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Marburg und Umgegend.

(Shic* aller OriginaiarUkel tft gemätz § iS de« llrt-l-errechts nur mit der deutlichen Ouellcoangab«

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Am Buhtage.

Ein allgemeiner Buß- und Beiiag ... In alten Zeiten wurde solche Feier angcordnet, wenn schwere Heimsuchung auf den Menschen lastete. Wenn etwa die Kriegsfackel von wilder So'dateska in ruhige Städte und Dörfer geschleudert war; wenn der ent. setzlick,« schwarze Tod seine ungezähligen Opfer ge- forteit hatte; wenn man ob furchtbarer Teuerung und Hungersnot Denkmünzen schlug mit der Auf­schrift:Gottes Hand schlägt das Land!", ja, dann war's nur ein echter und rechter Widerhall, daß man Butze tat und betete. Aber später sind di« regelmätzigen Butztage verordnet worden, und manch« haben gefragt, wozu denn eigentlich diese Einrich­tung sei? Predige doch schon jeder einfache Sonn­tag vom Butzetun. Wie könne man eine gesteigerte und gleichsam noch tiefere Vutzstimmung so beliebte auf irgend einen Kalendertag festlegen? Dazu ein« sonderlich modern sich gebend« Weisheit: die Freud« am vorwärtsdrängenden Leben, die suchende uni schaffende, sich selbst behauptende und genießende Kulturfreudigkeit, datz sei doch die Hauptsache. Uni da dränge sich dieser finstere Schatten eines katego­rischen Butztages dazwischen!

Aber all diese Gedanken und Einwände können den Wert einer regelmäßigen, kirchlichen Butztags- feier nimmer schmälern oder überhaupt in Frag« stellen. Das Christentum mit seiner Gnadenbotschaft ist gar nicht zu verstehen ohne den tiefernsten Hinter­grund menschlicher Sünde. Und datz diese der Leute Verderben ist, und datz es darum einen guten und tiefen Sinn hat, von Zeit zu Zeit diesen wunden Punkt mit besonderem Nachdruck zu betonen, das sollte ernsten Christenleuten sozusagen etwas Selbst­verständliches sein. Zumal in unserer Zeit, wo ein* Verwirrung und Verwilderung der sittlichen und religiösen Begriff« eingerissen ist, wie kaum jemals zuvor. Unser Volk und alle, die es lieb haben, stehen vor der bitter schweren Frage: Wohin soll'» noch führen? Der herbstliche Butztag steht in der Nähe des Totensonntags, und das gibt ihm eine Melodie von des Lebens Unvollkommenheit und Vergänglichkeit. Es gilt also, die kurze Spanne Lebenszeit auszunützen, um immer mehr hineinzu­wachsen in wirkliche ewige Weisheit und Wahrheit. Butze ist kein bloßes Verzweifeln und Gedrücktsein, sondern eine tröstlich« Eewitzheit: dem aufrichtigrn Glauben läßt es der Herrgott gelingen, und wer aus den Tiesen seelischer Not um Erbarmen ruft, der soll einen Frieden bekommen, der höher ist als alle Ver- nunft und stärker als alles Erdenleid.

Marburg, 21. Noo.

* Die Elektrische pardon, die Straßenbahn fährt gestern und heute Probefahrten. Die Be­schädigung, die der Wagen bei dem gestrigen Unfall auf der Bahn erlitten hat, ist also nur unbedeutender Natur gewesen, jedenfalls un­bedeutender, als sich nach den ersten Meldungen annehmen liest.

* Bolksunterhaltungsabend. Zn Ergänzung unserer gestrigen kurzen Schilderung des Volks­unterhaltungsabends wird uns noch geschrieben: Das Gute wird Bestand haben, und das Unnütz« wird sich überleben und wieder verschwinden wenn der Satz seine Richtigkeit hat, dann müssen die Volksunterhaltungsabende zum Guten ge­hören. Zn Scharen drängten sich am Sonntag abend die Menschen zum Quentinschen Saal«, der in seinem neuen Kleide einen schmucken Ein­druck machte; und obgleich bald alle Sitzgelegen­heiten nicht nur, sondern auch die Stehplätze te Hauptsaal, in den Nebenräumen und auf bet Gallerte bis zur letzten Möglichkeit ausgenützt ernten, mutzten doch viele -um grotzen Bedauere

Jte 275 und der Expl

V langt zugesc

durch Entsendung von 150 000 Mann

Mithilfe

versichert worden ist."

