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Der heutigen Nummer liegt bei Kreis blatt Nr. 54.

Städtische Fragen.

Man schreibt uns:

Die städtischen Körperschaften haben die Um­wandlung der Pferdebahn In eine elektrische Bahn beschlossen. Es war ein langwieriger Weg, den das Projekt durchlaufen mutzte, bis den Stadtvätern klar war, datz eine elektrische Bahn für den Marburger Perkehr nicht mehr zu entbehren ist, selbst wenn die Stadt einen Zu­schutz zu den Betriebskosten zahlen mutz. Freuen wir uns, daß der Beschluß mit solcher Einmütig­keit gefaßt wurde und daß die Gutachten von drei Sachverständigen wieder einmal den Be­weis lieferten, daß das von dem städtischen Be­amten ausgearbeitete Projekt einwandfrei war.

Die Sachverständigen müssen ja auch leben, und wenn die Vorschläge der städtischen Kom­missionen in den Plenarsitzungen nichts gelten, so müssen Sachverständige zur Unterstützung der Kommissionsanträge herangezogen werden. Bil­lig ist das Mittel aber nicht. Größeres Ver­trauen zu den Arbeiten der eigenen Kommis­sionen ist billiger und erhält den Beamten und Kommissionsmitgliedern die Arbeitsfreudigkeit.

Im nächsten Frühjahr wird man einen Ueberblick über die Erträgnisie der Bahn haben,- die Frage der Weiterführung der Linie bis zum Südbahnhof wird spruchreif sein. Hoffentlich hat die Kommission bis dahin das Projekt für die Weiterführung fertig gesteht und je nach den EHzebnisfen der Submissionen die Preise für hie weitere Linie vorsorgender Weise gesichert.

Noch in einer anderen Sache warten, wie man sagt, die städtischen Körperschaften auf das Gutachten eines auswärtigen Sachverständigen, obgleich unser Stadtbaurat in überzeugender Weise seine Ansicht darüber ausgesprochen hat. Es handelt sich um den Wiederaufbau des Gies- schen Hauses am Marktplatz. Die Erweiterung des Marktplatzes ist nur noch eine Frage der Zeit. Durch den Abbruch des Eies'schen Hauses hat sich nun in überraschender Klarheit gezeigt, nach welcher Seite hin die Erweiterung des Marktes zu nehmen ist. Wird die Fläche des Hauses zum Marktplatz gezogen und der an­stoßende Schuhmarkt Marktzwecken nutzbar ge­macht, so ist dies eine für absehbare Zeit ge­nügende und ästhetisch einwandfreie Erwei­terung des Marktes. Der Raum unter dem Eies'schen Hause kann durch Keller, Läden oder feste Marktstände nutzbar gemacht werden und hierdurch eine kleine Rente des aufzuwendenden Geldes erzielt werden.

Es wird behauptet, datz die Forderung des Hauseigentümers zu hoch sei. Sobald die Stadt enteignet, kommt es nicht auf die Forderung des Eigentümers an, sondern auf den reellen Wert des Grund und Bodens. Die bisherigen Rein­erträge aus dem Gewerbe im Haufe und den Mieten find leicht zu ermitteln. Der Wert ist zu kapitalisieren und nach Abzug der Neubaukosten dem Eigentümc: mit einem ordentlichen Zu­schlag für das im Interesse der Allgemeinheit gebracht« Opfer der Eigentumsaufgabe auszu­zahlen.

Voraussichtlich wird die Enteignung des Eiesschen Hauses billiger wie der später nötig werdende Ankauf der Häuser an der Westseite des Marktes, deren Abbruch doch immer nur eine sehr geringe Erweiterung des Markrplatzes zu- lätzt und zu ernsten ästhetischen Bedenken Ver­anlassung gibt. Es wird daher baldigst ein Fluchtlinienplan aufgestellt und die Enteignung zu beschließen sein.

