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Marburg

una.) Druck der umv.-roua.)oruaerei .y. «. Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon SB.

Erstes Blatt

Fürstlichkeiten

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16. Jahrg.

1911.

Von der Kaijerva-ade.

Berlin, 1. Sept. Der Kaiser in der Uni­form des 1. Earderegiments z. F. war gegen 8 Uhr zu Pferde gestiegen. Die Kaiserin traf in einem Sechsspänner & la Daumont ein. Prinzessin Eitel Friedrich trug die Uniform ihres Dragonerregiments und Prinzessin Vik­toria Luise diejenige ihres Leibhusarenregi, ments. Auf dem rechten Flügel versammelten sich der Kronprinz und seine Brüder mit den an­wesenden Prinzen des königlichen Hauses, der König von Sachsen, der türkische Thronfolger, die Eroßherzöge von Baden, Hessen, Sachsen, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und Oldenburg, die Herzöge von Sachsen-Koburg und Anhalt, die Fürsten zu Waldeck und von Hohenzollern, der Erbprinz von Meiningen, der Erbprinz Reuß j. L., Prinz Johann Georg von Sachsen, Prinz Max von Sachsen und der Erb- grotzherzog von Mecklenburg-Strelitz. Der Kai­ser nahm vom kommandierenden General von Löwenfeld den Frontrapporl entgegen und ritt

die katholische Kirche schliehen sich nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen und durchdringen einander, gerade in der glaubensstarken Ueberzeugung der ka­tholischen Arbeiterschaft findet die Liebe zu Kaiser und Reich ihre felsenfeste Grundlage, ihre höchste Weihe und Verklärung."

Ueber Oesterreichs Haltung schreibt «in öfter- reichlicher Leser denMünchener Reueestn Nachrich­ten":DieReue Fr-ie Presie" ist nicht Oesterreich. Wie die Deutsch-Oesterreicher ohne Parteiunterschied über die Marokkofrage denken, kann man nur ersah- ren, wenn man im Volke Umschau hält und di« Stim­mung kennen lernt. Die von Deutschland uns be­wiesene Nibelungentreue ist unvergessen und wird immerdar unvergessen bleiben. Wir Deutsch-Oester- reicher grübeln nicht lange darüber nach, welche Lö­sung der Marokkofrage für uns von Wert sein könnte; wir fühlen ur.» eins mit unseren Stammes­brüdern im Reiche, freuen uns herzlich wenn drüben ein« kräftige Stimme zu dieser Frage erschallt, und warten selbst mit Ungeduld darauf, daß unsere Re­gierung vor aller Welt unzweideutig ihr« Bundes­treu« kundgeb«, um eventuelle Hoffnungen Frank­reichs im Keime zu ersticken. Wir wünschen ebenso wie Deutschland eine friedliche Beilegung des Kon­flikts. Sollte aber die Angelegenheit trotz aller Be­mühungen eine ernste Wendung nehmen, dann wird Deutsch-Oesterreich wie «in Mann an der Seite Deutschlands zu finden sein und di« Bundestreue halten. Dank unserer Vertretung im Reichsamt« seit den letzten Wahlen muh die Regierung mit der Stimmung der Deutsch-Oesterreicher rechnen und sich ihr fügen."

Presseschau zur MarokkofrM.

Wenn sogar freisinnige Blätter wie di«Franks. Ztg ",Vosfische Ztg." u. a. eine gegen England ge­richtete starke Erregu.g des deutschen Volkes fest­stellen, so dürfte auch den Engländern allmählich Aar werden, daß dem so ist. Sehr richtig schreibt die

di« Fronten ab, gefolgt von den fürstlichen Da- menunb Herren mit ungeheurer Suite. Es fand ein Vorbeimarsch statt. Der Kaiser führte sei« 1. Earderegiment. Der türkische Thronfolger beobachtete vom Wagen aus den Vorbeimarsch und lieh sich vom Botschafter informieren. Wäh­rend des Parademarsches kreuzte der Eindecker Taube" surrend über dem Feld. Der Vorbei­marsch war nach 10 Uhr beendet. Der Kaiser hielt Kritik ab und führt« die Fahnenkompagnie und die Standarteneskadron ins Berliner Schloß zurück.

