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* r\ UlC «pU|l UCgUyCil U.CA3 d» ilv öt flt-Uyt-1 v J # l JeO ZJ)K und der Exveditton (Markt 21) 2.00 '<* frei v =" langt zugesandte Manuskripte übernimmt

46. Jahrg.

1911.

und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <X (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen ' ~ i in» HauS. (Für unver-

die Redaktion keinerlei

Marburg

Donnerstag, 2. November

Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroths, Markt 21. Telephon 55.

LieLverhessische Zeitung" erscheint täglich mit «uenat; sie bet e. un­

ser Anzetgenprets beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 J., bei auswärtigen Anzeigen 20 »3 für Reklamen die Zeile 40 Bei Wiederbolunaen entsprechender Rabatt. Keder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich- keit für Platz-, Datenvorschrist und Beleglieierunn i'-a. schloffen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. äf'15 deS Postscheckamtes Frankfurt e. M.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage"

Erstes Blatt.

Der Krieg um Tripolis.

Wie erwartet werden konnte, beeilt sich das offiziöse italienische Telegraphenbureau, die eldungen aus Konstantinopel überneuerliche starke Verluste der Italiener" in Tripolis zu de­mentieren, und zwar scheint ihm das einmalige ' Dementi nicht zu genügen. Es veröffentlicht neuerlich die Mitteilung, die aus türkischer Quelle stammenden, in auswärtige Blätter über­gangene Nachrichten über angebliche Niederlagen der italienischen Truppen in Tripolis, entbeh­ren jeder Begründung. Caneva versicherte in ; einem Telegramm, daß die Lage unverändert sei ; und fügte hinzu, daß weitere 800 Gefangene nach * den Tremiti-Inseln gebracht worden seien.

Die Dementis derAgenzia Stefani" haben wenig Anspruch auf Zuverlässigkeit, denn in den letzten Tagen haben sich ihre Meldungen des öfteren als nicht einwandfrei herausgestellt. Man wird abwarten müssen, was von dritter Seite noch über die Kämpfe bekannt wird.

In Tripolis scheinen sich jetzt ziemlich be­trächtliche Streitkräfte der Türken zu befinden. E-j wird aus Konstantinopel unterm 31. Oktbr. telegraphiert:

Der ehemalige Militärattache in Paris, Major Fethi Bei, der das Kommando in Tripo­lis übernommen hat, ist es gelungen, mit drei großen Araberstämmen ein Uebereinkommen ab- zufchließen. Die Ausrüstung dieser Stämme ist vollständig beendet, Lebensmittel find reichlich vorhanden. Enver Bei, welcher in der Kyrenaika kommandiert, hat mit Hilfe der arabischen Stämme eine beträchtliche Streitmacht zusam- mcngebracht. Diese verfügt über große Mengen Waffen, Munition und Lebensmittel. Auf der Pforte setzt man auf die von Enver Bei geführ­ten Truppen große Hoffnungen.

Doch auch Italien schafft neue Truppen nach Tripolis. DasEiornale d'Jtalia" will aus authentischer Quelle erfahren haben, daß die Re­servisten des Jahrganges 1898 unter die Fahnen gerufen wurden. Es handelt sich um 100 000 Mann. Aus den Mannschaften soll ein aus vier Divisionen, 30 Artilleriebatterien bestehendes Expeditionskorps für den tripolitanischen Feld­zug gebildet werden, das bereits spätestens Ende dieser Woche nach Nordafrika eingeschifft werden soll. Es sollen noch weitere Truppenverstärkun­gen für Tripolis und Kyrenaika vorgesehen sein.

Verschiedene Blätter wollen wißen, daß die Italiener jetzt wiederum Kriegsoperationen im Aegaschen Meere planten. Sie könnten zu diesem Vorgehen sehr leicht bewogen werden, wenn sie wirklich in Tripolis geschlagen würden. Aus - Tripolis selbst liegen verschiedene Meldungen über das Auftreten unserer Dreibundgenofien vor. So sollen sie die Moschee geschändet und viele, viele Araber, die mit Waffen angetroffen wurden, erschoßen haben.

