Jena.
Ä»as Auspauken der Bestimmungsmensuren zwi- Iche-t dem roten Parteivorstand und seiner Fron^ tn Jena erreichte schließlich sein Ende, nachdem noch zwei Drittel des zweiten Tages verstrichen waren. Rach dem sozialdemokratischen Komment hatte es fast nur „Flache" gesetzt, die zwar einige Tage lang die „Fassaden" mit allen Regenbogenfarben verschönern, aber keine Renommierschmisse hinterlassen. Am schlimmsten kamen Ledebur und di« sogenannte .väterliche" Rosa fort. Beide wurden von dem alten Draufgänger Bebel selbst zugedeckt. Ledebur erhielt einen „Durchzieher« (daß er an Taktlosigkeit alle Parteigenossen übertroffen) und zwei „Blutige (zweimal den Vorwurf der „Unverschämtheit J. Die streitbare Luxemburg erlitt eine völlige .-Abfuhr Bebel wird sie brieflich nie mehr „liebe Genossin anreden. Weil das Auspauken so glänzend verlaufen war, zog Klara Zetkin alle Anträge gegen den Vorstand zurück. Run wandte man sich „ernsterem Tun zu und besprach die Organisation der soge- nannten Jugend.
Die Maßregeln des Staates zum Schutze der Jugend haben es den Genosien angetan, di« negativen wie die positiven. Darum protestierte man gegen die „Verfolgung der arbeitenden Jugend durch Po- lizei und Justiz". Darum nannte man di« Jugendfürsorge der bürgerlichen Gesellschaft „rücksichtslosen Drill", „augenverdreherische Heuchelei und honigsüße Worte", wetterte gegen die „Kriegsspielerei' bei Jugendwehren und sprach von „geistigen Krüppeln, zu denen man die Fortbildungsschüler erziehe. MS Mittel zum Zwecke, die Jugend allmählich „in die Kämpferheere des modernen Proletariats hineinzuführen", stellte man Jugendausschüffe, Jugendheime und Jugendsekretäre, Vorträge und Kutt- usw. hin und verlangte „einmütige Beteiligung bei der Partei und den Gewerkschaften". Alle „erwachsenen Arbeiter und Arbeiterinnen" wurden aufgefordert, die proletarische Jugendbewegung mit allen Mitteln zu unterstützen.
Gegenüber diesen sozialdemokratischen Gelüsten, über die Jugend zu herrschen, ’• i sie bei Zeiten vor den Siegeswagen der Partei zu spannen, müssen alle wahren Freunde der Jugend, die ihr dienen und sie fördern wollen, auf den Plan treten, um sie davor zu bewahren, daß sie unter dem Banne der sozialdemokratischen Weltanschauung für immer an Gott und der Welt, an allem und sich selbst verzweifelt
Preßt die Jugend nimmermehr tn di« Schnür, bruft der Partei, laßt sie frei atmen, frei sich bewegen, gönnt ihr den weiten Flug der Gedanken und ihr weites Herz! Der Most muß brausen, um guter Wein zu werden. Von der erhabenen Höhe ihres Idealismus, ihrer Begeisterung soll die Jugend herabsehen auf das Alltägliche, Kleinliche u. Gemeine. Heilig ist die Jugendzeit, heilig der Morgenglanz des werdenden Tages, heilig die Jugend ursorge.
39 (Nachdruck verboten.)
Die Aßmaims.
Roman von Eourths-Mahler.
(Fortsetzung.)
„Sie sehen mich einigermaßen außer Fassung, Herr von Bühren. Diese im Grunde einfache Lösung habe ich nicht erwartet. So sehr mich einerseits Ihre Werbung freut, da fie allein imstande ist, Bettina zu rehabilitieren — andernteils haben Sie mir gestern Ihre Verhältnisse so geschildert, daß ich nicht annehmen kann, sie seien im Besitz der Mittel, einen Hauslland zu gründen, lind Bettina besttzt auch nur ein kleines Kapital von fünfundzwanzigtaufend Mark."
Bührens Brust hob sich in tiefem Atemzuge.
Seit gestern haben sich meine Verhältnisie durch ein Ereignis, das ich nicht voraussehen konnte, geändert. Ich bin heute in der glücklichen Lage, die Heiratskaution stellen y* können, und bitte Sie nochmals um Ihre Zusttmmung zu meiner Werbung.«
Peter Aßmann war entschieden freudig erregt.