Berlin, 1. Sept. Der Kaiser ernannte den König von Sachsen zum Chef der zweiten Eardeulanen. Die Rückkehr der Kaiserin und des Kaisers, der mit den Prinzen Eitel Fried­rich, Oskar, August Wilhelm und Joachim an der Spitze der Fahnen und Standarten einritt, war von andauernden Ovationen begleitet. Der

Der heutisttn Auflage für den Kreis Kirchhain liegt Kreisblatt Nr. 65« bei.

Politische Umschau.

Der Tag von Sedan

wird von der gesamten deutschen Presse mit Ausnahme einiger demokratischer Blätter in be­sonderen Artikeln behandelt, die natürlich auch auf die heutige politische Lage Bezug nehmen. DieFranks. Ztg." hat zwar, wie wir gestern berichteten, aus der Berliner Marokkoversamm­lung allerhand gelernt, sie weiß wenigstens, daß das Ausland nicht daran denkt, uns mit Sammethandschuhen anzufassen, sie kann es aber trotzdem nicht lassen, gegen die deutschen Blätter, die es vorziehen, dem Ausland gegen­über eine kräftige und selbstbewußte Sprache zp führen, folgendes zu schreiben:

So wird das Datum des 2. September allenthalten kräftig ausgenuht, um im Namen vonganz Deutschland" eine chauvinistische Hetze zu treiben, der in Wirklichkeit das deutsche Volk mit entschiedener Ablehnung gegeniiberfteht."

England gegenüber freilich hat das Blatt sich verpflichtet, möglichst zur Besänftigung der Lei­denschaften beizutragen, wie wir gestern mit­teilten. Natürlich, England, Frankreich, Polen, Dänen und Souvenir francais haben alle nichts zu tun mit der preußischen fft Reaktion. Und das ist für einen echten Demokraten entscheiden­der als die Interessen des Deutschtums.

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahm« der Tonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vrerteliahrlich durch ,.~ m.n-n, hei unseren Zeitungsstellen

unv uct v - ,rei InS Haus. (Für unver­

langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktwn keinerye.

Marokko.

Berlin, 1. Eept. Die erste Zusammen­kunft zwischen dem französischen Botschafter, Herrn Tambon,-"uird dem Staatssekretär her Auswärtigen Amtes in Berlin, Herrn von Kiderlen-Wächter, wird morgen, Sonabend, er­folgen. Bis heute mittag hat Herr Cambon feinen Besuch beim Staatssekretär überhaupt nicht angemeldet, doch wird die Ankündigung für Sonnabend nachmittag erwartet.

Paris, 1. Sept. DerMatin" schreibt über den nunmehr amtlich von dem Madrider Kabinett angekündigten Plan der Besetzung von Santa Cruz südlich von Agadir: Die spanische Regierung hat diesen Zeitpunkt für die Be­setzung offenbar in der Absicht gewählt, um an­gesichts der bevorstehenden Verhandlungen mit Frankreich ihre Stellung zu verstärken. Die öffentliche Meinung Frankreichs wird dieses Vorgehen Spanien« mit berechtigter Strenge beurteilen. Die spanische Regierung wird sich nicht wundern dürfen, wenn die Vertreter Frankreichs sich bei diesen Verhandlungen daran erinnern, daß Spanien in einem Augenblick, wo die Schwierigkeiten mit Deutschland ihre Auf- merkamkeit in Anspruch nehmen, eine so un­freundschaftliche Haltung beobachtet hat.

Madrid, 31. Aug. Der Ministerrat be­schäftigte sich heute mit den Verhandlungen über Marokko. Ministerpräsident Canalejas drückte die Hoffnung aus, daß die Rechte Spaniens durch die an den marokkanischen Angelegen­heiten interessierten Nationen werden beachtet werden, und seine Hoffnung auf eine baldige be­friedigende Beendigung der gegenwärtig schwe­benden Verhandlungen über Santa Cruz de Mar Pequena; er betonte mit Nachdruck die Notwendigkeit, diesen Teil der marokkanischen Küste vor Ende September zu besetzen.

