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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

Jti 168

DieOberhesstsche Leitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Li.-nn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <X (ohne Bestellgeld), bei unseren Leitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jl frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Donnerstag, 20 Juli

BBS

Der Anzeigenpreis betragt für die 7gejpaliene Z.ile oder deren Raum 15 4-, bei auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 40 4-, Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Feder Rabcöt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Datenvorschrift und Belegliescruiig aiisaeschlosfen. Zahlungen im Postscheckvcrkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 deS PostscheckaniteS Frankfurt «. M.

J6. Jahrg

1911.

Ter revidierte Vertrag zwischen England und Japan.

lieber die Tragweite der Bestimmungen de, neuen Vertrages zwischen Großbritannien und Japan ließe fich schon deshalb nur ein Urteil mit Vorbehalt abgeben, weil die bisherigen Nachrichten den Inhalt des Vertrages schwerlich erschöpfen und voraussichtlich noch eine Ergänzung im Einzelnen erfahren werden. In der Hauptsache kommt es auch weniger auf die Art der Vereinbarungen zwischen den beiden Mächten an, vielmehr ist das Ent­scheidende, daß der seit dem 12. August 1905 laufende Vertrag wieder erneuert worden ist. Das wird ja heute als etwas Selbstverständliches angesehen, aber es erscheint doch zweckmäßig wieder daran zu er­innern, welches Aufsehen damals der Vertragsab­schluß erregt hat. England war ja allerdings schon vorher aus seinerglänzenden Einzelstellung" herausgetreten und hatte damit anerkannt, daß es, um in Europa die Ziele seiner Politik verwirklichen zu können, Anlehnung an andere Mächte suchen müsse. Aber es war doch ein Ereignis, das in Europa außerordentlich überraschte, als der Abschluß eines britisch-japanischen Abkommens bekannt wurde. Die Ueberraschung mußte deshalb eine vollkommene sein, weil gerade diejenige Großmacht, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Bünd­nissen und Freundschaften völlig frei gehalten und damit den Ausdruck einer besonderen Selbständigkeit und eigener Kraftleistung aufrecht erhalten hatte, in ihrem Anlehnungsbedürfnis nun plötzlich so weit ging, daß zum ersten Mal in der Weltgeschichte ein Bündnisvertrag zwischen einer westlichen Groß­macht und einem ostasiatischen Staate zustande kam. Daß der Vertrag sobald nach dem Kriege Japans mit Rußland geschlossen wurde, ließ damals ver­schiedentlich die Vermutung laut werden, es wären die Präliminarien, um zu einem Einvernehmen zu gelangen, zwischen den Kabinetten in London und Xofio schon vorher eingeleitet gewesen, woraus dann gewisse Rückschlüsse auf die Vorgänge, die zum Aus­bruch des russisch-japanischen Krieges geführt haben, zu ziehen gewesen wären. Wenn nun jetzt, was allerdings mit Sicherheit zu erwarten war, der Ver- trag zwischen England und Japan erneuert und ver­längert worden ist, so ist die Bedeutung dieses Er­eignisses in erster Linie dahin zu verstehen, daß so­wohl Großbritannien wie Japan ihre Positionen gegenüber Rußland aufrechterhalten wollen. Ruß­land märe somit nach dem Willen der englischen und der japanischen Regierung für die Dauer des neuen Vertrages zur Jnaktivität in Ostasien zu verurteilen. Insofern bringt der Vertrag auch für Deutschland einen Gewinn: das ostasiatische Gleichgewicht durfte aller Voraussicht nach ousrechterbalten Mei freu' und bnmit die Voraussetzung für einen sicheren Friedcns- schutz gegeben fein, unter dem sich der Wettbewerb der großen Industrie- und Ervortstaaten in Ostasien in voller Sicherheit vor Konflikten im Gebiete der äußeren Politik abwickeln kann. Der Vertrag hat aber noch eine andere Seite, die gleichfalls Deutsch­land angeht. Großbritannien bleibt durch den Ver­trag -in den ostastntischen Gewässern in militärischer und politischer Hinsicht entlastet und somit welker wie bisher in der Lage, eine erhebliche Zahl von

t (Nachdruck verboten.)

