. mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Vellage.
Jtl 158
Tie „Obrrhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der S^nn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 '<* (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 '<* frei ins HauS. (Für unver. langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Jnh.k Dr. Hiheroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Sonnabend, 8. Juli
Der Anzeigenprers beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 bei auswärtigen Anzeigen 20 j., für Reklamen die Zeile '40 4-, Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt oll Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz«, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. — Zahlungen im Postscheckverkehr — ohne Portokosten — unter Nr. 5015 d«S Postscheckamtes Frankfurt a. M.
46, Jahrg.
1911.
Erstes Blatt.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 51.
Die deutsche Intervention.
Paris, 5. Juli, lleber die Einflüsse, die für den Stimmungsumschwung in französischen Regierungskreisen maßgebend gewesen sind, liegen hier verschiedene Äerstonen vor. Sicher ist, daß schon am Tage der Abreise des Präsidenten Fallieres nach Holland in der nächsten Umgebung des Staatschefs die Entsendung eines Kriegsschiffes rach einer atlantischen Marokkoküste als derzeit untunlich betrachtet wurde. Die gleichzeitig erfolgte scharfe Zurückweisung jener Absicht durch so erfahrene Staatsmänner wie Ribot und Freycinet usw. haben dazu beigetragen, Herrn Eaillaux in seinen friedlichen Absichten zu bestärken. Dann traf die Depesche des Botschafters Eambon aus London ein, deren Tendenz vollkommen geeignet war, auch die bis dahin schwankend gewesene Minderheit des Ministeriums Cailleux für die Idee des Einlenkens, oder wie man sich hier ausdrückt, der Gewährung des deutschen Wunsches nach einer Aussprache zu gewinnen Besonders zufrieden mit der jetzt einge- treter.en Wendung ist der Botschafter Jules Eambon, der nunmehr wieder reichlich Gelegenheit haben wird seine diplomatischen Fähigkeiten in den Dienst einer großen politischen Sache zu stelle.!.
Brüssel, 5. Juli. Hier will man wissen, daß in Kissingen zwischen dem Staatssekretär Kiderlen- Wächter und dem französischen Botschafter Jules Eambon über etwaige Kompensationen gesprochen worden sei. Herr von Kiderlen hätte durchblicken lassen, daß, da die Franzosen Fez besetzt hätten, Deutschland auf irgendwelche Kompensationen an b-- Grenze von Kamerun rechne. Die Forderung von Kiderlen-Wächter bezog , ch auf die Eeheimab- machungen vom Jahre 1909. Der französische Minister Cruppi, aber hätte die Angelegenheit auf die lange Bank geschoben, sodaß von Berlin aus wiederholt Mahnungen eintrafen. Cruppi habe aber trotzdem keine Antwort gegeben, vermutlich deshalb, weil er es vermeiden wollte, bei Herrn Delcasse Rat zu holen, dem er nicht besonders lold gewesen sei. Infolgedessen sei die Angelegenheit weitergegangen und nunmehr hab: Herr von Kiderlen in der angedeuteten Weise von sich hören lassen.
Im englischen Unterhause richtete David Mason an die Regierung eine Anfrage die lautete: „Wenn von Deutschland keine Beschwerde auf Gründ der Algerirasakte erhoben worden ist, welche Rechtfertigung gibt es dann für das Vorgehen Deutschlands in Marok'c". Ministerpräsident Asquith antwortete daraus:
„Die kürzlichen Ereignisse veranlaßten eine Dis- tusswn zwischen den in Marokko meistinteressierten Mächten. Ich kann in diesem Stadium nur wenig über die Verhandlungen sagen, die zwischen ihnen
Marbiirqer Ferienkurse.
Die dieMh,igen Ferienkurse mit Vorlesungen und Uebuugenftl deutscher, französischer und englischer Sprache finden vom 10. bis 29. Juli und Dorn'7. bis 26. August statt und werden aus zwei Teilen von ie dreiwöchentlicher Dauer bestehen.
Die Begrüßung der Teilnehmer erfolgt am 9. Juli 6esro. am 6. August, abends 8 Nhr, in'der Aula der vberrealschule, Savignystraße.
Die Vorlesungen sollen folgende Gegenstände behandeln:
A.Narlrsuirgen ««»Uebungen vom 10. bi» Ä9. Inti.
1. In deutscher Sprache:
Deustsche Phonetik mit praktischen Hebungen (8 Std.) Dozent: Herr Prof. Dr. Eggert, Frankfurt a. M
Methodik des neusprachlichen Unterrichts (6 Std ). ®03cnt: Herr Prof. Dr. Eggert, Frankfurt a. M.
