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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen-Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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Marburg

Freitag, 21. Juli

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46. Jahrg.

1911.

Kompensationen?

Wir hatten uns bei der Besprechung des Ar­tikels derKöln. Ztg.", der auf einen Rückzug der deutschen Regierung in der Marokkoaffäre schließen ließ, auf den Standpunkt gestellt, daß die Zeit noch nicht gekommen sei, ein endgül­tiges Urteil über das Verhalten der Regierung zu fällen. Von Kompensationen kann in der Tat kaum die Rede sein angesichts der vitalen Interessen, die wir in Marokko selbst haben. Auf der Basis dieser Selbstverständlichkeit erst dürften die Verhandlungen zu einem ersprieß­lichen Ende führen können. In ähnlichem Sinne läßt sich jetzt dieDeutsche Tageszeitung" ver­nehmen. Sie schreibt:

Was ferner den Widerspruch gegen den In­halt des Kompensationsartikels derKölnischen Zeitung" anlangt, so scheint uns dieser zum mindesten verfrüht zu sein. Vorläufig weiß trotz aller Kombinationen weder die öffentliche Mei­nung in Deutschland noch die des Auslandes, ob und wieviel von seinen gerechten Ansprüchen Deutschland in Marokko aufgeben, noch welche Zugeständnisse es an Frankreich machen will. Es scheint uns aber sachlich unmöglich, den Kom- pensationsgedanken überhaupt oder bestimmte Kompensationsvorschläge, die man bei uns lediglich vermutet, einfach zu verwerfen, bevor man weiß, was nun mit Marokko selbst wird. Der künftige Zu st and Marokkos, unter dem Gesichtspunkte der deut­schen und der französischen, viel­leicht auch der englischen Inter­essen, kann einzig und allein den Anhalt für die Beurteilung der Kompensationsfrage im allgemei­nen wie im einzelnen geben. Wissen tun wir hinsichtlich der künftigen Ordnung in Marokko, wie gesagt, nur, daß das Deutsche Reich dort keine territoriale Erwerbung an­strebt. Damit ist aber natürlich nicht gesagt, daß das Deutsche Reich nun Marokko politisch und wirtschaftlich den Franzosen überließe. Es muß sich unseres Erachtens vielmehr darum han­deln, die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands in Marokko durch tatsächliche Garantien sicher­zustellen, und zwar nicht nur so, wie sie heute sind, sondern insbesondere diese Garantien für ihre zukünftige Ausdehnungsmöglichkeit sorg­fältig zu berechnen."

Auch dieFrankfurter Zeitung" nimmt in einem sehr bemerkenswerten Artikel zur Frage derKompensationen" Stellung. Sie führt aus, daß man von einet wirtschaftlichen Gleichberech­tigung in den französischen Kolonien nicht reden könne und daß die Bedeutung Marokkos derart groß sei, daß es so gut wie gar keine Kompen­sationen gibt. Weiter schreibt sie dann:

Um einen annähernden Maßstab dafür zu gewinnen, wie groß etwa die Kompensation sein

(Nachdruck verboten.)

Die Rückkehr jitr Ua1m.

Eine lachende Geschichte Von Agnes Harder.

(Fortsetzung.)

Fuschchen nickte zerstreut und drückte die schwere Tür auf, die ein wenig kreischte. Drinn war alles weiß getüncht, und feierliche Ruhe herrschte. Nicht einmal die Fliegen summten in der Hitze. Sie saßen an den Wänden und bildeten ganze Landkarten. Es war so still, so still. Themis schlief. Man hörte sie förmlich schlafen. Die ausgetretene Holztreppe knarrte nicht. Im Korridor oben rührte sich nichts, und als Fuschchen leise die Tür zum Vorzimmer ihres Mannes aufdrückte, saß Pieper auf einem Stuhl neben einem der Aktenschränke und schlief wie die Fliegen. Ach, in diesen sommerlichen Nachmittagsstunden lag eine glückselige Ruhe über dem Amtsgericht der kleinen Stadt. The­mis schlief. Mochte sie schlafen.

