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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellages

M 248

TieCbtrliefftfdie Zeitung- epcheml täglich mit Äusnahaie ver Sinn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 JC (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 «X frei inS Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, 21. Oktober

Der Anzeigenpreis Betragt für die 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 4. bei auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 40 j.. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Feder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bet Konkurs kein Rabatt. Verbindlich, teil für Platz-, Tatenvorschrift und Beleglieierimg ausgeschlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 deS P » ft s check amte« Frankfurt a. M.

46. Jahrg,

1911.

Erstes Blatt.

Die Marokkofrage.

Der Kreuzzeitung" wird aus Paris geschrie­ben. Die Tatsache, daß das nicht parlamentarisch regierte Deutsche Reich seine Volksvertretung ruhig versammelt hat, während die demokratische Republik aus Besorgnis vor überstürzten und leidenschaftlich erregten Auseinandersetzungen die Einberufung der Deputiertenkammer aus­schiebt, ist ein neuer Beweis gegen die franzö­sische Legende von der Panik in Deutschland und der bewunderswerten Kaltblütigkeit Frank­reichs. Obwohl auch in Deutschland, dem Wunsche des Reichskanzlers entsprechend, eine parlamentarische Besprechung der internatio­nalen Lage und besonders der deutsch-franzöfi- schen Verhandlungen einstweilen unterbleiben wird, scheint doch vielen französischen Beurtei- lern allein schon das Bewußtsein, daß die Abge­ordneten auf alle Fälle beisammen sind, etwas Beunruhigendes zu haben.

Deutschland, so meint man, verbessere damit seine Stellung ganz wesentlich, während die französische Regierung mit ihrer Taktik in eine Sackgasse geraten könne. Gelingt cs in abseh­barer Zeit nicht, die deutsch-französischen Bespre­chungen zum Ziele zu führen, muß schließlich das französische Parlament trotzdem eines Tages ein- berufen werden, und dieser Einberufung kann dann leicht ein alarmierender Charakter beige­legt werden. Deutschland habe mit der Möglich- kett, die Verhandlungen ins Endlose zu verschlep­pen, eilte furchtbare Waffe gegen die französische Regierung in der Hand.

DieReue Preußische Korrespondenz" schreibt:

In Marokko war das Ziel der deutschen Po­litik von vornherein festgelegt, ein Bbweichen davon nur unter Gefährdung unseres nationalen Prestiges möglich. Gegenwärtig liegen die Dinge anders. Der Kompensationsgedanke ging von Frankreich aus, Deutschland nahm die An­regung, für sein politisches Desinteressement sich aus dem französischen Kolonialbesitz entschädigen zu lassen, willig auf. Den ganzen Umständen nach lag es nahe, den französischen Kongo für diesen Handel heranzuziehen. Niemand kann behaupten, daß der französische Kongo von der öffentliche Meinung in Deutschland als ein sehr begehrenswerter Kolonialbesitz bezeichnet worden wäre. Man dürfte sogar nicht fehl gehen, wenn man behauptet, daß eine Wendung der Kompen­sationsfrage im Sinne der Herbeiziehung eines neuen Kolonialobjektes allgemein mit Genug­tuung begrüßt werden würde. Es muß dahin ge­stellt bleiben, ob derartige Erwägungen bei den letzten Besprechungen zwischen Herrn v. Kider- len und Eambon eine Rolle gespielt haben: man spricht aber in sonst gut unterrichetten Kreisen davon, daß die schwebenden Kompensationsver- handlungen zur Stunde auf dem toten Geleise

Londoner Brief.

London, 14. Oktober.

(Hospital-Samstag. Zeichen des Niederganges. Ein unmögliches Anfinnen. Humperdinck und

Reinhardt. Saisonbeginn.)

