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Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 65.
Bestellungen
für den Monat September 1911 auf die „Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Gxpedi timt (Marti 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt, Wetter, Ebsdorf, Hachborn, Heskem-Mölln, Lei- bettl) Men, Dreihausen, Wittelsberg, Elnhausen, Riederweimar, Rie- dcrwalgern, Damm, Lohra und E i s s e l b e r g sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegengenommen.
Tie Marokkoverhandlungeu.
Zur Lage.
Zu den Marokkoverhandlungen werden von französischen und deutschen Blättern fortgesetzt Mitteilungen über die Kompensationen gemacht. Eine angeblich von der deutschen Regierung inspirierte Nachricht veröffentlichten wir gestern, um zu zeigen, in welchem Rahmen sich die Kombinationen bewegen. Von deutscher und von französischer Seite werden sie jedenfalls immer wieder als falsch bezeichnet. Der Zweck der Geheimhaltung der Verhandlungen ist, zu verhindern, daß jemand sagen könne, diese oder jene Regierung sei von ihrer anfänglichen Forderung zurückgewichen. Recht lustig mutet übrigens das von uns gestern veröffentlichte Interview in Chamonix an, das natürlich mehr oder minder aus den Fingern gesogen ist. So hat sich Herr v. Kiderlen sicher nicht geäußert. Die Verhandlungen werden nun wieder ausgenommen und, wenn man der „Franks. Ztg." glauben darf, zu einem guten Ende geführt werden, da ja die Vorschläge der französischen Regierung bereits im Einverständnis mit Herrn von Schön zustande gekommen seien. Erwähnt sei, daß die stärkere Betonung der französischen Preße, das Ziel in Marokko sei das Protektorat, in Spanien bereits stark verschnupft hat. Man sieht darin eine Verletzung der eigenen marokkanischen Interesien. Der „Corriere d'Jtalia" fordert ferner die italienische Regierung auf, für Tunis besondere Schritte zu tun. Es gehe nicht an, daß Italien leer ausgehe.
Der Artikel der „Reuen Freien Presse".
Das größte Intereffe nimmt z. Z. noch der
Erstes Blatt
46. Jahrg.
1911.
Marburg
Mittwoch, 30. August
Hetzartikel der „91. F. P." in Anspruch. Die Entrüstung der deutschen Zeitungen ist allgemein, und nur die Blätter, der roten und rosaroten Richtung, denen jede Diskussion, die nicht zu innerpolitischen Hetzereien zu verwenden ist, ein Greuel ist, machen die rühmlichste Ausnahme. Es mag auch erwähnt werden, daß die „Rordd. Allg. Ztg.", die gegen nationale Blätter eine so grobe Sprache führen konnte, bis jetzt noch völlig geschwiegen hat, ob aus Hochachtung für das Ausland oder aus Verachtung der Sudelei, wird nicht bekannt. — Daß übrigens die Ableugnung des englischen Botschafters nicht allzu viel gilt, zeigt die Meldung, daß er den Vertreter des Wiener Blattes kurz vorher in Marienbad empfangen und ihn zum Frühstück geladen hat. In Wiener und Berliner offiziellen Kreisen legt man dem Dementi keinen Wert bei. Der Botschafter ist zu der Erklärung offenbar durch seine Regierung gezwungen worden. Auf die gewundene Form des Dementis des Herrn Cartwright haben wir bereits gestern hingewiesen. Man glaubt ihm nicht, das ist auch der Sinn folgender Wiener Meldung:
Eartwrights Dementi in der „Neuen Gesellschaftlichen Korrespondenz" wird dahin aufgefaßt, daß die Mitteilungen der „Neuen Freien Preisie" aus einem nicht zur Veröffentlichung bestimmten Gespräch mit ihm stammen, bei dem der Zuhörer manche Aeußerung falsch aufgefaßt hatte.
Na also! Auf Einzelheiten kommt's nicht an. Der Geist des Hasies ist es, den man fest- nageln muß. Was aber gedenkt unsere Regierung zu tun?
Unsere „Freunde" di« Engländer.
Uns Deutschen zeigt die ganze englische Hetzerei, daß wir in England einen unversöhnlichen Feind haben. De: Fall Cartwright ist nur eines von vielen Anzeichen für Englands Bestreben, uns Knüttel zwischen die Beine zu werfen. Ob der Schritt, den wir gerade machen, Vagdadbahn oder Agadir heißt, ist gleich — auf jeden Fall sollen wir stolpern.
