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Ausland.

Der Aufstand in China. Peking, 6. Okt. Dem Reuter-Bureau wird von den Missionaren aus Tschengtu gemeldet: Die Gesamtzahl der bei den Kämpfen um Tschengtu Ertöteten wird bisher auf zehntausend geschätzt. Unter den Gefallenen befinden sich zweitausend Soldaten, die übrigen find Aufstän­dische. In den umliegenden Bezirken sind tausende von Menschen obdachlos. Biele begingen aus Ver­zweiflung Selbstmord. Tschengtu leibst ist ruhig, aber di« Aufrilher, di« 10000 Mann stark sind, habm mehrer« Städte südwestlich vcn Tschengtu beseht, rvn wo Truppen gegen sie adgegangen sind.

Marburger Konzertverein.

Das neue Wintersemester beginnt demnächst und mit ihm die neue Konzertsaison. Unser Konzertverem hat sein Winterprogramm veröffentlicht und ver­spricht uns die erlesensten Genüsse: wir werden her­vorragende Solisten hören; außer Lieder- und Kam- mermufikabenden stehen uns zwei Symphoniekonzerte bevor, davon eins der Meininger Hofkapelle unter Max Reger; vor allem aber dürfen wir uns auf zwei Oratorienabende freuen, im Dezember kommt Bachs Weihnachtsoratorium zur Ausführung und Ende Februar Fausts Verdammnis von Berlioz. Fürwahr ein großes Programm; ein um so größeres, wenn man bedenkt, daß unser Konzertverein keinerlei Subvention erhält, vielmehr lediglich aus eigenen Mitteln arbeitet, nicht um Geld zu verdienen, son­dern allein um das Musikleben unserer Stadt auf würdiger Höhe zu halten. Dies aber vermag er nur, wenn er wie bisher alle gebildeten und mustkliebrn- den Kreise unserer Stadt geschloffen hinter sich hat.

Freilich scheint in diesen über die Organisation des Konzertvereins vielfach eine irrig', oder beffer gar keine Kenntnis vorhanden zu sein. Rur die we­nigsten Konzertbesucher wiffen, daß sie durch Erwer­bung eines Vollabonnements (10 Konzert) stimmbe­rechtigte Vereinsmitglieder werden, deren Wünsche und Meinungen in der alljährlichen Mitgliederver­sammlung zum Ausdruck kommen sollen. Diese ist vielmehr in der Regel nur dürftig besucht, und höch­stens auf Umwegen oder gelegentlich erfährt der Vor­stand, ob und wie weit die Mitglieder des Vereins mit den Leistungen, den Programmen, der Wahl der auswärtigen Künstler usw. einverstanden und zu­frieden gewesen sind. Es sei unseren Mitgliedern deshalb aufs neue empfohlen, in der Elwertschen Universitätsbuchhandlung (nicht mehr in der Musikalienhandlung von Reufcldt) beim Abholm der Karten auch ein Exemplar unserer Satzungen zu verlangen, sich daraus über die guten Rechte jedes Vollabonnenten zu unterrichten, dann aber die (im November stattfindende) allgemeine Mitgliederver­sammlung zu besuchen und hier rückhaltlos Urteile und Wünsche zu äußern. Ja eine solche Teilnahme an der Vereinstätigkeit sollte nicht nur das Recht, sorrdern aus guten Gründen auch die Pflicht der Mit­glieder sein. Denn wenn dieses Zusammengehörig­keitsgefühl noch weiter gelockert wird, wenn man sich nicht bewußt bleibt, daß große Symphonie- und namentlich Oratorienkonzerte unter bei hiesigen Vor- hältniffen nur durch das feste Zusammenhalten aller Interessenten ermöglicht werden, dann besteht die Gefahr, daß der Verein solche Aufführungen eben nicht mehr unter den bisherigen Bedinaungen leisten kann. Man vergeffe doch nicht, daß im Vollabonne­ment der numerierte Platz für jedes Konzert gleich­mäßig nur 2 Mark kostet! Wir dürfen mit Bestimmt­heit behaupten, daß in keiner Stadt von Marburgs Größe das heute sonst noch möglich ist. Einzig und allein dadurch, daß unter den zehn »cteinstonyrte* eine Reihe naturgemäß geringere Mittel beanspra. ,

Jlfo 237 und der Exm langt zugeso

Erstes Blatt

zu befragen. Auf die funkentelegraphische An­frage, ob. die imNewyork World" enthaltenen ungünstigen Aeutzerungen über Deutschland, seine Industrie und seinen Handel von ihm ge­tan wurden, antwortete Edison, der sich an Bord des DampfersAmerika" befindet, durch Funken- fpruch, daß er nichts ungünstiges über Deutsch­land an denNewyork World" gegeben habe.

