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/i uic >pu|i wguyt-H fi.fiu vn> \uyiic sc'-jicuyt-iu), vti uhicich JWo znl) und der Expedition (Markt 21) 2.00 <X frei ins Haus. * langt zugesandt« Manuskripte übernimmt die Reda

46. Jahrg.

1911.

und Feiertage. Der Bezugspreis betrögt vierteljährlich durch die Poft bezogen 2.25 Jk (ohne Bestellgeld), bet unseren ZeiiungSstellen .....- - - (Für unver» Redaktion keinerlei

Marburg

Sonnabend. 4 November

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DieLlberl,«gische Zeitung" erscheint täglich mit Aurnah in. Xr L nn

mit dem tueisulatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"

Erstes Blatt.

Der Krieg um Tripolis.

lieber die Lage in Tripolis wird derFrank­furter Zeitung" aus Konstantinopel gemeldet: Nach zuverläßlichen Informationen war am 30; Oktober die Lage bei Tripolis folgende: Der tür­kische rechte Flügel drängte trotz der energischen Gegenwehr der Italiener deren linken Flügel zurück, wobei die Forts Misri und Hanni ge­nommen wurden. DastürkischeZentrum warf das italienische Zentrum bis hinter die Mauern von Tripolis zurück. Im Zentrum befehligte Oberst Neschat Bei. auf dem rechten Flügel Oberst Adhmed. Allein der rechte Flügel der Italiener konnte feine Stellung vier Kilometer vor Tripolis be­haupten. Die Türken besetzten die wiedergewon­nenen Forts. Die Stadtmauer ist 15 Meter hoch und t Meter dick. Die türkischen Trimven befin­den sich in gehobener Stimmung. Nach weite­ren Meldungen sollen am nächsten Tage die Ita­liener auf der ganzen Linie geworfen und hinter die Mauern von Tripolis zurückgetrieben wor­den sein. Die Demoralisierung unter den Ita­lienern sei sehr groß.

Die italienische Besatzung von Homes, die 3000 Mann stark ist, bat dringend um Verstär- Tung. Man will daraus entnehmen, daß der Feind seine Hauptmacht dorthin geworfen habe.

Entgegen der offiziellen Ableugnung der schonungslosen Unterdrückung des Aufstandes durch die Italiener wird der Frankfurter Zeitung" von ihrem Spe­zialkorrespondenten in Tripolis telegraphiert: Durch die Kopflosigkeit der italieni­schen Offizierewurdeeine wilde Men- scheniagd eröffnet. Den Truppen wurde befohlen, auch auf Frauen und Kinder zu schie­den. Bisher sind winde st ens 3000 Ein­geborene füsiliert oder auf der Stelle uiederqeknallt worden. Die Italiener erschosien einen Malteser und einen Kriechen, weil sie sie für Eingeborene hielten. Der Korrespon­dent sah mit eigenen Angen unerhörte Grausamkeiten. Hunderte von Araber­leichen liegen in den Kasten umher. Die astge­meine Ilnsicherheit nimmt infolgedessen in der Stadt zu.

