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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage"

Mftes Blatt

46. Jahr»

1911.

Mitglieder der katholischen Arbeiter» und bet 250 000 Mitglieder der Jünglings- und Gesellen­vereine, sowie der 830 000 Mitglieder der christ- lich-nationalen Arbeiterschaft den Sozialdemo­kraten den schärfsten Kampf an, den die christ­liche Arbeiterbewegung aufzunehmen jetzt im­stande sei. Unter stürmischem Beifall schloß sich die Versammlung dem Proteste der christlich, nationalen Arbeiterschaft Deutschlands gegen das vaterlandsverräterische Treiben der Sozial­demokratie in der Marokkofrage an.

Rom, 12. Okt. Der Präsident des Verwal­tungsrats der Dette Publique Ottomane hat an den italienischen Ministerpräsidenten ein Tele­gramm gerichtet, in dem er Einspruch erhebt ge­gen die Vertreibung von Beamten aus Tripoli» und Cyreneika, die mit der Einziehung der für den Schuldendienst und die Schuldentilgung der Dette Publique Ottomane bestimmten Zölle be­auftragt seien. Ministerpräsident Eiolitti ant­wortete hierauf, die Regierung habe von An­fang an aus eigenem Antrieb den Entschluß ge­faßt, dafür zu sorgen, daß durch ihr Vorgehen in Tripolis und Cyreneika und durch die Folgen dieses Vorgehens die Jnteresien der ausländi­schen Gläubiger der Dette Publique Ottomane in keiner Weise geschädigt würden.

Alexandrette, 12. Ott. Der hiesige italienische Konsularagent wurde gezwungen, die Stadt zu verlasien und nach Lanarca auf Cypern zu flüchten infolge der feindlichen Kundgebungen durch Steinwürfe gegen da» Konsulat, die sich mehrere Nächte hindurch wie­derholten.

M a s s a u a, 12. Ott. Nachrichten aus Dschidda besagen, daß die türkische Regierung dort zwei italienische Schaluppen, welche Kauf­leuten von Masiaua gehören, beschlagnahmte.

R o m, 12. Okt. Nach Meldungen derAgen- zia Stefani" hat der Boykott italienischer Waren in Smyrna und Salonitt begonnen. In Kon­stantinopel soll ein von Pyräus kommender bul­garischer Dampfer mit italienischen Waren an Bord am Löschen verhindert worden sein.

Ausland.

** Z«« Schuß im Wiener Abgeordnetenhaus. Serajewo, 12. Ott. Hier wurde ein gewisiet Bergedornwitsch unter dem Verdacht der Mit­schuld an dem Attentat auf den österreichischen Justizminister verhaftet.

** Portugal. Oporto, 12. Okt. Eine amt­liche Depesche aus Braganza, die hier gestern um 10 Uhr abends bekannt wurde, besagt, die Mon­archisten hätten Portugal über Scourquiera ver­lasien, seien aber über Serigei bei Chaves wieder zurückgekehrt. Eine Depelche aus Chaves von 10.35 Uhr abends meldet: Die Monarchisten fahren fort, stch an der Grenze zu entwickeln, fie find bemüht, sich den Rückzug nach der spanischen Seite zu sichern, können jedoch nicht weiter vor» rücken. Die Republikaner hoffen, fie binnen kurzem in die Flucht zu schlagen oder aufzu­reiben.

u. a.: Unsere Regierung hat sich vor länger als drei Monaten verpflichtet, den Verzicht Deutsch­ lands mit Landabtretungen am Kongo zu be­

zahlen. Niemand unter uns kann d a - Tie Marokkofrage. I ran denken, eine solche «erpflich- . f., ..± . . ,, I tung zu widerrufen. Der Augenblick ist

Endlich ist der erste Teil des Marokkoabkom- I gekommen, um die Ausdehnung dieser Kompen- men^4mterzeichnet worden der Teil in dem fationen festzufetzen. Der Ministerrat hat die Deutschland nur als der gebende auftritt. Em Frage bereits geprüft. Manche Franzosen pro- abschließendes Urteil laßt sich heute über seine testieren heftig gegen jede Abtretung von Gebiet Bestimmungen nicht geben, da fie eben nicht be- welches es auch immer sei. Sie glauben, daß

kannt sind. Nachdem aber die deutsche Regie- eine Ministerkrifis diesen Handel vorteilhaft für

. rung erttärt hat, daß ihr Landerwerb in Süd- unsere Jnteresien lösen könnte. Es liegt aber auf Marokko nicht im Sinne gelegen habe, als sie den der Hand, daß eine Krisis gar nichts lösen im

