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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen'Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"

M246

TieCuerutfitfdjt Zciiung ' ericheml lagUcy mit nusnayne bet &.nn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteijährlich durch die Post bezogen 2.25 JC (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <X frei in? Haus. (Für unver- langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Tr. Hiherothl. Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Donnerstag, 19 Oktober

Der Änzelgenprei- oeiragr sur Vie 7gespaltene Zette oder deren Raum 15 J., bei auswärtigen Anzeigen 20 für flicflamen die Zeile 40 «1- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich« keit für Platz«, Datenvorschrift und Belegliesernrg an?aeschloffen. Zahlungen im Poftsckteckverkehr ohne Portokosten unter Rr. "ni5 des Pektsikiecknmtes Ttrnnffurt a. M.

S93

46. Iahrg,

1911.

Erstes Blatt.

Wer steckt.hinter dem CM"-Ausruhr?

An der Nachricht, daß Unruhen in China ausge­brochen seien, pflegt man bei uns meist mit ziem­licher Gleichgültigkeit vorbeizugehen. Wann wären in China keine Unruhen gewesen, wann hätten sie sich nicht gegen die Fremden gerichtet und wann nicht gegen die herrschende Dynastie?

Heute liegen die Dinge aber anscheinend ganz anders. Man muß freilich noch mit großer Vorsichr urteilen: denn die Entfernungen vom Orte der Un­ruhen bis zur Hafenstadt, wo das überseeische Kabel endet, sind groß, und ihre endgültige Form erhalten die Telegramme erst dort, und zwar durchweg durch Engländer. Sicher ist immerhin folgendes: Seit Jahresfrist und länger geht durch ganz China und das will viel sagen eine konstitutionelle Be­ilegung, eine Bewegung, die möglicherweise mit großer Schnelligkeit republikanisch werden kann. Wir wisien, daß heut« schon berichtet wird, an die- len und jenen Orten Chinas sei die Republik proklamiert worden, von einigen alten Kriegsschiffen hat man die Drachenflagge heruntergeholt und an ihre Stelle eine neu«, dreifarbige Flagge gehißt, welche die der neuen Republik sein soll. Man braucht diese Einzelerscheinungen ohne weiteres nicht allzu ernst zu nehmen, besonders nicht in einem io ungeheuren Lande, wie es China ist. In seinem Innern wird sich die Bevölkerung wohl kaum eine rechte Vorstellung davon machen, was eine Republik für ein Ding ist. Die Bevölkerung dort hält in ihrer seit Jahrtausenden sich immer gleichen Lebens­weise zäh am Althergebrachten fest. Das schließt natürlich nicht aus, daß Teile von ihr in der Er­regung auf revolutionäre Abwege geleitet werden können. Aber an der Dauer einer solchen Beweguag in ganz China möchte man zweifeln. Die Küstea- provinzen sind immer Herde der Aufstände gewesen, und das steht mit der europäischen Zivilisation und Kultur in direktem ursächlichen Zusammenhang«. Da die Bevölkerung dieser Provinzen naturgemäß auch über die meisten Mittel verfügt, und zwar über Mittel aller in Betracht kommenden Arten, so ist es selbstverständlich und deshalb auch sehr begreiflich, wenn die Regierung den früher mächigsten Mann Chinas Duanschikai, der seit mehreren Jahren in Un­gnade und Verbannung lebte, wieder in ihre Mitt« berufen hat. Wenn ein Mann seinen Eigenschaften und seiner Vergangenheit nach geeignet ist, die revolutionäre Bewegung ntederzuzwingen, so ist das niemand anders als duanschikai.

Von verschiedenen Seiten ist die Vermutung ge­äußert worden, die aufständische Bewegung werde von Großbritannien und den Vereinigten Staaten unterstützt, insbesondere hätten die Revolutionäre ihre eigentliche Operationsbasts in den Vereinigten Staaten gehabt und von dort aus den jetzigen Schlag mit Sorgfalt vorbereitet. Amerikanisches Geld soll gleichfalls eine Rolle spielen. Unmöglich ist das naturgemäß nicht, und daß die Bewegung anderer Natur ist wie früher, geht schon daraus hervor, daß sie gar nicht fremdenfeindlich ist, daß die Fremden im Gegenteil bisher überall vollständig unbehelligt geblieben sind. Die politischen Ziele der Vereinigten Staaten lassen sich kurz so kennzeichnen, daß Amerika - eine Schwächung Japans auf jede Weise anstrebt. Und jetzt glaubt man offenbar, durch Unterstützung der Aufstandsbewegung das japanisch- chinesische Verhältnis zu verschlechtern.

