mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtichastliche Beilage"
M254
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Marburg
Sonnabend, 28. Oktober
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46. Jahrg<
1911.
Elftes Blatt.
Die neuen Grenzlinien.
Man schreibt uns:
Der Abschluß des Marokkoabkommens ist in Sicht. Die französische Presse weiß wieder mehr als die deutsche, und da ihre Angaben oft zugetroffen haben, müssen wir ihnen auch diesmal Beachtung schenken.
Lausanne Mangu in Togo soll französisch werden, und die Kameruner Grenze \er in Zukunft wie folgt verlaufen:
Von der Küste etwas südlich vom Muniflusse, also das berüchtigt« Gebiet der Fangstämme einschließend bis zur Flußgabel Dscha-Ssanga, an der die französische Station Wesso liegt. Von Wesso soll die neue Grenze am linken Ufer des Likuela entlang laufen, uns also diese Wasserstraße ebenso voren halten, rote «ns in Südwest der Oranjefluß von den Engländern nicht zugebilligt wurde. An der Mündung des Likuela in den Kongo würde dann die Grenze dem Kongo aufwärts 6 Kilometer weit folgen, die vorgelagerten Inseln aber den Franzosen belassen. Bei Kilometer 6 würde sie dem total vergrasten Eras- Likuela stromauf folgen und sich von dessen Quellgebieten ostwärts bis zum Lebayflusse wenden, von da wieder in südöstlicher Richtung dem Laufe dieses Flusses bis zur Mündung in den Ubangi folgen. Gegenüber der belgischen Station Mongumbee folgt die Grenze wieder 5—0 Kilometer dem Ubangi, jedoch ebenfalls auf dem rechten Ufer und, die vorgelagerten zahlreichen Inseln den Franzosen und Belgiern lassend, biegt sie dann parallel zum Lobayflusse nach Norden um und erreicht den Logone, welcher — hoffentlich ist der östliche Logone gemein' — dann bis zu seiner Mündung in den Schari die weitere Grenze bildet. Das Dreieck Ham—Fort Lamv—Fort Bre- tonnet, also die halbe Landschaft Musgu, würde damit an Frankreich fallen. In Togo würden wir dann den schmalen Laaunenltreifen Pt .1 Aneckm bis Groß- Popo erhalten und dafür die reiche Landschaft Sansanne Mangu opfern, den nördlichsten Teil der Kolonie. Das wäre ein Gebie" von rund 7500 Quadratkilometern oder der elfte Teil der ganzen Kolonie.
Eine kurze Schilderung dieses Gebietes dürfte von Interesse sein. Wer von Dahomey kommend vom Iumbermagebirge hinabsteigt in das deutsche Gebiet, tritt in eine öde, mit Felsgeröll bedeckte wellige Landschaft ein, die von reißenden Gewässern durchzogen wird. An den Usern, namentlich dort, wo die Berge etwas zurücktreten, herrscht eine üppige Vegetation. Garten reiht sich an © rten. Ost freilich ist da- Land auch total versumpft, so daß es nur mit den größten Anstrengungen möglich ist, hindurchzukommen. Ein wenig weiter nach Nordwesten gelangt man dann an eine Kette herrlicki bewaldeter Berge, an deren scharfen Linien man sich kaum satt sehen kann. Nur der Rhein fehlt, sonst würde man die burgartigen Gebäude, welche die Höhen ttönen, für die rheinischen (stebirge halten können. Ein runder Wall aus gebranntem Lehm umschließt die turmartigen, oft mit spitz zulaufenden Erasdächern bewehrten Wohnhütten, Kornspeicher, Geräteschuppen und den Aufstiegsraum, neben dem auch der Pferde- stall untergebracht zu sein pflegt. Die Verglandschaft nimmt immer groteskere Formen an. Weit in bläu kicher Ferne erblickt man von den Höhen die Ebene des DH, eines Nebenflusses des Volta, der in seinem Mittelläufe die Grenze nach der britischen Eoldküsten- kolonie bildet. Nun wechselt wieder Savanne mit mannshohem Gras und Sumpf.