Eine weitere Ang:legenheit, welche unsere Hausbesitzer und die Studentenschaft lebhaft be­schäftigt, ist dadurch in Fluß gekommen, datz die Verwaltung beabsichtigt, die Errichtung von studentischen Verbindungshäusern nur an eini­gen Straßen zuzulassen. Die Frage ist von großer Bedeutung, denn jedes Derbindungshavs bedeutet eine Verankerung der Universität mit unserer Stadt und giebt die Gewähr des wach­senden Besuches derselben. Der Vorteil, der der Stadt hierdurch erwächst, kann gar nicht hoch ge­nug eingeschätzt werden: die Verwaltung mutz hiefer Häuler förbern selbst wenn da-

Marburg

JK 167

Mittwoch, 19 Juli

Erstes Blatt

(Amtliche Mel-

Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

mit dem

Gepäckschaffner der Schaffner

wurden leicht verletzt der Mann- Frankfurt a. M. ur.5 Walter-Darmstadt.

Karlsruhe, 17. Juli.

46. Jahrg

1911.

Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

Völlig unversehrt blieben der Post- und der j Speisewagen, in dem nur das Geschirr zertrüm­mert wurde. Soeben, 4)4 Uhr, traf der Finanz­minister Rheinholdt hier ein. Von der Groß­herzogin Luise ist ein Telegramm eingelaufen. Von den Toten find bisher nur zwei erkannt worden. Eine Frau Böhringer aus Steinen und ein 14 Jahre alter Knabe Wartmann aus Basel. Die meisten der Verunglückten stammen aus Ba­sel und dem Wiesentale..

Karlsruhe, 17. Juli. Nach demFrei­burger Tageblatt" wurde die Entgleisung da­durch herbeigeführt, daß die Lokomotive an der Unglücksstelle durchbrach. Ein Sanitätszug ist von Freiburg nach Müllheim abgegangen. Meh­rere höhere Beamte haben sich an die Unfallstelle begeben.

Karlsruhe, 17. Juli. (Amtliche Mel­dung.) Bei der Einfahrt in Station Müllheim entgleiste heute morgen %9 Uhr an einer wegen Umbauarbeiten provisorisch angelegten Eleis- verbindung, namentlich wegen zu raschen Fah­rens, der Eilzug Nr. 9 mit Lokomotive, Gepäck­wagen und vier Personenwagen. Bis jetzt sind festgestellt: 12 Tote, 15 Schwer- und 20 Leicht­verletzte. Der Materialschaden ist erheblich. Die Lokomotive ist mit sämtlichen Rädern entgleist, der Packwagen umgestürzt, der folgende Wagen (1. und 2. Klasse) wurde vollständig zertrüm­mert: der nächste Wagen (3. Klasse) wurde um­gesetzt, am vierten Wagen (3. Klasse) wurde der Oberkasten vollständig zertrümmert durch den fünften Wagen, der auf den vierten aufgeschoben ist. Der sechste und siebente Wagen find ent­gleist und beschädigt. Verzeichnis der Schwer­verletzten : 1. Jakob Rümelin -Eresgen bei Todtnau, 2. Jonas Mayer -Basel, 3. Re­gierungsbaumeister Nürnberger aus Lör­rach, 4. Martha Pfleiderer-Schaafhof bei Papferzell, 5. Rosine Frasch-Schönau, 6. Frau Warthmann, Schauffnersehefrau aus Basel, 7. Marie Koch, Krankenschwester.

Karlsruhe, 17. Juli. Im Krankenhaus Müllheim ist inzwischen Frau Luise Burg- Pforzheim verstorben. Vom Fahrpersonal

mit Unbequemlichkeiten, ja einzelne Nachteile für die Einwohner verknüpft sind. Anderseits sind aber auch die Klagen der Hausbesitzer und Villenbewohner, in deren Nachbarschaft Verbin- dungshäuser gebaut sind oder gebaut werden sollen, berechtigt. Die Studentenschaft wiederum erkennt die Klagen als berechtigt an, fordert aber aus guten Gründen Befriedigung ihrer Wünsche und Bedürfnisse.

Läßt sich nun ein gangbarer Weg finden, um beiden Teilen gerecht zu werden? Das Problem ist der Erwägung wert, denn das Bedürfnis nach neuen Vereinshäusern ist noch lange nicht be­friedigt. Durch die Entwicklung des studentischen Lebens ist der Besitz eigener Verbindungshäuser für größere Korporationen eine Lebensfrage ge­worden und das erfreuliche Wachstum unserer Universität hat die Zahl der Verbindungen und ihrer Mitglieder erheblich vermehrt.