Heute ist Hospital-Samstag. Die meisten Lon­doner Krankenhäuser sind nämlich zur Decbing ihrer Ausgaben größtenteils auf die öffentliche Wohl­tätigkeit angewiesen und im Jahre 1873 wurde hier zuerst zu einemHospital Saturday Fund" ge­sammelt. Diese Sammlung wurde von Komitees der verschiedenen Stadtbezirke geleitet und überwacht und ist nunmehr zu einer ständigen öffentlichen Ein­richtung der Stadt London geworden. An einem vom Lord-Mayor festgesetzten Tag im Jahr wird auf den Straßen, Plätzen und Brücken für diesen Zweck gesammelt und das muß man dem Lon­doner in seiner Samstag-Nachmittag-Stimmung stossen mit gutem (Erfolg. Denn am Samstag Mittag erhalten der kleine Beamte, der Kommis ,!enb der Arbeiter, das ist die (-verwiegende Mehrheit der Londoner Bevölkerung, ihren Wochenlohn, daher jftnb die sich dem Londoner entgegenstreckenden Sammelbüchsen schnell gefüllt. Der vorjährige Kospital-Samstag ergab den stattlichen Betrag »an »>93 880 JL Natürlich sind darin auch die zahlreichen And namhaften Spenden der wohlhabenden Londoner enthalten. Man befürchtet jedoch, daß die letzten in« bustriellen Störungen und die beabsichtigte nationale Maatsversicherung unvorteilhaft auf den dies- lährigen Hospital-Samstag rorics und die gewohnte |

angelangt seien und daß sie nur dann wieder in Fluß kommen könnten, wenn ihnen eine gänzlich veränderte Richtung gegeben würde."

K ö l n, 19. Okt. Ein Köln berührender, mit dem gegenwärtigen Stande der deutsch-französi­schen Verhandlungen vertrauter Diplomat er­klärte sich einem Journalisten gegenüber sehr pessimistisch über den Fortgang der Berliner Be­sprechungen. Er meinte, es würde notwendig sein, daß Eambon wiederum nach Paris reise, um mit dem französischen Ministerium persönlich über die bestehenden Differenzen eine Unterhal­tung herbeizuführen. Die seit dem ersten Tage der Verhandlungen sich bemerkbar machenden weitgehenden Differenzen zwischen Forderung und Angebot beständen in unvermindertem Maße fort. Es sei vorläufig noch nicht abzu­sehen, auf welche Weise der zweite Teil des ma­rokkanischen Uebereinkommens zu einem für beide Teile ehrenvollen Abschluß gelangen solle.

Der Krieg um Tripolis

Rom, 19. Okt. DerMessagero" schreibt: Rach einer der Regierung von General Caneva zugegangenen Mitteilung ist der Gesundheitszu­stand der Truppen ausgezeichnet. In der Nacht vom 17. zum 18. Oktober wurde nördlich vom Bumelianabrunnen eine türkische Patrouille ge­meldet, die sich nach kurzem Feuergefecht zuriick- zog. Sie ließ einen Toten und mehrere Ver­wundete auf dem Platze. Das Kriegsgericht wird heutezum ersten Male zusamemntreten, um über zwei Araber abzurteilen, die beschuldigt werden, mit dem türkischen Lager in Verbindung gestan­den zu haben.

Konstantinopel, 19. Okt. Der tripoli- tanische Korrespondent desJkdam" telegra­phiert über Alasibat an der tunesischen Grenze, daß die türkischen Truppen drei Angriffe gegen die Italiener unternommen hätten. Die Diszi­plin der Truppen wie der Stämme sei vorzüg­lich.Sabah" erfährt, daß der Militär- attachä in Berlin, Emir-Bei, in Tripolis einge­troffen sei und sich den unter dem Kommando des Pariser Militärattaches Fethiy stehenden Truppen anschloß.

Konstantinopel, 19. Okt. Der hiesige Vertreter Aegyptens meldete dem Eroßwefier, daß in einer Volksversammlung in Aegypten 20 000 Pfund für die Fortsetzung des Krieges ge­gen Italien gezeichnet wurden.Jkdam" stellt fest, daß nur die Vereinigten Staaten von Ame­rika die Neutralität nicht erklärten. Das Blatt verzeichnet das Gerücht, die Vereinigten Staa­ten würden zugunsten der Türkei einschreiten, da die Amerikaner das Ausbeutungsrecht der Schwefelminen von Tripolis besitzen. In tür­kischen Kreisen geht das Gerücht, daß Amerika der Türkei feine Unter st ützung ge­gen Angriffe der italienischen Flotte auf Inseln des Archipels oder Kleinasien zugesagt habe, wozu

Eebelust herabdrücken werden. Ueberhaupt sind hier mehrere unliebsame volkswirtschaftliche Aenderungen in die Erscheinung getreten, die trotz der erhöhten Einkommen und der vermehrten Spareinlagen mancherlei zu denken geben.

