mit dem Kreisblatt
für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage". ,
M 197
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Marburg
Mittwoch, 23. August
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46. Jahrg.
1911.
Erstes Blatt.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 63.
Wandlungen.
Den linksliberalen Politikern, deren A und O jetzt eine rücksichtslose Bekämpfung des „schwarz-blauen" Blockes ist, und die sich lieber an die Sozialdemokraten wegwerfen, als auch nur eine Stimme einem rechtsstehenden Kandidaten zu geben, ist bitteres Leid widerfahren. Ihre Phalanx ist durchbrochen. Einer der Ihrigen hat es gewagt, herbe Kritik an der Stellungnahme seiner politischen Freunde gegenüber der Sozialdemokratie zu üben. Am 29. Juli hat der Abgeordnete Eickhoff — dies ist der Abtrünnige — im liberalen Verein zu Remscheid eine Rede gehalten, die durch sein Leiborgan, die „Barmer Zeitung", veröffentlicht wird. Darin hatte er hervorgehoben, daß es für die Liberalen keinen größeren Fehler gäbe, als an die Möglichkeit eines Zusammengehens mit der Sozialdemokratie zu glauben (lebhaftes Sehr richtig!), mit der Partei, die auch jetzt in den Erörterungen über Marokko wieder abseits gestanden habe, die von nationalen Gesichtspunkten nichts wissen will, und die immer wieder die Todfeindschaft gegenüber dem Bürgertums betont. Wenn der Liberalismus wirklich auf die schiefe Ebene gerate und eine Politik der Bündnisse mit der Sozialdemokratie eröffnen würde, so würde das nach Eickhoffs Ueberzeugung ins Verderben führen. Allerdings ist Abg. Eickhoff nunmehr in Konflikt mit dem Gros feiner Partei gekommen, weil er — wie es in der Presse heißt — von einer energischen Bekämpfung des schwarzblauen Blocks nichts wissen wolle, während die übrige Partei diesen Kampf als ihre Hauptsache betrachte.
Von verschiedenen Seiten werden nun die Ausführungen Eickhoffs kommentiert und — von feinen Parteifreunden — in teils sehr scharfen Ausdrücken zurückgewiesen.
Das „Dortmunder Tageblatt" meint, daß man von Eickhoff im Bezirk Hagen wegen seiner Quertreibereien überhaupt nichts mehr wissen wolle. Gefalle es Herrn Eickhoff nicht mehr in fortschrittlicher Gesellschaft, so möge er sie ganz meiden und seinem Herzen folgen. Die Fortschrittliche Volkspartei brauche sich deswegen nicht zu grämen) denn sie verliere nichts als einen Querkopf. Aehnlich schreibt die „Dortmunder Zeitung".
18 (Nachdruck verboten.)
;; Die Ahmimrrs.
Roman von Courihs-Mahler.
(Fortt etzung.)
Eroßtanting hatte still zugehört. Run sagte sie lächelnd:
„Wie gefällt di: Bettina eigentlich — ich meine Ihr Aeußeres, — Das war ja wohl so ziemlich das einzige, was du nicht von ihr kanntest, weil ich dir das durch meine Briefe nicht so beschreiben konnte wie ihren Karalter"
„Zch harte sie mir anders vorgestellt, kleiner, zarter — unfertiger will ich sagen Sie ist reizend — ohne Zweifel — wenn auch nicht direkt schön. Und dann hat sie etwas in ihrem Wesen, etwas Rührendes, Hilfloses. Man möchte die Hände über sie halten, daß ihr nichts böses widerfahren könnte. Das fesielt uns Männer mehr wie die stolze SSoitung einer vollendeten Schönheit. Ich glaube ganz sicher, daß ich sie verwöhnen möchte, wie ei.r großer Bruder seine junge, geliebte Echw-ster. Hat sie viel Verehrer?"