Die Stadt hatte bis jetzt dieser eigenartigen Entwicklung des Studentenlebens und dem Neu­bau der Verbindungshäuser untätig zugeschaut. Die zunehmende Zahl der Konzessionsgesuche in den verschiedensten Gegenden der Stadt wurde aber allmählich beängstigend unbequem. Es wird nun vorgeschlagen, die Entwicklung durch Baueinschränkungen zu hemmen, während sie doch im Interesse der Stadt gefördert werden sollte. Verbote allein können hier nur schaden. Will die Stadt das Bauen der Verbindungshäuser auf bestimmte Straßen beschränken, so muß sie ander­seits den Verbindungen Bauplätze zu mäßigen Preisen anbieten. Die Studentenschaft wird als­dann die Bereitwilligkeit der Stadt anerkennen und die Hausbesitzer ihr für die Fürsorge dank­bar sein. Noch kann die Stadt für diesen Zweck passende Terrains ankaufen und erschließen, sie möge die Zeit dazu nicht verpassen.

Die Stadt Gießen hat einen Erundstücksfonds gebildet und einer kleinen Kommission Voll­macht zum Kauf und Verkauf von Grundstücken gegeben. Mit diesem Fonds hat Gießen viel Geld verdient. Will Marburg einer solchen Kommission nicht auch 200300000 Mark zur Verwaltung anvertrauen? Sollten in unseren städtischen Körperschaften nicht die Männer zu finden sein, zu welchen sie das Vertrauen zu einer geschickten und uneigennützigen Verwal­tung haben? Tie Frage aufwerfen, heißt sie be­jahen. Der Vorschlag zur Bildung eines Erund­stücksfonds ist nicht neu, die Verbindung des selben mit der vorliegenden Frage beweist, wie nützlich die Annahme für die Stadt gewesen wäre.

und den Beilagen'Nach Feierabend"

Das Eisenbahnunglück in Müllheim in Baden.

Zu dem gestern gemeldeten Eisenbahnunglück gehen uns jetzt folgende Meldungen zu:

Müllheim, 17. Juli. Die Toten sind im Wartesaal 2. Klasse aufgebahrt. Schwerverwun­det sind'35 Personen. Einige davon so schw r, daß ihr Tod nur noch eine Frage von Stunden ist. Die Zahl der Leichtverletzten ist noch nicht zu übersehen. Die Schwerverletzten sind in das Hospital von Müllheim und in das Militär­lazarett überführt worden. Zahlreiche Leicht­verwundete sitzen und liegen auf den Bänken der Wartesäle und werden dort verbunden.

Müllheim, 17. Juli. Der Schnellzug, der um 81/2 Uhr vormittags hier fällig Ist, fuhr mit gewöhnlichxr Geschwindigkeit in den hiesigen Bahnhof ein. Es hat den Anschein,, als ob der Lokomotivführer ein Warnungssignal auflang­same Fahrt" an der Umbaustelle, wo gerade eine Eleisunterführung ausgeführt ist, nicht recht­zeitig genug gesehen hat, dann aber plötzlich Gegendampf gab, wobei der Zug infolge seines raschen Tempos zur Entgleisung kam. Zurzeit befindet sich nur noch die Lokomotive auf dem Gleise.

Müllheim, 17. Juli. Das Unglück des Eilzuges 9 trug sich nach dem Oberrheinischen Anzeiger" folgendermaßen zu: Wegen des Um­baues der Unterführung sollen die Züge langsam fahren. Der Lokomotivführer des Eilzuges bremste instruktionsgemäß auf 4 Kilo­meter vor der Einfahn Die Bremse ver­sagte jedoch, und der Zug fuhr mit voller Ge­schwindigkeit durch die Unterführungskurve. Der Tender entgleiste, der Gepäckwagen legte sich um, der zweite Personenwagen legte sich quer. Die beiden folgenden Personenwagen fuhren ineinander. Der Rest des Zuges blieb stehe».

