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Marburg

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Vi»ekonsul in Mogador habe bereits

hätten. Der

Vorstellungen bei dem Eouverneur «rhoveu. Der

dec deutschen Kreuzers habe die Be-

Kommandant

2 - 20 .

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Fortgehen ein anderes junges Menschenkind Einzug

das Geld und frägst mich nicht mehr, wozu ich es

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(Nachdruck verboten.)

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und

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auch mit steigender Gröhe der der Vieh-Produktion auf einer

Betriebe die Menge bestimmten Betriebs-

das war wie

möhige seien. Eine weitere Note Havas" lautet, der Ministerpräsident der Minister des Aeuhern de Selves

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de.Agence Eaillaux und hatten heute

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Betriebe 3 378 494 2 071 816

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brauche."

Peter Aßmann hatte mit großen Augen in alte feine Frauengesicht geblickt. Ein Seufzer tief aus seiner Brust emporgcstiegen, es klang, heimliche Befriedigung.

Nein, ich frage nicht mehr, Tante Emma,

in Hektar von 0,002

eine Bet- von war mit

Rindvieh inöaefamt

Stück

1 315 572 11028 415

5 305 861 2 327 231

Pferde

Stück

71 369 1564 926 1 202 176

652536

Schweine

4 383 000 9441000

8 655 000

1386 000

Der heutiMl Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 59.

in sein Vaterhaus hielt. Seine Mutter hatte junge Verwandte zu sich ins jaus genommen, tiull Sörrensen war die Tochter einer Kusin« Frau Adolphine. Ihr Vater, 9Jl< n Sörrensen,

Die Hebung wurde' um 10 Uhr 10 Min. abae brochen. Der Kaiser ritt mit dem Prinzen Eite Friedrich und den Herren des Hauptquartiers nach dem Lager zurück und frühstückte mit dem Offizierkorps im Kasino des Lagers. Der Kai­ser verließ heute nachmittag Altengrabow im Automobil, womit et bis Biederitz fuhr, um dort den Sonderzug zu besteigen und nach Klitschdorf weiterzufahren, wo er dem Fürsten Solrns- Baruth einen Zagdbesuch abzustatten gedenkt. Von Klitschdorf wird der Kaiser morgen abend nach Wilhelmshöhe abreisen.

Zum Zwischenfall in der Luisenkirchr. DerBerliner Lok.-Anz." meldet aus Berlin: Gestern vormittag hatte Pastor Kraatz eine Be­sprechung mit dem Generalsuperintendenten Dr. Faber. Diese drehte sich zum Teil um speziell fachtheologische Angelegenheiten und war inso­weit vertraulich. Heber den übrigen Verlauf der Besprechung erfahren wir folgendes: Pastor Kraatz hat zunächst auf Befragen des Eeneral- superintendenten die Ansicht aufrechterhalten, daß seine Predigt am 13. Juli eine wirkliche Predigt in technisch-theologischem Sinne gewesen sei. Er erklärte weiter, den Vorwurf, daß er eine abfällige Kritik an einer vorgesetzten Be­hörde geübt habe, könne er nicht als berechtigt anerkennen, denn in einem Spruchkollegium, in dem neben Theologen auch Laien säßen, könne er keine eigene Behörde erkennen, eine solche müßte lediglich bestehen aus Mitgliedern des Konsistoriums und des evangelischen Ober- kirchenrates. Auf die einzelnen Ausführungen des Spruchkollegiums gegen Pfarrer Zatho hätte er deshalb nicht eingehen können, weil dies zu theologischen Auseinandersetzungen führen müsse, die von der Gemeinde teilweise gar nicht ver­standen worden wären. Ebenso könne er es nicht als berechtigt anerkennen, daß durch seine Pre­digt die militärische Disziplin gefährdet worden sei. Wenn die Offiziere wirklich in der Predigt etwas gefunden hätten, was die Disziplin ge­fährdet hätte, hätten sie sofort gehen muffen bei der Stelle, bei welcher von der Behörde gespro­chen worden sei, nicht aber erst viel später, als von der Behörde längst nicht mehr die Rede ge­wesen sei. Der Vorwurf, daß er in der Predigt über Bibel und Bekenntnisse nur Negatives ge­bracht habe, sei ebenfalls unberechtigt, denn in seiner Predigt sei deutlich, wenn auch nur kurz, die positive Wertschätzung der Bibel und der Be­kenntnisschriften hervorgehoben worden. Außer­dem sei seine Gemeinde über seinen Standpunkt der Bibel absolut nicht im Untieren. Berlin, 31. Juli. Aus Charlottenburg wird dem Reichsboten" von sachkundiger Seite geschrie­ben:Herr Pfarrer Kraatz läßt die Zeitungen jetzt immer die Luisengemeinde in Charlotten­burg eineliberale Gemeinde" nennen. Ist sie