Nicht uninteressant ist auch, datz in den Times" Kritiken der deutschen Manöver er»

46. Jahrg.

1911.

das Kommando, in die Nordsee hineinzudampfen. Glücklicherweise ist dieser Befehl nicht gegeben worden. Es ist ebenfalls ein offenes Ge­heimnis, datz Frankreich unserer militärischen

scheinen so absprechend wie selten. Sogar die | englandfreundlicheFrankfurter Ztg. findet es höchst bezeichnend, datz der Kritiker derTimer" nahe Beziehungen zum englischen Kriegsamte unterhält, und sie vermutet, datz Kreise, die aus die militärische Politik Einfluß haben, zu einem weniger hohen Urteil als früher über die Leistungsfähigkeit der deutschen Armee gelangt sind. Dabei wirken höchstwahrscheinlich Znfor- mationen mit, die aus Frankreich nach London gealngt sind. Das Blatt schreibt weiter: ,Zn scharfes Licht treten diese Dinge durch die in den allerletzten Tagen durchsickerndcn Berichte, nach denen das Kriegsamt den Plan einer mili­tärischen Kooperation mit Frank­reich eifrig betrieb, Lord Haldane persönlich für die Entsendung von 150 000 Mann arbeitete, ja eine französische Kriegserklärung die un­mittelbare Folge gewesen wäre, wenn das eng­lische Kabinett die Pläne der militärischen Kreise angenommen hätte. Zn dieser Beleuch­tung lesen sich die auffällig scharfen Manöver- Artikel derTimes" wie ein Versuch, die In­trigen einer kleinen, aber betriebsamen kriege­rischen Gruppe nachträglich zu rechtfertigen. Die Aeutzerung des Abgeordneten Faber, eines früheren Artillerieoffizier», datz in der jüngsten Krisis die Armee, aber nicht die Flotte bereit gewesen sei. spricht gleichfalls dafür."

Zn England leugnet niemand, datz bas friedfertige" Kabinett, nicht etwa eine Klique, sondern die offizielle Vertretung des demokrati­schen Musterstaates alle Vorkehrungen zu einem Kriege getroffen hat, der in Wirklichkeit ein An­griffskrieg fein sollte. Rückschauend erhält also die englische Haltung während der Marokkover­handlungen eine recht bedenkliche Beleuchtung, . und wenn man jetzt in England von Friedens­beteuerungen Lberflietzt, so möchten wir diese jetzt mit noch größerem Rechte al» vor einigen Wochen auf das böse Eewisien der Herren uns gegenüber zurückführen. Hoffentlich legen aber diese letzten Enttäuschungen auch denjenigen unter uns da» Handwerk, die ewig von einer deutschen Kriegspartei reden und von der Fried­fertigkeit der Engländer überzeugt find, die eigenen Dolksgenosien beschimpfen zugunsten des Auslandes, das stch in feiner wahren Gestalt jetzt eben wieder einmal präsentierte.

wurde und gegenwärtig 2500 Mitglieder zäl't, unter denen fich besonders viele jüngere Offiz! e befinden. Die Vereinigung soll da» Ziel ' r Einigung des Serben tum» verfolgen. Die L - ganisation soll von einem dem Verein ange- hörenden Generalstabsmajor aufgedeckt worden sein, da dieser befürchtete, sie möchte zu inner- politischen Zntriguen ausgebeutet werden. Da» Vorgehen des Majors habe eine Spaltung inner­halb der Organisation verursacht. Der Verein habe keineswegs Attentate gegen politische Führer oder Erpresiungen gegen begüterte Bür­ger auszuführen beabsichtigt. Derartige Ver­suche seien vielmehr von Abenteurern unter Mißbrauch des Namens der geheimen Vereini­gung versucht worden.

