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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Mndwtrtschastliche Beilage".

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DieOberheisischr Zeitung" erscheint tätlich mit Ausnahme der Sinn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 * lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsjtellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 dl frei ins HauS. (Für unter» langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Stod) (Inh.:

Dr. Hitzerothl. Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Domerstag, 14. September

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46. Jahrg.

1911.

Erftes Blatt.

Warum Krieg?

DieKöln. Zig." bringt in ihrer Samstag- Abend-Ausgabe einen Artikel an leitender Stelle unter der Spitzmarke:Warum Krieg?" Sie wirft darin die Frage auf, ob es wirklich nötig sei, oder nötig werden könne, daß Deutsch­land und Frankreich zu den Waffen griffen. Frankreich habe den Vertrag von Algeciras ver­letzt, ebenso auch das Abkommen mit Deutsch­land vom Jahre 1909. Dies sei aber noch kein Grund, daß gerade wir, während keine der an­deren Garantiemächte sich darum kümmert, die vierzigjährige Fricdensarbeit aufs Spiel setzten und uns als Wächter eines verpfuschten Ver­trages aufspielten. Hielten es die anderen Mächte nicht für nötig, gegen den Vertragsbruch gemeinsam einzuschreiten, so habe auch Deutsch­land keine Veranlassung vorzugehen, es hätte am besten zugesehen, wie es bei der Wendung der Dinge seine eigenen wirtschaftlichen, nicht politischen Interessen wahrte. Zwar seien un­sere Interessen durch das Vorgehen Frankreichs bedroht, jedoch sollten wir dagegen gesichert werden. Weiter bedeute die Ueberlassung Ma­rokkos an Frankreich eine Verschiebung der kolo­nialen, ja der europäischen Machtverhältnisse, aber auch dafür fall Deutschland entschädigt wer­den und zwar mit einem erheblichen (?) Stück französischen Kolonialgebietes. Dies alles sei also kein Grund, mit Frankreich die Waffen zu kreuzen. Nun würde aber vielfach die Ansicht vertreten, daß Deutschland durch die Entsendung desPanthers" Ansprüche auf Südmarokko habe geltend machen wollen und daß diese Ansprüche von Frankreich, geschürt durch England, glatt abgelehnt worden seien. Wäre das der Fall, so läge eventuell ein casus belli vor, denn eine Macht wie Deutschland könne sich eine solche Ab­weisung ihrer Ansprüche nicht ohne einen be­trächtlichen Verlust an Ansehen und Geltung bieten lassen. Dies alles falle afct als Grund für einen Krieg ebenfalls aus, dr Deutschland nie Gebietsteile in Marokko beanf prucht habe und deshalb auch nie zurückgewiesen werden konnte. Daß die gegenteilige Ansicht sich breit machen konnte, fei ein großer Fehler unserer Re­gierung. Sie hätte durch deutliche Kennzeich­nung ihrer Ziele und Absichten einer solchen Meinung sehr leicht den Boden entziehen kön­nen. Nun sei es allerdings nicht von der Hand zu weisen, daß bei derartigen heiklen Verhand­lungen Situationen eintreten könnten, in denen die Entscheidung, ob Krieg oder Frieden auf des Messers Schneide stehe. Es seien schon von eng­lischer Seite Einmischung?- und Einschüch­terungsversuche unternommen worden. Die deutsche Diplomatie habe sie aber so unzwei­deutig abgewiesen, daß sie nicht wiederholt wor­den- seien. Also lägein den Begleiterschei­nungen der deutsch-französischen Verhandlungen, in den Imponderabilien, die unberechenbar sind, aber zwischen Nachbarn von der Vergangenheit der beiden Länder schwer ins Gewicht fallen können", kein Anlaß zu einem Kriege. Als letzte Möglichkeit dafür bliebe, daß die Verhandlungen scheiterten, eine Möglichkeit, mit der zu rechnen sei. Aber auch dann habe Deutschland keine Veranlassung, zu den Waffen zu greifen. Es müsse sich dann auf den Alge- cirasvertrag zurückziehen, mit allen diplomati­schen Mitteln sich der weiteren Tunisierung Ma­rokkos in den Weg stellen und seine wirtschaft­lichen Interessen aufs nachdrücklichste geltend machen. Dieser Zustand fei dann aber eine ständige Bedrohung für den Frieden und es sei für keine der beiden beteiligten Mächte eine ver­lockende Aussicht, die Marokkohändel zu ver­ewigen. Sie würden es sich daher beide wohl stark überlegen, ehe man ein völliges Ueberein- kommen ausschließe. Jedenfalls aber fei für Deutschland weder Veranlassung noch Erund vorhanden, das Schwert zu ziehen.