Weiter meldet dieAgenzia Stefani" unterm 81. Oktober aus Tripolis: Sett gestern ist, abge­sehen von einigen unbedeutenden Alarmierun­gen der Vorposten, nichts neues vorgekommen. Wie gemeldet wird, soll der Kommandant der Türken mit Hilfe der übrigen Chefs die zwischen den Arabern und Türken aufgetauchten Mei­nungsverschiedenheiten zu beseitigen suchen. Ein gefangener' türkischer Soldat erklärte, daß die Türken vor dem Verlaßen von Tripolis und der Oase an jede Familie und die Zahl ihrer Mit­glieder eine entsprechende Menge Gewehre und Munition verteilt hätten. Dies würde die Menge der aufgefundenen Waffen erklären.

Rom, 31. Okt. Der König hat dem Mini­sterpräsidenten Eiolitti 100 000 Lire für die Fa­milien der im Kriege Verwundeten und Gefalle­nen und eine gleiche Summe dem Roten Kreuz überwiesen. Banken, Sparkassen und andere Institute, sowie Privatpersonen haben beträcht­liche Summen zur Unterstützung der Familien der gefallenen und verwundeten Soldaten ange­wiesen.

Die MarokkofrM

Pari«, 31. Okt. Aus Tanger wird gemeldet, daß mehrere im Dienste derUnion des Mines ' stehende französische Schürfer im Susgebirt miß­handelt worden seien. Um weiteren Zwischenfällen j porzubeugen ,feien die Schürfer nach Agadir zurück-

gekehrt, nachdem sie gegen die Mißhandlungen Ein­spruch erhoben haben.

Algier, 31. Okt. Heftige Regengüße und Ueberschwemmungen haben He Telegraphen- und Eisenbahnverbindungen im Departement Algerien unterbrochen. Zahlreiche Grundstücke stehen unter Wasser. In Maison Karree Rovigo und Haman- Heluan sind auch Personen umgekommen. Auf den muhammedanischen Friedhöfen in Mustapha wurden die Gräber bloßgelegt.

Die spanisch-französischen Verhandlungen.

Paris, 31. Okt. DerTemps" meldet aus Madrid: Die französische Regierung habe bisher an Spanien keineswegs ein bestimmtes Ansuchen betref­fend die Gebietsrückerstattung an den Sultan gerich­tet. Man weiß nur, daß der spanische Minister des Aeußern nach einem Gedankenaustausch mit dem französischen Botschafter Geoffray den Grundsatz einer Entschädigung zugestanden habe. Die spanischen An­erbieten, welche sich bisher lediglich auf einige be­deutungsvolle Punkte im Innern beziehen, erschienen in Paris nicht einmal einer eingehenden Prüfung wert und man warte annehmbarere Vorschläge ab.

Paris, 31. Ott. Rach einer Meldung des Siede schweben gegenwärtig zwischen Paris und London Besprechungen, welche tie Einleitung zu den bevorstehenden französisch-spanischen Besprechungen bilden sollen.

Die Revolution in China.

Innerhalb weniger Tage hat es der schlaue Diplomat Juanschikai verstanden, die chinesische Regierung zum Zugeständnis einer Konstitution zu bewegen. Er hofft dadurch besser mit den Re­volutionären verhandeln zu können. Jedenfalls dürfte es ihm bald gelingen, wenn er es nicht vorzieht die Aufständischen mit Gewalt zur Bot­mäßigkeit zu bringen, sie durch neue Versprech­ungen und Konzessionen mit dem neugebildeten Regime auszusöhnen. Auf ihn haben alle die­jenigen, die es mit einer Gesundung des chinesi­schen Reiches ernst meinen, alle ihre Hoffnung gesetzt.

Peking, 31. Ott. Der neuernannte Präsi­dent der Nationalversammlung sprach ihr den Dank des Prinzregenten für die von ihr gemach­ten Vorschläge aus. Die gestern erlaßenen Edikte würden getreulich ausgeführt und seien nicht nur Worte. (Beifall.) Die Mitglieder der Nationalversammlung drückten ihre Befrie­digung über die Edikte sowie die Ueberzeugung aus, daß die Edikte eine Besserung der Lage her­beiführen würden, wenn sie zur Ausführung ge­langten. Die Nationalversammlung hielt eine geheime Sitzung ab, um den letzten Anleihever­trag zu beraten.

