mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend". „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
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'•ite „CutriKfftfdjt Rettung" erscheint täglich mit nusnah.ne der Stenn= und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.26 <K lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expüition (Markt 21) 2.00 «X frei ins HauS. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. — Telephon 65.
Marburg
Sonntag, 23. Juli
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46. Jahrg. 1911.
Erstes Blatt.
Schatzkammern.
In den Märchen der Kinderwelt liegen die Schätze von rotem Gold und schimmernden Kleinodien in tiefen Bergesgründen und in versteckten Schluchten verborgen. Gute oder böse Geister bewachen sie, gute und böse Mächte führen heiße Kämpfe um sie, und die guten bleiben schließlich, wi. c_> sich im Märchen geziemt, die Sieger. Im nüchternen Alltagsleben aber geht der Kampf manchmal auch unders aus. Die Schatzkammern des zwanzigsten Jahrhunderts liegen nicht in dunkler Nacht und an verborgenen Plätzen, die keines Uneingeweihten Fuß betritt. Sie liegen offen da an den Pracht- straßen der Weltstädte, strahlendes Licht gießt sich über sie aus, und der Blick von vielen Taufenden von Menschen, von guten und von bösen, fällt durch hohe Kristallscheiben auf die gleißende Pracht, die sie bergen. Und doch sind die größten und reichsten Schätze hier ebenso sicher verwahrt, wie die Marchenwunder, von überirdischen Mächten gehütet. Zwei verwegene Banditenstreiche, deren Schauplatz die Reichshauptstadt in kurzer Folge gewesen ist, haben uns einen Einblick in die Geheimnisie gegeben, die die Reichtümer des Mannes schützen, der mit Gold und Edelstein Handel treibt. Das Rüstzeug des männermordenden Krieges, die funkelnde Stahlplatte, findet auch, hier reiche Verwendung, in Fußböden, Wänden und Decken werden Panzer aus härtestem Stahl eingelegt, Panzer, die es an Größe und Stärke mit den Armierungen unserer Schiffsriesen getrost aufnehmen können. An die also gepanzerten Schatzkammern wagt sich denn auch kein Feind heran. Die beiden Berliner Juweliergeschäfte aber, die die Opfer von Verbrechern geworden und um viele Tausende bestohlen worden sind, sind nicht stark und reich genug gewesen, sich die teuere Rüstung zu leisten, die der Kampf zwischen Gut und Böse verlangt. Und müssen darum nun einen Preis zahlen, der gewißlich viel höher ist, als es der Preis der Panzerrüstung gewesen wäre.
Auf eine riesengroße Schatzkammer, das reiche und fruchtbare Marokko, find die Blicke einer ganzen Welt gerichtet. Ihre Besitzer sind nicht imstande gewesen, die großen Güter, mit denen sie eine gütige Natur beschenkt hat, zu verwalten. In ewigen Bruderkriegen wirtschafteten und wüsteten die Kinder der Natur gegen ihre verschwenderisch gebende Nährmutter, und nun kämpfen die guten Geister der Kultur gegen die törichten Kinder der Natur, wollen zu Nutz und Frommen aller Menschheit die Schätze heben, die sonst noch lange ungenützt blieben. Aber auch unter den guten Geistern gibt es „sonne und solche". Manche möchten gerne alles für sich allein haben. Und dann geht das Streiten an.
Das Franziskaner- oder Barfüßerkloster.
Von L. Müller.