„Das ist etwas anders« — natürlich — das ändert die Sache. Gottlob, daß diese scheußliche Situation zu Ende ist. Gewiß gebe ich meine Einwilligung. Es wär mir persönlich schmerzlich gewesen, Bettina wie «ine Verlorene aus meinem Hause jagen zu lassen. Und meine Frau ist sehr streng — Bettina hat bereits ihr Sachen packen müßen."
Bühren trat entsetzt zurück.
„Richt möglich?"
„Doch — es ist so.«
Bühren war außer sich.
„Wie hat Ihre Frau Gemahlin von dieser Sache «fahren?"
„Durch meinen Sohn Georg. Er hat uns heute morgen natürlich Bericht erstattet über diese Angelegenheit."
Der junge Offizier atmete gepreßt.
^ch bin untröstlich, daß Fräulein Sörrensen da-
Marburg
' -der Art, Gesang, i handelt. Wenn recht über Verlust geklagt wird, iteifern und Dispu- glaubt der Gegner vielleicht doch, daß er einen
Turnen und Wandern, Sport f
Sinne) erleben!
46. Jahrg,
1911.
Musik und fröhliche Spiele, Wetteifern und Disputieren, Frömmigkeit im Herzen und Bildungsdrang im Kopfe, schwärmerische Begeisterung für alles Gute, Schöne und Wahre, Begeisterung jüs Vaterland und seine große Geschichte, seine großen Männer — das sind der Jugend verbriefte Rechte. Rach diesen Rechten der Jugend haben Staat und Jugendfreunde dir Richtlinien für eine groMgige, ersprießliche Jugendfürsorge zu ziehen. Dort aber, auf der anderen, der roten Seite wird ihr das Gift bereitet zur Zerrüttung ihrer Gesundheit, so körperlich wie moralisch. Möge unsere Jugend niemals ihr Jena (in d i es e in
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 69.
Gewinn gemacht hat. Ä „
Allenthalben wird über die großen „Opfer Frankreichs und die enormen Forderungen Deutschlands geklagt. So schreiben 8- B. die „Times": „Man konnte nicht erwarten, daß Frankreich die deutschen Fordei rungen erfüllen werde. Die französischen Vorschläge besagen: Wenn Frankreich Zuge- ständnisie eines Kongogebietsteiles an Deutschland machen muß, dann muß Deutschland seinerseits auf jede politische Einmischung in Marokko verzichten. Der Kampf, der zwischen Spanien und einer Mark« ausgebrochen ist, erinnert uns wieder daran, wie groß die Opfer sind, die Frankreich in Marokko gebracht hat, um seine Vorherrschaft aufzupflanzen."
Recht bezeichnend äußert sich der „Elobe" über die Lage: „Die Unterhandlungen zwischen Berlin und Paris sind auf einem Punkte angekommen, wo einige Klärung nunmehr notwendig sein wird. Wenn England einschreiten muß — und es muß intervenieren, wenn die Verhandlungen scheitern oder in ein Ueberein- kommen auslaufen, das Deutschland wirtschaftliche Sondervorrechte in Marokko gewährt —, so hat das englische Publikum das Recht, vom Auswärtigen Amt Auskunft darüber zu ver- lingen, warum es sich in ein Engagement mit Deutschland begeben
Die Marokkofrage.
Ministerpräsident Caillaux hat den Text des Vertragsentwurfes zwischen Frankreich und Deutschland, so wie ihn der Minister des Aeußern de Seines unter Mitarbeit von Herrn Jules Cambon und Regnault ausgearbeitet hat, durchgesehen und vollständig gebilligt. Die Ausarbeitung der deutschen Gegenvorschläge auf das französische Angebot vom 4. Sept, dauerte viereinhalb Tage, die französische Eegenantwort ist ungefähr in der gleichen Zeit fertiggestellt worden. Es handelt sich nun um einen wirklich nur noch rein diplomatischen Kampf.