Tod mußte seine ohnedies knappe Zulage noch mehr beschnitten werden. Er hatte sich dann, i*n Drange, seinen Verhältnissen aufzuhelfen, zum Spi-l verleiten lassen und hatte eines Tages eine größe-« Summe auf Ehrenwort verspielt. Es war ihm nicht ge­lungen, diese Summe aufzutretben. Verzweifelt bat er in einem Schreiben Adolphin- Aßmann um Hilfe. Sie hatte ihm diese Hilfe versagt. Da hott« er sein junges Leben geendet durch eigene H.nd. Seine Mutter batte darüber den Verstand verloren und war wenige Wochen nach ihm gestorben, ohne noch einmal zur Besinnung zi kommen. Und da hatte Adolphine, als sie zur Beerdigung ihrer Kusine vereist war, Bettina mitgebracht, wohl in einer Anwandlung aus Reue und Großmut gemischt und in der Voraus setzung, daß Bettina mit der Zeit einen Dienstboten im Hause ersetzen wurde. In Großtantings Brief an Ernst hieß es:Daß Gott erbarm, das arme blaff« Ding. Wie sie einen anschaut mit ihren großen, blauen Augen, so verängstigt, so verschüchtert und im Leid erstarrt. Min leive Junge, das Herz hat sich mir rein im Leive umgedreht, als ich sie zuerst sah in ihrem schwarzen Kleidchen. Es gibt doch viel Elend auf der Welt. Das arme Lüttchen sitzt nun oben in ihrem Stübchen und starrt so trübselig und versteinert in die Welt. Mir geht es bei ihrem An­blick immer eisig kalt durchs Herz. Gestern wollte ich sie trösten und strich ihr über das Haar. Es ist jo fein und goldig, lockt sich um Stirn und Schläfen und

richterstatter zuvorkommend behandelt und sich erboten, bei dem stellvertretenden Eouverneur vor­stellig zu werden. Doch sei dies Anerbieten abge- lehni worden.

Paris, 3. Aug. DieAgence Havas" erfährt aus besonderer Londoner Quelle, daß man dort den optimistischen Nachrichten, di« gewissen Blättern aus Berlin zugegangen sind, keinen großen Wert bei­lege, da di« deutschen Ansprüche noch immer über-