^er Anzeigenpreis beträgt für die 7gefpnltene Zette ober deren Raum 15 bei auswärtigen Anzeigen 20 »y, für Reklamen die Zeile 40 X. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei KoickurS kein Rabatt. Verbindlich, leit für Platz-, Datenvorschrist und SBeleglicfcnmg ausgeschlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Rr. ->015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

düng.) Bei der heutigen Entgleisung des Eil­zuges wurden gelötet: 1. ein Mädchen, 13 Jahre alt, vermutlich die Tochter des Schaffners Warthmann -Bafel, 2. M. Block-Chaude- fonds, 3. Theodor Pfleider er-Bafel, 4. Emil Wild- Bafel, 5. ein Mädchen, etwa 18 Jahre alt, im Notizbuch steht Lydia E a i - tzer, das Taschentuch ist gezeichnet: A.O.B., 6. eine Frau, etwa 28 Jahre alt, gelbe Hals­kette, ohne weitere Kennzeichen, 7. Architekt Müller- Schönau, 8. ein Mann, etwa 50 Jahre alt; in seinem Besitz befanden sich eine halbe und eine Fahrkarte, lautend auf Basel- Freiburg, 9. eine Frau, etwa 40 Jahre alt, Ehe­ring gezeichnet I. H. und G.15., Datum 20.8.96, aus Württemberg, 10. ein Knabe, Walter Schmidt-Basel, 11. Frau Böhringer aus Hagelberg bei Steinen, 12. ein Knabe Warth­mann , Schaffnerssohn aus Basel. Benach­richtigung der Angehörigen hat außer Nr. 5, 6 und 9, soweit wie möglich stattgefunden.

Müllheim, 17. Juli. Der Lokomotiv­führer und der Heizer des verunglückten Eil­zuges find gestern nachmittag verhaftet worden unter der Beschuldigung, daß sie durch zu schnelles Fahren vor der Station das Unglück verschuldet haben. Der Schauplatz der Müll­heimer Eisenbahntkatastrophe bietet ein entsetz­liches Bild: umgestürzte, ineindergeschobene Wa­gen, zerstreute Trümmer, gebrochene Räder und Achsen, aufgewühltes Erdreich. Drei Wagen sind vollkommen zertrümmert und die übrigen aus den Schienen geworfen und mehr oder we­niger stark beschädigt. Was die Ursache der Ent­gleisung war, ist unbekannt. Vielleicht waren es die Tenderräder, die zuerst aus dem Gleise ge­rieten. Ihre starken Verschürfungen scheinen darauf zu deuten, daß sie eine Zeitlang neben dem Gleise liefen. Ein schweizerischer Passagier, der leicht verletzt wurde, sagte aus, daß der Zug so rasch in die Station fuhr, daß überhaupt nicht bemerkt wurde, daß ein Halten bevorstehe. Im Augenblick des Unglücks bot sich dem Augen­zeugen ein kaum zu beschreibender Anblick dar. Ein markerschütterndes Geschrei erfüllte die Lust. * Frauen und Kinder wurden aus den Wagen ge-

Polittschs Umschau.

Im Düsseldorfer Wahlkreise

des verstorbenen Zentrumsab geordneten Kirsch findet jetzt eine Ersatzwahl statt. Mit Rücksicht auf die Nähe der Hauptwahl haben die Natio­nalliberalen, die 14 000 Stimmen aufgebracht haben, die Ausstellung eines eigenen Kandi­daten abgelehnt. Der Freisinn hat die Gelegen­heit sich zu demaskieren nicht vorübergehen lassen. Er verzichtet auf eine eigene Kandidatur und bestimmt:

Die Hauptwahl soll schon als Stichwahl be­trachtet und die Parolegegen Ms Zentrum ausgegeben werden."

Sie beschlossen, wie dieFranks. Ztg. freu­dig feststellt, für den Sozialdemokraten einzu­treten. Und dasBerl. Tagebl." schreibt gar:

Man beschloß, die Wahl als Stichwahl zu betrachten und ausdrücklich für die Sozialdemo­kratie einzutreten, damit der Wahlkreis Düssel­dorf nicht länger zum Besitzstand des Zentrums gehöre. Der Wahlkreistag der Fortschrittlichen Volkspartei, der die Stadt, die größeren Vor­orte und den Landkreis Düsseldorf umfaßt, wird al s letzte entscheidende Instanz zusammentreten, um die endgültige Parole festzulegen. Dies- Parole soll lauten:Die letzte Stimme dem So- zialdemokraten!"