Die Auswanderung von Peisonen britischer Ab­kunft aus Großbritannien nimmt jährlich zu. Im Jahre 1896 entschlossen sich 16C000, im vergangenen Jahre 381 641 Briten, die Heimat zu verlassen. Be­kanntlich sinkt auch die Geburtenziffer in Groß­britannien (ebenfalls in Auftralien) auß-rordentlich schnell. Während im Jahre 1905 auf 1000 Personen noch 27,2 Geburten gerechnet werden konnten, waren im vergangenen Jahre nur noch 24,8 auf die gleiche Zahl vorhanden. Beachtenswert ist ferner der be­ständige, allerdings langsame Niedergang der Land­wirtschaft und Viehzucht, sowie der zunehmende Er­satz der männlichen Arbeiter durch Frauen und Kin­der in der Industrie, namentlich in allen Zweigen der Textilindustrie. Aber aus all diesen und ähn­lichen Anzeichen läßt sich natürlich noch nicht auf eine verminderte Widerstandsfähigkeit gegen stärkere Einflüsse, oder auf eine allgemeine Schwächung dec Volksenergie, oder gar auf eine Verdrängung ober Beseitigung der heutigen Bevölkerung Groß­britanniens schließen. Im Kommen, in der Er­füllung seiner weltgeschichtlichen Mission und in der endlichen Auflösung eines Volkes sind zu verschieden­artige Faktoren mitbeteiligt, als daß fich aus einer vielleicht bald vorübergehenden Depression eines sonst gesunden Volkskörpers bereits fein End» er­kennen ließe.

Zwar finden sich unter den geistigen Führern des Volkes Männer, die diese Anzeichen »nd ihre Folgen

die vor Mytelene eingetroffene amerikanische Flotte bestimmt sei.

Berlin, 19. Ott. DemReichsanzeiger" zufolge wurden nach einer amtlichen Mitteilung der ottomanischen Regierung an die deutsche Botschaft in Konstantinopel in den Häfen von Smyrna und Salonik Kontaktminen gelegt. Zur Vermeidung von Unfällen wird die Fahrstraße den neutralen Schiffen von Lotsenbooten gezeigt.

B u d a p e st, 19. Okt. Der Pester Lloyd er­hält von eingeweihter Seite eine Darstellung der durch den italienisch-türkischen Krieg ent­standenen Situation, die folgendermaßen charak­terisiert wird: Auf dem Balkan bestehen srie- densgesährliche Tendenzen. Diese werden jedoch durch die von den Großmächten beeinflußten Valkanregierungen eingedämmt, sodaß vorläufig kein Grund zur Schwarzseherei vorliegt. Die Lage könnte sich jedoch verschlimmern) falls der italienisch-türkische Konflikt länger dauern oder sich räumlich ausdehnen würde, könnten hieraus Konsequenzen entstehen, welche für die Lage Europas bedrohlich sein würden.

Berlin, 19. Okt. DieNordd. Allgem. Zeitung" schreibt: Preßmeldungen zufolge soll der deutsche Reichsangehörige v. Lochow,. der nicht, wie behauptet wurde, deutscher Konsulats­sekretär ist, durch die italienischen Behörden aus Tripolis ausgcwiesen worden sein. Tatsächlich wurde v. Lochow zum Verlassen von Tripolis seitens des italienischen Konsuls aufgefordert, der vorgab, ihn im Verdacht der Spionage zu haben. Doch ist der Ausweisungsbefehl auf Ein­spruch des deutschen Konsuls unterblieben. In Rom sind die erforderlichen Schritte getan wor­den, um den deutschen Untertan vor Belästig- ungen zu schützen, solange ihm Umtriebe zur Schädigung der militärischen Operationen nicht nachgewiesen sind.