Die Ausführungen derKöln. Zeitung" sind durchaus richtig, soweit sie die friedliche und ruhige Haltung Deutschlands wieder einmal be­kräftigen sollen. Das ist allerdings nicht mehr nötig angesichts der friedlichen Haltung, die Deutschland stets beobachtet hat. Die Gefahr liegt nur nahe, daß dieses ewige Betonen un­serer Friedfertigkeit, wie gesagt etwas Selbst­verständliches, nur Schaden stiftet, da das Aus­

land sie entweder als Angstmeierei ansieht oder denktqui sexcuse s'accuse (wer sich ent­schuldigt, klagt sich an). Im großen und ganzen ist die Darstellung des Kölner Blattes aber durchaus richtig. Zudem beansprucht sie in ihren Einzelheiten mancherlei Interesse.

Vor der Entscheidung.

Paris, 12. Sept. Paul Cambon, der fran- zösische Botschafter in London, Camille Varrere, der Botschafter in Rom, und der Madrider Bot­schafter Eeoffray hatten gestern längere Unter­redungen mit dem Ministerpräsidenten Caillaux und dem Minister des Aeußern de Selves über die internationale Lage, die deutschen Forde­rungen und über die Rückwirkungen, die diese Forderungen bei den Signatarmächten von Algeciras gehabt haben, soweit wenigstens die Botschafter dies beobachten können, Der fran­zösische Gesandte in Tanger, Regnault, prüft eingehend die deutschen Gegenvorschläge.

Es ist jedenfalls bezeichnend, daß wiederum die französischen Botschafter in London, Paul Cambon, und in Rom, Barrere, zu der Prüfung der deutschen Vorschläge herangezogen wurden. Ueber den Stand der Verhandlungen selbst ist noch nichts bekannt. Was hier und da in der Presse berichtet wird, scheint lediglich auf Ver­mutungen, wenn nicht gar auf Mystifikation zu- rückzuführen zu fein. Allzuviel Bedeutung dürste daher auch folgender Meldung desBerl. Lok- Anz." nicht beigemessen werden. Er läßt stch von besonderer Seite" schreiben:Nachdem es nunmehr sogar in Frankreich in der öffentlichen Meinung feststeht, daß die deutsche« Gegenvor­schläge sich zunächst aufGarantien" wirtschaft­licher Ordnung beziehen, sei hiermit nochmals betont, daß Deutschland in seinen Vorschlägen keinerlei Sonderrechte verlangt, auch nach Lage der Dinge gar nicht verlangen kann, sondern daß es sich hauptsächlich um Sicherstellung gegen Monopolisierung öffentlicher Arbeiten, Minen- und Handelsrechte sowie gegen gewisse Gepflo­genheiten in der Zollabfertigung handelt, Ga­rantien, der allen Nationen zugute kommen werden. Nur die Abtretung des Kompensations­gebiets würde Gegenstand eines deutsch-franzö­sischen Sondervertrages zu bilden haben, alle übrigen Bestimmungen nur als Zusatz des Algeciras - Vertrages ausgenommen werden, falls auch die übrigen Signatarmächte einem eventuellen deutschen Vorschläge beistim­men, Frankreich das Protektorat über Marokko zu übertragen, falls es die damit verbundene Verpflichtung, für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung den Mächten gegenüber ein- zustehen, zu übernehmen bereit ist."