Der Aufstand in China.

Berlin, 17. Ott. (Amtliche Reldnng). Das Landungskorps derLeipzig", desTiger" und derVaterland", zusammen mit der aus Deutschen in Hankau bestehenden Freiwilligen« kompagnie steht im Straßenkampf mit chinesi­schem Pöbel.

Berlin, 17. Ott. Eine weitere Meldung des deutschen Seebefehlshabers in Hankau be: sagt: Hankau ist ruhig. 4000 reguläre Truppen find eingetroffen. Ein Gefecht stehe nahe der deutschen Niederlasiung bevor. Ein deutscher Dampfer ist mit den Nichtkombattanten ausge­laufen.

Hankau, 17. Okt. Der KreuzerCadmus" ist angelangt. Die Aufständischen beschlossen, Mandschus nicht zu massakrieren noch zu töten, wenn sie freiwillig die neue Regierung anerken­nen. Man erwartet ein Gefecht zwischen den Mandschus und den Aufständischen. Letztere gründeten einen Verband für Krankenpflege, der von einem Missionar geleitet wird. Frauen und Kinder reisen heute nach Schanghai ab. Der Befehlshaber der Aufständischen erttärte, fie fürchteten die Nordtruppen nicht. Die Bahn «ach Peking würden sie selbst bewachen. Die > Bahn ist in voller Ordnung, der Verkehr ist aber I

eingestellt. Heute ist ein neues, revolutionäres Blatt erschienen, die früheren Zeitungen erschei­nen nicht.

Hankau, 17. Ott. Admiral Sah ist in einem Kanonenboot hier eingetroffen. Er gab den fremden Konsuln die Versicherung, daß er ihre Konzessionen nicht gefährden werde. Von Norden ist ein Eisenbahnzug mit Regierungs­truppen eingetroffen: sie bezogen nördlich von Hankau Lager. Eine Abteilung von 1000 bis 2000 Mann Truppen der Aufständischen in Wu­tschang überschritt mit Artillerie den Pangtse und ist den Hanflutz aufwärts abmarschiert. Die Gesellschaft vom Roten Kreuz bringt die Gefalle­nen aus Wutschang weg. Ein Revolutionär, der überführt wurde, einen Fonds unterschlagen zu haben, wurde hingerichtet.

Wien, 17. Okt. Der österreichisch-ungarische KreuzerKaiser Franz Josef I. wird morgen von Schanghai nach Hankau abgehen.

Der Krieg un Tripolis

Rom, 17. Okt. DerMessagero" meldet: Ein türkischer Soldat sei zu italienischem Vor­posten in Tripolis gekommen und habe gebeten, sich ihnen ergeben zu dürfen. Auf die an ihn ge­richteten Fragen habe der Soldat angegeben, die türkischen Truppen seien sehr erschöpft. Seit acht Tagen habe man den Pferden die Sättel nicht mehr abgenommen. Man könne nicht län­ger Widerstand leisten. Außerdem seien auch die Tagesrationen herabgesetzt worden: bald würde man Hunger leiden müssen.Messagero" meldet aus Malta: Das SchiffCitta di Mi­lano" sei nach Berichten damit beschäftigt, ein neues Kabel zwischen Sizilien und Tripolis zu legen. Man hoffe, daß das Kabel in 3 bis 10 Tagen in Betrieb genommen werden könne, wenn das Meer sich genügend beruhigt habe.

Berlin, 17. Okt. Die hiesige italienische Botschaft teilt mit: Mehrere Blätter verbreite­ten eine aus türkischer Quelle stammende Mel­dung, daß an der Küste des Epirus neue Bom­bardements seitens der italienischen Flotte statt­fanden. Die Nachricht ist völlig aus der Luft gegriffen.

