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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Marburg

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17 9Tltnitft feit fiir Platz-, Datenvorschrift und Betegliefenina ausgeschlossen. 4/UnnvlSlug, 1 < < <iuguj4 Zahlungen im Postlcheckuerkehr ohne Portokoften unter Nr. 5015

1911

des Poftsckieckamtes Tkranksurt a. M.

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(Nachdruck verboten.)

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diese lebhaft hervorgesprudelte

gehen. Ich erwiderte, der Ausweg, mich preußischen Dienst zurückzuziehcn und mich auf Stellung des Reichskanzlers zu beschränken, sei Einwendungen seitens der Bundesregierungen des Reichstags gestoßen. Man erachte es

vom die aus und für

Glückwunsch, verehrt« gnädige Ernst Aßmann wird bald in Sie können stolz sein auf Ihren

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wünschenswert, daß der Kanzler eine amtliche Stellung habe, worin er die Abgabe des preußischen Votums kontrollieren könne, und auch ich könne nichr «ine Stellung annehmen, worin ich verpflichtet sein würde, vom preußischen Minister Instruktionen zu

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darum seine Ausbreitung in Afrika für uns al» »ar­te ilhaft.

Wir werden Bismarcks Gedanken über Ver­schieden«, die Reichsverfassung betreffende staats­rechtlich« fragen vernehmen, sein Bedauern über das gestörte Gleichgewicht zwischen Krone und Parlament, über den Abschluß der Caprivischen Handelsverträge und die Einbringung der Miliiärvorlage vom Jahre 1892. Bon preußischen Fragen wird die Landge­meindeordnung seine Kritik herausfordern, da» Ueberwuchern der Bureuukratie auf dem Lande, die unglückliche Polenpclitik Caprivis, die Sperrgelder­vorlage, di« Preisgabe des Welfenfonds, der Volks- schulgeseß- und der Einkommensteuerentwurf."

Potsdamer Verhandlungen von 1910 gerade in diesem Augenblick zu veröffentlichen.

DerBerl. Lok.-Anz." meldet aus London: Der Korrespondent des Blattes hört von einer der Regierung nahestehenden Seite, daß diese mit der Haltung der französischen Regierung in der Marokkoangelegenheit weniger zufrieden ist, als die englische Presie glauben machen möchte. Das Auswärtige Amt hegt ein starkes Miß­trauen, daß Frankreich sich über England hinweg mit Deutschland verständigen könnte. Herrn Asquiths jüngste Erklärungen im Unterhaus über Englands Haltung in der Marokkofrage war ebenso gegen Frankreich wie gegen Deutsch­land gerichtet.

DieTägliche Rundschau" erhält folgendes Telegramm aus Tanger: Aufruhr im Susgebiet, hervorgerufen durcki französische Agences Provo­kateurs. Ein deutscher und ein österreichischer Angestellter von Mannesmann sind im Lager Tarudat eingeschlossen. Letzerer bat den öster­reichischen Konsul um Hilfe. Ein französische Hilfsaktion zugunsten eines mit eingeschlosienen algerischen Dolmetschers ist zu befürchten, wenn Deutschland und Oesterreich nicht einschreiten.

meinen innigsten grau. Der Name aller Mund« s«in.

Lohn."

Adolphin« hatte

Rede mit unbeschreiblichen Gefühlen angehört. Ein Lausen und Surren fuhr ihr durch den Kopf und die Lichter im Saal drehten stch einig« Stunden in schneller Jagd vor ihren Augen. Aber Eroßtanting hatte recht gehabt, wenn sie auf Frau Adolphines Eelbstbeherrschuna baute. Kein Zug in ihrem Ge­

sicht verttet die Gefühle, die in diesem Moment auf sie einstürmten. Lächelnd und einige Worte des Dankes sagend ließ sie sich die Hand küsien. Sie durfte mit keinem Atemzug verraten, daß ihr diese Nachricht neu und überraschend kam, wenn sie nicht offenbaren wollte, daß zwischen Ernst Aßmann und seinen Eltern ein Zerwürfnis bestand.