„Zch glaube nicht. Wie soll sie auch dazu kommen. Sie lebt still zu Haus bei mir. Rur wenn hier im Hause Gesellschaft ist, kommt sie unter junge Leute. Und da gibt sie sich unfrei, bedrückt. Sie empfindet sehr tief. Nähert sich ihr ein junger Mann, glaubt sie, et tut es aus Rücksicht darauf, "aß sie eine Verwandte des Hauses ist. Und meist hat sie recht damit Man weiß eben, daß sie ein armes Mädchen ist. Der einzige junge Mann, der ihr gefällt und mit bem sie sich gern unterhält, ist Leutnant von Bühren. Dieser ist mit ihrem Bruder zusammen Kadett gewesen. Das hat sie ihm näher gebracht. Sie liebte ihren Bruder Hans leidenschaftlich. Ueberhaupt birgt sie unter ihrem stillen Wesen eine Lmpsindunzstiefe, die mich für sie fürchten läßt."
„Was für «in Mensch ist dieser Leutnant von Bühren?"
Ob die Aeußerungen Eickhoffs von wirklich prinzipieller Bedeutung sind, kann man sehr bezweifeln, da er in seinem Wahlkreise gegen einen Sozialdemokraten zu kämpfen hat und seine Ausführungen dadurch beeinflußt sein konnten. Das „Demokratische Wochenblatt" der Gerlach-Breitscheidleute weiß nämlich zu berichten:
„Als Eugen Richter noch lebte, spielte Herr Eickhofs gelegentlich den heimlichen Barthianer. Er kam zu Barth wie Nikodemus zu Jesus in der Nacht, und erklärte ganz vertrauten Personen gegenüber, daß er für die Idee des Zusammengehens mit den Sozialdemokraten allerlei Verständnis habe. (Sein Wahlkreis war damals Mülhausen-Langensalza, und ohne die Unterstützung durch die Sozialdemokraten bei der Stichwahl war dort für den Freinn nichts zu machen.) Dann kam der Umschwung, 1907 wurde der Remscheider Professor doppelt gewählt. Als einziger. Mülhausen-Langensalza und Lennep- Remscheid rissen sich um die Ehre, von ihm vertreten zu sein. Der so heiß Begehrte entschied sich für seinen heimatlichen Bezirk, obwohl die Mülhauser erzählten, daß er ihnen Treue gelobt habe. Im Parlament war dann Eickhoff, der seinen Doppelsieg nicht zuletzt der freundlichen Hilfe des Keimschen Flottenvereins verdankte und der seine politische Inspiration an dem Stammtisch empfing, dem der bülowoffiziöse Vertreter der „Frankfurter Zeitung" vorsitzt, einer der eifrigsten Anhänger des konservativ- liberalen Blocks. Keiner war betrübter als er, als die Sache aus dem Leim ging."
Die Entwicklung der anderen Herren, die jetzt in einem festen oder losen Bündnis mit den Genossen nicht nur nichts Bedenkliches, sondern in vielen Füllen sogar die Rettung sehen, ist eben eine umgekehrte. Nicht mit Unrecht erinnert die Preffe heute daran, daß der freisinnige Abgeordnete Wiemer, als Führer der Fortschrittspartei, bei der ersten Beratung des Etats im Reichstage am 25. Februar 1907 folgendes ausführte:
„Wir sind als Fortschrittsmänner immer Gegner der Sozialdemokratie gewesen und werden es auch bleiben, so lange die Partei sich nicht von Grund aus ändert . . . Unsere Gegnerschaft gegenüber der Sozialdemokratie beruht in der Meinungsverschiedenheit über das Endziel der Partei und die marxistische Grundrichtung der Sozialdemokratie, sie beruht in der Anschauung über den Klaffenkampf und seine zersetzende Wirkung, wie er von der Sozialdemokratie gepredigt wird, die unserer Ansicht, daß Arbeitgeber und Arbeiter gemeinsam arbeiten sollen, direkt entgegenläuft. Unsere Gegnerschaft beruht auf den Erfahrungen, die wir aus der Agitation der Sozialdemokratie geschöpft haben,
„Ein lieber Kerl. Offen, lustig, geschert, hübsch und stattlich. Aber arm, sehr arm. Und deshalb bin ich froh, daß Bettina selten mit ihm zusammenkommt."