Ernte von 15 Doppelzentner und weniger Korn auf, I dagegen Rheinland 18,3, Hessen-Nassau 17,27, Hessen und Bayern links des Rheines 19,18 Doppelzentner. Bei Benutzung dieser Zahlen sind die klimatischen und geologischen Verhältnisse nicht ganz außer acht ' zu lassen. Trotzdem läßt diese Feststellung die Schluß­folgerung zu, daß der kleinbäuerliche Betrieb in der Eetreideproduktion dem Großgrundbesitz nicht nach­steht. Andererseits muß man zugeben, daß der Stand der Großgrundbesitzer Tüchtiges und Vorteilhaftes für die Landwirtschaft und das Volk geleistet hat. Neuerungen in der Landwirtschaft werden von den Vertretern des Großgrundbesitzes weit eher erprobt als von den bäuerlichen Besitzern. Nun soll ja aber auch der Großgrundbesitzer durchaus nicht verschwin­den. Irgendein Zwang zum Verkaufen ist selbstver­ständlich ausgeschlossen. Es kommt nur der frei­händige Verkauf in Betracht. Ja, selbst wenn aus diese Weise die Hälfte des Großgrundbesitzes in den östlichen Provinzen in bäuerliche Betriebe aufgeteilt würde, dann bliebe immer rwch ein ganz bedeutender Teil in Händen der Großgrundbesitzer. Der Einfluß des Großgrundbesitzers wird durch die innere Kolonisation nach unserer Meinung nicht verringert werden, im Gegenteil, durch neue Besiedelungen, Schaffung von neuen Landgemeinden, Eutsbezirken wird vielen Angehörigen des Großgrundbesitzes Ge­legenheit geboten, sich praktisch im öffentlichen Leben zu betätigen. Im Westen, wo der Großgrundbesitzer immer noch der Vertreter und Führer der ländlichen Bevölkerung ist, kann man dieses sehr gut bemerken.

Für die Gesundung der östlichen Verhältnisse überhaupt ist eine intensive Inangriffnahme der inneren Kolonisation unbedingt geboten. Großartige Erfolge in dieser Hinsicht sind bereits erzielt worden in den beiden Ansiedlungsprovinzen Pofen und West- preußen. Ist di« Umgestaltung dieser Bezirke auch in erster Linie aus nationalem Interesse erfolgt, so stellt sie doch ein Kulturwerk von allergrößter Bedeutung^ dar.

1909 und verlangt mit Frankreich allein den Handel abzuschließen. Demgegenüber hat Frankreich einfach den Standpuntt des Rechts einzunehmen und nicht zu verlassen. Für Frankreich besteht der Algeciras- vertrag voll zu Recht und wenn er geändert werden soll, so kann dies nur durch gemeinsame Beratung und Zustimmung aller Unterzeichner geschehen.

London, 3. Aug. Im englischen Unterhause fragte Abgeordneter Gilbert Parker den Unter­stcatssekretär Mac Kinnon Wood, ob sein« Auf­merksamkeit auf die Ausweisung des Sonderbericht­erstatters desDaily Expreß" aus Agadir gelenkt worden sei. Mac Kinnon Wood erwiderte, der eng­lische Vizekonsul in Mogador habe gemelder, daß die Berichterstatter derWestminster Gazette" und des Daily Expreß" auf Befehl des stellvertretenden marokkanischen Gouverneurs aus Agadir ausge­wiesen worden seien. Der augenscheinliche Grund für ihre Ausweisung sei, daß die Korrespondenten sich geweigert hätten, den Anlaß zu ih-em Besuch anzugeben und daß sie den örtlichen marokkanischen Behörden keine Empfehlungsbriefe mitgebracht

46. Jahrg.

1911.

von 20 100 262191

100 u. darüber 23 566

ich glaube auch, daß du den Vater recht gut kennst,", hatte er erwidert und mit einem guten Lächeln, roel=; ches die beiden Gesichter sehr ähnlich machte, waren sie auseinander gegangen.

Adolphine hegte aber noch heute tiefen Groll gegen ihren Sohn Ernst. Viel zu klug, um nicht zu merken, daß Ernst pekuniär unterstützt wurde, fiel ihr Verdacht bald auf Eroßianting. Aber st« gab diesem Verdacht keinen Ausdruck, um es mit der alten Dam« nicht zu verderben. Mochte |te Ernst immerhin Geld schicken, er wäre sonst doch schließlich verkommen in seinem Trotz. Unl so war sie wenig­stens nicht gezwungen, klein beizugeben. Ernst sandte sein n Eltern jeden Monat einen geschäftsmäßig ge­haltenen Bericht über sein äußeres Leben. Diese knappen und klarer. Berichte kamen aus aller Herren Länder, denn Ernst betrieb sein Studium, dank Eroß- tantings Hilfe, im Große und sah sich die Bauten der halben SBelt an. Ueberall hin, wo es zu lernen gab für ihn, wandte er seine Schritte.