Wockenrundfchau.

Die Sorge um die Volksernährung für den kommenden Winter und das Frühjahr beschäf­tigt noch immer alle Volkswirte. Der Staat hat bereits Maßnahmen getroffen, die Nöte, denen wir entgegengehen, zu mildern. Die Eisenbahn­tarife für Futtermittel sind herabgesetzt, dem Landmann ist aufs dringendste ans Herz gelegt worden, in seinem ureigensten und im Interesse der Konsumenten das Vieh nicht zu verschleu­dern. Es ist anzunehmcn, daß die Mahnung des Landwirtschaftsministers wesentlich dazu bei­tragen wird, den Ausfall, den wir an Feld­früchten und Fleischerzeugung haben, gleich­mäßig zu verteilen und tunlichst wenig empfind­lich zu gestalten. Aber es bleibt nach wie vor die bange Frage, ob die praftifchen Maßnahmen der Regierung und der gute Wille des Land­wirtes allein genügen werden, der drohenden Teuerung wirkungsvoll zu steuern.

Auf dem Gebiete der äußeren Politik steht alles, was sich um Marokko dreht, noch immer tm Vordergründe des Interesses. In der Stim­mung deutscher Männer ist eine Wandlung vor­gegangen. Frankreich stehen wir im Augenblick fast leidenschaftslos gegenüber. Wir haben mit ihm einen politischen Handel auszutragen und hoffen, daß das in einer Weife geschehen kann, die den Interessen beider Länder gerecht wird und für beide Teile ersprießlich und ehrenvoll ist. Auch die Leidenschaft, mit der eine Zeit lang die vermeintliche schwache Haltung, das Zurückweichen" unserer Regierung in der deut­schen Presse erörtert worden ist, die auf den Namendeutsch" Anspruch erheben kann, ist einer milderen Ansicht gewichen. Wir wissen heute, daß Kaiser, Kanzler und Kiderlen in Eintracht fest zusammenstehen. Aber mit einer gesunden Leidenschaft, die stärker ist als die, welche wir gegen unseren unmittelbaren Kon­kurrenten in Marokko jemals in dieser Ange­legenheit gehabt haben, sprechen deutsche Männer heute von dem Gegner unseres Vater­landes, der stets neben oder hinter dem Feinde Deutschlands steht. Was der englische Bot­schafter Cartwright in Wien an Unverschämt­heiten und Gehässigkeiten gegen Deutschland durch den Mund eines liberalen Journalisten in die Welt gesetzt hat, hat uns Deutschen in aller Klarheit und Deutlichkeit die Gesinnung unserer bluts- und stammverwandten Vettern überm Kanal enthüllt. Englands Regierung hat im Laufe der ganzen Woche kein Wort der ^rpbilligung für den Deutschenfresser und Diplomaten gefunden, hat sogar freilich er­folglos den klaren Tatbestand zu verdunkeln und den Anschein zu erwecken versucht, daß Mr. Cartwright für den Schmähartikelnicht ver­antwortlich" sei. Dadurch gerade aber gewin­nen die Worte dieses Engländers erhöhte Be­deutung.

Fühlen wir uns auch stark genug gegenüber einer Welt von Feinden, so ist doch jeder ehr­liche Freund von Herzen willkommen. An der jungen Türket haben wir einen solchen Freund, der vertrauensvoll zu uns aufblickt und zu dem wir in ehrlichem Vertrauen auf die Aufrichtig­keit seiner Gesinnung Hinschauen. Eines äußeren Zeichens, einer äußerlichen Bekundung hat dieses freundliche Verhältnis nicht mehr be­durft. Daß es durch den Besuch des türkischen Thronfolgers am deutschen Kaiserhofe in Berlin ln dieser ernsten Stunde aber trotzdem vor aller Welt kundgetan wird, kann uns nur aufrichtig freuen. Die Engländer, die in der Türkei, wie überall, ihre nicht gerade kleinen Sonderinter­essen haben, werden von dem Berliner Abstecher Yussuf Jzzedins weniger erbaut sein. Gönnen wir ihnen diese kleine Eallenerregung! . . .

