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Erstes Blatt

46. Jahrg.

1911.

kämpfen habe. Mit Genugtuung habe man aber bemerken dürfen, baß bte Königliche Staats­regierung diese schwierige Lage erkannt habe. Die Anwesenheit des Kaisers würde al» glück­verheißendes Zeichen dafür angesehen, daß unter des Kaisers landesväterlicher Obhut sich die Stadt zu neuem Gedeihen und neuer Blüte em­porarbeiten werde. Die Altonaer aber gelobten, die gewohnte Zähigkeit und Energie auch bei der Arbeit um die Zukunft der Stadt all Zeit be­wahren zu wollen, nach dem alten Wort: Zungs, holt fast!" Der Oberbürgermeister rief den Majestäten und der Kaiserlichen Fa­milie ein herzliches Willkommen zu und bot dem Kaiser einen Trunk echt deutschen Weines dar.

Der Kaiser erwiderte bei Entgegennahme des Ehrentrunkes auf die Ansprache des Ober­bürgermeisters mit folgenden Worten: Herr Oberbürgermeister! Ich sage Ihnen meinen herz­lichsten Dank für Ihren freundlichen Willkomm, ebenso im Namen meiner Frau. Die Stadt hat eine schwierige Lage, das weiß Ich. Eine jün­gere, kleine Schwester neben einer großen mäch­tigen Hansastadt hat es selbstverständlich nicht leicht. Aber wie Sie schon erwähnt haben, ist Mein landesväterliches Herz stets beschäftigt, der Stadt nachzuhelfen und sie zu fördern. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß der zähe Wille der Bürgerschaft und die schleswig-holsteinische Ausdauer, die ihr Charakter ist, alle Schwierig­keiten überwinden wird. Immerhin kann ich konstatieren, daß seit meinem letzten Besuch die Stadt sich recht prächtig entwickelt hat und daß die Schar der Kinder einen sehr bedeutenden Zuwachs der Bürgerschaft darstellt. Ich bitte Sie, bei den Bürgern Altonas, Männern, Frauen und Jungfrauen der Dolmetsch unseres Danke? und unserer Gefühle zu sein und diesen Wein aus edler deutscher Rebe trinke ich auf das Wohl der Stadt." Drei kleine Mädchen überreichten der Kaiserin und den beiden Prin­zessinnen Blumensträuße. Der Kaiser wandte sich nochmals mit freundlichen Worten an den Oberbürgermeister. Dieser brachte ein dreifaches Hoch auf die Majestäten aus, welches begeistert ausgenommen wurde. Der Zug setzte sich hier­auf bis zum Liegeplatz derHobenzollern" fort, wo eine Ebrenkomnaonie vom Füstlierregiment Königin lSchleswia-Holsteins Nr. 86 aufgestellt war. Die Majestäten nahmen Wohnung an Bord der ,H,ohenralsern".

die kompliziertesten diplomatischen Rezepte wer­den durch diese einfache Tatsache im gegebenen Moment über den Haufen geworfen, wenn an­ders es nicht diese Diplomatie für richtiger hal­ten wird, Aufklärung darüber zu schaffen, ob sie auf dem Wege zu ihrem größeren Ziele, das man billigen konnte, unbeirrbar weitergegangen ist, oder ob inzwischen Kompensationen erwogen werden, die für eine Nation, wie die deutsche nicht nur materiell, sondern besonders in ihrer idealen und internationalen Wirkung nicht er­örterungsfähig sind."