Am südwestlichen Ende der Stadt Marburg hatten sich unter Benutzung der Stadtmauer Barfüßermönche neben dem Barsüßertor angebaut und zwar so, daß der südliche Klosterflügel mit seiner Nordseite oberhalb einer hohen Mauer stand und mit der Südseite darüber hinausrggte. Jenseits nach der Barfützer- stratze zu stand die Barfüßerkirche und die drei Klosterlfügel bildeten mit diesem ein Biereck, und umschlossen mit dem Kreuzgang einen Hof. Die im frühgotischen Etil erbaute Kirche hatte einen aus dem Achteck geschlossenen Chor mit einem schlanken Turm und an der Nordseite ein etwas niedriges Seitenschiff. Die Bewohner dieses Klosters trugen ein braunes Habit mit einer Kette, einen Strick um die Lenden und Sandalen an den Füßen, weshalb st- von dem Volk Barfüßer genannt wurden. Im Jahre 1254 waren sie nach einer Urkunde bereits hier ansässig. Der sittliche Zustand dieser Franziskaner- mönche war nicht immer der beste. Auf Veranlassung des Landgrafen Wilhelm III. von Oberhessen wurde bas Kloster wiederholt mit Abseroanten, d. h. mit solchen Mönchen, welche die Ordensregel streng beobachteten, besetzt und unter weltliche Vorsteher gestellt.
Die hiesigen Franziskaner waren Gegner der Reformation und um ihrem Eebahren ein Ende zu Bachen, befahl ihnen Landgraf Philipp, entweder die Reformation anznehmen oder auszuwandern. Ihr ftloster wurde der philosophischen und medizinischen ffakultSt der neuen Universität im Jahre 1528 über- viesen. Das bei dem Klosrer gelegene Brauhaus »henkte der Landgraf laut Ratsprotokoll vom 6. März |
Nicht mit scharfem Schwert hinter blinkendem Schilde, wie im Märchen, auch nicht gleich mit modernem Geschützdonner, unter dem den Völkern der Atem stockt, sondern fein und still, ganz geräuschlos, auf parkettiertem Boden der Diplomatensalons und mit einem Aufwand an Höflichkeit, Freundlichkeit und Ausdauer, der herzlich wenig mit der schlichten und kraftvollen Sprache der Märchenhelden gemein hat. Um so lauter tönen Streit und Gezänk in der Presse herüber und hinüber. Dann wird es eine Weile still. Doch nur, um mit erneuter Heftigkeit loszubrechen. Der ruhigen und ehrlichen Stimmen, die nicht nur an sich, sondern an das Ganze denken, sind nicht gar zu viele. Was man aus ihnen heute wie seit drei Wochen heraushört, heißt: „Abwarten, ruhig Blut!" Der Unterton aber, der aus all dem gewaltigen Prefielärm doch deutlich erklingt, sagt uns: Wir find auf der Hut, wir sind uns unserer Kraft bewußt, wir wollen und müfien auch von den Reichtümern haben, die in der Schatzkammer Marokko ungenutzt und ungehoben liegen. Wenn es euch, ihr Nachbarn zur Linken, Freude macht, die Kammer, nicht ihre Schätze, allein zu besitzen, so läßt sich darüber reden. Ihr gebt uns dann wo anders eine Kammer, in der wir einen Teil unserer Schätze und unseres Reichtums an Menschen sicher unterbringen können. Aber ehrlich müßt ihr teilen. Es geht um hohe Werte. Und nicht nur die Schätze, auch die Kammern, die sie bergen, sind heute teurer und kostbarer Besitz.