London, 31. Okt. Das Reuter-Bureau meldet aus Hankau unter dem 29. Okt.: Ein Hof­beamter in Jtschang, der sich weigerte, die Schlüssel auszuliefern, und einige andere Man- dschubeamte wurden von den Rebellen getötet. Die Aufständischen halten rücksichtslos die Ord­nung aufrecht und richten alle Plünderer und Brandstifter hin. Schauergeschichten werden über Ausschreitungen der Truppen Pintschangs berichtet, die unter der Landbevölkerung plün­dern und morden, sodaß diese teils höher ge­legene Plätze befestigt und teils mit ihren Frauen Zuflucht in Hankau sucht. Die Aufrüh­rer kümmerten sich nicht um die Zölle in Hankau, kündigten aber an, daß die Likinzölle abgeschafft werden sollen. Die Aufständischen kamen auch an Bord eines englischen Dampfers, um nach Mandschus zu suchen, wurden aber von Bord ge­wiesen.

Deutsches Reick-

Keine Aeußerung des Kaisers über den Islam. Berlin, 31. Okt. Zn einigen Blättern werden Aeußerungen wiedergegeben, die der Kaiser beim Empfang des Bischofs Munch und des Provinzialpaters Acker über den Islam ge­tan haben soll. Das Wolffsche Bureau stellt fest, daß der Kaiser nicht davon gesprochen hat, daß der Islam eine Gefahr für die deutschen Kolo­nien werden könne, vielmehr hat der Kaiser, als das zielbewußte Vorgehen des Islams betont wurde, der Erwartung Ausdruck gegeben, daß auch unsere Mission es an ebenso einmütiger Ar­beit nicht fehlen lassen werden.

Der Erlaß an die Landräte. Die offiziösen Berl. Polit. Nachr." schreiben: Rein agitato­rischen Charakter hat die im Reichstage wie in der linksliberalen und sozialdemottatifchen Presse hervorgetretene Behauptung, daß die Re­gierung den Verwaltungsapparat, insbesondere

dir Landräte, für die Wahlen zugunsten der Reichsfinanzreformmehrheit mobil mache. In Wirklichkeit handelt es sich um nichts anderes als die Anwendung des Königlichen Erlasses vom 4. Januar 1882 bei den bevorstehenden Reichstagswahlen. Fürst Bismarck hat im Reichstage die für die Regierungspräsidenten und Landräte in jenem Erlasse bezeichneten Auf­gaben dahin präzisiert, daß die Beamten die Regierung gegen wahrheitswidrige Angriffe zu verteidigen und den wirklichen Sachverhalt auf- zeklären hätten. Bei dieser Besprechung ist von liberaler Seite, insbesondere von Rudolf von Bennigsen, eine dahingehende Anweisung an die bezeichneten Beamten für durchaus einwandsfrei erklärt worden. Auch jetzt handelt es sich ledig­lich um eine solche aufklärende Tätigkeit der Re- gierungsorgane, und zwar zunächst nur um die Vorbereitungen für eine solche. Wenn in der linksliberalen und sozialdemokratischen Presse leidenschaftlich dagegen Und selbst gegen die An­weisung an jene Beamten, sich möglichst in den Besitz der in ihrem Amtsbezirk verbreiteten Flugblätter zu setzen, Sturm gelaufen wird, so dürfte man wohl in der Annahme nicht fehl gehen, daß jenen Parteien mit Rücksicht auf die Art ihrer Wahlagitation eine solche aufklärende Tätigkeit der Regierungsorgane äußerst un­bequem sein würde, sowie daß die von ihnen ver­breiteten Flugblätter vielfach das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen haben. In dieser Auf­fassung kann man nut bestätigt werden durch die Einsicht in ein von den linksliberalen Parteien in Wahltteisen der Provinz Brandenburg ver­breitetes Flugblatt, das in Bezug auf die Reichsfinanzreform die gröbsten Wahrheits­widrigkeiten enthält und sich sogar zu der schwin­delhaften Aeußerung versteigt, daß statt der ab- gelehnten Erbanfallsteuer die Steuern auf Bier, Branntwein, Tabak, Kaffee und Zündhölzchen eingeführt seien. Gegenüber solcher Vrunnen- vergiftung kann eine wirksame aufllärende- ttgkeit der Organe der Regierung im Interesse der Reinlichkeit und Wahrhaftigkeit des Wahl­kampfes nur im höchsten Grade erwünscht fein.

