Marburg
(Nachdruck verboten.)
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Leute Ge
reichst du
merken ließ, daß er anders
Weile müde?
reichlich Verpro-
frug er sie lächelnd: Komm, stütze dich auf
empfand. Nach einer
„Bist du noch nicht meinen Arm."
Sie schüttelte den
„Nein, müde bin
46. Jahr-.
1911.
ist in sämtliche Forts an der Marne worden. Die Jnfanieriekasernen sind mit Patronen versehen, und auch die viantierung wird mit Eifer betrieben.
Spanien und Marokko.
Kultur holt ein Volk die Kräfte, mit denen es sich in den scharfen wirtschaftlichen und politischen Kämpfen der Gegenwart behaupten kann. Wenn dieser Glaube vor 41 Zähren stärker als jetzt, ja Gemeingut aller war, während heute viele abseits stehen, so ist das zu bedauern. Umsomehr aber ist es Pflicht amSedantage, den Geist parteipolitischer Zerrisienheit und widerwärtiger Verkleinerungssucht hintanzuhalten und die Augen auf die großen Taten des einigen deutschen Volkes in der Weltgeschichte hinzulenken, von denen die Tat des 2. September die vornehmste ist, damals, als man freudig auszog „Mit Gott für König und Vaterland!"
könnte ich noch so weiter laufen, immer in die grüne Pracht hinein. Es ist ja schön draußen, und ich war so lang« nicht hier. Früher kam ich mit Eroßtanting jeden Tag hierher ."
Sie hatte trotz ihrer Versicherung, nicht müde zu sein, ihr« Hand leicht aus seinen Arm gelegt, und er freute sich ihrer Zutraulichkeit mit stillem Lächeln.
„Und das fehlt dir jetzt sehr, gelt?“ frag « herzlich.
Sie nickte.
lungen sei festgestellt, daß der Verfasser de« Interviews der bekannte Wiener Publizist Sigmund Münz ist, der die in dem betreffenden Artikel enthaltenen, so großes Aufsehen erregenden Auslastungen während eines Dejeuners in Marienbad von dem englischen Botschafter erhalten hat. In dem Interview find von dem Publizisten nur jene Stellen abgr- schwächt worden, in denen Cartwright direkte Angriffe gegen den Deutschen Kaiser richtete. Es ist klar, daß die beabfichtigte Verdunkelung aus dem Grunde erfolgt, damit Eartwright auch in der Folg« seine seit zwei Jahren betriebene Beeinflustung der öffentlichen Meinung Oesterreich-Ungarns gegen Deutschland ungestört sortsetzen kann. Es ist daher sehr bedauerlich, daß er sogar in Berlin Helfershelfer findet. Es ist aber zweifellos, daß künftighin Cartwright das Handwerk in jeder Richtung hin gelegt werden wird."
Das ist sehr zu hoffen; denn das deutfchk Volk kann erwarten und verlangen, daß derartige Wühlereien seitens eines „Diplomaten" auf alle Fälle unterbleiben.
Belgische Militärmaßnahmen für den Kriegsfall.
V r ü f f e l, 31. Aug. Trotz der Ableugnung von Vorbereitungen für den Kriegsfall seht die belgische Regierung ihre Maßnahmen eifrig fort. Allenthalben finden Truppenverschiebungen statt, die Forts sind vollständig kriegsmäßig ausgerüstet. Die Kommandanten der Forts haben vertrauliche Schreiben erhalten, worin sie
Znm 2. September.
„Welch eine Wendung durch Gottes Fügung", so schloß die Depesche, durch die der sieggekrönte König Wilhelm am 2. Sept. 1870 die Kapitulation von Sedan und die Gefangennahme der dort eingeschlosfenen französischen Armee mit dem Kaiser Napoleon an der Spitze mitteilen konnte. Die Erinnerung an diesen glorreichen Tag wird und soll auch heute wieder in allen deutschen Landen gefeiert werden. Ohne Ueber- hebung, aber in dem berechtigten Hochgefühle des Stolzes? dem mächtigen Volke anzugehören, das in jener großen Zeit auf dem Triumphzuge von Saarbrücken über Sedan nach Versailles mit Blut und Eisen zusammengeschweißt wurde, wollen wir den 2. September in jedem Jahre von neuem festlich begehen. In jedem Jahre soll uns das Gedenken an die Tapferen, die uns unser deutsches Vaterland mit ihrem Blute er- stritten haben, eine Mahnung sein an unsere Pflichten gegen Kaiser und Reich.
