OßechM Scifung
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage!'
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Marburg
Mittwoch, 4. Oktober
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46. Jahrg«
1911.
Erstes Blatt.
Der Krieg ttm Tripolis.
Wie bei Beginn jeden Krieges gelangen die widersprechendsten Meldungen in die Presse. Das liegt in der Natur der Sache. Das Heer von Berichterstattern greift in Ermangelung sicherer Informationen jedes Gerücht auf und berichtet es an die europäische Presse. Außerdem üben die kriegführenden Parteien eine sehr strenge Zensur aus, sodaß viele tendenziös gefärbte Nachrichten an die Oefentlichkeit gelangen. Die Gegenpartei dementiert natürlich so weit wie möglich die gegnerischen Berichte, sodaß ein Chaos entsteht, aus dem man sich sehr schwer nur ein klares Bild schaffen kann. Tatsächlich scheint bis jetzt folgendes festzustehen:
Die italienische Flotte liegt , vor Tripolis: ein Bombardement der türkischen Festung scheint aber bis zur Stunde nicht stattgefunden zu haben, auch keine Landung italienischer Truppen. Ferner entsprechen die Kämpfe bei Preoesa an der Westküste Albaniens den Tatsachen. Es fanden hier zwei Zusammenstöße eines italienischen Torpedogeschwaders mit türkischen Torpedos statt. In dem ersten wurde ein türkisches Torpedoboot vernichtet, ein anderes entfloh: aber auch dieses wurde später gefechtsunfähig. In dem zweiten Gefecht bei Prevefa wurde ein türkischer Torpedobootszerstörer und ein Torpedoboot in den Grund gebohrt. Dagegen ist eine Landung italienischer Tuppen in Albanien nicht erfolgt. Jedoch ist es den Italienern gelungen, mehrere türkische Transportdampfer aufzubringen. So wurde vor Tripolis die „Derna" beschlagnahmt und in dem zweiten Kampf bei Prevefa glückte es dem italienischen Torpedobootszerstörer „Al- pino" einen Dampfer mit einer Besatzung von fünf türkischen Offizieren und 162 Mann aufzubringen. Ferner wurde bei Prevefa eine Jacht gekapert. Das Gerücht von Zusammenstößen des Hauptteils der türkischen Flotte mit der italienischen wird schon dementiert. Ebenso ist es unrichtig, daß die Türkei an Griechenland ein Ultimatum gesandt, daß dieses mobil gemacht habe, und daß die Türken in Thessalonien eingerllckt seien.
Weiter liegen folgende Meldungen vor:
Rom, 2. Okt. Die italienische Regierung erklärt die Blockade der Küsten von Tipolis und Eyrenaika von der tunesischen bis zur ägyptischen Grenze.
Rom, 2. Okt. Die „Agencia Stefani" meldet: Soeben wird bekannt, daß die radiotelegraphische Station in Derna von einem ktalienr- schen Kriegsschiff zerstört wurde, daß das tripo- litanische Telegraphennetz nicht mehr mit dem tunesischen zusammcnhängt und das Kabel zwischen Tripolis und Malta während des ganzen gestrigen Tages nicht arbeitete. Wegen des Unwetters haben Radiotelegramme weder empfangen noch gesendet werden können. Daher können alle von Konstantinopel tendenziös verbreiteten Meldungen, die ausländischen Agenturen zugegangen sind und auch von italienischen Blättern verbreitet wurden, nicht der Wahrheit entsprechen.
Piräus, 2. Okt. Die Polizei verhaftete die Besatzung des türkischen Seglers ..Slikerin" von 16 Tons unter dem Verdachte, daß sie Waffen nach Tripolis laden sollte.
A u g u st a , 2. Okt. Der italienische Kreuzer „Coatit" ist mit Pasiagieren aus Tripolis hier angekommen. Er bringt die Nachricht, daß bis rum 30. September 8 Uhr abends dick^italieni- jchen Kriegsschiffe noch nicht mit dem Bombardement der Forts begonnen hatten, um den Europäern Zeit zum Verlasien der Stadt zu geben. Z« ihrer Aufnahme sandte die italienische Re- rierung zwei Dampfer.