Leise und zögernd schritt Fuschchen an Pieper vorbei, in das Zimmer ihres Gatten. Die grauen Leinenjalousien waren herabgelasien, aber die Hitze brütete nur so in dem Raum. Seine hellgelb polierten nackten Holzmöbel, der Schrank, der Tisch und der Stuhl, waren durch ein Sofa ergänzt worden, ein Ungeheuer an Be­quemlichkeit, das ihm seine bevorzugte Stellung gestattete. Und da lag er, und schlief und schnarchte. Er erlaubte sich in diesem totenstillen

müßte, wird es nötig sein, den ungefähren Ver­lust festzustellen, den Deutschland erleiden wird, wenn es die Algeciras-Akte aufgibt und Ma­rokko ganz den Franzosen überläßt. Zunächst werden die wirtschaftlichen Rechte, die Deutsch­land sich vorbehält, höchst wahrscheinlich wertlos werden. Die Erfahrungen, die schon in Tune­sien gemacht worden sind, werden sich in Marokko wiederholen. Man hat zudem bereits gesehen, was aus den deutschen Znteresien in Marokko wird, trotz des Abkommens vom 9. Februar, das ihnen Schutz und Förderung vonseiten Frank­reichs verspricht. Marokko ist an Flächeninhalt viel größer wie Deutschland; es hat eine Bevöl­kerung von 810 Millionen. Wenn die Fran­zosen Marokko bekommen, dann gliedert sich die­ses mit Tunesien, Algerien, Mauretanien, Sene- gambien und Französisch-Kongo zu einem unge­heuren nord- und zentralafrikanischen Kolonial­reich, das nicht bloß ungeheure Naturschätze, son­dern auch höchst wertvolles Menschen- und beson­ders Heeresmaterial enthält. Man hat es in der Tat schon lange in französischen Blättern lesen können, daß eines der Hauptziele der fran­zösischen Marokkopolitik dahin gehen mllsie, dem Stillstand der Bevölkerung und Militärkrast Frankreichs durch Heranziehung der kriegstüch- Hgen Stämme feiner afrikanischen Kolonien aufzuhelfen; man hat bereits berechnet, daß Frankreich in einem Zuknnftskrieg nicht bloß alle seine eigenen Truppen aus Afrika ziehen, sondern auch mehrere Armeekorps eingeborener Truppen nach Europa werfen könne. Diese Rech­nung mag aus verschieden Gründen übertrieben sein, aber fest steht jedenfalls, daß die Einverlei­bung Marokkos in das französische Kolonialreich einen ungeheuren Machtzuwachs für Frankreich bedeutet; das bedeutet aber auch eine Verschiebung in dem bisherigen Kräfte- Verhältnis der Mächte zugunsten Frankreichs und zum Nachteil anderer Mächte, besonders Deutschlands, und nur ein arger Stümper in der politischen Wissenschaft kann behaupten, das könne Deutschland gleichgültig sein und es habe teilt politisches Interesse dal-ei. Deutsch­land ist vielmehr im höchsten Grade daran interessiert, daß Marokko nicht französisch wird; wenn es aber doch französisch werden soll, bann mag man einen Schluß auf die Größe der Kompensation ziehen, die Deutsch­land zu oerlangen berechtigt sein wird. M i t einem Fetzen Kongo oder dem ver­sumpften Tschadsee kann sich Deutschland nicht ab speisen lasten. Soll es aber mehr fein, so dürfte die französische Regierung auf ernste Hinderniste bei ihren Landsleuten stoßen. Das eröffnet dem Ergebnis der Kompensations-Verhandlungen, wenn ein solches zustande kommt, keine günstigen A u s f i ch t e n."

Man sieht also, daß zwei so extreme politische Blätter in der Frage derKompensationen" int

Hause zu schnarchen, denn er war hier der The­mis alleroberster Priester.