Berlin, 19. Ott. DieNordd. Allgem. Ztg." meldet: Der Reichskanzler empfing den italienischen Botschafter in längerer Unterred­ung und später den amerikanischen Botschafter Leishman.

Die Revolution in China.

M u k d e n, 19. Ott. Die Truppen find auf Kriegsfuß gesetzt. Die Absendung der ersten Di­vision ist fast beendet. Neue Truppenteile wer­den durch Mandschuren ergänzt.

Peking, 19. Ott. Wie amtlich mitgeteilt wird, besteht seit gestern abend 6 Uhr mit Han- kau keine telegraphische Verbindung mehr. Die Ursache ist unbekannt. Es gehen die wildesten Gerüchte um. Man glaubt allgemein, daß die Lage sich nicht wesentlich gebessert hat. Die Zahl der kaiserlichen Truppen wird auf 21000 ge­schätzt; 70 Geschütze find nach Hankau abgesandt worden.

Peking, 19. Ott. Das offizielle Regie­rungsblatt kündigt an, daß die Aufständischen bei Hankau gestern nach einem Gefecht, das den

erkennen und rechtzeitig Warnungen erheben. So wies der Bischof von London vor einigen Tagen in einer öffentlichen Ansprache auf die fallende Ge­burtenziffer und ihre unmittelbaren Ursachen hin und wies die Wege zur Abhilfe. Aber das find ein­zelne Stimmen, die wenig oder gar nicht gehört und beachtet werden und verhallen, wie die Stimmen derer, die dauernd und aufrichtig gute Beziehungen mit Deutschland wünschen und sich zu diesem Zwecke endlich einmal an ihre eigene, an die britische Re­gierung wenden.

In einer Zuschrift an dieDaily News" meint ein Herr F. W. Fox, daß der durch den Geist des Mißtrauens, der Verdächtigung und der Fetndfelig- keit in Europa hervorgerufene Zustand beseitigt wer­den könnte, wenn fich die Regierung Groß­britanniens zu einer offneren, herzlicheren und frei­gebigeren Politik entschließen könnte. Der Einsender schlägt dann vor, Lord Haldane als Friedensfürit nach Berlin zu senden und hier ein Zusammengehen Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands in allen internationalen Fragen zustande zu bringen. Diese eigenartigen Vorschläge find vielleicht auf­richtig und gut gemeint, aber Mr. Fox kennt seine Landsleute doch herzlich schlecht. Alle die großen Schläfer in der Westminsterabtei würden fich ent­rüstet umdrehen, wenn eine Regierung ihres Landes jemals und lediglich um des lieben Friedens willen, der dem Lande keine besonderen Vorteile bietet, eine offenere, herzlichere obermore generous"-Politik treiben wollte. Das wäre nach althergebrachten eng­lischen Begriffen Hochverrat. Darum bleibt Mr. Fox ein einsamer Prediger in der Wüste.

Im übrigen ist nun auch in London der Herbst

ganzen Tag über gedauert hatte, geschlagen wor­den find. Fünf mit Truppen aus dem Norde« besetzte Eisenbahnzüge sind in Hankau eingetrof­fen. Kaiserliche Edikte befehlen, daß die An­führer der Aufständischen streng bestraft werden sollen, fordern die Mißleiteten und diejenigen, die sich dem Aufftande nur gezwungen angeschlos­sen haben, auf, zur Botmäßigkeit zurückzukehren und warnen die Bevölkerung wie die Soldaten, an dem Aufstande teilzunehmen. Alle See- und Landstreitkräfte im Pangtsegebiet werden Puan- shikai unterstellt. Die Auflösung der alten soge­nannten Truppen des grünen Banners wurde einstweilen aufgehoben.

Kwantschoengtsze (Mandschurei), 19. Okt. Die Revolution rief an der chinesischen Börse eine Panik hervor. Die Noten der Privat­banken fallen alle zwei bis drei Stunden. Die Bevölkerung ist erregt, die Polizei riß die Maueranschläge ab, die den Aufstand hervorrie­fen. Aus japanischen Quellen wird gemeldet, die Führer der Ehunchusen in der Mandschurei sagten den Revolutionären zu, die Revolution in der Mandschurei zu organisieren.