Ilebereinstimmend mit dieser Meldung wird demTag" non taaelangem Wüten der Italiener gegen harmlose Menschen berichtet. Kranke, Frauen und Kinder wurd<-n erlormungs- las auf offener Strohe erschosien. Kanze Fa­milien vernichtet. Der Korresvondenk der als d u r ch a u s z u v e r l 8 s s i g bekannt i" Mitfr tet u. a.: D r e i B l i n d e halten sich e ^nder fest. der erste tastet die Mauer entlang ;'efff- sind es. Da biegt ein Haufe Bersaglieri um t Ecke, in nächster Minute haben die drei Krünw. zu leben aufgebört. Bis abends lagen sie in Sakra an der Ecke eines Olinengartens. Drei Kinder flüchten sich aus der Oase nach dem Heiligengrab Sidi el Masri, das am äuße­ren Palmenrand gen Süden liegt. Der dort ein- gnartierte Posten eröstnet S ch nellfeuer auf die Kleinen, deren ältestes acht Jahre zählte. Ruf der Strohe gen Kergarisch reiten zwei Frauen auf zwei Kamelen. Sie wurden ita­lienisch anoerufen. stebenzubleihen. Sie ver­stehen den Befehl nicht, reiten weiter und wer­den von den Tieren geschossen. Eine andere Frau wurde erstachen auf der Strohe gen Bumiliana, weil sie sich den Schleier nicht vom Kestcht reihen lasten wollte Möglich, dah die Soldaten glaubten, es sei ein " -deter Mann. Heute nachmittag sah ich dranin Sania an einem hochgelegenen Brunnen einen etwa Zwölfjährigen Knaben trinken. Plötz- sich kracht es in asternächster Nähe, mit einem Aufschrei stürzt der Junge zusammen. Der Korrespondent der ..Central News" in Tripo- fig meldet: Drei Araber, zwei Kreise und fkin junger Mann, wurden in das italienische La­ster gebracht. Die Italiener bearbeiteten zuerst die drei Araber mit den Fäusten. Dann e t - klärten sie ihnen, sie seien frei. Die bret machten sich auf den Weg. nm das italie- stische Lager zu verlosten. Kaum batten sie einige Schritte zurückgelegt, als sechs Soldaten, die 11 ft t e r ihnen postiert worden waren, eine vew ehr salve auf sie abgaben.

Derartige Nachrichten, denen man zunächst zweifelnd gegenüberstehen mutzte, Haufen sich jetzt in erschreckender Weise und kommen aus verschie­denen Quellen, die sich gegenseitig ergänzen und als durchaus sicher angesehen werden wüsten. Jedenfalls mutz gegen ein derartiges Gemetzel der schärfste Protest eingelegt werden und wenn die Hitzköpfe von Italienern, bei denen bekannt­lich das Mester nie fest in der Scheide steckt, dem Gefühl der Menschlichkeit und dem Völkerrecht derartig ins Gesicht schlagen, so wüsten sie voll den Erotzmächten eben daraus hingewiesen wer­den, wie eine europäische Kulturmacht die Frauen, Kinder und Kranken des Gegners im Kriege zu behandeln hat. Hier ist jedenfalls einewohl­wollende Neutralität" der europäischen Groß­mächte nicht am Platze.

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Tripoli g , 2. Nov. lieber die Wirkung dervon dem italienischen Flieger in das türkische Lager geworfenen Bomben wird gemeldet: Bier aus einer Höhe von etwa 200 Metern herabge- worsene Bomben explodierten inmitten der Sol­daten, die mit lauten Schreckensrufen nach allen Nichtungen flohen und in Sandhöhlen flüchteten. Nicht ein einziger Soldat dachte daran, aus die Flugmaschine zu schießen.

Tripolis, 2. Nov. Der gestrige Tag und die Nacht sind, abgesehen von einem Angriffs- verfuch, der gestern abend gegen 5 Ilhr vorgenom- men wn.de. ruhig verlaufen. Die Witterungs- verhältniste ließen keine radiotelegraphischen Nachrichten aus Tobruk, Derna, Benghasi und Homs zu.

Tripolis, 2. Nov. Gegen 5 Uhr früh, unternahm die feindliche Artillerie etliche er­folglose Angriffe auf die italienischen Linien im Südosten. Um 8 Uhr hörte das Feuer auf. Bis 9-/2 Uhr vormittags ist kein Anzeichen einer Tätigkeit des Feindes wahrgenommen worden.

Rom, 2. Nov. Agenzia Stefani erklärt: Einige Blätter brachten Nachrichten über Kämpfe, die am 30. und 31. Oktober bei Tripolis stattgefunden haben sollen, von denen die ita­lienische Regierung der Preste keine Mitteilung gemacht habe. Diese Behauptungen entbehreii jeder Begründung. Außer was offiziell durch Vermittelung derAgenzia Stefani" mitgeteilt wurde, ist bis jetzt keine andere Nachricht von Kämpfen oder Scharmützeln vom Generalkom­mando in Tripolis eingetroffen.