Diskussion über Fragen der neusprachlichen Methodik nach Wunsch der Teilnehmer (2 Std.i. Dozent: Herr „ Direktor F. Dürr, Frankfurt, Bockei,heim.
Neber Walther von der Vogelweid« (3 Std.). Dozent: Emilie, Direktor der Oberrealschule und de^Ref?in'.°Walgyinnasiiums.
ollr Geschichte der neuhochdeutschen Schriftsprache
< * 2 3 * * 6 * B. Dozent: Herr Geh. Rat Prof. Dr. Bogt. Ibsens D chtung und ihr Einfluß auf das deutsche
Drania (8 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Eollin, Gießen.
Erklärung lyrischer Gedichte (6 Std.). Dozent: Herr „ Dr. Seehaussen, Direktor der höheren Mädchenschule. Ueber Nietzsches „Also sprach Zarathustra" (3 Std.).
Dozent: Herr Oberlehrer Wcichelt.
Philosophie (3 Std.). Dozent: Herr Privatdoz. N. Hartmann.
ttinfuhruug in die deutsche Kunst (3 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Bock.
Physiologie der Stimm- und Sprachbildung mit Demonstrationen (3 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Lohmann.
Ueber Vortragskunst (6 Std.). Dozent: Frau von Blanckensee.
stattfinden, ich wünsche, daß klar verstanden werde, daß die britische Regierung der Ansicht ist, es sei in Marokko eine neue Situation entstanden, wo es möglich ist, daß die künftigen Entwicklungen die britischen Interessen direkter berühren, als dies bisher der Fall gewesen ist. Wir hegen das Vertrauen, daß die diplomatische Diskussion eine Lösung finden wird, in dem Anteil den wir an ihr nehmen, werden wir gebührende Rücksicht nehmen auf den Schutz jener Interessen und auf Erfüllung unserer Ber- tragsverpflichtungen gegenüber Frankreich, die dem Hause wohl bekannt sind."
Deutsches Reich-
— Die Rordlandfahrt des Kaisers. Berlin, 6. Juli. Ein heute vormittag aus Norddeich eingegangenes Telegramm besagt, die Fahrt der „Hohenzollern" von Kiel war inbezug auf Temperatur und Wetter höchst angenehm; nur an der Südwestecke Norwegens trat mehrfach Nebel ein, der die Verspätung von mehreren Stunden zur Folge hatte. Die Ankunft in Stavanger wird ungefähr nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr erfolgen. An Bord ist alles wohl. — Stavanger, 6. Juli. Der Kaiser ist bei schönstem Wetter um 2 Uhr heute nachmittag hier eingetroffen.
— Das Königspaar von Württemberg in Friedrichshafen. Friedrichshafen, 6. Juli. Das Königspaar ist um die Mittagsstunde hier zum Sommeraufenthalt im Automobil von Bebenhausen angekommen. Graf Zeppelin fuhr mit dem Luftschiff „Schwaben" den Fürstlichkeiten bis Ravensberg entgegen und begleitete das Königspaar während seiner Fahrt hierher mit dem Luftschiff.
— Zum Fall Jatho. Köln, 6. Juli. Für die Jatho-Spende sind bisher rund 125 000 gezeichnet worden. In den größeren deutschen Städten sollen weitere Sammelstellen errichtet werden. — Frankfurt a. M., 6. Juli. Der Pfarrer an der Frankfurter Peterskirche Lizenziat Zurhellen ist von der Gemeinde Alt-Köln als Nachfolger von Jatho in Aussicht genommen. Die Gemeinde hat eine Anfrage an Zurhellen gerichtet, der sich aber über die Annahme des Amtes noch nicht schlüssig gemacht hat. Zurhellen hat vor einigen Tagen in einer großen kirchlich-liberalen Versammlung in Frankfurt sich energisch für Jatho ausgesprochen und gegen den Berliner Richterspruch. Zurhellen ist ein Schwiegersohn von Otto Pfleiderer.
— Folgen des Bruhn-Prozesse. Berlin, 6. Juli. Die erste Serie eines Rattenkönigs von Beleidigungsprozessen, die der Verleger der „Wahrheit", Wilhelm Bruhn, gegen eine Reihe Zeitungen angestrengt hatte, begann heute. Es handelt sich um 13 Privatklagen, die sich gegen folgende Zeitungen richten: „Die Post", „Mes-
Aus der Geschichte dcr Stadt Marburg im Mittelalter (1 Std.) Dozent: Herr Oberlehrer Kürschner.