Die Stulpen und den Hemdkragen hatte er abgenommen. Sie lagen zwischen dem großen schwarzen Tintenfaß und der ebenso unförmigen Streusandbüchse. Der Kops war nach hinten ge­fallen. Er sah sehr rot aus. Die Adern an seinem Halse traten stark hervor. Nein, auch int Schlaf machte Tittnak keinen glücklichen Ein­druck mehr. Frau Pieper irrte sich. Das kam nicht aus dem Magen, das saß tiefer.

Fuschchen wußte, wo. Aengstlich und schuld­bewußt irrten ihre Augen über die Wände. Die Landkarte und die Kreiskarte, sonst nichts. Aber da auf dem Tisch, neben dem ungeheuren Tintenfaß und der Streusandbüchse, die groß genug gewesen wäre für den überflüssigen Sand der Mark Brandenburg da stand das Kruzi­fix, das zum Schwören gebraucht wurde.

Und Fuschchen sah wieder auf ihren Mann. Sie wußte, daß er ihretwegen litt. Sie kam sich sehr schuldig vor aber auch sehr intereffant. Wie ruhig war ihre Ehe gewesen! Sie konnte ja nun mit Muße betrachten, wie gut sie ihm be­kommen war. Und dann dachte sie an Dietrich. War sie denn eine schuldige Frau? Nein, gewiß nicht. Aber hier in diesem feierlichen Raum, der immer auf sie eingewirkt hatte, hier konnte sie den Kops doch nicht ganz so hoch tragen, wie sonst. Es fiel ihr ein, daß er jetzt vielleicht er­wachen könne, nach dem Schrank gehen, die Amtsrobe anlegen und sie mit der fürchterlichen Stimme, die Pieper fürchtete, auffordern könne,

Grunde genommen zu einem gleichen Resultat kommen. Diese Einmütigkeit im Urteile findet man auch in der gesamten anderen Presie. Aus­genommen die sozialdemokratischen und demo- krattschen Blätter, die die ganze Affäre von vornherein anders zu beurteilen für gut fanden.

Marokko.

Paris, 18. Juli. Die öffentliche Meinung ist sehr gereizt. DerTemps" und dieLi- bertö" verlangen energische Haltung und beide nehmen in ihren Bemerkungen auf die Verhand­lungen mit Deutschland Bezug DieLiberte" schreibt: Ein Zurückweichen vor Madrid wäre das sicherste Mittel in Berlin wehrlos zu blei­ben. DerTemps" drückt sich etwas diplo­matischer aus, kommt aber dem Sinne nach zu einem gleichen Schluß. Das Blatt sagt, daß im Falle Boistet eine Sühne und keine bloße Ent­schuldigung ober gar erst Untersuchung notwen­dig sei. Das passive Verhalten Frankreichs ge­genüber den spanischen liebergriffen fei un­erklärlich. Der Vertrag vom Jahre 1904 lege Frankreich Fesseln an und lasse Spanien freie Hand. Bisher habe Frankreich in Marokko wenig gewonnen, aber viel verloren. In Ber­lin werde über ein Geschäft verhandelt, von dem vorläufig nur bekannt sei, daß die deutschen An­sprüche groß sind. Das Blatt fährt fort: Wollen wir den Deutschen viel oder wenig zahlen, nur um Marokko an Spanien auszuliefern? Da» ist das Problem, vor dem wir morgen stehen. Die einzige Lösung sei eine energische Haltung, wie sie Clemenceau und Pichon im Jahre 1908 gezeigt haben. Die Regierung scheint die Situ­ation weniger pessimistisch zu betrachten als die Presie, da sie den nächsten Miinsterrat erst Mitte August abhalten will, falls nicht unvorher­gesehene Ereignisie eine frühere Beratung not­wendig machen. DemTemps" wird über Mo- gabot telegraphiert, baß beutsche Offiziere in ber Umgegend von Agadir Jagdausflüge machen und durch Flintenschüsse die E''geborenen beun­ruhigen. Ebenso wird die Ankunft mehrerer Deutscher in Agadir gemeldet, die sich bereits zu einer Kolonie zusammengeschlossen haben und Handelsbeziehungen anzuknüpfen beginnen. DieLiberia" weiß gar zu melden, daß Ange­stellte des Hauses Mannesmann dreimal Schild­wachen geschlagen haben, die auf Befehl des Machfen gefchlosiene Tore behüten. Die letzte Nachricht wird natürlich ebenso wenig stimmen wie die frühere Meldung des gleichen Blattes über eine deutsche Flottendemonstration.

