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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage*

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1911

Marburg

Sonntag, 24. Septeniber

XtcCberbtiftfdje Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen ~ >ebition (Markt 21) 2.00 '* frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

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Erstes Blatt.

den gesammeltenArbeitergroschen* Riesen­summen den Genossen im Zarenreiche zuge­wandt, um dort die Propaganda der Tat zu för­dern.

Ueberall, wo die Partei des Umsturzes und des Terrorismus ihre Fahne entfaltet, führt sie ihre Anhänger zu blutigen Exzesien und bru­talen Gewalttaten. So ist es in W i e n vorigen Sonntag anläßlich sozialdemokratischer Kund­gebungen gegen die Lebensmittelteuerung zu Ruhestörungen und Exzessen gekommen, die an Umfang und Wildheit die ebenfalls so­zialistischer Initiative entsprungenen Moabiter Krawalle weit hinter sich ließen. Auch für diese rohen Ausschreitungen findet die Presse der deutschen Genossen nur freundliche Ausdrücke be­schönigenden Einverständnisses, die Polizei da­gegen wird wegen angeblicher Aufreizung der unschuldigen Massen bitter geschmäht. Und fast möchte man zwischen den Zeilen das Bedauern herauslesen, daß im Deutschen Reiche die staat­liche die Autorität noch zu fest gefügt ist, um ähnliche revolutionäre Putsche dort heimisch werden zu lassen. _

Auch Spanien ist den Experimenten so­zialistisch-anarchistischer Parteigänger ausgesetzt. In zahlreichen größeren Städten kam es zwi­schen streikenden Arbeitern und dem zum Ein­schreiten gezwungenen Militär zu blutigen Zu­sammenstößen. An manchen Orten bildeten sich förmliche Revolutionskomitees, die offen die Republik proklamierten. Für den 21. Sep­tember forderten die Arbeiterführer extremster Richtung zum Generalstreik im ganzen Lande auf. Aber mit fester Hand griff die Regierung ein, die in letzter Stunde zu der einzig richtigen Erkenntnis gelangt war, daß man diesen ge­wissenlosen Aufwieglern nur mit ihrer eigenen Waffe, mit rücksichtsloser Gewalt, beikommen kann. Biele Verhaftungen in Madrid allein 300 wurden vorgenommen. Auch die Vor­sitzenden der Arbeitersyndikate wanderten ins Gefängnis. So wurden die Massen ihrer Führer beraubt. Da außerdem der besonnene Teil der Arbeiter die Teilnahme am Ausstande ablehnte, verlief der Generalstreik im Sande, und es ist anzunehmen, daß das Land, wenn die Regie­rung weiter energisch verfährt, sich bald wieder beruhigt.

John Bull wird gleichfalls wieder vom Ctrcikfieber heimgesucht. Noch ist der große Eisenbahnerausstand in England nicht ganz ver­wunden, und schon seufzt Irland unter der gleichen Kalamität. Die englisch-irischen Bah­nen gehören Privatgesellschaften, es fehlt also die staatliche Zentralisation mit ihrer kraft­vollen Disziplin, wie wir in Deutschland sie haben. Am Donnerstag haben die Führer der irischen Eisenbahnangestellten den Generalaus­

stand proklamiert. Schwere Tage stehen nun auch der grünen Insel bevor.

Die Lage.

Stand der Verhandlungen.

Paris, 22. Sept. Marcel Hutin will aus derselben Quelle, aus der er die Bestätigung der Zusammenkunft zwischen Kiderlen-Wächter und Cambon am Mittwoch erhalten hatte, folgende Nachricht erhalten haben: Der Ministerrat wird morgen (Sonnabend) um 10 Uhr im Schlosse von Rambouillet unter dem Vorsitz des Präsi­denten stattfinden. Herr de Selves dinierte gestern bereits mit dem Präsidenten der Repu­blik und dem Prinzen von Siam. Er hatte eine lange Besprechung mit Herrn Falliöres über den von Deutschland vorgeschlagenen Text. Der Be­richt des Herrn Cambon, der heute morgen am Quai d'Orsay anlangen wird, ist dem von Deutschland gemachten Vermittiungsvorschlag sehr günstig. Nichtsdestoweniger ist es notwen­dig, die einzelnen Punfte sehr genau durchzu­sprechen, bevor man sagen könne, wir find bei einem Uebereinkommen. Der Ministerrat wird heute alle Vorschläge Deutschlands vor fich lie­gen haben und sich für oder gegen die Annahme des deutschen Textes entscheiden oder eine andre Formel vorschlagen. In diesem Falle würde der veränderte Text sofort nach Berlin geschickt wer­den und könnte als Grundlage einer neuen Er­örterung zwischen beiden Diplomaten dienen. Wenn der von Berlin gekommene Text mit Be­friedigung ausgenommen wird,, wird die fran­zösische Regierung ihre Meinung öffenlich be­kannt geben, im entgegengesetzten Falle wird sie sich damit begnügen, zu erklären, daß die Ver­handlungen fortdauern.

