die Passagiere und die Mannschaft der Dampfer
der kürzlich seinen 80. Geburtstag feierte, war
BARUCH STRAUSS, Bankgeschäft
Gearftnlet 1866
Georündet 1866
Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Dr. pbil. Tarl 5» itzeroth in Marburg.
Errechstunden der Redaktion von 9—11 Uhr norm.
Für die Geschädigten im badischen Unterland gingen bei uns ein:
Ungenannt 1 X, Ungenannt 2 X.
Weitere Gaben werden gern entgegengenommen.
Die Exped. d. Oberhest. Ztg.
„Moltke" unv „Perugia" et«at vatteriologlschev Untersuchung zu unterwerfen. Die bestehend« Gefahr wird nicht bestritten. Es wird erklärt, daß zur Beunruhigung keine Ursache vorhanden ist. Ein auf dem „Moltke" angekommener Knabe ist gestorben. Dies ist der sechste Todesfall an' Cholera. '
Saloniki, 17. Juli. Infolge des neuesten Schreibens der Räuber Richters hat fich Hamid Ley bereit erklärt, zusammen mit einem Vertrauensmann, den das deutsche Konsulat nach Elasfona entsenden soll, ins Gebirge zu gehe«, und durch Vermittelung der beiden Schäfer ein« Verbindung mit den Räubern herzustellen.
wurde er auch im Januar 1899 zum außerordent- lichen Professor ernannt und folgte 1994 einem Rufe
Bioson für Nervenschwache! Lippstadt i. W., 25. März 1911. Ich habe bis jetzt etwa 8 Paket, von Ihrem Bioson gebraucht, meine Fran ebensoviel, morgens und abends wurde je ein Eßlöffel voll genommen. Während ich sonst mich immer matt und elend fühlte, was auf groß» Nervenschwäche zurückzuführen war, nahm ich beim Gebrauch Ihres Präparates wSchentlich etwa 1 Pfund zu. auch verschwand bald das Mattigkeitsge- fühl. Mein« Frau hat Ihr Bioson bet Schwäche und Blutarmut mit Erfolg angewandt und werden rote nicht verfehlen Ihr Präparat wegen seiner gute« Wirkung in unserem Bekanntenkreise zu empfehlen, zwei neue Kunden habe ich bereits für Bioson gewonnen. Max Becker, Kgl. Eütervorsteher, Kohlenstr. 8. Unterschrift beglaubigt: Friedrich Burger, Roiar. Bioson ist das beste u. billigste Nähr» und Kräftigungsmittel: erhältlich in Apotheken, Drogerien usw., Paket (circa % Kilo) 8 X. '6642
et» Ordinarius nach Basel als Nachfolger von Prof. Hildebrand. 1907 kam Tnderlen als Nachfolger Karl Echönborns nach Würzburg.
Unpolitische Todesnachrichten.
Prinz Heinrich-Fahrt. London, 17. Juli. Die Teilnehmer an der Prinz Heinrich-Fahrt verließen heute Morgen die «egend von Windermere und Amblefide in der Richtung a> ' Shrewsburg. Ein Automobil, das auf einem Seitenweg am Ende eines Sees herauskam, stieß mit einem Motoromnibus zusammen. Niemand wurde verletzt. Die beiden Wagen find sehr beschädigt.
«rotzfeuer. Amsterdam, 17. Juli. Ein heute Nacht in Brakel bei «orinchem ausgebrochenes Feuer zerstörte 47 Wohnhäuser. Der angerichtete Schaden beläuft fich schätzungsweise auf 200 000 Gulden. Menschenleben find nicht zu beklagen.
«in Testament. Prag, 17. Juli. In Libotz bei Prag starb am Sonnabend der ehemalige Professor der Berliner Malerakademie I. Fröhlich, ein Sammler von Altertümern. Er verfügt« testamen- tattsch die Abtrennung des Kopfes und der Hände und ihre Uebergabe an das Museum Jung-Bunzlau, das auch seine Sammlung erhalten soll, der Rumpf der Leiche soll in Chemnitz eingeäschert werden.
Liebesdrama. Duisburg, 17. Juli. Heute Nacht gab ein Maschinenmeister auf eine junge Verkäuferin, die seine Liebesanträge zurückgewiesen hatte, 2 Schüsse ab, die das Mädchen schwer verletz- ten, darauf erschoß fich der Maschinenmeister.
«utomobilunglück. Köln, 17. Juli. Bet einem Aulomobilausflug, den ein Chauffeur ohne Misten des Vefiders von Hagen aus unternahm, fuhr das Automobil In einen Straßengraben und überschlug fich. Ein mitfahrender Bergmann wurde getötet, ein Dienstmädchen lebensgefährlich verletzt. Das Auto wurde zertrümmert: der Chauffeur verhaftet.