„Du meinst nicht, daß sie ihn schon jetzt liebt?"
„Das glaube ich bestimmt nicht. Dazu plaudert sie zu unbefangen von ihm und gesteht zu offen ein. daß sie ihn nett und sympathisch findet. Aber daß er ihren Bruder gekannt hat, macht ihr ihn sehr wert. Und die Liebe sucht sich oft sonderbare Wege, um in ein Menschenherz zu gelangen. Es würde mir sehr leid tun, wenn Bettina sich nun auch noch in eine aussichtslose Neigung verstrickte. Ihr Leben ist ohnedies schon an Schmerz reich genug gewesen."
„Ja, ein armes Hascherl ist sie schon, und wenn sie dich nicht hätte! — Lieber Gott — von meiner Mutter wird sie nicht viel Liebe erfahren haben, so lange sie im Hause ist. Dazu kenne ich Mu tetr zu gut. Wie hat sich denn Georg zu ihr gestellt — ah — Georg — den hatte ich wahrhaft ganz vergessen. Ist er nett zu ihr?"
Eroßtanting zuckte die Achseln.
„Der Georg? Na — du weißt ja, er ist kühl bis an das Herz hinan. Und stolz. — Für ihn existiert so ein armes Mädchen kaum. Mehr wie Luft ist sie ihm nicht."
„Wo ist er denn?"
„In der Fabrik. Er ist sehr gewissenhaft."
Ernst lachte.
„Und große Sehnsucht wird er nicht nach mir verspüren, kann ich mir denken."
„Das ist ja auch begreiflich. Sehr gut habt ihr euch nicht vertragen."
„Nein — leider nicht. Ich glaube, ich habe ihn Oft verprügelt."
„Ja — ein Unhold bist du immer gewesen. Ich hoffe doch, du wirst dich auf friedlichen Fuß mit deinem Bruder stellen."
„Prügeln werden wir uns gewiß nicht mehr," sagte er lachend.
auf dem Terrorismus und der Zügellosigkeit ihres Auftretens ... in der Erkenntnis, daß die sozialdemokratische Partei, wie sie heute ist und heute geführt wird, dem Staat und seinen Einrichtungen, die wir erhalten wollen, feindlich ist, auch feindlich ist liberalem Wesen und den Bestrebungen, die wir verfolgen." (Lebhaftes Bravo! links.)
Und wenn Herr Geh. Rat Rießer vom Hansa- bund die Sozialdemokratie zur positiven Arbeit heranziehen möchte, vor allem doch auch zum Kampf gegen rechts, so pries an denselben Tagen des Jahres 1907 der Abg. Baffermann die Wahlen mit ihrem Niederringen der Genoffen:
„Sie hat der nationale Zorn unseres Volkes in ihrem Fraktionsbestande schwer betroffen..."
„Das war das Bürgertum, dem die Bedeutung dieser Wahl und wohl auch die Bedeutung der sozialdemokratischen Gefahr nach und nach klar wird."
So hat sich bei den Führern manches geändert. Ob die Wähler ihnen folgen, bleibt abzuwarten.
Zu den Marokko-Verhandlungen.
Noch immer besteht namentlich im Auslande eine starke Spannung, die sich in London z. B. dadurch äußerte, daß das Gerücht, zwisihen Deutschland und Frankreich sei der Krieg ausge- orochea, völlig geglaubt wurde. Die „Daily Thronicle" schreibt darüber: „Gestern abend verbreitete sich ein absurdes Gerücht von einer zwischen Frankreich und Deutschland entstandenen schweren Krisis. Es rief große Aufregung hervor unk verursachte den Zeitungen, deren Tclephoi e den ganzen Abend nicht Ruhe hatten, viel Mühe. Das beunruhigende Gerücht ist grundlos."