Daß die Verhandlungen sich auf den morschen Algecirasvertrag stützen sollten, ist wohl kaum anzunehmen. Dieser Scheinvertrag dürfte wohl überhaupt nicht in Rechnung gesetzt werden, denn etwas rechtes könnte dabei nie heraus- kommen. Im übrigen erörtert man in der Presse, ob Deutschland wirtschaftliche Gleich­berechtigung oder wirtschaftliche Privi­legien fordert. Die französischen und eng­lischen Blätter behaupten natürlich letzteres, ohne allerdings überhaupt genauer über die deutschen Gegenvorschläge unterrichtet zu sein. Viel wird auch die Nervosität der deutschen Be­völkerung in der ausländischen Presse besprochen und besonders wird der Kurssturz, den die Ber­liner Börse am Sonnabend zu verzeichnen hatte, kommentiert. Ueber die schädlichen Folgen einer derartigen Unsicherheit schreibt dieKöln. Ztg.": Der Sturz an den Börsen an den verschiedenen Tagen der letzten Woche sowie der Ansturm auf die Sparkassen können nur dazu beitragen, im Auslande eine irrige Vorstellung von der finan­ziellen Fähigkeit Deutschlands zu erwecken."

Weiter führt sie aus:In dem lauten Ton, mit dem die überhaupt noch gar nicht veröffent­lichten deutschen Gegenvorschläge auf die fran­zösischen Angebote von der Pariser und einem Teile der englischen Presse behandelt werden, können wir nur den Versuch sehen, z u b l u f - f e n. Es soll einerseits den Leitern der franzö­sischen Politik dadurch klargemacht werden, daß die öffentliche Meinung jedes Zugeständnis an Deutschland mißbillige und daß sie deshalb den Weg der völligen Ablehnung einschlagen müßte. Andererseits will man den Eindruck bei uns er­wecken, nicht nur die Gruppe der in Marokko interessierten Gesetzespolitiker und die von einer

Revanche träumenden Kreise widerstrebten einer Verständigung, sondern auch das ganze franzö- sische Volk, und es wolle lieber einen Krieg. Dieser Versuch ist zu durchsichtig, um nicht sofort erkannt zu werden und die verantwortlichen Männer in Paris werden wohl kaum Lust haben, sich dieser Art des Volkswillens zu beu­gen, im Gegenteil, die letzten amtlichen An­schauungen der französischen Regierung lassen den Schluß zu, daß fie an ein gedeihliches Ende der Verhandlungen glaubt und dieser Ansicht können wir uns nur anschließen."

Berlin, 12. Sept. Die gestrigeNordd. Allg. Ztg." schreibt unter den letzten Handels­nachrichten:Russische Guthaben in Berlin. Der Rew-Pork Herald" brachte eine Nachricht, nach der die russische Regierung den größten Teil ihrer Guthaben bei deutschen Banken und Ban­kiers zurückgezogen resp. gekündigt habe und knüpfte hieran die verschiedensten poltischen Be­merkungen. Auf Grund genauester Informa­tionen können wir erklären, daß diese Nachricht glatt erfunden ist und demnach auch die daran geknüpften politischen Aeußerungen jeder Grundlage entbehren."

Eine Erklärung des Botschafter« Eartwright.