. Der bunte, schillernde Orient ist das klassische Land der juwelenstrotzenden Schatzkammern. Die Märchenwelt von „Tausend und eine Nacht" mit aller ihrer Pracht und ihrem sinnverwirrenden Glanze spielt im Lande der Perser. Der Perser, die auch einmal die Welt des grauen Altertums beherrscht haben. Das aber ist schon lange, märchenhaft lange her. Heute tobt dort fast Anarchie. Ein Knabe sitzt auf dem Herrscherthron, eine Puppe in der Hand der mächtigen Geistlichkeit und der bevorzugten Kriegerstände. Eigennutz, Habgier, Willkür und Grausamkeit verwüsten das Land. Mit spähendem Blicke wachen der russische Bär und John Bull, wenn der Augenblick gekommen ist, wo sie ihre Hand auf die persische Schatzkammer legen können, und eifersüchtig paffen die übrigen Kulturvölker auf, daß sie sich rechtzeitig einen Anteil an jenen ungehobenen Reichtümern sichern. Wann diese Stunde kommt, wer will es wissen? Persien gehört zu den Ländern, die uns ihre Gegenwart besonders durch Ueberraschungen merken laffen. Just diese Tage haben eine gebracht, i von der man so wenig weiß, ob sie angenehm oder unangenehm ist, wie man von ihrem Bringer weiß, ob er zu den guten oder den bösen Geistern gehört. Mohammed Ali, den vertriebenen Schah, zieht es zu seinen Schätzen zurück, zurück zu Glanz und Macht. Schon hat er das gastliche Rußland verlassen, schon rückt er — zweifellos nicht ohne heimliche Mithilfe seines I
| bisherigen Gastgebers — in Eilmärschen auf । seine ehemalige Hauptstadt vor, wo sein Söhn- I chen „regiert". Schon läßt des Vaters „Maje- | stät" telegraphische Befehle nach Teheran los, I aber noch wird ihm der Gehorsam verweigert. I Doch die Hauptstadt ist schwach, und ungewiß I bleibt es, wer als Sieger aus dem bevorstehen- I den Kampfe hervorgehen, wer den Schatz der I Macht an sich reißen wird. Ehe die persische I Schatzkammer erschlossen werden wird, wird ge« I wiß noch viel Blut von guten und bösen Geistern, I die um sie kämpfen, fließen rnüffen.
Deutsches Reich»
— Born Kaiser. Balestrand, 21. Juli. Der Kaiser wohnte gestern abend einer weiteren Fortsetzung der geschichtlichen Vorträge des Generalmajors Diahuth bei und machte heute vormittag einen längeren Spaziergang. Gestern mittag lief das Schulschiff „Viktoria Luise" hier ein und ging in der Nähe der „Hohenzollern" hinter den Begleitschiffen derselben vor Anker.
— Das Kronprinzenpaar und das Fernlenkboot. Wannsee, 21. Juli. Nachdem das Kronprinzenpaar bereits am 14. Juni die Vorführung des Fernlenkbootes angesehen, kam es gestern abend mit dem Motorboot von Potsdam nochmals, um auch die innere Einrichtung des Bootes näher zu betrachten. Wirth aus Nürnberg erklärte die einzelnen Apparate und ihre Wirkung und stieg auf Einladung des Kronprinzen in dessen Motorboot, welches das Fernlenkboot begleitete, das jetzt besatzungslos verschiedene Schiffsmanöver ausführte, auch stoppte und einen Signalschuß abgab. Der Kronprinz, welcher alles mit lebhaftem Interesse verfolgte, erzählte hierbei dem Erfinder, daß er bereits dem Kaiser über die Erfindung berichtet und aus die Größe der Bedeutung derselben für die Marine und die engere Küstenverteidigung hinge- wiesen habe. Das Kronprinzenpaar verabschiedete sich in sehr herzlicher Weise von Wirth und wünschte ihm Glück und gute weitere Erfolge bei der praktischen Verwertung der Sache.
— Das Befinden Liebermann von Sonnenbergs. Berlin, 21. Juli. Im Befinden des Reichstagsabgeordneten Liebermann von Sonnenberg trat eine erhebliche Besserung ein.
— Der Konsul vo« Fez in Berlin. Berlin, 21. Juli. Der deutsche Konsul in Fez Dr. Bassel wird demnächst hier erwartet. Zur mündlichen Besprechung verschiedener Reklamationen deutscher Angehörigen ist er in das Auswärtige Amt berufen.
