebrand und der Lase im Reichstage unter jubelnder Zustimmung bet erdrückenden Mehrheit des Volkes zum Ausdruck brachte, befremdet. In einer Rede, die er in Newcastle hielt, hat er für England das Recht gefordert, eine Erklärung von Deutschland zu erlangen: Entweder habe man zu viel oder zu wenig gesagt, man muffe wissen, welches das berechtigte Streben Deutschlands sei, dem sich Eng- lcmd ständig und hartnäckig widersetze.
Wir wissen nicht, ob die britische Regierung dem Wunsche Lord Selbornes stattzugeben gewillt ist. Als 1884 anläßlich der Verhandlungen über die Erwerbung Deutsch-Südwestafrikas Lord Granville den deutschen Botschafter, den Grafen Herbert Bismarck, sondieren wollte, ob wir nicht gar danach strebten, Nachbarn der Transvaal- rep:.blik und des Oranje-Freistaates zu werden, erklärte Graf Herbert diese Frage für eine „of mere curiostty", d. h. es sei doch nur Neugier. Und schließlich meinte Graf Herbert sogar: „Die Geschichte geht Sie auch gar nichts an!"
8 !'• ■•'■■rib verboten.)
Alinete Kaa8.
Roman von Anna Baadsgaarv.
Deutsch von Bernhard Man«.
t Fortsetzung.)
Sie sahen nach Tisch in einer Gartenstube beisammen. Harald hatte sich in den Schaukesstuhl geworfen, müde, mit geschloffenen Augen. Tante Gertrud sah den bitteren Zug um seinen Mund, di« nervösen Zuckungen der schlanken Hand, die schlaff über die Stuhllehne herabhing. Da wandte sie sich an Agnete, die mit träumerischem Blick in der Sofa- ccke im Schatten saß. und bat leise: „Bitte, Agnete, spiel uns etwas vor."
Agnete erhob sich sofort und begab sich, an der offenen Berandatür vorbei, wo das Sonnenlicht in einem breiten Streifen hereinfiel, zu dem Klavier an der gegenüberliegenden Wand. Heber dem altertümlichen Piano hingen die Porträts berühmter Komponisten in dunklen Mahagonirahmen auf der weißgekalkten Mauer. Eine Efeuranke schlang sich
Beethovens Bild. Agnete suchte zwischen ihren 'Roten, überlegte einen Augenblick und fing an, gedämpft und weich zu spielen. Schottische und englische Bolksmelodien, milde, schwermütige Weisen, die von dem Fall der Regentropfen auf das Laub, von dem leisen Rieseln des Baches zwischen dem Grafe, von Frieden ttttb Ruhe und Schönheit in der Natur erzählten. Und als Harald die Augen wieder schloß, sah et sie doch die ganze Zeit vor sich, fühlte sie durch die Töne, und ihre Nähe war Heilung und Ruhe, jetzt wie immer.
Drüben vom Sofa aus beobachtete Fräulein Sparte die beiden jungen Mensche». Sie sah, wie
Wenn wir unsere Rüstung zur See vervollständigen und stärken — nicht zu Angriffszwecken, sondern zum Schutz unserer weitverzweigten Handels- und Kolonialinteressen —, so ist das ehre ausschließlich deutsche Angelegenheit. Ueber eine solche Lebensfrage entscheiden wir absolut selbständig. Das Ausland hat nicht mitzureden! Daß die Engländer unsere Angelegenheiten nichts an-ehen, können ste eben nicht begreifen; überall sehen sie, wie auch die Unterhaltungen unseres Botschafters mit Sir Edward Grey gezeigt haben, ihre Interessen bedroht. Und nun gar, wenn wir unsere Flotte so ausbauen, wie wir es dem Schutze unseres Vaterlandes schuldig zu sein glauben. Noch kürzlich hielt es der neue Marineminister Churchill für notwendig, eine Mahnung an uns zu richten, im Flottenbau nicht fortzufahren, die eine verzweifelte Aehnlichkeit mit einer Drohung hatte. Einst schrieb Napoleon Preußen vor, wieviel Soldaten es halten durfte. Heute sind die Zeiten andere.
Wir wissen, daß England alle unsere Fortschritte eifersüchtig bewacht und weil wir eben jetzt auf dem Kontinent die erste Geige spielen, versucht es mit Hilfe der andern uns unterzukriegen, wie es einst Friedrich den Großen gegen das Haus Habsburg und die Koalition gegen Napoleon unterstützte, damals freilich meistens nur durch Geld. Es ist wohl nicht nötig, aufzuzählen, warum die Deutschen heute allen Grund haben, in England den Feind zu sehen, der ihnen überall Knüppel zwischen die Beine wirft. Zu allem lleberfluß haben die letzten Enthüllungen und die offiziellen Berichte über die anmaßenden Einmischungen in die Marokkoaffäre noch einmal volles Licht verbreitet. Uns sind die Augen geöffnet.