Wenn wir in diesem Jahre bei dem Gedenken an den Sedantag von ganz besonderen Gefühlen beherrscht werden, so ist das angesichts der ganzen politischen Lage leider nur zu berechtigt. Wir haben ja öfter bei Gelegenheit des jetzigen Marokkokonfliktes mit Frankreich auscinandergesetzt, wie wenig wir Deutschen gerade auf Wohlwollen, ja nicht einmal auf Verständnis von Seiten des Auslandes zu rechnen haben. 41 Jahre haben wir, im Besitze der stärksten militärischen Machtmittel den Frieden gehalten. Ueberall haben wir uns ehrlich für den Frieden eingesetzt, wo es galt, Reibungsflächen unter den Völkern zu vermindern, und stets haben wir betont, daß unsere Armee, zweifellos angesehenste der Welt, nur der Aufrechterhaltung des Friedens dienen soll! Ja, wir haben in unseren eigenen Gebietsteilen, im Norden, Osten und Westen, den ehemaligen Angehörigen fremder Nationen eine Nachgiebigkeit gezeigt, die bei vielen Vaterlandsfreunden scharfe Verurteilung gefunden hat.
Und trotzdem oder vielleicht gerade wegen dieser unserer Versöhnlichkeit haben wir keinen Dank geerntet. Heute wagt es ein internationaler Preßklüngel, sei es norwegischer, polnischer, russischer, amerikanischer oder sonstiger Nationalität, uns durch unglaubliche Tatarennachrichten in der Welt lächerlich zu machen, uns als Störenfriede hinzustellen. Französische Generale, englische Minister und Diplomaten erlauben sich einen Ton gegen uns, der dem deutschen Manne das Blut in die Wangen treibt. Man könnte über die Torheiten solcher Art im Gefühl der eigenen gerechten Sache, der eignen Ehrlichkeit, Friedensliebe und Stärke einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn man
mir."
„3a — du bist aber auch ein Riefe, neben dir bin ich freilich klein."
Er umfaßte fie plötzlich und hielt sie einen Augenblick fest. Ein ruhiger Glanz zuckte in seinen Augen. Vor diesem Ausdruck erschrak sie, ohne zu wisten, warum. Sie macht« sich mit einem Ruck frei und ging schnell einige Schritte voraus Ganz blaß war sie geworden, und ihre Stirn zog sich zusammen wie im Schmerz. Ernst war Über sich selbst erschrocken faßte sich aber sofort. Bettina durfte jetzt nicht ahnen, was in ihm vorgegangen war, wollte er ihr Vertrauen nicht verlieren. Er mußte sich ganz unbefangen stellen
„Was läufst du denn auf einmal so schnell, Böschen," rief er, scheinbar ahnungslos, daß er sie erschreckt hatte. Bettinas Fuß stockte. Sie hatte sich inzwischen auch gefaßt und sich selbst ausgescholten, daß sie sich so töricht benommen. Ernst hatte ganz unbefangen brüderlich den Arm um sie gelegt, und sie lief davon wie eine Törin. Wenn sie sich nicht bester beherrschen konnte, wo sollte das hinführen.
Sie sah mit blastem Lächeln zu ihm zurück.
„Ich kann ja auch langsamer gehen," sagte sie möglichst ruhig. Und sie zeigte sich beherscht und unbefangen. So gingen sie nbeneinanber durch den lachenden Maienzauber, und während die Lippen
sie nicht als Zeichen der Zeit beobachten müßte. 1 Wen die Ereignisse der letzten Wochen nicht darüber belehrt haben, daß wir einer mächtigen Koalition gegenüberstehen, die nur auf den geschickten Augenblick wartet, um uns an die Wand zu drücken, dem ist nicht zu helfen.