Das Land ist reich an Raubwtld. Löw«, Leopard, Gepard, Zibetkatze, Serval sind die bekanntesten Vertreter. Im Ott Hausen Flußpferde und Krokodil« und gefährden die llebergänge. Sie treten, wie auch der Elefant, in ganzen Scharen auf. Auf den zahllosen Inseln und Sandbänken des Oti Hausen riesige Scharen von Vögeln, Reiher, Marabuts, Bachstelzen, «ährend in den Bäumen zahllose grüne Papageien sich belustigen. Daß auch der Affe, die Landplage Afrikas, nicht fehlt, braucht kaum gesagt zu werden.
Die Eingeborenen haben früher viel unter den kriegerischen Stämmen der Umgebung zu leiden gehabt. Sklavenhändler durchzogen das Land, und so sehen wir eine Anzahl kleiner Stämme hier zersprengt in den unzugänglichen Bergen, Sümpfen und Wäldern. Die großen Stämme weisen starken arabischen Einschlag auf und sind sehr kriegerisch. Dahrr ist die Verwaltung auch noch nicht bis hierher ausgedehnt worden. Die Erenzexpedition, die 1899 unter Hauptmann Preil hierher ging, hat ständig in Gefechtsbereitschaft arbeiten müssen. Insbesondere taten sich die Kabure. Jamberma und Tschaudjo hervor. Die Leute bedienen sich noch heute vergifteter Pfeil«, di« in kaum einer Minute den Tod des Getroffenen berbeiführen. Vielfach haben st« aber auch schon di« Feuerwaffe akzeptiert. Die Bewohner sind fast durchweg Mohammedaner, doch spielt der Fetischdienst noch «in« bedeut«nde Rolle.
Die Landschaft ist sehr reich an Vieh. Ein oeüi- fter Resident repräsentiert di« deutsch« Macht, dir Aur mühsam durch Berhandeln aufrecht erhalten 1 »trd, da es der Kolonie an militärischen Macht- I
Die Marokko-Verhandlungen sind in der Tat bis auf kleine Besprechungen beendet. Die Veröffentlichung wird freilich erst in den ersten Tagen des November stattfinden. Die Verträge werden, wie das in der Natur der Sache liegt, auch den Unterzeichnern des Alge- cirasvertrages vorher bekanntgegeben. In der deutschen Preffe kommt, wie das auch bereits gestern bei uns geschehen ist, zum Ausdruck, daß wir bei dem Handel nicht gut angeschnitten haben. Vom Ausland liegen freundliche Be-^ urteilungen seitens der amerikanischen Presse, vor. Die „New Pork Evening Post" sagt, daß/ wenn der Zweck der deutschen Diplomatie der war, Frankreich zu erniedrigen und zu versuchen, dessen Freundschaft mit Großbritannien zu brechen, dieser Versuch als vollständig gescheitert anzusehen fei; wenn Deutschland einen Gebietszuwachs ooraussah, so habe es für sein politisches Nichtinteressiertsein in Marokko einen Platz am Kongo erhalten, der ihm wenig nutzen könne, da das ganze Land Fiebergegend sei. „New Park Sun" beglückwünscht Frankreich zu seinem ruhigen Blut und seiner entschiedenen Haltung. — Wieder ein Beweis für die eigenartige Freundschaft der Amerikaner für uns, um die wir so geworben haben.
Sowohl der Marokkovertrag zwischen Deutschland und Frankreich als auch der Kongovertrag wird dem Reichstage nur zur Kenntnisnahme, nicht aber zur Beschlußfassung zugehen. Beide Verträge tragen den Charakter von Staatsverträgen, die nicht unter § 4 der Reichsverfassung fallen. Der Kongovertrag enthält keine Bestimmungen über deutsche Landabtretungen in den Kolonien, sondern nur Bestimmungen über Erenzberichtigungen. Auch aus diesem Grunde erübrigt sich eine Beschlußfassung bes; Reichstags.