Als Kern der Marokkofrage schält sich übri­gens imer mehr die Gefahr einer großen fran­zösischen Kolonialarmee heraus, auf die natio­nale Blätter von vornherein hingewiesen haben. DieD. T." veröffentlicht unter Materialien zur Marokkofrage folgenden Ausspruch Delcassös: Marokko ist ein Land, desien Zölle mit einem fast nichts bedeutenden Handel 12 Millionen Einnahmen geben und in sechs Jahren 250300 Millionen geben werden. Es ist aber vor allen Dingen ein Land, in dem, dank der Pflanzschule an Menschen, die dort vorhanden ist und uns zu Hause fehlt, unsere nationale Armee sich eines Tages um vielleicht drei Armeekorps vergrößern kann". Und dieKreuzzeitung" schreibt:Nur sollen die französischen Diplomaten Realpolitik treiben und uns mit demberechtigten Empfin­den der französischen Volksseele" zufrieden lasten, die bereitsernsthaft berührt und verletzt sei". Den auch die deutsche Volksseele ist mindestens ebensoernsthaft berührt und verletzt", und wenn z. B. eine militärische Kapazität wie General Langlois die Stationierung der gesam­ten französischen Flotte im Mittelmeer mit der Begründung fordert, daß man für den Kriegs­fall mit Deutschland den Transport der algeri­schen und tunesischen Eingeborenenarmeen nach Frankreich sichern müste, so kann kein billig Denkender es dem deutschen Volke verdanken, wenn es kategorisch fordert, daß Marokko nicht an Frankreich ausgeliefert werde, damit die Re­publik nicht aus diesem Menschenreservoir neue Eingeborenenarmeen ziehe, um sie gegen Deutsch­land marschieren zu lasten. Damit würde Deutschland seinem französischen Gegner selbst die Ruten binden, mit denen er uns zu schlagen gedenkt."

Verhandlungen förderlich war. In wirtschaft­licher Beziehung ist der Umstand wertvoll, daß in dem Abkommen das Prinzip der offenen Tür für Persien ausdrücklich ausgesprochen wird.

Ei« Dampfer von einem Linienschiff überrannt. Berlin, 25. Aug. Gestern Abend 9 Uhr 45 Min. rannte das LinienschiffHesten" im Verlaufe einer Nachtübung mit der dritten Torpedobootsflotille den kleinen schwedischen DampferAckersund". Die Besatzung wurde gerettet. Von den beiden Schiffen ist niemand verletzt.Ackersund" war aus Göteborg ohne Ladung unterwegs nach Malmö. Das Schiff ist drei Seemeilen östlich von Bülk auf 18 Meter Wastertiefe gesunken. Die Mastspitzen ragen über Wasser. Ein Torpedoboot ist an der Un­fallstelle zurückgeblieben, die durch eine Boje be­zeichnet wird.Hesten" ist nicht beschädigt.

Sind noch Ersatzwahlen nötig? Berlin, 25. Aug. DieNordd. Allgem. Ztg." spricht sich zu der in der Preste aufgeworfenen Frage, ob im Hinblick auf den bevorstehenden Ablauf der Le­gislaturperiode des jetzigen Reicbstages nicht zweckmäßig von Ersatzwahlen abzusehen sei, da­hin aus, daß die Reichsverwaltung die Frage nicht unter dem Gesichtspunkt der Zweckmäßig­keit, sondern lediglich nach den reichsgesetzlichen Vorschriften zu prüfen habe. Darnach beschränke sich die Mitwirkung des Reichskanzlers darauf, daß er die Anzeige des Reichstagspräsidenten über die Erledigung eines Mandates der Lan­desregierung mitteile, deren Behörden dann ihrerseits eine neue Wahl, und zwar nach der gesetzlichen Vorschrift sofort zu veranlasten hätten.

DieWelt am Montag" ist böse daran. Sie hat sich in ihrer letzten Nummer zweimal zu beschweren. Einmal ist ihr Redakteur Alfred Scholz wegen Gotteslästerung zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden und dann beschwert sie sich über die liebevolle Beaufsichtigung seitens der Polizei, die das Watt wieder mal konfisziert hat, weil es eine Skizze Ich bin ein Mädchen für Geld" brachte. Zum zwei­ten Fall meint sie, die Beamten des Herrn v. Iagow würden diese Nummer wieder herausgeben, und sie beruft sich auf einen Brief eines Mädchens, das die r- schrecklichen Zustände der Skizze als wirklich möglich bestätige. Die Urteilsbegründung im ersten Fall er­scheint ihr so wichtig, daß sie sie voll und ganz ab­druckt. Sie meint, es wehe daraus ein Geist mittel­alterlicher Scholastik. Uns erscheint hier der (Seif! derWelt am Montag" und de-er, die sich ihre Lebensanschauungen zur eigenen machen, als äußer?! bezeichnend. In bei Urteilsbegründung wird von dem Artikel derWelt am Montag" ausgeführt:

