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1911
Erstes Blatt
gehen, wenn wir zum Vorteil einer der Männer
Das Blatt betont, daß die englische Regierung alles getan hat, um Frankreich zu einer liberalen Kompensation zu ermutigen, vorausgesetzt, daß es wirklich freie Hand in Marokko erhielte, und daß die englische Regierung auf das sorgfältigste vermieden habe, Fragen englischer Interessen zu erheben, die die Verhandlungen erschweren konnten.
Die „Münchener Neuesten Nachrichten" sagen:
„Wir bemerken dazu, daß die Beurteilung des Ergebnisses der Marokko-Verhandlungen sich nicht allein aus den Inhalt des Abkommens erstrecken wird, sondern vor allem auch auf die allgemeine Lage des Reiches und die Art, wie nach dem Auslande hin in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren gewirtschaftet worden ist. Und mit der verbrauchten Sirupphraseologie, mit der früher die Kritik sich zum Schweigen bringen liest, must es endlich auch ein Ende haben. Unter diese Rubrik rechnen wir auch die Berufung aus den völkerrechtlichen Brauch, dem zuliebe der nach London ergangene Beschwerdeerlatz über die Frechheit des Herrn Lloyd-George bis heute Geheimnis geblieben ist. Wenn ein englischer Minister sich so wenig um das Völkerrecht kümmert und vor der ganzen Welt gegen Deutschland frech wird, dann könnte auch die Abweisung vor derselben Oeffentlichkeit bekannt werden. Das ist keine „Prestigepolittk", sondern berechtigte Wahrung des eigenen Ansehens. Man mag sich in Berlin nur ja recht deutlich sagen, daß auch über die diesmal beliebte Methode der Behandlung so tiefeinschneidender auswärtiger Fragen eine be- recyrigte Verbitterung besteht. Um so Politik zu treiben, must man das Vertrauen besitzen, wie Wilhelm I. und Fürst Bismarck, aber etwas mehr als „gute Absichten" und — Bismarck seinerzeit entlasten zu haben. So empfindet man im deutschen Süden."
Der Krieg um Tripolis.
Es ist immer noch das alte Bild. Die Meldungen, die von italienischer Sette über die Lage in Tripolis verbreitet werden, stehen im kraste- sten Widerspruch mit den Nachrichten, die die Sonderberichterstatter einiger Zeitungen ihren Blättern unter grosten Schwierigkeiten zukommen lassen. Wie aus den italienischen Meldungen hervorgeht, liegt den Italienern vor allem daran, den Glauben zu erwecken, als ob die Araber sich gegen die Türken empört und die Eindringlinge als ihre Retter betrachteten. Außerdem wird die Meinung verbreitet, daß die Türken große Schwierigkeiten in der Verproviantierung hätten und daß auch ihre Armierung sehr mangelhaft sei. Alle derartigen Meldungen sind tendenziös entstellt, wenn nicht gar glatt erfunden. Ebenso ist es mit den „Siegesnachrichten" des offiziösen italienischen Drahtes. Daß diese von deutschen und anderen Zeitungen aus ihr richtiges Maß zurückgeführt wurden, hat in Italien einigermaßen Aergernis erregt, und man beschuldigt die deutsche Preste einer parteilichen Stellungnahme in dem türkisch-italienischen Konflikt. Jetzt nun hat der Korrespondent der „Kreuzzeitung" dem Ministerpräsidenten als Gegenbeweis eine Anzahl Artikel aus deutschen Blättern vorgelegt, die Giolitti als überaus sympathisch und objektiv bezeichnete.
Außerdem sprach er die Ueberzeugung aus, daß diejenigen Blätter, die so scharfe und feindliche Kritik am italienischen Vorgehen üben, nicht die Regierung und die öffentliche Meinung in Deutschland vertreten, sondern lediglich in Finanzinteresten handeln. Di« „Franks. Ztg."
bezeichnet diese Auslastung als Unverschämtheit und hält es mit Recht unter der Würde der deutschen Preste, sachlich irgendwie auf diesen Vorwurf einzugehen.