Panther« nach Agadir sandte, darf man hoffen, Gegenteil eher verwickeln würde. Mr hegen die

daß der erste Teil des Marokkoabkommens we- feste Hoffnung, daß in beiden Ländern die Re-

nigstens die Sicherung unserer wirtschaft- gierung und die öffentliche Meinung die Weis­lich e n Jnteresien in Marotto der Vormacht heit besitzen werden, die nötige Lösung zu er-

Frankreich gegenüber in unzweideutiger Weise j leichtern.

festgestellt hat. Es ist unnütz, das bis jetzt Er- Der '.Temps" schreibt zu der Aufnahme der reichte in Beziehung zu setzen zu unseren ebenen Nachricht von der Paraphierung des Marotto- Wünschen in Marokko und von dem Stank "c Abkommens:Es ist seltsam, welch kindliches aus, daß dort Landerwerb nötig und gut ge , Spiel in der Marokkofrage von deutscher und wäre, zu kritisieren. Wir sind ja der Ansicht, daß französischer Seite getrieben wird. Jetzt, nach die deutsche Regierung gerade in Marokko I der Unterzeichnung des Vorvertrages, fragt man schwere Fehler gemacht hat, weniger die jetzige, in Frantteich:Was ist uns Marotto?" Als ob als die Aera Bülow-Schön, die gekennzeichnet ist Marotto nun aufeinmal gar keinen Wert für durch das für uns so ungünstige Algecirasabkom- uns hätte. Ebenso fragt man in Deutschland' men. Vielleicht konnte unsere jetzige RegierungWas ist uns der Kongo?" Als ob die Kongo- auf Grund dieser Verträge nicht anders handeln, Konzessionen für Deutschland völlig wertlos als sie es getan hat, indem sie sich in eine kolo- feien. Es ist nicht nur seltsam, es ist auch be» «E do-ut-des = Politik - zu deutsch einen dauerlich, daß zwei Länder wie Deutschland und

fV'. eJ mrt Frankreich einließ. Das Ur- I Frantteich sich nicht zu dem Ernst und der Würde I Bord am Löschen verhindert worden sein. I ** Mexiko. Rewyork, 12. Okt. Nach einem aßer,t beL^erljanbIu."Fn <JLnb M5 I "heben können, die ihnen geziemen und nicht I - I Telegramm aus Tuxtla zerstreuten 190 Freiwil-

daraus resultierenden Abkommens über Marokko I anerkennen wollen, daß die Verhandlungen für I I lige 900 Insurgenten bei Chiapas; 130 Aufstau-

<^AabuI$ I be'be ^ile wichtige Resultate ergeben haben. I Deutsches Resch- I dische wurden getötet, 106 gefangen genommen.

Cr»? Utt* 0 (6t v essärc an der Zeit, daß man in Frankreich und ein Disziplinarverfahren «eqen Pfarrer Die Verluste der Freiwilligen betragen höchstens ^ch^ücklich^^^ltendmachM^der^KompE ^^e Trauben Mann. Die Mehrzahl der Aufständischen'sind

ratiXSe Äft Mr Äei 'Lmnlikatton^rcht Münster hat das Disziplinarverfahren gegen den 3n^n« b,e mit Mestern und Lanzen be-

Kom^e^sattE^von" gleichem ^Werie^^^ü^s sind T T f°n ..... I

L Ä". Marburg und Umgegend.

sjÄttr'K sssan»xJRsR hinter seiner Regierung steht und nicht deren NeustibrWH w «nn ®0.ltr^9ettk <nbet »Christlichen Freiheit" Marburg, 13. Okt.

Stärke in den Verhandlungen durch dne über- Mi1Ä * Turnlehrer-Prüfung. Für die im Jahre

mäßige Kritik schwächen sollte. Es muß Frank- fa6er btc Einzahlungen von 120 Millionen Frks. 27, 80 und Beilage, 31, 86 und 40 von 1911) und 1912 an der Kgl. Landesturnanstalt in Spandau reich aber auch klargemacht werden, daß Deutsch- | I in der BroschüreStaatskristentum oder Volks- 1 abzuhaltende Turnlehrerprüfung ist Termin auf

land jederzeit noch zum Abbruch der Verhand- I jT)pr itm I "kche", ferner den Pfarrerstand in der Broschüre I Mittwoch den 6. März 1912 und die folgenden

lungen bereit ist, wenn nicht eine Kompensation I « f T, . I »Staatschristentum oder Volkskirche" öffentlich I Tage anberaumt worden. Meldungen der in

geboten wird, die dem Ansehen des deutschen I beleidigt bezw. herabgewürdigt und stch damit einem Lehramte stehenden Bewerber find bei der