DieFranks. Ztg." läßt stch aus Wien mel­den:DasVaterland" veröffentlicht eine Er­klärung, die ihm der englische Botschafter, Cart- wright, durch seinen Sekretär übermitteln ließ. Eartwright bedauere die Veröffentlichung in derNeuen Freien Presse", weil sie nicht dem tatsächlichen Inhalt des Gespräches entspreche, das er in Marienbad auf der Straße mit dem ihm bekannten Dr. M. gemeint ist Sigmund Münz hatte. Er weise entschieden den Vor­wurf zurück, daß er eine Antipathie gegen Deutschland hege. Auf die Frage des Inter­viewers über die Marokkoangelegenheit habe er auf die Rede Greys und Lloyd Georges ver­wiesen. Seine einzige kritische Bemerkung sei gewesen, daß er das Verlangen der Alldeutschen als übertrieben bezeichnet habe. Die Person des deutschen Kaisers habe er mit keinem Wort erwähnt. Die Richtigkeit des Gesagten gehe aus einem Brief hervor, den Eartwright nach dem Erscheinen des Interviews von Dr. Münz er­hielt, der auch dieReue Freie Presse" um eine Berichtigung bat, die nicht Aufnahme fand. So­wohl das Londoner wie das Berliner und das Wiener Kabinett feien über die tatsächlichen Vorgänge unterrichtet.

Tas Kaisermanöver.

Woldegk, 12. Sept. Die besonderen Kriegslagen werden von der Manöverleitung erst heute veröffentlicht. Besondere Lage für Rot: Am 10. September erreichte die erste Ar­mee die Gegend von Verden und Holtau, die zweite Armee die Linie Uelzen-Parchim. Die blaue Elbarmee hatte sich auf Salzwedel, Schnackenburg und Putlitz zurückgezogen. Im Greifswalder Bodden war inzwischen die dritte Armee gelandet mit dem Auftrag, südlich vor­zugehen. Die vor dieser Armee zurückweichenden blauen Küstenschutztruppen, etwa eine Division, hatten am 9. September an der Peene Wider­stand geleistet und am 10. September abends die Uebeigänge über den Landgraben zwischen Neddemin und Ferdinandshof besetzt. Die Dor- ttuppen der dritten Armee waren bis in die Linie Treptow-Tollense-Werder-Stretense-Du- cherow gelangt. Das Armeehauptquartier be­findet stch in Jarmen. Von der zweiten Armee war die verstärtte 18. Kaoalleriebrigade ent­sendet worden, um östlich des Müritzsees aufzu­klären und die Verbindung mit der dritten Ar­mee aufzunehmen. Die Brigade fand am 9. Sep­tember die Gegend zwischen Waren und Malchin frei und wollte am 10. September nach Waren vorgehen. Besonder« Lage für Blau: Die zweite (Elb-) Armee war am 10. September in die Linie Putlitz-Schnackenburg-Salzwedel zu- riitfgegangen. Starke feindliche Kräfte er­reichten Parchim, Hitzacker, Uelzen und Soltau. Die in Schlesien und Süddeutschland freigewor­denen blauen Heeresteile sollten mit der Eisen­bahn anfänglich in die Gegend von Malchin (erste Armee), Gifhorn, Hannover (zweite Ar­mee) herangezogen werden, um gegen den roten Flügel vorzugehen.

Strasburg tu der Uckermark, 12. Sept. Soweit beobachtet werden konnte, ging Rot mit de» 2. und 9. Korps auch weiter südlich und

südöstlich vor. Beide Divisionen des blauen 20. Korps standen heute früh bei Woldegk und wur­den von Rot südöstlich zurückgobrängt. Don 6 Uhr ab fand bei Woldegk ein anhaltendes Ge­fecht statt. Selbst in den Straßen des Städt­chens befand stch Artillerie, auch die Maschinen­gewehre traten in Tätigkeit. Man sah Artil­leriemannschaften Geschütze einen steilen Abhang hinausschleppen. Auf die abgehängten Protz- kästen waren 4 Meter hohe Eisengestelle als Be­obachtungstürme aufgesetzt. Der blaue Lenk­ballon, ein Eindecker und ein Zweidecker ar­beiteten. Berittene Fernsprechtrupps verlegten Telephonverbindungen vom offenen Gelände nach den Stationen. Der Kaiser traf um 6 Uhr im Automobil von Woldegk ein. Er beobachtete das Gefecht erst am Nordausgang des Städt­chens, dann von 7 Uhr ab vom Ealgenberg süd­lich von Woldegk. Später begab stch der Kaiser im Automobil von Strasburg nach Marienhöhe, wo er um 10 Uhr zu Pferde stieg.