DieNordd. Allg. Ztg." zur Eartwright» Znterpellation in Wie«. Berlin, 6. Okt. Zur Beantwortung der Interpellation im österreichi­schen Abgeordnetenhause betreffend das in der Neuen Freien Preffe" veröffentlichte, dem eng­lischen Botschafter Eartwright zugeschriebene Interview bemerkt dieNordd. Allgem. Ztg.": Die Antwort des österreichischen Ministerpräfi- denten ist um so korrekter, als die englische Re­gierung erklärte, daß Eartwright die bekannten Aeutzerungen nicht getan hat.

Freisinnig - sozialdemokratisches Bündnis bei dem oldenburgischen Landtagswahlen. Ol­denburg, 6. Okt. Der Freisinn lehnt das ange­botene Stichwahlkompromitz mit den anderen bürgerlichen Parteien ab und wird mit den So­zialdemokraten zusammengehen.

zustand und gemäß der Grundsätze des Völker­rechts, insbesondere der Regeln der Pariser De­klaration vom 16. April 1856 und der Londoner Erklärung vom 26. Februar 1909, daß seit dem 29. September die zwischen dem 11. Grad 32 Min. östlicher Länge von Greenwich liegende Küste von Tripolitanien und Eyrenaica in ihrer Ausdehnung von der tunesischen bis zur ägypti­schen Grenze mit ihren Häfen, Fluthäfen, Ree­den, Buchten usw. durch ihre Seestreitkräfte wirk­sam blockiert wird. Befreundete und neutrale Schiffe erhalten zum Auslaufen aus dem Blockadegebiet eine vom Beginn der Blockade laufende Frist, welche vom kommandierenden Admiral der italienischen Seestreitkräfte festge­setzt wird. Gegen alle Schiffe, welche die Blockade zu brechen versuchen, wird gemäß § 575 des Völ­kerrechts und den mit den neutralen Mächten bestehenden Verträgen verfahren.

Die italienischen Maßnahmen.

Rom, 6. Okt. DieTribuna" erinnert da­ran, daß die italienische Regierung während des Aufstandes in Albanien, von dem lebhaften Wunsch beseelt, eine schnellere Beruhigung der Provinz herbeizuführen, strenge Maßnahmen zur Verhinderung der Einfuhr von Waffen und Munition ergriffen habe. Diese Maßnahmen seien nicht nur nach Ende des Aufstandes, son­dern sogar noch während des jetzigen Krieges aufrechterhalten worden. Trotz der Feindselig­keit sei der entschiedene Wunsch der Regierung und das Interesse Italiens, daß die Unruhen in Albanien sich nicht wiederholten. Trotzdem hät­ten einige fremde Blätter Italien angeklagt, daß es den Waffenschmuggel begünstige. Am 2. Ok­tober seien daher die Ueberwachungsbefehle be­stätigt und erneuert worden, immer in dem Wunsch, alles zu vermeiden, was zu Verwicke­lungen auf dem Balkan führen könnte. Es sei Zweifel entstanden, ob nicht die Operationen der italienischen Schiffe an den Küsten Albaniens und im Jonischen Meer Veranlaffung zu Mitz- verständniffen geben und die dortige Bevölke­rung in Aufregung versetzen könnten. Es sei also der Flotte erneut Befehl gegeben worden, aller Operationen an den Ottomanischen Küsten Albaniens und von Epirus sich durchaus zu ent­halten und die im Adriatischen Meere kreuzen­den Schiffe nach den italienischen Häfen zurück­zubeordern. Diese Maßnahmen seien von dem Bestreben eingegeben, die politischen Interessen Italiens und Europas zu sichern.