Deutsches Reich-

* Som Kaiser. Köln, 19. Okt. Der Kaiser passierte iy2 Uhr mit Gefolge im Automobil Adenau, das mit Tannen und Wachholder reich geschmückt war. Kriegervereine und Schulkinder bildeten Spalier. Um 2 Uhr fuhr der Kaiser durch Virneburg. Aus den umliegenden Ort­schaften war die Bevölkerung in großer Menge herbeigeeilt und jubelte dem Kaiser begeistert .zu. Mayen, 19. Okt. Der Kaiser fuhr gegen "2 Uhr unter dem Jubel der- Bevölkerung, und dem Geläut der Glocken durch die festlich ge­schmückte Stadt, das Nettetal entlang, nach Schloß Büresheim, welches er besichtigte. Al­tenahr, 19. Okt. Der Kaiser traf heute Mittag hier ein. Nach ls/>stündigem Aufenthalt, wäh­renddessen der Kaiser mit dem Prinzenpaar von Schaumburg-Lippe, Minister v. Cchorlemer, Oberpräsident v. Nheinbaben und Gefolge früh- ftückte, erfolgte die Rückfahrt über Mayen nach Bonn.

llnterstaatssekretiir Stemmrich f. Berlin, 19. Ott. Der frühere Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amts Stemmrich ist heute vormit­tag gestorben.

Som Bundesrat. Berlin, 19. Okt. In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde die Zustimmung erteilt zu der Vorlage betreffs der Aenderungen und Ergänzungen des Warenver­zeichnisses zum Zolltarif und der Anleitung für die Zollabfertigung, der Vorlage betreffs der Begründung einer Gemeinschaft der Essigsäure- Verbrauchsabgabe mit Luxemburg, der Vorlage betreffs der Schenkungsabgabe für Znmendun- gen an Kirchen und juristische Personen, die aus­schließlich kirchliche, mildtätige oder gemein­nützige Zwecke verfolgen, der Vorlage betreffs

eingekehrt. Die Theater U"b Konz.rtunternehrnen befinden sich bereits infull s.ving", Direktoren, Schauspieler und Dichter beginnen ihre Ernte einzn- heirnsen, während Humperdincks und Reinhardts RiesenpantomimeThe Miracle" als Ereignis der kommenden Saison bereits ihre Schatte" varaus- roirft. Der Chor besteht aus 500, das Orchester aus 200 Mitgliedern, eine mächtige Orgel, zwei Harmo- niums, neun Harfen und andere Instrumente werden die musikalische Begleitung zu diese-: Scheustellung liefern. Eine berittene Jagdgesellschaft mV einet stattlichen Meute wird die moderne Jagd, eine Falkenjagd die mittelalterliche Jagd darstellen. Da­zu werden sich Iagdfeste, religiöse Prozessionen und allerlei prunkende Aufzüge mit Fahnen, Bannern, Kreuzen, goldenen Gefäßen u; Geschirren »en Blicken der natürlich erstaunten Zuschauer zeigen. Glückliches London! Armer Humperdinck!

Auf den Straßen, bei denfive oclocks, den at home's, besonders aber bei den jetzt beliebten gesellschaftlichen ZusammenkünftenTea and Fas» hions (Tee und Moden) zeigen fich die ersten Herbst- und Wintermoden. Die angedrohte Krinoline ist glücklicherweise ausgeblieben, dafür schmücken di« Damen ihre blonden Köpfchen mit himmelstürmen­den, reichbefiebertenWolkenkratzern". Am Himmel hängt eine Riesenapfelsine, das ist bie Londoner Herbstsonne, der der Nebel Glanz und Strahlen ge­nommen hat.

Zum großen Leidwesen der Frauen ist h er auch der Milchpreis weiter gestiegen. Ein Quart Milch 17= Liter kostet jetzt 5 Pence = 40-3. Was sage, unsere dentichen Hausfrauen dazu?