Die Tendenz desLeider" überschriebenen Ar­tikels geht dahin, dir in dem Eemeindeblatt oen Groß-Trebbow zum Ausdruck gebrachte Empfindung des Bedauerns über den starken Anteil des außerehe­lichen Geschlechtsverkehrs an den Geburten und Trau­ungen zu bekämpfen unter Hinweis darauf, baß Jesus Christus auch aus nn< lichem Geschlechtsver­kehr hervorgegangen sei. Indem in dem Artikel der Welt am Montag" gesagt wird, daß Gott seinen eigenen Sohn unehelich auf Re Erde geschickt habe, und baß es im Himmel gerabe so unsittlich zuzugrben scheine, als in E.-Trebbow u. s. f.

Wir versagen i ns bas Vergnügen nicht, diese Auf­fastungen des Berliner asphalt-demokratischen Blatter niedriger zu hängen.

Deutsches Reich-

Der Kaiser und das humanistische Gym­nasium. Berlin, 25. Aug. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die Ansprache, die der Kaiser ge­legentlich der Uebergabe der neuen Schulfahne an die Primaner des Casteler Friedrich-Gym­nasiums gerichtet hat, ist in den von der Preste daran geknüpften Besprechungen vielfach dahin mißdeutet worden, als ob der Kaiser im allge­meinen einer erhöhten Berücksichtigung der alten Sprachen, insbesondere des Griechischen, auf allen höheren Lehranstalten habe das Wort reden wollen. Deingegenüber ist festzustellen, daß der Kaiser gegenüber den Lehrrern und Schülern eines humanistischen Gymnasiums, zu besten schulplanmLßigen Aufgaben das Studium des Griechischen gehört, lediglich die Eesichts- p.nkte ausgedrückt h"t, auf die seiner Ansicht nach bei diesem Studium das Hauptaugenmerk zu richten. Dem Kaiser hat es durchaus fern­gelegen, seine Ausführungen allgemein auf alle höheren Lehranstalten zu beziehen oder dem hu­manistischen Gymnasium einen Vorzug vor An­stalten mit realen Lehrzielen -inzuräumen.

Zu dem deutsch-russischen Abkommen. Wien, 25. Aug. DasFremdenblatt" schreibt: in Oesterreich-Ungarn fand die Nachricht von dem Abschlüsse eines deutsch-russischen Abkom­mens sympathische Aufnahme bei der Preste, die dabei der allgemeinen Auffastung und Empfin­dung der politischen Kreise adäquaten Ausdruck verlieh. Besonders wird hervorgehoben, daß das Abkommen, wenn es auch keine politischen Ver­einbarungen enthalte, doch gewiß als ein deut­licher Beweis der Festigung und der Besterung dcr deutsch-russischen Beziehungen anzusehen sei. S,,on deshalb mußte der Abschluß bei Oester­reich-Ungarn, dem treuen Alliierten Deutsch­lands, freudige Genugtuung wecken. Von poli­tischer Bedeutung ist auch der Augenblick der Unterzeichnung, welcher der jedenfalls nicht leichten Stellung Deutschlands in den Marokko-

Zu den Mcirolkoverhandlungen.

P a r i s, 25. Aug. Der Minister des Aeußern de Selves legte im Kabinettsrate den Stand der Besprechungen zwischen Frankreich und Deutsch­land dar und versicherte sich der Zustimmung des Kabinetts zu den allgemeinen Grundlagen der Verhandlungen, welche fortdauern.