DerMatin" schreibt: In Uebereinstim- mung mit der öffentlichen Meinung Frankreichs verlangt die französische Regierung, daß die Vorrechte der Schutzbefohlenen in Marokko auf- hören und die Konsulargerichtsbarkeit ver­schwindet, da sonst ein Uebereinkommen unmög­lich wäre. In Berlin wie in Paris scheint man die sichere lleberzeugung zu haben, daß ein Uebereinkommen in dieser Frage möglich ist.

Paris, 22. Sept. Der Ministerrat findet nicht heute, sondern erst morgen in Rambouillet unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik statt. Dieser Ministerrat wird sich mit der Re- dattion der neuen Formel zu befassen haben, die nach Berlin gesandt werden soll.

Sin Eeheimverttag?

DieRhein.-Westf. Ztg." erhält von einem angesehenen Manne folgende Mitteilungen: Ich erfahre soeben von unbedingt verttauens- würdiger Seite: Die Regierung ist willens, neben dem für die Oeffentlichkeit bestimmten

_ Umschau im Auslande.

Im Oberpräsidium der Provinz Posen ist der langerwartete Wechsel einge­treten. An die Stelle des nach achtjähriger Tä­tigkeit als Nachfolger des Frhrn. v. Maltzahn nach Stettin vrsetzten Oberpräsidenten v. Wal- dow ist der bisherige Unterstaatssekretär Wirkl. Geh. Rat Dr. Schwartzkopff getreten. Wie man auch über die Polenfrage denken mag, eine für die Wahl des obersten Beamten dieser Provinz als unerläßlich geltende Bedingung ist in der Person des Herrn Schwartzkopff jedenfalls er­füllt worden: er ist mit den provinziellen Ver­hältnissen aufs genaueste vertraut, einmal als ansässiger Großgrundbesitzer und dann infolge seiner langjährigen Tätigkeit als Mitglied der Ansiedlungskommission.

Der Stand der Marokko-Verhand­lungen wird allseitig als nicht ungünstig be­zeichnet. Die beiden Unterhändler haben in den letzten Tagen betreffs der noch vorhandenen Differenzen den Weg mündlicher Erörterungen bevorzugt. Botschafter Cambon hat den ©es samtbericht über seine Besprechungen mit dem deutschen Staatssekretär bereits nach Paris ab­gehen lassen, wo der Ministerrat bald seine Ent­scheidung treffen dürfte. Die Pariser Presse trägt im ganzen eine optimistische Stimmung zur Schau. ; K

Auf dem Klosterkirchhos zu Kiew neben dem historischen Grabmal der beiden Patrioten Kot- schubey und Iskra, die Peter dem Großen die hochverräterischen Pläne Mazeppas entdeckten, von diesem aber grausam hingerichtet wurden, ist Stolypin, der dem Attentat des Sozial­revolutionärs. Bagrow trotz der anfangs günstig lautenden Krankenberichte doch erlegen ist, am Freitag unter allgemein! Teilnahme und mit dem seinem Range entsprechenden Gepränge in die kühle Erde gesenkt worden. Der Zar, der in einem Reskript an den Kiewer Eeneralgouver- neur seinem Schmerz über denruchlosen An­schlag auf seinen treuen Diener und den mu­tigen Erfüller seiner Pflicht tiesgerührt" Aus­druck gab, hatte diese Ruhestätte selbst bestimmt. Die russische Presse gab ihrem Mitgefühl in würdiger Weise Ausdruck, in den breitesten Schichten der Bevölkerung zeigte sich das Gefühl aufrichtigster Trauer. Stolypins hohe Ver­dienste um das Vaterland werden, nicht bloß in Rußland, von allen ehrlichen Leuten anerkannt. Anders die Presse der deutschen Sozialdemo­kratie. Sie schämt sich nicht, Befriedigung und Genugtuung über die feige Mordtat zu äußern. Freilich, die deutschen Sozialisten haben ja aus

Der Drillmeister der Revolution.

