46. Jahrg,
1911.
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Marburg
Biiltwoch, 25. Oktober
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend". „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage"
Lie „Odrruesiische Zeitung" ertchemt täglich mit Auknah.nc der L. nn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch . die Post bezogen 2.25 Jt (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen Iwo 2,rl| und der Expedition (Markt 21) 2.00 <X frei ins Haus. (Für unver- yee" langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei
' Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerci I. Ä. Koch (Inh.:
Dr. Hitzeroths, Markt 21. — Telephon 55.
Der Krieg um Tripolis.
R o m, 23. Okt. Die „Agenzia Stefans" meldet aus Benghasi von heute: Die türkischen Truppen, die sich am 19. und am Morgen des 20. Oktober der Landung der italienischen Truppen widersetzt hatten, hatten sich später in Unordnung in das Innere des Landes zurückgezogen, wo sie sich gegenwärtig wieder sammeln. Wie es scheint, sind sie auch im Besitz einiger Kanonen. Truppen von Beduinen beunruhigen «uch weiterhin zur Nachtzeit unsere vorgerückten Posten, ohne ihnen indessen Schaden zuzufügen. Unsere militärische Lage ist gut und bessert sich vollständig, ebenso die politische Lage. Mit der Entwaffnung der Bewohner der Stadt und der , Umgebung fährt man fort. Die Häupter der Grenzstämme stellen sich jetzt ein, um sich Italien zu unterwerfen. Das Truppenkommando trifft Vorkehrungen, um die verschiedenen Dienste in Ordnung zu bringen und die Landung des Materials zu beschleunigen, die wegen der stürmischen See und infolge Mangels an geeigneten Hilfsmitteln gegenwärtig ziemlich langsam vor sich geht.
Rom, 23. Okt. Zu der Meldung, daß 32 arabische Häuptlinge sich den Italienern unterwarfen, bemerkt der „Mesiagero": Es handelt sich um 5000 Araber von Neszifana auf Dschebel. Einige'ihrer Häuptlinge baten die Waffen behalten zu dürfen, um sich gegen die Türken verteidigen zu können. Die Unterwerfung beweist, daß sich in einem Teil von Dschebel, der von den oben erwähnten Arabern bewohnt ist, keine türkischen Truppen befinden. Die Unterwerfung wird den Vormarsch der Italiener gegen das Hochland erleichtern.
Benghasi, 23. Okt. Die Dampfer „Ze- firo", „Verona" und „Solunto" sind mit Truppen und Materialien angekommen.
Tripolis, 23. Okt. Heute vormittag führte Hauptmann Piazza auf einem Bleriot- apparat vorzügliche Flüge aus, die unter den Arabern großes Erstaunen und heftigen Schrecken hervorriefen, weil diese dem Apparat eine übernatürliche Kraft zuschrieben.
Konstantinopel, 23. Okt. „Terdschu- mani Hakidat" dementiert entschieden die Meldungen, wonach der türkische Militärattaches in Berlin, Envers Bey, sich in Tripolis befinde.
Die Revolution in China.
Peking, 22. Okt. Das Amtsblatt ver- fffentlicht das Antwortschreiben Puanschikais, in »em er unter Danksagungen für die ihm früher rrwiesenen Gunstbezeigungen erklärt, sein Fuß sei noch nicht geheilt und alle anderen Beschwer- len aufzählt, unter denen er leide. Er sagt, die tzeit sei so kritisch, daß er den Thron nicht um ssinen Urlaub bitten dürfe, jetzt jedoch hindere khn sein Gesundheitszustand, seine Tätigkeit zu fntfalten. Sobald er aber die Möglichkeit dazu ehe, wolle er es versuchen.
Schanghai, 22. Okt. Die kaiserliche Re- perung verfügte, daß den einheimischen Banken Schanghais zwei Millionen Dollars auf das Konto der Regierung in Depot gegeben werden, jierburd) ist die finanzielle Lage wesentlich geistert.