P a r i s, 6. Rov. Die „Agence Havas" meldet aus Malta: Der Gesundheitszustand in Tripolis scheint sich zu verschlechtern. Gestern wurden in den Straßen der Stadt ungefähr 50 Leichen von durch Cholera oder Hunger verstorbenen Eingeborenen gefunden. Auch in den Palmenpflanzungen befinden sich viele Leichname. In etwa 40 Fällen wird täglich unter den italienischen Soldaten die Cholera festgestellt.
Tripolis, 6. Nov. Wie die „Agenzia Stefan!" meldet, sind die Generale Frugoni und Dechaurand in Tripolis angekommen. Frugoni übernahm das Kommando des ersten Armeekorps. Dechaurand übernahm das Kommando des ersten Armeekorps, Caneva behält seine ci- vilen Funktionen, und den Oberbefehl des gesamten Okkupationsheeres. General Pecort Eiraldi behält das Kommando der ersten Division. Hauptmann Eastaldi entdeckte acht in einem Haufe verborgene Personen, wovon fünf verwundet waren. Da diese stark verdächtig sind, an der Empörung am 23. Oktober teilgenommen zu haben, stellte man sie vor das Kriegsgericht. Verstärkungen der Mannschaften und Material treffen ständig ein. Die Stadt nimmt wieder normales Aussehen an. Auf Grund eines Dechrets der Regierung vom 4. November sind die Zivil- und Handelsgerichte wiederhergestellt. Einige Regengüste kündigen den Eintritt der Regenzeit an.
Tripolis, 6. Nov. Die italienische Artillerie fügte der feindlichen Artillerie und Infanterie vorgestern ernstliche Verluste zu. Die Türken hatten sicherlich Kenntnis von der Ankunft italienischer Verstärkungen; ihre Osfiziere erkennen, daß die italienischen Stellungen gegenwärtig uneinnehmbar sind. Die Türke» müsten die Araber ernähren, wenigstens versuche» sie, sie zusammen bei sich zu halten. Die Schmier'gleit der Lage offenbart sich nicht nur in Klagen und anderen mündlichen Kundgebungen seitens der Araber, sondern auch in Täte» offenen Aufruhrs gegen die Türken. Vorgestern plünderte eine Gruppe von Arabern eine kleine Karawane mit Lebensmitteln, die für die Türken bestimmt waren. Diese versuchten sie in ihren Besitz zu bringen und die Plünderer zu bestrafen, aber die Araber setzten sich mit i! ien Waffen zur Wehr und die Türken sahen fi, gezwungen, einzulenken. Die Kapi.äne Moizo und Piazza unternahmen gestern Erkundungsflüge. Motzo gelangte über Ainzara hin- a- o und warf zwei Bomben in das feindliche Lager. Er fand die Streitkräfte des Feindes stark vermindert. Auch Piazza konnte mit Erfolg zwei Bomben in feindliche Abteilung«» werfen. Die Flieger fanden, daß sich das kommando der arabisch-türkischen Truppen in Suk-el-Eiama befindet. — General Bricola meldet aus Venghast, daß der Platz und die anderen von seiner Division besetzten Orte zur Verteidigung eingerichtet seien. Infolge der letzten kleinen Gefechte zogen sich die vor unseren vorgeschobenen Posten umherstreifenden Marodeure der Beduinen zurück. Die italienischen Truppen beherrschen jetzt das Gelände bis zum Fuß des Barkaplateaus. (Agenzia Stefani.)