Mailand, 17. Okt. Aus dem Wust von Nachrichten über die neuesten oder unmittelbar bevorstehenden Truppentransporte und -Beweg­ungen ist Sicheres und Klares nicht zu entneh­men. DerCorriere d'Jtalia" berichtet: die zweite Division des Expeditionskorps unter dem Kommando des Generalleutnants Briccola sei für die Besetzung von Cyrenaika bestimmt; das Eeneralquartier werde in Benghafi sein. Ein Bataillon dieser Division befinde sich bereits in Tobruk.

Belgrad, 17. Ott. Die serbische Regie­rung erhielt von der türttschen die Versicherung, daß die in Alt-Serbien getroffenen militärischen Vorkehrungen ausschließlich durch den Krieg mit Italien hervorgerufen seien und in keiner Weise zur Beunruhigung in Serbien Anlaß bieten könnten. Dies gehe auch aus dem Umstand her­vor, daß alle Truppenbewegungen gegen Süden gerichtet seien.

Der Reichstag und die auswärtige Laue

Die Konservattven brachten zur Marokkofrage eine Interpellation ein, welche lautet: Ist der Reichskanzler bereit, über die Marokko betreffen­den Verhandlungen Auskunft zu geben. Eine nationalliberale Interpellation Bassermann über die auswärtige Polittk des Reiches hat fol­genden Wortlaut: Ist der Reichskanzler bereit, über die. auswärtige Politik Deutschlands, ins­besondere den Stand der Marokkoverhandlungen und die zum Schutz deutscher Staatsbürger und deutscher Interessen in Marokko getroffenen Maßnahmen sowie die durch den Krieg Italiens gegen die Türkei herbeigeführten Aenderungen der politischen Lage Auskunft zu geben? Ist der Herr Reichskanzler bereit, zu erttären, daß bei den zwischen Deutschland und Frankreich zurzeit geführten Kompensationsverhandlungen eine Abtretung deutschen Schutzgebietes ausgeschlossen ist?

Der Reichskanzler von Bethmann - Hollweg hat seine Bereitwilligkeit, die Interpella­tionen über auswärtige Fragen später, soweit es die politische Situation gestatte, im Reichstage zu beantworten, in folaendem Schreiben an den

Präsidenten des Reichstages Grafen v. Schwe­rin-Löwitz ausgesprochen: Berlin, den 16. Ott. 1911. Eure Exzellenz beehre ich mich ergebenst folgende Mitteilung zu machen: Wie ich höre, ist von verschiedenen Parteien beabsichttgt, In­terpellationen über Fragen der auswärtigen Po­littk insbesondere über die tripolitanische Frage und unsere Verhandlungen mit Frantteich im Reichstage einzubringen. Ich verstehe und teile den Wunsch der Parteien, eine parlamentarische Erörterung dieser Fragen herbeizuführen. Im gegenwärtigen Augenblick jedoch wird sich die Regierung an einer Debatte über auswärtige Polittk nicht beteiligen können. Von einer all­gemeinen Besprechung der auswärtigen Politik würde sich die Frage der Haltung der Regierung in der marottanischen Angelegenheit nicht tren­nen lassen. Ueber diese aber könnte sich die Re­gierung in Anbetracht der noch schwebenden Ver­handlungen ohne die Gefahr einer schweren Schädigung solcher Interessen nicht äußern; das­selbe würde auch von einer Hineinziehung der Tripolisfrage gelten. Wegen der Beilegung des türkisch-italienischen Krieges findet ein an­dauernder Meinungsaustausch unter den Mäch­ten statt, der jede öffentliche Stellungnahme der kaiserlichen Regierung in dieser Frage unmög­lich macht. Einer Debatte des Reichstages aber ohne Beteiligung der Regierung steht das Be­denken entgegen, daß sie nach der einen oder an­deren Richtung hin die Stellung der deutschen Politik erschweren und ihre Aktion beeinträchti­gen könnte. Sobald die politische Situation eine Beteiligung der Regierung gestattet, werde ich Eure Exzellenz davon benachrichtigen und ich werde dann gerne bereit sein, im Reichstage Aufklärung über die auswärtige Polittk zu ge­ben und mit ihm in eine Debatte eintreten. Von dem Vorstehenden setze ich Eure Exzellenz mit dem ergebenen Anheimstellen in Kenntnis, bei Ihren Besprechungen über die Gestaltung der Geschäfte des Reichstages davon Gebrauch zu machen. Zn ausgezeichneter Hochachtung Euer Exzellenz sehr ergebener Bethmann-Hollweg.