Bon Felix Baumann.

In der Borhalle der in Ost 68. Straße in Rewyork gelegenen Kirche derDeutschen Reformierten Ee- metnde" befindet sich ein Denkstein, der zur Erin- nerung an den Generalmajor Baron Friedrich Wil­helm August von Steuden errichtet worden ist. Der Sockel des Denkmals weist eine Inschrift auf, in der mitgeteilt wird, wer Baron von Steuden gewesen ist, und welche Verdienste sich der ehemalige Eeneral- adjutant Friedrichs des Großen um die Reorgani­sation der amerikanischen Armee erworben hat. Steuden gehörte der Kirche, die im Dezember 1908 auf ihr 150. Bestehen zurückblicken konnte und bei dieser Gelegenheit vom Kaiser mit einer prachtvollen Glocke bedacht wurde, als Mitglied an.

Unweit Pittsburg, aber schon auf dem Boden des Staates Ohio, erhebt fich ein blühende» Fabrtk- städtchen von ungefähr 15 000 Einwohnern. Der Ort, der an der von Pittsburg nach Ehikago führenden PennsylvaniaPan Handl« Line" liegt, heißt Steubenville" und ist ebenfalls dem Andenken de, großenDrillmaster of the Revolution", wie Steuben -von seinen amerikanischen Zeitgenossen genannt wurde, geweiht.

Neulich hat Steuben noch ein drittes Denkmal er­halten in der alten Heimat, in Potsdam. Dieselbe Stadt, die er einstmals verbittert verlassen hat.

Der Name von Steuben besaß zwar auch in der fcl- t Welt einen guten Klang, aber Intrigen aller Arten hatten dem tapferen Haudegen den Aufenthalt huf dem heimischen Boden verleidet, daß er beschloß, <n die Fremde zu ziehen, um dort sein Glück zu oer- kuchen. Steuben, der am 15. November 1738 in Magdeburg al, der Sohn des dortigen Stobt fern« Mandanten, Oberstleutnants von Steuben, geboren Wurde, trat mit 17 Jahren in den preußischen Mili­

tärdienst «in und brachte e« in em Siebenjährigen Krieg bis zum Generalleutnant. Nach dem Kriege nahm «r seinen Abschied und wurde Hofmarschall des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen. Das Friedens- leden und die am fürstlichen Hofe herrschende Kabale waren jedoch nicht nach dem Geschmack Steuben». Er kehrt« daher der Heimat den Rücken und beabsichtigt« nach England zu gehen, um dort die ihm bekannten Grafen Warwick und Spencr aufzusuchen und wenn möglich, in englische Dienste zu treten. Steuben reiste über Paris, wo er dem damaligen Kriegs- Minister Grafen St. Germain einen Besuch abstattete. Als Steuben den Kriegsminister in seine Pläm: einweihte, riet dieser ihm ab, nach England -zu gehen. Er legte Steuben jedoch nahe, fich nach Amerika zu begeben, wo man seine kriegerische Tüch­tigkeit ficher schätzen würde und anläßlich der Revo­lution geschulter Offiziere bedurfte. Der Kriegs­minister machte Steuben mit dem damaligen Gesand­ten in Paris, Franklin, bekannt, aber dieser erklärte, nicht autorisiert zu sein, ftemde Offiziere anzu­nehmen. Steuben fühlte sich durch die brüske Ab­lehnung seines Gesuches so beleidigt, daß er kurzer­hand Paris verließ und nach Deutschland zurückkehrte. Der Rat des französischen Kriegsministers ließ Steuben jedoch keine Ruhe. Er verkaufte daher seine Besitzung und begab fich abermals nach Paris. Dort verschaffte er fich Empfehlungsschreiben an Washing­ton und den amerikanischen Kongreß und schiffte sich dann mit vier jungen Leuten, die er zu seinen Adju­tanten ernannt hatte, und einem Dolmetscher, namens Duponceau, am 26. September 1777 in Marseille nach Pottsmouth in New-Hampshir« «in. Als Steu­ben dott landete, wurde et mit Salutschüssen emp­fangen. Auch war die gesamte Bevölkerung auf drn Beinen, um den berühmten Krieger au» dem Sieben­jährigen Krieg« zu begrüßen.