Und neben dem Stolz auf den Erfolg ihres Soh­nes erwachte noch einmal all der Groll über sein eigenmächtiges Verhalten. Diese beiden Eefühle rangen in ihrer Seele um die Herrschaft. Sie war zu kleinlich, um in diesem Moment zu vergeßen, wie sehr sie sich über den Ungehorsam ihres Sohnes ge­ärgert hatte. Fast wäre es ihr lieber gewesen, er hätte draußen im Leben Schiffbruch gelitten und kehrte gedemütigt heim, als daß sein Eigenwille durch Erfolg gekrönt wurde. Aber natürlich durfte kein Mensch rerfen, was in ihr vorging. Sie mußte sich des Erfolges ihres Sohnes vor aller Augen freuen.

Und plötzlich dachte sie mit Schrecken an ihren Mann und Georg. Wenn diese beiden die Nachricht von Ernsts Erfolg so plötzlich vorgesetzt bekamen, würden fic stch nicht in der Ueberraschung ver­raten?

Sie geleitete mit liebenswürdigen Worten ihren East zu einer Gruppe von Herren und Damen, denen er seine Neuigkeit mitteilen konnte und entschuldigte sich, um ihren Mann aufzusuchen. Er stand lächelnd hinter Eroßtantings Sesiel und unterhielt sich mit ihr und ihren Freunden. Adolvhin« trat zu ihm heran.

Einen Augenblick, Peter," sagte st« und führte ihn abseits.

Peter Aßmann kannte seine Frau sehr genau. Er allein merkte an dem unruhigen Blick ihrer Augen, daß st« au» ihrem seelischen Gleichgewicht gerissen war.

mit ckl en. este ns rg- S04 t*. int,

Was wünschest du, liebe Adolphine?"

Sie sah an ihm vorbei auf all die plaudernden, lachenden Menschen.

Soeben erfuhr ich vom Geheimen Baurat Bür­ger, daß Ernst sich unter den Bewerbern befand, die sich am Preisausschreiben für unser neues S^adttheater beteiligten. Sein Entwurf erhielt den ersten Preis und ist zur Ausführung bestimmt worden. Das wollt ich dir sagen, damit du dich in der liehet« raschung nicht verrätst. Es ist nicht nötig. daß man jetzt noch erfährt, daß Ernst gegen unseren Willen Archiekt wurde."

Peter 'ah lächelnd in ihre anruhigen Augen.

Du brauchtest deshalb ni ht in Sorge zu kein. Ich suche schon eine ganze Weile nach einer Gelegen­heit, unbemerkt mit dir svrechen zu können, um br dieselbe Mitteilung zu machen. Ich wußte bereits davon durch Eroßtanting."

Adolphine sah starr in sein Gesicht.

Woher wußte sie davon?"

.Durch Ernst selbst."

Ur Eeücht rötete stch. Der scharfe Zug um den Mund vertiefte sich.

Also ihr hat er mitgeteilt und wir müssen es von fremden Menschen erfahren!" rief fie heftig.

Er sah mit stillem ernsten Vorwurf in ihre Augen.

.Dante Emma hatte ein größeres Anrecht darauf als wir. Ihr hat es Ernst zu danken, daß er feine Srudien vollenden konnte, denn ste hat ihm die Mit­tel dazu gewährt. Wir haben ur« ja auf den Etand- prntt des Fremdseins mit ihm gestellt. Mit keinem Wort haben wir seine monatlichen Berichte er­widert. Es darf uns nicht wunder nehmen, wenn er «ns in zweiter Linie berückstchttgt. In einigen Tagen ist sein laufender Monatsbericht fällig, dann wird er uns schon Mitteilung machen. Rach allem konnte er nicht erwarten, daß uns sein Erfolg mehr