Brindisi, 2. Okt. Der türkische Dampfer „Sabah", der türkische für Tripolis bestimmte Truppen an Bord hatte, wurde von italienischen Kriegsschiffen aufgebracht und hierher gebracht.
Konstantinopel, 1. Okt. Der Walt von Janina meldet von gestern: Zwei italie- n .she Panzer bombardierten aus der Ferne die türkischen Torpedoboote im Hafen von Reschadis, wobei ein Torpedoboot beschädigt wurde. Es sthifste seine Mannschaft aus. Die italienischen «ch'ffe liefen sodann in den Hafen ein, feuerten gegen die Stadt und beschädigten einige Gebäude
leicht. Endlich näherten sie sich den Torpedo- | booten, die sie in den Grund bohrten, worauf sie den Hafen wieder verließen. Die italienische Flotte lief auch in den Hafen von Durto ein und nahm dort den Hafenkapitän und drei Barkenführer gefangen.
Sofia, 1. Okt. Mehrere ehemalige Bandenführer aus Mazedonien organisieren eine Freiwilligenlegion zum Kampfe gegen die Türkei. Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig über hundert. Sie beabsichtigen, morgen beim italienischen Gesandten vorzusprechen, um ihm ihre Dienste anzubieten.
Konstantinopel, 2. Okt. Infolge der strengen Vorsichtsmaßregeln ist bisher alles ruhig. Ein Volkshaufen versuchte die Fenster des geschloffenen italienischen Postamtes in Stambul einzuwerfen, wurde aber rasch zerstreut. Kavalleriepatrouillen durchziehen die Stadt.
Rom, 2. Okt. Die Agenzia Stefani meldet aus Kanea: Die Verwaltung der türkischen Leuchttürme sandte auf Befehl der türkischen Admiralität ihren Beamten auf Kreta die telegraphische Weisung, die Feuer aller Leuchttürme auf der Insel zu löschen. Die Konsuln Frankreichs, Englands, Rußlands und Italiens ordneten jedoch in ihrer Eigenschaft als Vertreter der Kretaschutzmächte auf ihre Verantwortung Maß- namen an, um die Ausführung der Befehle zu verhindern, und baten zugleich ihre Regierungen um weitere Weisungen.
Konstantinopel, 2. Okt. Der frühere Gesandte in Belgrad, General Fathi-Pascha, wurde zum Kommandanten der Truppen ernannt, die zur Verteidigung der Adriaküste mobilisiert wurden.
London, 2. Okt. Das Reutersche Bureau meldet aus Malta: Dort ist der englische Dampfer „Castle Garth" infolge des stürmischen Wetters erst gestern um Mitternacht eingetroffen. Er hatte 1300 MalteserflLchtlinge aus Tripolis an Bord, die am Freitag auf Anraten des englischen Konsuls angesichts der Möglichkeit einer Beschießung abgefahren waren. Die Vorräte gingen bald zur Neige und es stellte sich Mangel an Lebensmitteln ein. Der Sturm hielt drei Tage an. Unter den Paffagieren befand sich ein Beamter des englischen Konsuls, der wichtige Depeschen für den Gouverneur mitbrachte.
Kein« Landung bei Prevefa.
Rom, 1. Ott. Die „Tribuna" weist darauf hin, daß Depeschen aus einigen europäischen Hauptstädten dem Argwohn Ausduck geben, daß die Maßregeln der italienischen Flotte in der Nähe des Golfs von Arta und mögliche Operationen an den Küsten des Aegäifchen Meeres das Ziel verfolgten, das Gebiet des Streits zwischen Italien und der Türkei zu erweitern. Die „Tribuna" erklärt demgegenüber: Wir können diesen Meldungen die formellste und völligste Verneinung entgegensetzen. Die italienische Flotte läßt sich nur von dem einen Ziel leiten, das Meer von den türkischen Schiffen zu befreien, um es sicher zu machen. Es handelt sich um ein kriegerisches Vorgehen ohne politische Hintergedanken.