Der Sonderkurier mit der Antwort Frankreichs auf die deutschen Gegenvorschläge ist vorgestern abend 10 Uhr nach Berlin abgefahren und hat die neuen Weisungen gestern nachmittag Herrn Jules Cambon übergeben. Es heißt weiter Geduld zu bewahren, bis auch die deutsche Regierung es für nötig hält, Erklärungen über den Stand der Verhandlungen abzugeben. Wie berichtet wird, hatte Herr de Selves noch eine Unterredung mit dem deutschen Botschafter Freiherrn v. Schön, dem er die neuen Weisungen an Herrn Jules Cambon mitteilte. Er hatte gleichfalls Besprechungen mit dem englischen Botschafter Francis Bertie und dem russischen Botschafter Iswolski, die er ebenfalls von dem Wortlaut der französischen Antwort unterrichtete.
In Frankreich scheint man jetzt Stimmung zu machen gegen eine Abtretung französischer Kongoteile. So hat die Witwe des Forschungsreisenden Savorgnan-Debazza, dem Frankreich die Erwerbung eines großen Teils seiner Kolonie verdankt, an den Präsidenten Fallitzres ein Schreiben gerichtet, in dem sie gegen die geplante Abtretung des mittleren Kongo lebhaften Einspruch erhebt. Wenn derartige Meldungen sogar durch den offiziösen Draht weitergegeben werden, liegt die Vermutung nahe, daß es sich bei derartigen „Protesten" nur um Manöver
m u ß." .....
Ausgerechnet England soll natürlich wieder einschreiten. Wir dächten doch, daß seine bisherigen Einmischungsversuche energisch genug zurückgewiesen worden wären, oder denken unsre Vettern jenseits des Kanals, der deutsche Langmut sei ohne Ende? Es wird bald Zeit, daß ihnen ganz gehörig auf die Finger geklopft wird.
Der Fall Cartwright.
W i e n, 14. Sept. Die „Reue Freie Presse" veröffentlicht eine Zuschrift des Sekretärs des englischen Botschafters Cartwright, tn welcher dieser mitteilt, daß kein Mitglied der englischen Botschaft von Cartwright ermächtigt worden sei, den bekannten Artikel in der „Reuen Freien Presie" über das Interview des Botschafters mit anderen zu besprechen. Dieser könne daher nicht dafür haften, was unverantwortliche Personen in dieser Angelegenheit veröffentlichten.
Berlin, 14. Sept. Die „Rordd. Allgem. Ztg." schreibt: „Die Kaiserliche Regierung erhielt auf eine Anfrage von der großbritannischen Regierung die Mitteilung, daß der englische Botschafter in Wien weder den bekannten Artikel der „Reuen Freien Presie" inspiriert (?)
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Rach Feierabend«, „Fürs Haus« und »KmdwirtschaftUche Beilage".
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noch die ihm von dem Verfasier des Artikels zugeschriebenen Aeußerungen getan hat. Damit ist der Zwischenfall für die Kaiserliche Regierung in befriedigender Weise erledigt. — Allwright! Das Versteckspiel kann ja nun weitergehen. Jedenfalls hat jetzt die „R. Fr. Pr." wieder das Wort.
Lea ulans, les ulans!
Sehr spaßhaft ist folgende Meldung: Paris, 14. Sept. Heute früh ging in Luneville das Gerücht um, daß 25 deutsche Ulanen in der Umgebung der Stadt gesehen worden seien. Major Mangin, der Stabschef der dortigen Kavalleriedivision, entsandte Gendarmen und eine Eskadron Chasseurs in die in Betracht kommenden Gemeinden und in die bezeichnete Richtung. Man fand aber keinen Menschen, der deutsche Reiter gesehen hätte. Man glaubt es mit Leuten zu tun zu haben, die Halluzinationen zum Opfer fielen. Die Präfektur des Departements Meurthe et Bkoselle und das Ministerium des Innern bezeichnen das Gerücht in aller Form als un- tl$!Den braven Franzosen scheint von 1870 her der Schrecken vor den „Männer, Frauen und Kinder mordenden" deutschen Ulanen noch in den Gliedern zu stecken. Die Halluzmatkdnen müsien allerdings sehr lebhaft gewesen sein, daß man gleich Gendarmen und Chasieurs in Bewe- gung setzte.__
Sozialdemokratischer Parteilaa.
Jena, 14. Sept.
