Einzelbild herunterladen
 

Georg Wenker und sein Sprachatlas.

Zum Ableben des Marburger Gelehrten Pro- fessor Dr. Georg Wenker schreibt derDüssel­dorfer Generalanzeiger" unter obigem Titel folgendes:

Am 17. Zuli starb an den Folgen einer Operation der Oberbibliothekar Professor Dr. Georg Wenker zu Marburg, ein bahn­brechender Forscher auf dem Gebiete der deut­schen Mundartenkunde. Zu Düsseldorf am 25. März 1852 geboren, war er Altersgenosse von Männern, die wie er als Gelehrte ihrer Vater­stadt Ehre gemacht haben: Felix Klein, Paul Ratorp, Karl von den Steinen, mit den letzten beiden in treuer Freundschaft verbunden. Abi­turient des Königlichen Gymnasiums, studierte er Sprachwissenschaft und arbeitete nach Erlan­gung der Doktorwürde als Hilfsarbeiter an der Königlichen Landesbibliothek in seiner Vater­stadt. Schon damals, Mitte der siebziger Jahre, faßte er den Plan zu seinem Lebenswerk, einem großen Atlas der deutschen Mundarten, nicht einem Atlas, der mit wenig Farben sagt:Hier wird rheinisch-fränkisch, hier bergisch, hier west­fälisch, hier niedersächsisch gesprochen: sein Atlas sollte vielmehr durch typische Beispiele die Sprache selbst und ihre Spielarten, vor allem die der Aussprache, darstcllen und aufzeigen, wie die Aussprache-Grenzen der einzelnen Sprachlaute verlaufen «nd wie sic, bald zusammenlaufend, bald sich gabelnd und kreuzend, die unendliche Vielgestaltigkeit der deutschen Mundarten er-

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

JUL 173

TieCberl)tiiifd)t Zciiung" erscheint täglich mit Ausnahme der Senn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <X söhne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen »nd der Expedition (Markt 21) 2.00 A frei ins Haus. (Für unver« langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Mittwoch, 26. Juli

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 bei auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 40 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Datenvorschrift und Belegliefernng ansgcschlosien. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 drS Postscheckamtes Frankfurt e. M.

4 6. Johlg

1911.

Erstes Blatt.

Der heutiM Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 56.

Droht man uns?

Bei einem Festmahl, das zu Ehren des Kanz­lers der englischen Schatzkammer Lloyd George, des Gouverneurs und der Direktoren »er Bank von England sowie der Bankiers und Kaufleute der City im Mansion-House veran­staltet wurde, erwiderte Lloyd George auf einen Toast für das Gedeihen des Staatsschatzes, daß der Friede die erste Bedingung einer gedeih­lichen Entwicklung sei. Aber es sei unumgäng­lich notwendig, daß Großbritannien unter allen Umständen seinen Platz und sein Ansehen unter den Eroßmä^ten aufrecht erhalten müsie.

Wenn uns eine Lage ausgenötigt würde," fuhr der Minister fort,in der der Friede nur aufrecht erhalten werden könnte durch das Auf­geben der großen und vorietthafien Stellung, die Großbritannien in Jahrhunderten des Helden­tums und der Vollendung errungen hat oder durch Zulassung einer Behandlung, bei der die Lebensinteressen des Landes verletzt würden, als ob es kein Gewicht im Rate der Völker hätte, dann müßte nachdrücklich betont werden, daß ein Friede um diesen Preis eine Erniedrigung be­deuten würde, die für ein großes Land, wie das unsere, unerträglich wäre."

Lloyd George schloß seine Rede mit folgenden Worten, die er von seinem Manuskript ablas:

Es ist viel wahrscheinlicher, daß der Welt­frieden gesichert wird, wenn alle Völker sich klar vergegenwärtigen, welche Bedingungen für den Frieden gegeben sein müssen. Und weil ich die Ueberzeugung habe, daß die Völker einander besser zu verstehen beginnen, habe ich die Ueber- zeugung, daß sich zwischen heute und dem nächsten Jahre sich nichts ereignen wird, das es dem Kanzler des Schatzamtes schwer machen wird, auf einen Toast für das fortgesetzte Wachsen des Staatsschatzes von dieser Stelle aus zu ant­worten."