Umso aufmerksamer müssen wir darum beachten, was jetzt in England vorgeht. Zunächst werden die Enthüllungen fortgesetzt. „Pall Mall Gazette" wil: wissen, daß eine Division englischer Torpedobootsjäger der deutschen Flotte nach Norwegen gefolgt sei; zwei Divisionen hätten in der Nordsee gekreuzt, die allein die deutsche Flotte hätten vernichten können usw. Braucht man das auch nicht alles ganz ernst zu nehmen, etwas daran wird schon richtig sein. Fest steht jedenfalls, daß man in England nur auf die willkommene Gelegenheit, gegen uns loszuschla- gen, gewartet hat, man hat ja nichts anderes tun wollen, als seine Verpflichtungen gegen die französische Entente erfüllen. Das Bekannt- werden aller dieser Dinge hat nun aber in vielen Kreisen Bestürzung hervorgerufen. Es mehren sich die Stimmen, die ein gutes Verhältnis zu Deutschland fordern, die Entente und die bisherige deutschfeindliche Politik, die man ruhig eingesteht, verwerfen.
Die regierungsfreundlichen „Daily News" machen dem Ministerium den Vorwurf, es habe die wichtigsten englischen Interessen geschädigt, die in einem guten Verhältnis zu Deutschland liegen. Es müsse jetzt mit den englischen Ber-
pflichtungen gegen Frankreich zu Ende sein. Die ministerielle „Daily Chronicle" schreibt: „Die Liberalen wünschen nicht, den Lauf der auswärtigen Politik durch ehrgeizige Minister aus feinen natürlichen Kanälen abgelenkt zu sehen. Sie wünschen aber den Gedanken aus der Welt zu schaffen, daß ein tief gewurzelter Gegensatz zwischen britischen und deutschen Interessen bestände. Die Methoden der deutschen Diplomatie mögen mitunter etwas hart sein. Ruhigere Methoden wären vielleicht wirksamer, allein der Wunsch Deutschlands nach Ausdehnung ist so natürlich wie das Gesetz der Schwere. Es sollte eher das Ziel und Streben der englischen Politik sein, diesen Drang zu fördern, als ihm Hindernisse in den Weg zu legen."
Auch die konservative Prcsso stößt in dasselbe Horn. Die konservative „St. James Gazette" ist mit der Frage Herrn Steods einverstanden, die er in einem offenen Briefe ausdrückte: „Sollen wir denn jeden Versuch Deutschlands, eine Flottenstation an einer der großen Handelsstraßen zu erlangen, auf denen die deutsche Handelsschiffahrt ihren Kurs steuert, als unfreundliche Handlung auffassen?" Und sie bemerkt, er könnte noch weiter fragen: „Sollen wir denn die Ausbeutung neuer und rückständiger Gebiete durch Deutschland, in denen fein Kapital und feine Tatkraft ohne Nachteil für britische Interessen zur Geltung kommen könnte, hindern?" Sodann wird ausgeführt: „Das englisch-französische Einvernehmen war in dem Sinne, wie es 1904 von Lord Lansdowne und Herrn Balfour abgeschlossen wurde, nicht bestimmt, darauf eine verneinende Antwort zu liefern. Die Tatsache, daß es im Juli und im September d. I. einen Gegensatz hervorgerufen hat, der nahezu zum Kriege geführt hätte, gibt der Nation sicher Anspruch auf eine sehr bestimmte Erklärung über den ganzen Charakter der Vereinbarungen, die wir mit Frankreich und andern Mächten eingegangen sind. Deutschland hat keinen Grund zu Einwürfen gegen unser freundschaftliches Einvernehmen mit Frankreich, das uns nicht zu hindern braucht und nicht hindern sollte, freundschaftliche Beziehungen mit Frankreichs östlichem Nachbar zu pflegen. Dann aber darf das Einvernehmen kein Bündnis, und auf jeden Fall kein Bündnis fein, das eine Gleichheit der Interessen gegen Deutschland schüfe und beide Parteien binden würde, sie durch gemeinsame Aufbietung von Streitkräften zu Land und zu Wasser durchzufübren. Die jüngsten Ereignisse haben wieder allerlei Zweifel geweckt, und diese Zweifel sollte man nickt fortdauern lassen."
Besonders wichtig erscheinen uns die direkten Eingeständnisse der Deuttckfeindllckkeit der englischen Politik. Heute willen wir also, daß die sogenannte Entente mit Frankreich nichts anderes ist als eine Militär-Konvention, in der Frankreich Waff«nb?lke Waller und z« Lande versprochen ist. Der Geist König Eduards steigt auf.