Kreuzztg.":Die Erregung in Deutschland wird weder durch das gewundene Dementi Cartwrlghis noch durch jenes des Forelgn office besänftigt wer­den, die deutsche öffentliche Meinung wird vielmehr gerade durch dl« Form dieser Dementierungsver­suche noch fester In ihrem Glauben bestärkt, daß jenes Interview nicht nur die Ansichten Cartwrights, son­dern auch die des Foreign office wiederspiegelt, das den Botschafter in Wien zu decken sucht. Durch ein Jahrzehnt haben wir in Deutschland die Erfahrung gemacht, daß man in England bei jeder Gelegenheit unfremchlich gegen Deutschland handelte, um dann, wenn man sich in Deutschland energisch zur Wehr setzte, jede unfreundliche Absicht zu leugnen. Das war wäh­rend der Einkreisungsperiode der Fall, und das konnten wir auch jetzt wieder während der Marokko­verhandlungen konstatieren, als man zunächst mit allen Mitteln die deutschen Ansprüche bekämpfte, um es hinterdrein wieder zu bestreiten. Für die ganze gehässige politische Kampagne, die von England aus in Frankreich, Belgien, Rußland, Amerika und Asien gegen Deutschland organisiert und von dort geleitet wird, lehnt man in England stets entrüstet die Ver­antwortung ab. Das ändert darum aber an der Tatsache nichts, daß man in England dafür vera t- wortlich ist und diese Verantwortung auch tragen muß."

Nicht uninteressant ist, was dieAugsburger Abendzeitung" zu dem Falle Cartwright schreibt: Noch im Jahre 1908 nahm sich Sir Charles Har- dinge, der diplomatische Begleiter des Königs Eduard, heraus, als dieser dem Kaiser in Kronberg einen Besuch abstattete, Wilhelm II. gegenüber die Flottenfrage zur Sprache zu bringen und dabei die gut bezeugte und niemals in Abrede gestellte Aeutzr- rung zu tun:Pou must stop or build slower" Sie müssen aufhören oder langsamer bauen!" Als der Kaiser sich dies höflich aber entschieden verbat, erklärt« der «dl« Sir allerdings schleunig, seine Aeußerung entbehre jedes amtlichen Charakters und er bitte sie al, nicht getan zu betrachten. Heute, wo die deutsche Flotte eine selbst für England achtung­gebietende Stärke erreicht hat, verbitten wir uns jede Einrede von dieser Seite noch entschiedener. Deutschland ist in der Lag« und gewillt, eine Flotte genau in der Stärke zu bauen, die seinen Interessen und seiner Weltmachtstellung enffpricht. Wie stark sie sein muß, darüber haben nur di« verbündeten deutschen Regierungen und die Mehrheit des Reichs­tages zu entscheiden. Den Engländern rufen wir in dieser Hinsicht Gladstones Drohwort« zu: Hands off! Hände weg! 61« könnten sich sonst die Finger ver­brennen."

Zu den sozialdemokratischen Brandreden gegen di« sogenannten Kriegshetzer bemerkt hteMagdeb. Zeitung":Es ist nicht di« f org« um Kulturwerte, nicht da, Menschenmitleid, das die sozialdemokrati­schen Führer jetzt so gegen den Krieg wettern läßt. Wir wissen nur zu gut aus der Geschichte, wie wenig sie selbst vor den letzten Mitteln zurückgeschreckt hat, wenn es die Erreichung ihrer Ziele galt. Nüchtern: Parteierwägungen sind es, das Bewußtsein, daß die Hochflut patriotischer Begeisterung die Samenkörner hinwegschwemmt, die sie schon so keimfähig in Mil­lionen Herzen gestreut zu haben glaubt; deshalb hal­ten ihre Führer die wütendsten Reden gegen den Krieg. Und nun kommen Enthüllungen über das eigentliche sozialdemokratische Ziel, wie sie Liebknecht in Karlsruhe und Däumig in Berlin gegeben haben. Enthüllungen, die schonungslos zeigen, daß den Leu­ten Preußen und Deutschland nichts gilt, daß ihre Sympathie bei den Feinden ist, daß sie tm Falle eines Krieges mit Massenstreik drohen, nur damit nicht das verhaßte Preußen-Deutschland siegen könnte. Denn das wissen sie: der Sieg Preußen- Deutschlands bedeutet den Zusammenbruch ihrer Hoff­nungen. Die Reden beleuchten deutlicher als alles je zuvor die innerpolitische Situation; sie zeigen, w<e verblendet alle die bürgerlichen Politiker ge­wesen sind, die an eine Mauserung der Sozialdemo­kratie geglaubt haben."