Diese Rede des englischen Ministers hat die merkwürdigsten Kommentare in der ausländi­schen Presse zur Folge gehabt. So versuchen englische Blätter in die Rede eine Spitze gegen Deutschland hineinzulegen. Die von allen Re­gierungsblättern in der Auslandspolitik am schlechtesten berateneDaily Chronicle" über- chreibt die Rede mit den Worten:Britannien warnt Deutschland". Eine ähnliche Deutung gibt auch dieDaily Mail" der Rede. Aehn- lich fassen natürlich auch dieTimes" und der Matin" die Worte des Ministers auf. Die erstere, gefolgt von gestnnungsverwandten eng­

lischen Blättern, sieht in der Rede eine unver- | kennbare und sehr ernste Drohung der englischen Regierung, und zwar, weil die deutsche Regie­rung ganz unglaubliche Kompensationsforde­rungen an Frankreich gestellt habe. DerMa- ttn" seinerseits erklärt, eine Drohung sei zwar nicht beabsichtigt, wohl aber habe die englische Regierung sich der Oppositionspartei und auch Frankreich gegenüber von dem tatsächlich be­stehenden Verdachte reinigen wollen, daß sie, die Regierung, beabsichtige, um Deutschland willen das freundschaftliche Einverständnis mit Frankreich aufzugeben.

Was zunächst die Auffassung derTimes" anlangt, so halten wir diese bis auf weiteres für völlig unzutreffend. Wenn englische Minister tatsächlich eine solche Absicht gehabt hätte, so würde das eine eminent parteiliche Einfluß­nahme auf die zwischen zwei Mächten in streng­ster Vertraulichkeit geführten Verhandlungen sein, also eine L..ion, die sich keine Macht in diesem Falle Deutschland gefallen lassen könnte. Gerade dieser englische Minister aber hat sich durch irgendwelche Neigung zum Säbel- rasseln niemals hervorgetan, und eine derartige polnische Taktlosigkeit oder gar eine derartige "Politik gewaltsamer Einmischung ist zum min­desten nicht wahrscheinlich. Die nächsten Tagewerdenzweifellosvolle Klar- heit bri n g en, und wir sind über­zeugt, daß, wenn die Dinge doch so sein sollten, daß dann die deutsche Regierung schnell genug die richti­gen Worte finden wird.

Was der Minister gesagt hat, könnte, wie die Kölnische Zeitung" richtig bemerkt, auch jeder Minister einer anderen Macht in einer allgemei­nen Betrachtung über die Finanzen seines Lan­des sagen. Die vorbeugende Bedingung und zu­gleich das nationale Bekenntnis, daß nur ein Friede in Ehren erträglich sei, nicht aber ein Zustand der Erniedrigung, ist in Deutschland oft genug betont worden. Alles in allem hat man bei uns nicht nötig, sich aufzuregen. Was die Auffassung des französischen Blattes anlangt, so sollen dessen A rlassungen offenbar nur dazu dienen, die Rede des englischen Ministers zu einer wiederholten feierlichen Freundschaftser- klärung Frankreich gegenüber umzudeuten. Der­artiges haben die Franzosen nötig, besonders weil ihr so stolzes Selbstvertrauen in Wirklich­keit nur in sehr geringem Maße vorhanden ist. In Deutschland gibt es wohl keinen Halbwegs verständigen Menschen, der je geglaubt hätte, Großbritannien werde eine Schwenkung von Frankreich nach der deutschen Seite vollführen. Wir wollen Len Franzosen gern das Vergnügen lassen, jeden Tag aufs neue die Gewinnung oder Wiedergewinnung des großbritannischen Her­zens zu feiern.

---*---

geben, die wir dann freilich, auf Grund der tief­sten Gemeinsamkeiten oder Unterschiede, wieder in Gruppen zusammenfassen und benennen.