Eroßianting bekam viel öfter und viel usführ- licher Nachricht von ihm. Es gab nichts in seinem Leben, woran er sie nicht hätte teilnehmen lassen. Sie holte sich die Briefe in regelmäßigen Zwischen- raunen von der Post und es war jedesmal ein Fest­tag für sie, wenn sie einen seiner liebevollen Briefe erhielt.

Sie schrieb natürlich ebenso oft an ihn und füllte immer mehrere Bogen mit ihrer feinen kleinen Hand­schrift. Daß er immer von allem unterrichtet war, was im Hause vorging, dafür sorgte st« gewissenhaft. So erfuhr er auch, daß einige tahr« nach seinem

normittag eine längere Unterredung über die. deutsch-französischen Verhandlungen. Diese Verhand­lungen nahmen ihren normalen Fortgang. Aus Casablanca wird berichtet, daß nach Meldungen aus Agadir die Scheiks des Wananftammes an Bord des KreuzersBerlin" gegangen seien und den Kapitän sowie die Offizier« eingeladen hätten, ihr Gebiet zu besuchen.

Deutsches Reich-

Bo« Kaiser. Altengrabow, 3. Aug. Der Kaiser speiste gestern abend wieder im Offizier- kastno des Lagers. Die Trompeterkorps der Ka­vallerieregimenter führten großen Zapfenstreich aus. Der Kaiser stieg früh 5y2 Uhr zu Pferde, worauf alsbald die Hebung begann. Die Earde- Kavallerie-Diviston und die Kavalleriediviston A wurden zu einem Kavalletiekorps zusammen­gezogen. Zu der Hebung traten zwei Bataillone Infanterie vom Regiment Rr. 68, ein Bataillon des Regiments Nr. 26 sowie ein reitende Abtei­lung des Feldartillerieregiments Nr. 74 hinzu. Der Kaiser führte das Kavalleriekorps gegen den markierten Feind, der von den heute hinzu­getretenen oben genannten Truppen gebildet ist. Es wurden drei Gefechtsmomente durchgeführt.

Marokko.

Paris, 2. August. ImFigaro" taucht die Meldung auf, es sei u. a. auch die Abtretung von Tahiti an Deutschland von der Berliner Diplom die ins Auge gefaßt worden, da das Deutsche Reich nach einer neuen Flotte in den australischen Ge­wässern Verlangen trage. DerMatin" greift ein in der deutschen Presse während der letzten Tage viel gebrauchtes Argument auf und dreht es gegen Deutschland am. Er sagt, auch in Frankreich gebe es Jnponderabilien, mit denen man unbedingt rech­nen müsse. Die Frage einer Gebietsabtretung sei nicht bloß ein trockenes Rechenexempel, sondern greife auch in die Eefühlssphäre hinein. Frankreich, ohne­hin seit 40 Jahren durch Gebietsabtretungen ein Verwundeter, dürfe nicht zugeben, daß man ihm das Opfer eines Gebietes zumutet, das es mit dem Blute feiner besten Söhne erworben habe. Der Ternps" schreibt: Da Deutschland zu weitgehende Forderungen erhebt, so solle Frankreich einfach die Verhandlungen abbrechen und die Einber.ffung einer neuen Marokkokonferenz verlangen. Deutschland yt- reiße den Algecirasvertrag und das Abkommen von

fläche fast durchweg abnimmt. Nach der Betriebs­zählung von 1907 wurden auf 100 Hektar Betriebs­fläche gehalten:

Die Aßmanns.