akzeptieren, an deren Herstellung ich nicht teilge­nommen, daher würde auch dieser Ausweg nicht frei von Schwierigkeiten sein. Der Finanzminister er- klätte, daß die Verordnung vom 8. September 1852 keineswegs über das, was notwendig sei, hinaus­ginge, und da feine auswärtigen Angelegenheiten in Betracht kämen, könne er nur dem Staatsminister v. Bötticher zustimmen, daß ein Kompromiß gesucht werden sollte. Ueberdies, wenn der Rücktritt nichr aus Eesundheitsrücksichten, sondern aus politischen Eründen und von allen Aemtern stattfände, dann werde das ^taatsministerium selbst zu erwägen haben, ob es nichr an diesem Schritt teilnehmen solle Vielleicht würde dies dazu beitragen das verhäng­nisvolle Ereignis abzuwenden. Der Kultus- und der Iustizminister meinten, daß die in bezug ge­nommenen Differenzen allein einem Mißverständnis zuzuschreiben seien, welches vielleicht für Se. Majestät aufgeklärt werden könnte. Der Kriegsminister fügte hinzu, daß Majestät seit langer Zeit kein einziges Wort fallen gelaßen habe, das irgendwelchen Bezug auf krieoerische Verwicklunoen mit Rußland gehabt hätte. Der Minister der öffentlichen Bauten, May­bach. bezeichnete meinen Rücktritt als ein Unglück für die Sicherheit des Landes und den Frieden Europas, jeder mögliche Versuch, ihn abzuwenden, sollte ge­macht werden. Unter dreien Umständen alaubte er, daß die Minister ihre Aemter Sr. Majestät zur Ver­fügung stellen sollten, und er wenigstens sei ent­schloßen. dies zu tun. Der Landwirsschafisminister erklärte, daß, wenn ich überzeuet wäre, daß mein Rücktritt an höchster Stelle gewünscht würde, mit dieser Schritt nickst abgeraten tr rben könne. Ab r auf (eben Fall würde das Ministerium dann zu er= wäoen haben, welche Schritte es zu ergreifen habe.'

Daran reiht sich nakuraemäß di- sich um die Ent- lastung drehende Korrespondenz zwischen Kaiser Mll»elm II. und dem Kanzler, die bereits voll­ständig publici jurts ist.

In den die Zeit noch t«t- Berabschiedung be­handelnden Kapiteln wird stch Bismarck des näheren aussprechen über die Abwendung seiner früheren Freunde, über sein Recht zur freien Meinungs­äußerung gegenüber einheimischen und fremden Iontnalisten, die Benützung derHamburger Rach richten" als Leiborgan, die Gründe, welche ihm das Erlcheinen im Herrenhaus und Reichstag inopportun erscheinen ließen, die Urias-Briese Cavrivis vom Jahre 1890 und 1892 (Einwirkung in Wien), * * * * sie Angriffe derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" aus Anlaß feines berühmten Wiener Interviews mit dem Herausgeber derNeuen Freien Preße" Benedikt. Endlich den Besuch im kön'glichen < chloße am 26. Januar 1894 und die von da ab wieder ein getretene zeitweilige Besserung der Beziehungen zu Sr. Majestät. Darauf werben w'r noch einmal das Cttick haben, einen akademischen Vortrag des Alt­meisters über die auswärtige Politik bej Deutschen Reiches nach feiner Entlastung zu lesen. Er warnte vor einem Abbrechen der Brücken zwischen Deutsch­land und Rußland infolge der im Jahre 1890 unter­lassenen Erneuerung des deutsch-russischen Eeheim- vertrages, pries den Dreibund als durch kein« andere Kombination ersetzbar, erwartete sich von England für uns keine Früchte, bezeichnet« Frankreich nach wie vor als eine stete Gefahr und betrachtet« eben

Die Marokkoverhandlmmen.

Paris, 15. Aug. liebet die deutsch-franzö­sischen Unterhandlungen schreibt heute derPetit Parisien", der dem Auswärtigen Amt in Paris nahe steht:

Die Nachrichten aus Berlin und Paris, wo­nach die französisch-deutschen Verhandlungen nahe vor dem Abschluß stünden, und daß es nur noch der Festlegung einiger Einzelheiten be­dürfe und um Regelung einiger untergeordneter technischer Fragen, sind vollständig unrichtig. Wie wir aus bester Quelle erfahren, haben seit drei Wochen die Unterhandlungen zwischen Cambon und v. Kiderlen-Wächter keinerlei Fortschritte gemacht. Wir wißen, daß der leb­hafte Depeschenaustausch noch lange nicht be­endet sein wird und halten es vorläufig für wenig wahrscheinlich, daß beide Regierungen eine befriedigende Formel finden. Wenn zwei Unterhändler nicht zu einer Verständigung ge­langen können, so rufen sie die Autorität eines Schiedsgerichtes an. Zwischen zwei so friedlich gesinnten Nationen wie Deutschland und Frank­reich wird das wohl auch der Fall werden. Das einzige zuständige Schiedsgericht ist eine Ver­sammlung der Unterzeichner der Algeciras-Akte, die allein befähigt sind, die Algeciras-Akte aus­zulegen."