Konstantinopel, 2. Nov. Der Senat begann gestern die Adretzdebatte. Die Adreste tadelt die bisherige Politik des Kabinetts, kriti­siert das völkerrechtswidrige und beispiellose Vorgehen Italiens und betont die Notwendig­keit einer Verbesserung der Verwaltung, um in Zukunft ein ähnliches Mißgeschick zu vermeiden. Die Türkei wüste, um nicht unerwarteten An- griifen ausgesetzt zu fein, eine ernste logische äußere Politik, die immer auf alles vorbereitet sei, verfolgen.

Die Revolution in China.

Peking, 2. Nov. Die Naiionalveriamm- lung befürwortet die Verfastung, die auf den konstitutionellen Grundsätzen Großbritanniens fick aufbaut, aber die Südproninzen verlangen noch eine republikanische Union. Dies ist die Hauptschwierigkeit der Lage. Doch erwartet man, daß Puanschikai sie überwinden wird. Prinz Tsching erklärte sich bereit, dem Thron eine Denkschrift einzureichen, in der darum ersucht wird, alle den konstitutionellen Grundsätzen zn- widerlaufenden Gesetze sofort aufzuheben und ohne Verzug die Wahl von Parlamentsmitglie­dern vornehmen zu lasten.

Peking, 2. Nov. In einer geheimen Sitz­ung der Nationalversammlung wurde die neue Anleihe diskutiert. Die Minister erklärten, daß das Geld notwendig sei zur Ausführung der mi­litärischen Maßnahmen. Die Abgeordneten meinten, daß sie infolge der Aussichten nicht nö­tig wäre. Schließlich wurde beschlossen, die An­gelegenheit telegraphisch Puanschikai zu unter­breiten. Ein Abgeordneter brachte zur Sprache, daß der Taotai von Schanghai die Rate der Entschädigung der Boxerunruben nicht bezahlen konnte. Der Minister erklärte, daß ein zwei­monatiger Aufschub der vierprozentigen Verzin­sung gewährt sei.

Peking, 2. Nov. Ein kaiserliches Edikt vom 1. November verminderte die Aufregung miet den Chinesen von Peking stark. Rach Äon«

sularberichten brachte der Vizekönig Tschengk- weilung nach Tientsin zweitausend grüne Ban­nertruppen, die aus Mandschus gebildet sind und als Gendarmerie dienen sollen. Die Frage der Verwendung dieser Truppen wurde anscheinend vor einiger Zeit den Gesandtschaften unterbrei­tet, da ihre Zulastung dem Friedensprotokoll von 1900 zuwiderläuft. Die Erlaubnis wurde jedoch nicht erteilt. Die Chinesen betrachten die Handlungsweise des Vizekönigs als höchst un­klug, solange die Mandschus und die Chinesen so heftig mit einander verfeindet seien. Es wird berichtet, Pmnanfu, Anking und einige kleinere Städte in den Provinzen Puannnan, Arhui und Fukien seien zu den Aufständischen übergegan­gen. Nordchina wartet offenkundig auf eine Tat Puanschikais. Die Regierungstruppen in Schonsi und die Aufständischen bezogen neben einander Lager und beabsichtigen anscheinend nicht, mit einander zu kämpfen.

Peking, 2. Nov Der Thron befahl Puan- sa. ka i. sofort nach Peking zurückzukebren. Gleich­zeitig ersuchte die Nationalversammlung Lipan- hcng telegraphisch, die Feindeseligkeiten einst­weilen einzustellen, während sie sich bemühe, die Streitpunkte zwischen allen Parteien beizulegen.

Berlin, 2. Nov. Der Kommandant des Jaguar" meldet aus Kanton, daß die zum even- tvelfen Schutze des Konsulates ausgeschiffte Wache wieder zurückgernaen worden sei.