Englischer Unterricht in einer Klasse der Oberrealschule. Jin Anschluß daran Diskussion über methodische Fragen des nensprachlnhen Unterrichts (2 Std.). Dozent: Herr Oberlehrer Dr. Hauck.
Methodische Uebnngen in deutscher Sprache, umfassend Anfertigung von Aufsätzen und D-ktaten, Uebnngen im freien Vortrag und Unterhaltungen über selbst- gewählte oder von den Kursnsleitern bestimmte Gegenstände (10 Std.). Seit t : Herr Rektor Hentze im Verein mit Lehrern und Lehrer unen.
2. In französischer Sprache:
Phonetigue framjaise (5 Conferences). Professeur: Monsieur le Docteur en pl’il. Panconcelli-Calzia, du Laborataire de phonetigue experimentale de l’lnstitut colonial de Hamburg.
Les Precurseurs du Romantisme en France (12 Conferences). Professeur: Mons. R. Schneider, professeur ä l’Universite di Caen.
La culture fran^aise (12 le^ons). Pro’esseur: Mons. Mouillet, Lecteur ä 1 Un ve. sitS de Marburg.
3. In englischer Sprache:
Pracücal Course in English Phönetics (3 Lectmes. Lecturer: Mr. R. A. Williams, Professor of German and German Literature at the University of Dublin.
English Readings and Exercises (4 Lectures). Lecturer: Mr. R. A. Williams. English supplementary to the theoretical course on Phönetics.
Realism and Romance in Contemporary English (12 Lectures). Lecturer: Mr. G. A. Beacock, B. A., Lecturer in English at the University of Mai bürg.
Conversation (10 Meetings). Lecturer Miss Massey. Discussion on Lite atme and on subjects of general interest. The English Universities, the Colleges (College Hie), the Public Schools (School lile). English social and political life etc.
B. Vorlesungen «.Uebnngenvom7 bi»»6.A«g«ft.
1. In deutscher Sprache:
Deutsche Phonetik, mit praktischen Hebungen (8 Stirn.)- Dozent: Herr Pros. Dr. BiStor.
Die Hebungen des neusprachlichen Reformunterricht»
badener Zeitung", „Deutsche Tagesztg.", „Ehem- nitzer Tageblatt", „Ostsee-Zeitung" in Stettin, „Saale-Zeitung" in Halle, „Kleine Presse" in Frankfurt a. M., „Brandenburger Zeitung", „Dresdener Volkszeitung", „Neue Voigtländische Zeitung", „Dampfboot" in Memel. In den einzelnen Fällen handelt es sich um Artikel, die im Anschluß und auch schon während des bekannten Prozesses gegen die „Wahrheit" erschienen waren und in denen Bruhns Treiben scharf kritisiert wurde. Die einzelnen Privatklagen wurden teils durch Vergleich erledigt, teils vertagt.
— Der Austritt der Innungen aus dem Hansabund«. Wie die „Post" meldet, hat sich der preußische Handelsminister den Innungen gegenüber gegen einen Beitritt zum Hansabund ausgesprochen. Daraufhin beschlossen die Innungen, aus dem Hansabunde auszutreten. — Am 1. Sept. 1910 gehörten dem Hansabunde außer dem Jnnüngsausschuß der vereinigten Innungen in Berlin und dem Jnnungsausschuß Solingen 32 Schlächterinnungen, 11 Bäckerinnungen, 3 Konditorinnungen, 1 Holzarbeiterinnung, 2 Böttcherinnungen, 3 Tischlerinnungen, 2 Stellmacherinnungen, 7 Schlosserinnungen, 8 Schmiedeinnungen, 1 Leitungsinnung, 3 Jn- stallateurinnungen, 1 Eraveurinnung, 6 Baugewerbeinnungen, 2 Töpferinnungen, 5 Schneiderinnungen, 5 Schuhmacherinnungen, 3 Tapeziererinnungen, 4 Malerinnungen, 4 Friseurinnungen und je eine Fuhrherren-, Steinsetzer-, Krämer-, Steinmetz-, Buchbinder-, Schornsteinfeger- und Elaserinnung an, zusammen also HO Innungen, fast sämtlich in Preußen.
Ausland.
* ♦ Sacharinmonopol in Oesterreich. Wien, 6. Juli. Die österreichische Regierung wird dem Parlamente einen Gesetzentwurf betreffend die Einführung des Sacharinmonopols unterbreiten.
