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g* metw, es wäre doch fetnem Mitmenschen i «wnübet eines Jeden Pflicht, Hunde, die aggressiv tab, d. h. auf Fremde losgehen, zu Hause zu lassen, eber sie festzuhalten, ,»« mindeste» aber, »enn sie auf einen Menschen, der ruhig seines Wegs daher geht, losfahren, sie en sich zu rufen und sie zu beruhigen. Soviel darf man wohl wn eine« Hundebefitzer ver­sengen. Der berühnite Rechtsgelehrte, R. v. Zhering, nannte die Rücksicht auf Anderedas Motiv aller Lmgangsfarrnen^. Sollte «an nicht in dieser Frage euch den Gebildeten vom Ungebildeten unterscheiden dürfen? Judex.

Letzte Nachrichten.

Berlin, 27. Sept. Der Berliner Parteiteg der Fortschrittlichen Lolkspnrtti ist aus den SO. Oktober einberufen worden.

Düsieldorf. 27. Sept. Der Hauptvorstand der libe­ralen Vereinigung beschloß gestern, auch für die Stich, wähl die Parole unbedingter Stimmenthaltung aus­zugeben.

Duisburg 27. Sept. Sechs Streikende der Rhei­nisch-Westfälischen Transportgesellschaft, deren Ar­beiter seit acht Wochen ausständig find, verfolgten gestern Abend einen Arbeitswilligen, gaben auf ihn einen Revolverfchuß ab und verletzten ihn tödlich-,

Wien, 27. Sept. Bon offizieller türkischer Seite «erden in derNeuen Freien Presse" folgende Aeuße- rungen gemacht: Die türkische Regierung konnte in Verhandlungen wegen wirtschaftlicher Zugeständnisse, wie man sie anderen befreundeten Staaten konzediert, mit Italien eintreten. Zugeständnisse, wie sie eine Regierung eintäumen kann, ohne sich ihrer souve­ränen Rechte gu entäußern. Es ist jedoch für die otto- manische Regierung keine Frage, daß sie politische Privilegien oder ähnliche Zugeständnisse unter keiner Bedingung erteilen kann. Die ottomanische Regie­rung wird ihre souveränen Rechte in aller Integri­tät und mit allen Mitteln, über die sie verfügt in Tripolis aufrecht erhalten. Es gab in Tripolis keine Zwischenfälle, die Sicherheit ist dort vollstän­dig, es gibt keinen legitimen Grund, der zu einer Be­schwerde Anlaß geben konnte. Vorläufig wartet die ottomanische Regierung ruhig die Ereignisse ab. Falls aber eine Landung von Soldaten nnd irgend ein Akt von Feindseli^eiten derselben in der türki­schen Provinz sich ereignen sollte, so würde die otto- manische Regierung dies selbstverständlich als einen casus belli ansehen.

Paris, 27. Sept. Zu dem Stur, des Automobil- omnibufles in die Seine wird weiter gemeldet: Ge­gen 7 Uhr stiegen Taucher nieder, fanden den Wagen aber leer. Neun Tote und zehn Verwundete wurden ins Krankenhaus gebracht. Man befürchtet, daß vier Personen von der Strömung fortgetrieben wurden.

Paris, 27 Sept. Der in die Seine gestürzte Auto­mobilomnibus kam in rascher Fahrt über den Pont de l'Archeveche, als ihm ein anderer Automobil­omnibus entgegenkam, dem er ausweichen wollte.

Dabei riß der Wagenlenker das Steuer heftig Hern«, sodaß der Omnibus auf be» Bürgersteig fuhr, die Brüstung durchschlug und in die Seine stürzte. So­fort wurde ein Hilfsdienst eingerichtet und die au; dem Wasser gezogenen Personen: erben ins Kranken­haus gebracht. Unter den Toten befinden sich drei Kinder, ferner der Wagenlenttr und der Schaffner, sodaß genauere Feststellungen über den Hergang des Unglücks nicht möglich sind. Die Raneen von zwölf Toten bey». Verwundeten find bereits festgestellt. Sie find sämtlich Einwohner von Paris. Eine riesige Menschenmenge umsteht die llnglücksfirile.

Toulon, 27. Sept. Im Verlaufe von Uebungen, die auf der Höhe derIles d'Hyers stattfanden, stieß der TorpedobootszerstörerMonsqueton" mit dem Torpedoboots,zerstärerTrident" zusammen.Mous- qucton" wurde so schwer beschädigt, daß et auf Strand gesetzt werden mußte.

Paris, 27. Sept Zu dem Zusammenstoß zweier Torpedoboote wird aus Toulon noch berichtet: Der Mousqueton" erlitt so schwere Beschädigungen, daß das Wasser in Strömen eindrang. Der Maschinen­raum wurde vollständig zerstött und die Kommando­brücke geriet in Flammen.

London, 27. Sept. Die hiesige Exchange-Agentur meldet aus Paris, ein italienisches Ultimatum sei der Türkei überreicht worden mit der Ankündigung, daß Italien Tripolis okkupieren werde, falls die Ab­tretung nicht bis morgen erfolge. Diese Nachricht ist hier bisher von keiner Stelle bestätigt worden.