Zu dieser Rolle des Reichstags schreiben die „L. N. N.": Schon vor einiger Zeit hörte man an Regierungsstellen, offenbar in der Absicht, eine solche Möglichkeit zu umgehen, davon reden, daß es sich ja um deutsche Landabtretungen gar nicht handeln werde, sondern nur „Erenzberichtigungen", mit einem derartigen durchsichtigen Sophismus soll eine anerkannt offene Frage des Staatsrechtes und ein anerkannt dringendes Interesse, die Reichstagsverantwortlichkeit, umgangen werden. Bei Erenzberichtigungen, so sagt man, „erübrigt" sich eine Beschlußfassung des Reichstags. Wir zweifeln nicht im geringsten daran, daß diese Informationen aus Regierungskreisen sich mit den Absichten des Reichskanzlers decken, soweit sie sich auf den 8. November beziehen, d. h. auf den Tag, an dem der Reichskanzler seinen mit so vielem Aufwand vorbereiteten Schlag ins Wasser zu tun gedenkt.
Der Krieg um Tiipolis.
Die Verluste der Italiener in dem Gefechte am 23., als sie von Türken und Arabern angegriffen wurden, sollen nach Meldungen italienischer Blätter doch recht beträchtlich gewesen sein. Nach einem von der „Franks. Ztg." wiedergegebenen Bericht sollen die Verluste der Italiener sogar 300 Tote und viele Verwundete betragen haben, darunter viele Offiziere. Die schwersten Verluste hatte das 11. Bersaglieri-Re- giment. Viele Verwundete wurden entsetzlich verstümmelt. Durch diese Vorfälle hat sich die allgemeine Lage völlig verändert. Der Krieg beginnt erst! Die sofortige Entsendung von Verstärkungen ist unvermeidlich. Die Eingeborenen selbst in der Stadt lehnen sich vorläufig nur gegen die Italiener auf, doch könnte die Bewegung leicht allen Europäern gefährlich werden, Ueber die Stärke der Stellungen der Türken waren die Italiener schlecht unterrichtet. Von türkischer Seite versichert man, bisher seien 30 000 Eingeborene eingetroffen, ganze Stämme mit zahlreichen Kamelen und großen Vorräten. Zwei angesehene Scheichs werden noch erwartet. Weitere türkische Stabsoffiziere find zu den Truppen abgegeangen. Den Oberbefehl hat jetzt
| Mitteln fast gänzlich fehlt. So ist unser« Herrschaft hier nut eine Scheinherrschaft, die erst sich anders gestalten könnt«, wenn die Bahn über Atakpame bis in dieses Gebiet vordringen könnte, das für Baum- wollkultur wie geschaffen scheint. Daher würden wir die Hergabe dieses Landes besonders bedauern müssen, denn gerade der Norden ist das wertvollste, zukmifts- reichst« Stück Togos.
Hassan Riza-Pascha, ein Schüler der deutschen Offiziere aus Saloniki. Ferner ist es gelungen, große Geldsummen den Truppen zuzusenden. Schon vor acht Tagen sollen arabische Truppen eine italienische Kavallerieschwadron überrascht und niedergemacht haben. Die letzten Vorfälle riefen bei den Eeropäern Bestürzung hervor. Die Stimmung ist gedrückt, jeden Augenblick ist eine neue Panik möglich.
Der Mailänder „Secolo" meint übrigens: Es ist b ezeichnend, daß bis jetzt noch nicht die Verluste des 11. Berfaglieri-Regiments ermittelt worden sind, obwohl doch inzwischen genügend Zeit war, solche genau festzustellen.