Glaubt man aber draußen, daß der Geist Bismarcks in unserem Volke nicht mehr lebendig ist, der Geist selbstbewußten Vorwärtsschreitens nach eigenen Zielen? Glaubt man uns darum mancherlei bieten zu können,. so irrt man. Noch heute feiern wir den 2. September, weil wir wisten und freudig singen: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte." Dieser Bereitschaft der Väter würdig zu sein, soll die Sedanfeier uns mahnen. Es ist nicht wahr, daß wir Sedan feiern, um Über einen einst unterworfenen Gegner zu triumphieren, wir wollen nur an einem Tage nationaler Sammlung uns unserer Kraft und unserer nationalen Pflicht bewußt werden.
Umso törichter ist es, wenn auch heute wieder, trotz des Ernstes der gegenwärtigen politischen Situation die Schlappmacher unter uns gegen die Feier eines Sedantages plaidieren. Leute mit utopistischen Ideen von einem allgemeinen Weltfrieden, den fie in kindlicher Verkennung der tatsächlichen Verhältniste in der Nähe zu sehen glauben, vereinen sich hierin mit Politikern, deren Einfluß, für den sie fürchten, allein auf der inneren parteipolitischen Zer- ristenheit des Volkes beruht, und denen darum jede gemeinsame nationale Erinnerung im Grunde des Herzens ein Greuel ist, wenn sie es auch so offen nicht zu sagen wagen. Das unglaublichste aber ist, wenn gar die Unterdrückung der Sedanfeier in den Schulen laut verlangt wird. Jeder echte Deutsche erwartet von unseren Lehrern und Lehrerinnen, daß sie die Feier am 2. September dazu benutzen, in den jugendlichen Herzen der ihnen anvertrauten Kinder den patriotischen Keim zu pflanzen, aus dem diejenige Vaterlandsliebe und Königstreue erwächst, die stark machen zu jedem Opfer für Deutschlands Größe. Solche Keime niederzuhalten, ist ein Verbrechen, sie zu pflegen, vaterländische Pflicht.
Die Ehrenpflicht des Gedenkens der Väter, die uns das einige deutsche Reich geschaffen haben, soll und muß bleiben. Gewiß ist manches anders geworden auch in unfern Anschauungen. Der wachsende Wohlstand hat den Sinn für die materiellen Güter mächtig gesteigert, so sehr, daß darüber die Pflege der idealen Güter vielfach zu kurz kommt. Diejenigen, die mitten unter diesen Kämpfen eines brutalen Egoismus sich den idealen Sinn gewahrt haben, haben gegenwärtig keinen leichten Stand. Und doch, nur aus den Tiefen einer wahrhaft sittlichen
plauderten und lachten, zitterten die Herzen in unruhiger Beklemmung.
Ernst sah immer wieder mit heimlichem Forsche" in ihre Augen. Nein, bös« war sie ihm nicht. Lied und gut blickt« sie ihn an wie immer. Und er faßte wieder Mut. Es war ja noch gar nicht ausgemacht, daß fie Bühren liebte. Vielleicht — nein — gewiß war ihr Herz noch irei. und er bu’fte um sie werben Natürlich mußte er Geduld haben und nicht so ungestüm vorgehen, sie nicht mehr erschrecken. So ein Mädchenherz ist ein eigen Ding. Sie, die Scheue. Zaghafte, mit dem reinen Sinn, würde ihm selbstverständlich nicht gleich ohne weiteres um den Hals fallen. Nein, das hätte ihm gar nicht einmal an ihr gefallen Am Ende hatte sie gar geglaubt, er wolle leichtsinnig mit ihr herumtändeln, wie er es wohl früher mit anderen Frauen getan, und war deshalb erschrocken gewesen. Da mußte er doch ernstlich sorgen, daß sie so etwas nicht von ihm glaubte. Doppelt zart und riickficktsvoll vollte er nun zu ihr fein, wenn es ihm auch plötzlich recht schwer erschien, sich ihr so
Die Marokkokrise.
