Erstes Blatt
Diese Hoffnung wird seltsam illustriert durch folgende Auslassung des „Popolo Romano": Ein Friedensvertrag mit der Türkei, der als Bedingung die Anerkennung der vollen oder eingeschränkten Souveränität der Türkei über Tripolis haben würde, ist heute unmöglich. Ein solcher Vertrag würde, selbst wenn er durch die Regierung abgeschlossen würde, vom Volk und seinen Vertretern zerrissen werden.
Doch auch von türkischer Seite kommen Nachrichten, die wenig Grund zu der Hoffnung auf baldigen Frieden geben.
Italien, ein Spezialkomitee zur Organisierung I des schärfsten antiitalienischen Boykotts und zur । Erziehung der Jugend zum Hasse gegen Italien" I gebildet. Das Komitee veröffentlicht im „Ta- I nin" einen Appell, in dem alle Ottomanen zur I Teilnahme aufgefordert werden. Das Komitee I beabsichtigt, binnen kurzem einen Kongreß abzu- I halten. I
Konstantinopel, 13. Okt. Der ita- I lienische Direktor des suspendierten Blattes „La I Turquie", Bondini, der zu 4600 Frks. Geldstrafe I verurteilt worden war, wurde ausgewiesen. I Weitere Ausweisungen italienischer Journa- I listen und Korrespondenten sollen bevorstehen. I
R o m, 13. Okt. Die ottomanische Regierung I teilt der deutschen Botschaft mit, sie werde die I italienischen Handelsschiffe, die in den türkischen I Gewässern oder auf hoher See gekapert würden, I mit Beschlag belegen. Neutrale Waren würden I nur beschlagnahmt, wenn sie Kriegskntrebande I darstellen. — Von einflußreichen Arabern stam- I mende Nachrichten aus dem Innern von Tripo- I lis besagen, die italienische mineralogische Expe- I dition treffe alsbald unversehrt in Tripolis ein, I vor zwei Wochen sei sie noch in Sokna gewesen. I
Eine Rote Rußlands an die Türkei. I
Petersburg, 13. Okt. Angesichts der I Befürchtungen der interessierten Kreise wegen I des freien Exports russischen Getreides infolge I des Krieges erhielt der russische Botschafter in I Konstantinopel den Auftrag,, die Pforte auf die I Wichtigkeit hinzuweisen, die die Frage für Ruß- I land habe. Die Pforte antwortete, sie werde sich I nach der Londoner Deklaration von 1909 richten. I Das Nichterhalten einer bestimmten Antwort I bewog die russische Regierung, dem Botschafter I vorzuschreiben, der Pforte folgende schriftlich« I Mitteilung zu machen: „Die kaiserliche Regie« I rung erklärt auf Grund der Pariser Deklaration I von 1856 wie auch der Artikel 24 und 33 der I
Die-heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Erklärung der Türkei ausblieb, seine Forderung in drohendem Tone erneuert hat. Von den kleinen Balkanstaaten scheinen Montenegro, Bulgarien und Griechenland, die sämtlich in russischem Fahrwasser segeln, sich in der Stille auf einen allgemeinen Balkankrieg, wobei sie — ob mit Recht, bleibe dahingestellt — auf russische Zustimmung rechnen mögen. Wenn man außerdem in Rechnung zieht, daß die Jungtürken auf eine kraftvolle kriegerische Aktion gegen Italien und ein entschiedenes Vorgehen gegen die kleineren unsicheren Balkanstaaten hindrängen, so muß man leider konstatieren, daß die Wolken im südlichen Europa sich immer dunkler und dichter zusammenballen.