Um dies zu erreichen, mutzte Wenker Proben womöglich aus jedem Orte haben, und es ist be­zeichnend für sein Vertrauen auf seine Idee und: für seine Zähigkeit, wie er dieses schwere Werk« angriff. Es war, irren wir nicht, um Ostern 1876, als in jedem Schulart der Rheinprovinz nördlich der Mosel der Postbote einen blauen Brief beim Lehrer abgab, einen Bogen, auf dessen einer Seite eine Anzahl, etwa 40, kurze Sätzchen in hochdeutscher Sprache standen mit der Bitte, diese in die Mundart des betreffenden Ortes zu übersetzen oder durch Kundige über­setzen zu lassen. Es waren Sätze mit ganz all­täglichen Wörtern, z. V.:Es hört bald auf zu schneien, dann wird das Wetter wieder besser," und auf einem angebogenen Blatt war für die Ueberfetzung eines jeden Satzes ein bestimmter Platz. Die Lehrer, ihrem Interesse an der Sache ebenso folgend, wie behördlicher Empfehlung, stellten mit großem Eifer und Verständnis die Uebertragung her, und nach kurzer Zeit sah sich Wenker im Besitz eines Riesenstoßes blauer Bogen, auf deren jedem genau an der gleichen Stelle das gleiche Wort stand, übersetzt in die Mundart irgend eines niederrheinischen Ortes. Wenn er nun die Bogen geographisch ordnete und auf große Kartenblätter, für jedes Wort ein besonderes, die Spielarten der Aussprache über­trug, so brauchte er nur zwischen die Gebiete der Spielarten iarbiae Linien zu ziehen und die

Politische Umschau.

Ein eigenartiger Umgangs!««.

DasBerliner Tageblatt" brachte kürzlich einen Briefwechsel den dieGermania-Abendpost", ein deutsches Blatt in Milwaukee, veröffentlicht hatte. Danach habe ein früherer Deutscher, der nach Amerika ausgewandert ist, an die Redaktion der Kreuzzeitung" ein Schreiben gerichtet, worin er seiner Mißbilligung über die ungerechte und weg­werfende Beurteilung amerikanischer Verhältnisse seitens derKrmzzeitung" Ausdruck geben zu müssen glaubte. Außerdem bedauerte er in diesem Schreiben, daß das genannte Blatt sich nicht besser über die amerikaniichen Dinge informiere. Darauf ist noch dem deutsch-amerikanischen Blatte, dem Schreiber folgender Brief, den dieEermania-Abendpost" im Original gesehen haben will, von demChefredak­teur" derKreuzzeitung" zugegangen., Der Brief lautet nach demB- T."

Zurück! Wenn Sie Ihr- Kenntnis über die deutsche Presse aus Zeitungsausschnitten derart wie oben angekleot, schöpfen, so tun Sie mir leid, wenn Sie aber auf Grund derartiger Notizen und ohne eine Ahnung vom Inhalt der deutschen Presse zu be­sitzen, blödsinnige Behauptungen und Verleumdungen aussprechen, wie in dem umseitigen Schreiben, so sind Sie einer der hundsföttischsten Burschen ver­mutlich ein Iudenviertelrüppel die ich kenne. In diesem Sinne! A. Frhr. v. Wangenheim. Berlin, 31. Mai 1911.

Zunächst ist Herr v. Wangenheim, der nebenbei bemerkt vor einigen Jahren einmal an unserer Zeitung tätig war. nicht Chefredakteur, sondern, soviel uns bekannt, zweiter Auslandsredakteur an derKreuzzeitung". Sodann ist auch noch nicht bekannt, was Herrn v. Wangenheim geschrieben worden ist. Das hindert zwar nicht, daß ein der­artiger Ton, besonders nach dem Auslande hin, scharf verurteilt werden muß. Ebenso unfein aber ist es ein derartiges Verhalten irgend eines Redak­teurs dem Blatte selbst zur Last zu legen. Wie andre Zeitungen erfahren, hat dieKreuzzeitung" zu diesem gewiß nicht schönen Brief bis jetzt noch nicht Stellung nehmen können, weil Herr v. Wangenheim zur Zeit verreist ist.