** Der Präsident ermordet. San Domingo, 20. Nov. Der Präsident der dominikanischen Republik wurde ermordet.

Ausland.

Neue amerikanische Panzerschiffe. Wa­shington, 20. Nov. Die Regierung ersucht den Kongreß um Zustimmung zum Bau zweier Panzerschiffe von 30 000 Tonnen, die mit zehn 14zölligen Geschützen ausgerüstet werden und große Kohlenvorräte fasien sollen.

** Geheime serbische Bereinigung. Belgrad, 20. Nov.Politika" veröffentlicht Mitteilungen eine» Mitgliedes der geheimen Vereinigung Einigung oder lob, aus denen hervorgeht, datz Hefeöe bereit» vor wenigen Monaten gegründet

neue Abkommen sei eine Erläuterung und eine Ergänzung des Abkommens vom Jähre 1909, das seinerzeit die Ausführung der Algecirasakte bezwecke. Das Abkommen schütze dagegen, datz Zollerleichterungen an der algerischen Grenze zu llngunsten der Seeinfuhr eintreten. Gegen das Prämiensystem zugunsten französischer Znters- senten biete bei Vertrag ausdrücklich Garantien. Umgebungen der Vertragsbestimmungen in Rechnung zu setzen und gegen das Abkommen gel­tend zu machen, gehe nicht an. Wollte man da­mit rechnen, so könne man überhaupt keinen Ver­trag schließen. Bei Artikel 5 legte der Staats­sekretär die Bemühungen der Regierung im Znterefie eines Fr.sionsvertrages der Brüder Mannesmann mit der Unions des mines bar und wandte fich gegen die in einer Zeitung ver­öffentlichten Angriffe der Brüder Mannesmann auf die Regierung. Bei Artikel 12 bemerkte der Staatssekretär, datz das Schntzgenosienrecht vor­läufig weiterbesteht. Bei der folgenden Bera­tung des Kongoabkommens erklärte der Staats» fefretär, über die Abtretung von Togo werde cinfiHd) nicht verhandelt, wohl aber Über ge­wiss« Grenzregulierungen in Togo. Diese Ver­handlungen seien nicht zu Ende gekommen, weil man den Vertragsabschluß nicht weiter ver­zögern wollte.

Zn der heutigen Rachmittagssihung der Vudgetkommlsfion verbreiteten sich Staats­sekretär v. Kiderlen-Wächter und Ceneralfeld- marschall Frhr. v. b. Goltz über bie islamitische Frage, speziell darüber, ob durch die Einigung Deutschlands und Frankreichs in der Marokko- Frage eine Durchbrechung der islamitisch-deut­schen Beziehungen eingetreten sei. Sie sprachen fich dahin aus, die Neutralität, wie wir fie im Italien isch-türkischen Kriege beobachteten, sei das einzig Mögliche und Gegebene. Die Einzelheiten waren vertraulich.

Deutsches Reich-

Born Kaiser. Baden-Baden, 20. Nov. Der Kaiser traf mittels Sonderzuges 11.35 Uhr hier ei»- und wurde am Bahnhof vom Crotzherzog empfangen. Die Begrüßung war überaus herz­lich. Zum Empfang waren ferner erschienen der preußische Gesandte v. Eisendecher sowie die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden. Der Bahnhof war mit Pflanzen und Fahnen in den badischen und deutschen Farben festlich ge­schmückt. Der Kaiser und der Eroßherzog fuhren Im geschlossenen Wagen zum Neuen Schlöße, wo der Kaiser durch die Großherzoginnen Hilde und Luise begrützt wurde. Um 3.20 Uhr erfolgte die Weiterreise des Kaisers nach Donaueschingen. Baden-Baden, 20. Nov. Der Kaiser hat um 3% Uhr die Weiterreise nach Donaueschingen angetreten. Das Erotzherzogspaar und bie Groß­herzogin Luise gaben ihm bas Geleite zum Bahnhof, wo sich bet preußische Eesanbte von Eisenbecher, ber Amtsvorstand und bet Ober­bürgermeister zur Verabschiebung eingefunben hatten. Das Publikum bereitete bem Kaiser lebhafte Ovationen. Donaueschingen, 20. Nov. Der Kaiser ist heute abenb 6.35 Uhr hier ein» getroffen unb wurde von bem Fürsten zu Fürstenberg nach bem Schloß geleitet. Das Wet­ter ist stürmifch unb regnerisch.