Deutsches Reich-

Der Arbeitsplan des Reichstage». Berlin, 17. Okt. Der Seniorenkonvent des Reichstags beschäftigte sich mit der Feststellung des Arbeits­plans. Nachdem am ersten Tage der Plenar­sitzung die Berichte der Petitionskommisfion er­ledigt wurden, stehen Mittwoch den 18. Oktober die eingelaufenen Jnterpellattonen auf der Ta­gesordnung. Beantwortet wird die Znterpella- tton betr. Mißgriffe bei dem Vollzug des Ver­einsgesetzes, die möglicherweise zwei Tage bean­sprucht. Den Rest der Woche wird die Debatte über die Privatbeamtenversicherung ausfüllen, die nach dem Wunsch aller Parteien zustande- kommen soll. Am 23. Oktober wird das Haus in die Verhandlung über die Jnterpellatton betr. die Teuerung eintreten; sie wird von den Ver­bündeten Regierungen beantwortet werden. Da die Debatte hierüber sich auf mehrere Sitzungen ausdehnen dürfte, traf der Seniorenkonvent wei­tere Maßnahmen über die Erledigung des vor­liegenden Arbeitsstoffes noch nicht.

Die Sozialdemokratie und der Krieg. Wiederum droht die Sozialdemokratie mit dem Vaterlandsverrat für den Kriegsfall. Zn einer von 5000 Personen besuchten sozialdemokrati­schen Versammlung zu Stuttgart erttärte der Genosse Westmeyer (lautD. Volksblatt" Nr. 234 vom 13. Oktober) wörtlich unter dem Beifall der betörten Menge:Gegen den Willen der Massen kann keine Regierung den Krieg wagen, dann muß fie sich gesagt sein lassen, daß sie um Zepter und Krone spielt . . . Den Regierungen rufen wir im Falle eines Krieges zu: Wollt ihr ein Tänzchen wagen, so sollt ihr es haben: wir spielen euch eines auf!" Trotzdem erklärte der wütttembergische Kammerpräsident v. Payer erst kürzlich wieder in Pfullingen,für die Stichwah­len müsse die Einbeziehung der Sozialdemokratie und die Herstellung einer gemeinsamen Front gegen die rechtsstehenden Parteien ermöglicht werden. Ein Urteil erübrigt sich.

Di« Komödie les Zehugebote - Hoffmann. Berlin, 17. Oktober. Der Verband der Eisenbahn­handwerker und Arbeiter, der 92 000 Mitglieder um­faßt, hatte am vorigen Sonntag nach einem Lokal in der Hasenhaide eine öffentliche Versammlung ein­berufen, um zur Teuerung Stellung zu neamen. Der Rielonlaal war von 6000 Auweienden aetoHL Als

Ausland.

** Marokko. Tanger, 17. Okt. Die Spanier be- abflchttgen, in Alhumecas ein« Abteilung von 7000 Mann zu landen, die bestimmt ist, das Gebiet Beg- govia und das Gebiet Baniuriagel zu besetzen.

Oberpräsident Frhr. v. Rheindaben über die Presse und ihre Pflichten.