Paris, 2. Nov. Dem hiesigenNew Pork Herald" wird aus Peking gemeldet: Das Wai- wu-pu hat der Nationalversammlung mitgeteilt, daß die Wiederherstellung des. Friedens umso notwendiger sei, als Japan und Rußland die in- ncrn Unruhen benützen wollten, um Chi Mr irt# vlomatische Schwierigkeiten zu bereiten. So ver­lange Japan eine Ermäßigung der Zölle um ein Drittel für die mittels der Antung-Mukdenbabn nach der Mandschurei beförderten Waren sowie überhaupt die Stellung einer privilegierten Na­tion. Rußland habe in einem Ultimatum mit­geteilt, daß China betreffs der strittiaen Grenze an der Mandschurei den russischen Standpunkt einnebmen müste. Dies würde für China den V'rlnst der Stadt Mandschuli bedeuten, die die wichtigste Zollstation an der sibirischen Grenze sei. Diese Mitteilung hätte auf die Mitglieder der Nationalversammlung großen Eindruck ge­mocht und alle Parteien seien aus Furcht vor einem inneren Angriff übereinaekommen, an der Wiederherstellung des inneren Friedens zu ar­beiten.

Politische Umschau.

Interpellation int enalischen Unterhaus über bi« politisch« Lag«.

London, 2. Nov. In der heutigen Sitzung wurde eine Reibe von Fraaen an den Staatssekretär des Aeußern Sir Edward Grer bezüalich der Ereig- niste in Tripolis gerichtet. Der Unionist Lloyd fragte an, welche Schritte von der englischen Regie­rung getan worden seien, um die britischen Rechte in Tripolis zu schützen. Grey erwidert«, die britische Regierung habe keinen Grund zu der Annahme, daß die britischen Rechte in Tripolis gefährdet seien. Die italienische Regierung teilte die Absicht mit, die Angehörigen der fremden Staaten in Tripolis mit allen verfügbaren Mitteln zu sck-ützen. Leach fragte Grei,. ob er den Einfluß Großbritanniens benutzen würde, um der Tötung der e r abifchen Män­ner, Frauen und Kinder ein Ende zu bereiten. Grey erwiderte: Die militärischen Operationen der ita­lienischen Regierung in Tripolis sind Angelegen­heiten. in die sich die britische Regierung nicht «in« mischen kann Jede andere Haltung würde mit der Neutralitätserklärung, die wir angegeben haben, unerträglich sein. Ich erfahre, daß die in Frage siebende Meldung von d-r höchsten Autorität in Frage gestellt worden ist. Ick muß auf das ernst- lickst- Bedauern, daß die Anfragen in einer Form ge­stellt werden, die für andere Länder verletzend sein muß. In Erwiderung aus ei e andere Frage sagte Grey: Die erste Andeutung eine* Absicht, Tripolis zu besehen, war die Notifizierung der Kriegserklärung vom 30. September. Wir gaben sofort die Absicht kund, die Neutralitätserklärung zu erlasten. David Mason (Unionist) fragte sodann: Will Grey erklären, wie sich das mit den vertraglichen Verpflichtungen verträgt, die England im Haag eingegangen hat? Erey erklärt: Ich verstehe nicht die Beziehung dieser Frage zu meiner Antwort. Mir erhielten die Noti­fizierung der Kriegserklärung und drückten die Ab- stcht aus, die Neutralitätserklärung zu veröffentlichen. Darin liegt nicht, welches irgend welchen Vertrags- Verpflichtungen widerspricht. Byles (Hb.) fragte, ob Italien kein« vertraulichen Verpflichtungen ver­letzt habe. Grey stellte die (feg frage, auf welchen

Vertrag denn Byles anspielt. Der Sozialist Lans- bury fragte, ob die britische Negierung die Wirkung in Betracht zöge, die das von eine- zivilisierten Regie­rung durch Ausbeutung eines friedlichen Landes ge­gebene Beispiel auf di« ärmere Bevölkerung der ver­schiedenen europäischen Staaten ausübte. Erey er­widerte: Der Abgeordnete Lanshury fordert mich auf, einen Kommentar zu einem Zustande und zu Dingen zu geben, der uns zu einem Erlaß der Neu­tralitätserklärung veranlaßte. Wenn ich Ereignisse, denen gegenüber wir die Absicht, neutral zu bleiben, ausdrückten, kommentieren wollte, würde ich keinem guten Zwecke dienen.

