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OßechM Beitung

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"

M249

Lierucrljrfftfdit Bettung" erichcint täglich mit Ausnahme der L^nn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei ins Haus. (Für unver­langt zngesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 22 Oktober

Der Anzeigenpreis betragt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 j., bei auswärtigen Anzeigen 20 j., für Reklamen die Zeile 40 4-. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Konkurs lein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Datenvorfchrift und Belegliesernna ankgeschlass-n. Zahlungen im Postsckeckverkehr ohne Portokosten unter Rr. ä" 15 des Postscheckamtes frrnnffurt n. M.

46. Jahr,,

1911.

Elftes Blatt.

Eine Statisttk der Lebensmiltelpreise.

Die Preisberichtstelle des Deutschen Land- wirtschaftsrats hat den Mitgliedern des Reichstags und Bundesrats für die bevorstehen­den Verhandlungen über die Lebensmittel­teuerung 5 graphische Darstellungen überreicht, welche die Preisbewegung folgender Gegen­stände veranschaulichen: 1. Graphische Darstel­lung der jährlichen Roggen- und Weizenpreise im Königreich Preußen während de» letzten Jahrhunderts, von 18161911. 2. Graphische Darstellung der jährlichen Schlachtvieh- und Fleischpreise in Berlin von 18811911. 3. Gra­phische Darstellung der monatlichen Schweine- und Schweinefleischpreise in Berlin von 1903 bis 1911. 4. Graphische Darstellung der Iahres- preise von Roggen, Roggenbrot, Kartoffeln. Schweinen, Schweinefleisch, Speck, Schmalz, Steinkohlen und Arbeitslöhnen von 18861911. 5. Graphische Darstellung der Verkaufspreise von Schwarzbrot, Kartoffeln, Speck, Rindfleisch, Schweinefleisch bei der Kruppschen Konsum­anstalt und der Arbeitslöhne der Kruppschen Gußstahlfabrik in Esten von 18751910. Die Tabellen sind außerordentlich lehrreich; sie sind geignet, einen Scheffel vergifteter Ausstreuun­gen gründlich zu desinfizieren.

Einzelne Stichproben aus den Darstellungen werden nachfolgend wiederaegeben. Die Jah­respreise für Weizen und Roggen in Preußen während des letzten Jahrhunderts zeigen, daß der gegenwärtige Preisstand von 150 M für Roggen häufig genug sehr weit überholt worden ist; er ist z. B. von 186 M im Jahre 1908 auf 150 im Jahre 1910 zurückgegangen, war aber im Jahre 1891 auf 208 -st und noch viel früher, in der Mitte der neunziger Jahre, bis auf 230 -st hinaufgeklettert. Dazwischen waren freilich andererseits Jahresperioden mit viel niedrige­ren Preissätzen belesen, doch ist die Annahme unrichtig, daß der Roggenpreis jetzt ein auf­fallend hoher ist. Aehnliches gilt vom Weizen, besten derzeitige Preishöhe (199 -st) in jedem Jahrzehnt etwa einmal stark überschritten wor­den ist. Wie gewaltigere Svrünae die Weizen- preiie bisweilen durchmachen, wird durch die. Preisdifferenz zwischen 150 -st (im Jahre 1900) und 226 -st (im Jahre 1909) illustriert. Seit zwei Jahren geht die Kurve abwärts, nicht auf­wärts.

i (Nachdruck verboten.)

Schatten.

Skizze von M. Schtevelkamp.

Wer kann der Frau was Schlechtes nach­sagen?" donnerte der Schmiedemeister Stock und schlug mit der nervigen Faust auf den weitzge- scheuerten Tisch, um den sich die Honoratioren des Städtchens versammelt hatten.Hol Euch alle der Henker! Da sitzen sie und klatschen wie die Weiber, plärren das ungereimteste Zeug zu­sammen, schneiden ehrenwerten Leuten die Ehre ab. Pfui Teufel!"