In P o r t u g a l, wo der erste Jahrestag der Proklamation der Republik mit ostentativem Gepränge gefeiert wurde, haben die Monarchisten im Vertrauen auf die Beteiligung des Klerus, eines Teils der Offiziere und der Landbevölkerung einen Aufstandsversuch gemacht, der aber infolge von Verrat erfolglos zu verlaufen scheint. Die Leitung der Bewegung, die von dem Prätendenten, Dom Miguel, unterstützt wird, liegt in der Hand des Artillerie-Hauptmanns Paiva Conceiro. Von den republikanischen Truppen zurllckgedrängt, hat dieser sich mit seinen Anhängern in die Gebirge an der spanischen Grenze zurückgezogen, die einen Guerillakrieg einzelner Banden ermöglichen. Die republikanische Regierung hat energische Anstrengungen zur Unterdrückung des Putsches gemacht, eine große Zahl verdächtiger Personen verhaften lassen und hofft, wie sie amtlich bekannt gibt, die Ruhe bald wiederherzustellen.
In Mittalchina ist eine gefahrdrohende Revolution zum Ausbruch gelangt. Am mittleren und oberen Jangtsefluß stehen die Provinzen in hellem Aufruhr gegen die Mandschu- dynastie. In den Städten Wutschang, Hanjang, Hunan, Tschengtu usw. find die Beamten ver-
| Londoner Deklaration, sie erachte diejenigen Ladungen russischen Getreides als weder dem Arrest noch der Konfiskation unterliegend, welche unter neutraler Flagge aus den russischen Häfen im Schwarzen Meer nach Häfen Italiens oder Häfen anderer Mächte adressiert und soweit solche Ladungen nicht für die Streitkräfte oder amtliche Stellen Italiens bestimmt sind. Jeden Versuch, die genannten Ladungen zu arretieren und zu konfiszieren, werde die russi sche Regierung als eine Verletzung der Rechte Rußlands ansehen und sie warne vor der schweren Verantwortung, die die türkische Regierung dadurch übernähme. — Der russische Botschafter teilt nunmehr mit, daß die Uebergabe der Note an das Ministerium des Auswärtigen am 8. Ottober erfolgte. Bisher fehle aber noch eine offizielle Antwort. Die Pforte beabsichtige jedoch augenscheinlich, sich auch an den Ar- ttkel 34 der Londoner Deklaration zu halten. Unterdessen erhielt der griechische Dampfer „Kitira", der inzwischen den Bosporus erreichte, freie Durchfahrt. Der Fall ist ein Anlaß, zu erwarten, daß auch die übrigen Schiffe mit russischem Getreide ungehinderten Durchlaß erhalten. Dessen ungeachtet besteht der Botschafter auf der Mitteilung einer offiziellen Antwort.
Odessa, 13. Ott. Fast alle ausländischen Dampfer mit Getreideladungen find nach ihren Bestimmungshäfen ausgelaufen.
Ausland.
** 3«r Marokkofrage. Im „(Aho de Paris" erklärt der frühere Ministerpräfident Giemen» ceau: Der Augenblick ist noch nicht gekommen, um über Verhandlungen zu urteilen, die noch nicht beendigt sind und für die genaue Angaben mir fehlen. Die öffentliche Meinung ist in allen Parteien in unserem Lande überall auf der Höhe des idealsten, ftanzöfischen Patriotismus gewesen. Erwarten Sie also von mir nichts über diesen Gegenstand, was aufteizen könnte. Wenn der Augenblick gekommen sein wird, werden die Politiker ihre Meinung über das, was vollbracht worden ist, kundgeben müssen und diese Pflicht wird in Erfüllung gehen. — Clemenceau erklärte dann, daß er für den Augenblick davon Abstand nehme, die große politische Rede, von der man gesprochen hätte, vor seinen Wählern int De-
Deutsches Reich.
- Spionageprozeh. Leipzig, 13. Ott. Die Sprachlehrerin Thirion wurde vom Reichsgericht wegen Vergehens gegen § 49a des Strafgesetzbuches zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die Strafe werden vier Monate der Untersuchungshaft angerechnet.
— Streikende zum Schadenersatz verurteilt. Barmen, 13. Okt. Die Spruchkammer des Eewer- begerichts verurteilte 75 Metallarbeiter dreier Firmen zum Ersatz des Schadens, bei ihren Arbeitgebern durch den feit 12 Wochen andauernden Streik entstand und noch entstehen wird. Die Höhe des bisherigen Schadens wurde auf Mark 75199.28 festgesetzt; die rückständigen Lohnforderungen der Arbeiter betragen 2218.10 «M.