* * Vom Balkan. Budapest, 6. Juli. Der „Pester Lloyd" erfährt aus Wiener unterrichteter Quelle über die geplante montenegrinische Mobilisierung, daß diese, wenngleich auf den ersten Blick ungewöhnlich, keinen Anlaß zu einer Beunruhigung gebe. Die Uebereinstim- mung der Großmächte, insbesondere zwischen Oesterreich-Ungarn, Italien und Rußland, sorge dafür, daß Montenegro sich in keinerlei kriegerische Abenteuer einlasse. Dies gelte auch für den Fall, daß die türkisch-albanischen Verhandlungen sich noch über den 15. Juli verlängern sollten. — Cetinje, 6. Juli. Nachdem hier die Zusicherung eingetroffen, daß der Zeitpunkt für die Rückkehr der Albaner für den Fall, daß die gegenwärtig mit den Führern geführten Verhandlungen noch nicht zu einem günstigen Er-
(6 Std). Dozent: Herr Prof. Dr. Eggert, Frank- surt a. M.
Die schriftlichen Uebnngen im Unterricht nach der Re- fornnucthode (4 Std.). Dozent: Herr Direktor Dr h.c Walter, Frankfurt a. M.
Die d rekte Methode beim deutschen Sprachunterricht in Finnland (1 Std.). Dozent: Frau Prof. Edla Freudenthal, früher Lehrerin der deutschen Sprache am schwedischen Norinallyzeuin in Hrlsingfors.
Der deutsche Bildungsroman (8 Std.). Dozent: Herr Dr. Franz Zinkernagel, Privatdozent an der Universität Tübingen.
D.e Entwicklung der deutschen Schulen (5 Std.). Dozent: Herr Dr. Knabe, Direktor der Oberrealschule und des Neforin-Realgyninasiuins.
Der deutsche Wortschatz (4 Std.). Dozent: Herr Dr. Seehauffen, Direktor der höheren Mädchenschule.
Kants Philosophie (4 Std.), Fortsetzung. Dozent: Herr Privatdozent Dr. Hartmann.
Einsührnng in die deutsche ■• uiift, Fortsetzung (3 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr Bock.
Die geographische Lage der Städte (5 Std ). Dozent: Herr Oberrealschuldirektor Prof. Dr. Schmidt.
Bismarcks Jugend und politische Anfänge (biS 1862) (ß Std.) Dozent: Herr Prof. Dr W Busch.
Die Physiologie der Stimme und Sprachbildung (3 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Lohniann.
Ueber Vortragskunst (5 Std.). Dozent: Frau von Blanckensee.
AuS der Geschichte der Stadt Marburg während und nach der Reformation (1 Std). Dozent: Herr Oberlehrer Kürschner.
Französischer Unterricht in einer Klaffe der Oberrealschule. I n Anschluß daran Diskussion über methodische Fragen des neusprachlichen Unterrichts (2 Std.) Dozent: Herr Oberlehrer Dr. Glaser.
Methodische Uebungen in mündlicher Unterhaltung, verbunden mit Aussatzübungen und Uebungen im freien Vortrag (10 Std ). Leiter: Herr Rektor Hentze u. a.
2, In französischer Sprache:
Phonetigue experimentale (5 Conferences). Professeur: Mons le Docteur en phil G. Panconcelli-Calzia, du Laboratoire de phonetigue experimentale de l’lnstitut colonial de Hamburg.
gebnis geführt hätten, hinausgeschoben werde« würde, wurde heute der Beschluß gefaßt, die projektierte Mobilisierung vorläufig aufzuschieben. Für den Augenblick werden nur diejenigen Vorbereitungen getroffen, welche für die Mobilisierung notwendig find, die Montenegro durch den Umstand auferlegt wird, daß die Türkei fortgesetzt Truppen an der montenegrinischen Grenze anhäuft.
** Falliöres in Holland. Amsterdam, 6. Juli. Bei dem Frühstück an Bord des „Edgar Qui- net", an dem die Königin, die Königin-Mutter und Prinz Heinrich der Niederlande teil, nahmen, trank Präsident Falliöres auf die Gesundheit der Königsfamilie und das Gedeihen Hollands. Die Königin trank auf die Gesundheit des Präsidenten Fallitzres und das Wohl Frankreichs. Fallitzres nahm an Bord des „Jakob Heemskerk" Abschied von der Königsfamilie.