Paris, 19. Juli. DieAgence Havas" meldet aus Larrasch unterrn 18. Juli: Ein Transport mit Lebensmitteln und Munition i,t mit Begleitung nach El Ksar abgegangen. Die gelandete Marine-Infanterie und Matrosen be­wachen die Stadttore. 80 Deserteure der scheri- fischen Mahalla sind von El Ksar gestern hier

die Hand auf das Kruzifix zu legen und zu schwören, daß sie ihm treu sei in Gedanken, Worten und Werken.

Fuschchen zitterte. Das hätte sie nicht ge­konnt. Sie ging eilig nach der Tür zurück, öff­nete sie und schlug sie energisch zu. Themis hatte ausgeschlafen und rückte ihre Binde zurecht. Pieper steckte den Kopf herein, um zu sehen, ob man nach ihm verlange, als er aber die Rätin erkannte, zog er sich devot zurück. Er begab sich zu seiner Frau auf die Bank vor dem Haufe, an ber der Schatten der Pyramidenpappel gerade vorbeifiel, und sie tauschten ihre Erfahrungen aus.

Paß auf, nu wird es gleich losgehen. Die Marta hat es mir gesagt. Wenn sie mir die Akten abnimmt, sagt sie jedesmal, der Teufel ist los bei uns.

In der Tai hörte man bald darauf oben mit erhobener Stimme sprechen. Zu verstehen wer nichts. Aber dennoch lauschten Herr und Frau Pieper mit Behagen. Und als eine Viertel­stunde später die Rätin herauskam und noch in bet Tür ihren Sonnenschirm aufspannte, um ihr gerötetes, verwebtes Gesicht zu verbergen, da nickten sie befriedigt, und bas Stopfen ber eheherrlichen Socken war Frau Pieper noch ein­mal so angenehm. Ja, es gab überall zerbrochene Topfe.

Sie fuhren am nächsten Tage ab. Dietrich holte bie Damen in einem Wagen. Von der Komturei aus hätte man ihn doch benutzen müssen, und zum Radeln war es zu heiß. Onkel I

angekommen. Sie werden instruiert und nach Melilla geschickt. Der Pascha beklagte sich bei der Konsularbehörde über die Haltung der spa­nischen Soldaten, die in die Häuser einbringen, ben Frauen auf ben Straßen bie Schleier fort- ziehen und bie Vorübergehenden mit bem Ba­jonett bebrohen.

Paris, 19. Juli. Fast die gesamte Presse verlangt heute, daß Spanien wegen der Verhaf­tung des französischen Konsularagenten um Ent­schuldigung bitte. DerFigaro" erklärt, Cail- laux und de Seines würden für immer ihr An­sehen bei dem französischen Volke einbüßen, wenn sie eine andere Haltung zuließen. Der Eaulois" schreibt: Während Deutschland uns auszuziehen versucht, macht sich Spanien den Spaß, uns zu verhöhnen. In dieser unglaub­lichen Lage befindet sich augenblicklich Frank­reich. DiePetite Mpublique" meint: Die einzig mögliche Genugtuung ist die einer öffent­lichen Entschuldigung in Anwesenheit ber Ma­rokkaner, bie Zeugen bes bem Konsularagenten Boisiet angetanen Schimpfes waren.