An dem Verbandstag der rheinisch-westfäli­schen Presse, der am Sonntag in Köln stattfand, hat auch der Oberpräsident der Rheinprovinz, Staatsminister Frhr. v. Rheinbaben, teilgenom- men und die Versammlung in einer längeren Ansprache begrüßt. Von besonderer Bedeutung ist, was der Oberpräsident über die Aufgabe der Presse in nationalem Sinne sagte.Schon der alte griechische Philosoph sagt, daß der Kamps der Vater aller Dinge ist, und nichts liegt mit ferner, als einen charakterlosen Zndifferentis- mus das Wort zu reden. Es ist eine alte deutsch« Art, daß jeder Deutsche eine Meinung, mancher auch zwei Meinungen hat und diese mit beson­derer Hartnäckigkeit verficht. Wir wollen uns doch über den Streit des Tages, über den Wirr­nissen des Tages das hohe Ziel nicht verküm­mern lassen, zum Frieden zu gelangen und di« Brücke von einem zum andern Ende zu schlagen Wenn das eine große notwendige Aufgabe bei Presse sein muß, so wird sie damit einem weite­ren hohen Ziel zustreben. Wir finden in unse­rem öffentlichen Leben so viel Kleinmut, so viel Mißstimmung, so wenig dankbaren Rückblick aus die großen Güter, die uns geworden sind, daß dies auf die deutsche Art zurückgeführt werden muß, dem Streit des Tages allzu breiten Aus­druck zu geben und zu vergessen, welch glückliche Wege wir gegangen sind. Der Nation di« Freude an sich selber zu erhal­ten und ständig wachzurufen, das ist, glaub« ich, eine Aufgabe unseres öffentlichen Le­bens, in deren Dienst sich die Presse ein ganz besonderes Verdienst erwerben kann." Noch treffender war, was der Oberpräfi- dent über die Aufgabe der Presse gegenüber un­seren modernen Skandalprozessen anführte:Mit besonderem Interesse erfüllt mich der Punkt der Tagesordnung, der die Berichterstattung über Gerichtsverhandlungen und Verbrechen betrifft. Meine Herren! Zhr Vorstand hat hier geradezu den Finger in eine WundeunseresöffentlichenLebens gelegt. Die Art, wie jetzt über solche Dinge zum Teil Bericht erstattet wird, muß meiner Mei­nung nach als einer der schlimmsten öffentlichen Schäden betrachtet werden. Meine Herren! Wer Kinder hatte in der Zeit, als diegroßenProzesfe in Berlin und a n anderen Orten spielten, der war ge­nötigt, die Zeitung schnell zu ergrei­fen und vor seinen Kindern zu ver­stecken. Das kann und das darf nicht sein. Ge­wiß kann die Presse an diesen Dingen nicht vor­übergehen, aber die Art, wie die Berickterstat- tung geworden ist, mutz von Grund aus dert werden. Es mutz die Nation vergif­ten, wenn die Zugend über solche Dinge detailliert in der schlimm­sten und bedenkli ch st en Art frühzei­tig unterricht et wird. Wir werden un­sere ganze Kraft einsetzen müssen, um jeder an seinem Teile mitzuarbeiten an der Gesundung her gkatran. In hi eiern Panne 6aaxü6e> evir

der Vorsitzende, Eisenbahnhandwerker Stohr, di« Versammlung eröffnet hatte, meldete sich der Land­tagsabgeordnete Hostmann zam Wort, um gegen bk Aufforderung des Präsidenten, daß alle Nichteisen­bahner den Saal verlassen sollten, zu protestieren. Unter ungeheurem Tumult und nach scharfen Aus­einandersetzungen zwischen dem Vorsitzenden und Hoffmann verließ dieser den Raum mit dem Ruk: Ich protestiere dagegen, daß Eie einen Abgeordneten ausgewiesen haben, der ihre Interessen vertrete wollte." Mit ihm erhoben sich über 1000 Eisenbahn- arbeiter und marschierten unter Hochrufen auf Hof­mann aus dem Saal. Der Vorfall wurde stunden­lang erregt besprochen. Man kann nicht wissen, ob di« 1000 Mann wirklich Eisenbahner oder «in« von Hoffmann mitgebrachte Leibgarde gewesen sind. Jedenfalls war die ganze Sache sehr gut inszeniert. Hoffmann sucht den Eisenbahnern seine Interessen aufzudrängen und verläßt, als die Versamr -lten ihn nicht in ihrer Mitte dulden wollen, mit großem Aplomb den Saal, gefolgt von 1000 treuen Vasallen. Um den Abgang könnte ihn jeder Mime beneiden.