Peking, 23. Okt. Durch Bekanntmachung »erden Rekruten für die kaiserliche Armee ge- «cht. Gleichzeitig wurde die Verstärkung der Polizei um 2000 Mann angeordnet. Eine an- »re Bekanntmachung befiehlt, die Eetreide- »eicher der Regierung zu öffnen, die seit undenk- »chen Zeiten für den Fall der Belagerung oder Ines Aufstandes aufgespeicherten Reis enthal- m. Ferner wurde bei strenger Strafe verboten, leis vom Markte zurückzuhalten und höhere -reise als die auf dem Markt geltenden zu for- ern. Trotzdem steigen die Reispreise noch. — -er Regent nahm seit 2 Tagen an den Sitzungen is Ministerrats nicht teil. Don Tainanfu wird emeldet, daß dort alles ruhig sei. Das Versauen der Behörden in die Aufrechterhaltung •t Ordnung zeigt sich darin, daß die Truppen »ch Norden abgerückt sind. — In einem amt- ichen Telegramm an die britische Gesandtschaft itb die Ansicht vertreten, daß das ganze ****** * W iMMMa anschließen wird.
wenn es Pintschang nicht gelingt, in wenigen Tagen einen entschiedenen Sieg zu erringen. Nach Konsulatsdepeschen aus Tientsin wurde dort der für heute geplante Ausstand verschoben.
Berlin, 23. Ökt. Der Chef des Kreuzergeschwaders meldete auf eine Anfrage über den Verlauf des Straßenkampfes in Hankau funkentelegraphisch über Tsingtau: In der Nacht vom 12. und 13. Oktober versuchte chinesischer Pöbel in die deutsche Niederlastung einzudringen und sie zu plündern. Das Landungskorps der „Vaterland" in Gemeinschaft mit der Freiwilligen- kompagnie drängte den Pöbel mit Kolben und Bajonett aus der Niederlastung. Von der Schußwaffe wurde kein Gebrauch gemacht. Es wurde niemand verwundet. In den fremden Niederlastungen herrscht seit dieser Zeit Ruhe.
Die Marokkofrage
Paris, 23. Okt. Die dem Quai d'Orsay nahestehenden Blatter glauben heute in bestimmtester Form bestätigen zu können, daß die deutsch-französischen Verhandlungen in längstens 8 Tagen beendet sein werden. Der „Matin" schreibt, das Abkommen sei, abgesehen von einigen noch genauer zu fassenden Punkten, in Wirklichkeit abgeschlossen, sodaß der Botschafter Cambon bereits die Fassung des Vertrages betr. den Eebietsaustausch habe in Angriff nehmen können. Man glaubt, daß das Abkommen bis gegen den 1. November werde unterzeichnet werden können. Die französische Regierung werde hierauf das auf Marokko bezügliche Ueberein- kommen den Signatarmächten der Algecirasakte und Dänemark und Norwegen unterbreiten, welch letztere die Madrider Konvention vöM Jahre 1881 unterzeichnet haben, um deren Zustimmung zu erlangen. Dem Abkommen entsprechend werde die deutsche Regierung ihre Vertreter im Auslande beauftragen, diese Ent- schlüste Frankreichs zu unterstützen. Man glaubt, daß diese Zustimmung ohne Schwierigkeiten und ohne Zögern erfolgen werde. Frankreich werde sich dann mit Spanien zu verständigen haben, das gegenwärtig das Riffgebiet, El Kfar und Larrasch besetzt halte. Frankreich sei bereit, mit Spanien in Verhandlungen einzutreten, aber diese könnten nur auf der Grundlage stattfinden, daß Spanien Larrasch und El Ksar räume, deren Besetzung dem französisch-spanischen Vertrage von 1904 zuwiderlaufe.
Politische Umschau.