London, 2. Nov. Der Abgeordnete George White (liberal) fragte an, ob die Regierung die Ge­legenheit ergreifen würde, die sich durch die Neurege­lung der territorialen Grenzen in den durch den Berliner Vertrag berührten Gebieten in Afrika dar­biete, nm den beteiligten Regierungen die Vertrags- bestimungen über die Freiheit des Handels zwischen den Eingeborenen und der übrigen Welt ins Ge­dächtnis zurückzurufen. Der Fragesteller erklärte, daß die französische Regierung an diesen Bestimmungen nicht festgehalten habe. Erey erwiderte, es würfe nicht wünschenswert fein, augenblicklich die zwischen den anderen Mächten stattfindenden Verhandlungen durch Aufwerfen anderer Fragen zu komplizieren.

Deutsches Reich-

Die Söhne des Kaisers im Luftschiff Schwaben". Der LuftkreuzerSchwaben" hatte an Donnerstag bei prächtigstem Herbstwetter die Söhne des Kaisers, die Prinzen Eitel Fried­rich, August Wilhelm und Gemahlin, Oskar und Joachim, ferner den Prinzen Friedrich Leopold von Preußen an Bord genommen. Außerdem , nahmen Prinz Georg von Griechenland, der Eisenbahnmimster v.'Äreitenchach "tmV Staats*- fekretär Delbrück an der Fahrt teil. TteSchwa­ben" kreuzte längere Zelt Über dem kaiserlichen Schlosse und vollsührte über der Stadt mehrere p"ächtige Schleifenfahrten. Gegen 3 Uhr erschien ste über Potsdam, überfuhr die Stadt in der Richtung auf Sanssouci und bog bann nach Jo- hannisilml ab.

Zum Neichsetal 1912 wird uns geschrieben: In allen Resiorts wird jetzt wieder an dem Reichsetat für das kommende Jahr gearbeitet. Es darf habet konstatiert werden, daß man in der Reichsfinanzverwaltung nicht mehr wie vor 2 Jahren auf dem Standpunkte zu stehen scheint, daß Beamtenstellen nicht eingestellt werden dür­fen. Man scheint allmählich doch in der Spar­samkeit, die hauptsächlich nach dieser Richtung hin geübt wird, ein Haar gefunden zu haben. Es ist ja auch zu bekannt, um es immer zu wie­derholen, daß eine solche Svarsamkeit für einen guten Geschäftsmann oft sehr fragwürdiger Na­tur ist. Daneben hat aber auch wohl die gute Entwicklung der Reichsfinanzen das ihrige ge­tan, um die Reichsfinanzverwaltung in der Be­willigung von Stellen gefügiger zu machen. Schließlich hat ja diese Frage auch eine erheb­liche Bedeutung für die gute und schnelle Durch­führung der Arbeiten sowohl wie für die Diatare und Beamtenanwärter, deren Dienstalter sich von Jahr zu Jahr steigert, ohne in den Besitz eines ausreichenden Einkommens für eine ge­sicherte Lebenshaltung zu kommen. Aber die Sparsamkeit wirft ibreSchatten auch noch wei­ter. Dadurch, daß die Reichspost und auch die große preußische Eisenbahnverwaltung feit ca. 3 Jahren nur wenige neue Stellen geschaffen ha­ben, hat sich bei den Truvventeilen eine erheb­liche Zahl von älteren Inhabern des Zivilver- sorgungsfcheins angefammelt, die 14, 15 und mehr Jahre dienen müffen, um in den Zivil- dienst übertreten zu können. Was ist die Folge? lln"-rkennbar macht sich eine ITeberolteruna im Unterofsizierftande her Armee geltend. Aber auch eine Ileberalterung d»r Beamtenonmärt-"- aus Miliiäranwärterkreifen tritt ein. Zweifel­los ist diese Tatsache bedenklich. Es wird des­halb dankbar zu begrüßen fein, wenn jetzt mit her in dieser Hinsicht bedenklichen Sparsamkeit gebrochen wird. Das Reichsschatzamt wird sich damit zweifellos auch um die Arme« ein Ver­dienst erwerben, wenn durch diele Maßnahme der Itebertrftt der alten Unteroffiziere in den Beamtendienst wieder in besiere Bahnen gelenkt wird.

Interpellation. Berlin. 2. Nov. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Reichstage eine Interpellation betreffend die Entlastung von Arbeitern seitens der Reichseisenbahnen wegen Vertretung ihrer Standesintereffen ein« gebracht.