** Der internationale Sremannsftreik London, 5 Juli. Die Unruhen in Manchester dauern fort Am Nachmittag fanden mehrere Zusammenstöße von Streikenden mit. den Polizeimannschaften statt, wobei diese die Knüttel gell auchten. Aus Birmingham wurden 50 Polizeibeamte requiriert. Zwei Vertreter des Hqstdelsarnts begaben sich am Abend nach Manchester, un. zu versuchen, eine Einigung der Streikenden Parteien herbeizuführen. Die Rheder in Leith gaben bekannt, daß sie keine Konzessionen zu machen gewillt seien. Der Schiffsverkehr ist beinahe lahmgelegt, da die Kohlentrimmer die Arbeit eingestellt haben. — Amsterdam, 6. Juli. Als heute nacht ein Bootsmann in Begleitung von Schutzleuten sich zur Arbeit begab, kam es zu schweren Ausschreitungen im Hafenviertel. Ausständige bewarfen die Schutzleute mit Steinen, sodaß ihnen Infanterie und Schutz- mannschast zu Pferde zu Hilfe eilen mußten. Die Truppen feuerten auf die Menge, wobei drei Personen verwundet wurden. Als Kavallerie em- traf, erwiderten die Ausständischen die Schüsse und verwundeten einen Schutzmann. Die Laternen wurden ausgedreht, selbst aus b:n Häusern wurde geschossen. Segen 5 Uhr morgen > hörte das Schießen auf. Jrn ganzen wurden acht Personen verwundet, drei wurden verhaftet. Die Truppen, die Herren der Lage sind, bewachen in starken Abteilungen die Straßen. — Während des Tages herrscht Ruhe im Hafenviertel. Die Einwohner dürfen die Häuser nicht verlassen. Das Betreten der Straßen ist nur mit besrnderen, von der Polizei ausgestellten Karten gestattet. Du eine Wiederholung der Ausschreitungen für den Abend befürchtet wird, wurden die strengsten Maßnahmen zur Ausrechtcrhaltunr be Ordnung getroffen.
** Marokko. London, 6. Juli. Wie die „Daily Mail" aus Tanger aus guter Quelle erfährt, befinden, sich mehrere Deutsche im Sus- distrikte, darunter von der Firma Mannesmann angestellte Mineningenieure und andere, die nach Handelsgelegenheiten suchen. Die Eingeborenen verhalten sich sehr freundlich den Deutschen gegenüber, die ungeheure Vorräte an
L'art framjais au X X- siöcle (10 lecom) Mona, Mpuillet, Lecteur ä l’Universitö de Marburg.
Le Roman rßaiiste en France (12 confärences) Professeur Mons. Q. Belouin.
Conferences faites par les Studiants sous la directioo d’un professeur fran^ais (10 Conferences). Professeur: Monsieur G. Belouin, Doc'eur-es’Lettre, Professeur ä l’Universitö de Caen.
3. In eng lischer Sprache;
Practical Course in English Phönetics (8 Lectures) (for details see syllabus of Juiy course). Lecturer: Mr. R. A. Williams, M. A., Professor of German and German Lite atu re at the University of Dublin.
English Readings and Exercises (4 Lessons). Lecturer: Mr. R. A. Williams. M. A. A practical course of spoken English supplementary to the theoretical course on Phönetics.
12 Lectures on Contemporary Thought and Literature. Lecturer: Dr. J. H. Hayward, School Inspector, London.
Conversation and Speeches on given subjects (10 Meetings). Lecturer: Miss Jenner, M. A.
DirKonoersationsübungen werden in Grilp- pen von etwa 10 Teilnehmern in den Räumien der Knabenschule (Eingang Schnlstraße) unter Leitung von Lehrern und Lehrerinnen abgehalten. Am Montag, d.'ni 10. Juli resp. Donnerstag, dem 7. August, abends 8 Uhr, findet die Einteilung in Gruppen und Abteilungen für Anfänger und Fortgeschrittene in dem genannt« Lokale statt.
Ausländern soll nach Wunsch Gelegenheit zum Sprachenaustausch mit Deutschen geboten werden.
Das Honorar für einen ganzen 3wöchentlichen Kursus beträgt M. 40 für beide (Juli und August) Kurse von 6 Wochen zusammen M. 60 und ist im Voraus zu entr chten. Die Teilnehmerkarten könn« uom Sekretariat (Schwanalle« 48) bezogen werden.
ZurTeilnahmeaneinzelnenVorlesungs- Cykleir und Uebungen werden nur an der hiesigen Universität immatrikulierte Studenten und Studentinnen gegen Vorzeigung ihrer Erkennungskarte und solche Per» soncn zuqclassen, die ihren festen Wohnsitz in Marburg haben. Das Honorar für einen Cyklus beträgt 4 M. Die Karten bieuu werde» wu durch die Buchhandlung