„Ein Stücklein rotes Himmelreich"
schildert die fortschrittliche Frauenrechtlerin Martha Voß-Zietz im „Generalanzeiger für Hamburg- Altona", wie folgt:
„Es gibt schon heute Gemeinden, in denen die Sozirldemokratie die G.meindevertretung beherrscht, wo also ein solches Stück Himmelreich auf Erden verwirk icht werden könnte. Dicht vor den Toren Lübecks liegt eine große Dorfgemeinde von 3000 bis 4000 Seelen, zum größten Teil Arbciterbeoölkerung, und zwar Arbeiter aus der Großstadt, denen also geistige Anregung durch die sozialdemokratische Partei zu: Genüge zur Verfügung steht. Es ist ihnen gelungen, schon seit Jahren im Eemeinderat die Majorität zu repräsentieren: was also diese Gemeinde leistet, ist als das anzusprechen, 'vas diesen Leuten das Wünschenswerte ist. Was tun sie nun für die Bildung ihrer Kinder? Es gehören zu dieser Gemeinde große und kleine Schulen: für die großen sechsrlafsigen Schulen werden nun jährlich ganze 60 -4t zur Anschaffung von Lehrmitteln bewilligt. Von dieser schwindelnden Summe mästen aber noch Schwämme, Kreide und dergleichen anzeschafft werden. Man kann sich denken, wie vollkommen das Lehrmaterial ist, wieviel Bilder, Karten, physikalische Apparate angeschafft werden, wieviel übrig bleibt, um die Schulräume nach den neuen pädagogischen Grundsätzen durch Bilder, Pflanzen usw. wohnlich und behaglich zu machen. Daß für die Lehrer weder Handtuch noch Waschgelegenheit vorhanden ist, ist ja vielleicht das gute Recht der sozialdemokratischen Regierung, denn dies« „Bourgeois" sollen nicht verwöhnt werden: „alles für di« Kinder, die Kinder des geknechteten Volkes", ist die Devise. Ist sie das wirklich? Weshalb hat man denn an der einen fechs- klafsigen Schule nicht einmal -ine Schülerbibliothek, weshalb wollte man der anderen, nachdem dort Schulgebäude und Bibliothek verbrannt waren, nur 50 <M. (fünfzig Mark) für die Schülerbibliothek der 350 Schüler zählenden Schule opfern und verstand sich nach Vermittlung der Regierung erst dazu, die Summe von 75 M. (fünfundsiebzig) zu bewilligen? In der oldenburgischen Gemeinde besteht die Schulpflicht für Knaben bis zum 15. Lebensjahre: um diesem „Zwang"- um besten Erlangung in andere« Staaten
heiß gekämpft wird, zu entgehen, müßen manche dieser Knaben mitten im Schuljahr die Schule verkästen, werden zu Lübeck in einen Dienst gegeben, da die Eltern nicht mit fortziehen, und werden dann dort mit 14 Jahren tonfiermier:. Die Handarbeitslehria- nen an den sechsklassigen Schulen erhalten für wöchentlich 18 Stunden Unterricht im ganzen 400 „M. (vierhundert Mark!). Wenn man das heute einem Maurergesellen zu bieten wagen würde! Ganz rein scheint das Eewisten des Eemeinderats den Lehrern gegenüber nicht zu sein, denn als über den Bodenkauf zum Bau von Lehrerwohnungen im Gemeinderat verhandelt werden sollte, wurde sofort Ausschluß der Oeffentlichkeit beantragt, da einige Lehrer als alleinige Zuhörer erschienen waren."
Deutsches Reich-
— Keine Reichstagskandidatur des Grafen Zeppelin. Graf Zeppelin hat mitgeteilt, daß er sich nach reiflicher Ueberlegung entschlosten habe, eine Reichstagskandidatur nicht anzunehmen.
— Keine Einstellung von Post- und Telegraphengehilfen. ' Wie die „Deutsche Postztg." meldet, hat das Reichs-Postamt auf Anfrage kürzlich mitgeteilt, daß auch im nächsten Frühjahr keine Einstellung von Post- und Telegraphengehilfen erfolgen wird. Demnach ist eine baldige Wiedereröffnung der mittleren Postlaufbahn nicht zu erwarten.
— Ein Engen Richter-Turm. Hagen, 23. Okt. Unter zahlreicher Beteiligung von Parteimitgliedern und A geordneten wurde gestern der Eugen Richter-Turm eingeweiht. Die Festrede am Turm hielt Dr. Wiemer, beim Kommers Professor Krüger.