Das für heute angekündigte Referat Bebels über die Reichstagswahlen hatte bewirkt, daß Saal und Tribüne des Voltshauses schon lange vor Beginn der Sitzung überfüllt waren. Bebel erschien, von Photographen umlagert, kurz vor Beginn der Sitz- ung im Saal. Auf seinem Platze prangte «in großer roter Blumenstrauß. Rach Eröffnung der Sitzung teilt der Vorsitzende Die! zur allgemeinen Ueberraschung mit, daß der Parteitag bereits am Freitag mittag zu Ende gehen werde.
Mit minutenlangem Beifall empfangen füh.t nunmehr August Bebel aus, daß man ubereingekom- men fei, die Marokkofrage und die Reichstagswahlen in einem Referat zubehandeln. Er werde mit tet Marokkosache beginnen: Die Kolonialgeschichte s seit dem 17. Jahrhundert eine beschichte, die mit Blut geschrieben und mit Verbrechen besudelt sei. Ganze ^Völker wurden ausgerottet alte Kulturen zerstört .andere Völker ausgebeutet und gelnechiet. Neuerdings treibt auch Deutschland Kolonialpolitik, macht es aber nicht anders, als es die anderen Kolonialmächte getan haben. Das stärkste Hot sich Deutschland im südafrikanischen Aufstand gelttste., wo die Eingeborenen das taten, was ihr gutes Recht
K „KutMiuinnK oinung - etwcuu taßiict) mit »u-uai,.*;<• o« c.. nju unb Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteliahttich durch _ die Post bezogen 2.25 Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zettimgsstellen Wo 91R und der Expedition (Matti 21) 2.00 * frei in! Haus. (Für unver. langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktton kernerle Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.. Dr. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
durch Unannehmlichkeiten hatte, und Bit*« Sie herzlich, mir sofort eine Unterredung mit ihr zu gestatten« sagte er.
Heiß stieg es in ihm empor. Das arme liebe Mädchen — wie schwer hatte sie für ihre Güte büßen müsien. Wenn nun Ernst Aßmann nicht bei ihm gewesen wäre — er hätte keine Ahnung gehabt, wie sehr Bettina zu leiden gehabt hätte für ihn. Gottlob, daß er noch zurecht kam, fie aus der peinlichen Si- tuatton zu erlösen. Gleichviel ob fie seine Werbung annahm oder nicht — sie mußte ihm nun sein Ehren- wott zurückgeben, damit er erklären konnte, wie rein und schuldlos sie war.
Peter Aßmann lud Bühren ein, Platz zu nehmen.
^ch werde Bettina gleich selbst herbeiholen," sagte er und ging hinaus. Zuerst machte er Adol- phine Mitteilung von Bührens Werbung und schickte sie zu ihm hinein. Sie begrüßte den jungen Offizier sehr kühl und mit strengen Blicken. Sie konnte sich die Gelegenheit nicht entgehen laffen, ein« geharnischte Strafpredigt über „unverantwortlichen Leichtsinn und unerhörte Unschicklichkeit« vom Stapels zu laffen. Bühren konnte nur mühsam ihren Ausfällen gegenüber den artigen Ton festhalten, den ein Herr unter allen Umständen einer Dame gegenüber aufrecht erhalten soll. Er wolltes etwas zu Bettinas Verteidigung sagen, aber fie ließ ihn gar nicht dazu kommen. Im Grunde war fie heilsroh, so billig bei der Affäre wegzukommen. Als Bührens Braut war Bettina noch unschädlicher, und außerdem schnitt man allem Gerede die Spitze ab. Einigermaßen hätte man sich doch in ihren Kreisen gemuntert über Bettinas Fortgang. Run mochte fie bis zur Hochzeit im Haufe bleiben. Man konnte vielleicht iwch zum Ausdruck 6ringen, daß man nur mit schwerem Herzen so sttenz gewesen war. Sie gab Bühren gleich eine Schilderung, wie furchtbar es ihr gewes- . sei, gegen Bettina so hart sein zu muffen. Aber in solch einem Falle sei Milde einfach ein Verbrechen. Bühren sah unruhig nach der Tür. Aus Frau Adolphinens Reden merkte er ungefähr, wie sich die Szene am Morgen
abgespielt hatte. Er sehnte fich fieberhaft nach Set« tinas Anblick. Ihr nur erst sagen dürfen, daß er für fie eintreten würde mit jedem Atemzuge. —
Peter Aßmann hatte inzw'fchen an Betttnas Zimmertür geklopft. Er blickte fteundlich in .ihr blasses Geficht.