Na, na, nur nicht so hitzig, Schmiedemeister­chen! Wozu die Aufregung? Sie haben doch am allerwenigsten Grund, die alte Heuchlerin zu ver­teidigen!" unterbrach Apotheker Geppert den Zornigen.Es gab eine Zeit, wo der biedere Meister Stock am lautesten über die hochmütige Bande da drüben Herzog!"

Hab ich getan! Aber ich hab nie was übles von ihnen gesprochen. Geschimpft hab ich auf ihr Getue, aber verunglimpft habe ich sie nie. Was recht ist, muß recht bleiben. Apart find die Ma­jors nun mal und haben nicht viel mit unser- einem im Sinn, aber kreuzbrav sind sie, und da­bei bleib ich!"

Bleib du nur dabei! Dir kann man ja blauen Dunst vormachen", meckerte der Schneider Zickler. Wir wisten's bester. Ich bin rumgekommen in der Welt und weiß, die Menschen, die da fromm tun nach außen, find scheinheilig und falsch wie die Schlangen."

»Ja, ja, stille Master sind tief", brummte bei­stimmend der dicke Roßwirt, sich mit nachdenk­licher Miene das fette Kinn reibend-

Der Schneider hat den Nagel auf den Kops getroffen!" begann Geppert wieder.Die Sache rtt den Majors hat 'n Haken. Warum hat er I

Die Zusammenstellung der Preise für Schlacht­vieh (im amtlichen Großhandel auf dem Berli­ner Viehhofe) und für Fleisch (im Berliner Kleinhandel) in den letzten 30 Jobren verrät etwa seit Mitte der neunziger Jahre eine l-br ausgeprägte Steigerungstendenz. Diese Ten­denz tritt besonders auffällig bei Kälbern und Rindern und im Kleinhandel im Vergleich zu den Schlachtviehpreisen hervor. Der für das laufende Jahr mit 190 -st (für 2 Zentner = 100 Kilogramm) angegebene Preis für Kalbfleisch stellt einen bisher unerreichten .*"*-----dar,

dem als nächsthöhere Leistuna das Jahr 1906 mit 177 -st folgt. Tatsächlich find die Kalbfleisch­preise seit 1894, welches Jahr mit nur 124 -st verzeichnet steht, mit einer einmaligen kurzen Senkung (1906 bis 1908) fast ununterbrochen aufgestiegen. Richt viel anders war es mit Rind- und Hammelfleisch. Die Höhenkurve für Schweinefleisch liegt dagegen mit 168 -st im Jahre 1906; seitdem ist eine Senkung bis otis 137 -st in der Gegenwart erfolgt, die erst 1904 durch einen noch niedrigeren Preisstand unterMen wurde. Für die Fleischversorgung ist es bedeu­tungsvoll, daß Schweine im Großhandel viel mehr statistischen Ordnungssinn bekunden als im Kleinverkaus, indem ihre Preisschwankungen seit 1890 ziemlich regelmäßig verlaufen und vom Durchschnittsniveau sich nicht so willkürlich ent­fernen.

Zur Herstellung einer Vergleichstafel zwi­schen Arbeitslöhnen und Lebensmittelpreisen sind die Löhne der sogen, eigentlichen Bergarbei­ter im Oberbergamtsbezirk Dortmund der Be­rechnung zugrunde gelegt worden. Diese Löhne werden 1886 mit 140 -st (für 2 Monate) verzeich­net, steigen ohne Rückschlag auf 203 -st im Jahre 1891, gehen auf 181 bis zum Jahre 1893 zurück, heben sich alsdann bis zum Jahre 1900 auf 263 <st, fallen in den folgenden drei Jahren wiede­rum auf 220 -st, schlagen aber hiernach mit einer einmaligen Unterbrechung den Weg zur Höhe ein, der sie im Jahre 1907 auf 320 -st hinauf­führt. Auf diesem Höhenniveau find sie aber nicht verblieben, sondern haben in den beiden nächsten Jahren einen Rückgang bis auf 259 -st erfahren; gegenwärtig scheinen fie aus dem Wellental sich wieder heraufzuarbeiten.