In dieser Zett, wo das unfreundliche Dichten und Trachten der Vettern offenbar wird, hat der deutsche Kaiser in Altona und in Hamburg zwei Reden gehalten, die für viele nur als die üblichen Friedensreden gelten, denn in beiden hat der Monarch den Frieden gepriesen. Aber in der ersten wies er darauf hin, daß seine Söhne bereit seien, für das Vaterland das Leben hinzugeben: und in der zweiten betonte er dringend die Notwendigkeit unseres Flottenausbaues und sagte dann, er müsie noch einmal wiederholen: Er und die Hamburger verstünden einander! Besonders führte er in der letzten Rede aus: Da sehen wir einen Reiter, der in Gedanken schon den ersten Preis errungen hat, und von rechts und links kommen die zwei
Nächsten und arbeiten sich an ihn heran, und es kommt zu ernstem Kampf zwischen den Dreien. Da greift der, der bisher an der T4te war, zur Peitsche, aber nicht, «« aus seine« konkurrieren»
Rc'te- zu hauen, sondern auf sein Pferd und gibt diesem die Sporen. Darum kann die Konkurrenz der Rationen untereinander iw Frieden ausgekämpft werden."
Das trifft in der Tat auch den Kern der englischen Freundschaft. Davon ist man in Deutschland überzeugt, man möchte in England gern wenn möglich durch andere einen Schlag gegen den gefährlichen Konkurrenten führen lassen. Umsomehr werden aber nicht nur die Hamburger, sondern das ganze Volk mit dem Kaiser in der Forderung nach einer starken deutschen Flotte einig sein, in der die Hamburger Rede gipfelte.
Daß die englischen Freunde in der Tat die stärksten Hetzer gegen uns sind, dafür find die Reden der Minister und die täglichen Pretz- äußerungen uns Zeugnis gewesen. Auch heute wollen wir zum Schluß folgendes niedriger hängen:
London, 27. Aug. Das unionistische führende Sonntagsblatt, der ,F)bserver", hält es für angebracht, in der Marokko-Angelegenheit inten drohenden Ton gegen Deutschland anzuschlagen. Frankreich werde diesmal nicht, erklärt es in einem Leitartikel, wie 1906 eine Katze im Sack kaufen. Wenn Frankreich und Deutschland sich einigten, würde das Algeciras- Uebereinkommen mit der schweigenden Zustimmung der Signatarmächte dahin abgeändert werden, daß Frankreichs Befugnisie erweitert und.die deutschen. Ansprüche in Marokko zurück- gezegev werden: falls nicht, würde man zum Statu squo zurückgehen, was die Zurückziehung des deutschen Kreuzers von Agadir einschließen müsie. England und Frankreich seien in dieser Sache solidarisch: beide könnten die Festsetzung einer starken Seemacht in Nordafrika nicht dulden. England sei daher bis zum letzten Mann und zum letzten Schilling auf Frankreichs Seite.
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tagsersahwahl im ersten badischen Reichstagswahlkreise Ueberlingen-Konstanz wurde der „Karlsruher Zeitung" zufolge auf Donerstag, den 19. Oktober 1911, festgesetzt. Das Mandat ist bekanntlich durch den Tod des Reichstagsabgeordneten Hug erledigt.
— „Rumerus clausus" und Bermehrung der Rechtsanwälte. Heber die Vermehrung der Rechtsanwälte wird von unterrichteter Seit« geschrieben: Auf dem deutschen Anwaltstag in Würzburg soll die Frage der Einführung eines „Numerus clausus" verhandelt werden, da sich die Zahl der Rechtsanwälte sehr stark vermehr! hat. Nach den amtlichen Erhebungen ist in den letzten Jahren allerdings eine starke Vermehrung der Zahl der Rechtsanwälte eingetreten. Während noch vor 10 Jahren die Vermehrung in einem Jahre durchschnittlich 100 Rechtsanwälte betrug, ist sie in den letzten Jahren aus 500 gewachsen. Im Jahre 1899 betrug die Anzahl der an den ordentlichen Gerichten beschäftigten Anwälte 6629; im Jahre 1901: 6830. Zn diesen zwei Jahren fand also eine Vermehrung um genau 201 Rechtsanwälte statt, d. h. es kommen auf jedes Jahr 100 Mehrstellen. In den nächsten zwei Jahren hatte sich die Anzahl bereits verdoppelt. Im Jahre 1903 wurden 7250 Anwälte gezählt. Die Vermehrung der Stellen betrug demgemäß 420, in einem Jahre also 210. Diese Steigerung hält auch in den nächsten Jahren an, dan in den Jahren zwischen 1903 und 1905 eine Vermehrung um 300 in jedem Jahre zu verzeichnen war. Die nächsten Jahr« brachten pro Jahr eine Vermehrung um 400 Anwälte, da im Jahre 1905 7865 Anwälte und im Jahre 1907 8640 gezählt wurden. Das Jahr 1909 hatte eine weitere Steigerung der Vermehrung um 100 Mehrstellen gebracht. Im Jahre 1909 gab es mehr als 9600 Anwälte. Es ist nun die Frage, ob der „Numerus clausus" unter allen Umständen zu empfehlen ist, da ei::'gen Vorteilen auch mehrere Nachteile gegen- Lberstehen.