Tripolis, 26. Okt. Die Nacht vom 24. zum 25. Oktober verlief ruhig. Gestern bemerkte ein Aeroplan anrückende feindliche Streitkräfte sowie andere, 15 Kilometer von den italienischen Vorposten entfernt lagernde Truppen. Sie wurden durch einen Aufklärungsoffizier auf nicht weniger als 5—6000 geschätzt. In der Oase von Tripolis, 800 Meter von der italienischen Verteidigungslinie, bemerkte man zahlreiche Bewaffnete, die jedoch nicht angriffen. Die Oaso wurde darauf durch die italienischen Kruppgeschütze und Schiffsgeschütze beschossen. — Die im Rücken der italienischen Stellungen befindliche Oase wurde von gefährlichen arabischen Elementen, die dort wohnten, gesäubert. Bei Rekognoszierungen auf dem italienischen linken Flügel wurden über 300 von den Feinden zurückgelassene Leichen gefunden. — Man beschlagnahmte eine sehr große Zahl Waffen aller Art, alter und moderner Konstruktion, über eine Million Kartuschen, Waffen und Munitionsvorräte, die überall in Tripolis und in der Umgebung versteckt waren, in Häusern, Magazinen, Karawansereien, zwischen Waren und Eetreide- säcken, in Kellern und in unterirdischen Brunnen. Die Durchsuchungen dauern fort. Schon jetzt darf die italienische Verbindungslinie als sicher betrachtet werden. Die Araber dürfen nicht mehr frei passieren; die Ueberwachung ist überall sehr streng. Ein türkischer Unterhändler traf gestern bei dem Oberst Fara ein und verlangte die Rückgabe der türkischen Stellungen. Man antwortete, die Türken und Araber sollten kommen und sie nehmen. Es handelte sich sicher um einen Offizier, der ausgeschickt war, unter diesem Vorwande die italienischen Linien zu besichtigen. Natürlich wurde er mit verbundenen Augen herein- und herausgeführt. Es ist noch unmöglich, die italienischen Verluste genau anzugeben. Aber man kamt sagen, daß sie niedriger find, als vermutet wurde. Die Lage in Homs, Benghast, Derna und Tobruk ist unverändert. In Benghafi ist die Ausschiffung aller Truppen und Materialien beendet, ebenso in Derna; alles geht regelmäßig weiter. Auch in Tobruk ist der Gesundheitszustand sehr gut.
B u k a r e st, 25. Okt. Nach hier eingetrof- fenen Meldungen ist die Lage in Konstantinopel äußerst ernst. Man erwartet hochbedeutende Ereignisse. Das Regime der Jungtürken sei stark gefährdet. Oeffentlich spricht man von der Notwendigkeit der Absetzung des Sultans.
Die Nachricht bedarf noch sehr der Bestätigung und wir geben ste daher nur mit äußerstem Vorbehalt wieder.
Die Revolution in China.
Peking, 26. Okt. Yingtschang sandte gestern ein Telegramm, die Regierungstruppen seien bis Schoku vorgerückt, er folge ihnen. Es fei zu mehreren Gefechten gekommen, aber eine Schlacht finde erst statt, wenn sich die Regierungstruppen in hinreichender Stärke gesammelt hätten.
Peking, 26. Okt. Die Nationalversammlung verhandelte gestern die Interpellation einer Gruppe Abgeordneten wegen der gesetzwidrigen Handlungsweise des Verkehrsministers. Die Verhandlung verlief sehr stürmisch. Die Abgeordneten verurteilten scharf die willkürliche, verfassungswidrige Politik des Ministers, der die Interessen des Volkes verletze und die Unruhen in Szetschuan und den Ausstand in Hupe hervorgerufen habe. Dabei wurde die schwedische Politik der Regierung gegenüber dem Ausstand in Wutschang getadelt. Es wurde einstimmig beschlossen, dem Regenten einen den Minister verurteilenden Bericht einzureichen. Wegen der großen Erregung der Abgeordneten schloß der Präsident die Sitzung.
Berlin, 26. Okt. Ueber die in der Presse vielfach erörterte Aktion der internationalen Truppen in Hankau gibt ein ausführlicher Bericht des Chefs des Kreuzergeschwaders näher« Aufklärung. In der Nacht zum 13. Okt. brach in der Nähe der deutschen und englischen Niederlassungen Feuer aus. Der chinesische Pöbel benutzte diese Gelegenheit, um in die Niderlassun- gen einzudringen, in der Absicht, eine Plünderung zu versuchen. Der Einfall wurde zunächst durch das den Polizeidienst versehende deutsche und englische Freiwilligenkorps aufgehalten, zu dessen Unterstützung noch die Landungsabteilungen des Kanonenbootes „Vaterland" und des englischen Kanonenbootes „Thistle", sowie die Patrouille des amerikanischen Kreuzers „Helena" herbeieilten. Dem schnellen tatkräftigen Einschreiten der internationalen Truppen gelang es, wie bereits gemeldet, weitere Exzesse des aufgeregten Pöbels zu verhindern und dadurch die Niederlassungen von allen wetteren Vorfällen freizuhalten.