Volkes entspricht. Der erste Teil des Abkommens ous. der Achtung, des Ansehens und des Vertrauens, vorgesetzten Dienstbehörde spätestens bis zum

erhält ja nur Gültigkeit, wenn auch der zweite SS.« m b* 1 s Me Sage der welche sein Beruf erfordert, unwürdig erzeigt zu 1. Januar 1912, Meldungen anderer Bewerber erledigt ist. Unsere Regierung braucht ja nur Truppen, die stch nach dem Innern zu- haben. bei der Kgl. Regierung, in deren Bezirk der Be-

auf das zu sehen, was in der Welt vorgeht, um ÄÄ. ? 6 T" cifeer;. ~ Aussperrung in bet westfälischen Tabak- treffende wohnt, ebenfalls bis zum 1. Januar

zu bemerken, daß feste Entschlostenheit in der S !t.oH5ni ^Cn ^ustrie. Minden, 12. Ott. Uebet die Arbeiter- k. I. anzubringen.

ä. . , btes Lohnes wert ist. I klickten 1"tunnpn mif f»ti ff., vi-v .i _ I _ _ feignÄg. Dielen, welche zur

In einem Berliner Telegramm erttärt die begleiteten, wird gemeldet: Da die von den Vertretern der Zeit Frachtgüter auf der Bahn zum Versand

Köln. Ztg." zu den wetteren Marokkoverhand- 'nMe J** k"? S® organisierten Tabakarbeiter bei der Eeschäftslei- aufgeben, dürfte es nicht bekannt fein, daß dir

lungen, die Annahme von minderwertigen oder T !un? bes westfalischen Zigarrenfabrikantenver- Verwaltung der preußischen, hessischen usw.

Scheinentschädigungen würde in weiten Kreisen KSt * 9n. A ?tpo,Ils bande- eingeleiteten Verhandlungen zur Auf- Bahnen die Frachtermäßigung, welche auf Le-

Deutschlands nicht verstanden werden. Man früheren Minister Sennin» Hebung der Streiks und der Kündigungen zu bensmittel und Futterartikel, Kartoffeln, Hül-

will einen wirklichen ehrlichen Ausgleich der ?* ! «!, b°rt «ngekommen einem Ergebnis bisher nicht geführt haben, tritt fenfrüchte, Rüben ufw. in Anrechnung kommt,

Jnteresien. Man kann annehmen, daß auch die I « /'Corriere d Italia I die Aussperrung aller organisierten Arbeiter der nur im lleberweisungsfalle, d. h. wenn das

Regierung diese Auftastung teilt und die Ver- ® r ®em Vernehmen, Verbandsmitglieder im Bezirk mit Ablauf dieser Frachtgut unfranttert abgesandt ist, und die

Handlungen nur in diesem Sinne führen wird. I r, e, b,£ bttgierungvon Konstan- I Woche in Kraft. Es kommen 7000 Arbeiter in I Fracht vom Empfänger erhoben wird, in Anrech-

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el hlr Hir ÄTÄm t<tf Form gegen dieZarenschmach in Deutschland« liebevolle Besprechung, die ihm ein Redner bei

m Aus ausch gegen das wasstevonDeutchland n,nn,n bestimm en Expedition-, schimpfte Durch Beschluß des Kammergerichts der letzten Tagung des Evangelischen Bundes in

wünscht aeben will Es ftt vorausMeben dab X? . 2 Ausschiffung begann so- wurde die Eröffnung des Hauptverfahrens be- Marburg widmete, zurückzuführen ist.

HpÄptSai.. i» ! f P ""llzieht sich ohne Storung. In Ent- schlosten. Der Oberstaatsanwalt beantragte ge- * Schiffsverkehr. Neueren Nachrichten zufolae

bie teht ttKräpnpKmpH hU8L?hPn «P^l oon.r180 Seemeilen von Tripolis nach gen Liebknecht einen Verweis und 3000 J( Geld- laufen die Dampfer zweier Linien des Oester-

BääS sääs äsäs

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uns bis zum Wiederzusammentritt der Kammer. IPisa", um feine Unterwerfung anzukündigen' IGegen die Sozialdemokratie. Köln o oft I beJl:?ampJ®ln bte. eJ ® n. e, , befördern 2» kompetenten Kreisen scheint man der Mei- er versprach, auch bei andern Arabern für An- In £ t L"®" b°S wieder wie früher teilweift

aelegenheit in dem einen odet andprn Gtnnp I n.«n»n k I scher christlicher Arbeitervereine besuchten I * Für Stotterer. Wie aus dem Inseratenteil

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und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <Ä (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in» Hau». (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, 14. Oktober

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