Dem verstorbenen Geh. Kirchenrat D. Friedrich Meyer (Zwickau) widmet die „Deutsch-evangelische Korrespondenz" einen Nachruf, dem wir folgende Stellen entnehmen:
„Was dieser kerndeutsche, mit seltenen Geistesgaben ausgestattete Mann der protestantischen Sache gewesen ist, was er im besonderen für den Evangelischen Bund, desien Mitbegründer und Zentralvorstandsmitglied er war, und für die evangelische Kirche in Oesterreich getan und erarbeitet hat, das ist Millionen Protestanten bekannt. Ein Mann, der keine Menschenfurcht kannte, lehrte er in meisterhaften, von goldigem Humor umstrahlten Reden, Luther als den deutschen Mann begreifen, der aus der Innerlichkeit und Wahrhaftigkeit evangelischen Glaubens, wie sie deutschem Gemüt und Gewissen entspringt, die große Besreiungstat
Deutsches Reich-
— Bor der Entscheidung. In der zweiten Hälfte dieser Woche soll die grundlegende Entscheidung in der Marokkofrage fallen. Der Herr Reichskanzler trifft, wie die „P. R.-K." festgestellt hat, am Donnerstag in Berlin ein und wird dort mehrere Tage Aufenthalt nehmen, ehe er — einen günstigen Verlauf der Verhandlungen vorausgesetzt — nach Hohenfinow zurückkehrt. Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter, der am Dienstag abend bereits in Berlin an- kommt, übernimmt die Geschäfte des Auswärtigen Amtes am Mittwoch früh.
— Die Ersatzwahl für den Reichstagsabgeordneten Hug. Karlsruhe, 28. Aug. Die Reichs-
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „
Die „Oberheffischr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vietteljährlich durch __die Post bezogen 2.25 <Ä (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen >0 203 und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jt frei ins HauS (Für unver- •/,=- sangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei
Verantwortung.) Druck der Univ.-Bnchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
24 (Rachdruck verboten.)
Die Aßmaims.
Roman von Courths-Mahler.
lFortfetzung.)
Das junge Mädchen sprang auf und holte Wasicr herbei. Eroßtanting trank begierig.
„Ah, meine Lippen sind so trocken. Eis möchte ich haben."
„Eis? Das würde dir schaden, Liebste."
„Ja, ja — aber mir ist — mir ist —"
Sie fiel matt zurück. Der Atem ging mühsam, das Gesicht wurde fahl und schlaff. Unruhig drehte sie den Kopf von einer Seite nach der anderen.
Eine ungeheure, namenlose Angst kroch an Bettina heran. Ihr Herz drohte still zu stehen. Sie fühlte plötzlich ganz deutlich: Jetzt geht es zu Ende mit Eroßtanting.
Diese sah unruhig- im Zimmer umher.
„Min leive Jung — min leive Jung!"
„Du weißt, Eroßtanting, er ist mit Georg und seinen Eltern auf dem Kastnoball."
„Ach ja — richtig — ich hatte es vergeßen," lächelte die Greisin.
Ihre Augen hatten aber einen überirdischen Elanz. Bettina dachte an Ernst. Wenn es so war, wie sie verzweifelt fürchtete, wenn Großtantings letzte Stunde gekommen war, dann mußte fie ihn sofort rufen lassen. Er würde es ihr nie verzeihen, wenn sie es unterlaßen würde.
Sie schlüpfte zur Tür hinaus und klingelte draußen nach dem Mädchen. Dann ging sie ins Zimmer zurück und setzte sich neben die alte Dame. Voll Angst und Unruhe sah sie in das liebe alte Cesicht. Es erschien ihr so ander», so fremd — weltentrückt. ' |
Es wahrte eine Ewigkeit für ihre Angst, bis das Mädchen herunterkam. Bettina ging leise hinaus.
„Schnell, laufen -Sie in das Kasino, Sie wißen, in der Arndtsttaße. Dort fragen Sie nach Herrn Leutnant von Bühren, man wird ihn am ersten kennen. Er soll Herrn Ernst sofort nach Hause schicken, aber ganz schnell — ich fürchte, es geht nicht gut mit Eroßtanting. Aber eilen Sie, eilen Sie. Auf dem Rückwege laufen Sie zum Arzt."
Das Mädchen sah Bettinas Angst und lief davon. Inzwischen war die Köchin auch herabgekommen, die Mädchen waren zum Elück noch nicht zu Bett gegangen.