In den Preisen der Nahrnnasmittel wie Kartoffeln, Roggenbrot, Schmalz usw. vollziehen sich in dieser Zeit Auf- und Niedergänge, die bis­weilen durch ihre Aehnlichkeit mit der Lohnhöhe frappieren, zu einer Deutung ihres Zusammen­hanges aber wenig tauglich erscheinen, weil die bei den Preisunterschieden mitwirkenden Fak-

denn so plötzlich den blauen Brief gekriegt und ist dann hier in unser Nest gezog'n? Geld hab'n sie doch genug, um in der Residenz leben zu kön­nen. Und dann diese gemachte Frömmigkeit. Nein, nein. Wenn einer immer Gott und die Heiligen im Munde führt, dem trau' ich nicht über den Weg und---"

»Ihr sollt Euch alle schämen", unterbrach ihn Stock.Die haben Gott und die Heiligen auch im Herzen, und manchem von Euch wäre wohl, wenn er den Glauben hätte. Der Major ist noch keinem von uns zu nahe getreten und die Frau ist eine vortreffliche Mutter und Hausfrau, auf die jeder Mann stolz sein könnte. Dafür muß man ihnen ihre Schrullen nachsehen! Der Gep­pert verkauft ihnen seine Mixturen zu Residenz­preisen und dienert und komplimentiert in einem weg, wenn eins von des Majors Familie seinen Laden betritt, Zickler reißt sich die Beine aus, wenn er zum Major gerufen wird, um Maß zu einem neuen Anzug zu nehmen und ebenso macht Ihr andern es. Im Eeldnehmen seid Ihr groß, aber im Schimpfen und Ehrabschneiden auch! Und damit Basta!" Der wackere Meister leerte den Steinkrug und machte sich nach kurzem Gutenachtgruß auf den Heimweg.

Die übrigen Ehrenmänner rückten dichter zu­sammen. dämpften ihre Stimmen und fuhren fort, die Abwesenden nach bestem Wißen und Ee- wiffen zu verlästern. Der würdige Apotheker Geppert gab den Ton an und verschwor sich ein über das andere Mal hoch und teuer, die Majors wären die scheinheiligsten Pbarisäer, aber er würde schon einmal Gelegenheit finden, ihnen die Maske herabzureißen.

*

Der Regulator tickte sein eintöniges Lied. Das war der einzige Laut, der die Stille in dem j kleinen Zimmer unterbrach. Durch die Fenster I

toten rechnerisch nicht ersaßt werden können. Es kann ja auch nicht die Aufgabe der graphischen Darstellung sein, den einzelnen grundlegenden Elementen der Preisentwicklung nachzugehen; sie soll den allgemeinen Charakter der Preisbe­wegung kennzeichnen, um annähernd festzustel­len, ob die umlaufenden Angaben von unerhör­ten Teuerungsverhältnifien im statistischen Tableau ihre Bestätigung finden. Daß das nur vorliegenden Material, über das später noch mehr zu sagen sein wird.

Die Marokkofrage.

Paris, 20. Okt. Im Ministerrat erörterte der Minister des Aeußern de Selves die aus­wärtige Lage und bemerkte, daß die französisch­deutschen Unterhandlungen einen befriedigenden Fortgang nehmen. Rach Beendigung telegra­phierte de Selves an Cambon die Instruktionen bezüglich der Fortsetzung der Verhandlungen. Da diese in den letzten Tagen einen beträcht­lichen Fortschritt gemacht haben, hofft man, in einem verhältnismäßig nahen Zeitpunkt zur Lö­sung zu kommen. Man glaubt, daß der 7. No­vember endgültig für die Zusammenberufung der Kammern gewählt worden ist.