Steuben sandte sofott seine Empfehlungsschreiben an Washington und den Kongreß mit der Bitte, sich

das amettkanische Bürgerrecht mit dem Schwert er­kämpfen zu dürfen. Er eilte dann nach Boston, wo er sich den Rat des Generals John Hancock erbat. Dieser riet Steuben, fich nach York in Pennsylvaniea zu begeben, wo der Kongreß seinen Sitz hatte. Da die Engländer damals Newport und Newyott bes-yt hielten, konnte Steuben nur auf Umwegen nach York gelangen. Er teilte dem Kongreß mit, daß er weder ein Offizierspatent noch eine pekuniäre Entschädi­gung verlange, sondern als Freiwilliger «intreten wolle. Sollte er jedoch der amerikanischen Sache zum Siege verhelfen, so überlasse er dem Kongreß, ihn in entsprechender Weise zu belohnen. Steuben» selbst­lose» Auftreten imponierte den Amerikanern der­maßen, daß der Kongreß ihm zu Ehren ein Bankett veranstaltete. Der Kongreß sandte Steuben dann nach Valley Forge, wo Washington mit seinen Truppen im höchsten Elend den Winter verbrachte. Washing­ton empfing Steuben mit großen Ehren. Sogar Ehrenposten standen vor seinem Quartier. Als Steuben dagegen protestierte, sprach Washington die denkwürdigen Worte:Die ganze Armee würde mit dem größten Vergnügen für solche Freiwilligen rote Sie Posten stehen

Am nächsten Tage inspizierte Steuben die Armee, die fich in einer ttostlosen Verfassung befand. Von 17 000 Mann waren nur 5012 dienstfähig. Gegen 4000 Mann waren so notdürftig bekleidet, daß sie weder auf Posten ziehen, noch zum Appell erscheinen konnten. Die Offiziere hatten jede Energie ver­loren und kümmertet, fich kaum noch um die Mann­schaften. Steuben ging sofort an die Arbeit. Er stellte zuerst eine Leibkompagnie von 120 Mann für Washington zusammen und exerzierte selbst diese Leute ein. Obwohl Steuben fast kein Wort Englisch verstand und die Kommandos durch Dolmetscher wiederholen lassen mußte, hatte er bereits nach 2 Wochen große Erfolge zu verzeichnen. Er befaßte I sich daun auch mit den übrig m Mannschaften, schuf

und die politische Preisgabe Marokkos an Frankreich feststellenden Abkommen einen ®e» Heimvertrag zu schließen, der sich auf die fran­zösische Eisenerzausfuhr bezieht. In diesem Ver­trag, der der parlamentarischen Genehmigung hüben und drüben entzogen ist, soll dem Deut­schen Reiche von Frankreich die Zusage gemacht werden, daß Frankreich niemals einen Ausfuhr­zoll auf französische Erze (soweit deren Ver­schickung nach dem Deutschen Reiche in Betracht kommt) legt. Die Regierung betrachtet eine zollfreie Einfuhr französischen Erzes nach dem Deutschen Reiche als eine Lebensfrage für die deutsche Eisenindustrie und hält den Erfolg dieser Zusage der französischen Regierung für viel wichtiger, als wenn ihr ganz Marokko ge­schenkt würde.