Haralds Züge sich glätteten, und lächelte zu ihren eigenen Gedanken, zu der verstohlenen Zukunfts- Hoffnung, die in ihr erwachten.
Da — plötzlich — Wagengeraffel und Hufschläge draußen, Peitsckenknall und der Klang lauter Stimmen, die die sonnige Stille des Nachmittags brutal durchbrachen.
Sie sprangen alle auf. Agnete schloß schnell das Klavier, als fühlt« ste unwillkürlich, daß die Gäste, die jetzt kamen, nicht in die Welt hineingehörten, wo die Tön« und Träume wohnten. Harald war zuerst draußen. Sein« Augen verfinsterten sich im Schmerz, und alle Farbe wich aus seinem Gesicht. Lotte war es, — Lotte! Sie wagte es, als Gast in fein Haus zu kommen, zusammen mit ihrem Mann zu kommen — sie, die ihn verlassen und sein Leben zugrunde gerichtet hatte! Eine grenzenlose Wut loderte in ihm auf, eine Wut, die nur von seinem Stölzl im Zaum gehalten wurde. Er nahm sich mit einer gewaltsamen Anstrengung zusammen. Nein, sie sollte es nicht ahnen, was die Begegnung ihn kostete. Sie sollt« die Freude nicht haben, sich an seiner Schwäche weiden zu dürfen. Er wollte ebenso ruhig sein wie sie: verbindlich lächelnd, mit der eisigen Kälte der Gleichgültigkeit wollte er ihr entgegentreten und ihr zeigen, daß er die Liebe zu ihr getötet, wie ein Feuer erstickt hatte, das man mit Füßen tritt, bis der letzte Funken erloschen ist.
Er richtete sich gerade auf. Von seiner inneren Bewegung war nichts zu spüren.
Lotte vermochte sich bet der Begrüßung kaum so zu beherrschen wie er. Sie senkte die Äugen und entzog ihm schnell die Hand. Harald sah, daß sie ihren Mann nicht liebte. Er kannte sie zu gut, um dies nicht sofort zu durchschauen. Verkauft hatte sie sich
also — gut! Sie mußte wohl selbst am besten wissen, einen wie geringen Wert die Ware hatte, die für den Höckstbietenden käuflich war.
Gutsbesitzer Sandell trat ins Zimmer, geräuschvoll, breit und dick. Er stellte Herrn und Frau Tholander vor und ließ flck selbst Agnete vorstellen, di« vor der aufdringlichen Art seiner Bewunderung beleidigt sich zurückzoq. Ack, was wollten diese Menschen hier!--Diele Frau Tholander — Agnete
empfand instinktiv eine Abneigung gegen sie, nicht nur, weil sie Harald betrogen hatte, sondern auch, weil sie in ihr die natürliche Feindin ahnte. Und Tho'ander war ja gewissermaßen eine jüngere Ausgabe Sandells, nur schlaffer, weniger lärmend. Für Frau Sandell hätte Agnete vielleicht Sympathie fühlen können, wenn sie nicht so kalt ausgesehen hätte. Sie war zweifellos unglücklich, stieß dabei aber das Mttgefühl anderer von sich. Den besten Eindruck machte unzweifelhaft der junge, hübsche, bescheiden« Eösta Sandell. ~
Aber Harald! — Agnete wurde traurig gestimmt, so oft sie ihn anblickte. Er beherrschte sich vollkommen, und Agnete bewunderte ihn deshalb. Aber wie hatt er aussah mit der tiefen Furche zwischen den Brauen und dem unnahbaren, kalten Blick. — Es war, als sei seine ganze Natur in Bitterkeit und Trotz erstarrt. And die arme Taut« Gertrud fx'tte ihr« gewöhnliche ruhige Würde ganz verloren. Ihre Hände zitterten und ihr« Haube hatte sich auf dem Kopf verschoben. — Am liebsten hätte sie wohl Frau Tholander die Tür gezeigt. — Agnete trat an sie heran und setzt« die Haube zuecht, während sie ihr leise über das grau« Haar sttich. Und Fräulein Sparr« nickte, als wollte sie sagen: Ja, ja, sei nur I ruhig. Ich werde keinen Austritt machen.
Die Engländer werden uns nicht Übelnehmen, wenn wir nach den letzten Erfahrungen uns ihrer Freundschaftssehnsucht gegenüber kühl reserviert halten. Wurde uns doch bei jeder Entente in der Welt erzählt, daß sie nur dazu da seien, die „Reibungsflächen unter den Völkern" zu vermindern, und alle Friedsnstanten und Kinder freuten sich. Was freilich nicht hindert, daß die realen Verhältnisse schließlich ein ganz anderes Bild zeigen, ein Bild, in dem zwei Schiffsdivisionen im Mittelpunkt stehen.