Tripolis, 6. Nov. Gestern vormittag 7 Uhr eröffnete gegenüber dem Fort Sidi Meßri die bei dem Dorfe Fornasi ausgestellte feindliche Artillerie das Feuer gegen die italienische Aufstellung. Der italienischen Artillerie war es gelungen, durch den Flieger Kapitän Moizo die Stellung der gegnerischen Artillerie festzustellen. Sie eröffnete darauf ein heftiges Feuer, das Kapitän Moizo als wirksam bezeichnete. Die türkische Batterie war bald zur Einstellung des Feuers gezwungen. Nachmittags eröffnete die türkische Artillerie das Feuer aus einer anderen Stellung östlich der italienischen. Einige zu weitgehende Schüsie schlugen zwischen den italienischen Schützengräben und der Stadt ein, ohne Schaden anzurichten. Bald nachher entwickelte sich einer der gewöhnlichen Angriffe gegen die italienische linke Flanke und wiederholte sich mehrfach ohne große Energie bis 9 Ahr abend». Der Feind setzte sich in einem Haus gegenüber unseren Stellungen fest. Er wurde von beet durch die 11. und 12. Kompagnie der Grenadiere vertrieben. Die beiden Kompagnien waren durch einen Zug Gebirgsartillerie unterstützt ward««.
Die Heue 4U 4. JOCl XölcueiqiHUnneii Ciuipivuit-'IILVI viuuuiu
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Der Marokkoverlrag.
Nachdem man sich vom ersten Schreck erholt hat, begint man den Vertrag in seinen Einzelheiten zu würdigen, und es ist natürlich, daß sich dabet herausstellt, daß auch Deutschland nicht ganz leer ausgeht. Das wäre ja auch noch schöner. Prof. Passarge, der, wie wir gestern meldeten, den Wert des abgetretenen Gebietes besonders hoch und den Wert des erworbenen besonders tief einschätzt, tritt der frühere Gouverneur von Kamerun entgegen. Der Reichtum Kameruns liege nicht in dem Zipfel, den man verschenkt habe, meint Herr von Puitkamer in einer Zuschrift an die „Tägl. Rundschau": Auf die Einzelheiten des Geschäftes dürste es bei dem ganzen Handel am allerwenigsten ankommen, darüber soll man sich keinem Irrtum hingeben.
Die Enttäuschung im Volke beruht weniger darauf, daß wir diesmal so besonders schlecht abge- schniiten hätten, sie ist darin zu suchen, daß das Volk in seinem Gefühl verstärkt worden ist, daß unsere Diplomaten aus Grund einer völlig falschen Methode konzilianter Nachgiebigkeit uns wieder einmal eine Schlappe bereitet haben. Es ist natürlich eine chauvinistische Ueberireibuiig, wie die „Frankfurter Ztg." schreibt, wenn man uns glauben machen wollte, daß das deutsche Volk nun überhaupt keine Stellung mehr in der $BeM habe. Aber gerade die Fehler in der Be- hLndluiig des Marokkoproblems sind doch so sckMGwiegender Natur, daß das Volk sich nicht mit der Konstatierung der Tatsache, daß wir wenigstens einige Vorteile davongetragen haben, zufrieden gibt. Man hatte eben mehr erwartet. Die „Rhein.-Westf. Ztg." weist darauf hin, daß im Auswärtigen Amte in einer Art, die nicht anders aufgefaßt werden konnte in der Zeit des Tages von Agadir von der Notwendigkeit einer geeigneten Siedelungskolonie gesprochen wurde, und daß am 8. Juli eine Versammlung nationaler Politiker und Journalisten unter Billigung des Auswärtigen Amtes, Südwestmarokko als deutsche Interessensphäre bei einer Teilung Marokkos verlangte. Wie dem auch sei, jedenfalls hat die Regierung — vielleicht konnte sie das bei ihren Verhandlungen brauchen — Wünschen des deutschen Volkes auf Südwestmarokko durchaus ihren Lauf gelasien, und wie überhaupt der Pressedienst des Auswärtigen Amtes sich als besonders reformbedürftig herausgestellt hat, so hat er bei dem Auflklärungsdienst, der notwendig gewesen wäre, versagt.