Hilfsaktion für Südbrafilieu. Berlin, 20. Nov. Zur Beratung Über bie Hilfeleistung für bie in Sübbrasilien burch bie Ueberschwemmung schwerer Geschädigten sind im Reichstagsgebäude auf Einladung des Auswärtigen Amts eine grö­ßere Anzahl von Vertretern der Finanz, des Handels und der Industrie aus allen Teilen Deutschlands zusammengetreten. Die Versamm­lung beschloß einstimmag, eine Hilfsaktion inner­halb des Reiches einzuletten. Zur Durchführung wurde ein besonderes Komitee gebildet, das feine Tätigkeit demnächst beginnt.

Englands Angriffspläne mitten im Frieden.

Die Erklärung des Herrn Faber, Über die wir gestern berichteten, haben in England ein­geschlagen. Die gesamte Presie beschäftigt sich eingehend mit ihnen und nimmt Stellung. Dabei sickern jetzt Mitteilungen Über bie Haltung ber englischen Negierung während bet Marokkooerhandlungen unb ihre kriegerischen Angriffspläne gegen uns durch, bie unbedingt niedriger gehängt werden müßen. Wir geben bie Nachrichten hier wieder: DerObserver" erklärt, die englische Admiralität habe ständig die Fühlung mit bet beutschen Flotte gehabt, man habe es aber für unbenkbar gehalten, daß Deutschland jetzt angreife, wo die modernen Schlachtschiffe noch im Bau sind. Bei dem Aus­bruch eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich hat ein Teil des englischen Kabinetts 150 000 Mann nach Belgien übersetzen wollen. Man denke, England will in dem neutralen Bel­gien Truppen landen, und stelle sich vor, daß Deutschland auch nur den Gedanken faßen würde, die belgische oder holländische Neutralität zu ver­letzen. Die englische Negierung hält selbst einen Angriff der deutschen Flotte für unmöglich. Welchen Zweck haben die englischen lieber« legungen denn anders, als einen Angriff auf Deutschland? Ob England imstande ist, 150 000 Mann sofort kriegsbereit zu machen, darf füglich bezweifelt werden. Wir Deutschen erinnern uns mit Schmunzeln an das Wort Bismarcks, der die 100 000 Engländer, die in Schleswig-Holstein landen sollten, verhaften laßen wollte. Aber es kommt noch besser. Wir lesen, daß es ein offenes Geheimnis sei, daß die mit bet Suche nach den deutschen Torpedobooten an bet schottischen Küste beauftragten britischen Kreuzet Befehl hatten, jebes deutsche Torpedoboot, da» fieversteckt" auffinben sollten, ohne wertere» zu zerstSten.

Sehr richtig bemerkt diePost":Die nicht bestrittenen Tatsachen sprechen Bände! Also mitten im Frieden werden bie englischen Kreu­zer auf bie Jagd nach beutschen Torpedobooten ausgesandt. Wie nun, wenn die deutschen Boote nicht beit Befehl erhalten hätten, in bie Ostsee zurückzukehren, sonbern in ben nörblichen Ge­wässern ber Nordsee manövriert hätten? Was dann geschehen wäre, darüber ist sich jeder klar, der die Stimmung in der englischen Marine kennt . Die Kreuzer hätten jedes deutsche Boot, obversteckt" oder nicht, in den Grund gebohrt. Unb bas mitten im 8fr l eb e n! Damit wäre bet Krieg bageroefen, der Krieg, von dem nach den Meldungen der letzten Wochen unb den vielen Tischreden jenseits de» Kanals Niemand etwas wissen will. Die jetzt bekannt- werdenden Tatsachen wiegen unendlich viel schwerer als alle schönen Worte und werden das deutsche Volk nur in der Gewißheit bestärken, datz man in London den Krieg mit uns sucht!"