Sie Statistik der Selbstmorde Jugendlicher.
Der „Seit Lok. Anz." schreibt: Der traurig« Vorfall in Magdeburg, wo kürzlich ein Obertertianrr »u«ch seinen Lehrer und dann sich selbst zu erschießen
versuchte, veranlaßte uns, dir Unterrichtsverwaltmttz um Aufklärung darüber zu bitten, ob der Selbstmoch unter den Schülern der höheren Lehranstalten wirklich in der Zunahme begriffen ist. Nachstehend veröffentlichen wir die unserem gk-.Mitarbeiter im Kultusministerium vorgelegten Zahlen, die in weitesten Kreisen beruhigend wirken dürften.
Die Zahl der Schülerselbstmorde betrug in de» Jahren 1880 bis 1910: 9, 13, 5, 17, 14, 10, 8, 17, 11, 21, 8, 12, 18, 11, 13, 7, 7, 1», 4, 8, 7, 11, 16, 13, 7, 12, 10, 19, 21, 19, 14. Auf ft 100 000 Schüler berechnet, ergeben sich für die genant- ten Jahre folgende Zahlen: 7.1, 10.2, 3.7, 13.0, 10.7, 7.4, 6.0, 12.6, 80, 15.3, 5.1, 8.6, 13.0, 7.9, 92, 4.9, 4.8, 12.8, 2.6 , 5.1, 4.3 , 6.1. 92, 77, 3.7, 6.07, 4.8, 9.1, 9.9, 8.6, 6.1.
Aus dieser Uebersicht ergibt sich, das schlimmste Jahr weit zurückliegt: im Jahre 1889 find bei 100000 Schülern 15.3 Selbstmordfälle vorgekommen, während es zwanzig Jahre später deren nur 8.6 und im vergangenen Jahre nur 6.1 waren. Vergleicht man zudem diese Zahlen mit den Selbstmordfällen der männlichen Bevölkerung im entsprechenden Lebensalter, so zeigt sich bei den Schülern der höheren Lehranstalten eine sehr viel günstigere Verhältniszahl. So kamen z. B. 1905 bei 100 000 Schülern 6.7 Fälle vor, bei der gleichaltrigen männlichen Bevölkerung aber deren 10.9. So beklagenswert also jeder einzelne von Schülerselbstmord ist, so liegt doch immerhin zu einer Beunruhigung des Publikums über eine Häufung der Schülerselbstmorde kein Grund vor. Vielmehr weist die Statistik gerade eine erhebliche Verminderung bet traurigen Vorkomnijse nach.
I partement Var zu halten.
I ** Die Lage iu Portugal. Paris, 13. Okt. Der I Sonderberichterstatter des „Matin" in Serin (Rord- I spanten) in der Nähe der portugiesischen Grenze | meldet: Man betrachtet hier die Situation de« I Kapitäns Concsiro als verfehlt und ist in royalistt- I scheu Kreisen der Ansicht, daß das Scheitern der Bc- I wegung dem Verrat gewisser Personen, auf die der roualistische Chef sein ganzes Vertrauen gesetzt hatte, mehr zuzuschreiben sei als der Spaltung in der monarchistischen Partei. Die hiesigen Monarchisten erklären, daß sie jetzt zahlreiche Rekruten erhalten hätten und daß sie auf mehrere Regimenter zählen. Sie bestreiten auch nicht daß sie im Besitze von Kriegsschiffen seien. Bauern aus der Umgegend et»
I klären, es sei Kapitän Conceiro gelungen, die Grenze zu passieren, und er halte sich gegenwärtig auf spanischem Gebiete in Berroso, 20 Kilometer südöstlich von Serin auf. — Lissabon, 13. Ott. Fliegende Kolonnen der Regierungstruppen, begleitet von Freiwilligen aus der Bevölkerung, durchstreifen das Grenzgebiet. Auf den Höhen wurden Posten ausgestellt. Der Zivilgouverneur ist zurückgetreten und durch einen Militärgouverneur ersetzt worden.