Deutsches Reich.

Bom Kaiser. Balestrand, 24. Juli. Der Kaiser unternahm gestern Abend und heute Vor­mittag längere Spaziergänge an Land. Das Wetter hat sich aufgeklärt. Morgen Mittag soll dieHohenzollern" die Heimreise zunächst btS Bergen antreten.

Eine Akademie für Kommunalverwaltung. Düsseldorf, 24. Juli. Der nächsten Stadtverord­netenversammlung wird eine Vorlage zugehen, weja>e die Errichtung einer Akademie für Kom­munalverwaltung in Düsseldorf vorsieht. Die Akademie bezweckt die Ausbildung leitend:! Kommr. :rlbeamten, insbesondere Stadt- und Landbürgermeister auf der Grundlage hochschul- mäßigen Unterrichts.

Das Militär und Jatho. Berlin, 24. Juli. Gestern verließen Mannschaften des Königin

Dialektkarte eines Wortes war fertig. Das ist schnell gesagt, aber wenn die Sätzchen zweihun­dert Wörter enthielten und fünfzehnhundert Uebersetzungen vorlagen, so ist leicht ausge­rechnet, daß Wenker dreihunderttausend Wörter auf seine Kartenblätter übertragen mußte, ehe sein Material ganz verarbeitet war.

Das brauchte nun freilich nicht sofort zu ge­schehen, denn derselbe Sprachlaut, in gleicher oder ähnlicher Umgebung, tritt in mehr als einem der Wörter auf. und so legte Wenker Karten solcher Wischer Beispiele an, die als Aus­wahl des Ganzen schon ein lebendiges Bild er­gaben. Ein kleines Schriftchen von 16 Seiten mit einem Kärtchen, betitelt:Das rheinische Platt", in Düsseldorf 1877 in zwei Auflagen er­schienen, teilte einem größeren Leserkreise die wichtigsten Ergebnisse in sehr ansprechender, von rheinischem Humor gewürzter Darstellung mit; es war zugleich der Dank des Verfassers an die Lehrer, die so treu geholfen hatten.

Man sah dort z. B., wie unser Vater Rhein seinen Namen mehrfach ändern muß, wie er im Oberländischen" bis Niederbreifig und Hönnin­gen Rhein genannt wird, dann, von Sinzig und Linz ab Reng oder Ring, unterhalb Düsseldorf aber, links ab Büderich, rechts ab Ehingen, eine kurze Strecke, bis unterhalb Orsoy, Rin (wie in Baden und Elsaß), dann weiter abwärts Rinn, bis er in Holland wieder Rhein (geschrieben Rijn) heißt. Die Karten wiesen nach, wie das gleichklingende Wort Wein die gleichen Verän­derungen durchmacht, überhaupt wie der im

Elisabeth-Garde-Regiments, die dem Gottes­dienst in der Luisenkirche in Cherlottenburg bei­wohnten, diese, als der liberale Pastor Kraatz uver den Fall Jatho zu sprechen begann. Dem Vernehmen nach befindet sich die Angelegenheit in Händen bcr höheren Militärbehörden.

Manöver und Maul- «nd Klauenseuche. München, 24. Juli. Wie aus dem bayerischen Kriegsministe'-irm mitgeteilt wird, finden die bayerischen Manöver trotz des Ueberhandneh- mens der Maul- und Klauenseuche dennoch statt. Es werde lediglich während der Manöver eine Verscyiebung in der Unterbringung der Truppen eintreten.