Die Friedensausfichten.

Paris, 6. Okt. Der Korrespondent des iL'attn" in Rom telephoniert seinem Blatte: Tripolis ist übergeben. Die Stadt ist in der Ge­walt der Italiener, die sie aber erst nach dem Eintreffen des militärischen Okkupationskorps besetzen werden. Erst wenn diese Landung statt­gefunden haben und die Okkupatiosarmee mit der türkischen in Verühung getreten sein wird, will das italienische Ministerium des Auswärti­gen von Frieden sprechen hören, falls die Pforte den Wunsch danach äußert. Sobald der Wi­derstand der Türkei endgiltig gebrochen sein wird, verlangt Italien nichts befferes, als die guten Dienste der vermittelnden Mächte anzu­nehmen. DerPetit Parisien" schreibt: Kei­ner der beiden Kriegführenden zeigt sich geneigt, eine Vermittlung anzunehmen, die ihm nicht eine wirkliche Genugtuung bringen würde. Die Türkei weigert sich, sich zu erniedrigen, und Italien, das erst am Beginn seiner Unterneh­mungen steht, drückt bereits den Wunsch aus, dem Kabinett von Konstantinopel keine Entschä­digung anzubieten. Aller Voraussicht nach würden die beiden Länder einem gewißen Appell Europas gegenüber nicht taub sein; aber dieser Appell muß, um praktisch zu sein, von allen Mächten gleichzeitig ausgehen.

Reue Feindseligkeiten.

M a s s a u a, 6. Okt. Die Forts von Hodeida und ein türkisches Kanonenboot feuerten meh­rere Schüße gegen das italienische Kanonenboot Aretusa" ab, ohne zu treffen. DieAretusa", die zum Schutz des italienischen Handels den Ueberwachungsdienst im Roten Meer versieht, erwiderte das Feuer und brachte das feindliche Kanonenboot zum Sinken.

Rom, 6. Okt. Heute früh 5 Uhr wurde un­erwartet verräterisch von der Küste von Can Giovanni di Medua auf ein italienischer Schiff, bar die weitze Flagge zeigte, gefeuert. Der ita­lienisch» TorpedobootzerstörerArttgltara", der

46. Jahrg,

1911.

Deutsches Reich-

Beschluß der Bundesrates. Berlin, 6. Okt. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Bun­desrat beschloß in seiner Sitzung vom 5 Oktober: Auf Antrag kann widerruflich gestattet werden, 1. daß die nach dem 1. September 1902 betriebs­fähig hergerichteten landwirtschaftlichen Bren­nereien in der Zeit vom 1. Oktober 1911 bis ein­schließlich 15. Juni 1912 auch Rohstoffe der in § 10 Abs. 2 Satz 1 des Branntweinsteuergesetzes bezeichneten Art, welche nicht von den Eigen­tümern oder Besitzern der Brennereien selbst ge­wonnen find, verarbeiten, ohne die Eigenschaft als landwirtschaftliche Brennerei einzubüßen; 2. daß Brennereien ohne Hefenerzeugung in der Zeit vom 1. Oktober 1911 bis einschließlich 15. Juni 1912 ausnahmsweise Getreide an Stelle der von ihnen sonst verwendeten Rohstoffe ver­arbeiten, ohne aus diesem Grunde den in Para­graph 33 unter Nr. 2 und Paragraph 39 des Branntweinsteuergesetzes für den Fall des Über­gangs zur Getreideverarbeitung vorgesehenen Nachteil zu erleiden. Die unter Ziffer 2 vorge­sehene Vergünstigung erstreckt sich hiernach in gleicher Weise auf die landwirtschaftlichen, die gewerblichen und die Kartoffelbrennereien. Der Bundesrat beschloß in derselben Sitzung ferner: 1. daß der Durchschnittsbrand der Brennereien für das Betriebsjahr 1911/12 von 86 auf 94 Hundertteile des allgemeinen Durchschnittsbran­des erweitert wird; 2. daß die zur Bestimmung der vergärungsfreien Branntweinmenge durch Beschluß vom 15. Dezember 110 festgesetzten 30 und 60 Hundertteile über den 30. September 1911 hinaus in Geltung bleiben.