Zur Reichstagswahl in Konstanz. Kon­stanz, 31. Okt. Endgültiges amtliches Wahl­ergebnis der Stichwahl Konstanz-lleberlingen am 27. Oktober. Abgegeben wurden insgesamt 20 123 LUmmen. Davon erhielten Eärtnermstr. Schmid-Singen (natlib.) 15113, v. Rüpplin- Konstanz (Ztr.) 14046 Stimmen. Schmid ist so­mit gewählt.

Stiftung. Halle a. d. 6., 31. Ott. Zum Zwecke einet Mutterstiftung im Betrage von einer Million M als Jubiläumsgabe zum 400- jähigen Jubiläum der Reformation im Jahre 1917 wird aus der Provinz Sachsen als der Hei­mat der Reformation ein Aufruf an das evange­lische Deutschland vorbereitet. Die Stiftung soll zur Linderung der Schulnot der Evangeli- schen in Oesterreich dienen.

Sozialdemokaten, die eine städtische Bier­steuer beschließen. In Zjenburg haben die So­zialdemokraten die Mehrheit der Stavtverord- netensttze inne. Es waren Bedenken aufgestie­gen, ob der städtische Bier-Ottroi, der jährlich 9000 M. einbringt, nicht durch eine gerechtere Steuer ersetzt werden könne. Die sozialdemotta- tischen Stadtverordneten verneinten das ein­stimmig wurde beschlossen, den städttschen Bier- zoll beizubehalten.

Beamten und Sozialdemokratie. Mit großem Geschick erinnert dieD. Tagcsztg." an ein Urteil in dieser Frage derFreisinnigen Ztg." vom 6. Juni 1908. Das Blatt schrieb damals:Wir würden es für eine schwere Beleidigung der Beamten halten, wenn man ihnen unbegründet den Vorwurf machte, einem Sozialdemokaten die Stimme gegeben zu haben." Wir haben auch kürzlich die Entrüstung der Franks. Ztg." über den Erlaß an die ßanbrfite niedriger gehängt, wo man auch seine Ansicht geän­dert hatte.

Ausland.

* * Kabinettskifis in Oesterreich. Wien, 31. Olt. Wie das Wiener Korr.-Bureau erfährt, unterbreitete der Ministerpräsident v. Gautsch auf Grund des heute nachmittag abgehaltenen Ministerrates die Demission des Kabinetts dem Kaiser. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, übernimmt v. Gautsch die Bildung des neuen Kabinetts nicht.

* Die Skandale in Frankreich. Paris, 31. Ott. Die infolge der Enthüllungen des Ober- ingenieurs Matsfin etngelettete Untersuchung ist

ihrem Abschluß nahe. Den Blättern zufolge ist ihr Ergebnis sowohl für Maisfin, wie für den von diesem beschuldigten Oberingenieur Louppe in gleicher Weise ungünstig. DieAction" be­hauptet, anläßlich der Enthüllungen Maisfin« sei die Tatsache festgestellt worden, daß gewisse für die Herstellung des Pulvers B notwendige Bestandteile nicht nur in Frankreich erzeugt werden und daß dieselben aus England,, insbe­sondere aber aus Deutschland, bezogen werden mußten. Im Kriegsfälle laufe deshalb Frank­reich Gefahr, infolge Mangels an Rohmaterial die Erzeugung des Pulvers B einstellen zu müs­sen. Dieser Fall sei übrigens bereits einmal zur Zeit des russisch-japanischen Krieges eingetreten. Der mit der Abfassung der Totenliste der Libert6"-Katastrophe beauftragte Gendarmerie- major Revol hat dem Seepräfekten von Toulon seinen Bericht überreicht, in dem er erklärt, es sei unmöglich die Namen aller Opfer festzustel­len, da die Mannschaftsliste derLibertö" in sehr mangelhafter Weise geführt worden sei. Das anläßlich der Katastrophe angesetzte See­kriegsgericht, vor dem Jaurk-s und drei andere Offiziere zu erscheinen haben werden, dürfte erst in diesem Monat zusammentreten, da die im Auftrag des Marineministeriums eingeleitete Untersuchung, durch die ermittelt werden soll, ob die Offiziere vor ihrer Beurlaubung oder wäh­rend eines Dienstes ein durchaus vorschrifts­mäßiges Verhalten beobachtet haben, voraus­sichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen.