— Dr. Müller (Seg.it), der seit einem Jahre die Syndikatsgeichäfte des Vereins der Brau reien von VerNn und Umgebung leitet.- hat von dem Vorstand des Vereins einen längeren Urlaub erbeten, da er ernstlich erkrankt ist. Der Vereinsvorstand hat diesem Ersuchen entsprochen. Der Urlaub dürfte mit dem bekannten Diebstahl im Warenhaus "tzerth im zi- sammenhängen. Es liegt uns fern, die ganze Ar- gelegenheit irgendwie auszuschlachten. Wir müssen aber doch daran erinnern, daß, als vor zwei Jahren der Abg. Schack in die Triolenaffäre verwickelt rout und auch von Nervenleiden gesprochen war, die gesamte liberale Preste, die die Nachricht von Dr. Müller als etwas Selbstverständliches bringt, aufschrie. Ja, daß die Angelegenheit sogar gegen den Verband Deutschnationaler Handlungsgehilfen und gegen hie wirtschaftliche Vcreiingung ausgebeutet wurde. Es genügt wohl, dielen Gerechtigkeitssinn niedriger zu hängen.
— Revokation des „Berliner Tageblattes". Berlin, 21. Okt. In der Privatklage des Reichstagsabgeordneten Dr. Werner-Ei eßen gegen das „Berliner Tageblatt" ist es zu einem Vergleiche auf Grund folgender Erklärung der Beklagten gekommen: „In einem Leitartikel des „Berl. Tageblattes" vsm 15. März 1911, betitelt „Nationalliöera.'en und Antisemiten", waren scharfe Angriffe gegen b’e OiaHonaL liberalen im Wahlkreise Eießen-Nidda gerichtet, von denen damals gemeldet wurde, daß f’j in der bevorstehenden Stichwahl zwischen dem deutsch-sozialen Kandidaten Dr. Werner in Butzbach und dem sozialdemokratischen Kandidaten für den ersteren eintreten würden. Da sich durch diesen Artikel der Reichs- tagsabgeordnete Dr. Werner, der jetzige Privatkläger, persönlich beleidigt gefühlt hat, so erkläre ich, der Angeklagte, als verantwortlicher Redakteur des „Berliner Tageblattes", daß es mir vollständig fern lag, die persönliche Ehrenhaftigkeit des Herrn Dr. Werner irgendwie in Zweifel ziehen zu wollen. Ich bedauere, daß sich Herr Dr. Werner persönlich beleidigt gefühlt hat und fühlen konnte und nehme, soweit dies der Fall ist, die von mir in dem Tageblatt in der Hitze des Wahlkampfes gegen ihn gebrauchten Wendungen hiermit ausdrücklich unter llebernahme der gesamten Kosten des Verfahrens zurück." — Das hätte man sich aber voryer überlegen sollen.
— Eine ekle Blasphemie. In einer dieser Tage tn Berlin stattgefundenen freisinnigen Versammlung hat der Abg. Dr. Wiemer von dem „Triolenverhältnis zwischen Kirche, Staat und Schule" gesprochen. Diese Jdeenverbindung ist so — daß sie nut von Herrn Wiemer stammen kann.
Ausland.
” Die französisch-spanischen Beziehungen. Paris, 21. Okt. Der „Temps" erörtert die gegenwärtigen französisch-spanischen Beziehungen und gibt zur Kennzeichnung der in Spanien herrschenden franzosenfeindlichen Stimmung einen Artikel der einflußreichen „Voc de Ealicia" wieder, welche die Franzosen heftig angreift und beschuldigt, daß sie die Rifileute mit Gewehren und Dumdumkugeln versorgten. Der „Temps" meint, die öffentliche Meinung Frankreichs brauche sich weder über derartige Beschimpfungen noch auch über die Madrider Drohungen aufzuregen, daß sich die Spanier, falls Frankreich ihr« Fordernn- yn verweigern fallt«, tn die Arme Deutschlands
werfen würden. Die Spanier, Lelche keine einwands freien Freunde waren, dürsten auch keine zuvn lässigen Bundesgenossen sein. Man habe übrigen^ triftige Gründe zu der Annahme, daß fia, die Haltung der Berliner Regierung, welche j,on im Jahr, 1909 hartnäckig den Abschluß eines M^rokk -Abkam mens mit Spanien verweigerte, in dieser Hinsich: nicht geändert habe. Ti« Spanier seien mit allen ihren Umtrieben nur in eine isolierte Stellung ge raten. Sie haben vo - Deutschland keinerlei Bürgschaften für ihre marokkanischen Ansprüche erlang', und nur die Bande zerrissen, welche sie mit Frankreich und England verknüpften. Unter diesen Umständen sei es nur natürlich, daß Frankreich Spanien gegenüber strenge Vorsichtsmaßregeln für die Zukunft ergreift.