Einbrecher. Berlin, 17. Juli. In der ver- gangenen Nacht wurden in der Potsdamerstraße aus dem Juweliergeschäft von Wingberg durch einen Einbruch Juwelen im Wert« von 20 000 X gestohlen.
Cholera. Newyork, 17. Juli. Vier Choleraverdächtige wurden von dem Bord des Dampfers „Moltke" ins Hospital gebracht. Im Isolierungs- Hospital auf Swinburne (Island) in welchem fich jetzt 15 Cbolerak: anke in Behandlung befinden, find zwei Todesfälle an Cholera vorgekommen.
Familiendrama. Lemberg, 17. Juli. Gestern vergiftete fich der jüdische Schneidermeister Taube gemeinsam mit seiner Frau und seinen 8 Kindern im Alter von 5 bis 17 Jahren, wegen Rahrungs- sorgen mit Rattenatft. Die Mutter und drei Kinder ringen mit dem Tode, die anberen 6 Personen werden vielleicht gerettet.
verhaftet. Köln, 17. Infi. Die Kriminalpolizei verhaftete nach Jahresfrist den Reisenden Fritz Lose aus Leipzig, der den Schaffhausen'schen Bankverein durch Fälschung eines Schecks auf die , Gasmotorenfabrik Deutz um 45000 X brachte. Ein Bücherrevisor saß längere Zeit wegen dieses Schwindels in Untersuchungshaft.
Kirchliche Nachrichten.
Mittwoch, den 18. Juli.
Abends 8% Uhr: Bibelstunde im Elisabethhaul«
®el*g?tff<Se Mitteilung.
Die höhere Handelsschule Landau (Pfalz) war im fünfzehnten Schuljahr (13. Oktober 1910 bis End» August 1911) von 214 Schülern besucht. In dem mit der Anstalt verbundenen Pensionat« verblieben während des ganzen Schuljahres 67 Zögling«, di» Zahl der Halbpenfionäre belief fich im Laufe des Jahres auf 89 Schüler. Der Einjährig-Freiwilligen- Prüfung in Speyer haben in diesem Schuljahre bi» Frühjahr neunzehn Handelsschüler fick mit Erfolg unterzogen. Die fteiwillige für Schüler rot» Prinzipale unentgeltliche Stellenvermittlung des Direktorats war auch in diesem Jahre für die Absolventen von segensreichem Erfolg. Eine große Anzahl Kontoristen-, Korrespondenten- und Buchhalterstellen in guten Handelshäusern und Fabriken wurden vermittelt. Biele Besucher der Handelskurse hatten schon bei ihrem Austritt aus der Anstalt oder ein» kurze Zeit nach der Schlußprüfung entsprechend» Et-llung. _____________________
Briefkasten der Redaktion.
Marokko. Zum besteren Verständnis der Kriegsdepeschen, welche viel« maroftanische Worte enthalten, sei folgendes mitgeteilt: Sehr häufig ist von einer „Mahalle" di« Rede. Eine Maholla ist ein« Truppe von disziplinierten Soldaten, während eine „Harka" ein« Truppe von bezahlten Freiwilligen ist, Der „Kaid" ist der Führer be- Truppe, „Wachsen" ist die marokkanisch» Regierung. „Dkchemma" bedeutet Versammlung, .Liruala" ein Lager, „Euich" ist ein Kavallerieaufgebot, wie es die großen kriegerischen Stämme stellen. „Adrar" und „Dschedel" bedeuten Gebirgszüge, „Teil" einen Wasserlauf: „Schatt" einen Flußlauf od-r einen See, der im Sommer austtocknet. „Bei" einen Brunnen, „Remel" bedeutet den Sand, „Areg" die Düne.
Gaswerkes zwei Ballonfahrten, zu d« fich eh» groß» Anzahl von Zuschauern »irrgefunden halt«. Der Ballon „Hesten" «rhob fich um 8 Uhr in di» Lüft« anb ging ebenso wie der Ballon „Taunus" in südöstlicher Richtung davon. Der Ballon „Taunus" landete um 2 Uhr 15 Min. glatt bei Bad Brückenau in der Rhön, der Ballon ,Lessen" machte um 3 Uhr 15 Min. eine glatte Zwischenlandung bei Klein- mür.ster, nördlich von Schweinfurth, wo ein Mitfahrer den Korb verließ, und landet» glatt bet Trnppach, eine Stunde von Bayreuth.