Der Vertrag kann jedenfalls als vollzogene Tatsache gelten, und es nützt nichts vor Europa den Enttäuschten zu spielen. Es ist nur notwendig, der Regierung zu zeigen, daß das deutsche Volk die Behandlung solcher auswärtiger Probleme, die wie Marokko, einen bedeutenden Einfluß auf die Nation auszuüben vermögen, in der bis jetzt beliebten Form nicht ertrügt. Das hat mit Chauvinismus nicht zu tun. Es ist eine selbstverständliche Regung nationalen Sinnes, die vielleicht unserem für das Ausland schwärmenden Urdemokraten unangenehm ist, deren heilsame Notwendigkeit aber nicht bestritten wird.
Die Verhandlungen haben das französische Eelbstbewußtsein nicht schlecht in die Höhe schnellen lassen. Die be—rühmte halboffiziöse „France militaire" konstatiert, daß die Deutschen die Besiegten und die Franzosen die Sieger sind und die Rede, die der Ministerpräsident gehalten hat, zeigt, daß die regierenden Herren gerade nach den Verhandlungen stolzes Selbstbewußtsein erfüllt. Daß sich Cailleaux Deutschland gegenüber dabei sehr reserviert verhalten hat, möge denjenigen zu denken geben, welche in den beiden Ländern jetzt endlich geeinigte feindliche Brüder sehen.
Eine Rede des französischen Ministerpräsident«»
Saint Calais, 5. Nov. Bei dem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahl besprach Caillaux in längerer Rede auch die Marokkoangelegenheit und sagte: „Die Regierung hat da? Bewußtsein, feit vier Monaten in hohem Grade eint, wirklich nationale Politik verfolgt zu haben, indem sie zum größten Nutzen Frankreichs die sehr verwickelte Lage ordnete, der sie sich gegenüberfand, gleich al» sie zur Macht gelangte. Wir haben
Tie „Ltxrhesiische Zcining" erscheint täglich mit «uiri-ch.m «i eenn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 .* (ohne Bestellgelds, bet unseren Zeitungsstellen
~ lebition (Markt 21) 2.00 'Jl frei in» Hau». (Für unter» langt zugefandt« Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. «. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55. ____
Paris, 6. Nov. Der Ministerrat prüfte den Gesetzentwurf, betreffs Ratifizierung des deutsch-französischen Abkommens, das morgen dem Präsidenten zur Zeichnung unterbreitet und dann dem Kammerbureau vorgelegt werden wird.
Petersburg, 6. Nov. Der deutsche und französische Geschäftsträger überreichten im Ministerium des Aeutzern de« Text des Marokkoabkommens mit der Bitte um Zustimmung der russischen Regierung.
Madrid, 6. Nov. „Imperial" erklärt die gestrige Meldung der „Times", nach der Verhandlungen zwischen Deutschland und Spanien über die Abtretung von Fernandopo in Spanisch- Guinea begonnen habe-, für unbegründet.
in ganz Marokko oder einem Teil desselben der Festlegung wirtschaftlicher Privilegien zustimm- ten, die in einer Zeit, wo die wirtschaftlichen Fragen im Verhalten der Völker eine überraschende Rolle spielen, unabwendbar eines Tages eine andere vollkommenere Herrschaft nach sich gezogen hätte. Wir haben gewollt, daß Frankreich in Marokko volle Handlungsfreiheit habe. Damit auch Deutschland seinerseits uns in Marokko freie Hand lasse und damit es auf die Vorteile verzichte, welche es sich geschaffen zu haben glaubte, haben wir ihm gewiße Entschädigungen eingeräumt. Es ist nicht meine Absicht, diese herabzufetzen, aber ich bin berechtigt zu sagen, daß sie Frankreich in keinem seiner zum Leben unbedingt nötigen Teile treffen und daß sie seine wesentlichen Interessen nicht berühren. In Zentralafrika können die Stellungen nicht als enbgiltig betrachtet werden. Es wird Aufgabe einer klugen, vorausfehenden Politik für viele europäische Mächte sein, eine Abrechnung vorzubereiten, in der jeder der verschiedenen Vertrag schließenden Teile seinen Vorteil findet. Wir können unter der einzigen Bedingung, die wirtschaftliche Gleichheit zu achten, unsere Aktion auf ein Land ausdehnen, welches geräumiger, fruchtbarer und bevölkerter ist als Algerien und Tunesien zufammengenommen, und das zweifelsohne zukünftig die schönste Blume in unfern kolonialen Kranze bilden wird. Das Abkommen ist ebenso für Deutschland von Vorteil, dessen Festsetzung in Marokko wir nicht ins Auge fassen könnten, und welches zu seinem größten Vorteil die kommerzielle und industrielle Tätigkeit feiner Besitzungen im äquatorialen Afrika erweitert. Endlich gibt es einen Gesichtspunkt, welcher über den des Tausches hinausgeht: wir glaubten, daß wir der Sache des Fortschrittes und der allgemeinen Zivilisation in der Welt nützlich dienen würden, indem wir zu einer Abrechnung, gelangen, die ein für alle Mal mit der Marokko-Angelegenheit zwischen Frankreich und Deutschland Schluß macht."