Wien, 14. Aug. Der Berliner Korrespon­dent derNeuen Freien Preße" erfährt an maß­gebender Stelle, daß eine Marienbader Reise des Staatssekretärs v. Kiderlen-Wächter nicht beab- fichttgt sei. Derselbe Korrespondent bestätigt, daß im Laufe dieser Woche der Tag sei aber noch nicht festgesetzt eine neue Besprechung zwischen Cambon und Kiderlen-Wächter statt- finden werde. Einen entscheidenden Charakter werde aber auch diese Besprechung nicht haben. - Pariser Meldungen, wonach eine Veröffent­lichung über den Stand der Marokkoverhand- kungen unmittelbar bevorstehe, sind, wie die Neue Politische Korrespondenz" schreibt, auch diesmal verfrüht. In der bekannten Verlaut­barung des Wolffschen Bureaus war die prin­zipielle Annäherung zwischen den beiden verhan­delnden Teilen angekündigt und in Aussicht ge­stellt worden, daß nach Beendigung der genauen Prüfung der Angelegenheit zunächst eine An­frage bei dem Kaiser stattfinden sollte. Bevor dies nicht geschehen ist, wird eine Veröffent­lichung nicht erfolgen.

Paris, 15. Aug. Bemerkenswert ist die Meinung desJournal des Debüts", das aus­führt, daß Rußland auf einen trotz der momen­tanen Schwierigkeiten befriedigenden Ausgang der deutsch-französischen Verhandlungen mit Sicherheit rechnet, weil man sich sonst in Peters­burg nicht bereit gezeigt hätte, das Ergebnis der

Die Aßrnauus.

Roman von Lonrths-Rahler.

(Sortierung.)

Als Frau Adolphine Eroßtanting verlassen hatte, sah sie noch ei-en verspäteten East kommen. Es war bet Geheime Saurat Bürger. Sie ging auf ihn zu. um ihn zu begrüßen. Er küßte ihr bi« Hand unb sah aus seinem klugen, scharfmarkierten Gesicht mit lachenden Augen in die ihren.

,Jch habe mich verspätet, meine gnäbig« Frau Mein« Gattin würbe in letzter Stunde noch unwohl. Rein nichts Schlimmes Kopfweh Migräne, ihr altes Leiden. Sie bedauert sehr. Aber ich wollte heute nicht fehlen hoffentlich komme ich noch zu­recht. um Ihnen als Erster zu gratulieren zu dem Erfolg Ihres Sohnes. Eminente Leistung auf Ehre. Das ganze Preisrich tfettegium ist rein aus dem Häuschen vor Entzücken. Wir werden ein Theater haben, wie keine zweite Stadt in Deutsch­land. Einstimmig wurde der Entwurf Ures Soh­nes angenommen und zur Ausführung bestimmt. Es »ar ein Jubel, als sich herausstellte, daß ein Sohn unserer Stadt den Preis davongcttagen hat. Alfs

Der 3. Band von Bismarcks Gedanken itnb Erinnernnqen.

Der kürzlich verstorbene Bismarckforscher von Poschinger hatte kurz vor seinem Tode der Neuen Freien Preße" in Wien einen Artikel zu obigem Thema geschrieben, der jetzt veröffent­licht wird. Interessant dürfte folgende Aufzeich­nung des Fürsten sein über den letzten Minister­rat unter Bismarcks Vorsitz am 17. März 1890, kurz vor der zweiten Aufforderung an ihn, seine Aemter niederzulegen. Bismarck bemerkt:

Der Vizepräsident des Siaatsministeriums er­klärte, daß er und feine Kollegen über meinen Rück tritt tief betrübt wären. Er habe bis dahin gehofft, daß die einzigen Meinungsverschiedenheiten zwischen Majestät und mir mit der heimischen inneren Politik verbunden seien und daß sich daher das von mir an­gebeutete Arrangement, nämlich baß ich mich auf bte Kontrolle der äußeren Angelegenheiten be­schränken sollt«, als befriedigende Lösung Heraus­stellen würde. Mein Rücktritt von allen meinen Aemtern schlösse unberechenbare Schwierigkeiten «in unb, obwohl er reine Verstimmung verstehe, könne er mich nur dringend bitten, ein Kompromiß einzu­

Polilische Umschau.

Eduard Bernstein und der Krieg.