Bad Nauheim, 17. Juli. Das erste Verkehrs- fest in Bad Nauheim, das von der Eroßh. Bade- und Kurverwaltung, der Stadt Nauheim und den Verkehrsvereinen veranstaltet war, hatte dem schönen Taunusbad einen starken Verkehr gebracht und verlief aufs beste.
Frankfurt a. M., 17. Juli. Die Familie des Fabrikbesitzers Karl Brinkwerth, hestehend aus Vater, Mutter und zwei Kindern im Alter von 5 und 7 Jahren, sowie ein zu Besuch weilender 17jähriger Verwandter der Frau, find nach dem Genuß von Süßspeise schwer erkranft. Die Vergiftung wird auf verdorbene Vanillesauce zurückgeführt. Der 17jährige Verwandte ist bereits gestorben, der Zustand der Frau und des einen Kindes ist hoffnungslos. Die beiden anderen dürften mit dem Leben davonkommen.
Frankfurt a. M., 17. Juli. In der Neuen Mainzerstraße geriet ein hiesiger 17jähriger Dauernbursche mit einem Kollegen eines Mädchens wegen in Streit, in dessen Verlaufe er heftig auf denselben einschlug und bann, mit einem Messer in der Hand, davonlief. Einige Passanten verfolgten ihn mit den Rufen .Haftet ihn!" Der 17jähriger Mechaniker Martin Stock aus der Schweizerstraße wollte den Flüchtling aufhalten. Dieser stach den Mechaniker dabei in die Bauchgegend, sodaß dieser blutüberströmt zusammenbrach. Auch der hier auf der Durchreise befindliche Bahnbeamte Josef Böhmer aus Gelsenkirchen, der ihn ebenfalls aufhalten wollte, erhielt von dem Bäckerburschen zwei Stiche in die Herzgegend. Dieser flüchtete hierauf in ein Haus und es gelang darauf, ihn festzunehmen.
Offenbach. 17. Juli. Die „Offenbacher Ztg." meldet: Heute nacht erstach der 28 Jahre alte Adam Bruder seine 20jährige Geliebte Elise Auguste Hardt von hier. Der Tat war eine Eifersuchtsszene vorausgegangen. Bruder unterhielt mit der Erstochenen seit 5 Jahren ein Liebesverhältnis, dem bereits zwei Kinder entsprossen sind.
Homburg v. d. H., 17. Juli. Beim Abspringen von der elettrischen Straßenbahn kam der 13- jährige Sohn des Bahnassistenten Lehr so unglücklich zu Fall, daß er kurz darauf im Krankenhause verstarb.
Fulda, 17. Juli. Der Bauer Josef Brehler aus Oberlimbach erstach gestern den Schreiner Möller nach einem Wirtschaftsstreit auf der Straße.
Cafirl, 17. Juli. Die Berufsgenossenschaft der Cchornsteinfegermeister Deutschlands trat am Sonnabend im Hotel Kaiserhof hier zu einer Sitzung zusammen. Die Versammlung richtete ein Huldigungs- telrgramm an die Kaiserin, wofür diese telegraphisch danken ließ.
Eisenach, 16. Juli. Bei den schweren Gewittern, die gestern hier niedergingen, wurde in Gunzelstadt ein Bauerngehoft vom Blitz getroffen und eingeaschert. — Im L^erratal nimmt man gegenwärtig Schürfungen auf Eisen vor. In einer Tiefe von 12 Metern stieß man auf zuten (Eifp*’ri-:n. (Gieß. Anz.)
Mefiinghansen, 16. Juli. Di« Eauerländische Kalkindustrie, welche hier ihren Sitz hat, hat in den letzten Jahren einen ganz bedeutenden Aufschwung genommen vnd zählt jetzt trotz neuester maschineller Einrichtungen und Vereinfachungen eine ständige Belegschaft von übe: 100 Mann. Fast innerhalb Jahresfrist find zu den bestehenden Ringöfen 2 Oefen neu gebaur und ein weiterer Ofen ist im Bau begriffen. Durch den Erwerb der Muffert'schen Werke find ferner 2 Oefen und 1 Kalkmühle mit Wasserkraft und elektrischer Kraft hinzugekommen. Hm den Transport innerhalb der Werke noch mehr zu ver- rinfachen und zu verbilligen, werden die Gleisbetriebe mit Pferden gegenwärtig in Dampfbetrieb umgestaltet und neue Anschlußdämme gebaut. Eine Lokomotive von der Fabrik Henschel u. Sohn, Cassel, ist bereits in diesen Tagen eingetroffen.
Depeschen.
IV. Remscheid, 18. Juli. Der Bergisch« Fabrikantenverband, der 200 Mitglieder umfaßt, ist (tue dem Zentralverband Deutscher Industrieller ausgetreten.