Berlin, 2. Okt. Die hiesige italienische Botschaft bezeichnet die Nachricht, daß eine Landung italienischer Truppen in Prevesa stattgefunden habe, offiziell in der entschiedensten Weise als unrichtig. Nicht ein einziger Mann ist ausgeschifft worden. Da damit gerechnet werden mußte, daß türkische Torpedoboote, die in der Adria kreuzten, unsere Handelsschiffe bedrohen konnten, mußte die königliche Marine Maßregeln ergreifen, sie außer Stand zu fetzen, die Sicherheit bet Schiffahrt im Adriatischen Meer zu gefährden. Es ist möglich, daß, um zu diesem Ziele zu gelangen, einige Kanonenschüsse aus der Nähe der Küste abgegeben wurden: aber zu Lande wurden keine Operationen vorgenommen.
Budapest, 2. Okt. Der Pester Lloyd meldet aus Wien: Man hat hier mit Genugtuung das Dementi von der Landung italienischer Truppen an der Käste der europäischen Türkei zur Kenntnis genommen, indessen herrscht hier der Eindruck, daß die Lokalisierung des Krieges, welche die italienische Zirkularnote betonte, von italienischen Militärkreisen eine extensive Auslegung erfährt. Dieser Eindruck wird durch die Versicherung nicht abgeschwächt, daß die italienischen Kriegsschiffe, sobald der Zweck des Krieges erreicht fei, die albanischen Gewässer wieder verlaffen sollen. Man kann wohl verlangen, daß
die Politik, welche die Verpflichtung zur Erhaltung des Status quo im Orient wiederholt an« erkante, auch in der Wahl der Mittel für ihre ttiegerische Aktion die äußerste Behutsamkeit an« wende.
Rom, 2. Okt. Die Agenzia Stefani erklärt die Meldungen über ein Bombardement der albanischen Häfen Rechadie und Murtoy für unbegründet.
Di« Friedensausfichten.
Der „Verl. Lokalanz." meldet: Wie uns an zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist die Meldung eines anderen Blattes, wonach der deutsche Botschafter Freiherr v. Marschall auf der Pforte bei seinem Besuch beim Eroßwestr Vorschläge Italiens für Friedenspräliminarien überreicht habe, nicht richtig. Man nimmt hier im Gegenteil an, daß der Frieden noch nicht so nahe bevorsteht, sondern daß Italien der Blockade von Tripolis, die es verhängt hat, auch die Landung folgen laffen werde. Dann erst verspreche eine Vermittlungsaktion Erfolg. Man nimmt an, daß die Operationen der italienischen Flotte längs der epirotischen Küste, denen man überall mit Aufmerksamkeit folgt, keine Wiederholung erfahren werden, zumal Italien selbst erttärt hat, auch seinerseits auf eine Lokalisierung der Feindseligkeiten bedacht zu sein. Die ruhige Haltung der Balkanmächte läßt darauf schließen, daß die friedlichen Bemühungen der Großmächte bei ihnen Gehör finden. — Von der Antwort des Deutschen Kaisers auf die Depesche, die der Sultan an ihn gerichtet hat und die Frhr. von Marschall gestern in besonderer Audienz Überbrachte, hat der Sultan sich befriedigt erklärt.
In Uebereinstimmung mit den Zweifeln, die hiernach einer baldigen Beendigung der Feindseligkeiten einstweilig noch entgegenzustellen sind, berichtet ein Privattelegramm:
Konstantinopel, 2. Ott. Die Antworten der Mächte auf die türkische Zirkularnote lehnen einsttmig eine Intervention in Rom ab. Die Lage ist äußerst ernst.