*'^SMkturnntt in England. Loudon, 13. Ott. Im Zusammenhang mit d-m Ausstand bei der Waggonfabrik in Swansea wurden gestern ab nd die Werke von einem Bolkshaufen angegriffen und die Gebäude teilweise zerstört. Die P lizei war machtlos.
** Der Aufstand in Ehina. Peking, 13. Ott. Die Aufständischen von Hankau eroberten die Eisenbahnstation. Ausländische Matrosen unter dem japanischen Admiral Havashima wurden gelandet, um die Niederlassungen der Fremden zu schützen. — Hankau, 13. Ott. Bisher treu gebliebene Schiffe fangen an, zu den Revolutionären, die in Wutschang und Hankau strenge Ordnung halten, Überzugehe.r. Marodeure und Brandstifter werden streng bestraft. Gestern nacht wurden 5 hingerichtet. Die Revolutionäre steckten die Verwaltungsgebäude und die Häuser der Mandarinen an. Das Bombardement auf Wutschang wurde seitens der treugebliebenen Schiffe, die längs den Siedlungen liegen, auf Wunsch der ausländischen Kreuzer eingestellt, da durch da» Feuer der Revolutionäre au^ den Forts die europäischen Siedlungen, besonders russische, gefährdet werden. — London, 13. Ott. Wie das Reuterbureau aus Hankau meldet, treffen dort tn Intervalle» Abteilungen von RsgifWngstruppe»
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Vellage"
Türkei haben die Italiener nach den Experimenten an der albanischen Küste ihre Operationen nicht weiter erstreckt. Am Goldenen Horn, wo das notwendigste Requisit eines ener-. gischen Widerstandes, die Einigkeit, fehlt, hat >er Ministerrat zur Revanche die Ausweisung stller Italiener beschlossen, aber auf Anraten des Deutschen Botschafters von der Ausführung j ^eser Maßnahmen vorläufig noch Abstand gekommen. Eine Zirkularnote an die Mächte regte von neuem eine baldige Friedensvermitt- kung an, die Antwort lautete aber wenig hoffnungsvoll. Inzwischen regt sich such Ruß- l a n d, das für die aus südrussischen Hälen stam- stienbe Getreideschiffe freie Durchfahrt durch die Dardanellen »erlangt und. als eine bestimmte
vte Konstantinopel, 13. Okt. Hier wurde bestimmte I unter dem Namen „Verein des Hasses gegen
Wochenrundschau.
In den innerpolitischen Körper, dem im Gegensatz zu den beständigen Aufregungen und lleberraschungen der auswärtigen Politik seit dem Parlamentsschluß Ende Mai der Ruhezustand der „sauren Gurke" beschieden war, kommt nun wieder mehr Leben und Bewegung. Der bis zum 10. Oktober vertagte Reichstag hält am 17. die erste Plenarsitzung. Vorher schon setzte die Kommissionstätigkeit mit Beratung des Gesetzentwurfs über Erhebung von Schisfahrtsabgaben ein. Die letzte Session dieser Legislaturperiode kann nur kurz bemessen sein, da angesichts der lebhafter einsehenden Wahlkampagne ein beschlußfähiges Haus schwerlich bis Weihnachten zusammenzuhalten ist. Der Seniorenkonvent wird daher, zumal auch durch die Hetzreden der Sozialdemokraten bei ihren zahlreichen Interpellationen ein empfindlicher Zeitverlust verursacht werden dürfte, das überreichlich vorliegende Beratungsmaterial stark sichten müssen. Auch der Bundesrat hat feine regelmäßigen Plenarsitzungen wieder ausgenommen, außerdem hat der selten zusammentretende Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten unter Vorsitz des bayrischen Ministerpräsidenten Freiherrn v. Podewils eine Sitzung abgehalten, deren Hauptgegenstand, wie leicht zu kombinieren, die Marokkoverhandlungen bildete. Die allgemeine Ungeduld über diesen langsamen Verlauf hat sich etwas gelegt, seit amtlich mitgeteilt wurde, daß über den Marokko । . , . - ------