Edison über Deutschland. Ein Korrespon­dent derNewyork World" hatte Edison vor seiner Abreise aus Deutschland interviewt. Er behauptete, daß der berühmte Erfinder sich äußerst abfällig und ziemlich gehässig über Deutschland und seine Industrie geäußert habe. Da diese Angaben die Runde durch die Preße machten, sah sich Direktor Bergmann-Berlin, ein Schüler Edisons veranlaßt, diesen telegraphisch

den Ueberwachungsdienst ausübt, um zu verhin­dern, daß Kriegskontrebande nach Albanien ge­langt und der vermutlich noch nicht den Befehl, sich von der albanischen Küste zu entfernen, er­halten hat, erwiderte, angesichts des Angriffes notgedrungen das Feuer zur Rettung des Schif­fes. DieArtigliara" wurde leicht beschädigt, der Kommandant am Fuße verwundet. Der Schaden auf feindlicher Seite ist unbekannt.

S a l o n i k t, 6. Okt. Der englische Dampfer ,O>cthris" wurde unterwegs von dem türkischen KüstenpanzerschiffFeth-i-Bulend" angehalten. Bei der Durchsuchung der Ladung wurden 40 Fäßer Schießpulver gefunden, weshalb der Dampfer nach dem Hafen von Saloniki gebracht wurde. Er wird vorläufig als Prise betrachtet.

Bi

Die Marokkoftaqe.

In Agadir hat fich ein Zwischenfall ereignet, der der Preffe Anlaß zu den weitgehendsten Ausführun­gen gibt. Bei dem Zwischenfall handelt es fich um einen Akt des Uebernmtes einiger junger Leut«, die auf das falsche Gerücht von der Erklärung eines fran­zösischen Protektorats über Marokko eine franzöfische Fahne über einer alten, militärisch nicht besetzten Bastion in Agadir hißten. Di« ftanzöstsch« Regierung hat auf diese Nachricht, da sie in Agadir keinen Ver­treter hat, sofort ihren Konsul in Mogador beauf­tragt, bei den marokkanischen Behörden das Nötige zu veranlaffen, um dem Unfug zu steuern und die Flagge niederzuholen.

Das Wolff-Büro bemerkt zu der Angelegenheit: Der Kommandant des KreuzersBerlin", Korvetten­kapitän Loehnlein, wird erneut wegen feines Ver­haltens vor Agadir angegriffen. Es handelt sich jetzt darum, daß er nicht eingeschritten ist, als einige Franzosen auf der Bastion der Stadt Agadir die Nationalflagge hißten. Wenn ein Kriegsschiff zum Schutze der deutschen Interessen in einem aus­ländischen Hafen liegt, steht ihm nicht das Recht zu einzuschreiten, wenn einige Ausländer aus Freiüse über irgend ein Ereignis ihre Nationalflagge hißen. Dazu ist nur allein der Vertreter des Landes be­rechtigt, in dem fich solche private Ausschreitungen zugetragen haben. Der französische Konsul in Mogador wurde, wie uns von unterrichteter Stelle mitgeteilt wird, von der Regierung sofort ange­wiesen, die Flagge niederzuholen. Die Klughät, Umsicht und Zurückhaltung, die Korvettenkapitän Loehnlein in schwierigen Lagen schon zu wiederhol­ten Malen zeigt«, sollt« die uneingeschränkteste An­erkennung finden.

Der Krieg ttm Tripolis.

Die Lage.

Italiens Flagge weht über der Stadt Tri­polis.'" Die Türken haben die unhaltbaren Be­festigungen nach verhältnismäßig langer Gegen­wehr verlaßen und sind ins Innere des Landes zurückgewichen. Sie haben sich nicht ergeben, haben das Klügste getan, was sie tun konnten, ihre ganze Streitmacht in das Hinterland zu­rückgezogen und de nJtalienrn auch nicht die ge­ringste Möglichkeit gegeben, Heldentaten zu ver­richten, nach denen das Vaterland schreit. Ita­lien spielt bei alledem eine Rolle, die außerhalb des Landes, wo die Zitronen blühen, als ziem­lich komisch empfunden wird. Es hat versprechen müßen, in Europa nicht zu schießen, im Norden Afrikas blühen ihm keinerlei Lorbeeren, und ob die Zukunft den Waffen der Römer gar so gün­stig sein wird, wie sie es beim Antritt der Expe­dition nach Tripolis erhofft haben, das steht zum mindesten dahin.