London, 2. Okt. Der türttsche Botschafter ließ dem Staatssekretär Grey eine Meldung zukommen, die eine Vermittlung der Großmächte herbeizuführen suche. Aehnliche Schritte sollen in deren Hauptstädten unternommen worden fein. Wie das Reuter-Bureau erfährt, trat bei den Großmächten keine Aeuderung in ihrer schon bekannt gegebenen Haltung strenger Neutralität ein. Die türkische Regierung sei in diesem Sinne verständigt worden.
Kalkutta, 2. Ott. Eine Versammlung von Mohammedanern sandte an den Unter« staaissekretär des Innern in Simla eine Depesche, in der das Auswärtige Amt in London gebeten wird, Eroßbritannnien möge als die größte Mohammedanermacht den Gang des italienischen Angriffs aufhalten. Eine andere Depesche bittet den Eroßwesir, die Ehre des Islam zu verteidigen.
Ein angebliche deutsche Rote.
In den letzten Tagen war von einer Note des Wolff-Bureau die Rede, die in Italien große Befriedigung hervorgerufen haben sollte. In Deutschland war bisher von einer derartigen Note nichts bekannt. Jetzt veröffentlichen aber Berliner Blätter den Wortlaut derselben. Sie lautet:
Die Berliner politischen Kreise sehen ungeachtet aller dem deutschen Interessen im Orient pflichtschuldigen Rücksichten die italienische Aktion als gerechtfertigt an, indem sie den wichtigen, besonderen Jntereffen des Königreiches in Tripolitanien gebührend Rechnung tragen. Man fragt sich, mit welchem Recht die Türkei von Deutschland geeignete Maßregeln zum Schutze ihres Besitzes in Tripolitanien erwartet, während sie selbst jede dieser Maßregeln unter- laffen hat. Seit Januar hatten sich ihre Schwierigkeiten derart zugespitzt, daß sie die Notwendigkeit, auch an den Schutz ihrer Jntereffen zu denken, längst hätte erkennen sollen. Anstatt deffen trieb sie eine Politik, die auch ihren deutschen Freunden unverständlich blieb, eine Politik der Nadelstiche und der beständigen Verletzung der nationalen Gefühle Italiens, ohne dabei das geringste gegen di eFolgen einer solchen Politik vorzukehren. Hier ist man der Ansicht, daß die systematische Verwahrlosung des Wilajets für die italienischen Staatsmänner eine Quelle beständiger Sorgen sein mußte. Sie mußten sich fragen, ob die offenbare Untätigkeit der Türken nicht andere Mächte anlocken würde, was Italien
um keinen Preis dulden dürfte. Die Freund« der Türkei mußten sich auch noch fragen, ob es für die Türkei nicht bester fei, einen Vertrag ab« zufchließen, anstatt aus eigener Kraft eine Souveränität verteidigen zu wollen, die sie nicht mehr festhalten konnte.
Diese Expektorationen täuschen allerdings di« italienischen Kreise vollständig über die Stimmung in Deutschland und schlagen dem deutschen Volksempfinden direkt ins Gesicht. Man muß fragen, wer wohl für diese Leistung verantwortlich zu machen ist. Es scheinen nachgerade in dem offiziösen Presteapparat unhaltbare Zustände cingerifien zu sein. Die letzten Wochen haben dies sattsam erwiesen.
Die Marokkoftaqe.
Maßgebende Kreise der Deutschen Kolon!al-Ee- sellschaft veröffentlichen zur Marokkofrage folgend« Erklärung:
„Es kann keirz Zweifel darüber bestehen, daß die uns angeblich zugedachten Eebietsentschädigungen an den Kameruner Grenzen für uns keinen wertvollen Zuwachs bedeuten. Das im Ganzen sumpfige und wenig fruchtbare Land bietet nicht viel und ist zum großen Teil einer erwerbsgierigen Konzessionspolittt ausgeliefert und unter seiner dünnen Bevölkerung wütet di« Schlafkrankheit. Wir würden uns ferner durch den Erwerb dieser Gebiete wesentlich finanziell« Lasten aufladen.