Woldegk, 12. Sept. Kleinere Gefechte setzten sich den ganzen Nachmittag fort. Das Artilleriefeuer auf beiden Seiten nahm kein Ende. Die Fürsten Werderschen Seeengen und die Gegend hinauf bis Wolsshagen waren am späten Nachmittag noch in den Händen von Blau. Im Manövergelände find alle Städte, Flecken und Dörfer mit Laubgewinden sowie deutschen, mecklenburgischen oder preußischen Fahnen geschmückt. Die Bevölkerung, die den Kaiser allenthalben jubelnd begrüßte, nimmt regsten Anteil an den Manövem. Viele Tau­sende sind heute ausgezogen, um die Eefechts- bilder zu sehen. Vor allem bemühen sich die Leute, die die Ortschaften durchziehenden Mann­schaften, welche unter der Hitze und dem Staub viel leiden, zu erquicken. Abends arbeitete bas blaue Lenkluftschiff. Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg ist als Kraftwagenführer im Freiwilligen Automobilkorps tätig. Der Kaiser passierte um 6 Uhr Woldegk auf dem Wege nach Loitzenburg.

Boihenburg, 12. Sept. Der Kaiser ist um 7.20 llhr aus dem Manövergelände zurück- gekehrt._______________________

Deutsches Reich-

Der deutsche Städtetag. Posen, 12. Sept. Der Deutsche Städtetag nahm die von den Bür­germeistern Wallraf-Köln und Dr. Adickes- Frankfurt a. M. eingebrachten Leitsätze zur Ar­beitslosenversicherung, nach welchen alle Ge­meinden die Durchführung der zunächst erfor­derlichen Untersuchungen in den einzelnen Ee werben nicht selbst übernehmen, sondern vor den Regierungen fordern sollen, an.

Ablehnung des nuinerus clausus durch ben Anwaltstag. Würzburg, 12. Sept. De, heute vormittag hier eröffnete 20. Anwaltstag, dessen Beratungen auch der bayrische Justiz­minister v. Miltner beiwohnte, hat mit 619 gegen 244 Stimmen den Antrag auf Einführung des nnmerns clausus in der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft abgelehnt.

Manöveruttfall. Zeitz, 12. Sept. Auf dem Manövermarsch ist gestern der Oberleutnant Graf v. Rothkirch vom 12. Husarenregiment zu Torgau so schwer gestürzt, daß er heute im Zeitzer Krankenhause seinen Verletzungen erlag.

Ingenieur Richter. Jena, 12. Sept. In­genieur Richter ist um 1.44 Uhr hier angekom­men, von einer großen Menschenmenge lebhaft begrüßt. Richter fuhr mit seiner Frau und Mutter in offenem, mit Blumen geschmückten Wagen zu seiner Wohnung. Unterwegs dauerten die Begrüßungen fort.

Die Einführung der Kurzstunden. Berlin, 12. Sept. In derKöln. Volksztg." lesen wir: Die Einführung der 45 Minuten-Stunde soll nach einem Erlaß des Unterrichtsministers gleich im beginnenden Winterhalbjahre an allen höheren Lehranstalten Preußens geschehen. Die Eesamtdauer der Pausen ist so zu bemessen, daß durchschnittlich auf jede Lektion 10 Minuten ge­rechnet werden. Es ist jedoch nicht von vorn­herein bestimmt, daß nun der Vormittagsunter­richt allgemein auf sechs Lektionen ausgedehnt werde: hierzu ist vielmehr von jeder höheren Lehranstalt ein besonderer Antrag zu stellen, und zwar nur dann, wenn angenommen werden darf, daß die Eltern der Schüler in überwie­gender Zahl keinen Widerspruch erheben wer­den. Beginnt der Unterricht um 8 Uhr, so darf er bei sechs Lektionen nicht vor iy2 Uhr schließen.