selbst betreffenden ersten Teil des Abkommens I 8* und die Regierungstruppen, soweit sie nicht
eine Einigung erzielt worden ist. Frankreich bu den Aufständischen übergingen, in die Flucht
weiß also jetzt, was Deutschland ihm gewähren getrieben worden. Die Rebellen haben die Re-
will, nun kommts darauf an, durch welche Zu- I PH"“* ausgerufen, zu deren Präsident der Agi- geständnisse wir entschädigt werden sollen. Die tator Sunyat-Sen erklärt wurde. Man ist im
Franzosen gelten für schlaue Geschäftsleute. Das £etnv Parlament einzuführen, um so die
zeigt das Verhalten ihrer Presse, die das als Hauptanforderung eines republikanischen Kompensationsobjett ausersehene Kongogebiet I ®u erfüllen. In Peking, wo die
in den verlockendsten Farben schildert, um da- -Machthaber sich in größter Unruhe befinden, hat
durch möglichst anregend auf die deutsche Be- ~an beschlossen, aus dem Norden ein großes
scheidenheit einzuwirken. Deutschland wird sich I Truppenaufgebot in das Aufstandsgebiet zu ent» dadurch aber hoffentlich nicht bluffen lassen. *e.nb®n- Gegen die Ausländer haben die Auf-
Der italienisch-türkische „Krieg" um Tri- I ständischen bis jetzt jede Ausschreitung vermie- p o l i s hat sich vorläufig weiter in vorwiegend I „ ' Wahrnehmung der deutschen Inter-
friedlichen Bahnen bewegt. Zwar sollen neueren I e"en "e9en auf bem Jangtse die Kanonenboote Meldungen zufolge die Italiener eine Nieder- »Vaterland" „Otter" und „Tiger" zur VerfÜ- lage erlitten haben, bei der sie 1600 Mann ver- I iun9’ ®te bie Stromfahrt ebenfalls in loten hätten, jedoch muß man die Bestätigung I o^ge kommenden Kreuzer „Nürnberg" und dieser Nachricht noch abwarten. Das ist nicht so I »"eipzig", die bis Hankau aufwärts dampfen einfach. Die italienische Zensur läßt natürlich können, liegen zur Zeit im Hafen von Tsingtau keine ungünstigen Nachriten ins Ausland ge- vor $nIer- langen, und von Konstantinopel ist wenig zu I ----
erfahren, da die Verbindung mit Tripolis II ~ ~ ~--------
unterbrochen ist und Nachrichten von dort nur I Der KNeg UM Tripolis, indirekt über Malta oder Tunis nach dem Eol- I Außer der gestern von uns mitgeteilten denen Horn gelangen können. Tatsachen sind I Meldung der „Franks. Ztg" von einer Nieder- bisher ledensalls folgende Meldungen: Die läge der Italiener in Tripolis liegen vom
MnftTiLr?" i" w Hauptstadt ihre Herr- Kriegsschauplatz keine weiteren Nachrichten vor.
schäft feierlich verkündet, mit der in das nahe Die italienischen Blätter besprechen lediglich die Hinterland retirierten türkischen Besatzung Truppenlandungen in den Hafenstädten Tripo-
eimge Schüsse gewechselt, die wichtigsten Küsten- «tarnens. Die Friedensaussichten scheinen nicht
orte besetzt, ihre Besatzungsarmee zum größeren allzugroß zu sein. Zwar schreibt der Sonder-
Teile gelandet und an die Eingeborenen eine in berichterstatter des „Matin" seinem Blatte: Die
versöhnendem Sinne gehaltene Prokamation ge- Stunde, die Italien sich selbst gestellt hat ist ge-
Ebo Ira n°mmener East hat sich die kommen. E- ist jetzt möglich, daß Italien den !
r e *a eingestellt, die aber der Eegenwir- Einflüsterungen des Friedens fein Ohr leiht,
kung moderner Hygiene hoffentlich nicht stand- aber man ist noch nicht so weit, daß die Frie-
Türkei babpn der densbesprechungen begonnen hätten. Der künf-
Tnrke. bab-n h.P ' tige Abschluß eines Waffenstillstandes kann als
wahrscheinlich betrachtet werden.
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Marburg
Sonntag, 15. Oktober
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46. Jahrgi
1911. j