Vor allen Dingen darf nicht die Rede sein von einer Abtretung Nordbornus, der Kameruner Nordspitze, unseres einzigen Zugangs zum Tschadsee, wi« sie von französischen Zeitungen als in Frage stehend hingestellt worden ist. Die starken und kriegstüchtigen Stämme dieser Striche nördlich des Venus haben nicht nur ihr eigene schon entwickelte und noch entwicklungsfähige Kultur, sondern sind vor allem aus vollem Herzen deutsch geworden und wollen deutsch bleiben. Im übrigen könnten wir schon aus dem (T nde nicht in eine Preisgabe der Kameruner Rordspitze willigen, weil die Völker in Mittelkamerun südlich des Venue-Stromes das mit Recht al- Schwäche unsererseits auslegen würden.
Selbstverständlich steht man in der Deutschen Kolonial-Eesellschaft nach wie vor auf dem Standpunkt ihrer Kundgebung vom 5. August: Wenn nun einmal die Algeciras-Akte nicht aufrecht zu erhalten war, so konnten für uns Kompensationen nur in Marokko selbst in Frage kommen."
Zu den strittigen Marokko-Fragen ist festzustellen, daß auch der englische Konsul in Casablanca sich offiziell für die Aufrechterhaltung der Konsulargerichtsbarkeit ausgesprochen hat.
Ueber das Ergebnis des französischen Kabinettsrats, welcher die letzte Antwort Deutsch'ands auf die Marokko-Vorschläge zu prüfen hatte, berichtet dem Berliner „Lokalanzeiger" nachstehendes Privattelegramm:
Paris, 2. Dkt. Den Mittagszeitungen zufolge genehmigte der Kabinettsrat die gestern hier übermittelte Antwort Deutschlands. Frankreich und Deutschland werden nunmehr, d > au* die letzten Schwierigkeiten beseitigt sind, ein eigenes Protokoll über die Marokkoangelegenheit aufsetzen. In diesem Protokoll soll ein für allermal die Kompetenz des Haager Schiedsgerichts für alle sich etwa ergebenden Unstimmigkeiten anerkannt werden. $eu<i*Ianb erhielt das wichtige Zugeständnis, das jener Teil der Madrider Konferenz, der sich auf die Freizügigkeit und das Postwesen in Marokko bezieht, unverändert bleibt. Somit erleidet die Autorität der Konsuln keinerlei Schmälerung, auch ist über die Gerichtsbarkeit der Konsuln ein befriedigendes Arrangement gc'roffen. Bezüglich der Taxen für den Bergbaubetrieb und anderer Industriezweige hat Deutschlano, wie «s scheint, nachgegcben.
Paris, 2. Okt. Das endgültige Einvernehmen über Marokko steht unmittelbar bevor. Es konnte festgestellt werden, daß beiderseits der lebhafte Wunsch nach einer Einigung besteht, da v. Kiderlen-Wächter und Herr Cambon einzig und allein bestrebt sind, zu einem Text zu gelangen, der vollkommen klar und jeder Zweideutigkeit bar ist und so für die Zukunft jede Ursache zu Reibungen und Mißverständnissen verhütet. Man verhehlt sich indessen nicht, daß di« Regelung der Congofrage nicht weniger schwierig und nicht weniger heikel ist.
Paris, 2. Okt. Wie verlautet wird heut« früh der Kabinettsrat zusammentreten, um, wie versichert wird, sich mit den deutschfranzösischen Verhandlungen zu beschäftigen. — Im Ministerrat erklärte der Minister des Aeußern, die französisch-deutschen Verhandlungen schreiten befriedigend fort.
Deutsches Reich- , — Der Zusammentritt des Reichstags. Berlin, 2. Ott. Der Reichstagspräsident beraumt« '