— Zur Düsseldorfer Reichstagsersatzwahl. Berlin, 21. Juli. Dr. Breitscheid hat die ihm von der Demokratisch. Vereinigung in Düsseldorf angebotene Kandidatur für die Reichstagsersatzwahl angenommen. Der Zentralvorstand der Demokratischen Vereinigung, welcher (jeftetn in Berlin tagte, Hai dazu einen Beschlußantrag angenommen, in dem es heißt: „Der Zentralvor
1528 der Stgdt. Da die Kirche außer Gebrauch gesetzt wurde, so wurden 1534 die darin befindlichen Grabsteine herausgebrochen und bei dem Neubau der Brunnenkümpse verwendet. In dieser Kirche wurde 1669 die im Jahre 1616 gesprungene Glocke umge gossen, nachdem sich vorher der Rat für jeden Feuerschaden, der hierdurch entstehen könnte, verantwortlich gemacht hatte. Es ist die sog. Bürgerglocke, die in der lutherischen Kirche hängt.
Im Jahre 1723 wurde, weil baufällig, die Bar- fützerkirche abgebrochen und es trat an diese Stelle mit erweiterter Grundfläche eine Univerütäts-Reit- bahn, der spätere Saalbau. Dieselbe wurde von König Friedrich I. von Schweden, der zugleich Landgraf von Hessen war, *m Jahre 1731 fertiggestellt. Im Jahre 1811 wurde der Rest vorn Kreuzgang abgebrochen, die Universitätsbibliothek, welche hierher verlegt werden sollte, erhielt bedeutende Vergrößerung, sodaß Umbauten nötig waren. Ein Dekret vorn 2. Juli 1811 der westfälischen Regierung verfügte:
Art. 1. Der linke Flügel des llniversitätsgebäudes zu Marburg soll für Vergrößerung der Bibliothek gebaut und eingerichtet werden. Im Erdgeschoß sollen die physikalischen, naturhistorischen und mineralogischen Sammlungen und der Fechtboden angelgt werden.
Art. 2. Es soll ein Turm auf das Bibliotheksgebäude gefetzt werden, um zur Sternwarte zu dienen.
Diese Verfügung ist aber nicht zur Ausführung gelangt, denn erst im Jahre 1825 wurde der südliche Flügel, der Rest des Barfüßerklosters, umgebaut und . der Bibliothek überwiesen. Ein neben der Bibliothek I stehendes Haus, direkt an der Stadtmauer, in dem bis zum Jahre 1846 der Direktor der Bibliothek |
wohnte, wurde in genanntem Jahre abgebrochen und ein Querflügel in den folgenden Jahren erbaut.
Auf dem gegenüberstihenden freien Platze am Plan und wo eben die Wagenremise steht, standen ehedem noch drei Wohnhäuser, die im Jahre 1776 von der Fürstlich Hessischen Regierung angetauft und abgebrochen wurden, um hinter dem Posthause (jetzt Kreishaus) am Plan eine Wagenremise uiü> Stallungen aufzuführen.
Es waren dieses die Wohnhäuser:
1. des Traiteurs Karl Essig, welches dicht an das Posthaus und die Augustiurgaffe stieß. Kaufsumme 420 Taler;
2. des Wagenmeisters Otto Schäfer, welches an die Augustinergasse und das folgende Haus stieß. Kaufsumme 200 Taler;
3. des Präzeptors Amrhein Haus, welches an der Untergasse lag. Kaufsumme 244 Taler.
Alle Lasten, weche auf diesen Grundstücken lagen, übernahm die Hessische Regierung. Die Anlegung der neuen Wegenremise mußte derart erfolgen, daß i die Durchfahrt vom Plan nach der Augustinergasse i beibehalten wurde. Die Stelle, wo das Brauhaus i stand ist die, wo eben das der Universität gehörige, früher Beneckfche Haus steht.
Das «arfüße klafter
: . (Alte Bibliothek.) !
Von Wein'raut. ’
Des Klosters düstre Hallen, ■ . ,
Der Zellen lange Reih'n
Sind längst in Schutt zerfallen '
Und bröckelndes Gestein. _ |
stand der Demokratischen Vereinigung begrüßt mit Genugtuung den Beschluß der Demokratt. scheu Vereinigung Düsseldorf, für die Reichs, tagsersatzwahl einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Nur der aktive Eintritt aller kämpfenden Elemente in den Wahlkampf wird dem Zentrum den Wahlkreis entreißen."