„Bleiben Sie unten, in meiner Rufnähe, es könnte sein, daß ich Sie brauche," rief ihr Bettina zu und eilte zu Eroßtanting zurück. Diese lag mit geschloßenen Augen und bewegte die trockenen Lippen wie im flüsternden Gespräch.
Bettina kniete an ihrer Seite nieder und legte schmeichelnd ihre Wange an die ihre.
„Eroßtanting, t-iebe, Beste, hörst du mich!" rief sie leise.
Ihr angstvolles Flehen rief die verlöschenden Lebensgeister noch etnmal zurück. Die alte Dame sah zärtlich in das blaße, angstvolle Mädchengesicht.
„Wirf ab, Herz, was dich kränket und was dir bange macht. Hörst du, Bettina. Gott segne dich, mein Blondchen."
„Wie fühlst du dich, Eroßtanting?"
„Durst."
Bettina hielt ihr das Glas an den Mund, aber sie netzte kaum die Lippen.
„Wo ist nur min leive Jung," frug fie unruhig, »ersonnen.
„Er wird gleich hier sein. Liebst«."
„Das ist gut, sehr gut."
Eie dämmerte wieder vor sich hin, und die Atemzüge wurden immer schwächer, zitternder.
Bettina wurden die Minuten zur Ewigkeit. Im Geist folgte fie dem Mädchen und rechnete sich aus, wie weit es sein könnte. Die Arndtstraße lag etwa zehn Minuten entfernt. Jetzt konnte fie dort sein Jetzt schickte man ihr Bühren heraus. Er würde Ernst sofort aufsuchen. Aber vielleicht fand er ihn nicht gleich. Aber jetzt — ja, jetzt wußte es Ernst. Und nun eilte er in dir Garderobe — nahm Hut und Mantel. Und nun mußte er auf dem Heimwege sein. Ach Gott — Großtantings Hände wurden so kalt. Sie umfaßt« sie mit den ihren und hauchte ihren jungen, warmen Atem darüber hin und preßte die heißen Lippen darauf. — „Wenn bn schon gehen willst. Liebe, Gute — warte nur noch bis Ernst kommt — nur so lange noch," dachte sie ängstlich. Und lauschte in die schweigende Nacht hinaus, ob fie seinen Schritt nicht hörte. Und endlich hörte fie ihn auf der Treppe. Sie kannte ihn unter Tausenden heraus. Immer drei Stufen auf einmal hastete er empor.
„Eroßtanting — Eroßtanting — er kommt — Ernst kommt!" rief sie wie erlöst, als hätte alle Not nun ein Ende.
Gleich darauf trat Ernst in das Zimmer. Hut und Mantel flogen in einer raschen, ungestümen Art zu Boden. Er kniete neben Bettina nieder.
„Eroßtanting, Eroßtanting!"
Sie sah auf. Ein blaßes Lächeln huschte um ihren Mund.
„Min leive Jung — min leive —"
Ein schluchzender Atem — ein leise gurgelnder Laut — ein letzter tiefer Atemzug. — Ernst hielt eine Tote im Ar«.
Er schloß ihr mit liebender Hand die gebrochenen Augen. Tieferschüttert sah er in das stille Erficht. Friedlich wie im Schlafe lag fie da. Bettina sah zu Ernst auf.
„Wenn doch der Arzt bald käme — ich habe solche Angst um fie," sagte fie leise. Sie begriff noch nicht, was geschehen war.
Er legte die Arme um ihre Schulter und hob sie empor.
„Komm, Bettina. Eroßtanting ist hinüberge- schlummert."
Sie schrak zusammen und starrte in das stille Gesicht.
„Tot - tot?" tief sie leise.
„Ja, Bettina."
Ein Schwanken und Zittern flog über ihre schlanken (Bliebet. Sie sah ihn an, daß ihm das Herz wel tat. Ein kramp^aites Schluchzen stieg aus ihrer Brust empor und dicke Tränen rollten über ihr Gesicht.
Er zog sie in seine Arme und streichelte ihr Haar.
„Faße dich, Bettina, störe ihre Ruhe nicht," bat er zärtlich besorgt. Dann ließ er fie in einen Sessel gleiten und küßte ihr die Hand.
„Hab Dank, daß du mich rufen ließest, ich wäre sehr betrübt gewesen, hätte ich ihren letzten Blick nicht aufgefangen."
Sie suchte sich zu faßen.
„Ich wußte das, deshalb schickte ich nach dir."
Er strich ihr das zarte Haar aus der Stirn »i« eine zärtliche Mutter. Sein eigener Schmerz verblaßte neben dem ihren. Er rouf^e, wieviel Bettinn in dieser Stund« oe-loren hatte und wie schwer es ihr wurde, diesen Verlust zu tragen.
(Fortsetzung folgt.)