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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

DieOberheffische Scitung erscheint täglich mit Aufnahme der Senn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Poft bezogen 2.25 * lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen nnd der Expedition (Markt 21) 2.00 <Ä frei ins Haus. (Für unver« langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei , Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

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Marburg

ormabeud, 12. August

46. Jahrg.

1911.

und den Beilagen.Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 60.

Zur Lage.

Heber die Kompensationen schwirren die Nachrichten nur so hin und her, werden aber mei­stens dementiert wie wir aus derKöln. Ztg." gestern zeigten und wie folgende Meldung aus Paris bezeugt:

Paris, 9. Aug. Eine Rote des Ministe­riums des Aeußern besagt: Ein Abendblatt brachte im Hinweis auf das, was nach Informa­tionen, die aktuelle Grundlage der deutsch-fran­zösischen Verhandlungen bilde. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß in amtlichen Kreisen über die Quelle und den Wert dieser Informa­tionen nichts bekannt ist. DieAg. Hav." be­merkt hierzu: Obige Note bezieht sich augen­scheinlich auf eine Mitteilung desTemps", wo­nach die Kongogebiete, die Gegenstand der Ver­handlungen bildeten, an Süd- und Westkamerun angrenzten und daß die Verhandlungen bezweck­ten, die Ausdehnung dieser Gebietsabtretungen und den Teil Kameruns zu bestimmen, den Deutj^cand abtreten würde.

Die Nachricht, daß Deutschland als Kompen­sation nichts als einige Stücke an der Ostgrenze Kameruns bekommen werde, scheint aber doch ernster genommen zu werden. DieD. T." führt aus,daß ein Ergebnis auf der Basis solcher Verhandlungen, wie es auch ausfallen mag, völlig unannehmbar erscheint. Gerade die Vor­aussetzungen, die allein die ganze Kömpensa- tionsidee als solche annehmbar machen könnten, würden vollkommen wegfallen. Die Voraus­setzungen bestanden darin, daß die Abtretung des französischen Kongogebietes von der Küste bis zum Sangeflusie uns nicht nur ein an sich wertvolles Kolonialgebiet einbrächten, sondern auch den deutschen Kolonialbesitz an die portugie­sischen und belgischen Gebiete angrenzen ließen, und zwar mit langen Grenzen. Die in den bei­den genannten Blättern angedeutete Lösung aber würde Deutschland lediglich etwas Hinter­land und im besten Falle eine schmale Verbin­dung nach dem Kongofluffe hin bringen. Wenn eine solche Neuregelung auf der Grundlage ge­genseitiger Kolonialabtretungen ganz unab­hängig von der Marokkofrage getroffen würde, so ließe sich darüber reden; sie aber alsKom­pensation" anzusehen, als einen Ausgleich für ein Fra nzösisch-Marokko, indem obendrein auch Deutschland seinerseits von Kamerun ein Stück abtrikt, das würde in der Tat ein beinahe un­glaubliches Ergebnis der Verhandlungen sein, ein Ergebnis, dessen Unterzeichnung hoffent­lich kein deutscher Staatsmann als möglich an- V wird.

S (Nachdruck - '

Dir Atzmauns.

Roman vsn Eourths-Mahler.

(Forttetzmig.)

Aßmanns gaben die erste Eesellschatf in diesem Winter. Tagelang vorher ging es im Hause drunter und drüber. Die sonst leerstehenden Eesellschafts- tihime im Parterre mußten gesäubert, gelüstet und geheizt werden. Die leinenen Schutzdecken von den kostbaren Brokatmöbeln und Gobelins wurden ent­fernt, die Kronleuchter von ihren Mullhüllen befreit und der Parkettfußboden frisch geglättet. Es gab eine Menge Arbei:, und trotzdem Hilfskräfte ange­stellt wurden, kam Bettina in diesen Tagen kaum zu Atem. Die Dienstboten konnten nicht selbständig arbeiten und Frau Adolphine mußte mit der Köchin den Speisezettel gründlich durchstudieren. Wohl wußte die sparsame Hausfrau, daß bei solchen fest­lichen Anlässen nicht geknausert werden durfte, sollte der Glanz des alten Patrizierl.eschlechtes nicht darunter leiden, aber wie man am billigsten und parktischsten diesen Glanz erhalt"» konnte, das be­durfte angestrengten Nachdenkens