Von offizieller Seite wird dementiert, daß die Verhandlungen durch Herrn von Schön in Paris fortgesetzt würden. Herr Jules Cambon ist, infolge der Ueberanstrengung unpäßlich ge­worden. Er wird aber Anfang nächster Woche nach Berlin zurückkehren können. Während der Unterhandlungen in Berlin hat Herr Jules Cambon gemäß den Weisungen des Ministers der Auswärtigen Angelegenheiten vom Staats­sekretär von Kiderlen-Wächter weder eine schriftliche Note verlangt, noch hat er eine solche zurückgelasten. Von sämtlichen Unterhandlungen der beiden Diplomaten wäre ohne die Tele­gramme des Herrn Cambon an das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten in Paris und kurzen Aufzeichnungen, die Herr von Kiderlen- Wächter der Reichskanzlei überreicht hat, nicht die geringste Spur geblieben. Bei Wiederauf­nahme der Verhandlungen wird Herr Cambon deswegen die Abfassung eines Resümees nach jeder Sitzung vorschlagen.

Ueber Herrn von Kiderlen-Wächter wird demDaily Telegraph" aus Genf berichtet, daß er mit dem Expreß abgefahren ist. Freifrau von Gemmingen hat dem Korrespondenten mit- gelrilt, ihr Bruder, der Minister, sei durch ein wichtiges Telegramm nach Berlin berufen wor­den. Französische Journalisten verfolgten Herrn von Kiderlen-Wächter auf Schritt und Tritt: Trotzdem gelang es ihnen nicht, sich ihm zu nähern. Die beiden größten Hotels in Genf nahmen für sich den Ruhm in Anspruch, daß Herr von Kiderlen-Wächter bei ihnen wohnte, aber in der Tat hielt er sich bei seiner Schwester in Wengen auf.

Im Allgemeinen befleißigen sich die französi­schen Blätter, wie man annimmt auf einen Wink von oben hin, jetzt einer ruhigeren Sprache. Niedriger gehängt muß aber werden, was die Wien. Neue Freie Presse" an tendenziöser Mache sich Deutschland gegenüber leistet. Dies soge­nannte Interview mit einem englischen Diplo­maten trägt den Stempel der Erfindung an sich. Es heißt darin:England ist ganz auf feiten Frankreichs. Ich muß die Haltung Deutschlands auf das entschiedenste bedauern, um nicht zu sagen, verurteilen. Ich hoffe noch immer, daß die deutsche Vernunft in dieser Kontroverse Sie­gerin bleiben wird, aber man hat allen Grund, Deutschland zur Mäßigung zu ermahnen und nicht Frankreich, das in keiner Weise die Gesetze der Mäßigung überschritten hat. Ich sage es offen heraus, man hat das Gefühl, daß Deutsch­land herausfordert. Dieses ewige Herausfordern fängt an, bedenklich zu werden. Hinter der Ent­sendung desPanther" steht nicht das deutsche Volk, sondern nur eine gewisse Clique, die gleich rücksichtslos in verschiedenen europäischen Zen­tren vorgeht. Die Umgebung des Kaisers hat offenbar zu der Tat von Agadir inspiriert. Es ist auch ein Unglück für die Welt, daß eine ganze Anzahl deutscher Diplomaten an sehr hervor­ragender, exponierter Stelle ihre Regierung über die wirkliche Volksstimmung des Landes, in welchem sie akkreditiert sind, ungenügend un­terrichtet."

Zu diesen grobklotzigen Unverschämtheiten wird derD. T." gemeldet:Man nimmt in Wiener unterrichteten Kreisen an, daß es sich hier um einen Racheakt derNeuen Freien Presse" handelt, hinter welcher bekanntlich nicbts anderes steht, als das internationale Bör­senkapital, der sich gegen die deutsche Diplomatie richtet, weil sich diese bei den Verhandlungen mit Frankreich dem genannten Organe gegen­über ebenso zugeknöpft zeigt wie gegen die Preste überhaupt."

Zu der Auffastung des deutschen Volkes schreibt der nationalliberaleHannoversche Courier":Die ruhige Zurückhaltung und das Vertrauen in unsere Diplomatie ist darüber mögen sich dis leitenden Staatsmänner nicht tauschen gegründet auf den felsenfesten Glau­ben an die Schlagfertigkeit unserer Armee, und

Ausland.

* Boni Papste. Rom, 25. Aug. Der Papst hat heut" nach seiner Erkrankung die erste Messe wieder gelesen.