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Stadtverordneten-Sitznng
* Marburg, 23. Ott.
Unter Mitteilungen zur Kenntnisnahme zirkulierten Kassenübersichten: ferner wurde erwähnt, daß im Jahre 1913 hier der Deutsche Philologentag stattfinden würde und daß das Statut betreffs der Einquartierungsordnung dik Genehmigung der Negierung gefunden habe.
Es folgte die Abhörung der Rechnungen der Vorschule, der Fachschule und der Voseschen Stiftung für 1910. Das Referat hatte Stadtv. Storck,
Der nächste Punkt betraf die Abänderung der Fluchtlinienplanes der Moltkestratze auf bei Strecke zwischen Frankfurter- und Dammstraße. Der Antrag lautete: „Die Stadtverordnetem Versammlung wolle der in der Magistratssitzuno vom 24. Nov. 1910 beschlossenen Abänderung des Fluchtlinienplanes für den Teil der Moltke- straße, welcher zwischen der Frankfurterstraße und- Dcunmstraße.liegt, zuftimmen und den Magistrat zur Herbeiführung der förmlichen FeD stellung ermächtigen." Es erfolgte Zustimmung.
Weiter handelte es sich um den Eruiert von Grundeigentum von der Königl. Preuß. Staat» Domänenverwaltung an der Schützenpfuhlbt'icke Der Antrag fand Annahme.
Zur Ausbesserung des Breitenwegs sind 1000 aus Vorjahren verfüglich. Hierzu hat die Stadtverordneten-Verfammlung Spezialvorlag« vorbehalten. Die Baukommifsion hatte in ihrer Sitzung am 12. September 1911 eine Herstellung zum Kostenanschlag von 2700 -tt beschlossen. Nach einer Besichtigung des Breitenwegs hielt der Magistrat jedoch nur eine Ausbesserung wie in der Anlage angegeben zum anliegenden Kostenanschlag von 1000 cM erforderlich. — Stadtv. Bang schlügt im Namen der Baukommission vor, einen Kanal dort anzulegen, die Erenzhecke zu beseitigen und eine schöne Promenade zu schaffen. Stadtv. Hering schloß sich die'-n Ausführungen an, die Kosten würden um 1700 J*. höher, es würde aber dauernd dort ein guter Zustand geschaffen. Stadtv. Bredt fragt an, ob es sich um eine Neubau- oder um eine historische Straße handle. Der Oberbürgermeister meinte, es handle sich hier um einen Weg und um feine Straße. Nur die neuen Anlieger könnten zu den Kosten herangezogen werden. Der Magistrat habe die billigere Vorlage gemacht, weil diese eher Aussicht auf Annahme habe. Es soll eine Ortsbesichtigung vorgenommen werden.
Man besprach bann bie Verstärkung der Sau« kommisfion. Die Wahlvorschlags-Kommisfion schlägt die Stadtv. Eichelberg und Volland vor. Die Wahl gilt bis zum 1. Januar. Es erfolgt« Annahme.
Bezüglich der neuen Geschäftsanweisung für das Kuratorium der Oberrealschule (tz 9 k) besteht eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Magistrat und der Stadtverordneten-Vorsamm- lung. Letztere ist mit dem Kuratorium der Ansicht, daß dieses über den Schulgelderlaß beschließen soll, während der Magistrat seinerseits auf Vorschlag des Kuatoriums endgültig darüber beschließen will, da er selbst die beste Kenntnis habe und durch die Beschlußfassung nicht besonders belastet werde. Wenn sich die Stadtverord- neten-Versammlung nicht der Ansicht des Magistrats anschließt, so muß sie gemäß § 39 bet Städteorb nung auf Entscheibung des Bezirksausschusses antragen, da die Angelegenheit nicht auf sich beruhen kann. Das Provinzialschulkollegium wird die Eeschäftsanweisung nicht eher dem Herrn Minister vorlegen, bis dieser Streit- puntt geregelt ist. Auch wird es die bisher vo« Herrn Pfarrer Scheffer innegehabte Konpatro» natsstelle erst nach endgültiger Feststellung der Geschaft.anweisung wieder besetzen. — Zv diese*