So ruhte auf Bettinas Schultern alles übrige. Sie hastete treppauf, treppab, um alles in das rechte Gleise zu bringen und Tante Adolphine zufriedenzu- stellen. Und dabei war draußen so köstliches, klares Wtnterwetter, nicht gar zu kalt und windstill und Eroßtanting bestand darauf, daß Bettina wenigstens eine Stunde täglich mit ihr ins Freie ging.

Frau Adolphine seufzte steinerweichend, wenn die beioen fortgingen und fand, daß diese Spazier­gänge bis nach dem Feste hätten unterbleiben Ahnten. Es kostete ihr Mühe, Grcßtanting gegen­über diesen Unwillen verbergen, aber st« wagt« |

Im übrigen bildet der Artikel derPost" noch den Erörterungspunkt in der Presse und die Rheinisch-Westf. Ztg." erinnert angesichts der Zurückhaltung bet Kreuzzeitung daran, was die parteiamtlicheKonservative Korrespondenz" acht Tage nach der Tat von Agadir klipp und klar geschrieben hat:Die Weltgeschichte wird nicht mit Tinte, sondern mit ehernem Griffel geschrieben: drei Möglichkeiten liegen vor: 1. Krieg oder 2. Zurückziehung aller französische» und spanischen Truppen aus Marokko oder 3. gleiches Recht für Deutschlands Vorgehen in Marokko. Wir wollen keinen Zweifel darüber lassen, daß uns jede dieser drei Möglichkeiten recht sein wird."

Das war die Meinung der Konservativen, als sie noch an die Festigkeit der von Kiderlen- Wächter Herrn Cambon gegenüber aufgestellten ersten Forderungen glaubten. Es wäre tief be­trübend, wenn die Konservative. Partei nun auf Kommando einschwenkte."

Scharf dürfte folgende Auseinandersetzung fein: Der Vorsitzende der Reichspartei, Fürst v. Hatz- feldt, Herzog zu Trachenberg, hat an den Schrift­führer der Reichspartei Reichstagsabgeordneten Amtsgerichtsrat Dr. Brunstermann zu Stadt­hagen (Schaumburg-Lippe) das nachfolgende Schreiben gerichtet:

, z. Zt. Ostende, den 8. August 1911. Verehrter Freund und Kollege!

Es drängt mich, Ihnen meine Meinung über den Artikel derPost" vom 4. d. Mts. auszu­sprechen, worin der Verlaus der Verhandlungen über die Marokkosragr als eine nationale Schmach, viel fchliMKer als^ Olmütz, bezeichne: wird. Dieser Artikel ist, da ich mich zurzeit övr Reisen befinde, erst nachträglich zu meiner Kenntnis gelangt. Emi-öreud ist die Leichtfer­tigkeit, mit welcher über Dinge abgeurteilt wird, welche derPoft" nicht bekannt sind. Sie selbst wird nicht behaupten können, daß ihr die Details der Besprechungen Zwischen dem Staats­sekretär des Auswärtigen Amts und dem fran- zöjrnhe» Botschafter bekannt wären.

Noch schlimmer ist es, daß die Person S. M. des Kaisers hierbei in einen direkten Gegensatz zu dem Reichskanzler und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts gebracht wird, ein Um­stand, den das Ausland ausbeuten, und der un­serem Auswärtigen Amte die Führung der Ge­schäfte erschweren mutz.