Wie das alles aber troßdem auf manche Leute wirkt, fei nebenher zum Scherz erzählt. Der bekannte Sozialdemokrat Ed. Bernstein nimmt im „Berl. Tagebl." das Wort, nm Zeugnis abzulegen |ut die Friedens- und Deutschfreundlichkeit des englischen Volkes. Schuld daran, daß wir noch kein Bündnis mit England haben, sind allein — unsere nationalen Heißsporne. Man sieht, es gibt auch in der Politik noch Menschen, die Sinn für Spaß und Satire haben.
Am nächsten Montag wird Sir Grey zu den Reibereien im Parlament das Wort ergreifen; man ist gespannt, was er uns sagen wird. Die Zeiten, in denen man mit Phrasen wirkliche Verhältnisse zndeckte, sind vorbei. Stellt sich England uns weniger feindlich gegenü^r, gut, an uns soll es nicht fehlen. Aber Tatsachen und Beweise einer solchen Gesinnung müssen erst vorliegen, ehe wir das Mißtrauen beR-':‘i.
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Weitere EntlMirrigen.
In England gehen die Indiskretionen über das, was im September vorggen ist, weiter, und es ist nicht ganz uninteressant, daß sie gerade in einem Augenblick kommen, uWosfizieNe Kreise bemüht sind, bessere Beziehungen herzustellen. Sie gehen also von einer Quelle aus, die die Anbahnung eines guten Verhältnisses zu Deutschland nicht will. So lächerlich die Einzelheiten manchmal klingen, aus der ganzen Geschichte und daraus, daß selbst die ministeriellen B^.ffer ein Dementi nicht wagen, ist die Nichtigkeit im großen und ganzen anzunehmen. Der „Daily Gra- phic" gibt zu, daß man im £.■ ember den Krieg im Ministerrate stündlich erwartet habe, nebenbei bemerkt zu einer Zeit, als Deutschland in nachgiebigster Weise Fra^k eich ench^cnkam. Drei früher als deutsch-freundlich beka"...e Minister, Lloyd George, Churchill und Haldane, drängten dazu, französischer als Frank:.ich zu fein und im Falle von Komplikationen den damals durchaus nicht so unwahrscheinlichen Kriegsausbruch zwischen Frankreich und Deutschland als „Casus foederis" cu'.zusehen. Durch diesen Schritt wurde die politische En :;>te der beiden Westmächte tatsächlich in ein Bündnis umgewandelt. Offenbar fürchtete das englische Kabinett, Deutschland werde diese enorme und sehr ostentative Rückenstärkung Frankreichs während der marokkanischen Verhandlungen r’s einen unfreundlichen Akt ans rn r-K : "-ffcker-
St« begrüßte Lotte mit einer kaffen Kopfbe- wegung und wandte sich sofort an Frau Sandell. Die Herren standen in eifriger Unterhaltung an der offenen Verandatür. Lotte versuchte, mit Agnete ein Gespräch anzuknüpfen, erhielt aber so kurze und gleichgültige Antworten, daß sie es bald aufgab. Dann trat sie mit schnellem Entschluß an die Herren heran, steckte ihren Arm unter den ihres Mannes und lehnte sich vertraulich an feine Schulter, während ste mit einem schmachtenden Blick zu Harald ausblickte. Eie war im ersten Augenblick des Widersehens wirklich stark ergriffen gewesen. Jetzt war ste aber ruhig. Sie wollte seiner kalten Ueberlegenheit entgegen« treten, wollte ihn peinigen, ihn reizen und ihn betören, bis ste ihn wieder in ihrer Gewalt hatte.
„Die Herren sprechen also von Smaaland? sagte ste leicht. „Hier ist es geradezu entzückend. Claus, ich möchte, daß du unser Gut verkauftest und dich hier oben ankauftest. Ich würde weit lieber hier leben als in dem langweiligen, flachen Schonen."
„Die gnädige Frau würde den Tausch bald bereuen," sagte Harald mit einem kalten Blick auf sie — einem Blick so voller Geringschätzung, daß er sie erzittern machte. „Hier ist es einsam und still — bet weitem nicht so viel Geselligkeit wie in Schonen, wo die Rittergüter so dicht beisammenliegen."
„Ach, man entbehrt die Geselligkeit nicht, wenn man ein glückliches Heim Haff" tagte Lotte, um sich für Haralds Kälte zu rächen. Dabei lächeff.e sie ihrem Gatten zu, der st« erstaunt anblickte. Vielleicht wußte Herr Tholander das Glück nicht recht zu würdig««, das et tu seinem Heim hatte.
(Fortsetzung folgt).