W. Dietlingen, 18. Juli. Heute 8 Uhr brach in de« Hause des Schneidermeisters Schwarz Feuer aus, das schnell um fich griff. 4 Hauser und 4 Scheunen find abgebrannt. Die Löscharbeiten waren sehr erschwert, da die Einwohner des Orte» fast all« zur Ernt« auf dem Felde waren.
auch ein Meister In ver Billardkunst. Wer vor 8 bis 6 Jahren am Nachmittag in die Billardsäle des Berliner Eafös „Austria" kam, konnte dort an jedem Nachmittag die hohe schlanke Gestalt eines jugendlichen Greises sehen, der allen, auch den Unkundigen, sofort durch sein ungewöhnliches Aeußere auffiel. Wenn er fich danach erkundigte, wer dieser Herr sei, dann erfuhr er, daß er den berühmten Reinhold Begas vor fich habe, der mit seinem prachtvollen schmalen und langen Bart selber wie eine der Heldengestalten aussah, die man auf seinen Bildwerken bewundern tonte. Begas erschien täglich ganz pünttlich um 4y2 Uhr, nahm sein Queue, um sofort das Spiel zu beginnen. Von welcher Ju- gendftische der greise Künstler noch damals war — er war damals schon ein Siebzigjähriger — geht daraus hervor, daß er jeden Tag bis Punkt i/o8 Uhr Billard spielte, ohne zu ermüden. Seine Partner wechselten ab, da fie so lange das Spiel nicht aushalten konnten; nur Begas blieb ständig an dem Oillardtisch. Er handhabte das Billardqueue allerdings auch mit der Meisterschaft eines Professionals, und er war mit Eifer und Leidenschaft bei der Sache. Er verfolgte stets auch das Spiel anderer Billardspieler an den Nachbartischen und hielt dabei weder mit seinem Lob, noch mit seinem energischen Tadel zurück. Man konnte ihm keine größere Freude machen, als wenn man einen ausgezeichneten „Kopfstoß" oder „Zurückzieher" nachmachte, zwei Stöße, die Begas mit souveräner Sicherheit beherrschte. Dagegen erregte ein sogenannter „Fuchs", d. h. ein Ball, der die beiden anderen Bälle nicht auf Grund der Berechnung des Stoßes, sondern durch Zufall traf, seinen ärgsten Spott. Seinem Können auf diesem Gebiete konnte allerdings so leicht niemand standhaften. Bei ihm waren Serien von 20 und 30 Bällen durchaus etwas Gewöhnliches, sodaß Begas fast immer der Spielende war, während fein Partner die Rolle eines Statisten und Zuschauers übernahm. Er verstand es vorzüglich, die Bälle durch geschickte Maßnahmen in eine Ecke des Billards zu bringen und sie dort festzuhalten. Dadurch gelang es ihm, diese hohe Eerienzahl zu erreichen. Jeder Billardfpieler weiß aber wiederum, daß beim Billardspiel nichts so schwierig ist, wie die Bemühung, die Bälle in eine Ecke zu bringen und dort zusammenzuhalten, da sie durch die Elastizität der Billardbanden immer wieder sehr schnell auseinandergebracht werden. Begas vermied es meistens, die gewöhnlichen Bälle zu machen, wie fie mit einfachen Mitteln gemacht werden können, sondern er hatte stets das Bestreben, sogenannte „Kunstbälle" zu machen. Nur dadurch nahm seine Serie manchmal ein Ende, da diese Bälle natürlich besonders schwierig find und oft versagen. In dem Caf<$ bildete Begas bald den Mittelpuntt aller Freunde des Billardspotts, die sich hier jeden Nachmittag versammelten. Es waren meist Studenten, Klaviervirtuosen und Mustffchüler aller Art. In den letzten zwei Jahren ist Begas allerdings hier nicht mehr zu sehen gewesen, da er ans Zimmer gefesselt ist. Die Erscheinungen des Alters machen fich in immer stärkerem Maße auch bei diesem Manne bemerkbar, der noch vor kurzer Zeit zu den Jüngsten zu gehören schien.
Letzte Nachrichten.
Berlin, 17. Juli. Gestern zog gegen 8 Uhr abends von der Garde-Dragoner-Kaserne der 18- jährige Lehrling der Zahnheilkunde G. plötzlich einen Revolver aus der Tasche und feuerte fich einen Schuß in den Mund, offenbar in einem Anfall von Geistesstörung. Schwer verletzt wurde er in ein Krankenhaus gebracht.