Deutsches Reich-
— Aus dem Bundesrat. Berlin, 26. Okt. Der Bundesrat stimmte der Vorlage bett, den Entwurf eines neuen statistischen Warenverzeichnisses usw. der Vorlage betr. die Vereinbarung eines einheitlichen Gebührensatzes für Wein- untersuchungen und die Festlegung des Begriffs „hochwertiger Wein" und der Verlage betr. den börsenmäßigen Zeithandel in Getreide an der Produktenbörse in Danzig zu.
— Regierung und Wahlen. Frankfurt a. M., 26. Okt. Ueber das Thema „Regierung und Wahlagitation" erhält die „Franks. Ztg." folgende Mitteilungen: „Nachdem der Termin für die Reichstagswahlen bekanntgegeben ist, beginnt die Regierung aus ihrer bisherigen Neutralität herauszutreten. So ist bereits eine Anweisung an die Landräte ergangen, worin dies« zur nachhaltigen Orientierung über schwerwiegende Angriffe gegen die Regierung in der Presse oder in Flugblättern, die auf die nächste Rcichstagswahl einwirken könnten, aufgefordert werden, damit darauf fachliche Erwiderungen gegeben werden können. Die Landräte sollen dabei Vorschläge über die Art der Erwiderungen und Aufklärungen machen, nämlich ob sie durch Berichtigung in der Presse oder durch Flugblätter, event. durch Unterstützung von Volks- kalendern usw. zweckmäßig zu geschehen habe. Gleichzeitig soll die Höhe der Kosten für die erforderlichen Erwiderungen angegeben werden." Sehr richtig schreibt dazu die „Deutsche Tageszeitung": „Sollte die Regierung eine solche Anweisung erlassen haben, so würde sie nur ihre einfachste Pflicht tun. Das Rezept für eine noch erweiterte Regierungstätigkeit bieten übrigens bekanntlich die „Blockwahlen" von 1907, gegen die die „Franks. Ztg." u. W. nichts einzuwenden hatte.
— Das Ergebnis der Landtagsersatzrvahl in Bromberg III. Hohensalza, 26. Okt. Bei der Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Bromberg III - (Schubin, Hohensalza, Strelno) erhielten von den 549 abgegebenen Stimmen Eerichtsassessor a. D. Dr. Levy (nationallib.) 311, Probst Laubitz (Pole) 38 Stimmen. Levy ist gewählt.
— Die Reichsversicherungskommission. Berlin, 26. Okt. Die Reichsversicherungskommission nahm § 1 des Penfionsgesetzes für Privatbeamte, der den Umfang der Versicherung festlcgt, mit dem sozialdemokratischen Anträge an, der die Büroangestellten in das Gesetz einbezieht.
— Zusammenstoß zweier Torpedoboote. Cur Hafen, 26. Okt. Das Torpedoboot „S. 167" stieß auf der hiesigen Reede mit dem holländischen Schleppdampfer „Athlet" zusammen. Beide Schiffe sind beschädigt, konnten aber mit eigener Maschinenkraft in den Hafen einlaufen.
— Die Einnahmen der preußisch-hessischen Eisenbahnoerwaltung hat in der ersten Hälfte des laufenden Finanzjahres 1167,7 Millionen <M oder 80 Millionen J( mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres betragen. Von der Eesarnt- einnahme kamen 366,2 Millionen <M. oder 21,9 Millionen dl mehr auf den Personen- und Gepäckverkehr, 741 Millionen dl oder 55,1 Mill. dl mehr auf den Güterverkehr und 60,5 Mill. dl oder 3 Millionen dl mehr auf sonstige Einnahmequellen. Die Iahreseinnahme ist im Etat für das laufende Rechnungsjahr auf 2181,8 Mill« dl geschätzt; die Hälfte würde Ännach 1590,1h