Roman von Courths-Mahler.

< Fortsetzung.)

Aber er war bis heute noch nicht zurückgekehrt. Seit zehn Jahren hatte er das Vaterhaus nicht wie­der betreten. Adolphine wunderte sich zuerst, daß ihr Sohn nicht darbend zu Kreuze kroch. Schließlich nahm sie mißtrauisch ihren Mann ins Verhör ob er etwa heimlich den ungehorsamen Sohn unterstützte. Er konnte aber mit gutem Gewissen beschwören, daß Ernst keinen Pfennig von ihm erhalten hatte. Peter Aßmann wäre wohl über das Schicksal seines Soh­nes nicht so ruhig gewesen, wenn Eroßtanting ihn nicht beauftragt hätte, ihr jeden Monat eine be­stimmte Summe von ihren Zinsen flüssig zu machen. Peter verwaltete das Vermögen seiner Tante und als er sie eines Tages wi« beiläufig frug, wozu sie diese sich stetig wiederholende Summe nötig habe, hatt. sie lächelnd di« Hand auf seine Schulter gelegt und gesagt:

Ich unterstütze damit einen tüchtigen jungen Mann, der einmal einen großen Namen haben wird. Sein Vater hat seine Hand von ihm abgezogen, weil er einen eigenen Willen hatte. Aber ich weiß, es tut dem Vater ganz heimlich im Herzen leid, denn er ift kein Barbar. Nur will er seinem störrischen Jun­gen gegenüber nicht klein beig^en, so lange dieser ntdjt bewiesen hat, daß er einer inneren Notwendig- teit und keiner eigensinnigen Lrune folgte. Ich weiß at-ec, daß es eine innere Notwendigkeit war, leim ich kenne den jungen Menschen besser, wie ihn sein eigener Vater kennt. Und deshalb halte ich zu ihm »nd sorge, daß er nicht untergeht. Denn das würde den Vater trotz seines wrolles innig betrüben. Das weiß ich, denn ich kenne den Ba er auch sehr genau. 6*. mein Peter mm sorgst du mir vSnktlich für

fällt in zwei schweren Flechten über ihr schwarzes Kleidchen herab. Sie sah mich mit einem unbe­schreiblichen Blick an und schauer « zusammen. Wel­ches Leid, welche Schrecknisse mögen ihre junge» Augen schon gesebe« haben."

Daß Ernsts Mutter durch ein wenig Güte und Milde diese Schrecknisse hätte verhindern können, trenn sie Bettinas Bruder die für sie geringe Summ« geliehen oder geschenkt hätte, schrieb Eroßtanting nicht mit. Es war nicht nötig, daß Ernst davon er­fuhr. In seinem nächsten Brics schrieb dieser in Be­zug auf Bettina:

Hebet das fernere Schicksal der armen kleinen Bettina bin ich beruhigt. Ich müßte mein Eroß­tanting schlecht kennen, wenn die sich die Gelegenheit entgehen ließe, ein armes, junges Menschenkind auf- zurichten, mit Liebe zu umgeben, mit seinem Schick­sale auszusöhnen."

Und Ernst hatte richtig vermutet.--Sobald

Bettina sich etwas erho.t und gekräftigt hatte, ent­ließ Adolphine ein Stubenmädchen und beauftragte Bettina mit deren Arbeit. Adolphine war nicht die Frau, die einen Menschen umsonst aufnahm. Bettina mochte sich nur nützlich machen und tüchtig mit J* fassen im Haushalt.