Die sozialdemokrattsche Parteileitung hat tor kurzem in einem Aufruf erklär!, baß heutzutage gegen den Willen der breiter Volks.aasten fein Krieg mehr möglich sei. Dem widerspricht nun Ge­nosse Eduard Bernstein imVorwärts", in dem er ausführt, bte Sozialdemokratie habe wohl einen starken Einfluß auf politische Entscheid!! gen unserer Zeit unb könne wohl auch einer. Krieg mehr oder weniger populär machen, niemals aber sei sie im­stande, jedweden Krieg ohne Unterschieb zu verhin­dern. Auch in Frankreich würde dies der sozialistischen Arbeiterschaft nicht möglich sein. Weiter schreibr Genosse Bernstein:

Es gibt verschiedene Arten von Frieden, und wenn die Sozialdemokratie Frieden sogt, so muß Re auch hinzufügen, trie nach ihren Grundsätzen der postulierte Friede beschaffen sein soll. Wenn z. B diesmal der Friede dadurch geschert wird, daß Frank.eich Deutschland gewisse Landstriche im Kon w- gebiet abtritt unb dafür von Deutschland freie Hand für di« Befestigung seiner Schutzmachtsfellung in Marokko erhält, so wäre das sicher ein kleiner«» Hebel als ein Krieg, aber es ist keine Lösung, mit welcher die Sozialdemokratie sich befriedigt erklären kann."

In einem zweiten Artikel glossiert Eduard Bern­stein die Marottopolttik der deutschen Regierung. Er polemisiert habet scharf gegen die Anmaßung Eng­lands. Wenn das offizielle England Deusschland in Bezug auf Agadir unb dessen HinterlandHände weg!" zurufe, so habe es in unseren Augen jedes moralische Recht dazu dadurch verwirkt, daß ee Frankreich erlaubt hat unb weiter erlaubt, im größ­ten und zivilisiertesten Teile von Marokko den Be­stimmungen des Algecirasverirages ins Gesicht zu schlagen. Es stütze sich ausschließlich auf das Recht, das Macht zur E-unblage hat, aber auf fein in Ver­trägen ober sittlichen Grundsätzen wurzelndes Recht

Man kann auf die Folgen dieser Artikel gespannt sein, besonders aber darauf, wie sich die iozialbemo- kratische Parteileitung dazu stellt; denn der Unter­schied zwischen dem Ausrufe der Parteileitung und der Stellungnahme Bernsteins ist so gewaltig, daß et nicht übersetzen werden kann.

Eine Schwalb« macht keinen Sommer.

London, 15. Aug. DieDaily News" veröffentlicht eine Zuschrift der liberalen Par-

und den Beilagen;Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Kandwirtschastliche Beilag«

interessieren würde, als alles, was er bisher draußen

getrieben unb erreicht hat. Sei also nicht ungerecht,

Adolphine, und freue dich mit mir, daß unser Sohn ein tüchtiger Mensch geworden ist. Es hätte auch anders kommen können. Ich weiß im Grunde grollst du ihm, gleich mir, längst nicht mehr, willst es nut nicht eingestehen."

Frau Adolphine biß die Zähne in die Unterlippe

S hatte wieder den Groll gegen den starrköpfigen Sohn in stch aufsteigen fühlen, bet es so gar nichr nötig gefunben hatte, bie Eltern für sein eigenmäch­tiges Handeln um Verzeihung zu bitten ober gar die Hand zur Versöhnung zu bieten. Ihres Gatten «in- d» ngliche Watte, sein ernster Blick zeigten ihr, wie sehr er unter dem Zerwürfnis mit dem Lohne ge­litten hatte. Und das blieb nid), ohne Eindruck auf fie. Hatte fie nicht auch darunter gelitten? Wenn fie es auch nicht eingestanden hatte, jetzt fühlte fi« doch, daß es so war.

Unb zugleich regte sich zum erstenmal etwas wie Neue in ihrem Herzen, daß fie Ernst all die Jahre so s^roff gegenüber gestanden hatte. Ihr Mann hatte recht, fie durfte fich nicht wundern, wenn et zuerst Eroßtanting Mitteilung gemacht hat.

Jedenfalls war fie nun doch etwas aus ihre» seelischen Gleichgewicht genssen. Peter sah in ihren Augen etwas wie Tränen funkeln. Das machte ihn ganz fassungslos.

Adolphine!" rief et weich unb herzlich.

Sie ruckte stch zusammen unb zerdrückte hastig bte Tran: in ihren Augen.

Bitte, verständig' auch ffieor; davon. Ich muß jetzt bas Zeichen zum Beginn bet Tafel geben," sagte fie etwas unsicher, winkte ihm fWchtig zu «b ging davon.

(Fortsetzung folgt.) -~

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