Die Kitdtkthr rnr Aalirr.

Eine lachende Geschichte

Von Agnes Harder.

l Fortsetzung.)

Er läßt dich grüßen, Lusche, dein Doktor. Morgen will er mit dem Schnapsbaron Herkom­men und sich die Komturei besehen. Sie haben einen Wagen. Du sollst dann mit ihnen fahren, Cottlieb, nach Tenkitten. Ich wollte es ihnen ausreden. Nichts als Sand und ein Kreuz. Egal, ob sie da den heiligen Adalbert erschlagen Haben oder nicht. Du sagst ja auch immer, Gott­lieb, der ist rein aus Verzweiflung hierher ge­kommen, weil ihm das Leben über war, und er sehnte sich förmlich nach seinem goldenen Sarg im Dom zu Enesen. Ich habe es ihnen gestern erklärt, und sie haben Augen gemacht, sag' ich Euch, der Leutnant auch, obwohl ich manchmal denke, er möchte mich aufspicken, wie die liebe Straßenjugend es jetzt mit den Fröschen tut, was ich mit Vergnügen beobachte und dabei denke, daß die Welt seit meiner Kindheit doch auch nicht für einen Dittchen weiter gekommen ist. Na, ich sagte ihnen denn, woher meine Weisheit stammte. Und nun sollst du ihr Führer sein. Der Schnapsbaron wollte es haben. Und ich bin hergeschickt, sie anzukündigen."

Lusche hatte nicht aufgesehen.

Warum sagst du denn immer Schnaps­baron? Ich denke, du liebst den alten Herrn. Gusti sagt, du bist sein Schatten."

Ihre Stimme klang so hart und spröde, daß

Kriegsschiffen, die vor dem Bestehen des Vertrages mit Japan in ausländischen Gewässern stationiert werden mußten, zur Verstärkung der im englischen Kanal und in der Nordsee vereinigten Flottenmacht heranzuziehen. Von dieser Seite her bleiben also die Voraussetzungen, nach denen Deutschland die Aufgaben seines Küstenschutzes und der Sicherung seiner maritimen Handelsstraßen zu lösen hat, für die Dauer des neuen Vertrages durchaus unver­ändert.

Marokko.

Wie derTemps" behauptet, find in der vierten Besprechung zwischen dem Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter und dem Botschafter Eam- bon die Fragen, die den Gegenstand der Unter­handlungen Deutschlands und Frankreichs bil­den, eingehender erörtert worden. Von deutscher Seite werde versichert, daß die Unterhandlungen auf eine genaue Umschreibung der Stellung Frankreichs in Marokko, sowie für Deutschland auf Entschädigungen in Afrika außerhalb Ma­rokkos und gewisse Bürgschaften wirtschaftlicher Art im Scherifenreiche hinzielten. Es siehe jetzt schon fest, daß Herr v. Kiderlen-Wächter keine Niederlassung an der marok­kanischen Küste beanspruche und sich durchaus weigere, dem Druck der all­deutschen Presse nachzugeben, da er wohl wisse, welchen Widerstand ein Anspruch dieser Art Her­vorrufen würde. Auch sei ihm bekannt, daß der Hafen von Agadir, der fich in militärischer Hin­sicht nicht verwenden lasse, dem deutschen Handel keine Zukunft verspreche, und daß das Hinter­land, das die Gebrüder Mannesmann ver­langten, an hoher Stelle nicht entfernt so ver­trauensvoll beurteilt werde, wie es mittels einer geschickten Reklame hinzustellen versucht werde. Herr v. Kiderlen-Wächter verhehle sich nicht, daß eine Niederlassung Deutschlands in Marokko ungeheure Kosten und schwere politische Verwicklungen verursachen würde, während der mögliche Gewinn äußerst fraglich fei; es sei da­her natürlich, daß er feinen Vorteil an­derswo suche. Dieser Vorteil scheine von vornherein kolonialer Art zu sein, weshalb schon jetzt in den beiden Ländern die Kolonialminister ihre Ansicht über die Unterhandlungen abzu­geben hätten. Einige Blätter hätten hierüber genaue Angaben zu machen sich bewogen gefühlt) es sei überflüssig, die Unwahrscheinlichkeit solcher Mitteilungen hervorzuheben. Was die wirt­schaftlichen Vorteile angehe, so glaubten gewisse ausländische Blätter, daß Deutschland das Sus- gebiet zur Betätigung zugewiesen unv daß das Gebiet unter drei Gesellschaften aufgeteilt wer­den solle,' diese Anregung habe gleichfalls keine größere Wahrscheinlichkeit für fich, da die Ver­treter der beiden Länder keine Frage dieser Art zu prüfen gehabt hätten, die übrigens auf fran-