Die Reden der französischen Führer von Kriegsbereitschaft usw. tuen das ihrige. Kriegsminister Meffimy hielt in Trevoux eine Rede, worin cr ohne irgendwelche direkte Anspielung auf äußere politische Angelegenheiten erklärte, er habe nicht ohne Bedenken die schwere Verantwortung seines Portefeuilles übernommen. Aber er habe heute die Gewißheit, daß die Nation vollstes Vertrauen auf ihre Kraft und ihre Zukunft hege. Frankreich sei eine friedliebende Nation, allein sie bleibe stolz auf ihre ruhmreiche Vergangenheit und denke nicht daran, auf eine ihrer großen lieber! ieferungen zu verzichten. Im Vertrauen auf sich selbst sei es allen Möglich feiten des kommenden Tages gewachsen. — In der Sitzung des Eeneralrats kam der frühere Ministerpräsident Monis, der Vorsitzende des Eene- ralrats, auf bte Stellung Frankreichs zum Auslande zu sprechen, die er für ernst hielt, deren
„Nein, ernstlich."
„Nun gut, auch ernstlich. Sei unbesorgt, Eroß- tant.ng, zu einem dramatischen Bruderzwist kommt es nicht zwischen uns. Dazu ist Georg zu leidenschaftslos, und ich habe gelernt, mich selbst im Zaum zu halten."
„Wohl dir, min leine Jung. Aber nun gehe zu deinen Eltern hinüber. Ich will dich heute nicht egoistisch für mich allein in Anspruch nehmen. Du wirst mit Vater und Mutter noch manches zu besprechen haben, tcas ich aus deinen Briesen schon a-ifc."
Ernst erhob sich rasch.
„Du hast recht. Ich vergaß, daß ich dir nur guten Tag sagen wollte. Es ist zu mollig und behaglich bei dir."
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Frau Adolphine hatte eine pikierte Miene auf gesetzt, als Ernst wieder ins Wohnzimmer trat. Aber et bermerkte das gar nicht, plauderte mit feinem Vater über seine Pläne und Zukunftsideen, und zwar in so warmer, herzlicher Weise, daß seine Mutter sich schließlich sehr lebhaft mit am Gespräch beteiligte. Ernst führte aus, daß er sich entweder in Berlin oder in seiner Vaterstadt als Baumeister niederlassen wollte. Die Entscheidung behielt er sich vor, obwohl ihn die Eltern drängten, hier zu bleiben.
„Hier wird es dir nicht an ehrenvollen Aufträgen fehlen. Wir gehören zu den ersten Familien der Stadt, und das wird dir die Weg« ebnen."
Ernst lachte.
„Weiß! du, Mutter, das wü"de mir eher gegen als für sprechen. Meine Arbeiten sollen für mich reden, nicht meine Familie."
„Aber im Anfang ist es doch gut, wenn du schon bekannt bist," meinte Peter.
Ernst zog ein Notizbuch aus seiner Tasche und hielt es lächelnd dem Vater hin, indem er es aufschlug.
„Schau, Vater — das sind alles feste Aufträge.
Schwierigkeiten man aber nicht zu übertreiben brauche. Die Regierung werde alle Franzosen um sich scharen, um Frankreich die Wohltat des Friedens zu sichern, der auf der Grundlage des Rechts gegenüber jeder Ungerechtigkeit gewahrt bleiben müsse. Mit dem Rechte und dem Frieden prunk' tr ..t gewöhnlich, wenn sich die wirklichen Absichten möglichst weit davon entfernen. Mit Recht hat das Vorgehen Frankreichs in Marokko wenigstens nichts zu tun.
In Deutschland ist man ruhiger, wenn auch gespannt. Wie die „Nationalzeitung" mitteilt, sind die Vertrauensmänner der nationallibera- len Partei aus Berlin und der Provinz Brandenburg zum Sonntag, den 27. August zusammen- denburg zum Sonntag, den 27. ugust zusammenberufen worden, um zu der augenblicklichen Gestaltung der auswärtigen Politik und zur Marokkofrage Stellung zu nehmen.