* Zur Präsidentenwahl in Portugal. Paris, 25. Aug. Der neugewählte Präsident der portugie­sischen Republik, Ariaga, der früher Ab.okat und seit bei Revolution Oberstaatsanwalt war, erklärte .-ach seiner Wahl dem Berichterstatter desMatin", baß er volles Vertrauen zu ben Tugenden des portugiesi­schen Volkes habe und überzeugt sei, baß diesem eine seiner ruhmreichen Ueberlieserungen roüibige Zukunst beschieben sei. Er betonte barnach, baß er einer alten Familie aus dem französischen Viscaya entstamm« unb von leidenschaftlicher Bewunderung für fran­zösischen Geist unb französische Bilbung erfüllt sei. - Präsident Fälliges telegraphierte an ben Präsiden- ten Arriaga von Portugal seine herzlichen Glück­wünsche. Die französische Regierung erkennt so bie portugiesische Republik durch einen Akt von Courtoifi« an. Der französische Geschäftsträger in Lissabon er­hielt den Auftrag, den Ent, ,' der portugiesischen Regierung mitzuteilen.

* Marokko. Berlin, 25. Aug. Die Behauptung, baß bie in Tarudant lebenben Deutschen die StA 4 verlassen hätten, ist, wie bieNorddeutsche Allge­meine Zeitung" mitteilt, nach aus Agadir vorliegen­den telegraphischen Meldungen nicht zutreffend. In Tarudant befinden sich seit einig-r Zeit drei Ange- stellte de» Marokkanischen Minensyndikats (Gebrüder

Marburg

Sonntag, 27. August

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Das Kaiserpaar in Altona.

Altona, 25. Aug.

Das Kaiserpaar traf heute morgen 10y2 Uhr mit Prinz Adalbert und Prinzessin Viktoria Luise hier ein. Auf dem Bahnsteig, der mit Pflanzen und Teppichen wirkungsvoll geschmückt ist, hatten sich zum Empfang eingefunden: Der Kronprinz, Prinz und Prinzessin Eitel Fried­rich, die übrigen Prinzen, der Eroßherzog von Oldenburg, Prinz Friedrich Leopold, die Spitzen der Militär- und Zivilbebörden, Generalfeld­marschall v. Häseler und Fürst FLrstenberg. Der Kaiser trug die Eeneraluniform mit dem Mar­schallstab. Die vom Infanterie-Regiment Nr. 31 gestellte Ehrenkompagnie erwies die militäri­schen Ehrenbezeugungen. Die Majestäten hiel­ten großen Militär- und Zivilempfang ab, worauf der Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie erfolgte. Beim Verlassen des Bahnhofes jubelnd begrüßt bestiegen die Kaiserin, Prinzessin Eitel Friedrich und Prinzessin Viktoria Luise einen offenen Vierspänner: der Kaiser und die Prin­zen fliegen zu Pferde, worauf der Einzug unter dem Geleit einer Eskadron des Hufarenregi- ments Nr. 15 begann. Das Wetter war pracht­voll. Der Einzug der Majestäten setzte sich unter andauernden Rufen des Publikums und tausen­den von Schulkindern unter dem Geläut der Glocken bfB zum Rathause fort Truppenteile des 9. Armeekorps bildeten GDatier. Die Trup­pen präsentierten. Die Musik spielte den Prä­sentiermarsch. Vor dem Rathause hatte der Oberbürgermeister Schnackenburg und die städ­tischen Kollegien Aufstellung genommen. Der Wagen der Kaiserin hielt, der Kaiser ritt heran, ebenso die sechs Söhne. Fürst FLrstenberg und die Herren des Hauptquartiers bildeten einen Halbkreis. Oberbürgermeister Schnackenburg- hielt eine Ansprache.

In seiner Rede führte Oberbürgermeister Schnackenburg aus, nachdem er auf die früheren Anwesenheiten des Kaisers in Altona hingewie­sen, daß Altona infolge seiner Lage neben Ham­burg mit außergewöhnlichen Schwierigkeiten zu

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