Paris, 20. Okt. An der hiesigen Börse setzte gestern eine Panik ein. Die Ursache der allerdings vorübergehenden Börsenpanik war, wie glaubwürdig versichert wird, die Meldung, die deutschen Kongokompensationsvorschläge würden von der französischen Regierung als un­genügend angesehen und die Regierung arbeite Gegenvorschläge aus, die im heutigen Kabinetts- rate erörtert werden, und dann Cambon über­sandt werden sollen. Es wird kein Hehl daraus gemacht, daß die hiesige Regierung dennoch mit einem baldigen Einlenken Deutschlands rechnet, und den Abschluß einer Kongokonvention erhofft. Gegenüber den pessimistischen Sttmen über den Stand der Kongoverhandlungen erklärt der Matin", der in dieser Angelegenheit anschei­nend die Ansicht der französischen Regierung aus­drückt:Wir find in der Lage, zu versichern, daß die Verhandlungen einen sehr befriedigenden Verlauf nehmen. Vernunft und Interesse ver­langen, daß der Vertrag zustande komme, und wir nähern uns mehr und mehr einem endaül- tigen Abschluß. Wenn die französische Regie­rung auch die deutsche Regierung bitten wird, ihre Vorschläge in einem annehmbaren Sinne zu ändern, so haben wir doch die Gewißheit, daß der Vertrag zustande kommt und die Hoffnung,

drang ein erfrischender Luftzug herein, unter dessen Hauch das fahlgelbe Licht der Lampe hin und wieder aufflackerte.

Der Major saß an dem alten Mahagonitisch; er hatte den weißen Kopf in die Hand gestützt und blickte mit brennenden Augen in die Bibel; in allen Lebenslagen hatte er aus ibr Trost ge­schöpft, er wollte auch heute in dieser schwer:» Stunde nicht verzweilen und sich an Gottes Wort aufrichten.

Ein banges Stöhnen drang an das Ohr des alten Herrn.

Marie, was ist dir?" er war aufgestanden und an das im Hintergründe des Zimmers stehende Bett getreten.

Es geht mit mir zu Ende", flüsterte die Kranke.Ich habe es gehört, wie der Arzt sagte, du müßtest auf alles gefaßt sein. Ich bin be­reit!" Sie faltete die abgezehrten, watbsbleichen Hände und betete das Vaterunser.Aber eins kannst du mir tun", fuhr sie dann fort.Ich habe so große Schmerzen, laß das Rezept doch machen, vielleicht habe ich dann weniger zu leiden."

Der alte Mann drückte einen leisen Kuß auf die fieberheiße Stirn seines Weibes. Dann weckte er seine Tochter Edith, und nach wenigen Minuten verließ das junge Mädchen das Haus und eilte nach der Apotheke.

Die Straßen lagen öde und vereinsamt da. Vom Sternenhimmel strahlte der Vollmond sein grelles, weißes Licht auf die aus grünendem Blätterschmuck neugierig onfraqenden Häuschen; die leichten Schritte des jungen Mädchens hall­ten wider und Edith war froh, als fie, vor der Apotheke angekommen, die Nachtglocke ziehen konnte.

Brummend und schimpfend erhob sich Geppert von feinem weichen Lager und schlurfte in den

I daß dies in ziemlich kurzer Frist der Fall feit wird."