Mabrib, 19. Juli. Der spanische Mi­ni,rerpräsibent Canelejas erklärte einem Be­richterstatter, baß die Meldung über die Ver­haftung des Konsularagenten Boisset durchaus falsch sei. Tanger sei ein gefährlicher Herd für falsche Nachrichten geworden. Der Gouverneur von Melilla, Aldaoe, der auf fein Ersuchen den Redakteuren besTelegramma bei Riff" grö­ßere Vorsicht bei ber Veröffentlichung von Nach­richten empfohlen habe, berichtet, bie Rebakteur« hätten geantwortet, ihre Meldung über bie Ur­sache ber Versetzung bes Hauptmanns Moreaux fei nichts im Vergleich zu den Nachrichten, bie in ben Blättern von Tanger unb anberen Städten gegen die Spanier verbreitet würden.

San Sebastian, 19. Juli. Der Minister des Aeußern soll dem französischen Botschafter erklärt haben, Oberst Sylvester empfing die An­weisung, keinen Soldaten der scherisischen Ma­halla anzuwerben und der scherisischen Regie­rung Waffen und Pferde, die von Deserteuren nach El Ksar gebracht wurde::, zurückzugeben. Spanien werde seinen Konsul in Rabat, Clara, dessen Sympathien für Frankreich bekannt seien, nach El Ksar senden. Dieser hätte in San Se­bastian die versöhnlichsten Instruktionen er­halten. Endlich soll der Minister des Aeußern bedauert haben, daß bie marokkanische Zeitung Telegramma bei Rifs" bie Depesche derCor- respondencia d'Espagna" veröffentlichte, die dem Hauptmann Moreaux Veruntreuungen vorwarf.

Madrid, 19. Juli. Aus Paris wird ge­meldet, der spanische Botscbafter besuchte gestern abend den Minister des Aeußern und erklärte ihm, wenn die spanischen Agenten die Umstände bestätigten, unter denen bie Festnahme Boissets erfolgt fein soll, so könne bie spanische Regierung nicht umhin, ben Vorfall zu bebauern unb mit

Korner wollte mit bem Kapitän ebenfalls z» Wagen bort sein, um Gottlieb Robonath, ben geschichtlichen Führer, mitzunehmen.

Man war einsilbig. Hasse hatte sich nicht ge­zeigt unb feinen Damen nicht in ben Wagen ge­holfen. Eusti überlegte, ob Gottlieb Nachricht von Körner haben würbe, von bem sie feit eini­ger Zeit nichts gehört hatte. Es waren die letzten Tage vor dem Ausrücken ins Manöver, und diese bevorstehende Trennung erschien ihr wie das Grab ihrer Hoffnung. Sie sah nicht, daß Dietrichs Augen sie kaum verließen, sie ahnte nichts von dem, was in ihm vorging. Auch Fuschchen nicht. Ihr Mann hatte ihr gestern auf den Kopf zugesagt, baß sie Dietrich liebe. Er hatte all seine Verachtung für den Kiwitt in bie Worte gelegt, für ben impotenten Schwächling, ber aus ber Not eine Tugenb mache, unb er hatte sie so wegwerfenb behanbelt, baß Fuschchen in ber Nacht einen großen Entschluß gefaßt hatte. Sie wollte mit Dietrich teben. Es war ja ihr Freunb. Sie war freilich überzeugt, baß er mehr für sie empfanb, aber selbstverständlich würden sie beide bas fest in ihrem Busen ver­schließen. Unb bann wollte sie verreisen, irgend­wohin in die Einsamkeit, bis sie sich klar dar­über geworden war, ob sie noch bei ihrem Mann bleiben könne, ober ob sie das schreckliche Los ge­troffen, ihre Ehe losen zu müssen, weil sie im letzten Sinne keine Ehe mehr war, wie der Seelenarzt in feinen allgemenen Vorträgen zur sittlichen Erziehung so oft behauptet hatte.

(Fortsetzung folgtj