Unter der Ueberschrift:Die katholischen Arbeiter und der Landesverrat der Sozialdemokratie" schreibt , Dcr Arbeiter", das Organ des Verbandes der ka- tho''.scheu Arbeitervereine (Sitz Berlin) u ä. fol­gen! es:Angesichts der landesverräterischen Hal­tung der Sozialdemokratie ist die Stellungnah-ne der katholischen Arbeiter ohne weiteres g geben. E :cor weil sic katholisch sind, geben si-. ge-reu dm Wel- sw «,en des Hl. Vaters in Rom, nicht nur Golt, was Gortes, sondern auch dem Kaiser, was des Kaisers ist. Sie werden sich deshalb mit ein Mann dem hochverräterischen Treiben der roten Internationale cntgegenstellen, ihre Arbeitskollegen über die gemein­gefährliche Handlungsweise der Sozialdemokratie aulllärcn und entschiedener als je das wirtschaftliche Machtkampfsystem, das au fdem modernenGesetz' von Angebot und Nachftage fußt, bekämpfen, weil es letzten Endes in die Revolution und Anarchie aus- münten muß. England und Frankreich täuschen sich, wenn sie bet ihrer Marokkopolitik auf den Landes­verrat der deutschen Arbenerschaft rechnen zu dürfen glauben. Die katholisch« Arbeiterschaft wird allen revolutionären und anarchistischen Umtrieben der So­zialdemokratie gegnüber als ein unerschütterlicher Wall dastehen. Deutsch« Treue und Gehorsam gegen

Deutsches Reich-

Deutschland und die Bereinigten Staaten. Berlin, 1. Sept. DieNordd. Allg. Z." schreibt: Morgen findet in Potsdam die Uebergabe des Steubendenkmals durch die Sonderbotschaftei der Vereinigten Staaten, Richard Bartholdi und Charles 3. Wolffram, an den Kaiser statt. Der feierliche Vorgang lenkt abermals die all­gemeine Aufmerksamkeit auf die alten geschicht­lichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten hin, die bis in di« Tage der Unabhängigkeitskämpfe der Union zurückreichen. General Steuben, der als junger Offizier unter Friedrich dem Großen gefochten und die reifen Mannesjahre dem Dienste für den jungen Freistaat jenseits des Ozeans ge­widmet hat, vertritt für feine Person und für ungezählte nachgefolgte Etammesgenossen den Anteil, den das Deutschtum zu dem Aufbau des großen amerikanischen Gemeinwesens beigetra­gen bat, das jetzt als Weltmacht in die Geschicke der Völker mitbestimmend eingreift. Zu den bedeutendsten lebenden Vertretern des deutschen Schrifttums und Vermittlern deutschen Geistes in Amerika zählen die beiden Sondergesandten Bartholdi und Wolffram, die bei der morgige« Feier die amerikanische Nation zu vertreten be­rufen find.

statt.

Berlin, 1. Sept. Heute abend fand im Weißen Saale Paradetafel statt. Der Kaiser führte die Prinzessin Eitel Friedrich, der König von Sachsen die Kaiserin, Prinz Yussuf Jzzedin die Prinzessin Friedrich Leopold. Links neben der Kaiserin saß der König von Hachsen, rechts neben dem Kaiser Prinz yussuf Jzzedin, den Majestäten gegenüber der Reichskanzler und der kommandierende General v. Löwenfeld.

Kaiser wohnte im inneren Schloßhof dem Ab­bringen der Feldzeichen bei und versammelte später die Schiedsrichter für das Kaisermanöver. Die Majestäten frühstückten mittags mit ihren Umgebungen. Für die im Schloß wohnten fand Familienfrühstückstasel

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