London, 27. Sept. Wie das Reutersche Bureau erfährt, find in den Kreisen der Londoner auslän­dischen Diplomaten keine Nachrichten über eine wet­tere Entwicklung der türkisch-italienischen Lage bis heute nachmittag hier eingetroffen. Es herrscht der Eindruck, daß keinerlei Regelung von Einzelfragen mit der Türkei Italien befriedigen werde und der Zug nach Tripolis so gut wie beschlossen sei. Zwei­fellos seien alle Vorbereitungen für einen derartigen Zug beendet. Man glaubt, daß sowohl die Türkei wie Italien dahin benachrichtigt worden seien, daß im Falle eines Zusammenstoßes die allgemeine Hal­tung der Mächte eine strenge Nichteinmischung sein werde. In gewissen ausländischen Kreisen ist die Ansicht geäußert worden, ein ernster Kampf an der Küste von Tripolis sei unwahrscheinlich, da Italien dort große Streitkräfte zur Verfügung ständen.

Odessa, 27. Sept. Der türkische Botschafter Tn Petersburg Turchan Pascha ist hier eingetroffen und reist morgen nach Konstantinopel, um als ehemaliger Gouverneur von Tripolis au d-n Beratungen über die Tripolisangelegenheit teilzunehmen. In An- Wesenheit von Turchan Pascha fand auf dem türki­schen Konsulat eine Besprechung statt, die nach Mit­teilungen aus privater Quelle sich mH der Mobili­sierung der türkischen Reservisten im Süden befaßte.

Depeschen.

W. BerH». 28. Sept. Der «rbeiter Bunde, der im zetr»ar d». Js. bei« Wildern den patrouillierenden Gefreiten Brandt vom

Gardeschützenbataillo» erschoß, wurde heute in Plötzensee hingerichtet.

W. ß o n b o n, 28. Sept.Daily Thronicle" meldet aus Tripolis: Der türkische Dampfer Dera" landete 100 Soldaten und einige Kisten mit Wunitivn und Gewehren. Biele türkische Familien träfe» BorLereitungen zur Flucht, doch wurde ihnen befohlen, «»ter keinen Um­ständen Tripolis zu verlassen, widrigenfalls ste mit Gewalt zurückgehalten würden.

Briefkasten der Redaktion.

B. Di« vielen von Jqnen gestellten Fragen haben für die Allgemeinheit kein Interesse. Wir sehen Ihrem Besuch entgegen.

Hartnäckiger Mieter. Sie müssen den Rechtweg beschreiten, d. h. den Betreffenden verklagen. Sonst giebts da nichts.

Rach Sütgeüt. Sie schreiben uns, daß der viel­genannte Stein von Generation zu Generation als Taufstein bezeichnet wurde. Auch wir haben es bis jetzt noch nicht anders gewußt. Ob es sich tatsächlich um einen solchen handelt, mögen ja die Gelehrten entscheiden. Unserer Ansicht nach kann man bezüglich der Herkunft des Steines nichts behaupten, sondern nur vermuten.

Biehpreise des heutige» Frankfurter Viehmarktes.

F. C. Frankfurt a. M., den 28. Seht. 1911.

Auftrieb: Ochsen, Kalben 3 Minder) unb 2

Kübe, 1 Bullen, 1125 Kälber, 536 Schafe, 1616 Schweine Ziegen, Schailämmer, Ziegenlämmer. Aus Oesterreich: Ochsen, Bulle, Rinder.

Schlacht. Lebend- gewicht gewicht Bezahlt wurde für 100 Pfund: Mk. Mk.

Ochsen: 1. Qualität 8583 47-51

2. 78-81 42-46

3 , 6675 36- 40

Bullen: 1. Qualität: 6668 40-41

2 61(5 38-39

3. ' CO00 00-00

Kalben iRinder)' und Kühe:

Kalben 1. Qualität: 70- 75 89 - 49

Kühe: 1. . 70-75 88-42

Kühr u. Kalben 2. Qual. 6357 8335

3. 59-69 82-37

Kälber.' 1. Qualität 96-103 58 - 62

2. 8815 5256

3 76-15 45-50

Schaf« 1. Qualität 80-00 88- 00

2. 70-72 80-31

3. 60-00 25-00

Schweine: 1. Qualität 6668 51-54

2. . 65 - 67 50- 51

3. * 66 -68 52-54

4. ' 64'/.-66 51- 58

Deffentlidje« Wetterdienst

Dienststelle Weilburg sLandwirtsch ftsfchuleft Aussichten für Freitag, den 29. Sept. 1911? Veränderl. Bewölkung, Regenfälle in Schauern, kühle, zeitweise auffrischende westliche Winde.

Literarisch«.

** Rr. 18 desGuckkastens" (Berlin SW Guckkasten-Verlag) ruft durch fein anmutiges TfteH bildDie Tochter des Künstlers" die Erinnerung a»! den 1858 verstorbenen Münchener Künstler Meister Karl Joseph Stielet wach, der einer der bedeutendsten Porträtmaler seiner Zeit war. Mit dieser reichhal« ttgen Rümmer schließt das dritte Quartal desGuck­kastens", der für nur 2 M vieteljährlich eine Fülle' literarisch und künstlerisch wertvollen Stoffes bietet' und darum einer ständig wachsenden Verbreitung im1 deutschen Familienpublikum sich erfreut.

Verleger und für die Redaktion verantwortlich:;

Dr. phil. Carl Hitzeroth in Marburg. ;

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Wegen Walzarbeiten wirb die Biegenstraße zwischen Savigny- sttaße und Schlachthausbrücke 6i8 zum 4. Oktober für den Fährverkehr gesperrt 8620

Marburg, den 28. Sept 1911

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Marburg, den 23. Sept. 1911

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