Nachdem in Rambouillet der französische Ministerrat die dem Botschafter Cambon erteilten Instruktionen genehmigt hatte, ist dieser wieder auf seinen Posten zurückgekehrt und gestern abend in Berlin angekommen. Der Waffenstillstand ist nun beendet und die Verhandlungen werden wieder ausgenommen. Damit beginnt ein neuer und voraussichtlich der entscheidende Abschnitt in der Marokkofrage. Man kann nur hoffen, daß die neu beginnenden Verhandlungen seitens Deutschlands mit dem Nachdruck geführt werden, den eine sich der Macht und der Stärke des deutschen Reiches bewußte Regi-rung nur ausüben kann. Sehr scharf schreiben die „Hamburger Neuesten Nachrichten":
„Man wird abzuwarten haben, wie das Geschäft aussieht, das die Wilhelmstraße mit dem Quai d'Orsan abschließt: fällt es so aus, wie es in der jüngsten halboffiziösen, stammelnd umschweifigen Verlautbarung angebeutet ist, dann hat sich nur die deutsche Regierung, nicht das Land, blamiert; und am Reichstag würde es sein, nicht einen Pfennig herzugeben für jene Kongosümpfe, die das klägliche Trinkgeld für Berliner Stiefelputzerdienste wären" ..
Cartwright-Jnterpellation im Wiener Reichsrat.
Wien, 30. Aug. In den Kreisen der deutschen Parteien des Reichsrats besteht die Absicht, an die Negierung eine Interpellation wegen der Cartwrightafsärc zu richten. Die „Vosi. Zig." erhält von ihrem Korrespondenten nachstehende Ausführungen:
„Gestern ist durch das „Reutersche Bureau" säml- liihen Wiener Blättern eine amtliche Erklärung zugegangen, daß der englische Botschafter am Wiener Hof« Cartwright nicht der Autor des viel besprochenen Interviews in der „Neuen Freien Presie" sei. Kein Wiener Blatt, besonders nicht di« ,,N«u« Freie reffe", hat von dieser Erklärung Notiz genommen. Heute wird nun von Berlin aus der neuerliche Versuch einer Verdunkelung o«r Herkunft des betreffende" Artikels unternommen. Gegenüber diesen Zetie-
Kopf.
ich gar nicht. Stundenlang
du es vor allen vorwitzigen Nasen zu wissen."
„Gehört deine Nase auch dazu?"
„O nein, die steckt sich nicht in anderer heimniffe," neckte sie.
„Du bist ein Schelm, kleines Mädchen."
Sie reckte sich.
„O — ich bin nicht klein."
Er stellte sich dickt neben sie.
„Da schau — bis an die Schultern.
ausgefordert werden, alles Notwendige vorzubereiten, um einen etwaigen Angriff sofort zurückweisen zu können. Seit einigen Tagen schon bringen die Eisenbahnzüge Kanonen und Maschinengewehre für die fahrende Artillerie nach Lüttich. Granaten und anderes Schießmaterial gebracht
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: «Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
Die Aßnmnns.
Roman oen Courths-Mahler.
(FortfetzungG
Er nahm sich zusammen und zwang sich zur Ruhe. Nein — erschrecken durfte er sie nicht wegen — nun ja, wegen einer plötzlichen Aufwallung. Sie durfte das Vertrauen zu ihm nicht verlieren. Was wellte er denn auch vor ihr? Liebte <*t sie — wollte er sie gar zu seiner Frau machen? Nun, warum denn nicht? — Wenn er sie liebte — < nd das, was er für sie fühlte, war doch wohl viel mehr als kühle, brüderliche Zärtlichkeit — wenn et sie also liebte — warum sollte sie dann nicht seine Frau werden. Ja — warum denn nicht — so ein süßes, holdes Geschöpf, so rein, so gut — ganz loch sein Ideal einer Frau. Aber ob sie ihn lieben würde? Ja — das war freilich sehr fraglich — fehl. Bühren war ihr doch augenscheinlich lieber gewesen — und wenn fie ihn auch nicht heiraten konnte — weil fie beide zu arm waren — nein, eine Frau heiraten, der er nicht der Erste — der Einzige war — nein. Und fie würde ihn ja auch gar nicht nehmen mit her Liebe zu einem anderen im Herzen, das wußte er, dazu kannte er fie zu gut.