DieWelt am Montag" beschäftigt sich er- klärlicherwe'^e gern mit hessiscken Verhältnissen. Einmal studiert man den Inseratenteil rechts­stehender Zeitungen, dann wieder hat man dies oder jenes gehört von amtlicher Wahlbeein­flussung usw. Diese Anteilnahme ist ja erfreu­lich, damit wir aber keine Berichtigung erhalten, wollen wir gleich feststellen, daß nicht etwa Herr v. Eerlach, der politische Leiter derW. a. M.", damit etwas zu tun hat. Wie sollte er auch. Schade, daß sie damit so oft hineinfallen. So wurde kürzlich behauptet, der Landrat von Zie­genhain habe mit dem Lehrer Schnell eine dienstliche Unterhaltung gehabt, in der er aus- geführt habe, nationalliberal könne ein Lehrer sein, aber weiter links dürfe er nicht stehen. Schade, daß jett der Lehrer eine derartig poli­tisch-dienstliche Unterhaltung selbst in Abrede stellt. Man dürste alo der gutenWelt am Montag" den Rat geben, sich einmal andere Ge­genden des deutschen Vaterlandes auszusuchen. In Hessen gibts Reinfälle.

Grundsätzliche Anerkennung der deutschen Cchade«serW""-sprüche in Portugal. Berlin, 24. Juli. Die deutschen Verhandlungen mit Portugal über die Anerkennung der deutschen Schadenersatzansprüche für die mehreren deut­schen Staatsangehörigen während der Revolu­tion zugefügten Schäden haben zur grundsätz­lichen Anerkennung der Schadenersatzpflicht durch Portugal geführt. Ueber t ie Höhe der von Deutschland geforderten Ersatzsumme bestehen noch Meinungsverschiedenheiten.

Scho« wieder ein Spionagefall. Allensic' , 24. Juli. Auf dem ostpreußischen Truppen­übungsplatz bei Ares wurde gestern ein unbe­kannter Mann festgenommen, der sich durch pho­tographische Aufnahme der dortigen Gegend auf­fällig gemacht hatte. Der Verhaftete ist ein Russe. Man fand bei ihm außer dem photogra­phischen Aparat eine große Anzahl von Karten und Zeichnungen strategisch wichtiger Punkte. Der Russe steht unter dem dringenden Verdacht der Spionage.

Eine Klage gegen Zeppelin? Berlin, 24. Zuli. Wie dasKleine Journal" hört, will die Witwe des österreichischen Erfinders Schwarz,

sprachgeschichtlichen Sinne gleiche Laut unter gleichen Bedingungen fast immer dasselbe Kar­tenbild ergibt.

Wenker verarbeitete sein rheinisches Material in einen handschriftlichen Sprachatlas der nörd­lichen Rheinprovinz, und legte diesen der Ber­liner Akademie t:r Wissenchaften vor. Diese er­kannte den großen Wert, und auf ihre Befür­wortung erhielt Wenker, der inzwischen eine An­stellung an der Universitäts-Bibliothek in Mar­burg gefunden, vom Staat die Mittel, das Werk weiter auszudehnen. Zunächst wurden neue Fragebogen durch ganz Nord- und Mitteldeutsch­land gesandt und 1881 erschien, als Ergebnis der Verarbeitung derselben, eine erste Lieferung des Sprachatlas. Dann war der Plan geändert: es sollte zunächst das Material handschriftlich durch­gearbeitet und. das Werk auch auf die süddeut­schen Staaten ausgedehnt werden. So lagen denn nach wenigen Jahren etwa 32 000 große Blätter, bedeckt mit stets den gleichen Dialekt- proben aus fast ebenso viel Orten des ganzer Deutschen Reiches, bei Wcnker aufgestapelt, uni er hat dann, unterstützt zuerst von einem, dan« von zwei wissenschaftlichen Hilfsarbeitern, in jahrzehntelanger mühseliger und entsagender Arbeit dies ungeheure Material auf Karten- blätter übertragen. Jedes Blatt wird doppelt h-rgest-llt, ein Exemplar bleibt in Marburg, das andere beruht auf der Königlichen Bibliothek zu Berlin, der wissenschaftlichen Benutzung zugäng- lich ,und manche Doktorarbeit ist auf Grund der | Sprachatlaskarten entstanden. Weukers lang«