Für das monarchische Gefühl tief verletzend ist die Art und Weise, mit welcher, in der Form rethorischer Fragen, über S. M. den Kaiser zu Gericht gesessen wird. Wie Ihnen bekannt ist, habe ich im Mai d. Zs. Anlaß genommen, das Verhalten derPost" in unserer Fraktion zur Sprache zu bringen. Mit dem Artikel vom 4. August hat dieses Blatt alle Beziehungen zu der Reichspartei unmöglich gemacht, und es wird

auch nicht, ihm Ausdruck zu gebe... Das alte Frau lein konnte so unglaublich lächeln bei derartigen Gelegenheiten und dieses Lächeln genierte Adolphine mehr als. sonst etwas auf der Welt. So verschieden diese beiden Frauen waren, so waren sie doch beide klug genug um nicht einzusehen, daß zwilchen ihnen nur ein Waffenirillstand und kein echter Herzens- friede bestand. Sie hüteten sich beide, diesen Waffen­stillstand zu brechen. Das hätte nur Kri-g im Ge­folge oben können und bei einem Krieg hatten sie beide nur zu verlieren.

So kam also Bettina trotz aller Arbeit täglich zu ihrem Spaziergang und zu ihrer Tasse Schoko'odc mit Schlagsahne.

Endlich waren alle Vorbereitungen fertig. Die Lohndiener hatten bereits die Tafel gedeckt und liefen nun wie Feldherren vor der Schlacht herum, um mit einem letzten Blick alles zu ; rufen. Die Musikanten ein Klavierspieler, ein Geiger und ein Flötist waren im großen Saal, in dem getanzt werden «ollte, hinter einer Blattpflanzengruppe plo-iert worden und stimmten schon ihre Instru­mente.

Bettina war in einem reizenden weißen Kleid­chen von duftiger Seide ur< Tüllspitzen schnell noch einmal zu Eroßtanting hinüber gehuscht, um zu seben, ob sie der alten Dame bei der Toilette helfen konnte. Diese aber war schon fertig und sah in dem schwer seidenen, silbergrauen Faillekleide, das ntt echten Spitzen garniert war, sehr hübsch und vor­nehm aus. Auch heute trug sie ein Häubchen auf dem weißen Scheitel, aber es war kleiner als sonst und von prachtvollen ölten Spitzen hergestellt.

Bettina betrackstete sie strahlcnd.

Bist b-i schön, Eroßtanting," sagte sie stolz und rückte sorglich dos Häubchen noch «in wenig nach vorn. Die alte Dam« lachte.

nötig fein, nach Wiederzusammentritt des Reichstages hierüber einen Beschluß der Frak­tion zu fassen und zut öffentlichen Kenntnis zu bringen. Ich erwarte bestimmt, daß die Partei mir hierbei zustimmen wird.

lk.it kollegialischem Gruß

Ihr ergebenster

Hatzfeld.«

Berlin, 10. Aug. DiePost" veröffent­licht eine Entgegnung auf den Brief des Fürsten Hatzfeldt, in der sie davon ausgeht, daß es nicht in der Absicht des Schreibers gelegen habe, die­sen Brief der Öffentlichkeit zu übergeben, denn im Interesse der Freikonservativen Partei und der Reichspartei liege die Veröffentlichung sicherlich nicht nd wird deshalb auch von maß­gebender Seite der Freikonservativen Partei be­dauert. Was diePost" selbst anbetrifft, so ge­hört sie seit dem 1. Juli 1910 nicht der Freikon- seroativen oder Reichspartei, sondern einem Konsortium an, dessen Mitglieder sich über das ganze Reich verteilen. DiePost" hat aber frei- konservative Politik getrieben, weil das Pro­gramm der freikonservativen Partei gleichzeitig das Programm der jetzigen Besitzer der Post ist. Ganz abgesehen davon, ob die Reichspartei dem Vorgehen ihres Vorsitzenden zustimmen wird oder nicht, wird diePost" auch fernerhin freikonser­vative Politik treiben. Der Artikel selbst ist während des Urlaubs des Hauptschriftleiters ge­schrieben und seine Schärfe mißbilligt worden.

Politische Umschau. .