— Die Parteinadel der Freisinnigen. Der Verlag Fortschritt (Buchverlag der „Hilfe") in Berlin-Schöneberg hat eine Parteinadel für Mitglieder der Fortschrittlichen Volkspartei anfertigen und patentamtlich schützen lassen. Es ist eine Tuchnadel aus drei übereinandergeord- neten, heraldisch geformten Pfeilen in schwarzer, roter und goldgelber Emaille, die von links nach rechts schießen. Für die weiblichen Parteimitglieder wird eine gleichartige Parteibrosche vorbereitet.
Ausland.
** Portugal. Lissabon, 21. Juli. Aus Spanien erhält die „Voss. Ztg." von der portugiesischen monarchistischen Partei sehr nahestehender Seite die Mitteilung, Don Manuel habe die Verpflichtung übernommen, im Falle eines Sieges der monarchistischen Sache der Königin- Mutter und ihrem Jesuitenanhang die Rückkehr nach Portugal zu verbieten. Wenn sich die aus guter Quelle entstammende Nachricht bestätigt, dürfte sie eine große Erstarkung der nwnarchisti- schen Bewegung im Gefolge haben.
** Mexiko. Torreon (Mexiko), 21. Juli. Der deutsche Gesandte von Hintze trug dem hiesigen Vizekonsul Vermehren telegraphisch auf, über die Unruhen im Lagunadistrikt zu berichten und legte ihm nahe, die Frauen und Kinder zu entfernen. Die hiesige deutsche Kolonie hält die Lage nicht für gefährlich.
** Zur Lage in Marokko. Paris, 21. Juli. Die „Agence Havas" veröffentlicht folgende aus dem Ministerium des Aeußern stammende Note: Verschiedene Pariser Zeitungen veröffentlichen seit einigen Tagen Informationen oder Berichte über diplomatische Besprechungen betr. die französisch-deutschen Verhandlungen. Wir find ermächtigt, zu erklären, daß alle diese Informationen oder Berichte auf keinen Benachrichtigungen beruhen und die Verantwortung daher nur den Verfassern obliegt.
** Die Revolution in Haiti. Washington, 20. Juli. Wegen der Revolution auf Haiti will die amerikanische Regierung eine genügende Flottenmacht in den amerikanischen Gewässern haben. Das Kanonenboot „Petrol" liegt bereits vor Eonaives, der Kreuzer „Des Meines" ist nach Port-au-Prince unterwegs. Der geschützt« Kreuzer „Chester" soll nach Cap Haitien gehen und das Kanonenboot „Peoria" nach Fori Liberia.
** Mohammed Ali in Persien. Der Exschah von Persien ist von Odessa aufgebrochen, um sich wieder nach Persien zu begeben. Dazu erfährt
Längst schloß der letzte Schließer Des Klosters Pforte zu, Und alle die Barfüßer, Sie legten sich zur Ruh
Da fiel in Schutt und Trümmer Des Klosters Turm und Tor, Bald stieg in hellem Schimmer
-in Phönix b’raus empor.
Der breitet fe'ne Flügel Auf diesen Trümmern aus. Bald stand am sonn'gen Hügel Ein weitgedehntes Haus.
Statt enger Klosterzellen Reiht sich nun Saal an Saal, Auf zierlichen Gestellen
Steh'n Bücher ohne Zahl.
Was aus den dunklen Schachten : Born Licht des Geists erhellt,
Die edlen Weisen brachten, Das ist hier aufgestellt.
Die rief gen Folianten
Von Pergament und Holz, Mit starken Messingkanten Sind Philippinens Stolz.
So sprossen frische Reben Aus Schutt und Mo^erduft, Steigt ein neues Leien Aus dieses Kloster, .Emst.