Ganz so leicht und einfach, wie es sich die heißblütigen Kinder des Südens gedacht haben, wird die Geschichte jedenfalls nicht abgehen. Die Türkei, noch vor wenigen Jahren das Land des berühmtenkranken Mannes", hat sich doch in­zwischen soweit erholt und sich soweit auf die Ge­bote der Selbstachtung besonnen, daß sie sich nicht widerstandslos ergibt, wenn einer mit dem nack­ten Schwerte droht, und daß sie die Forderung nach Abtretung von Land, ihrem letzten Besitz in Nordafrika, nicht geduldig und schicksalser­geben erfüllt, sondern selbst zum Schwerte greift und den, den es für einen Räuber an seinem Be­sitz ansehen muß, zurückzuschlagen bereit ist. Die Zusammensetzung des neuen türkischen Kabinetts gibt die Gewähr hierfür. Den englischen Ein­flüssen ist es nicht gelungen, einem Ministerium zur Herrschaft zu verhelfen, das zum schnellen und schmählichen Frieden mit Italien bereit ge­wesen wäre und das überdies feindlich eine Po­litik getrieben hätte, die den deutschen Jnter- eßen stets feindlich gewesen wäre. Das neue Ministerium, in dem die deutschfreundlichen und dem nationalen Jungtürkentum angehörigen Mahmund Schewket Pascha und Reschid Pascha fitzen, wird in seiner Politik keinen Englands­kurs einschlagen. Der Kriegsminister Schewket Pascha ist sogar die Seele des Widerstandes ge­gen Italien. Schon sollen 600 000 Mann zu den Waffen einberufen sein. Die Flotte wird in kampffähigen Zustand versetzt, und energische Maßnahmen scheinen bevorzustehen.

Italien aber muß den Türken ins Innere von Tripolis nachfolgen, um das Land zu er­obern. Was es dabei erleben wird, darauf darf man immerhin gespannt sein.

Zur Landung In Tripoli«.

Tripolis, 6. Okt. Nach der Landung der Matrosen in Fort Sultania begaben sich die Araber, die zu den Stämmen aus der Umgebung von Tripolis gehören, an Bord des Admiral- schiffes und gaben ihre Unterwerfung kund, in­dem sie gleichzeitig um Einstellung des Bom­bardements baten. Der deutsche Generalkonsul als Doyen des Konsularkorps begab fich eben­falls an Bord und bat den Admiral, die Auf­rechterhaltung der öffentlichen Ordnung und den Schutz der Personen und des Eigentums der fremden Kolonien in der von den türkischen Truppen verlaßenen Stadt übernehmen zu wol­len. Man landete darauf noch weitere Kom­pagnien Matrosen mit Kanonen und Schnell- feuergeschützen und besetzte die Stadt Tripolis militärisch. Auch im Fort Sultania blieb ein Posten. Die Besetzung ging ohne Zwischenfälle vonstatten. Die gelandeten Truppen wurden unter den Befehl des Kapitäns zur See Cagni gestellt. Kontreadmiral Borfadolmo wurde zum Gouverneur ernannt. Der deutsche Generalkon­sul hat dem Admiral Faravelli mitgeteilt, daß während des Bombardements kein Schaden we­der an Personen noch an den Häusern in den europäischen Niederlassungen zu beklagen ist. t Eine Erklärung Italien«.

Berlin, 6. Ott. DerReichsanzeiger" meldet: Die italienische Negierung erließ nach» gehende Blockadeerklärung, die sie der deutschen Botschaft in Rom bekanntgab: Die italienische Regierung erklärt im Hinblick auf ben Kriegs»

XuCberl)«fltfd)e Rettung- erschemt täglich mit Kuenatj.nt der emn. und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 -ck (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen uY Spedition (Markt 21) 2.00 frei ins Haus. (Für unver. langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der llniv.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr Hiherothi. Markt 21. Telephon 55.____________

Marburg

Sonntag, 8. Oktober

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