Zu dieser Meldung schreibt dieKöln. Ztg.": In Berlin wird die Nachricht verbreitet, die Regierung wolle anläßlich der Marottoverhand- lungen einen Eeheimverttag mit Frankreich schließen, sich auf die französische Eisenerzausfuhr beziehend, in dem Frankreich die Zusage machen solle, niemals einen Ausfuhrzoll auf französische Erze zu legen. Nach der ganzen Art der Ma­rokkoverhandlungen liegt es wohl auf der Hand, daß dabei Fragen, die sich auf die Bodenschätze beider Länder beziehen, nicht herangezogen wer­den können und daß schon aus diesem Grunde die Angaben auf Anstrebung eines Geheimver- irages unrichtig find."

Deutsches Reich-

Personalien. Berlin, 22. Sept. Wie di« Nordd. Allg. Ztgl." erfährt, wurden die Attaches Prinz zu Oettingen-Wallerstein, bisher in der Bot­schaft in Petersburg, und Freiherr von Eisenbach, bisher in der Botschaft in London, zwecks weiterer Ausbildung ins Auswärtig« Amt berufen. Zu glei­chem Zwecke ist die Versetzung des Attaches v. Tiede- man von der Gesandtschaft im Haag nach London er­folgt.

Edison in Berlin. Berlin, 22. Sept. Edison ist heute nachmittag hier eingettcffen und im Hotel Adlon abgestiegen.

Die Emdener Spionageaffäre Berlin, 22. Sept. DasW B." meldet: Auf eine Anfrage an unter, richieter Stelle wird uns bestätigt, daß die Entlassung der beiden in Emden wegen Spionageverdachts ver­hafteten englischen Offiziere verfügt ist. Als unzu­treffend wird uns die durch die Presse verbreitete Nachricht bezeichnet, nach der deutsche Torpedoboot« die den beiden Offizieren gehörige Jacht bewacht oder festgehalten hätte.

Zentrum und Sozialdemokratie. Berlin, 21 Sept. Wie wir mitteilten, hatte der Z ntrumsabge- ordnete Bell in einer Rede, die er in Aachen hielt, erwähnt, daß bei den letzten Reichstagsroahlen der Zentrumsfiaktion von sozialdemokratischer Seite ein Wahlbündnis angeboten worden sei, daß aber das Zentrum das Angebot abgelehnt habe. Der sozial-

Bataillone, Brigaden und Divisionen und konnte am 29. April 1778 das erste Manöver größeren Stils ab­halten.

Wie genau Steuben es mit seiner Ausgabe nahm, ging aus dem vom 28. Mai 1779 datierten Briese eines Stabsarztes hervor, der inTatchers Military Journal veröffentlicht r: tbe. Als Baron von Steu­ben unsere Brigade inspizierte", hieß <; in dem Schreiben,sah er fich jeden Mann genau an und untersucht« jede Flinte, sowie die anderen Ausrüst­ungsgegenstände. Wehe dem, dessen Flinte ober Ba­jonett einen Rosfflecken aufwies. Steuben informiert« sich auch Über bie Behandlung der Leute von feiten der Offizier«, ließ fich von mir die Krankenliste oor- legen und besuchte die Kranken in ihren Zelten. Je­der Mann respektiert Steuben und hält ihn für einen wertvollen Zuwachs. Die Armee hat sich unter seiner Leitung geradezu wundervoll entwickelt."

Steuben hatte bei der Reorganisation der Arme« jedoch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Kongreß hatte ihn zum Eeneralinspettor mit bem Range und Gehalt eines Generalmajors ernannt. Als er jedoch den Kongreß um Anschaffung von neuen Uniformen, Gewehren und Kanonen anging, er­wiesen fich die Abgeordneten unzugänglich. Es ge­lang Steuben erst nach endlosen Verhandlungen, sei­nen Willen wenigstens teilweise durchzusetzen. Den größten Sieg in seinen Reformbesttebungen errang Steuben mit der Einführung der von ihm verfaßten Diensttegeln". Als diese Friedrich dem Großen zn Gesicht kamen, ließ er einige dieser Neuerungen so­fort in der preußischen Armee einführen.Steuben» Regulations" nehmen in der Geschichte der amettka. Nischen Armee einen Ehrenplatz ein. Auch die Ein­führung derRapporte" wurde vom Kongreß an­erkannt, da sie eine genaue Kontrolle der Gewehr« ermöglichten, die «»her immer zu Dutzenden ver­schwunden waren. Steuben» Reformarbeiten war» den zweimal unterbrochen: Husch seine» Marsch