das Ohmchen wieder ängstlich zu dem Neffen hinsah. Er sprach soviel, um sicheren Boden zu gewinnen; denn seit er hier auf dem verbrann­ten Rasen stand und auf das arme Geschöpf sah, schien ihm der Boden zu schminken, wie seine ehe­malige Brigg im Sturm.

Bin ich auch, Lusche. Und es ist nichts als ein Liebesausdruck, bei mir wenigstens. Aber Rat Hasse hat es neulich gesagt, auf dem Schützenfest, als er in der Polonaise hinter ihm ging, ganz laut. Und seitdem ist er mucksch, und keiner darf seinen Namen nennen, nicht einmal der Doktor. Aber nun sag', was ich dir mit­bringen soll, morgen. Rote Nelken habe ich jetzt, eine Pracht. Die Frau Hauptmann hat mir mal den Ableger geschenkt, als sie aus Tirol kam. Jede ist so groß wie eine Untertasse und riecht wie ein ganzer Gewürzladen." *

Sie schüttelte den Kopf. Nach einer Weile sagte sie leise:

Ohmchen?"

Was, Kindchen?"

Weißt du, wie das kommt, daß die Blumen, die vor Johanni blühen, alle so viel schöner sind und so viel lieblicher duften? Denk' mal nach. Du bastelst doch das ganze Jahr an ihnen herum.. Die Maiglöckchen und die Narzissen und der Flieder. Ja, und dann noch das Eais- blatt. Das riecht alles so viel gut, so nach Leben. Drück bloß mal deinen ganzen Kopf in einen blühenden Fliederbaum. Aber nachher, dann brennen die Blumen so. Und dann riechen sie nach Sterben, Ohmchen."

Ich weiß nicht, Herzchen."

zöfischer Seite nicht günstig ausgenommen wer­den könnte. Es sei daher vorsichtig, solchen Ver­mutungen nicht nachzugeben, zumal derartige Fragen nicht ohne die Mitwirkung des Sultans von Marokko gelöst werden könnten.

Hierzu bemerkt dieKölnische Zeitung":

Wir haben schon darauf hingewiesen, daß es nicht bekannt ist, nach welcher Richtung sich die Verhandlungen zwischen den beiden Mächten bewegen. Wir halten es deshalb auch für über­flüssig, wenn derTemps" sich bemüht, ihnen jetzt eine ganz bestimmte Richtung zu geben, die den fran­zösischen Wünschen entspricht. Ein solches Gebaren muß in Deutschland stutzig machen und die Verständigung erschwere n."

DieKonpensationen" werden in der Presse eifrigst besprochen und von der mehr alldeutschen Presse strikte abgelehnt. So schreiben dieBer­liner Neuesten Nachrichten":