Der Eisenbahuminifter über das Berantnwrtlichkeitbewußtsein der Beamten. Wie derInf." mitgeteilt wird, hat der Eisen- bahnminister jüngst an die Beamten einen Erlaß gerichtet, indem er im Anschlüsse an Vorschriften übet Verhütung von Unregelmäßigkeiten der Signal- und Sicherheitseinrichtungen auf die Verantwortung und das Berantwortlichkeitsbe- wußtfein der Eifenbahnbamten hinweist. Er fordert bei Fehlern und Störungen in den Sig­nal- und Sicherheitseinrichtungen peinlichste Be­achtung der Vorschriften und sofortige Meldung an zuständiger Stelle, damit Abhilfe geschafft und Unglück verhütet werde. Die Beamten müssen sich bewußt sein, daß sie für die Folgen mitver­antwortlich sind, wenn wegen der Unterlassung einer solchen Meldung ein gefahrbringender Zu­stand entsteht oder bestehen bleibt. Einige in letzter Zeit bekannt gewordene Vorkommnisse lassen es zweifelhaft erscheinen, ob das Gefühl einer solchen Mitverantwortlichkeit überall ge­nügend ausgebildet ist. Der Minister sieht sich daher veranlaßt, die in § 63 der Fahrdienstvar­schriften gegebenen Bestimmungen über die Mel­dung van Unregelmäßigkeiten durch die Zug­führer und Lokomotivführer in Erinnerung zu

Wenn mir dos jemand vor fünfzig Jahren ge­sagt hätte, bc.:m hätte ich es vie eicht geglaubt, du -rchen."

Glaub es oder nicht, Eroßtanting, aber du bi t die schönste alte Dame, die tch je in meinem Leben gesehen habe "

Dlese zwinkerte lustig mit den Augen.

Du mir scheint, du rechnest auf ein Revanche- Kompliment?"

Bettina stellte sich lächelnd, mit gespreizten Hän­den vor sie hin und drehte luftig mit den Augen.

Bin ich vielleicht nicht schön und fein? Schau nur, wie weich uni graziös die Falten meines Klei­des fallen. Ich kann mich nicht satt sehen daran. Man steht, dies Kleid hat mir meine liebe Groß- tmting geschenkt."

Hättest es daran schreiben sollen, dann merkt man es gleich," spottete die alte Dame gutmütig, sah aber mit innigem Wohlgefallen auf die anmutige Mädcheng.'stalt, die in ihrer knospenden Frisch« und Schönheit entzückend aussah. Das Kostüm war mit feinem Berstänndnis ausgewählt und schmiegte sich weich und duftig um die feinen edelgerundeten For­men. _ Das goldschimmernde Köpfchen mit den wun­derschönen beseelten Blauaugen hob sich anmutig von den zarten runden Schultern. Eroßtanting feufzte ein wenig. Was nützte ihrem Liebling alle Schön- he.. und Lieblichkeit. Ein armes Mädchen, wer be­achtete ste. "

Und Bettina seufzte mit.

»Ich wollte doch, der Abend wäre erst vorbei," sagte ste leise.

Run hör einer dies törichte Mädchen," schalt Eroßtanting liebevoll.Du sollst dich doch freuen auf heut« aberd, sollst endlich mal wieder lustig und fröhlich sein, tanzen und dich amüsieren. Oder denkst

bringen, und bestimmt ferner, daß jeder Bedien­stete, der eine Unregelmäßigkeit in der Wirkung oder Bedienung der Signal- oder Sicherheitsein­richtungen bemerkt, sie sofort feinem nächsten Vor­gesetzten zu melden hat. Dieser hat, soweit es ihm möglich ist, schleunigst das zur Beseitigung der Unregelmäßigkeit Erforderliche zu veranlassen und die Meldung unter Angabe der von ihm etwa getroffenen Anordnungen an das zu zustän­dige Betriebsamt weiter zu geben. Van diesem ist die Angelegenheit eingehend zu untersuchen. Rach dem Abschlüsse der Untersuchung ist dem Be­diensteten, der die Meldung erstattet hat, auf dem Dienstwege von der Erledigung der Ange­legenheit Kenntnis zu geben. Die auf diese Weise behandelten Fälle sind bei dem Betriebsamte in eine besondere Liste einzutragen, die halbjährlich der Eisenbahndirektion vorzulegen ist. Sollte bei der Verfolgung von Unregelmäßigkeiten sich nach­träglich Herausstellen, daß Sicherungseinrich­tungen unwirksam gewesen find oder unrichtige Signalgebungen stattgefunden haben, ohne daß Meldung davon erstattet ist, so ist in jedem Falle auch eine eingehende Untersuchung darüber anzu­stellen, wen etwa eine Schuld wegen der Unter­lassung der Meldung trifft.