Sie tat es auch ohne Murren und bestrebte sich ehrlich, die Zufriedenheit der gestrengen Tante zu erwerben. Leider gelang ihr das nie. Adolphine stellte an all ihre Dienstboten große Anforderungen und machte Bettina gegenübe- durchaus kein« Aus­nahme. Seit sieben Jahren war di« junge Waise nun im Hause. Still und bescheiden schaffte sie und war froh die Dankesschuld in etwas durch ihren Fleiß vermindern zu können. Je mehr die Tante schalt, je eifriger wurde sie. Diese hatte inmet zu mäkeln und auszusetzen. Di« Dienstboten liefen ihr einfach da­von, wenn sie es zu bunt trieb. Aber Bettina mußte aushalten, sie konnte nicht e fach kündigen rmb fegen: »Hier paßt es mit nicht." Gotts, folgt.) <

Innere Kolonisation.

Allgemein huldigt man dem Satze, daß bet Groß­betrieb rationeller als der Kleinbetrieb sei. Für gewerbliche, industrielle Kreise ist dieser Satz viel­leicht richtig. Für die Landwirtschaft kann er nicht so ohne weiteres angewendet werden. Wenn auch di« Anwendung von Maschinen in den Großbetrieben rationeller und erfolgreicher durchgeführt werden kann, so bleibt doch die Hauptarbeit in der Landwirt­schaft immer noch die Handarbeit, und zwar die zu­verlässige, sichere Handarbeit. In diesem Falle ist der bäuerliche Betrieb, der mit eigenen, an dem wirtschaftlichen Fortkommen sehr interessierten Familienmitgliedern arbeitet, überlegen dem Groß­betriebe, in dem in der Hauptsache mit fremdem Personal gearbeitet wird. In erster Linie zeigt sich die Ueberlegenheit des Kleinbetriebes in der Vieh­produktion. Nach der Betriebszählung vom 12. Junt 1907 verteilte sich der Viehbestand Deutschlands wie folgt:

'LivLumitiimue öiuuiia" eriajaat tagnch mit »u-nah.ne der L.nn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die4ßost bezogen 2.25 Jl (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und her Expedition (Markt 21) 2.00 frei ins Haus. (Für unser, langt zugesandte Manuskripte übernimmt bie Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 58._______________

insgesamt 5 736 082 3 491 007 19977 149 18 965 000

Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, daß bas Schwergewicht kur Rindvieh- und Schweinehaltung in. den Kreisen der mittleren Betriebe liegt. Weit wichtiger als diese Zahlen ist bie Feststellung, daß

vor Jahren gestorben und hatte seine Witwe zwei Kindern in seht gedrückten Verhältnissen zurück- gelassen. Bettina Bruder Hans, der fast zehn Jahre älter war als sie und von ihr ln: j geliebt wurde, war Offizier geworden. Durch des Vaters

Gänse, Enten, Hühner 1650,72 651,48 340,35 200,63 112,23 37,02 30,29

In bet für die Volkswirtschaft besonders wichtigen Rindvieh- und Schweinehaltung find die kleinen Be­triebe am leistungsfähigsten. Auch bezüglich bet Bodenprobuktiviiät weist die Statistik nach, daß in den Gegenden mit vorherrschenden Großbetrieben die Ernte pro Hektar geringer ist als in den Gebieten mit vorherrschenden kleinen und mittleren bäuerlichen Betrieben. So weisen z. B. bie östlichen Provinzen im Durchschnitt des Jahrzehnts 1899 bis 1908 eine

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 j., bei auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 40 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Berbinvlich- feit für Platz«, Datenvorschrist und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Postsckeckverkehr ohne Portokosten unter Rr. 5015 beS Postscheckamtes Frankfurt «. M.

Größenklasse^C

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen.Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Kandwirtschastliche Beilage".

Größenklasse in Hektar "

ßferde

Rindvieh insgesamt

Schwein«

unter 0,5

1,55

31,70

319,09

H5 bis 2

3,29

59,76

128,57

1 bis 5

5,61

73,27

72,16

S bis 20

9,61

57,18

46,00

20 biS 100

9,52

42,03

28,95

200 und darüber

6,58

23,46

13,97

500 und darüber

6,40

22,05

13,37