„Herr von Bühren ist hier, Bettina, er wünscht dich zu sprechen.«
Sie erschrak. Was war geschehen?
„Herr von Bühren?« murmelte fie.
„Ja komm nur — du brauchst nicht zu erschrecken. Es wird noch alles gut.«
Sie faßte fich und ging still mit ihm in fehl Zimmer hinüber. Tante Adolphine war endlich mit ihrer Rede fertig geworden und iß ganz erschöpft in einem Sessel. Bühren trat schnell auf Bettina ju und führte ihre Hand mit Ehrerbietung an seine Lippen.
„Gnädiges Fräulein, ich hab« die Ehre, Sie herzlichst zu bitten: Werden Sie meine Frau und gestatten Sie mir, Sie von heute ab als meine Verlobte zu betrachten," sagte er mit bebender Stimme.
Bettina zuckte zusammen und trat von ihm zurück. Dunkle Röte schoß in ihr Gesicht Betroffen sah fie ihn an, ohne eine Antwort zu finden.
„Du kannst Gott auf den Knie.i danken, daß Herr von Bühren dich durch seine Werbung rehabilitiert," rief Frau Adolphine Ihr zu.
Vübren trat unwillkürlich zwischen Betttna und ihr« Tante.
„Sie können fich denken, gnädiges Fräulein, wie glücklich ich bin, Ihnen sagen zu dürfen, daß ich durch ein glückliches Ungefähr in den Stand gesetzt bin, die nötige Kaution zu stellen, so daß ich ohne Sorge für Ihre Zukunft meine Werbung Vorbringen kann. Ich werde sehr glücklich sein, wenn Sie mir Ihr Jawott geben wollen.«
Adolphine sand, bag er ei 4 zu viel Umstände machte und wollte eben wieder hineinreden. Da legte Peter nachdrücklich und warnend seine Hand auf ihren Arm und bat sie durch einen Blick, zu schweige«.
Bettina sah mit umflortem Bück in Bühren. Gesicht. Sie hatte ihre Ruhe wiedergefunden
Ich weiß nicht, wie Sie zu diesem SSnit ge drängt worden find, Herr von Bühren. Jeden,all- danke ich Ihnen. Sie wollen damit mei^ Unbesonnenheit wieder gut machen. Aber ich kann unü ,Ä M- >- -* ‘tÄ1- *>• f--
Adolphine entrüstet. . _
Das soll heißen, daß ich mich weiger«, Herrn von Bührers Werbung anzunehmen — ich: wer. sie er- junmgen ist. ^ilin Ihrerseits, gnäbiges FrSi- lein« sagte Bühren warm. „Zch Hobe Sie immer s.hr gern gehabt — meine Wünsche durften sich Ihnen nur nie nahen. Seit gestern obc"b A ich Sie liebe von ganzem Herzen. Und ich bin glücklich, in bet Lage zu sein, Sie ohne Sorge u« die Zukunft um Ihre Hand bitten zu dürfen. Ri* manb hat mich zu diesem Schritt gezwungen, al|e kann von einem Opfer keine Rede sein., Ich ««* Sie und bitte nochmals um Ihr Jawort.
Bettina strich mit der Hand über ihre Stirn. Da stand ein Mann vor ihr, der sie zum Weibe begehrte, der ihr Schutz rnd Schirm sein wurde vor allem Bösen. Sie brauchte nur „Ja zu sagen und hatte dann eine Heimat gefunden am Herzen eines Mannes. Niemand konnte fie bann hir austreiben in die frentbe kalte Welt. Wies fie ihn ab, ban* war ihres Bleibens hier nicht länger, Tante Aböl, phine sah unbarmherzig und kalt zu ihr Hauber. Aber trotzdem — nein — nein — fie konnte mcht mtt der Liebe zu einem andern im Herzen eine Ehe et* gehen. Es würde ein Unrecht fein an sich feUJt«i® an Bühren, der mit fo bittenden ehrlichen Blicken t< ihre Augen sah. Entschlosien ttchtete fie fich auf.
(Fortsetzung folgt.)