* * Einberufung der französischen Kammer. Paris, 31. Okt. Präsident Falliöres unterzeich­nete ein Betret, wodurch die Kammern auf den 7. November einberufen werden.

* Kalilager in Amerika. Washington, 3t. Ott. Der Kabinettssekretär des Ackerbaudeparte­ments, Wiffon, teilte mit, das Departement ent­deckte im Gebiet der Weststaaten Kalilager von solcher Mächtigkeit, daß sie den Eesamtbedarf der Vereinigten Staaten decken könnten. Die Oert- lichkeit ist nicht näher angegeben.

Untei verbandst«^ der Raiffeisen- Vereine.

Marburg, 31. Oktober.

Im Saale des Restaurants Seebode tagte heute mittag der diesjährige Unterverbandstag der Raiffeisen-Vereine des Kreises Marburg. Der Vorsitzende, Pfarrer Dörr-Michelbach, wies bei Er­öffnung darauf hin, daß das letzte Jahr gewisser­maßen ein Kampfesjahr für die Raiffeisensache ge­wesen sei. Trotzdem könne man sich freuen, daß die Raiffeisensache so gute Fortschritte gemacht und alle Schmiertqtei en überstanden worden seien. Nachdem die Raiffeisenleute gezeigt hätten, daß sie euch aus eigener Kraft Vermögen aufbringeu könnten, sei doch die staatliche Unterstützung und Förderung nicht aus­geblieben. Die Entwickelung ter Raiffeisen-Vereine sei nur möglich unter der Friedensherrschaf! unsere« Kaisers. Der Redner endete mit ein-m Hoch auf Se. Majestät. Der Vorsitzende begrüßte dann weiter den zum erftenmale der Versammlung beiwohnenden Landrat unseres Kreises, Herrn vor. Loewcnstein zu Loewenstein, den Berbandscnwalt Oekonomierat Rexerodt aus Cassel, Landgerichtsra! Klingenbtel und andere hervorragende Förderer der Raifseisen- sache. Er widmete auch den im letzten Jahre Ver­storbenen, z. B. Herrn Geh. Reg.-Rat Landrat von Regelein, Gutsbesitzer Kaiser 'n Ebsdorf. Rechner Lapp-Lohra usw. herzliche Nachrufe. Die V-rsamm- lung erhob sich ihnen zu Ehren von den Sitzen.

Man trat bann in die Tagesordnung ein. Die Feststellung der Anwesenheitsliste ergab, daß saft alle 24 Verbandsvereine durch ein oder mehrere Mit­glieder nervten waren.

Aus dem Jahresbericht, den der Vorsitzende im Anschluß hieran erstattete, ist zu erwähnen, daß die Mitgliederzahl von 2050 aus rund 2200 sich erhöht hat. Das Bereinsvermögen sei von 55 500 <K auf 63 000 M gestiegen, der Umsatz habe sich auf 4 337000 erhöht Den größten Umsatz haben Cölbe und Ebsdorf, nämlich je bald % Million. An Spar­geldern feien neu 741900 eingelegt; die Einlagen seien um 260 000 gewachsen: die Gesamteinlagrr betrügen 2 400000 M. Das Guthaben bei den Ver­einen stelle sich auf rund 2 Millionen, das Guthaben der Vereine bei der Zentrale auf rund 300 000 << und die Schulden bei der Zenttale auf 168 0090 <M. Ge­meinsam bezogen sei für 200 000 M. Der Vorsitzende gedachte hierbei auch der verschiedenen Wohlsahrts- einrichtungen des Vereins: es sei das vornehmste Ziel, diese nach Kräften zu fördern. Besondere Pflege verdienten auch di« Famllienabende, deren Bedeu­tung man nicht unterschätzen solle. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß man die Raiffeisensache im Kreise Marburg immer mehr und mehr fitbete möge.