Deutsches Reich.

Die Reichstagswahlen. Als Zeitpunkt der Rei agswahlen soll Berliner Blättern zufolge der Januar 1912 in Frage kommen. Diese An­sicht wird gestützt durch die Mitteilung, daß der Entwurf eines Rundschreibens an die Regie­rungspräsidenten über die bevorstehenden Reichs­tagswahlen den amtlichen Vermerk trage:Be­trifft Reichstagswahlen 1912." Nach einer Zu­sammenstellung derDeutsch. Tgsztg." sind bis jetzt insgesamt über 1100 Kandidaten für die be­vorstehende Reichstagswahl ausgestellt worden. Die Sozialdemokraten haben in sämtl. Wahl­kreisen Kandidaten aufgestellt. Von der Fort­schrittlichen Volkspartei sind bisher 190, von den Nationalliberalen 159, von den Deutschkonser­vativen 126, vom Zentrum 96, von der Wirt­schaftlichen Vereinigung 89, von der Reichspar­tei 37, von den Polen 15, von den Welfen 9, von den Elsässern und ßittuuern je 2 und von den Dänen 1 Kandidat a -sgestellt worden. Dazu ist zu bemerken, daß die Kandidaten des Deut­schen Bauernbundes den Nat'inalliberalen und die Demokratische Vereinigung den Freisinnigen zugezählt worden find, womit übrigens die letz­teren kaum einverstanden sein dürften.

Gegen die Folgen der Futternot. Stutt­gart, 9. Aug. In der heutigen Sitzung der Würt- tembergifchen Zweiten Kammer, in der auf Grund zweier Anträge aus dem Hause die Futter::ot zur Sprache kam, erklärte sich die Re­gierung zur Abgabe von Streumaterial aus den . Waldungen bereit.

du, du bekommst (ei?-: Tänzer und mußt Mauer­blümchen 'pielen?"

Bettina lächelte.

Nein, das fürchte ich nicht, Tänzer bekomme ich sicher, die Herren find ja all« so höflich, eine An- standstou: mit mir zu tanzen. Rur merkt man den meisten dabei an, daß fie mich,der Rot gehorchend, nicht dem eigener. Triebe", autfordern, weil ich nun mal zum Hause Aßmann gehöre, wenn auch als recht überflüssiges Inhängfel."

Aber Bettina du sollst nicht so bitter werden." Das junge Mädchen küßte der alten Dame di« Wange und lachte.

Keine Spur von Bitterkeit, liebe Ente. Ich konstatiere nur Tatsachen und sehe die Verhältnisse mi klaren Augen an."

Aber du füylst dich nicht wirklich als über­flüssiges Anhängsel."

Bettina sah mit leuchtenden Augen in die guten alten Augen und atmete äef auf.

Nein, >as t. ich nicht, dank deiner Liebe und Güte.'

Die alte Dame trat zu dem Schränkchen und nahm etwas heraus.

Komm einmal her, Bettina. Da ich dir das Kleid geschenkt hab«, will ich auch für den paffenden Schmuck dazu sorgen. Schau, hier hab ich ein Gold­kettchen mit einem türkisenbesehien Medaillon. Als ich jung war, trugen wir Mädchen sehr viel Türkisen. Dies Schmuckstück bekam ich von meiner seligen Mut­ter. als ich den ersten Ball besuchte. Ich erinnere mich ganz deu'lich de>- Stunde, da sie es mit um den Hals legte. Ich stand auch, so wie du jetzt, fertig vor ihr. Mst einem Segenswunsch erhielt ich es, mit einem Segenswunsch schenke ich es dir. Mösch es dir dein Talisman fein.

(ForcheNung folgt.)