Danzig, 17. Juli. In der Irrenanstalt Konradstein sind bis jetzt 03 Erkrankungen an Typhus festgestellt worden. Acht Fälle find tödlich verlaufen.
Karlsruhe, 17. Juli. Der Grenadier Brückner vom hiesigen Leibgrenadierregiment, der btt einem Diebstahl ertappt wurde, rannte fich sein Seitengewehr mit solche Wucht in die Brust, daß die Spitze am Rücken heraustrat. Er war sofort tot.
Köln, 17. Juli. Der Präsident von Mexiko, Diaz, ist mit Gemahlin, Sohn und Gefolge und etwa 20 Personen ^hier eingetroffen und hat im Exzelsiorhotel Wohnung genommen.
Budapest, 17. Juli. Das Dorf Haamri im Komitat Trencsen ist bis auf acht Häuser niedergebrannt. Eine Frau ist umgekommen.
Moskau, 17. Juli. In der Danielowmanu- faktur sind gegen 5000 Ballen Baumwolle verbrannt. Der Verlust beträgt etwa eine halbe Million Rubel.
Rewyork, 17. Juli. Die Behörden beschloffen,
Amtlicher Wetterbericht.
^-nisch« OPefGießen.
Aussichten für Mittwoch, den 19. Juli 1911?
Wolkig, meist trocken, Temperatur wenig verändert.
Hochschulnachrichten.
X Würzburg, 17. Jult. Wir man hört, hat der ordentlich. Profefior und Direttor der chirurgischen Klinik Dr. Eugen Enderlen in Würzburg einen Ruf an die Universität Königsberg i. Pr. als Nachfolger von Prof. E. Payr erhalten. Prof. Enderlen war 1896 Sekundärarzt an der chirurgischen Klinik in Marburg (Direktor Prof. Küster) als Nachfolger von Prof. A. Barth, er wurde in den Lehrkörper der Marburger Universität aufgenonmen. In Marburg
Vermischtes.
Das Begräbnis der akademischen Freiheit. Wir lesen in der „Kölnischen Zeitung": In Jena — ausgerechnet in Jena! — hat man die akademische Freiheit dieser Tage zu Grabe gehoben. Die Teutonen roaren’s, die bas Leichenbegängnis übernommen hatten, und sie hatten wahrlich Grund dazu. Der Bürgermeister, der auch die hohe Poftzei unter fich hat — sein Name ist Müller — ist der übermodernen Ansicht gewesen, daß es ein Verkehrshindernis dorstelle, wenn die Studenten an langen Tafeln auf dem Gehweg sitzen und den Fußgängern einen Umweg über den Fahrdamm zumuten: und fo verbot Dr. Müller den Teutonen, fürder auf tem Bürgersteig zu sitzen, zu zechen und zu fingen, und verwies fie in ihr Haus und ihren Gatten. Dft Antwort war eine fürchterlich« Kundgebung, ein so drolliger Studentenuft, daß er in der ganzen Stadt die allergrößte Heiterkeit hervorrief. In langem Zug« gings durch die Stadt: die Stadtkavelle spielte Trauerweisen, in einem sargähnlichen Gebilde folgte die „akademische Freibeit", von schwarz gekleideten Männern getragen. Dann kam ein Wagen, der das einstige Jena zeigte — zechende Studenten ohne Polizei —, hierauf das Gegenstück: eine getreu kavierte Gemeinderatssitzung unter dem Vorsitz des allgewalttgen Polizeichefs. Der Friseur, der diese Köpfe zurecht gemacht, hatte viel Geschick gezeigt: die Stadtverordneten, die sich des öfteren gegen das studentische Treiben hatten hören lasten, fanden sich hier in getreuem, wenn auch etwas karikiertem Konterfei: fie agierten eine stürmische Sitzung, die es auf den Tod der akademischen Freiheit abgesehen hatte. Eine Klosettvapierrolle enthielt lauter Strafmandat«. Und endlich kam als Hauptsache der Hinweis darauf, daß im Jahre 1913 die Amtszeit des Bürgermeisters Dr. Müller abläuft: die Leute, die diese Gruppe verkörverten. sanken das schöne Lied: „Das muß ein schlechter Müller sein, dem niemals fiel das Wandern ein". Auf dem Marktplatz hielt man bann noch zündende Ansprachen, das Philistervolk stand herum und lachte: Eemeinderatsmit- glieder waren auch dabei, und der Bürgermeister, dem das alles galt, kam auch vorbei. Er und seine Polizei lachten dazu, und so scheint es, daß die akademische Freiheit in Jena noch ganz munter und lebendig ist.
Begas als BillardkLnstler. Reinhold Begas,
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