Parts, 5. Nov. Die radikalen Blätter äußern lebhafte Befriedigung über die gestrige Rede des Ministerpräsidenten Caillaux und meinen, der ihr gespendete Beifall sei von guter Vorbedeutung für die Eröffnung der Parla- m ’gung. — Der „Solei!" wendet sich gegen die nerkungen Caillaux's Über künftige Aen- derungen in Afrika und fragt, ist denn das französisch-deutsche Abkommen nur ein Anfang, werden die Mächte fortfahren Afrika untereinander aufzuteilen. Das wäre ein gefährliches Spiel, besonders für uns.
Weiter« Preßstimmen zur Rarkkokris«.
Paris, 4. Nov. Das „Journal des D6- bats" schreibt: Nach Prüfung der hiesigen und der Berliner Veröffentlichung über das deutschfranzösische Abkommen kann man nicht sagen, daß Frankreich einen Erfolg davongetragen hat. Frankreich hat die Erenzberichtigung zwischen Togo und Dahomch welche ihm jüngst zugestchert schien, nicht erhalten und die beiden deutschen Einschnitte sind nicht so dünn, wie man in Paris behauptet hat. Noch ernster ist, daß Herr v. Ki- derlen im letzten Augenblick die Frage von Bel- gisch-Kongo aufgeworfen hat. Der Berliner Vorschlag, daß Frankreich sein Vorkaufsrecht auf Belgisch-Kongo an Deutschland abtreten möge, ist vor dem endgültigen Abschluß der Verhandlungen in zwar etwas abgeschwächter, aber doch noch recht beunruhigender Form von neuem auf- getaucht, und was Marokko anlangt, so haben wir wirklich keinen Grund, uns zu beglückwünschen; wir tausche» die Vormundschaft der Alge- cirasakte gegen eine wirtschaftliche Vormundschaft ein. Wir werden Marokko verwalten; dasselbe wird aber von unseren gleichgestellten Mitbewerbern ausgebeutet werden. Das Abkommen besitzt nur den einen wirklichen Vorteil, daß es einen seit sechs Jahren währenden, den Weltfrieden bedrohenden Zwist mit Deutschland beendigt. Es ist nicht schlecht genug, um «-gelehnt zu werden, aber auch nicht gut genug, um als ein Erfolg angesehen zu werden.
London, 4. Nov. Die „Westminster Gazette" schreibt: Das Ergebnis des Abschlusses gereicht beiden Teilen zur Ehre, besonders den Herren von Kiderlen-Wächter und Cambon, die ihr äußerstes taten, um ein befriedigendes Resultat zu erreichen. Der Rücktritt des Staatssekretärs des Kolonialamt» v. Lindequist zeigt, mit wel
Marburg
Mittwoch, 8. November
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage"
geglaubt, daß wir die schwerste Unklugheit be- I chen Schwierigkeiten der Kaiser, der Reichskanz- -------------«“‘■f --— >•-- ler und der Staatssekretär zu kämpfen hatten.