„An was denkst du, Ernst? Du machst ein so düsteres Gesicht," sagte sie in seine ( ebanten hinein.
Er fuhr auf und lachte gezwungen.
„D,,— ich dachte etwas sehr geheimnisvolles," sagt« er.
Sie antwortete nicht und ging weiter.
Er sah sie prüfend an.
„Nur. — bist du gar nicht neugierig, Bettina. Wenn Frauen ei« Geheimnis ahnen, suchen sie es »och zu ergründen."
Sie lachte schelmisch.
-D io — neuaieria bin ich — wie alle Frauen.
zurückhaltend brüderlich zu zeigen. Jedenfalls mußte er erst klar sehen, wie sie mit Bühren stand, ehe et als brüderlich für sie
Aber ich weiß, wenn du ein Geheimnis hast, wirst verbergen
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Madrid, 31. Slug. Dem für heute anberaumten Ministerrat wird eine besondere Wichtigkeit beigemessen; er wird sich u. a. mit der Lage Spaniens in Marokko angesichts der deutsch-französischen Verhandlungen beschäftigen.
T a n g e r, 31. Aug. Im Rif ist die Erbitterung gegen die Spanier wieder im Wachsen. Kürzlich waren zwei Mauren zum Christentum übergetreten. Sie wurden vom Bischof von Centn getauft und dann in feierlicher Prozession durch die Stadt geführt. Stammesgenosien der beiden Täuflinge sahen die Prozession, eilten nach Hause zurück und beriefen sofort eine Versammlung des ganzes Stammes ein, in welcher beschlossen wurde, die beiden ihrem Glauben ab- ttünnig gewordenen Mauren bei lebendigem Leibe zu verbrennen, wenn man ihrer habhaft werden sollte. Daß dieser Vorfall die im Rif
„Ja. Es ist alles so anders geworden', feit Eroß- tanting von uns gegangen ist."
„Du bist zuviel allein. Und mit meiner Mutter verstehst du dich nicht."
Sie machte ein bedrücktes Gesicht.
„Ach — Taute Abolphine ist mir böse, ich weiß es, weil Eroßtanting mir bas viele, viele Geld vermacht hat."
Er lachte.
„Du hältst fünfunbzwanzigtausenb Mark wohl für einen grauslichen Reichtum?"
Sie nickte ernsthaft.
„Ja, es ist furchtbar viel Gelb. Ach, Ernst — du weißt gar nicht zu beurteilen, wieviel bas für einen Menschen ist, ber immer arm gewesen. Nie hab ich so d;«I Gelb auf einmal gesehen, viel weniger besessen. Fast macht es mich bange. Ach — vor Jahren hätte weniger als ber zehnte Teil davon meinem Bruder und meiner Mutter das Leben gerettet. Nun weiß ich gar nicht, was ich mit dem Selbe anfangen soll. Ich brauche es nicht, unb es macht mir wenig Freude. Eigentlich gehört es boch euch, und Tante Ädolphim hat recht, wenn sie zürnt."
Seine Stirn hatte sich gerötet. Er machte eh finsteres Gesicht
„Nein, sie hat nicht recht. Eroßtanting konnte über ihr Vermögen verfügen, wie fie wollte. WS« es nach mir gegangen, hätte fie dir mehr nere-ben müssen. Was ist denn diese Summe? Ein Notpfennig für dich. Und für ffieorg und mich ist das leicht zu verschmerzen. Sei doch nicht töricht, Bettina, verrenne dich nicht in den Eedanken, daß dA kein Recht auf das Eeld hast. Mit dem Recht btt Lieve hat es Eroßtanting bir hinterlassen, bu darfst es mit demselben Recht für dich 'n Anspruch nehmen. Es schmerzt mich sehr, daß meine Mutter so kleinlich denkt."
(Fortsetzung folgt.)
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