Mit verdächtiger Bereitwilligkeit werden von französischen Zeitungen für die Aufgabe un­serer Ansprüche in Marokko Kompensationen außerhalb dieses Landes angeboten, die gänzlich indiskutabel sind. Teile von Französisch- Kongo werden offeriert, Kamerun soll abge­rundet werden, unseren Tropen-Kolonien soll noch irgend ein wertloses Stückchen zugefügt werden. Das soll die Kompensation sein für den Verzicht auf freie Betätigung in Marokko? Das hieße die Kuh mit der Katze vertauschen. Können die Franzosen uns eine Kolonie geben, in der wir gleiche Eisen- und Kupferlager fin­den, in der uns das Klima dauernden Aufent­halt und praktische Betätigung gestattet, in der wir gleiche wirtschaftliche Möglichkeiten auf den verschiedensten Gebieten finden? Wir kennen eine solche Kolonie nicht. Es müßte denn Algier sein. Wie wär's mit einem Gegenvorschlag? Wir bieten den Franzosen unser nördliches Ka­merun als Kompensation dafür, daß sie selbst auf ihre Betätigung in Marokko verzichten. Eine solche Gegenofferte wird ihnen deutlich vor Augen rücken, wie lächerlich das gleiche Kompen­sationsangebot von ihrer Seite ist. Wir weisen den Gedanken an Kompensationen außer­halb Marokkos mit der größten Ent­schiedenheit und Entrüstung zurück. Um Französisch-Kongo ist der Kaiser nicht nach Tanger gefahren, um Franzostsch-Kongo haben wir nicht im Jahre 1905 uns vor die Eventuali­tät eines Krieges gestellt. Es handelt fich für uns um Marokko und nur um Marokko."

DieMagdeburgische Zeitung" sagt:

Es läßt sich überhaupt keine Kompensation finden, die sachlich für uns den Wert darstellte, den die Einräumung Südmarokkos als unserer speziellen Interessensphäre, in der wir im Not-

Er hatte ihre Hand ergriffen und sah sie an. Er ward nun ganz zart und weich.

Aber ich weiß. Es kommt von der Sonne, Ohmchen. Wenn sie steigt und steigt, dann reißt sie das Leben sich nach. Und alles Leben will hinaus zu ihr. Wenn fie aber da oben steht, und weiß, sie muß hinab in die Tiefe, dann will sie nur vernichten. Dann brüllt fie wie ein Tier, und ich höre sie. Ich höre sie den ganzen Tag, Ohmchen, und ich fürchte sie, denn sie hat kein Erbarmen."

Der Kapitän sah hilflos zu seinem Neffen hin. Er wußte nicht, warum ihm vor diesem verzehrten Geschöpf das Skelett der Aeffin ein­fiel, drinnen, in dem weißen, kühlen Zimmer der Dechanei, auf das et einmal einen Toast ausgebracht hatte, um die Damen zu ärgern. Er war ganz hilflos gegenüber diesem Ausbruch.

Gottfried aber sagte ruhig:

Es ist hier viel zu heiß für dich, Lusche. Morgen bringe ich dich auf die Westseite, unter Heinrich von Plauens Fenster. Unter der Buche ist das Gras ganz grün. Da bringen wir deine Hängematte an. Du mußt mehr liegen, das ist dir besser."

Ja, tue das nur. Da sehe ich auf den Kirchhof."

Am nächsten Tage kam Frau Hasse mit Gusti.

Dietrich hatte sie aufgefordert, mit von der Partie zu sein, und als sie erfahren, daß nut der Onkel, und nicht der Neffe erscheinen würde, hatte sie angenommen. Nach der englischen Stunde ging sie auf das Amtsgericht, da ihr Mann selten zu Haufe arbeitete. Früher hatte

falle auch für Ordnung zu sorgen hätten, für uns hat."

Zu demselben Resultat kommt dieTägliche Rundschau". Sie schreibt:

Wir betonen immer wieder, daß es für Agadir schlechterdings eine Kompensation außer­halb Marokkos nicht gibt, selbst wenn sie Gabun, Moen, Kongo, Dahomey oder sonstwie hieße." '