Das ist eine cffene Demaskierung. Die be­rühmtedemokratische Vereinigung" der Herren Breitscheid und v. Eerlach freilich traut dem Frieden nicht, sie glaubt, daß der Fortschritt keinen Kandidaten ausstelle, um die Wahl des Sozialdemokraten zu verhindern. Das darf nach ihrer Meinung nicht fein? Sie stellt daher nacq derWelt am Montag" und demFreren Volk einen eigenen Kandidaten auf, der, da bei dem Stimmenverhältnisse für einen demokratischen Wahlsieg sicherlich keine Aussicht vorhanden ist, den Zweck hat, den Wahlkreis ganz sicher der Sozialdemokratie auszuliefern.

Di« angeblichen Denunziationen gegen Iatho.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Noch immer finden in der Oeffentlichkeit Mit­teilungen Glauben, als ob der ehemallge Pfarrer Iatho einemdunkeln Denunzrantentum zum Opfer 9Cf$(emggnü6er find wir ermächtigt, folgendes festzuMem^ 1905-1907 wurden aus bei Gemeinde mehrere Beschwerden über die Lehrver- kündung des Pfarrers Iatho erhoben. Diese find sämtlich Pfarrer Iatho zur Aeußerung vorgeleg worden, über einige hat de- Generalsuperintenden persönlich mit Iatho verhandelt, in einem Falle unter späterer Zuziehung des Presbyteriums.

2 Wie die Verfügung des Evangelischen Oder­kirchenrats an Iatho vom 7. Januar 1911 und die inzwischen veröffentlichte Begründung der Ent­scheidung des Spruchlollegiums klar erkennen lassen, ist das im März 1911 eingeleitete Feststellungsver­fahren, welches zu der Amtsentsstzung des W13 Iatho geführt hat, nicht durch "gendwe^e Denunziationen" veranlaßt worden Ohne daß Be­schwerden vorgelegen hätten, kraft seiner Uufstchts- pflicht hat der Evangelische Oberkirchenrat von Amts wegen eingegrisfen, nachdem die von Ps^rer Iatho in denEvangelischen Gemeindenachrichten aus Köln, veröffentlichtenAndachten" einen völlig klaren Tatbestand ergaben.

3. Eine gewisse Rolle spielt in der Oeffentlichkeit die Niederschrift einer Predigt des Pfarrers Iatho vom 10. Juli 1910, welche den. Evangelischen Over­kirchenrat eingereicht wurde. Sie ist verfaßt wor­den von einem evangelischen Geistlichen einet an* deren Landeskirche, welcher, auf einer Reise begriffen, in Köln an dem Gottesdienst iellge- nommen hatte. Die eingereichte Niederschrift ist von dem Evangelischen Oberkirchenrat in loyaler Weise Pfarrer Iatho vorgelegt worden zueinet Erklärung über die richtige Wiedergabe de» Inhalts". Nachdem Pfarrer Iatho Üe Kenntni--

TieOvertzeffische Teilung" erschein: täglich mit liuenatzme bet «mu und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vi-rteljahrlich rurch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen und der Erpedition (Markt 21) 2.00 jft frei ins HauS (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Nniv.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh..

Dr. Hiheroth). Markt 21. Telephon 55.

schleudert und blieben mit gebrochenen Gliedern liegen, andere wieder waren zwischen den SBa* gen festgeklemmt und konnten erst nach längere, Zeit aus ihrer schrecklichen Lage befreit werden. Die Schottersteine zwischen den Gleisen wurden bis in die Wartesäle der Station geschleudert. Einzelne Bahnarbeiter, die in der Nähe der Unglücksstelle frühstückten, wurden durch Stein* würfe an den Kopf erheblich verletzt. Daß die Zahl der Toten nicht größer ist, rührt daher, daß der vorangehende, in Basel 7 Uhr 53 Minuten abgehende D-Zug die Fernpassagiere mitzuneh­men pflegt und der verunglückte um 8 Uhr in Basel abgehende Eilzug nut dem Loka (verkehr zwischen Basel und Frankfurt a. M. dient.

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