Die Sozialdemokratie sieht die Gelegenheit gekommen, in großen Volksversammlungen gegen die leichtfertigen Versuche, Deutschland in einen Krieg zu Hetzen, zu protestieren. Wie anders malt sich doch in diesen Köpfen die Welt, immer genau umgekehrt wie die Wirklichkeit. Nicht ganz uninteressant ist es einige Sätze aus der Rede des Redakteurs Däumig zu hören, der als einziger Redner in einer Berliner Versarn» lung sprach. Er führte nämlich aus: „Die Gewerkschaften würden unter einer Mobilmachung ganz außerordentlich leiden, da ein sehr großer Teil ihrer Mitglieder als Reservisten und Landwehrleute eingezogen werden würde, Beiträge würden nur noch in geringem Maße eingehen, dagegen hätten sie ungeheuere große Unterstützungen den Arbeitslosen zu zahlen. Für die sozialdemokratische Partei wäre aber der Ausbruch eines Krieges eine Frage von Sein oder Nichtsein. Es ist deshalb dringend notwendig, die Arbeiter einmal für den politischen Massenstreik vorzubereiten, der — „das mögen sich die Herrschenden gesagt sein lassen — kein Spaß ist". Die Nichtsozialdemokraten werden sich das hoffentlich sehr gesagt sein lassen.
Doch es wäre ungerecht nur von den bramarbasierenden Resolutionen der Genossen zu reden. Es sei auch erwähnt, daß Bernstein im „Vorwärts" darauf aufmerksam macht, daß Marokko auch einen Markt für die Produfte des Eewerbe- fleißes anderer Länder bildet, und daß die Frage, wie die deutsche Ausfuhr in Marofto behandelt wird, auch die Arbeiterschaft dringend angeht. Er spricht von der Magerkeit des Trinkgeldes, das der Deutsche dort erhalten soll, er mahnt seine Freunde, trotz ihrer Oppofitionsstel- lung zur Reichsregierung nicht den Anwalt des Auslandes zu spielen. — Maurenbrecher und Frau stellen für den Parteitag das Verlangen, die
Habe ich die alle erledigt, bann, denke ich, bin ich bekannt genug. Du mußt nicht denken, daß das Theater mein Erstlingswerk ist. Ich kann auch meine Zeit' nicht vollständig in den Dienst dieser Theaterbaues stellen. Mit bem Geheimen Baurat Bürger teile ich mich in bie Oberleitung. Jex Woche muß ich auf ein ober zwei Tage nach Berlin fahren, wo eben jetzt nach meinem Entwurf ein großes Warenhaus gebaut wird. Jedenfalls richte ich mit aber hier vorläufig ein Büro ein — ich denke, ein passendes Lokal dazu werde ich in der Nähe des Theaterneubaues finden."
„Aber du wohnst doch bei uns,“ rief Adolphine unruhig.
Er lächelte urb streichelte sanft über ihre Hand. „Möchtest bu es beim?"
„Aber Ernst — solch eine Frage."
„Ja, Mutter — ich weiß doch nicht, ob ich dir zuviel Unruhe ins Haus bringe. Ich bin ein geräuschvoller Mensch — das hat sich noch nicht ge- ändert. Und früher warst du mir oft darüber böse. Bei euch geht alles so still und ruhig zu. Aber wenn du es darauf ankommen lassen willst, bleibe ich natürlich gern."
Frau Adolphines Hand lag noch immer unter der ihres Sohne«. Und sie zrg sie nicht fort, sondern fühlte wohlig die Wärme dieser schlanken großen Männerhand
„Es ist ja so viel Platz im Hause. Du kannst zwei Parterrezimmer bekommen, wenn bu nicht mit E-.org in de: zweiten Etage wohnen willst"
„Schön — bann bin ich für die Parterrezimmer — da störe ich euch am wenigsten und kann kommen und gehen wie ich will."
Gleich darauf kam Georg nach Hause.
Bei seinem Anblick wallte es doch wann in Ernste Herzen auf. Aber Georg legte nur mit kaltem, m ttem Lächeln seine krallenartigen Fingerspitzen in des Bruders Hand.
(Fortsetzung folgt.)