Paris, 17. Juli. Aus El Ksar wird ge­meldet: Der französische Konsularagent Boisset, der am 15. ds. Mts. aus Suk et Arba mit einer Karawane und in Begleitung eines be­waffneten Reiters zurückgekehrt war, wurde am Lukkosfluß von einem spanischen M i - litärposten angehalten und aufge­fordert, seine Waffen auszulie­fern. Infolge seines Einspruches ließ man ihn weiterziehen, doch wurde an den Toren von El Ksar dieselbe Aufforderung an ihn gerichtet. Da er sich weigerte, ihr nachzukommen, wurde er gewaltsam nach dem spanischen MilitSrposten geführt und dabei von einem Sergeanten mit dem Tode bedroht. Der Hauptmann erklärte ohne ein weiteres Wort der Entschuldigung, daß ein Mißverständnis vor­liege, und der Konsularagent konnte endlich heimkehren. Der Korrespondent desMatin" bemerkt hierzu: Jedem anderen Volke gegenüber würde die Verhaftung eines französischen Konsular- agenten einen casus belli bilden; be­züglich der Spanier aber habe man sich daran gewöhnt, ihre schlimmsten Ausschreitungen als Verrücktheiten oder Kindereien anzusehen. Allerdings sei man in Paris wohl der Ansicht, daß diese enfants terribles wohl den Punkt erreicht hätten, wo Rügen nicht mehr genügten, sondern eine Bestrafung notwendig sei.

Paris, 18. Juli. DieAgence Havas" meldet über den Vorfall in El Ksar unterm 16. d. M. folgendes: Als der französische Konsular­agent Boisset, der gestern von der Reise durch das Eharbgebiet zurückkehrte, am Stadttore an­kam, wurde er von dem Wachposten uufgefordert, anzuhalten und sein Gewehr abzuliefern. Boisset verweigerte dies. Darauf fällte der Posten fein Bajonett vor dem Pferde Boissets, das fich bäumte, und schlug fein Gewehr an. Boisset wurde in die spanische Kaserne geschickt, eskor­tiert von Soldaten, denen auf dem Marsche durch die Stadt die Menschenmenge folgte unter den Rufen: Sehet nur, wie der französische Kon­sul von den Spaniern gefangen wird! Als Voisset vor den wachhabenden spanischen Offi­zier geführt wurde, erklärte dieser, es liege ein Irrtum vor ohne fich weiter zu entschuldigen, ge­stattete er Boisset, sich zu entfernen. Kurz nach­her wurde der Algerier Elmodeh, der Direttor der Schule der israelitischen Vereinigung in Fez, der sich auf dem Wege nach Tanger befand, verhaftet und dessen Gepäck durchsucht.

sie bas oft getan, ihn abgeholt, um noch mit ihm spazieren zu gehen, auf ihn gewartet. Jetzt fiel ihr ein, daß sie in diesem Sommer überhaupt noch nicht bageroefen sei. llnb an biefen Ge­bauten knüpften sich viele andere, baß Fufchchen heiß unb rot war, als sie vor bem Hause stand, das über feiner Tür den preußischen Adler unb bie Aufschrift: Kgl. Amtsgericht trug, unb im übrigen seinen Ernst unb feine Würde unter einer milden rosa Tünche barg, die wahrschein­lich auf den zitternden Bürger, der hierdie Gesetze genießen" wollte, einen beruhigenden Eindruck machen sollte.

Zwei hohe italienische Pappeln standen vor der Tür. Ihr Schatten fiel ernst und streng über das holprige Pflaster. Auf der hölzernen Bank vor der Tür saß die Frau des Eerichts- bicnets unb stopfte Strümpfe.

Mein Mann ist boch oben, Frau Pieper?" Freilich, Frau Rätin. Unb was für eine Ehre für uns. Pieper sagte schon neulich, war bie Frau Rätin ist, bie läßt sich gar nicht mehr sehen, sagte er. Unb bet Herr Rat, bet hat er mit bem Magen, bos steht fest. Ganz tiefsinnig sieht er aus, wenn er morgens kommt, unb nicht eine Fliege barf über ben Aktenschwanz laufen, bann bricht et los. Piepet zittert manchmal am ganzen Körper, wenn er herauskommt, s» fährt et ihn an. Aber ich habe es ihm gejagt* Piepet, habe ich gesagt, erbarm bich doch und fd still. Das sind bie Hämorrhoiben, sonst nichts."

(Fortsetzung folgt.)