ZmStandard kommentiert Sidney Low die Rede des unionistischen Kapitäns folgender­maßen:Sogar ohne die Enthüllungen des Ka­pitäns Faber mußten wir mit ungewöhn­lichem Mißbehagen auf die auswärtigen Beziehungen unseres Landes zurückschauen. Wir sind einet schweren Gefahr entgangen, wenn wir ihr überhaupt schon entgangen sind. Ob Kapitän Faber zu seiner Kritik der Politik der Admiralität berechtigt ist oder nicht, das eine ist jedenfalls wahr, datz er uns Tatsachen vor­geführt hat. Zch glaube, es ist wahr, daß in bet ersten Hälfte bes September bie Marine- unb Militär-Abteilungen gewarnt worben waren, baß wir uns in kürzester Zeit in einem Krieg mit Deutschland befinben könnten. Die Flotte lag b a* m a I s in ber Cromo r ty Bey und hatte bie Torpedonetze

ZtcCb«rb«ffif»t Leitung- kyqcmt täglich mit Äu-uat,.iuÄ.im» und Feiertag«. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 8.25 X (ohne Bestellgelds, bet unseren ZeiiungSstellen

Spedition (Markt 21) 2.00 X frei in« Hau,. (Für uiwm« langt zugesandte Manuskripte übernimmt Me Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck ber Univ.-Buchdruckerei I 8. Koch (Inh.:

Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.______________

Das deutsch-französische Abkommen in der Budgetkommission.

Berlin, 20. Nov. Die Vubgetkommisfion des Reichstages setzte bie Beratung betr. bas Marokkoabkommen fort. Der Vertreter bes preu­ßischen Kriegsministeriums erklärte über die schwarze Gefahr, in absehbarer Zeit werbe man nicht bamit rechnen müßen, baß burch bie Be­setzung Marokkos bie schwarzen Kräfte in erheb­lichem Maße bem französischen Staate für mili­tärische Zwecke zuwachsen würben. Auf bie Dauer sei ollerbings eine Verstärkung ber mili­tärischen Macht Frankreichs in Marokko nicht von ber Hand zu weisen. Staatssekretär von Kiderlen-Wächter wies im weiteren Laufe ber Beratung bie Annahme zurück, als sei bie mili­tärische Seite ber marokkanischen Frage vom Auswättigen Amt leichtsinnig behanbelt worben. Herr v. Kiderlen-Wächter bemerkte, daß die von ihm im Plenum vorgetragenen Zahlen übet bie Beteiligung farbiger Truppen . im Kriege 1870/71 vom Eeneralstab stammten. Bei ber allgemeinen Wahrpflicht in Algier hanble es fich zuerst nur um einen Versuch. Die Kolonisten in Algier selbst sähen in bet militärischen Ausbil- bung bet Farbigen eine Gefahr für fich unb feien ber Meinung, baß bie Möglichkeit eines Auf­standes dadurch wachse.

Bei der Besprechung der Einzelheiten des Marokko-Abkommens führte der Staatssekretär aus, die Freiheit der Küstenschiffahrt sei durch die Algecirasakte festgelegt. Hinsichtlich der Post­anstalten bleibe der Statusguo, d. h. Deutsch­lands Recht des eigenen Postdienste» aufrecht er­halten. Zm Telegraphenwesen sei Deutschland im allgemeinen gegen die Differenzierung ge­sichert und habe noch bas besondere Recht, ein Kabel in Casablanca zu landen; die Vertrags- rechte Deutschland» gegenüber Marokko blieben bestehen; bet Beschwerden hinsichtlich der ver- ttagsrechte wende sich Deutschland Gnftig durch französische Vermittlung ex den Sultan. Die I Algecirasakte M fchtcrocs» aufgehoben, v»

Marburg

Mittwoch, 22 November

Der »nzetgenpre,« Betragt für tue 7g«spa!tene Zeile oder deren Raum 15 jL, bei auswärtigen Anzeigen 20 >>., für Reklamen die Zeile 40 Bei Wiederbolunaen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt, »ei Montur» kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Datenvorschrift und Belegliefe^n,-! auSaefchlosien. Zahlungen im Postsei,eckverkehr ohne Portokosten unter Br 5015 beS Postscheckamtes kTranksurt e. M.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage 7