DerMatin" läßt sich von seinem Berliner Korrespondent über die Stellungnahme deut­scher Parlamentarier zur Kompensationsfrage berichten: Graf Milzynski, der bekannte Polen- führer, versicherte, daß der Reichstag alle Ursache habe, mit der Geschäftsführung der Regierung durchaus unzufrieden zu sein. Derselben Mei­nung war der frühere Vizepräsident des Reichs­tages Professor Dr. Paasche, dessen Ansicht nach die ganze Marokkofrage in dem Moment für Deutschland erledigt gewesen sei, als keine Kom­pensationen auf marokkanischem Gebiet selbst zu erlangen gewesen seien. Das System der augen­blicklichenNadelstich-Politik" (!) sei durchaus verwerflich (!), da es nur zu Komplikationen Anlaß geben könne. Auch Herr Erzberger soll die Haltung der deutschen Regierung stark ge­tadelt haben. Er hätte etwas anderes als den Kongo gewollt, da aber die deutsche Regierung beschlossen habe, beuge er sich. Deutschland mache Frankreich ein prächtiges Geschenk, die Kompen­sationen dafür seien unbedeutend. Der Abg. Gothein sagte, er wisse nicht, wozu der Kongo Deutschland dienen solle. Damit lasse man grundlos nur einen neuen Dorn im Fleische Frankreichs. Auf die Frage, ob er denn keine Kompensationen gewünscht hätte, meinte Eot- hein nach dem Matin: Rach mir hätte man euch ganz in Marokko lassen und euch sagen sollen: Hört, wir sind ein sehr großes Volk, das jedes Jahr um eine Million Seelen zunimmt. Wir wünfcheit keine Eebietsveraräberung. Wir wün­schen nur eins, mit aller Welt in Frieden zu leben und selbst zu leben. Richten wir uns freundschaftlich ein, wenn nicht als Freunde, so doch als vernünftige Leute, die das Interesse nicht verkennen, das beide haben, in sguten Be­ziehungen zu einander zu leben.

Man darf gespant sein, was die angeführten Abgeordneten zu diesen ihren Elaboraten zu be­merken haben.

Politische Umschau.

Ein treftende» Konterfei?

Das in Berlin erscheinende Anarchistenblait entwirft von densozialdemokratischen Revolu­tionären im Smoking und mit Lackschuhen" eiw eigenartiges Konterfei. Von den sozialdemokra­tischen Drahtziehern werden, so heißt es in dem Anarchistenblatt, die Arbeiter zu Tausenden zu Demonstrationen, z. B. für das allgemeine

Laden, um griesgrämig nach den Wünschen der Einlaß Begehrenden zu fragen.

Bitte, Herr Geppert, öffnen Sie schnell. Mama ist so furchtbar krank, hier ist ein Rezept", bat Edith und reichte das Papier durch die Luke in der Jalousie. Dann trippelte sie nervös auf und ab. Sie war zwar nicht furtfz,'*m. ols^otser die Kirchturmuhr mit weithin hallend n gen die zweite Stunde verkündete, ' e

fie ein Schauer und fie blieb dicht am Laden-Ein­gang stehen. Endlich brachte der Apotheker die Arznei, strich gähnend das Geld ein und warf die Klappe zu.

Edith empfand eine nie gekannte Angst, sie umklammerte das Medizinalfläschchen krampf­haft und eilte, die Blicke auf den Boden tu*-**', nach Hause. Ihr war es, als wenn ihr jemand auf den Fersen folgte, sie begann zu laufen und blickte scheu nach der Seite; eine schwarze, schat­tenhafte Gestalt lief neben ihr her und winkte dem Mädchen zu. Edith wollte schreien, aber die Kehle war ihr wie zugeschnürt; fie suchte durch schnelleres Laufen dem Phantom zu ent­kommen. Vergebens. Dann betete fie in ihrer Herzensangst mechanisch ein Baterunser nach dem anderen und je mehr fie betete, je wilder winkte die Spukgestalt. Atemlos langte fie vor dem väterlichen Hause an, als fich jene plötzlich mit hocherhobenen Armen vor sie hinstellte: Edith fuhr zurück und ihrerseits die Arme zur Abwehr erhebend, ließ fie das Fläschchen mit der Arznei auf die Fliesen fallen, wo es klirrend zersprang und mit dem Klang war die Gestalt ver­schwunden.

Das junge Mädchen eilte mit Aufbietung ihrer ganzen Selbstbeherrschung die Treppe hin-. auf, stürzte in das Krankenzimmer und warf sich,! am ganzen Leibe zitternd, in die Arme ihresj Vaters, dem fie Mitteilung von dem EeschehÖe«